Lexikon der Folien und Vliese
Was ist wofür und wird wie verwendet

Momentan ist wiedermal der Zeitpunkt, an dem ich vermehrt über die verschiedensten Folien und Vliese stolpere, die man angeblich alle im Garten dringend benötigt.
Mittlerweile ist die Auswahl so vielfältig geworden, dass mir Sinn, Zweck und vor allem der Unterschied untereinander oft nicht mehr so klar ist.
Deswegen habe ich mich nun auf das Thema gestürzt, um den Durchblick zu erhalten.

Tomatenhaus Foliengewächshaus Verfrühungsfolie Schattierungsgewebe

Welchen Zweck erfüllen Folien & Vliese

  1. Man kann entsprechende Produkte zur Wachstumsbeschleunigung, Ernteverfrühung und Kulturzeitverlängerung einsetzen. Durch das Abdecken entwickelt sich unter der Folie eine höhere Temperatur und eine höhere Luftfeuchtigkeit. Beides fördert das Wachstum von Jungpflanzen. Durch Einsatz von Abdeckfolien läßt sich die Ernte um bis zu drei Wochen verfrühen, durch Unterlegen schwarzer Mulchfolie um bis zu zwei Wochen. Insbesondere für frühe Gemüsearten und Kräuter lohnt sich die Anwendung von Folien und Vliesen.
  2. Spezielle Folien und Vliese wurden entwickelt zum Schutz von Gemüse- und Zierpflanzen vor Kälte oder Frost.
  3. Man kann Folien als Eindeckungsmaterial für Gewächshäuser verwenden.
  4. Folien werden zur Abdichtung von Teichgruben und Wasserläufen benutzt.
  5. Es gibt sogenannte Mulchfolien, die auf dem Boden ausgelegt werden können, um das Unkrautwachstum zu Unterdrücken, die Bodenerwärmung zu fördern und die Feuchtigkeit länger im Boden zu halten.

Welche Folien und Vliese eignen sich für welchen Zweck

Bei der Herstellung von Folien für den Garten wird tatsächlich etwas mehr auf Inhaltsstoffe und auch Abbaustoffe geachtet wie bei den meisten herkömmlichen Folien und Vliesen, die man so im Baumarkt findet.
Es ist demnach empfehlenswert auch auf diese zurückzugreifen, wenn man ein wenig ökologisches Bewußtsein an den Tag legen möchte und dass sollte nun wirklich an vorderster Stelle für einen Gärtner stehen.
Grundsätzlich bestehen die Produkte aus Polyethylen (PE) oder Polyvinylchlorid (PVC). Diese beiden Materialien untescheiden sich in zwei wesentlichen Punkten.

  • PVC-Folien:
    Dieses Material ist sehr widerstandsfähig gegen UV-Strahlung und andere Witterungseinflüsse. Sie haben dadurch eine deutliche längere Haltbarkeit. Dafür enthalten sie chlorierte Kohlenwasserstoffe, die bei der üblichen Entsorgung der Folien die Umwelt belasten.
  • PE-Folien:
    Dieses Material wird unter andauernder Sonnenbestrahlung recht schnell brüchig und spröde. Es gibt jedoch UV-stabilisierte Varianten, die insgesamt stabiler sind, aber auch deutlich teurer. Dafür lassen sie sich fast rückstandsfrei entsorgen oder sogar recht gut recyclen.

…und dies bietet der Markt:

  1. Folien zur Ernteverfrühung

    Hierfür benötigt man entweder ein transparentes und damit lichtdurchlässiges Material als Abdeckung oder ein schwarzes, welches unter die Pflanzen kommt und die Bodenerwärmung fördert. Bei den transparenten Folien handelt es sich meistens um PE-Folien mit einer Stärke von 0,5 mm. Diese können sowohl flach über dem Beet mit der Saat ausgebreitet werden und tragen dann die Bezeichnung Flachfolien oder mit Hilfe von Drahtbügeln als Folientunnel über die Beete gespannt werden.

