Altes Gärtnerwissen wieder entdeckt

Ich schreibe hier nichts Neues, wenn ich auf alte Techniken im Gartenhandwerk verweise. Vor allem für die älteren Generationen dürfte vieles altbekannt sein und gerade deswegen trifft man oft auf Unverständnis, wenn man sich von chemischen Pflanzenschutzmitteln, Unkrautvernichtern oder auch Düngern verabschiedet.
Schließlich wurden all diese Erfindungen einmal getätigt, um die mühsame alltägliche Arbeit zu erleichtern. …und nun soll alles wieder zurückgedreht werden zu althergebrachten Methoden?

MischkulturNicht alles soll zurückgedreht werden. Die neuen technischen Geräte, verbesserte Rezepturen und Herstellungsverfahren haben durchaus etwas für sich und dürfen natürlich genutzt werden, aber gleichzeitig stehen wir heute oftmals vor den Nebenprodukten dieses Fortschritts wie Klimaerwärmung, Lebensmittelskandale, Naturkatastrophen jeglicher Art und Verseuchungen von Böden und Gewässern, die leicht in die Nahrungskette gelangen und für den Menschen äußerst schädlich sein können.

Ein Umdenken ist überall zu beobachten: Bio-Produkte im Supermarkt sind längst zur Normalität geworden. Alte heimische Obst- und Gemüsesorten tauchen plötzlich wieder auf und werden zum Trend. Und so manch ein Mensch entdeckt den Wunsch, seine Lebensmittel so gut wie möglich selber zu produzieren.
Immer mehr entdeckt man auch wieder Gemüsepflanzen in den Gärten und auf Balkonen. Vielleicht ist es also doch tatsächlich an der Zeit, auf altes Wissen zurück zu greifen, um den Kreislauf der Natur zu unterstützen und nicht zu schädigen.

Wie gestaltet und pflegt man einen Garten im Einklang mit der Natur

Als Lehrobjekt zu diesem Thema dient die Natur selbst. Beobachtet man ihre Lebenszyklen, so bekommt man so einige Ideen, die man sich abschauen kann. Grundsätzlich gilt, dass alles, was benötigt wird, schon mitgeliefert wird.
Den Garten muss man wohl eher als künstliche Natur betrachten, wird er doch von Menschenhand geschaffen und beeinflusst. Dennoch ist auch in diesem kleinen künstlichen Ökosystem alles da,was es braucht, um ihn zu pflegen und gesund zu erhalten. Erde, Wasser und Luft sind überall schon vorhanden.

Es gibt nur wenig zu beachten und schon kuriert sich die Natur ganz von alleine:

  1. Boden

    Der Boden

    Im urbanen Raum sind die Böden nach dem Eingreifen des Menschen mit Baumaßnahmen jeglicher Art meistens nicht besonders gut geeignet, um darauf Pflanzen gedeihen zu lassen. Baugruben werden mit Bauschutt aufgefüllt und sonstigen Resten, die von den Baumaßnahmen als lästiges Überbleibsel übriggeblieben sind. Wenn der Boden auch davon nicht unbedingt verseucht sein muss, so handelt es sich doch in der Regel nicht um einen guten Gartenboden. Von welcher Art der Boden ist, den man vor sich hat kann man relativ leicht herausfinden.
    Graben Sie einfachmal ein Loch und Sie werden schnell sehen wie der Boden beschaffen ist. Es gibt sehr leichte bis sehr schwere Böden. Dies hängt davon ab, aus welchen Bestandteilen sich der Boden zusammensetzt. Man unterscheidet da Sand, Schluff und Ton nach den Größen ihrer kleinsten Bestandteile, den sogenannten Korngrößen. Ist der Anteil an Sand besonders hoch spricht man von einem sandigen Boden, der leicht ist, weil er sehr duchlässig ist für Wasser und Luft. Ein schwerer Boden hat einen hohen Tonanteil. So ein Boden kann sehr viel Wasser speichern und ist wenig durchlässig.
    Auch wenn noch garnichts gepflanzt wurde, wächst innerhalb von kürzester Zeit auf dem Boden so manches sobald man ihn sich selbst überlässt. Dabei handelt es sich um Samen, die der Wind herangetragen hat und die dort ihre geeigneten Lebensbedingungen vorfinden (sogenannte Ruderalfloren). Deswegen geben auch solche Pflanzen Aufschluss über die vorliegende Bodenart. Löwenzahn bildet beispielsweise lange Pfahlwurzeln, die weit in die Tiefe ragen. Deswegen kann er gut in verdichteten und feuchten Böden überleben. Gleichzeitig belüftet er den Boden mit seinen Wurzeln und bereitet ihn auf, so dass der Boden sich mit der Zeit verändern kann und dann auch für andere Pflanzen attraktiv wird. Diese Pflanzen, die einen Boden zuerst und von alleine besiedeln, nennt man Zeigerpflanzen ( siehe Artikel : Das Unkraut – der Freund des Bodens und Zeigerpflanze für den Gärtner vom Juli 2010)

