Der Schmetterling (Lepidoptera)
– das schönste Flatterding im Garten

Admiral

Einen Schmetterling
– so zierlich schön –
habe ich heute
in unserem Garten gesehen.

Pfauenauge
Kleiner Fuchs

Er flatterte
auf und ab
und brachte alles
um sich herum auf Trab.

Admiral
Diestelfalter

Ich wollte ihn fangen,
doch nein – er war so klein,
und seine bunten Flügel
waren wie Sonnenschein.

Trauermantel
Pfauenauge

Da flatterte er daher,
ganz leicht im Wind,
und die Zeit flog mit ihm fort,
so ganz geschwind.

Diestelfalter

Seitdem der Schmetterlingsstrauch (Buddleja davidii oder alternifolia) in voller Blüte dasteht, fallen sie einem wieder vermehrt ins Auge, die Schmetterlinge (Lepidoptera).
Den meisten Menschen sind vor allem die Tagfalter ein Begriff wie Pfauenauge, Admiral, Kohlweißling, etc., die tagsüber auf Nahrungssuche gehen und in vielen Fällen als wunderschöne buntgemusterte Flecken durch die Lüfte torkeln.
Schmetterlinge sind dabei nicht nur hübsch anzuschauen. Im Laufe ihres Lebens durchlaufen sie verschiedenste Entwicklungsphasen und beeinflussen den Garten jeweils unterschiedlich im positiven und negativen Sinne.

Die Metamorphose des Schmetterlings

Schmetterlinge stellen eine eigene Ordnung dar in der Gruppe der Insekten. In Europa sind ca. 3000 Arten bekannt. Dies mag einem zunächst viel erscheinen, wenn man kurz inne hält und die Arten aufzählt, die einem sofort in den Sinn kommen. Doch darf man nicht vergessen, dass die Gruppe der Schmetterlinge sowohl Tagfalter als auch Nachtfalter umfasst, welche uns besser bekannt sind als Motten.
Diese erste Einteilung geschieht durch die Tageszeit, während der der entsprechende Schmetterling auf Nahrungssuche geht.
Damit ist das Pferd jedoch von hinten aufgezäumt, denn der fertige Falter ist das Endstadium des Schmetterlings, der sogenannte Imago. Beginnen wir also am Anfang der Entwicklung:

  1. In diesem Fall beginnt die Geschichte mit dem Ei. Das Weibchen legt nach der Befruchtung zwischen 20 und 1000 Eier ab, aus denen dann die Raupen schlüpfen. Diese Eier werden je nach Art als ein Gelege oder in Grüppchen an verschiedenen Orten „angeklebt“. Die meisten Raupen schlüpfen schon nach 2-4 Wochen. Es gibt aber auch Schmetterlingsarten, deren Eier überwintern.
  2. Raupe_Kohlweißling Die Raupe ist das Larvenstadium des Schmetterlings und damit auch die Form, in der er das meiste frißt. Genaugenommen tut die Raupe nichts anderes als fressen, wachsen und sich vier- bis fünfmal häuten. Selbsterklärend ist das Larvenstadium damit die schädlichste Zeit in der Entwicklung des Schmetterlings für den Garten, denn er ernährt sich nun von Blättern, Nadeln, Blüten, Samen oder Früchten verschiedener Pflanzen, wobei viele Arten auf bestimmte Pflanzen spezialisiert und angewiesen sind. Genannt sei hier der Kohlweißling, dessen Raupen innerhalb kürzester Zeit einen starken Lochfraß an Kohlblättern bis hin zum Skelettierfraß verursachen können und oftmals auch im Inneren der Kohlköpfe wüten.

