Winterschutz für Garten-, Kübel- und Balkonpflanzen

Bei der derzeitigen Wetterlage sind es nur die nächtlichen schon sehr niedrigen Temperaturen, die einen auf die Idee bringen könnten, dass der Winter naht.
Obwohl der Garten sich gerade jetzt noch einmal ganz besonders prächtig präsentiert mit besonders leuchtenden und duftenden Blüten und Beeren sowie den ersten bunten Blättern, sollte man schon einmal planen, was für Materialien zum Schutz der Pflanzen im Winter benötigt werden, denn schhneller als man denkt, ist der erste nächtliche Bodenfrost da und der kann bei manchen Pflanzen schon sofort zu schweren Schäden führen.

Pflanzenüberwinterung Pflanzenüberwinterung Pflanzenüberwinterung

Ein Winterschutz kommt vor allem für alle Pflanzen in Frage, die ursprünglich in Südeuropa, Südamerika oder in seltenen Fällen auch in Afrika beheimatet sind. Es handelt sich dabei meistens um tropische, subtropische und mediterrane Pflanzen, die keine Vegetationsruhe im Winter einlegen und natürlich auch keinen Frost vertragen.
Zusätzlich muss man einen Winterschutz auch bei einigen Pflanzen im Jungstadium in Erwägung ziehen.
Mögliche Schäden durch den Frost betreffen vor allem den Wurzelbereich und die Triebspitzen, weswegen diese beiden Bereiche besonders geschützt werden sollten. Da es aber auch noch andere mögliche Schadensursachen gibt, möchte ich etwas detaillierter im Folgenden darauf eingehen.

Welche Schäden können im Winter an Pflanzen entstehen?

  1. Erfrierungen
    Diese Art der Schädigung betrifft vor allem die Triebspitzen und den Wurzelbereich von Pflanzen. Man erkennt den Schaden bei immergrünen Pflanzen am verfärben der Blätter zunächst ins gelbliche oder rötliche. Bei starker Schädigung verwelken die Blätter und werden braun. Die Pflanze wirft Blätter oder Nadeln dann gänzlich ab.
    Erfrierungen der Triebspitzen erkennt man daran, dass die Zweigenden sich braun-schwarz verfärben und absterben. Leider können Spätfröste immer wieder auch für die ersten Knospen und Blüten gefährlich werden. Sind diese Frostgeschädigt, so erkennt man dies ebenfalls am Verbräunen und möglicherweise abwerfen der Blüten.
    Erfrierungen an Wurzeln, Wurzelstöcken, Zwiebeln oder Knollen führen leider in den meisten Fällen zum Absterben der Pflanze und lassen sich im Vorwege kaum erkennen. Normalerweise entstehen solche Schäden bei frostharten Pflanzen erst bei einer Bodentemperatur von mindestens -10°C mit Ausnahme von Jungpflanzen, die durchaus auch schon bei weniger kalten Temperaturen Schaden nehmen können.
    In allen Fällen von Erfrierungen hilft nur das präventive Abdecken mit isolierenden und gleichzeitig luft- und wasserdurchlässigen Materialien.
  2. Frosttrocknis
    Das Phänomen der Frosttrocknis betrifft immergrüne Pflanzen wie Buchsbaum, Eibe, Fichte, Thuja, Kirschloorbeer, Rhododendron, etc. Kommt die Sonne im Winter heraus, so reichen die dann entstehenden Tagestemperaturen oftmals schon aus, das die Blätter oder Nadeln beginnen, mit Verdunstung darauf zu reagieren. Der trotzdem gefrorene Boden verhindert jedoch den Wassernachschub, so dass die Pflanzen vertrocknen müssen.
    Gegnmaßnahmen sind das regelmäßige Gießen dieser Pflanzen an frostfreien Wintertagen sowie das Abdecken der Pflanzen mit Leinentüchern oder Frühbeet-Vliesen an sonnigen Tagen.
  3. Rindenschäden
    Im Spätwinter, wenn die Sonne schon wieder einige Kraft hat, kann der schnelle und häufige Wechsel von sonnigen warmen Tagen und kalten, frostigen Nächten starke Schäden an Rinde und Holz von Bäumen verursachen. In der Sonne dehnt sich die Rinde und der Zellsaft wird flüssiger, nachts geschieht das Gegenteil. Dadurch entstehen zum einen hohe Spannungen im Stamm und zum anderen steigt die Gefahr der Erfrierungen. Schlimmstenfalls kommt es zum Abplatzen ganzer Holzplatten und zur Entstehung tiefer Risse. Deswegen sieht man vor allem an neu gepflanzten jungen Bäumen häufig einen Anstrich des Stamms mit weißer Kalk- oder Kalk-Lehm-Farbe. Diese reflektiert die Sonnen strahlen und verhindert auf diese Art und Weise das übermäßige erhitzen der Rinde. Ähnlich wirkt das Einwickeln des Stamms mit Schilfmatten, Pappe oder Jutegewebe.
  4. Vernässung und Staunässe
    Gerade Steingartenpflanzen und andere trockenheitsliebende Pflanzen leiden sehr häufig unter Dauernässe entstehend durch Dauerregen oder anhaltender Bodenfeuchtigkeit. Ist der Boden gefroren, so kann darauftreffendes Wasser nicht abfließen. Die Wurzeln der zuvor genannten Pflanzengruppen beginnen dann zu faulen oder die Pflanze leidet massiv an dem Sauerstoffmangel im Boden und erstickt schlicht und einfach. Wenn es sehr lange zu solchen Wetterlagen im Winter kommt, so kann man die gefährdeten Pflanzen kurzfristig mit Folie abdecken. Achtung: Unbedingt regelmäßig lüften und bei Sonne entfernen, um Hitzestau und Sauerstoffmangel zu verhindern.