    Eine Bestimmung der Bodenart sollte also unbedingt vorgenommen werden bevor man mit der Arbeit der Bodenbearbeitung beginnt. Diese kann man selber vornehmen durch Beobachtung der angesiedelten Vegetation und mit Hilfe der sogenannten „Fingerprobe“ oder man kann Bodenproben an verschiedenen Stellen des Gartens entnehmen und diese von einem Labor untersuchen lassen.
    Sobald die Bodenart bekannt ist, kann mit der Bodenbearbeitung begonnen werden.
    Es lohnt sich immer, den Boden zunächst zu lockern. Dieses kann durch einmaliges Umgraben mit einem Spaten passieren oder der sanfteren Variante des Lockerns mit Hilfe einer Grabegabel. Beim Umgraben werden die Bodenschichtungen zerstört, die sich später erst langsam wieder bilden müssen, während die tiefe Bodenlockerung mit der Grabegabel diese erhält. Außerdem ist es sehr empfehlenswert dabei Steine aus dem Boden zu entfernen. Ein lässtige und mühsame Arbeit, die einem aner später beim Pflanzen und Pflegen der Beete viel ärger erspart. Ist der Boden soweit präpariert, kann man ihn je nach Bodenart mit zusätzlichen Materialien aufbesssern wie Sand, Kompost, Steinmehl, Hornspähnen, etc. Welche Bodenart mit welchen Zusätzen verbessert werden kann, erfahren sie unter folgendem exterenen Link: Wie verbessert man seinen Gartenboden (www.jahreszeiten-garten.de). Ein wirklich guter Gartenboden wird sich wohl erst mit viel Pflege und Aufmerksamkeit nach ein paar Jahren einstellen.

  2. Wasser

    Das Wasser

    Vor allem die krautigen Pflanzen bestehen zu 80-90 % aus Wasser. Wasser transportiert Nährstoffe und Sauerstoff und ist damit eines der wichtigsten Elemente im Garten. Tatsächlich können Pflanzen ohne Erde wachsen. Sie benötigen aber immer Wasser.
    Man rechnet in unserem Klima mit einer durchschnittlichen Niederschlagsmenge von 700 mm mit einem jährlichen Wasserverbrauch von ungefähr 6000 Litern pro 100 m² Garten. Diese Zahl kann noch deutlich nach oben schießen je nach tatsächlichen Wetterbedingungen in einem Jahr und nach Bepflanzung. Es lohnt sich also auf jeden Fall, wenn möglich Regenwasser zu sammeln. Die Verwendung von Regenwasser ist dabei nicht nur aus Kostenersparnis empfehlenswert, sondern vor allem, weil Pflanzen es besser vertragen wie unser Leitungswasser. Regenwasser ist kalkarmer und nimmt die Lufttemperatur an. Beides Aspekte, die Pflanzen bevorzugen.
    Zwei Tips noch zum Wassersparen:

    1. Es gibt ein altes Gärtner-Sprichwort: „Einmal hacken spart zweimal gießen“. Tatsächlich werden durch regelmäßiges Hacken des Bodens die kleinen Verdunstungskapillare im Boden zerstört, so dass der Boden länger das Wasser speichern kann. Nebenbei wird der Boden gelockert und belüftet, was ebenfalls der Gesundheit der Pflanzen zuträglich ist.
    2. Das Mulchen des Bodens verhindert ebenso eine übermäßige Verdunstung des Bodenwassers. Außerdem reichert es den Boden mit Nährstoffen an und unterdrückt den Bewuchs offenliegender Stellen mit Unkraut.

    Sie finden hier eine sehr gute Anleitung zum richtigen Gießen ebenfalls auf der externen Seite: www.jahreszeiten-garten.de


  3. Weißklee

    Die Pflanzen

    Pflanzen verbrauchen natürlich Wasser und Nährstoffe aus dem Boden. Einige von ihnen haben jedoch auch ein paar Eigenschaften, die die Bodengesundheit fördern und die man sich auf unterschiedlichste Art und Weise zu Nutze machen kann. Gemeint sind sowohl Eigenschaften des Wurzelsystems als auch Inhaltsstoffe:

    1. Gründüngung
      Das Prinzip der Gründüngung ist schon sehr altes Gärtnerwissen. Es war bereits im 12.Jahrhundert in Klostergärten ganz übliche Praxis. Für die Gründüngung kommen sehr unterschiedliche Pflanzen in Frage, die schnell keimen, wachsen und möglichst viel Blattmasse erzeugen. Man kann sie schon nach wenigen Wochen wieder abmähen. Sie dienen dann entweder auf dem Kompost oder aber auch eingearbeitet in das Beet als schnell verfügbarer Dünger. Im zweiten Fall, lässt man das Schnittgut für ca. 2Wochen auf dem Beet liegen und arbeitet anschließend die angerotteten Pflanzenreste oberflächlich in den Boden ein. Alle wichtigen Bodenlebewesen werden sich freuen und die übrige Verwertung übernehmen. Man kann Gründüngung auch als Nachsaat im Herbst aussehen. Über den Winter frieren die Pflanzen auf dem Beet ab und können dann direkt im Frühjahr in den Boden eingearbeitet werden.
      Viele Leguminosen wie Sommerwicke (Vicia sativa), Gelbe Lupine (Lupinus luteus), Blaue Lupine (Lupinus angustifolius), Weiße Lupine (Lupinus albus), Persischer Klee (Trifolium resupinatum), Winterzottelwicke (Vicia villosa), Serradella (Ornithopus sativus) und Inkarnatklee (Trifolium incarnatum) eignen sich hervorragend als Gründüngung, weil sie mit Hilfe der sogenannten Knöllchenbakterien Stickstoff aus der Bodenluft (sie enthält 78% Stickstoff) gewinnen können und diesen speichern. Nach dem Schneiden dieser Gründüngungspflanzen gelangt der Stickstoff beim Verrotten der Pflanzen in den Boden und dient so als Dünger.
      Es gibt aber noch einige andere klassische Gründüngungspflanzen wie Gelbsenf (Sinapis alba), Bienenfreund (Phacelia tanacetifolia), Studentenblume (Tagetes spec.), Ringelblume (Calendula officinalis), Ölrettich (Raphanus sativus) und Spinat (Spinacia oleracea).
      Liegt ein sehr schwerer und verdichteter Boden vor, dann empfiehlt sich die Auswahl von Tiefwurzlern wie sämtliche Lupinen, Ölrettich und Winterraps. Diese bilden eine sehr tiefreichende, fleischige Pfahlwurzel aus, die nebenbei den Boden lockert und belüftet.
      Andere Arten wie Studentenblume und Ringelblume sind nützlich zur Schädlingsbekämpfung gegen Nematoden. Wenn es um eine Gründüngung für den Gemüsegarten geht, so sollte man beachten, dass nach Kreuzblütlern wie Raps, Ölrettich und Senf keine Kohlarten oder andere Kreuzblütler angebaut werden sollten. Alle Kreuzblütler begünstigen Kohlhernie, Nematoden und andere Schädlinge, weswegen man regelmäßig eine Pause einlegen sollte von ihnen.
      Gründüng dient aber nicht nur als Dünger, sondern ist auch sonst sehr nützlich:

      • beschattet den Boden und bewirkt Schattengare
      • unterdrückt das Wachstum von Unkraut
      • verhindert Bodenerosion durch Wind und Niederschlag
      • verbessert die Krümelstruktur des Bodens
      • verbessert die Wasserspeicherfähigkeit eines Bodens
      • reguliert Temperaturschwankungen im Bereich der Bodenoberfläche
      • begrünt kahle Flächen
      • verbessert die Besiedelung mit wichtigen Bodenlebewesen
    2. Pflanzen-Jauchen
      Viele Pflanzen enthalten Wirkstoffe die fungizid oder bakterizid wirken. Solche lassen sich mit ganz einfachen Methoden in Wasser lösen und dann als Spritzmittel gegen Pilze und andere Schädlinge einsetzen. Natürlich gibt es auch Wirkstoffe, die stärkend auf die Pflanze wirken oder wachstumsfördernd. Zu diesem Thema gab es aber schon einen Artikel, in dem sie alles Wissenswerte nachlesen können: Es geht auch ohne Gift – biologischer Pflanzenschutz mit Hilfe von Kräuterauszügen
    3. heimische Pflanzenarten
      Wählen Sie nach Möglichkeit heimische Pflanzenarten für ihren Garten aus, die auch vor Ort in einer ansässigen Gärtnerei oder Baumschule gezogen wurden. Man kennt dies ja von den Obstsorten, die regional ganz unterschiedlich angesiedelt sind. Alte Sorten haben sich in der Regel besonders für die vorherrschenden Klimaverhältnisse bewährt und bringen hohe Erträge. Oftmals wundert man sich, wenn Pflanzen aus dem Katalog nicht so Recht gedeihen wollen. Sie sind aber nun einmal an das Klima angepasst, in dem sie gezüchtet wurden.
      Natürlich sind neue Sorten von anderen Kontinenten oft sehr verlockend, da sie vielleicht sehr besondere und auffallende Blüten oder Laub tragen. Nicht selten verhalten sich solche Pflanzen bei uns dann ganz anders als erwartet. Entweder sie wachsen nicht so prächtig wie sie sollen, weil sie das Klima nicht vertragen oder aber sie verhalten sich aggressiv dominant gegenüber unseren heimischen Arten. So etwas kann manchmal sehr weitreichende Folgen haben wie man vom Drüsigen Springkraut und von der Goldrute heute weiß.

  4. Sonnenuntergang

    Die Luft

    Luft ist ja bekanntlich ein Gemisch aus verschiedenen Gasen. Den größten Anteil haben Stickstoff (ca.78%) und Sauerstoff (ca.21%) sowie Argon (ca. 0,9%) und Kohlenstoffdioxid (ca. 0,04%). Bekanntermaßen brauchen Pflanzen das Kohlenstoffdioxid für die Photosynthese, ihrem Stoffwechselvorgang. Bei der Photosynthese entsteht Sauerstoff, der wieder an die Luft abgegeben wird.
    Als Gärtner kann man die Luft als solches für seinen eigenen Garten nur schwer beeinflussen. Schlagworte wie „saurer Regen“ und „Waldsterben“ dürften bekannt vorkommen und das Bewußtsein dafür wecken, die allgemeine Luftverschmutzung nach Kräften zu reduzieren. Diese gelangt nämlich mit Regen und Nebel in den Boden und sorgt dort für Prozesse, die den Pflanzen schaden.
    Man darf jedoch stolz darauf sein, dass man als Gärtner dazu beiträgt, Pflanzen zu pflegen und zu vermehren. Pflanzen produzieren nicht nur den für Menschen so wichtigen Sauerstoff, sondern sie filtern und reinigen die Luft auch auf viele unterschiedliche Arten. Desweiteren verbessern sie deutlich das Klima in Großstädten, Wohnungen und anderen unwirtlichen Lebensbereichen des Menschen und vollbringen so manche andere Wunder, wenn man nur alleine ihre Heilkräfte bedenkt.


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Berta Rausch am 10. Februar 2011 in Allgemein, Bewässerung, Gartenarbeit

Kalter, nasser Sommer – ein Greuel für die Tomate

Auch der Sommer 2010 zeichnet sich einmal wieder durch ungewöhnliche Wetterlagen aus.
Im Süden von Deutschland folgte auf einen extrem lange andauernden Winter ein spährlicher Frühling, sieben Wochen Affenhitze ohne Regen im Frühsommer und ein total verregneter und eher kalter Juli und August.