  3. Hat die Raupe genug gefressen und ihre Endgröße erreicht, so verpuppt sie sich. Die Puppe ist damit das Ruhestadium des Schmetterlings.Während dieser Puppenruhe verändert sich der Körper des Schmetterlings scheinbar komplett. Die sogenannte Metamorphose findet statt, denn jetzt wird aus der dicken und schwerfälligen Raupe der bunte und leichtflügelige Schmetterling. Die Puppe selbst kann sich kaum bewegen. In den meisten Fällen kann sie nur das Hinterteil leicht bewegen und sich dadurch in eine rollende Bewegung versetzen.
    Um sich vor Fressfeinden in diesem Stadium zu schützen, bleibt ihnen nur die Tarnung oder ein sicheres Versteck. Tatsächlich sehen die Puppen häufig aus wie ein verwelktes Blatt. Ein weiterer Schutzmechanismus, der sehr bekannt sein dürfte, ist das Einspinnen in einen Kokon wie es die Seidenspinner-Raupe vollzieht. Für die Herstellung des Kokons produziert sie einen ca. 500 m langen Faden. Dieser Faden ist das Material, aus dem Seide gesponnen wird. Hierfür wird der Faden maschinell abgewickelt und auf Spulen wieder aufgewickelt in den Seidenplantagen, in denen die Seidenspinner-Raupen extra für diesen Zweck gezüchtet werden.
    Man erkennt das Ende der Puppenzeit häufig an einer Dunklerfärbung der Puppe und am sichtbarwerden der Flügel durch die Puppenhülle hindurch. Das Schlüpfen passiert entweder, indem die Puppe an einigen Stellen aufplatzt oder es ist eine Art Deckel vorhanden, den der Schmetterling von innen aufdrückt. Ist er vollständig geschlüpft, so ist er noch nicht sofort flugtauglich, da sich seine Flügel erst noch entfalten und trocknen müssen.
  4. Der Schmetterling ist fertig, sobald er fliegen kann. Er ist „erwachsen“ geworden. Seine Lebensdauer beträgt ab jetzt je nach Art zwischen einem Tag und 10 Monaten. Ein Tagfalter lebt im Durchschnitt etwa zwei bis drei Wochen. In dieser Zeit darf er das Leben genießen. Er ernährt sich vom Blütennektar, den er mit seinem langen Saugrüssel aufnimmt und bestäubt dabei als ausgezeichneten Nebeneffekt die Pflanzen im Garten. Manche Pflanzen sind sogar komplett auf den Schmetterling bei der Bestäubung angewiesen, da sie so tiefe und enge Blütenkelche bilden wie beispielsweise einige Orchideenarten. Der fertige Schmetterling ist also wieder eher ein Nützling im Garten und kein Schädling wie seine Raupe.
    Letztendlich ist das Ziel des Schmetterlingsdaseins aber nicht die Bestäubung der Pflanzen und auch nicht die Zierde eines jeden Gartens, sondern die Fortpflanzung. So sterben die meisten Schmetterlinge auch direkt nach der Eiablage. Nur wenige Arten können als Schmetterling überwintern. In unseren Breiten macht das nur das Tagpfauenauge, das man immer mal wieder im Winter im Haus herumflatternd findet, weil es durch die Wärme aus seinem Versteck gelockt wurde. Schmetterlinge sind nämlich wechselwarm. Sie werden erst ab einer bestimmten Temperatur aktiv und verfallen bei Kälte in eine Starre. Um sich zu aktivieren nutzen sie entweder die Wärme der Sonnenstrahlen oder sie erwärmen sich durch das Schlagen mit den Flügeln.
  5. Knallige Farben, exotische Muster und lustige Auswüchse

    Was wie eine Beschreibung eines Clowns klingt, sind die Abwehr- und Abschreckmechanismen der Schmetterlinge und ihrer Raupen gegen Fressfeinde und die Eigenschaften, die das menschliche Auge so erfreuen.
    Hier eine kleine Bilderauswahl, um diese Vielfältigkeit zu zeigen:

    Schlehenbürsterspinner Pfauenauge Schwalbenschwanz

    Die Farben und Muster wie beispielsweise die Augen auf den Flügeln des Tagpfauenauges dienen dem Zweck, Vögel oder andere Feinde zu verwirren oder zu erschrecken, indem die Augen von großen Tieren imitiert werden oder sich der Schmetterling tarnt, indem er das Aussehen eines anderen Tieres animmt. Diese Methode verwendet zum Beispiel der Hornissen-Glasflügler. Ein Schmetterling, der einer Hornisse zum Verwechseln ähnlich sieht. Diese Art der Tarnung bezeichnet man auch als Mimikry und wird von vielen Tierarten verwendet.
    Manche Schmetterlingsraupen wählen da jedoch eine deutlich unauffälligere Variante. Sie ähneln in Farbe und Form so sehr kleinen Zweigen, dass man sie für solche hält und nicht als Raupen identifiziert solange sie sich nicht bewegen.

    Wie holt man sich Schmetterlinge in seinen Garten?

    Die natürlichen Lebensräume der Schmetterlinge gehen stetig zurück durch die Ausbreitung des Menschen. Da ist es nicht nur eine schöne, sondern auch eine nützliche Idee, gute Lebensbedingungen für Schmetterlinge im Garten zu schaffen. Im Folgenden soll erklärt werden, welche Lebensbedingungen dies sind:

    • Grundsätzlich ermöglichen sämtliche Elemente eines „Naturgartens“ den Schmetterlingen einen guten Lebensraum. Damit ist gemeint kleine ökologische Inseln oder Nischen zu schaffen mit heimischen Wildpflanzen und vielen Rückzugsmöglichkeiten für Tiere. Wo viele heimische Wildblumen, Kräuter, Unkräuter und natürliche Wildhecken in ausgewogenen Pflanzengesellschaft wachsen dürfen, da werden auch Schmetterlinge und andere seltene Tiere bald zu Hause sein.
    • Bestimmte Pflanzen dienen besonders vielen unterschiedlichen Arten an Schmetterlingsraupen und fertigen Schmetterlingen als Nahrungsquelle. Besonders erwähnenswert sind hier: die Eiche (Quercus in Arten), die Weiden (Salix in Arten), Pappeln (Populus in Arten), Birken (Betula in Arten), der Weißdorn (Crataegus in Arten), die Schlehe (Prunus spinosa), die Hasel (Corylus in Arten), Rosen (Rosa in Arten), Himbeeren (Rubus idaeus) und Brombeeren (Rubus fruticosus), Brennesseln (Urtica in Arten), viele Kräuter und die folgenden Garten-Stauden:
      • Rote Schaf-Garbe (Achillea millefolium und Hybriden)
      • Astern (Aster in Arten und Sorten)
      • Spornblume (Centranthus ruber)
      • Silberkerze (Cimicifuga in arten und Sorten)
      • Nelken (Dianthus in Arten und Sorten)
      • Purpur-Sonnenhut (Echinacea purpurea)
      • Kugeldistel (Echinops in Arten und Sorten)
      • Sonnenbraut (Helenium Hybriden)
      • Garten-Sonnenblume (Helianthus decapetalus ‚Capenoch Star‘
      • Alant (Inula in Arten)
      • Lavendel (Lavandula angustifolia)
      • Blut-Weiderich (Lythrum salicaria)
      • Indiandernessel (Monarda Hybriden)
      • Katzenminze (Nepeta faassenii)
      • Majoran (Origanum in Arten)
      • Garten-Flammenblume (Phlox paniculata-Hybriden)
      • Große Braunelle (Prunella grandiflora)
      • Salbei (Salvia in Arte )
      • Purpur-Fetthenne (Sedum telephium ‚Herbstfreude‘)
    • Der Verzicht auf chemische Spritzmittel gegen Schädlinge ist unerlässlich. Genauso sollte bei den Düngemitteln auf ökologische Verträglichkeit geachtet werden.
    • Besonders in sehr heißen und trockenen Sommern benötigen Schmetterling eine Wasserquelle. Wunderschön wäre natürlich ein naturnah angelegter Gartenteich oder andere Feuchtgebiete wie Sumpf- oder Moorbeete. Letztendlich reicht jedoch auch eine versteckt eingebaute Vogeltränke.

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Berta Rausch am 04. August 2010 in Allgemein, Fauna & Flora, Gartengestaltung

Pflanzen mit Charakter
Pfingstrosen, Türkenmohn, Tomaten & Co
Eine Geschichte von
Liebe, Hass & Standhaftigkeit

Der Frühling kommt immer mit schöpferischer Kraft und Lust auf Neubeginn. Wenn der Zeitpunkt erreicht ist, an dem man den Triebspitzen beim Wachsen zuschauen kann, dann juckt es auch dem ältesten Gärtner in den Händen, dass endlich die im Winter entwickelten neuen Ideen für den Garten umgesetzt werden können.

Bei einem jungen oder gar frisch angelegten Garten gibt es da viel zu tun, was aber machen, wenn der eigene Garten schon über Jahre perfektioniert wurde?

Dann bleibt auf jeden Fall die Umgestaltung der Beete. Neue Pflanzen können ausprobiert werden, andere Pflanzenvergesellschaften zusammengestellt werden und nebenbei ist dies auch der richtige Zeitpunkt, um alte Stauden zu teilen.

Gerade die alteingesessenen Damen und Herren haben da so manch menschliche Eigenschaften: Sie bestehen auf ihren Standort oder wollen ihn immer nach einem Jahr wechseln, sie mögen die direkte Nachbarschaft bestimmter Arten gerne oden lehnen sie ab, manche wollen sogar andere Exemplare nicht in der direkten Umgebung wissen.

Bevor also wild geteilt und umgepflanzt wird, gibt es so manches zu bedenken und zu planen.
Im folgenden Stelle ich ein paar besondere „Sturschädel“ oder netter ausgedrückt „Charakterköpfe“ unter den Gartenpflanzen vor:

  1. Die Standhaften

    Türken-Mohn

    Türken-Mohn
    (Papaver orientale)

    Der Mohn ist der typischer Vertreter der Standhaftigkeit. Einmal einen Platz gefunden wird dieser nie mehr verlassen.
    Natürlich gibt es dafür einen trifftigen Grund:
    Mohngewächse sind Tiefwurzler und bilden mit der Zeit eine sehr starke Pfahlwurzel. Man kann sie also im Grunde genommen irgendwann nicht mehr ausgraben ohne die Wurzel zu verletzen. Tiefes Hacken im Wurzelbereich zur Bodenlockerung und -belüftung sind somit ebenfalls ungesund für den Mohn.
    Ist er jedoch am richtigen Standort mit einem durchlässigen, nährstoffreichen Boden, so kann er das Herz jahrelang erfreuen mit üppigen, leuchtenden Blüten.
    Die Pfahlwurzeln reagieren sehr leicht mit Schimmelbildung und Fäulnis bei Staunässe.