    • ungelochte Folien:
      eignen sich nur für die kurzfristige Abdeckung, da sie weder Luft noch Wasser hindurchlassen. Man muß sie also regelmäßig entfernen zum Wässern und Belüften. Außerdem ist die Gefahr von Fäulnis und Schädlingsbefall unter ihnen relativ hoch.
    • Lochfolien:
      haben -wie der Name schon erahnen läßt- gleichmäßig verteilte sehr kleine vorgestanzte Löcher. Diese Löcher ermöglichen eine geringe Zirkulation an Luft und Wasser. Man verwendet sie vor allem als Flachfolien. Günstig sind hier Folien mit 500-1000 Löchern / m², die auf Grund ihrer beschriebenen Eigenschaften ungefähr für 3-5 Wochen über den Pflanzen verbleiben können je nach Größenwachstum des Gemüses.
    • Schlitzfolien:
      Statt Löchern hat diese Folie ca. 30000 sehr feine und dehnbare Schlitze pro m². Diese zunächst geschlossenen Schlitze ermöglichen ein “ mitwachsen“ der Folie. Je größer die sich darunter befindlichen Pflanzen werden desto mehr öffnen sich die Schlitze und lassen dadurch auch mehr Wasser und Luft hindurch. Auf Grund dieser Eigenschaften kann diese Folie oft sogar bis zur Ernte auf den Pflanzen belassen werden. Sie ist aber im Gegenzug nicht so haltbar wie die Lochfolie.
    • Vlies:
      Darunter versteht man ein sehr leichtes und feines Gewebe aus Polyethylen (PE) oder auch Polypropylen (PP). Es läßt Wasser und Luft wunderbar zirkulieren, so dass man es ebensolange auf den Pflanzen belassen kann wie die Schlitzfolie vorrausgesetzt, man hat beim Verlegen genügend Dehnungsreserve an den Seiten vorgesehen. Zusätzlich zur Ernteverfrühung können Vliese auch als Schutz gegen Gemüsefliegen eingesetzt werden.
    • Mulchfolien:
      Schwarz gefärbte PE-Folie wird auf dem Boden ausgebreitet. Dort, wo Pflanzen gesetzt oder gesät werden sollen, werden Löcher oder Schlitze geschnitten. Man verwendet diese Methode vor allem bei wärmebedürftigen Gemüsen wie Paprika, Gurke oder Erdbeere. Zusätzlich zur Förderung der Erwärmung des Bodens und der bodennahen Luftschicht, unterdrückt die Folie das Unkrautwachstum und verhindert das Verschmutzen der Früchte. Der Nachteil der Folie gegenüber des Mulchvlies ist das Gießen und Düngen, das nur über die Löcher und Schlitze in der Folie vorgenommen werden kann.
    • Mulchvlies:
      Funktioniert nach dem gleichen Prinzip wie die Mulchfolie. Das schwarz eingefärbte Vlies ist jedoch durchlässig für Wasser und Luft, was das Gießen erleichtert und vor Schädlingsbefall und Fäulnis schützt. Dafür findet jedoch auch deutlich weniger Bodenerwärmung statt.
  2. Folien als Kälteschutz

    Folien und Vliese tragen zwar sehr schnell zur Bodenerwärmung bei und können somit auch bodennahe Pflanzen beziehungsweise die Wurzeln vor Kälte schützen, Frost können sie aber nur bedingt abhalten. Pflanzen, die nicht winterhart sind, müssen also bei Frostgefahr an einen frostfreien Ort umgezogen werden.