Speziell für die Tomatenfreunde unter den Gärtnern war dies eine echte Katastrophe, denn einmal mehr zeigte einem das Wetter, warum Tomaten bei uns nicht heimisch sind. Der Start in die Saison war zwar recht vielversprechend. Meine Pflanzen wuchsen schnell und kräftig. Dadurch hielten sie auch lange dem vielen Nass von oben stand, aber natürlich das letzte Regenwochenende machte ihnen dann doch den garaus und sie präsentierten sich mit folgendem traurigen und häßlichen Erscheinungsbild:

Kraut-und Braunfäule Kraut- und Braunfäule

Solches oder ein ähnliches Bild dürfte in vielen Gärten zu finden gewesen sein und jedem Tomatenfreund die Tränen in die Augen schießen lassen, denn es beudeutet das absolute Aus für die Ernte von reifen und aromatischen Tomaten.
Was aber ist der Verursacher für dieses Schadbild?

Die Kraut- und Braunfäule

Verursacher dieses Schadbilds ist der Braunfäule-Pilz Phytophthora infestans, der vor allem Tomaten und Kartoffeln befällt, aber auch andere Nachtschattengewächse wie Auberginen, etc. Dieser Pilz gehört zu den Algenpilzen, die normalerweise bevorzugt im Wasser leben. Obwohl Phytophthora infestans nicht im Wasser lebt, benötigt er Wasser zum überleben und vermehren und Temperaturen um +20°C. Dies erklärt schon von alleine, warum die Kraut-und Braunfäule besonders bei nass-kaltem Wetter auftritt.
Die Sporen dieses Pilzes sind mit bloßem Auge garnicht zu erkennen, da sie nur 0,001 bis 0,007mm groß werden. Der Pilz bildet diese bei günstigen Bedingungen schon innerhalb kürzester Zeit und zwar in Massen. Die Sporen werden mit dem Wind über weite Strecken verteilt. Fallen sie zufällig auf Blätter oder Stengel von Tomaten, so dringen sie in das Gewebe der Pflanze ein. Dieses kann jedoch nur dann passieren, wenn die betroffene Stelle nass ist.

Die wichtigste vorbeugende Maßnahme gegen Kraut- und Braunfäule bei Tomaten ist deswegen, die oberirdischen Teile der Pflanze möglichst nicht oder nur kurz nass werden zu lassen. Man sollte Tomaten daher ein Dach über dem Kopf bieten in Form eines Kleingewächshaus, eines Tomatenhaus oder eines Dachüberhangs an einer Südseite. Desweiteren sollte man unbedingt einen ausreichenden Abstand zwischen den Pflanzen einhalten, damit Feuchtigkeit auf den Pflanzen schnell von Sonne und Wind abgetrocknet werden können. Grundsätzlich brauchen Tomaten also einen sehr sonnigen und luftigen Standort.
Beim Gießen sollte man nie von oben , sondern immer direkt im Wurzelbereich und neben der Pflanze mit weichem Strahl gießen, so dass die unteren Blätter nicht von unten benetzt werden oder gar Erdklümpchen nach oben spritzen, denn der Pilz überwintert im Boden in nicht geernteten Kartoffeln.
Tomaten und Kartoffeln sollten nie nebeneinander angebaut werden. wenn es sich dennoch nicht vermeiden lässt, so unbedingt die Hauptwindrichtung beachten beim Pflanzen, so dass der Wind von den Tomaten zu den Kartoffeln und nicht andersherum weht.

Versuchen Sie möglichst gesunde und kräftige Pflanzen mit maximal zwei Haupttrieben zu ziehen. Eine geschwächte Pflanzen ist natürlich nicht so widerstandsfähig wie eine gesunde. Dies bedeutet die Auswahl von widerstandsfähigen Sorten, den richtigen Standort, richtiges Gießen, nicht überdüngen und rechtzeitig ausgeizen.
Wechseln Sie jährlich den Standort ihrer Tomaten und beobachten Sie sie sorgfältig.
Enfernen Sie befallene Blätter und Früchte sofort und geben Sie diese in die Bio-Tonne und nicht auf den Kompost, da der Pilz möglicherweise die Verrottungshitze überleben könnte. Manchmal kann man die Pflanze noch retten, wenn man den Pilz rechtzeitig erkennt und eine Wärmeperiode bevorsteht. Klettert die Temperatur deutlich über +20°C und ist es dabei auch noch trocken, so stirbt der Pilz oft schon innerhalb weniger Stunden.
Bei mir mußten dieses Jahr jedoch 30 Tomatenpflanzen komplett dran glauben, da an eine Rettung nicht mehr zu denken war.
Desinfizieren Sie die Pflanzstäbe vor jeder neuen Nutzung, um die Verbreitung der Kraut- und Braunfäule einzudämmen.

Das wichtigste zum Schluss: Wie erkennt man die Kraut- und Braunfäule?
Man entdeckt den Befall meistens zunächst an den Tomaten selbst, die bräunliche eingesunkene, aber harte Flecken bekommen. Doch auch an den Blättern und Stengeln zeigt sich früher oder später der Befall in Form von gräulich-grünen bis schwarzen Flecken auf der Blattoberseite und einem gräulichen Pilzbefall an der Blattunterseite.
Alle Pflanzenteile sterben in Folge sehr rasch ab und die Früchte werden ungenießbar.

Das beste Bekämpfungsmittel ist eine gute Prophylaxe und das sorgfältige Überwachen und Beobachten der Pflanzen.
Die Anwendung von Brennesseljauche als Dünger bringt meistens erxtrem gesunde und widerstandsfähige Pflanzen hervor.
Vorbeugende Spritzungen mit natürlichen Mitteln zur Stärkung und Pizbekämpfung wie Schachtelhalmbrühe, Knoblauchsud können das Problem von vornherein eindämmen.
Bei leichtem Befall unbedingt die befallenen Teile sofort entfernen. Man findet dann verschiedene Möglichkeiten der unterstützenden Behandlung wie das Besprühen mit einer Milchmischung aus zwei Litern Magermilch und zehn Litern Wasser oder im Notfall der Einsatz eines Kupfer-Präparats.