    Zwei weitere Pflanzenarten, die gleiche Bedürfnisse haben wie der Türken-Mohn sind übrigens Lupinen (Lupinus polyphyllus-Hybriden) und das Tränende Herz (Dicentra spectabilis).

    Pfingstrosen
    (Paeonia Arten und -Hybriden)

    Pfingstrosen gehören ebenfalls zu den „Lass mich bloß in Ruhe“ – Pflanzen, denn sie möchte auch ein Leben lang am gleichen Platz wohnen, aber sie haben etwas andere Ansprüche.
    Pfingstrosen sind Flachwurzler. Sie lieben einen sehr sonnigen und möglichst windgeschützten Standort in nährstoffreicher Erde. Man pflanzt die Paeonien sehr dicht unter der Oberfläche (maximal mit 5 cm Erde bedecken), da sie sonst nicht oder nur sehr mäßig blühen. Außerdem begünstigt tieferes Pflanzen die Stengelfäule, für die sie leider sehr empfindlich sind.
    In Folge fällt die Pflege von Pfingstrosen sehr mäßig aus. Man darf nur vorsichtig und ganz oberflächlich die Erde lockern oder sogar abtragen, um sie durch guten Gartenkompost zu ersetzen. Das Anhäufeln zum Schutz der jungenTriebe im Frühjahr vor späten Frösten, sollte man auch lieber weglassen und statt dessen eine Pflanzhaube verwenden. Diese gibt es aus Kunststoff oder Glas und können sogar optisch als Dekoration im Garten wirken. Am richtigen Standort können Pfingstrosen leicht 100 Jahre alt werden.
    Stockrose

    Taglilien
    (Hemerocallis Arten und -Hybriden)

    Taglilien wollen auch noch standhaft bleiben. Wenn man für sie den richtigen Platz finden will im Garten, so muß man im Auge behalten, dass sie sich mit den Jahren noch gut ausbreiten werden und Platz benötigen (leicht 1 m²). Möchte man sie doch teilen, so kann dies bedeuten, dass sie 1-2 Jahre Zeit brauchen, um wieder in alter Blütenpracht zu erscheinen.
    Platz sollte man ebenso bei Stockrosen (Alcea ficifolia und A. rosea) und Lilien (Lilium Arten und _Hybriden) einplanen. Am richtigen Standort mit ausreichend Platz können Stockrosen tatsächlich mehrere Jahre ausharren.

    Tomate

    Tomate
    (Solanum lycopersicum)

    Tomaten gehören bei uns nicht zu den mehrjährigen Pflanzen, da sie überhaupt keinen Frost vertragen. Trotzdem wollen Tomaten jedes Jahr den gleichen Platz an der Sonne haben. Sonnig,nährstoffreich, wind- und regengeschützt, so liebt sie es. Tatsächlich liebt sie sich selbst sogar im Kompost und gehört damit zu den standhaften Charakterpflanzen wie auch zu den liebenden. Dies betrifft ganz genauso die Kartoffeln (Solanum tuberosum)

  2. Die Liebenden

    Wermuth (Artemisia absinthium)

    Wermuth ist eine Pflanze der ganz großen Gefühle. Sie liebt und sie hasst in gleicher Intensität und gehört damit auch in die Gruppe der Hassenden. In seiner Nähe hält es keine andere Pflanze aus außer die Johannisbeere, die in seiner direkten Nachbarschaft sogar deutlich ertragreicher wird. Wermuth schützt die Johannisbeere vor dem Säulenrost. Dies liegt wohl an den vielen Substanzen, die er bildet und zu denen unter anderem starke Bitter- und Gerbstoffe, Harze und Vitamin B und C gehören.
    Im Gegenzug sorgen genau diese Substanzen aber auch dafür, dass sogar Giersch und Quecke das Weite suchen.
    Nicht umsonst ist ja auch das Produkt, das aus Wermuth bekanntermaßen gewonnen wird sehr unberechenbar: der Absinth!

  3. Die Hassenden

    Liebstöckel (Levisticum officinale)

    Liebstöckel ist sehr durchsetzungsstark und setzt sich deutlich gegen seine Nachbarn durch. Er gehört zu den Gewürz- und Heilpflanzen und enthält als solche jede Menge Gerb- und Bitterstoffe sowie in seinem speziellen Fall das Gift Cumin. Dieses ist bekannt als Mäusegift und kann in sehr hohen Dosen sogar für den Menschen gefährlich werden. Mit Hilfe seiner Inhaltsstoffe hemmt er das Wachstum seiner Nachbarn und breitet sich statt dessen selber kräftig aus.
    Ähnlich verhält es sich auch mit Wermuth (Artemisia absinthium) und Beifuß (Artemisia vulgaris).

