Gartentrends 2012 – back to the roots !


Der Trend der letzten Jahr setzt sich fort und wird zu einer Art Volksbewegung und neuer Geisteshaltung. Das Stichwort ist Urban Gardening.

Worum geht es beim Urban Gardening?

Keimzelle dieser Bewegung sind die grossen Moloche dieser Welt. Größstädte, die laut und stinkend sind und dem Menschen eigentlich kaum Platz zum Atmen und Menschsein bieten. Genau an diesen künstlichen Orten, bricht sich das uralte Bedürfnis des Menschen seine Bahn, ein natürliches Wesen zu sein, das die Zeit spüren möchte mit dem wechsel der Jahreszeiten und dem schwinden und wiederkommen des Lichts, das die Erde spüren muss, um gesund und aufrecht durchs Leben zu gehen und das eingebettet sein will in den Kreislauf des Lebens, dem Wachsen und Vergehen.
Aus diesem Grund sprießen an den unwirtlichsten und häßlichsten Orten wie vermülltem Brachland plötzlich Gemeinschaftsgärten aus dem Boden wie die Pilze bei feuchtwarmen Wetter. Aus allem, was man bekommen kann entstehen grüne Oasen inmitten der Stadt. Aus alten Paletten und Plastikkisten entstehen kreative Hochbeete, Kräuter, Obst und Gemüse finden ein neues Zuhause in ausgediehnten Kunststoffsäcken, alten Pet-Verpackungen und das ganze sieht auch noch gut aus.

Prinzessinnengarten Prinzessinnengarten
Prinzessinnengarten Prinzessinnengarten
Prinzessinnengarten Keimzelle
Keimzelle Keimzelle

Die Großstädter – ob klein oder groß, jung oder alt- machen es vor. Sie sind mittlerweile Fachleute für eine gesunde Vielfalt unter den Gemüsesorten, wissen wie richtig kompostiert wird und welche Pflanze gerne welchen Nachbarn haben möchte, damit sie sich auch wohlfühlen kann.
Kurz gesagt: Aus dem „Urban Gardening“ entsteht nun endlich ein Trend für die Gartenkultur im allgemeinen. Auch bei den Menschen, die sich über einen eigenen Garten, Balkon oder Terrasse erfreuen können, findet ein deutliches Umdenken statt. Vorbei sind die Tage der reinen Ziergärten, die zwar wunderschön aussehen, leider aber keinen Nutzwert mehr hatten.
Wer jetzt ‚in‘ sein will, der bepflanzt seine Balkonkästen mit Kräutern, Salat und Erdbeeren. Im Garten wird an den sonnigsten Plätzen wieder Platz geschaffen für den Anbau von Obst und Gemüse. Soll es trotzdem noch schön aussehen, so können diese Beete nach alter Bauerngartentradition mit kleinen Buchsbaum- oder Kräuterhecken eingefasst werden. Diese verbessern das Kleinklima für das Beet indem sie vor Wind und Wetter schützen und haben einen hohen Zierwert.
Auch Einfassungen aus geflochtenen Weiden wirken sehr ansprechend und können in Verbindung mit dem Anlegen eines Mistbeets besonders frühe und üppige Erträge fördern.
Eine weitere sehr praktische Möglichkeit des Gemüseanbaus sind Hochbeete.Werden sie aus einem schönen Holz oder gar aus Natursteinen gebaut, so sehen sie sehr gut aus und ermöglichen den rückenschonenden Anbau von Gemüse. Ganz schnell kann man Hochbeete zum Kleingewächshaus, Frühbeet oder zum Tomatenhaus umbauen.


externer Link: –> Wunderschöne und sehr funktionelle Hochbeete in Handarbeit liebevoll gefertigt gibt es bei Gartenfrosch. Möchte man nicht selber bauen, so sind diese Hochbeete absolut empfehlenswert.


Immer häufiger sieht man jedoch jetzt auch den kleinen Gemüseanbau am Fensterbrett und ich muss sagen, ich bin sehr erstaunt, was sich dort tatsächlich bei richtiger Pflege ernten lässt.