Winterschutz im Wurzelbereich

Einen wirksamen Winterschutz im Wurzelbereich erreicht man durch das Abdecken des Bodens in diesem Bereich mit entsprechendem Isolationsmaterial. Das richtige Material bietet natürlich die Natur selbst, denn Laub und Nadelholzreisig erfüllen alle Anforderungen und sorgen ja auch in der freien Landschaft für den entsprechenden Winterschutz durch liegenbleibendes Herbstlaub beziehungsweise herabfallende Nadeln. Sämtliche Abdeckungen sollten unbedingt luftdurchlässig sein. Andernfalls kann es darunter zu Sauerstoffmangel, Fäulnis oder auch Krankheitsbefall kommen. Desweiteren sollte das Material auch wasserdurchlässig sein, denn Kondenswasser fördert sowohl die Gefahr von Schimmelbildung und Fäulnis als auch von Erfrierungen.
Laub ist ein ausgezeichnetes Isolationsmaterial, wenn es tatsächlich trocken und frei von Schädlingen ist. Man kann es je nach Pflanzenart 10 bis 15 cm hoch aufschütten. Stauden, die sich komplett in den Boden zurückziehen können auch deutlich höher Abgedeckt werden. Es gilt dabei jedoch die Regel, je höher und dichter der Wurzelbereich abgedeckt wurde desto eher muss er im Frühjahr auch wieder gelockert werden. Ein guter Nebeneffekt beim Laub ist das Auffüllen der Nährstoffvorräte im Boden während es mit der Zeit verrottet.
Nadelholzreisig und zwar speziell Fichtenreisig ist besonders gut geeignet als Kälteisolation. Die dicht stehenden Nadeln sind zwar luftdurchlässig, halten aber dennoch die Kälte fern und dadurch, dass die Nadeln im Spätwinter anfangen langsam abzufallen, kommen im Frühjahr dann gleich ausreichend Licht und Luft an den Boden.
Desweiteren eignen sich Rindenmulch und Kompost als Abdeckungsmaterial. Beides kann jedoch wuchshemmend wirken auf junge Pflanzen und sollte deswegen nur bei erwachsenen Pflanzen verwendet werden. Als Kälteschutz eignen sich diese Materialien dennoch hervorragend.