    Rittersporn

    Rittersporn
    (Delphinium in Arten, Sorten und -Hybriden)

    Rittersporn hasst seine Verwandten und manchmal sogar sich selbst. Er ist ein wahrer Narzist und duldet seinesgleichen nicht in einem Umkreis von ca. 1 m. Nur sehr selten gelingt es, ein weiteres Exemplar in die direkte Nähe eines schon vorhandenen zu setzen und zum Gedeihen zu bekommen. Möchte man ihn bei „guter Laune“ halten, so sollte man ihn mit anderen hochwachsenden Stauden umgeben bevor man ihm einen Verwandten als Nachbarn gibt. In Frage für solche Barrierepflanzungen kommen beispielsweise die Sonnenbraut (Helenium-Hybriden), die hohen Sonnenhut-Arten (Rudbeckia maxima und R.nitida), Staudensonnenblumen (Helianthus-Arten) und hohe Raublattastern (Aster novae-angliae).
    Ähnlich wie beim Rittersporn verhält es sich auch bei der Flammenblume (Phlox Paniculata-Hybriden). Mehr als drei Verwandte an einem Platz hält auch er nicht aus. Dieses liegt in diesem Fall allerdings weniger an der Selbstunverträglichkeit, sondern am steigenden Risiko des Schädlingsbefalls, das signifikant steigt, je größer eine Phlox-Anpflanzung wird. Sowohl Echter Mehltau als auch Stengelälchen machen sich dann gerne breit und lassen ihn verkümmern.


    Rose

    Rosen (Rosaceae)

    Auch die Familie der Rosen ist sehr narzistisch veranlagt, aber wen wundert das schon bei der Königin der Blumen?! Dies äußert sich in diesem Fall darin, dass die Rose die erste ihrer Art an einem Standort sein will. Möchte man einen alten Rosenstock durch einen jungen ersetzen, so kommt man nicht umhin, die Erde weiträumig und bis zu einer Tiefe von ca. 1 m auszutauschen.
    Dies gilt ebenfalls für den Rittersporn (Delphinium in Arten und Sorten). Wie zuvor schon erwähnt ist er ja seinem Namen alle Ehre verleihend ein wahrer Heißsporn und verträgt in seltenen Fällen noch nicht einmal kleine Bestandteile seiner selbst am gleichen Ort. Dies sollte man unbedingt bei Teilung der Staude beachten und gegebenenfalls lieber gleich ganz neue Plätze für die Pflanzen finden.
    Staudenmargarite (Leucanthemum in Arten und Sorten), Petersilie (Petrosilium), Gartenkresse (Lepidium sativum), Meerrettich (Armoracia rusticana ), Erbsen (Pisum sativum), Erdbeeren (Fragaria in Arten und Sorten) und Tulpen (Tulipa in Arten und Sorten) mögen ebenfalls nicht an den Standort eines Vorgängers gepflanzt werden und müssen auch noch zusätzlich in den meisten Fällen jährlich im Garten umziehen, weil sie sich selbst dann nicht mehr ertragen. Je nach Pflanzenart kann es zwischen drei bis zehn Jahre dauern bis die Beete wieder mit ihresgleichen bestückt werden können.


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Berta Rausch am 15. März 2010 in Allgemein, Fauna & Flora, Gartenarbeit, Jahreszeiten

Katzenminze (Nepeta)
Die Staude des Jahres 2010

KatzenminzeDie Katzenminze (Nepeta in Sorten und Arten) gehört mit ihren ca. 250 Arten zur Familie der Lippenblütler (Lamiaceae).
Die meisten Arten sind mehrjährige, krautige Pflanzen, die eine Höhe von 20 bis 150 cm erreichen. Es gibt aber auch vereinzelt Halbsträucher und einjährige Arten. Die Wuchsform ist breit halbkugelförmig bis aufrecht buschig, einige Arten werden auch sehr ausladend und fallen auseinander.
An folgenden Merkmalen läßt sich Nepeta ganz einfach erkenne:

  • vierkantiger Stengel, der sehr oft behaart ist. Leider gibt es natürlich auch Exemplare mit kahlem Stengel.
  • die Blattstellung ist bei allen Arten kreuzgegenständig (dekussiert). Häufig sind die Blattränder gekerbt, gezähnt oder gewellt sowie behaart.
  • charakteristisch sind die kleinen blaulila Blüten, die in Scheinquirlen stehen wie es für die Familie der Lippenblütler typisch ist. Natürlich findet man deswegen auch die auffallenden fünfzähligen Lippenblütler-Blüten. Mittlerweile gibt es auch weiße, rosafarbene und gelbe Arten der Katzenminze

