Gartentrends 2012 – back to the roots !


Der Trend der letzten Jahr setzt sich fort und wird zu einer Art Volksbewegung und neuer Geisteshaltung. Das Stichwort ist Urban Gardening.

Worum geht es beim Urban Gardening?

Keimzelle dieser Bewegung sind die grossen Moloche dieser Welt. Größstädte, die laut und stinkend sind und dem Menschen eigentlich kaum Platz zum Atmen und Menschsein bieten. Genau an diesen künstlichen Orten, bricht sich das uralte Bedürfnis des Menschen seine Bahn, ein natürliches Wesen zu sein, das die Zeit spüren möchte mit dem wechsel der Jahreszeiten und dem schwinden und wiederkommen des Lichts, das die Erde spüren muss, um gesund und aufrecht durchs Leben zu gehen und das eingebettet sein will in den Kreislauf des Lebens, dem Wachsen und Vergehen.
Aus diesem Grund sprießen an den unwirtlichsten und häßlichsten Orten wie vermülltem Brachland plötzlich Gemeinschaftsgärten aus dem Boden wie die Pilze bei feuchtwarmen Wetter. Aus allem, was man bekommen kann entstehen grüne Oasen inmitten der Stadt. Aus alten Paletten und Plastikkisten entstehen kreative Hochbeete, Kräuter, Obst und Gemüse finden ein neues Zuhause in ausgediehnten Kunststoffsäcken, alten Pet-Verpackungen und das ganze sieht auch noch gut aus.

Prinzessinnengarten Prinzessinnengarten
Prinzessinnengarten Prinzessinnengarten
Prinzessinnengarten Keimzelle
Keimzelle Keimzelle

Die Großstädter – ob klein oder groß, jung oder alt- machen es vor. Sie sind mittlerweile Fachleute für eine gesunde Vielfalt unter den Gemüsesorten, wissen wie richtig kompostiert wird und welche Pflanze gerne welchen Nachbarn haben möchte, damit sie sich auch wohlfühlen kann.
Kurz gesagt: Aus dem „Urban Gardening“ entsteht nun endlich ein Trend für die Gartenkultur im allgemeinen. Auch bei den Menschen, die sich über einen eigenen Garten, Balkon oder Terrasse erfreuen können, findet ein deutliches Umdenken statt. Vorbei sind die Tage der reinen Ziergärten, die zwar wunderschön aussehen, leider aber keinen Nutzwert mehr hatten.
Wer jetzt ‚in‘ sein will, der bepflanzt seine Balkonkästen mit Kräutern, Salat und Erdbeeren. Im Garten wird an den sonnigsten Plätzen wieder Platz geschaffen für den Anbau von Obst und Gemüse. Soll es trotzdem noch schön aussehen, so können diese Beete nach alter Bauerngartentradition mit kleinen Buchsbaum- oder Kräuterhecken eingefasst werden. Diese verbessern das Kleinklima für das Beet indem sie vor Wind und Wetter schützen und haben einen hohen Zierwert.
Auch Einfassungen aus geflochtenen Weiden wirken sehr ansprechend und können in Verbindung mit dem Anlegen eines Mistbeets besonders frühe und üppige Erträge fördern.
Eine weitere sehr praktische Möglichkeit des Gemüseanbaus sind Hochbeete.Werden sie aus einem schönen Holz oder gar aus Natursteinen gebaut, so sehen sie sehr gut aus und ermöglichen den rückenschonenden Anbau von Gemüse. Ganz schnell kann man Hochbeete zum Kleingewächshaus, Frühbeet oder zum Tomatenhaus umbauen.


externer Link: –> Wunderschöne und sehr funktionelle Hochbeete in Handarbeit liebevoll gefertigt gibt es bei Gartenfrosch. Möchte man nicht selber bauen, so sind diese Hochbeete absolut empfehlenswert.


Immer häufiger sieht man jedoch jetzt auch den kleinen Gemüseanbau am Fensterbrett und ich muss sagen, ich bin sehr erstaunt, was sich dort tatsächlich bei richtiger Pflege ernten lässt.

Tomaten-Fenster Gemüsefenster Erdbeeren im Pflanzbeutel
Lassen Sie sich vom neuen Gartentrend ispirieren und machen Sie mit. Nichts schmeckt besser wie selbst geerntete Tomaten oder Erdbeeren und beides lässt sich auf kleinstem Raum anbauen.
Sollten Sie noch ein paar Anregungen für den richtigen Ort benötigen, so sollten Sie einen kurzen Blick auf die folgende Webseite werfen:
–> www.stadt-gemuese.de

Rückbesinnung auf ein altes Bedürfnis des Menschen – das Leben mit der Natur

Täusche ich mich, oder mehren sich in den letzten Monaten die Beiträge in den Medien, die indirekt und manchmal auch ganz deutlich davon sprechen, dass bei all dem Fortschritt und der Technisierung unserer Welt, die Sehnsucht des Menschen nach der Natur wächst? Wachsen ist möglicherweise das verkehrte Wort, denn es entsteht vielmehr der Eindruck als ob diese Sehnsucht ein starkes Grundbedürfnis wäre, das sich nun endlich wieder Raum schafft in unserer westlichen Welt.