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Gotthilf Rausch am 07. September 2010 in Allgemein, Ernte, Nutzpflanzen, Schädlingsbekämpfung, Wetter

Der Schmetterling (Lepidoptera)
– das schönste Flatterding im Garten

Admiral

Einen Schmetterling
– so zierlich schön –
habe ich heute
in unserem Garten gesehen.

Pfauenauge
Kleiner Fuchs

Er flatterte
auf und ab
und brachte alles
um sich herum auf Trab.

Admiral
Diestelfalter

Ich wollte ihn fangen,
doch nein – er war so klein,
und seine bunten Flügel
waren wie Sonnenschein.

Trauermantel
Pfauenauge

Da flatterte er daher,
ganz leicht im Wind,
und die Zeit flog mit ihm fort,
so ganz geschwind.

Diestelfalter

Seitdem der Schmetterlingsstrauch (Buddleja davidii oder alternifolia) in voller Blüte dasteht, fallen sie einem wieder vermehrt ins Auge, die Schmetterlinge (Lepidoptera).
Den meisten Menschen sind vor allem die Tagfalter ein Begriff wie Pfauenauge, Admiral, Kohlweißling, etc., die tagsüber auf Nahrungssuche gehen und in vielen Fällen als wunderschöne buntgemusterte Flecken durch die Lüfte torkeln.
Schmetterlinge sind dabei nicht nur hübsch anzuschauen. Im Laufe ihres Lebens durchlaufen sie verschiedenste Entwicklungsphasen und beeinflussen den Garten jeweils unterschiedlich im positiven und negativen Sinne.

Die Metamorphose des Schmetterlings

Schmetterlinge stellen eine eigene Ordnung dar in der Gruppe der Insekten. In Europa sind ca. 3000 Arten bekannt. Dies mag einem zunächst viel erscheinen, wenn man kurz inne hält und die Arten aufzählt, die einem sofort in den Sinn kommen. Doch darf man nicht vergessen, dass die Gruppe der Schmetterlinge sowohl Tagfalter als auch Nachtfalter umfasst, welche uns besser bekannt sind als Motten.
Diese erste Einteilung geschieht durch die Tageszeit, während der der entsprechende Schmetterling auf Nahrungssuche geht.
Damit ist das Pferd jedoch von hinten aufgezäumt, denn der fertige Falter ist das Endstadium des Schmetterlings, der sogenannte Imago. Beginnen wir also am Anfang der Entwicklung:

  1. In diesem Fall beginnt die Geschichte mit dem Ei. Das Weibchen legt nach der Befruchtung zwischen 20 und 1000 Eier ab, aus denen dann die Raupen schlüpfen. Diese Eier werden je nach Art als ein Gelege oder in Grüppchen an verschiedenen Orten „angeklebt“. Die meisten Raupen schlüpfen schon nach 2-4 Wochen. Es gibt aber auch Schmetterlingsarten, deren Eier überwintern.
  2. Raupe_Kohlweißling Die Raupe ist das Larvenstadium des Schmetterlings und damit auch die Form, in der er das meiste frißt. Genaugenommen tut die Raupe nichts anderes als fressen, wachsen und sich vier- bis fünfmal häuten. Selbsterklärend ist das Larvenstadium damit die schädlichste Zeit in der Entwicklung des Schmetterlings für den Garten, denn er ernährt sich nun von Blättern, Nadeln, Blüten, Samen oder Früchten verschiedener Pflanzen, wobei viele Arten auf bestimmte Pflanzen spezialisiert und angewiesen sind. Genannt sei hier der Kohlweißling, dessen Raupen innerhalb kürzester Zeit einen starken Lochfraß an Kohlblättern bis hin zum Skelettierfraß verursachen können und oftmals auch im Inneren der Kohlköpfe wüten.