    • ungelochte Folien:
      Eignen sich am besten zum Schutz vor Kälte, da sie keine Luft entweichen lassen. Da die Sonne aber im Herbst und im Frühjahr durchaus große Kraft entwickeln kann, besteht dann ganz schnell die Gefahr der Überhitzung. Dadurch wird ein sehr gutes Klima für Pilzkulturen jeglicher Art gefördert. Man sollte Folien also nur kurzfristig als Frostschutzabdeckung verwenden.
    • Vlies:
      eignet sich besser für den dauerhaften Kälteschutz, da es zum einen luftdurchlässig ist und dadurch ein besseres Klima fördert. Das im Gewebe festgehaltene Wasser kann im gefrorenen Zustand sogar noch zusätzlich als isolierende Schicht begünstigend wirken, so dass meistens ein Schutz der oberirdischen Pflanzenteile bis zu -5°C gewährleistet wird.
    • Luftpolster- oder Noppenfolien:
      sind besonders gut isolierend durch die Lufteinschlüsse in den Noppen. Deswegen wird sie sehr gerne als Ergänzung zur Wärmedämmung im Frühbeet und Gewächshaus hergenommen beziehungsweise zum Winterschutz von Töpfen bei im Freien überwinternden Pflanzen. Aber auf jeden Fall beachten, dass diese Folie auch weder Wasser noch Luft durchläßt und damit Pilbefall gefördert werden kann.
  3. Folien zur Abdeckung von Gewächshäusern

    • Gitterfolie:
      ist eine PE-Folie, die durch eine Gitternetzeinlage verstärkt wurde. Man nennt sie deswegen auch gelegentlich Drahtfolie. Diese Folienart wird auf Grund ihrer Widerstandsfähigkeit gerne für Tomatenhäuser, und Frühbeetfenster verwendet.
    • ungelochte Folie:
      wie schon zuvor erwähnt, läßt sie sich wunderbar über Drahtbügeln als Abdeckung in Form von Folientunneln verwenden. Diese gibt es in einer niedrigen Variante von nur 50 cm Höhe bis hin zu begehbaren Exemplaren, die wie ein Gewächshaus funktionieren.
  4. Teichfolien

    Folien, die für die Anlage von Gartenteichen verwendet werden, müssen sehr hohen Anforderungen gerecht werden, da sie über einen langen Zeitraum dehn- und reißfest bleiben müssen sowie verrottungsbeständig, wurzelfest, witterungsbeständig und unschädlich für Pflanzen und Tiere. Die üblichen Folienstärken liegen bei 0,5 bis 1,5 cm je nach Größe des Teichs und des daraus resultierenden Wassergewichts gibt es auch dickere Folien. Man sollte nur solche verwenden, auf die der Hersteller eine Garantie von mindestens 10 Jahren gewährt.

    • PE-Folie:
    • PVC-Folie:
    • Kautschuk-Folie:

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Berta Rausch am 25. März 2010 in Allgemein, Gartenarbeit, Jahreszeiten

Pflanzen mit Charakter
Pfingstrosen, Türkenmohn, Tomaten & Co
Eine Geschichte von
Liebe, Hass & Standhaftigkeit

Der Frühling kommt immer mit schöpferischer Kraft und Lust auf Neubeginn. Wenn der Zeitpunkt erreicht ist, an dem man den Triebspitzen beim Wachsen zuschauen kann, dann juckt es auch dem ältesten Gärtner in den Händen, dass endlich die im Winter entwickelten neuen Ideen für den Garten umgesetzt werden können.

Bei einem jungen oder gar frisch angelegten Garten gibt es da viel zu tun, was aber machen, wenn der eigene Garten schon über Jahre perfektioniert wurde?

Dann bleibt auf jeden Fall die Umgestaltung der Beete. Neue Pflanzen können ausprobiert werden, andere Pflanzenvergesellschaften zusammengestellt werden und nebenbei ist dies auch der richtige Zeitpunkt, um alte Stauden zu teilen.

Gerade die alteingesessenen Damen und Herren haben da so manch menschliche Eigenschaften: Sie bestehen auf ihren Standort oder wollen ihn immer nach einem Jahr wechseln, sie mögen die direkte Nachbarschaft bestimmter Arten gerne oden lehnen sie ab, manche wollen sogar andere Exemplare nicht in der direkten Umgebung wissen.

