Herbstzeit – Laubzeit

Einen besonders schönen und bei Naturfreunden beliebten Anblick geben im Herbst die in den unterschiedlichsten gelb-, braun- und rottönen verfärbten Blätter, die unter den Bäumen sich zu Haufen ansammeln. Schon tauscht Meister Nachbar seinen Rasenmäher gegen den Laubbläser und hat so auch bis weit in den November hinein Gelegenheit seine Zeitgenossen zu nachtschlaffenden Zeiten effizient aus den Betten zu reissen.

Was unser so beliebter Nahwohner bei dieser Gelegenheit so hingebungsvoll durch die Landschaft pustet, erfüllt für den sachkundigen Gärtner und Pflanzenfreund jedoch einen wichtigen Zweck: Herabgefallenes Laub wärmt empfindliche Pflanzen während der kalten Jahreszeit, schafft eine gesunde Nährstoffgrundlage durch Verrottung und bietet zudem vielen Nützlingen Schutz vor Wind und Wetter.


garten laub und herbst

Hier macht Laub Sinn:

  • Unter Büschen und Bäumen schützt altes Laub das Wurzelwerk vor Kälte.
  • Auch auf im Sommer genutzten Blumen- oder Gemüsebeeten hilft dieser Kälteschutz, zudem schafft< der Verrottungsprozeß Humus, der im nächsten Jahr den Pflanzen zugute kommt.
  • An Zufluchtsorten von erwünschten Gartenbewohner – so zum Beispiel am Brennholzstapel unter denen gerne Igel überwintern.

Was man besser bleiben läßt …

  • Generell: kein krankes Laub (z.B von pilzbefallenen Bäumen) verwenden. Dies fördert nur die Übertragung auf andere Pflanzen.
  • Kein Laub auf dem Rasen lassen. Dieser braucht Licht und wird durch einen Mangel gelb, unansehnlich und stirbt ab.
  • Schon mal an einem feuchten Tag und Laubbelag auf dem Radweg gefahren? Die Überlebenden sind sich einig: Kein Laub auf Fahrbahnen oder dem Fußweg…
  • … was aber lange noch kein Grund ist, seiner Umwelt mit einem Laubbläser auf die Nerven zu gehen. Diese Dinger sind exorbitant laut, geradezu wahnwitzig in Hinblick
    auf den Energieverbrauch und einfach nur idiotisch. Ein Besen tut es auch!

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Gotthilf Rausch am 06. Oktober 2016 in Gartenarbeit

Laubblaskapelle auf der Herbstbühne

Seit einigen Jahren rücken nicht nur die städtischen Bauhöfe im Herbst mit Laubgebläsen an, sondern auch immer mehr Privatpersonen pusten in ihrem Garten die abgefallenen Blätter per Druckluft auf einen Haufen oder einfach nur wild in der Gegend herum. Dass viele dieser Geräte mindestens so viel Lärm machen wie die Mopeds auf dem Weg in die Disko (inzwischen gelten strengere Auflagen, aber durchdringend bleibt das Geräusch dennoch), sorgt dabei nicht selten für Unmut in der Nachbarschaft. Wenn dann noch der Eindruck entsteht, dass das Laub einfach nur in Aufruhr versetzt oder auf das Nachbargrundstück geblasen wird, ist es mit dem Frieden natürlich ganz vorbei.

Wenn man’s denn kann, stellen die Geräte eine Arbeitserleichterung dar oder sind, ähnlich wie ein fahrbarer Rasenmäher, zumindest cooler als die manuelle Alternative und das richtige Geschenk für einen Midlife-gebeutelten Mann. Jedenfalls scheint der Laubbläser cooler als der blöde alte Rechen – eine Runde Ghostbusters im Garten hebt die Herbstlaune.

Für die Kommunen sind die Geräte insofern attraktiv, als sie viel billiger sind als die Strassenreinigung per Hand machen zu lassen. Die klammen Stadtkämmerer freut’s.

Wenn schon, dann aber bitte elektrisch – Dieselbetriebene Laubgebläse (und wenn wir schon dabei sind auch benzinbetriebene Rasenmäher) sind angesichts der heute zur Verfügung stehenden batteriebetriebenen Alternativen ein Vergehen an der Natur. Sonst bläst man von moderner Katalysatorentechnik weitgehend unbeeindruckt CO² herum, dass es ein wahrer Horror ist. Dass der Benutzer des Geräts stundenlang in den Abgasen watet, wird auch seiner Gesundheit nicht bekommen.  Akkugeräte mit Elektroantrieb sind also das mindeste für ein sauberes Gewissen – Rücksicht bei der Zeitplanung sowieso.

Ein Aspekt sollte noch angeschnitten werden: Wenn man’s mit dem Laubblasen (oder Laubsaugen) übertreibt, zerstört man auch noch die Lebensgrundlage bzw. den Unterschlupf vieler für die Bodenökologie wichtiger Käfer und Insekten (oder bläst ihnen gleich direkt das Licht aus). Außerdem gibt das Herbstlaub als natürlicher Dünger ja eigentlich dem Boden das zurück, was ihm der Baum über das Jahr entzogen hat.

Freilich: Auf der Strasse und dem Bürgersteig ist feuchtes Laub eine Rutsch- und Stolperfalle und sollte bei Bedarf beseitigt werden, die Hartnäckigkeit aber, mit der jedes Fitzelchen Rasen von der anscheinend für manche Augen irritierenden Anwesenheit von Blättern (als Salonpsychoanalytiker fragt man sich: Liegt es am Wunsch, den Gedanken an den Tod zu verdrängen?) gesäubert werden muss, will mir nicht in den Kopf. Eine zu dicke Laubdecke kann Rasen zwar ersticken, aber um das zu verhindern, reicht grobes Zusammenrechen oder die Zerkleinerung der Blätter im Verlauf des normalen Rasenmähens vollkommen aus. Nur der Ehrgeiz, bis zum letzten kleinen Blättchen alle zu entfernen, treibt eine unnötige Energieverschwendung an. Eine in Comicstrips und Sketchshows beliebte Situation ist ja gerade dieses eine hartnäckige Blatt, das dem Antihelden beim Laubzusammenrechen den letzten Nerv tötet weil er es nicht kleinkriegt. An sich schon eine Art Humor (gern mit Konservenlachern) zum Schaudern, aber noch gruseliger, wenn einem dergleichen in der realen Welt begegnet.

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Gotthilf Rausch am 17. September 2009 in Gartenarbeit, Jahreszeiten