  3. Hat die Raupe genug gefressen und ihre Endgröße erreicht, so verpuppt sie sich. Die Puppe ist damit das Ruhestadium des Schmetterlings.Während dieser Puppenruhe verändert sich der Körper des Schmetterlings scheinbar komplett. Die sogenannte Metamorphose findet statt, denn jetzt wird aus der dicken und schwerfälligen Raupe der bunte und leichtflügelige Schmetterling. Die Puppe selbst kann sich kaum bewegen. In den meisten Fällen kann sie nur das Hinterteil leicht bewegen und sich dadurch in eine rollende Bewegung versetzen.
    Um sich vor Fressfeinden in diesem Stadium zu schützen, bleibt ihnen nur die Tarnung oder ein sicheres Versteck. Tatsächlich sehen die Puppen häufig aus wie ein verwelktes Blatt. Ein weiterer Schutzmechanismus, der sehr bekannt sein dürfte, ist das Einspinnen in einen Kokon wie es die Seidenspinner-Raupe vollzieht. Für die Herstellung des Kokons produziert sie einen ca. 500 m langen Faden. Dieser Faden ist das Material, aus dem Seide gesponnen wird. Hierfür wird der Faden maschinell abgewickelt und auf Spulen wieder aufgewickelt in den Seidenplantagen, in denen die Seidenspinner-Raupen extra für diesen Zweck gezüchtet werden.
    Man erkennt das Ende der Puppenzeit häufig an einer Dunklerfärbung der Puppe und am sichtbarwerden der Flügel durch die Puppenhülle hindurch. Das Schlüpfen passiert entweder, indem die Puppe an einigen Stellen aufplatzt oder es ist eine Art Deckel vorhanden, den der Schmetterling von innen aufdrückt. Ist er vollständig geschlüpft, so ist er noch nicht sofort flugtauglich, da sich seine Flügel erst noch entfalten und trocknen müssen.
  4. Der Schmetterling ist fertig, sobald er fliegen kann. Er ist „erwachsen“ geworden. Seine Lebensdauer beträgt ab jetzt je nach Art zwischen einem Tag und 10 Monaten. Ein Tagfalter lebt im Durchschnitt etwa zwei bis drei Wochen. In dieser Zeit darf er das Leben genießen. Er ernährt sich vom Blütennektar, den er mit seinem langen Saugrüssel aufnimmt und bestäubt dabei als ausgezeichneten Nebeneffekt die Pflanzen im Garten. Manche Pflanzen sind sogar komplett auf den Schmetterling bei der Bestäubung angewiesen, da sie so tiefe und enge Blütenkelche bilden wie beispielsweise einige Orchideenarten. Der fertige Schmetterling ist also wieder eher ein Nützling im Garten und kein Schädling wie seine Raupe.
    Letztendlich ist das Ziel des Schmetterlingsdaseins aber nicht die Bestäubung der Pflanzen und auch nicht die Zierde eines jeden Gartens, sondern die Fortpflanzung. So sterben die meisten Schmetterlinge auch direkt nach der Eiablage. Nur wenige Arten können als Schmetterling überwintern. In unseren Breiten macht das nur das Tagpfauenauge, das man immer mal wieder im Winter im Haus herumflatternd findet, weil es durch die Wärme aus seinem Versteck gelockt wurde. Schmetterlinge sind nämlich wechselwarm. Sie werden erst ab einer bestimmten Temperatur aktiv und verfallen bei Kälte in eine Starre. Um sich zu aktivieren nutzen sie entweder die Wärme der Sonnenstrahlen oder sie erwärmen sich durch das Schlagen mit den Flügeln.
  5. Knallige Farben, exotische Muster und lustige Auswüchse

    Was wie eine Beschreibung eines Clowns klingt, sind die Abwehr- und Abschreckmechanismen der Schmetterlinge und ihrer Raupen gegen Fressfeinde und die Eigenschaften, die das menschliche Auge so erfreuen.
    Hier eine kleine Bilderauswahl, um diese Vielfältigkeit zu zeigen:

    Schlehenbürsterspinner Pfauenauge Schwalbenschwanz

    Die Farben und Muster wie beispielsweise die Augen auf den Flügeln des Tagpfauenauges dienen dem Zweck, Vögel oder andere Feinde zu verwirren oder zu erschrecken, indem die Augen von großen Tieren imitiert werden oder sich der Schmetterling tarnt, indem er das Aussehen eines anderen Tieres animmt. Diese Methode verwendet zum Beispiel der Hornissen-Glasflügler. Ein Schmetterling, der einer Hornisse zum Verwechseln ähnlich sieht. Diese Art der Tarnung bezeichnet man auch als Mimikry und wird von vielen Tierarten verwendet.
    Manche Schmetterlingsraupen wählen da jedoch eine deutlich unauffälligere Variante. Sie ähneln in Farbe und Form so sehr kleinen Zweigen, dass man sie für solche hält und nicht als Raupen identifiziert solange sie sich nicht bewegen.

    Wie holt man sich Schmetterlinge in seinen Garten?

    Die natürlichen Lebensräume der Schmetterlinge gehen stetig zurück durch die Ausbreitung des Menschen. Da ist es nicht nur eine schöne, sondern auch eine nützliche Idee, gute Lebensbedingungen für Schmetterlinge im Garten zu schaffen. Im Folgenden soll erklärt werden, welche Lebensbedingungen dies sind:

    • Grundsätzlich ermöglichen sämtliche Elemente eines „Naturgartens“ den Schmetterlingen einen guten Lebensraum. Damit ist gemeint kleine ökologische Inseln oder Nischen zu schaffen mit heimischen Wildpflanzen und vielen Rückzugsmöglichkeiten für Tiere. Wo viele heimische Wildblumen, Kräuter, Unkräuter und natürliche Wildhecken in ausgewogenen Pflanzengesellschaft wachsen dürfen, da werden auch Schmetterlinge und andere seltene Tiere bald zu Hause sein.
    • Bestimmte Pflanzen dienen besonders vielen unterschiedlichen Arten an Schmetterlingsraupen und fertigen Schmetterlingen als Nahrungsquelle. Besonders erwähnenswert sind hier: die Eiche (Quercus in Arten), die Weiden (Salix in Arten), Pappeln (Populus in Arten), Birken (Betula in Arten), der Weißdorn (Crataegus in Arten), die Schlehe (Prunus spinosa), die Hasel (Corylus in Arten), Rosen (Rosa in Arten), Himbeeren (Rubus idaeus) und Brombeeren (Rubus fruticosus), Brennesseln (Urtica in Arten), viele Kräuter und die folgenden Garten-Stauden:
      • Rote Schaf-Garbe (Achillea millefolium und Hybriden)
      • Astern (Aster in Arten und Sorten)
      • Spornblume (Centranthus ruber)
      • Silberkerze (Cimicifuga in arten und Sorten)
      • Nelken (Dianthus in Arten und Sorten)
      • Purpur-Sonnenhut (Echinacea purpurea)
      • Kugeldistel (Echinops in Arten und Sorten)
      • Sonnenbraut (Helenium Hybriden)
      • Garten-Sonnenblume (Helianthus decapetalus ‚Capenoch Star‘
      • Alant (Inula in Arten)
      • Lavendel (Lavandula angustifolia)
      • Blut-Weiderich (Lythrum salicaria)
      • Indiandernessel (Monarda Hybriden)
      • Katzenminze (Nepeta faassenii)
      • Majoran (Origanum in Arten)
      • Garten-Flammenblume (Phlox paniculata-Hybriden)
      • Große Braunelle (Prunella grandiflora)
      • Salbei (Salvia in Arte )
      • Purpur-Fetthenne (Sedum telephium ‚Herbstfreude‘)
    • Der Verzicht auf chemische Spritzmittel gegen Schädlinge ist unerlässlich. Genauso sollte bei den Düngemitteln auf ökologische Verträglichkeit geachtet werden.
    • Besonders in sehr heißen und trockenen Sommern benötigen Schmetterling eine Wasserquelle. Wunderschön wäre natürlich ein naturnah angelegter Gartenteich oder andere Feuchtgebiete wie Sumpf- oder Moorbeete. Letztendlich reicht jedoch auch eine versteckt eingebaute Vogeltränke.