Bevor also wild geteilt und umgepflanzt wird, gibt es so manches zu bedenken und zu planen.
Im folgenden Stelle ich ein paar besondere „Sturschädel“ oder netter ausgedrückt „Charakterköpfe“ unter den Gartenpflanzen vor:

  1. Die Standhaften

    Türken-Mohn

    Türken-Mohn
    (Papaver orientale)

    Der Mohn ist der typischer Vertreter der Standhaftigkeit. Einmal einen Platz gefunden wird dieser nie mehr verlassen.
    Natürlich gibt es dafür einen trifftigen Grund:
    Mohngewächse sind Tiefwurzler und bilden mit der Zeit eine sehr starke Pfahlwurzel. Man kann sie also im Grunde genommen irgendwann nicht mehr ausgraben ohne die Wurzel zu verletzen. Tiefes Hacken im Wurzelbereich zur Bodenlockerung und -belüftung sind somit ebenfalls ungesund für den Mohn.
    Ist er jedoch am richtigen Standort mit einem durchlässigen, nährstoffreichen Boden, so kann er das Herz jahrelang erfreuen mit üppigen, leuchtenden Blüten.
    Die Pfahlwurzeln reagieren sehr leicht mit Schimmelbildung und Fäulnis bei Staunässe.

    Zwei weitere Pflanzenarten, die gleiche Bedürfnisse haben wie der Türken-Mohn sind übrigens Lupinen (Lupinus polyphyllus-Hybriden) und das Tränende Herz (Dicentra spectabilis).

    Pfingstrosen
    (Paeonia Arten und -Hybriden)

    Pfingstrosen gehören ebenfalls zu den „Lass mich bloß in Ruhe“ – Pflanzen, denn sie möchte auch ein Leben lang am gleichen Platz wohnen, aber sie haben etwas andere Ansprüche.
    Pfingstrosen sind Flachwurzler. Sie lieben einen sehr sonnigen und möglichst windgeschützten Standort in nährstoffreicher Erde. Man pflanzt die Paeonien sehr dicht unter der Oberfläche (maximal mit 5 cm Erde bedecken), da sie sonst nicht oder nur sehr mäßig blühen. Außerdem begünstigt tieferes Pflanzen die Stengelfäule, für die sie leider sehr empfindlich sind.
    In Folge fällt die Pflege von Pfingstrosen sehr mäßig aus. Man darf nur vorsichtig und ganz oberflächlich die Erde lockern oder sogar abtragen, um sie durch guten Gartenkompost zu ersetzen. Das Anhäufeln zum Schutz der jungenTriebe im Frühjahr vor späten Frösten, sollte man auch lieber weglassen und statt dessen eine Pflanzhaube verwenden. Diese gibt es aus Kunststoff oder Glas und können sogar optisch als Dekoration im Garten wirken. Am richtigen Standort können Pfingstrosen leicht 100 Jahre alt werden.
    Stockrose

    Taglilien
    (Hemerocallis Arten und -Hybriden)

    Taglilien wollen auch noch standhaft bleiben. Wenn man für sie den richtigen Platz finden will im Garten, so muß man im Auge behalten, dass sie sich mit den Jahren noch gut ausbreiten werden und Platz benötigen (leicht 1 m²). Möchte man sie doch teilen, so kann dies bedeuten, dass sie 1-2 Jahre Zeit brauchen, um wieder in alter Blütenpracht zu erscheinen.
    Platz sollte man ebenso bei Stockrosen (Alcea ficifolia und A. rosea) und Lilien (Lilium Arten und _Hybriden) einplanen. Am richtigen Standort mit ausreichend Platz können Stockrosen tatsächlich mehrere Jahre ausharren.