Auffällig sind die Berichte in Fernsehen, Zeitungen und Internet über vehemente Proteste in der Bevölkerung gegen die Zerstörung des letzten Grüns in Großstädten, über Menschen, die in der Großstadt sehr erfinderisch werden, um eigenes Gemüse anbauen zu können und über Aktivisten, die durch die Städte laufen und auf jedem freien Fleckchen Samen von Pflanzen verstreuen in der Hoffnung, die Stadt wieder lebenswerter und „natürlicher“ zu machen. Alles Projekte, die sich unter dem Begriff Guerilla-Gardening zusammenfassen lassen.

SonnenblumenAlle diese Berichte zeigen in meinen Augen eines ganz genau: Der Mensch braucht die Natur in seiner direkten Nähe, um gesund leben zu können und diese Tatsache muss kein Widerspruch sein zum Leben in einer modernen Großstadt. Der Platz ist zwar äußerst begrenzt, aber die Not macht erfinderisch. Häßliche Verkehrsinseln, vernachlässigte Parkanlagen und vollgekackte Baumscheiben werden zu Sonnenblumenfeldern und Gemüsebeeten. Man nutzt brachliegende Grundstücke und gestaltet daraus Stadtteilgärten, in denen die benachbart wohnenden Menschen ihr eigenes Gemüse und Küchenkräuter anbauen können. Ein netter Nebeneffekt: Man lernt seine Nachbarn kennen und es verschönert unansehnliche Orte ungemein.
So betrachtet sieht diese sogenannte „Rückbesinnung zur Natur“ nach einer Mode-Erscheinung aus, die möglicherweise in wenigen Jahren wieder von der Bildfläche verschwunden ist und nur ein nettes Hobby dargestellt hat. Schaut man aber genauer hin, so kann man noch ganz andere Unterströmungen wahrnehmen und diese Zwischentöne spielen eine ganz andere klare Melodie: Arme Menschen werden immer ärmer. Frisches Obst und Gemüse ist auf einmal unerschwinglich, wenn man seinen Job verloren hat und die Aussicht auf einen neuen ind en Sternen steht. Viele der illegalen Gärten in Barcelona entstanden, weil arbeitslose ältere Menschen aus der Not heraus begannen, ihr Gemüse auf fremden Grund anzubauen. Der gute Nebeneffekt des „Beschäftigtseins“ machte die Runde. Körperliche Arbeit draussen und in Gemeinschaft zum Zwecke der Selbstversorgung ist eine gute Therapie, wenn einen die Gesellschaft scheinbar nicht mehr will, weil man durch einen Jüngeren ersetzt wurde oder der Stellenabbau häufig zuerst die älteren Menschen trifft.

externe Links :
—>Guerilla-Gardening kritisch von der Zeit beleuchtet.
—>Urbanacker.net eine Plattform für Menschen, die aktiv gärtnern wollen in Großstädten in Deutschland mit vielen guten Informationen und Adressen zu diesem Thema

Sieht man sich die Links etwas genauer an, so wird man feststellen, dass diese Garten-Bewegung keine Neuerfindung der letzten zwei Jahre ist, sondern schon viel weiter zurückreicht. Erstaunlicherweise ist dieses Thema jetzt dann aber doch auch bei den Gartenbedarfs-Anbietern gelandet, die neuerdings Produkte zu diesem Thema auf den Markt bringen. Die englische Firma Burgon & Ball Ltd., die schon seit 1730 existiert, hat sich mit der ebenso alteingesessenen und renomierten Royal Horticultural Society zusammengetan und ein System entwickelt, mit dem man einen kleinen Gemüsegarten anlegen kann auf nur 10 m² Fläche, der zwei Erwachsene täglich mit frischem Obst und Gemüse versorgen kann. Dieses System besteht aus Pflanzbeuteln, die wie Hochbeete jederzeit und überall auf die Erde gestellt werden können. Man befüllt sie mit entsprechender Erde und kann sofort mit der Aussaat beginnen. Dazu wird ein fertiger Pflanzplan angeboten, mit dessen Hilfe das Projekt tatsächlich auch für ungeübte Gärtner sofort gelingen kann. Eine geniale Idee, über die ich auf folgender Seite gestoßen bin in einem Artikel über dieses Produkt.