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Berta Rausch am 04. August 2010 in Allgemein, Fauna & Flora, Gartengestaltung

Das Unkraut – der Freund des Bodens und Zeigerpflanze für den Gärtner

Dieser Artikel ist einmal mehr ein Versuch, den verhunzten Ruf der Unkräuter zu verbessern, denn wer sich nur ein bißchen mit dem Thema Unkraut auseinandersetzt, der muss unweigerlich feststellen, welche wichtigen Aufgaben diese kleinen Wildkräuter im Garten übernehmen.

Unkraut vergeht nicht

löwenzahnIn diesem bekannten Satz liegt viel Wahrheit, doch er verstärkt auch ein ungerechtfertigtes Vorurteil.
Als erstes muss man dringend den Begriff „Unkraut“ klären, denn schaut man sich die Pflanzen einmal im einzelnen an, so wird man keine darunter finden, die nicht zu den alteingesessenen Heilpflanzen unserer Regionen gehört und alleine schon deswegen eine Daseinsberechtigung vorzuzeigen hat. Doch nicht nur die medizinisch verwendbaren Inhaltsstoffe dieser Pflanzen sind beeindruckend, sondern auch ihre Fähigkeit, den Boden zu pflegen.
Manch einer wird sich nun fragen, was damit gemeint ist? Die Antwort ist ganz einfach: In jedem Kubikmeter Boden schlummern Milliarden von ruhenden Samen. Entstehen im Boden bestimmte Verhältnisse wie Bodenverdichtung, Staunässe, Versauerung des Bodens und so weiter, so bieten sich plötzlich die richtigen Lebensbedingungen für einige von ihnen, die genau an diese Gegebenheiten angepasst sind. Folglich beginnen solche Samen zu keimen und innerhalb kürzester Zeit werden sie urplötzlich überall aus dem Boden sprießen. Daran ist dann nicht der Nachbar schuld, der seinen Garten vernachlässigt und nie Unkraut jätet, sonders dies ist ein Warnsignal der Natur, dass möglicherweise etwas aus dem Gleichgewicht gekommen ist.
brennesselFrühere Bauerngenerationen wußten um dieses Phänomen und ließen ein Stück Land, das neu als Acker genutzt werden sollte, erstmal für ein Jahr brach liegen, um zu sehen, welche Pflanzen sich dort ansiedeln würden. Durch die Pflanzengesellschaften, die sich dann dort ausbreiteten, konnten sie nicht nur Rückschlüsse auf die vorliegende Bodenqualität ziehen, sondern diese Pflanzen waren auch gleichzeitig das Heilmittel für die Mißstände im Boden.
Zu den echten Pionieren der Pflanzenwelt gehören beispielsweise Löwenzahn, Greiskraut und Gänsekresse. Diese drei Pflanzen bilden tiefreichende Wurzeln aus, die sich ihre Nährstoffe aus der Tiefe holen und dadurch verdichteten und schweren Boden auflockern. Durch diese Auflockerung wird der Boden vorbereitet für empfindlichere Pflanzen, die sich nun ansiedeln können. Andere Wildkräuter geben über ihre Wurzeln Ausscheidungen ab, die Nematoden und Pilze abwehren oder sie sammeln Stickstoff (Prinzip der Gründüngung) oder tragen maßgeblich zur Humusbildung bei.
Kurzum, egal, ob man seinen kleinen Privatgarten pflegt oder professionelle Landwirtschaft betreibt, die genaue Beobachtung des Unkrauts ist enorm wichtig und erspart einem oft teure und aufwendige Bodenanalysen. Häufig genug reicht der „Befall“ mit bestimmten Unkräutern auch als Heilmethode aus.
Hat sich der Boden erholt, so wird auch das Unkraut nach und nach von anderen Pflanzen verdrängt werde. Manchmal gibt es dem Gärtner allerdings auch einen Hinweis darauf, dass er aktiv eingreifen sollte, um seinen Boden gesund zu erhalten. Dann müssen eventuell Massnahmen ergriffen werden, um ihn beispielsweise aufzulockern, Sand oder Kompost beizumengen, Nährstoffe anzureichern und so weiter.
Deswegen:“Augen auf beim Unkrautjäten!“.

Welches Unkraut sagt uns was?