Tomaten-Fenster Gemüsefenster Erdbeeren im Pflanzbeutel
Lassen Sie sich vom neuen Gartentrend ispirieren und machen Sie mit. Nichts schmeckt besser wie selbst geerntete Tomaten oder Erdbeeren und beides lässt sich auf kleinstem Raum anbauen.
Sollten Sie noch ein paar Anregungen für den richtigen Ort benötigen, so sollten Sie einen kurzen Blick auf die folgende Webseite werfen:
–> www.stadt-gemuese.de

Altes Gärtnerwissen wieder entdeckt

Ich schreibe hier nichts Neues, wenn ich auf alte Techniken im Gartenhandwerk verweise. Vor allem für die älteren Generationen dürfte vieles altbekannt sein und gerade deswegen trifft man oft auf Unverständnis, wenn man sich von chemischen Pflanzenschutzmitteln, Unkrautvernichtern oder auch Düngern verabschiedet.
Schließlich wurden all diese Erfindungen einmal getätigt, um die mühsame alltägliche Arbeit zu erleichtern. …und nun soll alles wieder zurückgedreht werden zu althergebrachten Methoden?

MischkulturNicht alles soll zurückgedreht werden. Die neuen technischen Geräte, verbesserte Rezepturen und Herstellungsverfahren haben durchaus etwas für sich und dürfen natürlich genutzt werden, aber gleichzeitig stehen wir heute oftmals vor den Nebenprodukten dieses Fortschritts wie Klimaerwärmung, Lebensmittelskandale, Naturkatastrophen jeglicher Art und Verseuchungen von Böden und Gewässern, die leicht in die Nahrungskette gelangen und für den Menschen äußerst schädlich sein können.

Ein Umdenken ist überall zu beobachten: Bio-Produkte im Supermarkt sind längst zur Normalität geworden. Alte heimische Obst- und Gemüsesorten tauchen plötzlich wieder auf und werden zum Trend. Und so manch ein Mensch entdeckt den Wunsch, seine Lebensmittel so gut wie möglich selber zu produzieren.
Immer mehr entdeckt man auch wieder Gemüsepflanzen in den Gärten und auf Balkonen. Vielleicht ist es also doch tatsächlich an der Zeit, auf altes Wissen zurück zu greifen, um den Kreislauf der Natur zu unterstützen und nicht zu schädigen.

Wie gestaltet und pflegt man einen Garten im Einklang mit der Natur

Als Lehrobjekt zu diesem Thema dient die Natur selbst. Beobachtet man ihre Lebenszyklen, so bekommt man so einige Ideen, die man sich abschauen kann. Grundsätzlich gilt, dass alles, was benötigt wird, schon mitgeliefert wird.
Den Garten muss man wohl eher als künstliche Natur betrachten, wird er doch von Menschenhand geschaffen und beeinflusst. Dennoch ist auch in diesem kleinen künstlichen Ökosystem alles da,was es braucht, um ihn zu pflegen und gesund zu erhalten. Erde, Wasser und Luft sind überall schon vorhanden.

Es gibt nur wenig zu beachten und schon kuriert sich die Natur ganz von alleine:

  1. Boden

    Der Boden

    Im urbanen Raum sind die Böden nach dem Eingreifen des Menschen mit Baumaßnahmen jeglicher Art meistens nicht besonders gut geeignet, um darauf Pflanzen gedeihen zu lassen. Baugruben werden mit Bauschutt aufgefüllt und sonstigen Resten, die von den Baumaßnahmen als lästiges Überbleibsel übriggeblieben sind. Wenn der Boden auch davon nicht unbedingt verseucht sein muss, so handelt es sich doch in der Regel nicht um einen guten Gartenboden. Von welcher Art der Boden ist, den man vor sich hat kann man relativ leicht herausfinden.
    Graben Sie einfachmal ein Loch und Sie werden schnell sehen wie der Boden beschaffen ist. Es gibt sehr leichte bis sehr schwere Böden. Dies hängt davon ab, aus welchen Bestandteilen sich der Boden zusammensetzt. Man unterscheidet da Sand, Schluff und Ton nach den Größen ihrer kleinsten Bestandteile, den sogenannten Korngrößen. Ist der Anteil an Sand besonders hoch spricht man von einem sandigen Boden, der leicht ist, weil er sehr duchlässig ist für Wasser und Luft. Ein schwerer Boden hat einen hohen Tonanteil. So ein Boden kann sehr viel Wasser speichern und ist wenig durchlässig.
    Auch wenn noch garnichts gepflanzt wurde, wächst innerhalb von kürzester Zeit auf dem Boden so manches sobald man ihn sich selbst überlässt. Dabei handelt es sich um Samen, die der Wind herangetragen hat und die dort ihre geeigneten Lebensbedingungen vorfinden (sogenannte Ruderalfloren). Deswegen geben auch solche Pflanzen Aufschluss über die vorliegende Bodenart. Löwenzahn bildet beispielsweise lange Pfahlwurzeln, die weit in die Tiefe ragen. Deswegen kann er gut in verdichteten und feuchten Böden überleben. Gleichzeitig belüftet er den Boden mit seinen Wurzeln und bereitet ihn auf, so dass der Boden sich mit der Zeit verändern kann und dann auch für andere Pflanzen attraktiv wird. Diese Pflanzen, die einen Boden zuerst und von alleine besiedeln, nennt man Zeigerpflanzen ( siehe Artikel : Das Unkraut – der Freund des Bodens und Zeigerpflanze für den Gärtner vom Juli 2010)

    Eine Bestimmung der Bodenart sollte also unbedingt vorgenommen werden bevor man mit der Arbeit der Bodenbearbeitung beginnt. Diese kann man selber vornehmen durch Beobachtung der angesiedelten Vegetation und mit Hilfe der sogenannten „Fingerprobe“ oder man kann Bodenproben an verschiedenen Stellen des Gartens entnehmen und diese von einem Labor untersuchen lassen.
    Sobald die Bodenart bekannt ist, kann mit der Bodenbearbeitung begonnen werden.
    Es lohnt sich immer, den Boden zunächst zu lockern. Dieses kann durch einmaliges Umgraben mit einem Spaten passieren oder der sanfteren Variante des Lockerns mit Hilfe einer Grabegabel. Beim Umgraben werden die Bodenschichtungen zerstört, die sich später erst langsam wieder bilden müssen, während die tiefe Bodenlockerung mit der Grabegabel diese erhält. Außerdem ist es sehr empfehlenswert dabei Steine aus dem Boden zu entfernen. Ein lässtige und mühsame Arbeit, die einem aner später beim Pflanzen und Pflegen der Beete viel ärger erspart. Ist der Boden soweit präpariert, kann man ihn je nach Bodenart mit zusätzlichen Materialien aufbesssern wie Sand, Kompost, Steinmehl, Hornspähnen, etc. Welche Bodenart mit welchen Zusätzen verbessert werden kann, erfahren sie unter folgendem exterenen Link: Wie verbessert man seinen Gartenboden (www.jahreszeiten-garten.de). Ein wirklich guter Gartenboden wird sich wohl erst mit viel Pflege und Aufmerksamkeit nach ein paar Jahren einstellen.

  2. Wasser

    Das Wasser

    Vor allem die krautigen Pflanzen bestehen zu 80-90 % aus Wasser. Wasser transportiert Nährstoffe und Sauerstoff und ist damit eines der wichtigsten Elemente im Garten. Tatsächlich können Pflanzen ohne Erde wachsen. Sie benötigen aber immer Wasser.
    Man rechnet in unserem Klima mit einer durchschnittlichen Niederschlagsmenge von 700 mm mit einem jährlichen Wasserverbrauch von ungefähr 6000 Litern pro 100 m² Garten. Diese Zahl kann noch deutlich nach oben schießen je nach tatsächlichen Wetterbedingungen in einem Jahr und nach Bepflanzung. Es lohnt sich also auf jeden Fall, wenn möglich Regenwasser zu sammeln. Die Verwendung von Regenwasser ist dabei nicht nur aus Kostenersparnis empfehlenswert, sondern vor allem, weil Pflanzen es besser vertragen wie unser Leitungswasser. Regenwasser ist kalkarmer und nimmt die Lufttemperatur an. Beides Aspekte, die Pflanzen bevorzugen.
    Zwei Tips noch zum Wassersparen:

    1. Es gibt ein altes Gärtner-Sprichwort: „Einmal hacken spart zweimal gießen“. Tatsächlich werden durch regelmäßiges Hacken des Bodens die kleinen Verdunstungskapillare im Boden zerstört, so dass der Boden länger das Wasser speichern kann. Nebenbei wird der Boden gelockert und belüftet, was ebenfalls der Gesundheit der Pflanzen zuträglich ist.
    2. Das Mulchen des Bodens verhindert ebenso eine übermäßige Verdunstung des Bodenwassers. Außerdem reichert es den Boden mit Nährstoffen an und unterdrückt den Bewuchs offenliegender Stellen mit Unkraut.

    Sie finden hier eine sehr gute Anleitung zum richtigen Gießen ebenfalls auf der externen Seite: www.jahreszeiten-garten.de


  3. Weißklee

    Die Pflanzen

    Pflanzen verbrauchen natürlich Wasser und Nährstoffe aus dem Boden. Einige von ihnen haben jedoch auch ein paar Eigenschaften, die die Bodengesundheit fördern und die man sich auf unterschiedlichste Art und Weise zu Nutze machen kann. Gemeint sind sowohl Eigenschaften des Wurzelsystems als auch Inhaltsstoffe:

    1. Gründüngung
      Das Prinzip der Gründüngung ist schon sehr altes Gärtnerwissen. Es war bereits im 12.Jahrhundert in Klostergärten ganz übliche Praxis. Für die Gründüngung kommen sehr unterschiedliche Pflanzen in Frage, die schnell keimen, wachsen und möglichst viel Blattmasse erzeugen. Man kann sie schon nach wenigen Wochen wieder abmähen. Sie dienen dann entweder auf dem Kompost oder aber auch eingearbeitet in das Beet als schnell verfügbarer Dünger. Im zweiten Fall, lässt man das Schnittgut für ca. 2Wochen auf dem Beet liegen und arbeitet anschließend die angerotteten Pflanzenreste oberflächlich in den Boden ein. Alle wichtigen Bodenlebewesen werden sich freuen und die übrige Verwertung übernehmen. Man kann Gründüngung auch als Nachsaat im Herbst aussehen. Über den Winter frieren die Pflanzen auf dem Beet ab und können dann direkt im Frühjahr in den Boden eingearbeitet werden.
      Viele Leguminosen wie Sommerwicke (Vicia sativa), Gelbe Lupine (Lupinus luteus), Blaue Lupine (Lupinus angustifolius), Weiße Lupine (Lupinus albus), Persischer Klee (Trifolium resupinatum), Winterzottelwicke (Vicia villosa), Serradella (Ornithopus sativus) und Inkarnatklee (Trifolium incarnatum) eignen sich hervorragend als Gründüngung, weil sie mit Hilfe der sogenannten Knöllchenbakterien Stickstoff aus der Bodenluft (sie enthält 78% Stickstoff) gewinnen können und diesen speichern. Nach dem Schneiden dieser Gründüngungspflanzen gelangt der Stickstoff beim Verrotten der Pflanzen in den Boden und dient so als Dünger.
      Es gibt aber noch einige andere klassische Gründüngungspflanzen wie Gelbsenf (Sinapis alba), Bienenfreund (Phacelia tanacetifolia), Studentenblume (Tagetes spec.), Ringelblume (Calendula officinalis), Ölrettich (Raphanus sativus) und Spinat (Spinacia oleracea).
      Liegt ein sehr schwerer und verdichteter Boden vor, dann empfiehlt sich die Auswahl von Tiefwurzlern wie sämtliche Lupinen, Ölrettich und Winterraps. Diese bilden eine sehr tiefreichende, fleischige Pfahlwurzel aus, die nebenbei den Boden lockert und belüftet.
      Andere Arten wie Studentenblume und Ringelblume sind nützlich zur Schädlingsbekämpfung gegen Nematoden. Wenn es um eine Gründüngung für den Gemüsegarten geht, so sollte man beachten, dass nach Kreuzblütlern wie Raps, Ölrettich und Senf keine Kohlarten oder andere Kreuzblütler angebaut werden sollten. Alle Kreuzblütler begünstigen Kohlhernie, Nematoden und andere Schädlinge, weswegen man regelmäßig eine Pause einlegen sollte von ihnen.
      Gründüng dient aber nicht nur als Dünger, sondern ist auch sonst sehr nützlich:

      • beschattet den Boden und bewirkt Schattengare
      • unterdrückt das Wachstum von Unkraut
      • verhindert Bodenerosion durch Wind und Niederschlag
      • verbessert die Krümelstruktur des Bodens
      • verbessert die Wasserspeicherfähigkeit eines Bodens
      • reguliert Temperaturschwankungen im Bereich der Bodenoberfläche
      • begrünt kahle Flächen
      • verbessert die Besiedelung mit wichtigen Bodenlebewesen
    2. Pflanzen-Jauchen
      Viele Pflanzen enthalten Wirkstoffe die fungizid oder bakterizid wirken. Solche lassen sich mit ganz einfachen Methoden in Wasser lösen und dann als Spritzmittel gegen Pilze und andere Schädlinge einsetzen. Natürlich gibt es auch Wirkstoffe, die stärkend auf die Pflanze wirken oder wachstumsfördernd. Zu diesem Thema gab es aber schon einen Artikel, in dem sie alles Wissenswerte nachlesen können: Es geht auch ohne Gift – biologischer Pflanzenschutz mit Hilfe von Kräuterauszügen
    3. heimische Pflanzenarten
      Wählen Sie nach Möglichkeit heimische Pflanzenarten für ihren Garten aus, die auch vor Ort in einer ansässigen Gärtnerei oder Baumschule gezogen wurden. Man kennt dies ja von den Obstsorten, die regional ganz unterschiedlich angesiedelt sind. Alte Sorten haben sich in der Regel besonders für die vorherrschenden Klimaverhältnisse bewährt und bringen hohe Erträge. Oftmals wundert man sich, wenn Pflanzen aus dem Katalog nicht so Recht gedeihen wollen. Sie sind aber nun einmal an das Klima angepasst, in dem sie gezüchtet wurden.
      Natürlich sind neue Sorten von anderen Kontinenten oft sehr verlockend, da sie vielleicht sehr besondere und auffallende Blüten oder Laub tragen. Nicht selten verhalten sich solche Pflanzen bei uns dann ganz anders als erwartet. Entweder sie wachsen nicht so prächtig wie sie sollen, weil sie das Klima nicht vertragen oder aber sie verhalten sich aggressiv dominant gegenüber unseren heimischen Arten. So etwas kann manchmal sehr weitreichende Folgen haben wie man vom Drüsigen Springkraut und von der Goldrute heute weiß.