Standortansprüche:
Die meisten Arten der Katzenminze bevorzugen eher trockene und sonnige Standorte mit durchlässigen, kalkarmen Böden. Es gibt jedoch auch ein paar Arten, die frische bis feuchte Böden und halbschattige Standorte bevorzugen und sich gut als Unterpflanzung von lichten Gehölzen und Sträuchern eignen.
Welche Art nun welchen Standort bevorzugt, läßt sich wunderbar am äußeren Erscheinungsbild ihrer Laubblätter ablesen: Je schmaler, kleiner und behaarter die Blätter sind desto mehr Sonne verträgt die Pflanze. Die Blattfarbe wird dann wohl auch eher zu einem dumpgen graugrün tendieren. Dies sind alles Schutzmaßnahmen gegen starke Sonnenbestrahlung und die damit verbundene Gefahr der Verbrennung und übermäßigen Verdunstung von Wasser.
Nepeta-Arten mit größeren, unbehaarten Blättern mit leuchtender Färbung deuten auf einen höheren Wasserbedarf hin. Diese Pflanzen vertragen dann keine direkte Sonneneinstrahlung, sondern eben feuchte, halbschattige Standorte.
Besonderheiten und Verwendung:

  • Katzenminze gehört zu den ältesten heimischen Heilpflanzen in unseren Breiten. Schon im 1. Jahrhundert n.Chr. wird sie namendlich erwähnt. Genutz werden können grundsätzlich alle Bestandteile der Pflanze. Üblicherweise verwendet man aber nur die Blätter, die über viel ätherisches Öl verfügen und ein kampferartiges Poleiminze-Thymian-Aroma verströmen. Katzenminze wirkt kühlend und astringierend. Sie wird innerlich als Tee eingenommen bei Fieber und Grippe sowie bei Schlafstörungen in Kombination mit Melisse und Baldrian als auch bei Herzklopfen und Reizbarkeit.
    Desweiteren wirkt sie harntreibend und krampflösend, weswegen sie auch bei nervösen Verdauungsstörungen, Durchfall, Magenverstimmungen, Koliken und Menstruationsbeschwerden zum Einsatz kommt.
  • Am bekanntesten ist sicherlich die Wirkung von Katzenminze auf Katzen, der sie sicherlich auch ihren Namen verdankt.
    Nepeta enthält den Wirkstoff Actinidin, der auf Katzen äußerst belebend und anregend wirkt. Dieses führt dazu, dass so manch eine Katze sich äußerst merkwürdig benimmt und die Katzenminze nicht überlebt. Wie verrückt wälzen und reiben sich die Katzen am und im Kraut, um die Überreste dann schließlich zu vertilgen. Angeblich soll es Katzen geben, die garnicht auf die Pflanze reagieren, aber meine Katzen haben bisher kein Exemplar überleben lassen. Wenn jemand einen guten Tip hat wie man trotz Katzen Nepeta im Garten zum Wachsen bekommt, wäre ich sehr dankbar.
    Tatsächlich wird Katzenspielzeug häufig auch mit getrockneter Katzenminze gefüllt, um es für die Katze interessant zu machen. Das Actinidin ist auch beim Baldrian (Valeriana officinalis) der Grund für die Behauptung, dass Baldrian nachts Katzen singen läßt.
  • Das ätherische Öl der Katzenminze wirkt sehr gut als Mücken-Abwehr wie amerikanische Chemiker herausgefunden haben. Auch gegen Pflanzenschädlinge soll es eine gute Wirkung entfalten. Deswegen gilt die Katzenminze selber als sehr widerstandsfähige Pflanze, die selten an Pflanzenschädlingen leidet. Pflanzt man sie in Gesellschaft von Rosen, so soll sie den Blattlausbefall mindern.
  • Verpasst man der Katzenminze einen Remontierschnitt nach der ersten Blüte, so blüht sie oft sehr zügig ein zweites Mal, weswegen sie gerne im Garten gesehen ist. Verwendung findet sie dort meistens als Beeteinfassung oder als Steingartenpflanze, da sie wirklich sehr gut Trockenheit überstehen kann. Vereinzelte Sorten eignen sich wie schon zuvor erwähnt als Unterpflanzung von Sträuchern und Gehölzen sowie als Staude für schattige und feuchte Plätze.