    Tomate

    Tomate
    (Solanum lycopersicum)

    Tomaten gehören bei uns nicht zu den mehrjährigen Pflanzen, da sie überhaupt keinen Frost vertragen. Trotzdem wollen Tomaten jedes Jahr den gleichen Platz an der Sonne haben. Sonnig,nährstoffreich, wind- und regengeschützt, so liebt sie es. Tatsächlich liebt sie sich selbst sogar im Kompost und gehört damit zu den standhaften Charakterpflanzen wie auch zu den liebenden. Dies betrifft ganz genauso die Kartoffeln (Solanum tuberosum)

  2. Die Liebenden

    Wermuth (Artemisia absinthium)

    Wermuth ist eine Pflanze der ganz großen Gefühle. Sie liebt und sie hasst in gleicher Intensität und gehört damit auch in die Gruppe der Hassenden. In seiner Nähe hält es keine andere Pflanze aus außer die Johannisbeere, die in seiner direkten Nachbarschaft sogar deutlich ertragreicher wird. Wermuth schützt die Johannisbeere vor dem Säulenrost. Dies liegt wohl an den vielen Substanzen, die er bildet und zu denen unter anderem starke Bitter- und Gerbstoffe, Harze und Vitamin B und C gehören.
    Im Gegenzug sorgen genau diese Substanzen aber auch dafür, dass sogar Giersch und Quecke das Weite suchen.
    Nicht umsonst ist ja auch das Produkt, das aus Wermuth bekanntermaßen gewonnen wird sehr unberechenbar: der Absinth!

  3. Die Hassenden

    Liebstöckel (Levisticum officinale)

    Liebstöckel ist sehr durchsetzungsstark und setzt sich deutlich gegen seine Nachbarn durch. Er gehört zu den Gewürz- und Heilpflanzen und enthält als solche jede Menge Gerb- und Bitterstoffe sowie in seinem speziellen Fall das Gift Cumin. Dieses ist bekannt als Mäusegift und kann in sehr hohen Dosen sogar für den Menschen gefährlich werden. Mit Hilfe seiner Inhaltsstoffe hemmt er das Wachstum seiner Nachbarn und breitet sich statt dessen selber kräftig aus.
    Ähnlich verhält es sich auch mit Wermuth (Artemisia absinthium) und Beifuß (Artemisia vulgaris).

    Rittersporn

    Rittersporn
    (Delphinium in Arten, Sorten und -Hybriden)

    Rittersporn hasst seine Verwandten und manchmal sogar sich selbst. Er ist ein wahrer Narzist und duldet seinesgleichen nicht in einem Umkreis von ca. 1 m. Nur sehr selten gelingt es, ein weiteres Exemplar in die direkte Nähe eines schon vorhandenen zu setzen und zum Gedeihen zu bekommen. Möchte man ihn bei „guter Laune“ halten, so sollte man ihn mit anderen hochwachsenden Stauden umgeben bevor man ihm einen Verwandten als Nachbarn gibt. In Frage für solche Barrierepflanzungen kommen beispielsweise die Sonnenbraut (Helenium-Hybriden), die hohen Sonnenhut-Arten (Rudbeckia maxima und R.nitida), Staudensonnenblumen (Helianthus-Arten) und hohe Raublattastern (Aster novae-angliae).
    Ähnlich wie beim Rittersporn verhält es sich auch bei der Flammenblume (Phlox Paniculata-Hybriden). Mehr als drei Verwandte an einem Platz hält auch er nicht aus. Dieses liegt in diesem Fall allerdings weniger an der Selbstunverträglichkeit, sondern am steigenden Risiko des Schädlingsbefalls, das signifikant steigt, je größer eine Phlox-Anpflanzung wird. Sowohl Echter Mehltau als auch Stengelälchen machen sich dann gerne breit und lassen ihn verkümmern.