  4. Sonnenuntergang

    Die Luft

    Luft ist ja bekanntlich ein Gemisch aus verschiedenen Gasen. Den größten Anteil haben Stickstoff (ca.78%) und Sauerstoff (ca.21%) sowie Argon (ca. 0,9%) und Kohlenstoffdioxid (ca. 0,04%). Bekanntermaßen brauchen Pflanzen das Kohlenstoffdioxid für die Photosynthese, ihrem Stoffwechselvorgang. Bei der Photosynthese entsteht Sauerstoff, der wieder an die Luft abgegeben wird.
    Als Gärtner kann man die Luft als solches für seinen eigenen Garten nur schwer beeinflussen. Schlagworte wie „saurer Regen“ und „Waldsterben“ dürften bekannt vorkommen und das Bewußtsein dafür wecken, die allgemeine Luftverschmutzung nach Kräften zu reduzieren. Diese gelangt nämlich mit Regen und Nebel in den Boden und sorgt dort für Prozesse, die den Pflanzen schaden.
    Man darf jedoch stolz darauf sein, dass man als Gärtner dazu beiträgt, Pflanzen zu pflegen und zu vermehren. Pflanzen produzieren nicht nur den für Menschen so wichtigen Sauerstoff, sondern sie filtern und reinigen die Luft auch auf viele unterschiedliche Arten. Desweiteren verbessern sie deutlich das Klima in Großstädten, Wohnungen und anderen unwirtlichen Lebensbereichen des Menschen und vollbringen so manche andere Wunder, wenn man nur alleine ihre Heilkräfte bedenkt.


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Berta Rausch am 10. Februar 2011 in Allgemein, Bewässerung, Gartenarbeit

Gartengestaltung:
Wie vom Profi, aber selbst gemacht

Der Winter ist die beste Jahreszeit, um die Planung für einen neuen Garten in Angriff zu nehmen oder um den vorhandenen Garten zu überdenken. Da der Garten sich natürlicherweise immer weiter entwickelt durch das fortschreitende Wachstum der Pflanzen, kann man ihn als einen ewig andauernden Prozess betrachten, in den die Hand des Gärtners immer wieder gestalterisch eingreift.
Auch wenn ein Garten schon seid vielen Jahren existiert, so wird man immer wieder Stellen finden, die man verändern oder verbessern möchte, denn der Garten ist und bleibt ein Kulturgut des Menschen, dass immer wieder neuen Einflüssen und Bedürfnissen ausgesetzt ist und sich dadurch beständig weiterentwickelt.

Zunächst eine Definition des Begriffs: Garten

Traditionell bezeichnet das Wort Garten ein zum Schutz mit einem Zaun oder einer Mauer umfriedetes Stück Land, das für die Kultivierung von Nutz- und Zierpflanzen verwendet wird. Ursprünglich diente der Garten ausschließlich dem Zweck der Ernährung der Familie und war damit ein reiner Nutzgarten, in dem man Gemüse, Obst, Beeren und Kräuter vorfand.
Kensington GardensMit der kulturgeschichtlichen Entwicklung des Menschen veränderte sich zunehmend auch das Bild des Gartens. Der Garten erfüllte dann auch andere Funktionen wie Ort der Repräsentation und der Erholung. Mit der Entdeckerlust enstanden zunehmend botanische Gärten, in denen exotische Pflanzen aus der ganzen Welt gesammelt und gezüchtet wurden. Je nach dem wie das Verhältnis des Menschen zu der Natur gesehen wurde, so entwickelten sich auch neue Gärten.
Heute kennt man vor allem den privaten Hausgarten, botanische Gärten und Parkanlagen, sowie Themengärten, die sich einer bestimmten Pflanzenart widmen (z.B. der Rosengarten) einer bestimmten Stilrichtung (z.B. der barocke Garten) einer Landschaft (z.B. alpine Garten) oder einem künstlerischen, religiösem, spirituellem oder auch therapeutischem Aspekt (z.B.Zen-Garten, Feng-Shui-Garten).
All diese Möglichkeiten können im eigenen Garten genutzt werden. Wer die Wahl hat, hat die Qual. Leider, oder zum Glück, lassen sich aber nicht alle Ideen immer überall umsetzen. Wenn man also seinen eigenen Garten planen möchte, so sollte man erstmal mit einer Bestandsaufnahme beginnen.