Acker-Fuchsschwanzgras
(Alopecurus myosuroides)
nährstoffarme, kaliumreiche, sehr lehmige Böden,Archäophyt
Acker-Gauchheil
(Anagallis arvensis)
kalkreicher, alkalischer Boden, Archäophyt
Acker-Glockenblume
(Campanula rapunculoides)
Apophyt, kalkreicher Boden
Acker-Hellerkraut
(Thlaspi arvense)
stickstoffreiche,humöse, lehmige Böden,
Acker-Hundskamille
(Anthemis arvensis)
kalkfreie, saure Böden
Acker-Minze
(Mentha arvensis)
nasser, verdichteter, nährstoffreicher Boden, Zeigerpflanze für Staunässe
Acker-Schachtelhalm
(Equisetum arvense)
Zeigerpflanze für Staunässe, kalkarme, feuchte Böden
Acker-Senf
(Sinapis arvensis)
Archäophyt, stickstoffreicher, kalkreicher, alkalischer Boden
Ackerwinde
(Convolvulus arvensis)
trockener, kalkreicher Boden
Adlerfarn
(Pteridium aquilinum)
nährstoffarme, kalkarme Böden
Ampfer-Knöterich
(Persicaria lapathifolia)
stickstoffreicher Boden, feucht-nasse Standorte
Bärenklau
(Heracleum in Arten)
feuchter, stickstoffreicher, kaliumreicher Boden
Beinwell
(Symphytum officinale)
nährstoffreiche, feuchte bis nasse Böden, Zeigerpflanze für Staunässe
Besenginster
(Cytisus scoparius)
stickstoffarmer Boden
Bingelkraut
(Mercurialis in Arten)
stickstoffreicher,humoser, alkalischer Boden, Ruderalpflanze,
Breitwegerich
(Plantago major)
nasser, verdichteter, lehmiger Boden, Zeigerpflanze für Staunässe
Brennessel
(Urtica dioica)
gehört zu den Nitrophyt, stickstoffreiche, kalkreiche, humusreiche Böden
Echte Kamille
(Matricaria chamomilla)
stickstoffreiche Böden
Echtes Leinkraut
(Linaria vulgaris)
Apophyt, kalkreicher Boden
Franzosenkraut
(Galinsoga in Arten)
stickstoffreicher, humusreicher Boden
Frühlings-Hungerblümchen
(Erophila verna)
stickstoffarme, magere und trockene Standorte, bevorzugt sandige und kiesige Böden
Gänseblümchen
(Bellis perennis)
Archäophyt, saurer, nährstoffarmer Boden
Gänsedistel
(Sonchus in Arten)
stickstoffreicher, kalkreicher Boden
Gänse-Fingerkraut
(Potentilla anserina)
stickstoffreiche, lehmige und verdichtete Böden, Zeigerpflanze für Staunässe
Gamander-Ehrenpreis
(Veronica chamaedrys)
stickstoffreicher, kalkreicher Boden
Giersch
(Aegopodium podagraria)
stickstoffreicher Boden, Boden für Schattenpflanzen,
Hasen-Klee
(Trifolium arvense)
stickstoffarmer, trockener, magerer, saurer Boden
Hirtentäschelkraut
(Capsella in Arten)
stickstoffreicher, nährstoffarmer, humusreicher Boden
Hornkraut
(Cerastium in Arten)
stickstoffarmer Boden, kalkreicher Boden (Acker-Hornkraut)
Huflattich
(Tussilago farfara)
kalkreicher, humusreicher Boden, oft nasse, verdichtete Böden, Zeigerpflanze für Staunässe
Klappertopf
(Rhinanthus in Arten)
stickstoffarmer Boden
Klatsch-Mohn
(Papaver rhoeas)
Apophyt, kalkreicher, sandiger Boden
Klee
(Trifolium in Arten)
kalkreicher Boden
Kleiner Sauerampfer
(Rumex acetosella)
nährstoffarme, kalkarme, leicht saure Böden
Klettenlabkraut
(Galium aparine)
Nitrophyt, stickstoffreicher Boden, oft nasse, verdichtete Böden, Zeigerpflanze für Staunässe
Kohl-Kratzdistel
(Cirsium oleraceum)
stickstoffreiche Feuchtwiesen
Kreuzkraut
(Senecio in Arten)
stickstoffreiche Böden
Löwenzahn
(Taraxacum sect. Ruderalia)
Nitrophyt, stickstoffreicher, kalkreicher, humusreicher Boden, oft nasse, verdichtete Böden, Zeigerpflanze für Staunässe
Melde
(Atriplex in Arten)
Halophyt, stickstoffreicher, kaliumreicher, humusreicher Boden
Quecke
(Elymus repens)
Pionierpflanze, Nitrophyt, stickstoffreicher Boden
Ringelblume
(Calendula officinalis)
kalkreicher Boden
Roter Fingerhut
(Digitalis purpurea)
magnesiumreicher, kaliumreicher, saurer Boden
Sauerklee
(Oxalis in Arten)
nährstoffarmer, kalkarmer, saurer Boden, Boden für Schattenpflanzen
Schwarzer Holunder
(Sambucus nigra)
stickstoffreicher Boden
Sichelmöhre
(Falcaria vulgaris)
kalkreicher, trockener Boden
Storchschnabel
(Geranium in Arten)
kalkreicher, trockener Boden
Tauben-Skabiose
(Scabiosa columbaria)
kalkreicher Boden
Vogelmiere
(Stellaria media)
stickstoffreicher, humusreicher, sandiger Boden
Wegwarte
(Cichorium intybus)
kalkreicher, alkalischer Boden
Wiesen-Salbei
(Salvia pratensis)
kalkreicher, eher trockener, alkalischer Boden
Wolfsmilch
(Euphorbia in Arten)
stickstoffreicher, kalkreicher, sandiger Boden


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Berta Rausch am 22. Juli 2010 in Allgemein, Fauna & Flora, Gartenarbeit