Winterschutz für oberirdische Pflanzenteile

Die oberirdischen Pflanzenteile sollten zum einen vor der Kälte und damit dem Erfrieren geschützt werden, aber auch vor der intensiven Wintersonne. Manche Materialien erfüllen sogar beide Anforderungen.
Am bekanntesten ist das Einwickeln der ganzen Pflanze mit Tüchern, Jutegewebe oder speziellen Winterschutzvliesen. Folien sind nicht geeignet wegen der Luft- und Wasserundurchlässigkeit ausser man verwendet gelochte oder geschlitzte Folie. Diese hat jedoch einen geringeren Isolationsschutz und ist somit auch nur bedingt geeignet. Eine weitere Möglichkeit ist wiederum die Verwendung von Fichtenreisig. Die geschnittenen Fichtenzweige können entweder um kleinere Sträucher, Rosen oder Stauden herum in den Boden gesteckt werden und/oder zwischen die Triebe gebunden werden. Der Vorteil: Es sieht auch noch schön und weihnachtlich aus.
Größere Pflanzen können ebenfalls mit Sackleinen, Jute oder auch Bast- und Schilfmatten umwickelt werden. Im Zweifelsfall ist es eventuell leichter, mit Hilfer langer Stangen oder Latten eine Art Gerüst oder Zeltkonstruktion um die Pflanze zu bauen und diese mit Stoffbahnen zu umwickeln.
Empfindliche Jungpflanzen lassen sich sehr gut schützen, indem man einen Hasendraht um sie herum aufstellt und diesen mit trockenem und sauberen Herbstlaub auffüllt, so dass die Jungpflanze komplett darin verschwindet.
Große Gräserhorste wie die von Pampasgras und säulenförmige Gehölze sollten oben locker zusammengebunden werden. Dadurch wird der Neuaustrieb in der Mitte der Gräserhorste gegen Kälte und Vernässung geschützt. Bei säulenförmigen Gehölzen hilft diese Maßnahme gegen das Herunterdrücken der Zweige bei starken Schneefällen. Deswegen sollte man Hecken und freistehende Sträucher auch immer wieder kontrollieren bei starken Schneefällen, denn Schnee kann schnell viel Gewicht entwickeln und dadurch Äste und Zweige brechen lassen. Eventuell ist es ratsam, die Pflanzen durch abschütteln oder mit dem Besen abkehren, von der Schneelast zu befreien.
Ein besonderes Augenmerk muß auf die Veredelungsstellen von Pflanzen gelegt werden. Diese sind empfindlich und benötigen besonders sorgfältigen Schutz. Rosen und Clematis sowie einige andere Pflanzen werden um ihren Fuß herum etwa 10 bis 15 cm hoch angehäufelt mit isolierenden Materialien wie zuvor beschrieben.
Ist der Winterschutz einmal angebracht, sollte man ihn regelmäßig kontrollieren. Es wäre zu Schade, wenn durch den Wind etwas unbemerkt kaput gemacht wird und die entsprechende Pflanze dann doch Schaden nimmt. Schneefreier Frost ist für die Pflanzen sehr viel kälter als wenn sie durch eine dichte Schneedecke geschützt werden, die tatsächlich auch isolierend wirken kann. In solchen Nächten muss der Winterschutz bei sehr empfindlichen Pflanzen sogar erhöht werden.
Erhöhte Kontrolle sollte auch im späten Winter durchgeführt werden, denn der Winterschutz muss spätestens dann gelockert und entfernt werden, wenn sich erste Neuaustriebe zeigen. Reine Schattierungsmaßnahmen können noch bis ins Frühjahr an Ort und Stelle verbleiben.

Interessante Webseiten zum Thema: „Pflanzen überwintern“

Sehr umfangreich, mit einem Spektrum von praktischen Anleitungen wie besondere Pflanzenarten am besten Überwintert werden bis hin zu Anleitungen wie am besten Obst und Gemüse eingelagert werden sollte, um es möglichst lange haltbar und lagerungsfähig zu erhalten. Diese Informationen sind in ansprechender Art und Weise dargestellt auf der Webseite: Pflanzen überwintern.de

Es geht auch ohne Gift
– Biologischer Pflanzenschutz mit Hilfe von Kräuterauszügen

Wir leben in einem spannenden Jahrhundert. Unter anderem hält das Wetter jedes Jahr etwas Neues und Unerwartetes für uns bereit.
Das Jahr 2010 zeichnet sich da bisher besonders aus durch einen sehr langen Winter, gefolgt von einem äußerst kalten und regenreichen Mai, der uns nun schon im Frühling einen neuen Ansturm von Armeen von Blattläusen und Pilzen auf unsere Gärten und Felder beschert.
Zum Glück kann man sich erstaunlicherweise doch immer noch auf die Natur verlassen, denn Beobachtungen in meinem Garten erwecken in mir den Eindruck, als ob eine abgeschwächte Form der Marienkäferplage aus Norddeutschland vom letzten Jahr nun auch Süddeutschland erreicht hat und das ist aus gärtnerischer Sicht auch gut so.
Tatsächlich sind die Marienkäfer gleichzeitig mit den Blattläusen erschienen und dürfen sich nun wie im Schlaraffenland fühlen, da sie Blattläuse als besonderen Leckerbissen auf ihrer Speisekarte stehen haben.