Mit Zirkel, Bleistift und Lineal zum neuen Garten

Gartenplan
  1. Nehmen Sie einen Grundriss von Ihrem Haus mit Grundstück zur Hand. Desweiteren benötigen Sie Transparentpapier, Bleistift, farbige Stifte, Lineal, Zirkel und ein Geodreieck. Legen Sie einen Bogen des Transparentpapiers auf den Plan zeichnen sie die Grundstückslinie und den Umriss des Gebäudes einmal durch. Nun haben Sie einen Plan, auf dem Sie Ihre Bestandsaufnahme einzeichnen können. Zur Bestandsaufnahme gehören bereits vorhandene Baulichkeiten wie Zufahrt, Terrasse, Wege, Gartenhaus, Gewächshaus, etc. und schon vorhandene Bepflanzung.
    All diese Elemente sollten maßstabsgerecht eingezeichnet werden. Häufig sind Grundstückspläne im Maßstab 1:100. Dies bedeutet 1 cm auf dem Papier entspricht 100 cm in der Wirklichkeit. Eine Terasse, die tatsächlich 2 x 4 m misst, wird auf dem Papier ein Rechteck von 2 x 4 cm. Zeichnen Sie alle Baulichkeiten mit ihren umrissen ein. Bäume oder Sträucher werden durch einen Kreis dargestellt mit einem Punkt in der Mitte für den Stamm. Hat die Krone eines Apfelbaums einen Durchmesser von 4 Metern, so zeichnet man den Kreis mit einem Durchmesser von 4 cm.
  2. Die Lage des Gartens und der darin befindlichen Elemente zur Himmelsrichtung ist ganz entscheidend wichtig für die Beurteilung der Lichtverhältnisse, der Windeinflüsse und des Kleinklimas. Zusammen mit dem tatsächlichen Klima des Ortes, der Bodenqualität und der Geländeneigung sind dies die wichtigsten Aspekte, die darüber entscheiden werden, welche Bepflanzung und Gartenbereiche an welcher Stelle sinnvoll sind.
    Am besten erstellt man sich einfach von Hand ein paar kleine Diagramme zu diesen Themen. Hierfür legt man wiederum einen Bogen Transparentpapier über seine Bestandsaufnahme und zeichnet darauf von Hand zum Beispiel den Schattenwurf des Gebäudes und der Bestandspflanzen sowie vom Nachbarhaus (wenn vorhanden) mit Hilfe einer farbigen Schraffur. Besonders aussagekräftig wird so eine Zeichnung, wenn man einmal den Schattenwurf zeichnet wie er morgends fällt, dann mi einer anderen Farbe den Schattenwurf mittags und mit einer dritten Farbe den Schattenwurf am Abend. Dadurch erhält man einen sehr guten Überblick darüber, an welchen Orten viel Schatten und viel Sonne zu erwarten sein wird.
    Ähnliche Zeichnungen kann man zum Thema Wind, Lärm, Temperatur, etc. anfertigen.
  3. Nun beginnt der schöne Teil: Erstellen Sie eine Liste all der Elemente, die Sie sich für Ihren Garten wünschen. Gemeint sind Dinge wie Sitzplatz unterm Baum, Schaukel, Kinderspielplatz, Rosenbogen, Obstbäume, Sichtschutzhecke, Blumenbeet, Gemüsebeet, Obstbäume, Ziersträucher, Kompostplatz, Wege, Gartenteich, Feuerstelle, Grillplatz, etc. Der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt. Zunächst einmal dürfen Sie so richtig schwelgen. Oftmals hilft hierbei das Durchblättern von schönen Gartenbüchern und Gartenmagazinen, um den Ideen auf die Sprünge zu helfen.
    Die Ernüchterung folgt auf dem Fuß, denn als nächstes müssen Sie jeden einzelnen Punkt auf Ihrer Liste auf seine Umsetzbarkeit überprüfen. Überlegen Sie genau, ob die Lichtverhältnisse in Ihrem Garten geeignet sind. Rosen, viele mediterrane Kräuter, Gemüsebeet oder ein Gartenteich braucht auf jeden Fall viel Sonne. Desweiteren ist zu bedenken wieviel Pflege Sie später für den Erhalt Ihres Gartens investieren wollen. Blumen- und Gemüsebeete sind sehr pflegeintensiv. Geschnittene Hecken und große Rasenflächen ebenso. Gartenteich und Ziersträucher brauchen dagegen weniger Pflege. Streichen Sie in Ihrer Liste, was nicht möglich erscheint.