Baum des Jahres 2009 –
der Berg-Ahorn (Acer pseudoplatanus)

Bevor das Jahr 2009 nun fast schon seinen Abschied nimmt, bin ich auch noch als Spätzünder der Nation über unseren Baum dieses Jahres gestolpert:
Berg-Ahorn (Acer pseudoplatanus)
Berg-AhornDieser Baum gehört zu den stattlichsten in unseren Breiten mit einer Höhe von 25 bis 30 m (selten auch bis 40 m) und einer Kronenbreite von 15 bis 20 m. Bis zu 300 Jahre alt kann der ausladenede Berg-Ahorn werden.
Man findet ihn als Straßen- und Alleebaum, in Parkanlagen und in der freien Landschaft. Er wird auch als die „Eiche der höheren Lagen“ bezeichnet. Besonders
wohl fühlt er sich an Steilhängen, auf Geröllhalden und in feuchten Tälern. Daher natürlich auch der Name:Berg-Ahorn.
Am auffälligsten ist seine wunderschöne leuchtendgelbe Herbstfärbung, die ganze Landstriche prägt wie beispielsweise da Engtal im Karwendelgebirge, das auf Grund dieses Spektakels viele Touristen jährlich magnetisch anzieht.
Woher kennt man Den Berg-Ahorn noch?

  • Das Holz dieses Baumes gehört zu den Laubedelhölzern und ist äußerst wertvoll. Nicht wegzudenken ist es aus der Instrumentenbau-Branche, in der es als Klangholz in vielen Instrumenten zum Einsatz kommt wie bei Geigen, Lauten, Zittern und bei Fagott und Panflöte. Da es sich sehr gut polieren, beizen und färben läßt, wird der Berg-Ahorn ebenfalls zur Herstellung von Möbeln, Parkett und einfachen Küchengeräten wie Holzlöffeln, etc. verwendet.
  • Auch den Ahornsirup kennt wohl fast jeder. Vor allem alle die, die gerne Pfannkuchen oder Müsli zum Frühstück verzehren. Hauptsächlich wird dieser zwar aus dem nordamerikanischen Zucker-Ahorn (Acer saccharum) gewonnen, man kann aber auch den Berg-Ahorn dafür nutzen. Dieser produziert im Schnitt ca. 50l Saft im Frühjahr, während der Zucker-Ahorn das dreifache liefert.
  • Das Laub wird wegen des hohen Stickstoffgehaltes zum Teil noch bis heute als Viehfutter verwendet.



Wer bestimmt den „Baum des Jahres“?
Das erste Mal wurde 1989 ein „Baum des Jahres“ ausgewählt. Entstanden ist die Idee dazu in Wahlstedt in Schleswig-Holstein. Der Vorsitzende des Umweltschutzvereins Wahlstedt Dr. Silvius Wodarz war derjenige, der im Namen des Vereins die Stieleiche zum Baum des Jahres 1989 ausgerufen hat. Seitdem ist dieser Begriff zu einer feststehenden Institution in Deutschland geworden mit dem Zweck jedes Jahr einen heimischen Baum auszuwählen und ihn dadurch vermehrt ins Bewußtsein der Bevölkerung zu bringen.
Mittlerweile trifft die jährliche Wahl eine Kommission mit dem Namen: „Kuratorium Baum des Jahres“ in Berlin bestehend aus Angehörigen der Natur- und Umweltschutzverbände nach folgenden Kriterien:

  • In Frage kommen Bäume, die vom Aussterben bedroht sind (z.B.Speierling), eine besondere ökologische Bedeutung haben wie die Hainbuche oder die symbolisch für einen gefährdeten Lebensraum stehen können wie beispielsweise die Silberweide oder Schwarzerle für den Auwald. Möglich sind auch Bäume, die in heutiger Zeit aus unseren Wirtschaftswäldern verdrängt worden sind wie die Esche, um auch sie wieder mehr ins Bewußtsein zu bringen.
  • Es muß sich bei der Auswahl um eine heimisches Gehölz handeln.

Folgende Bäume wurden seit 1989 zum „Baum des Jahres“ gekürt:

Jahr Baumart Botanischer Name
2010 Vogel-Kirsche Prunus avium
2009 Berg-Ahorn Acer pseudoplatanus
2008 Walnuss Juglans regia
2007 Wald-Kiefer Pinus sylvestris
2006 Schwarz-Pappel Populus nigra
2005 Rosskastanie Aesculus hippocastanum
2004 Weiß-Tanne Abies alba
2003 Schwarz-Erle Alnus glutinosa
2002 Wacholder Juniperus communis
2001 Esche Fraxinus excelsior
2000 Sand-Birke Betula pendula
1999 Silber-Weide Salix alba
1998 Wild-Birne Pyrus communis
1997 Eberesche Sorbus aucuparia
1996 Hainbuche Carpinus betulus
1995 Spitz-Ahorn Acer platanoides
1994 Eibe Taxus baccata
1993 Speierling Sorbus domestica
1992 Berg-Ulme Ulmus glabra
1991 Sommer-Linde Tillia platyphyllos
1990 Buche Fagus sylvatica
1989 Stiel-Eiche Quercus robur

GinkoTatsächlich gibt es auch einen Baum des Jahrtausends: Der Ginko (Ginko biloba).
Wie ich finde einer der eindrucksvollsten Bäume überhaupt. Jeder hat vermutlich schon einmal Bilder von seinen Blättern gesehen. Botanisch gesehen gehört der Ginko jedoch garnicht zu den Laubbäumen, sondern zu den Nadelgehölzen. Verwandte des Ginkos, die der heutigen Art sehr ähnlich waren, bewuchsen schon im Zeitalter des Jura ( also vor knapp 200 Millionen Jahren) die Erde. Es handelt sich demnach um einen sehr robusten und starken Baum. Es heißt sogar, dass ein Ginko den Atombombenangriff auf Hiroshima überlebte. Diese Art wurde also zu Recht zum Baum des Jahrhunderts gewählt mit solch starkem Symbolcharakter.