marienkäferPflanzenbilder von www.kultur-pflanze.de blattläuse marienkäferlarve
Marienkäfer (Coccinellidae) bei der Paarung Röhrenblattläuse (Aphididae) auf dem Neuaustrieb einer Wildrose Maikäferlarve beim Fressen von Blattläusen

Damit wären wir auch schon mitten im biologischen Pflanzenschutz gelandet, denn dieser besteht aus verschiedenen Möglichkeiten der Angriffsstrategien:

  1. Der Einsatz von sogenannten Nützlingen, die auf ihrem Speiseplan genau die Tiere stehen haben, die wir als Schädlinge bezeichnen (siehe Marienkäfer und Blattläuse)
  2. Kräuterauszüge aus Wildkräutern können sehr leicht hergestellt und als biologisches Spritzmittel verwendet werden zur direkten Schädlingsbekämpfung ohne andere Pflanzen und Tiere zu schädigen beziehungsweise ohne Nachwirkungen auf den Menschen.
  3. Mechanischer Pflanzenschutz beinhaltet das klassische Absammeln oder Abspritzen der Schädlinge von dn Pflanzen, das Entfernen befallenen Pflanzenteile sowie das Aufstellen von Fallen oder Schutzmaßnahmen wie Insekten- und Vogelschutznetzen oder Schneckenzäunen.
  4. Vorbeugender Pflanzenschutz mit Hilfe von natürlichen Pflanzenstärkungsmitteln und korrektem Pflanzengebrauch. Eine gesund Pflanze, die den richtigen Standort und die richtigen Lebensbedingungen hat, wird weniger häufig von Pflanzenschädlingen heimgesucht und kann eine Attacke gegebenenfalls leichter wegstecken.

Brennesseljauche, Ackerschachtelhalmbrühe, Knoblauchtee & Co

Ich möchte mich an dieser Stelle den bewährten Hausmitteln zuwenden, die schon seit Urzeiten für die Schädlingsbekämpfung in Gärten eingesetzt wurden.
Einige Vorteile der Kräuterauszüge wurden zuvor schon genannt. Ergänzend wäre dem noch hinzuzufügen, dass diese Mittel wiklich sehr leicht herzustellen und dabei auch noch billig sind, denn in den meisten Fällen kann man die Kräuter in der Natur sammeln oder im eigenen Garten im Kräuterbeet finden. Dazu benötigt man in der Regeln nur einen 10 Liter Eimer, Wasser und etwas Arbeit und Geduld.
Folgende Grundrezepte kommen für diesen Zweck in Frage:

  • Jauche
    Eine Kräuterjauche ist ein vergorener Kräutersud aus kleingeschnittenen Pflanzenbestandteilen und Regenwasser. Am bekanntesten ist hier sicherlich die Brennesseljauche. Die Rezepturen, die man so findet variieren in den Angaben leider sehr stark und können vermutlich auch nicht so konkret genannt werden, da die einzelne Pflanze je nach Wachstumsphase unterschiedlich hohe Konzentrationen von dem benötigten Wirkstoff aufweist. Die Angaben handeln sich also um ungefähre Richtwerte. Experimentierfreude ist gefragt!
    Rezept für Brennesseljauche

    1. Sie benötigen ein Fass aus Holz oder Kunststoff, das nicht zu klein dimensioniert sein sollte. Unbedingt Metallgefäße vermeiden, da das Metall während des Gärungsprozesses mit der Jauche reagieren und ungewollte chemische Reaktionen auslösen kann. Platzieren Sie das Fass an einem möglichst sonnigen Ort. Je wärmer der Platz desto schneller ist der Gärprozess beendet.
    2. Sammeln Sie die oberirdischen Bestandteile von nicht blühenden Brennesseln und zerkleinern Sie sie grob. Man benötigt ungefähr 1 kg Frischmaterial auf 10 Liter Wasser.
    3. Die zerkleinerten Brennesseln werden in das Fass gegeben und mit Regnwasser aufgegossen, so dass möglichst ein Abstand zum Rand von einer Handbreit entsteht. Während des Gärprozesses kommt es zu Schaum- und Bläschenbildung, so dass die Flüssigkeit überlaufen könnte.
    4. Das Fass bleibt unverschlossen an einem sonnigen Ort stehen. Man kann es eventuell mit einem Drahtgitter bedecken, um zu verhindern, dass Blätter oder Insekten hineinfliegen. Für die Gärung ist Sauerstoff dringend notwendig. Deswegen sollte zusätzlich die Jauche einmal täglich umgerührt werden.
    5. Da während der Gärung immer unangenehme Gerüche entstehen, sollte man von vornherein einen Standort wählen, der einsam genug liegt, damit sich niemand belästigt fühlt. Zusätzlich kann man zur Geruchsbindung etwas Steinmehl oder Baldrinblütenextrakt auf die Oberfläche geben.
    6. Nach 1 1/2 bis 3 Wochen ist die Brennesseljauche fertig. Sie hat dann eine braune Farbe und die Brennesselbestandteile sind auf den Boden des Fasses gesunken. Außerdem findet keine Bläschenbildung mehr statt. Sie können nun das Fass mit einem Deckel verschließen. Die Jauche ist für die gesamte Gartensaison haltbar.
    7. Man sollte die Jauche vor dem Ausbringen sowohl sorgfältig durchsieben als auch unbedingt mit Wasser im Verhältnis von 1:10 verdünnen. Sie wird direkt in den Wurzelbereich gegeben. Als Spritzmittel muß die Jauche im Verhältnis 1:50 verdünnt werden und wirkt dann direkt auf Triebspitzen und Blättern gegen Blattläuse und Spinnmilben.