  4. Jetzt darf entworfen werden. Nehmen Sie sich wieder ihren Bestandsplan zur Hand und legen Sie los. Zunächst sollte mit Bleistift gezeichnet werden. Später können Sie dem ganzen Bild mit Farbe Leben einhauchen. Man muss für einen Entwurfsplan kein großer Künstler sein, denn es gibt ganz einfache Symbole, die für Hecken, Rasenflächen, Bäume, Strächer, Beete, Wasserfläche, etc stehen und die man auch mit einem Mangel an künstlerischer Begabung durchaus zustande bringt. Achten Sie nur wieder auf den Maßstab.
    Manchmal ist es leichter, sich die Elemente aus buntem Papier auszuschneiden, damit man sie auf dem Plan ganz einfach hin und herschieben kann, um den richtigen Platz zu finden. Am besten beginnt man mit den baulichen Elementen wie Terrasse, Sitzplatz, Wege. Dann beschäftigt man sich mit der Grenzgestaltung. Möglich sind da Zäune, Mauern, Sichtschutzwände sowie Hecken und Wälle. Zu beachten sind in dem Bereich die richtigen Abstände und Höhen zu den Nachbarn. Diese können durch einen Bebauungs- und Grünordnungsplan extra geregelt sein. Für Mauern muß eine Baugenehmigung beantragt werden. Dann folgen Rasenflächen, Bepflanzung für die sonnigen Bereiche sowie Bäume und Sträucher.
    Abschließend sollte unbedingt noch einmal auf einem gesonderten Blatt der Schattenwurf von Bäumen, Sträuchern und Hecken überprüft werden.
    Gartenlegende Gartenlegende
    Gartenlegende Gartenlegende
  5. Steht der endgültige Entwurf, so kann man abschließend den Verlauf von Wasser- und Elektroleitungen festlegen. Gerade für die Gartenbewässerung sollte hier noch einmal gründlich überlegt und nicht gespart werden. Behalten Sie eventuell auch mögliche Änderungen im Auge, die in den folgenden Jahren anstehen könnten. Werden die Kinder größer, so wird eine große Rasenfläche unnötig. Als Umgestaltung bietet sich dann besonders der Gartenteich an. der sicherlich beleuchtet werden soll.
  6. Wenn die grobe Planung fertig ist, geht es an die Feinheiten: Die Auswahl der Pflanzen.
    Viele Aspekte spielen hier eine Rolle. Wie sind natürlich die Lichtverhältnisse und der Boden? Soll ein bestimmtes Thema verwendet werden wie der Bauerngarten, ein blauer, weißer, roter oder bunter Garten? Heimische oder exotische Pflanzen?
    Wie so oft gilt auch hier das Motto: Weniger ist meistens mehr. Man pflanzt nicht das endgültige Bild, das man im Kopf hat, denn Pflanzen wachsen nun einmal und brauchen in den ersten Jahren Platz zum Entfalten. Lassen Sie sich Zeit und legen Sie erstmal die wichtigsten Elemente fest. Es ist immer Schade, wenn man nach wenigen Jahren pflanzen entfernen muss, weil Sie sich gegenseitig zu stark Konkurrenz machen.

Bis zum Frühjahr ist auf jeden Fall noch genügend Zeit, um Ideen zu entwickeln und die Umsetzung vorzubereiten. Möglicherweise kann nicht alles selbst gebaut werden, doch wenn man die richtige Vorarbeit geleistet hat, dann weiß man, was man wirklich will und kann dann gezielt in Verhandlung treten mit dem Landschaftsgärtner, der die Ideen umsetzen soll.

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Berta Rausch am 03. Januar 2011 in Allgemein, Gartengestaltung, Jahreszeiten