    Rose

    Rosen (Rosaceae)

    Auch die Familie der Rosen ist sehr narzistisch veranlagt, aber wen wundert das schon bei der Königin der Blumen?! Dies äußert sich in diesem Fall darin, dass die Rose die erste ihrer Art an einem Standort sein will. Möchte man einen alten Rosenstock durch einen jungen ersetzen, so kommt man nicht umhin, die Erde weiträumig und bis zu einer Tiefe von ca. 1 m auszutauschen.
    Dies gilt ebenfalls für den Rittersporn (Delphinium in Arten und Sorten). Wie zuvor schon erwähnt ist er ja seinem Namen alle Ehre verleihend ein wahrer Heißsporn und verträgt in seltenen Fällen noch nicht einmal kleine Bestandteile seiner selbst am gleichen Ort. Dies sollte man unbedingt bei Teilung der Staude beachten und gegebenenfalls lieber gleich ganz neue Plätze für die Pflanzen finden.
    Staudenmargarite (Leucanthemum in Arten und Sorten), Petersilie (Petrosilium), Gartenkresse (Lepidium sativum), Meerrettich (Armoracia rusticana ), Erbsen (Pisum sativum), Erdbeeren (Fragaria in Arten und Sorten) und Tulpen (Tulipa in Arten und Sorten) mögen ebenfalls nicht an den Standort eines Vorgängers gepflanzt werden und müssen auch noch zusätzlich in den meisten Fällen jährlich im Garten umziehen, weil sie sich selbst dann nicht mehr ertragen. Je nach Pflanzenart kann es zwischen drei bis zehn Jahre dauern bis die Beete wieder mit ihresgleichen bestückt werden können.


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Berta Rausch am 15. März 2010 in Allgemein, Fauna & Flora, Gartenarbeit, Jahreszeiten

Tomaten pflanzen!

Ist jetzt schon der richtige Zeitpunkt, um ans Anpflanzen von Tomaten zu denken? Klaro! Und man sollte sich auch Gedanken über die richtigen Sorten machen, dann kann man jetzt schon mit der Planung und Arbeit beginnen. Die richtigen Tomatensamen sollte man schon jetzt bestellen, um mit ihnen frühzeitig ins Gartenjahr zu starten.

Beim Anbau im Freien, sprich außerhalb des Gewächshauses, ist ein wichtiger Faktor für die richtige Tomatensorte ihre Resistenz gegen die Kraut- und Braunfäule. Dies ist eine Pilzerkrankung, die einem schon mal das ganze Tomatenfeld abspenstig machen kann. Dass man da nicht mit der chemischen Keule ran will ist selbstverständlich. Schließlich könnte man sich da gleich die importierten Tomaten im Discounter kaufen.

Somit empfiehlt es sich, robuste Tomatensorten zu kaufen und zu säen.

tomaten

Wildtomaten sind eine sehr gute Wahl, sie sind nicht überzüchtet und so grundsätzlich besser an naturnahes Leben gewohnt. Vielen Menschen, die Supermarkttomaten gewöhnt sind, sind diese Tomaten allerdings zu klein, der Geschmack überzeugt dann aber letztlich fast jeden, mit den Wasserbomben aus dem Billigregal sind sie nicht zu vergleichen. Diese Tomaten wachsen eher bodennah, müssen auch nicht am Spalier hochgezogen werden, etwas auseinanderbinden sollte man sie aber schon.

Grundsätzlich sind Cocktailtomaten, sprich kleinfrüchtige Tomaten, die widerstandsfähigeren Sorten, große Tomaten sind eher anfällig für Pilzerkrankungen. Ein anderer Faktor für Tomatensorten, die gegen die Kraut- und Braunfäule ankommen, ist frühes Reifen. Sorten, die früher ihre Reife erlangen, entkommen der „Hochzeit“ der Pilzsporen durch frühe Ernte. Das Problem ist dann halt, dass man im Sommer auf dem Trockenen sitzt. Noch ein Tipp: Tomaten möglichst weit von Kartoffeln entfernt pflanzen, denn diese sind anfällig für den gleichen Pilz und so steckt man sich unter Umständen die ganze heimische Brut an.

Und für ganz ambitionierte Gärtner gibt es noch das Tomatengewächshaus, was in den meisten Fällen aber durch einen einfachen Folienschlauch ersetzt werden kann.

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Gotthilf Rausch am 15. Januar 2010 in Jahreszeiten, Nutzpflanzen, Pflanzenzucht