    Brennesseljauche dient nicht nur als Pflanzenschutzmittel, sondern eignet sich gleichzeitig hervorragend als stickstoff- und kalihaltigen Dünger, der vor allem für starkzehrende Pflanzen wie Tomaten und Kohl eingesetzt werden kann.
    Natürlich können auch andere Kräuter wie Beinwell oder Rainfarn zu Jauchen verarbeitet werden ebenso wie Knoblauch, Zwiebeln und sogar Komposterde und Tierexkremente. Vorsichtig muß man allerdings immer mit der Verdünnung sein, da zu kräftige Jauchen sowohl die Bildung von geilen Trieben fördern als auch Verbrennungen an den Pflanzen verursachen können.

  • Brühe
    Um eine Kräuterbrühe zu erhalten benötigt man ungefähr 1 kg Pflanzenteile auf 10 Liter Regenwasser. Man legt die Kräuter für 24 Stunden in der entsprechenden Menge Wasser ein und läßt sie ziehen. Nach Ablauf dieser Zeitkocht man den gesamten Sud auf und läßt ihn für eine halbe Stunde leicht sieden. Nach dem Abkühlen kann die Brühe abgesiebt und direkt verwendet werden. Auch die Brühe muß vor der Verwendung mit Regenwasser verdünnt werden.
    Typische Pflanzen aus denen Brühen hergestellt werden, sind:

    • Ackerschachtelhalm (Equisetum arvense) –> Vorbeugend gegen Pilzkrankheiten. Kann auch ohne Probleme mit Brennesseljauche vermischt werden.
    • Wurm- (Dryopteris filix-mas) und Adlerfarn (Pteridium aquilinum) –> Spritzmittel gegen Schild-, Schmier- und Blutläuse.
    • Rainfarn (Tanacetum vulgare) –> Gieß- und Spritzmittel gegen Rost und Mehltau sowie gegen Blattwespen, Brombeer- und Erdbeermilben, Erdbeerblütenstecher und Himbeerkäfer.
    • Wermut (Artemisia absinthium) –>Unverdünnte Spritzungen gegen Blattläuse, Säulenrost an Johannisbeeren, Raupen, Kohlweißlinge und Ameisen.
  • Tee
    Um einen Kräutertee zu erhalten überbrühen Sie die Pflanzenteile (frisch oder getrocknet) mit kochendem Wasser und lassen Sie den Tee 10 bis 15 Minuten ziehen. Er kann dann abgeseiht und nach dem Abkühlen direkt verwendet werden.
    Am häufigsten wird sicherlich ein Zwiebel-Knoblauchtee eingesetzt, der allgemein gegen Ungeziefer und Pilze wirkt. Man verwendet für die Herstellung 75g gehacktes Frischmaterial auf 10 Liter Wasser. Beiden Bestandteilen wird eine antibiotische und und keimhemmende Wirkung nachgesagt.
  • Kaltwasserauszug
    Pflanzenteile werden für maximal 1 bis 2 Tage in kaltes Wasser eingelegt. Man siebt die festen Bestandteile danach ab und kann den Kaltwasserauszug sofort verwenden. Dieser darf auf gar keinen Fall gären.
    Bekannt ist der Tomatenblätter-Auszug, der vor allem als Spritzmittel zur Flugzeit der Kohlweißlinge bei Kohlarten zum Einsatz kommt, um die Falter von den Pflanzen abzuhalten.