Es gibt eine sehr ausführliche Webseite zu diesem Thema, der ich auch ausnahmsweise mal die Bilder in diesem Artikel entliehen habe.
Wer Informationen sucht zum Thema Baum des Jahres oder ganz allgemein zu heimischen Gehölzen, der findet hier reichhaltiges Material. Außerdem werden eine Menge Anregungen gegeben zu Projekten rund um den Baum. Sie können direkt über diesen Link dorthin gelangen: Baum des Jahres.de
Der Baum des Jahres 2010 – Die Vogel-Kirsche (Prunus avium)
Die Vogel-Kirsche ist sozusagen die Mutter unserer Kultur-Kirschbäume und daher auch als Wild-Kirsche bekannt.
Zweifellos ist sie einer der schönsten Bäume, da sie zu jeder Jahreszeit besondere Reize bereithält, die das Auge erfreuen.
Man findet sie an Waldrändern, in der freien Landschaft und in Parkanlagen und erkennt sie spätestens im April an ihrer ungeheuerlichen weißen Blütenpracht. Nicht umsonst hat die Kirschblüte bei den Japanern so einen hohen Stellenwert, dass sie zum traditionellen Kirschblütenfest Hanami einen Feiertag bekommen. Man kann diese Bäume während der Blüte wirklich nicht übersehen, wird man doch fast geblendet von soviel weißer Strahlenkraft.
Im Sommer folgen die leuchtenden, wohlschmeckenden Kirschen in rot bis schwarzrot, an denen sicherlich keiner vorbeigeht und der Herbst bringt eine eindrucksvolle leuchtende Herbstfärbung der Blätter mit sich.
Was hat die Vogel-Kirsche noch zu bieten?

  • Das Holz der Vogel-Kirsche ist sehr wertvoll und wird sehr gerne zur Möbelherstellung verwendet. Man erkennt esleicht, da es über einen rötlich-braunen dunkleren Kern und hellerem Splintholz besteht. Viele Biedermeier-Möbel wurden aus diesem Holz gemacht. Auch im Musikinstrumentenbau findet sie anklang, da dieses Holz gut gedrechselt werden kann und wunderschöne auffällige Flöten daraus entstehen.
  • Das man aus Kirschen allerlei kulinarische Köstlichkeiten produzieren kann muss wohl nicht weiter erwähnt werden, denn jeder kennt sie in Torten, Marmeladen, Alkoholischen Getränken und vielem mehr.
  • Die Vogel-Kirsche ist wichtig als Bienenweide und als Vogelnährgehölz
  • Sogar die Kirschkerne finden nützliche Verwendung. Gereinigt und getrocknet füllen sie sogenannte Kirschkernkissen, die ein unglaublich guter Ersatz für die herkömmliche Wärmflasche sind. Die Kerne speichern aufgewärmt in Ofen oder Mikrowelle ganz ausgezeichnet die Wärme.
    Zuletzt noch erwähnenswert der Rekord im Kirschkernweitspucken, der angeblich bei 21,71 m liegen soll.


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Berta Rausch am 08. Dezember 2009 in Allgemein, Fauna & Flora, Interessante Gartenseiten

Verwendung heimischer Gewächse als Heilkräuter (Fortsetzung 1)

Jetzt zum Herbstanfang, wo das Wetter trübe und grau wird,  sind mir zwei weitere Vertreter heimischer Heilpflanzen auf Grund ihrer leuchtenden Farben und Blühkraft geradezu ins Auge gesprungen. Kapuzinerkresse (Tropaeolum majus) und Boretsch (Borago officinalis).

Zugegebenerweise sind beide nicht ursprünglich heimische Pflanzen in Deutschland. Aber gerade im Garten haben sie mittlerweile einen festen Platz und sind nicht mehr wegzudenken. Viele wissen dabei aber nicht über ihre heilenden Qualitäten Bescheid.

KapuzinerkresseDie Kapuzinerkresse wurde im 16.Jahrhundert von den Spaniern aus Südamerika eingeführt. Sie ist nicht nur eine unglaublich ausdauernde und blütenreiche Pflanze, die mit ihren stark leuchtenden gelben, orangenen und roten Blüten beeindruckt bis zum ersten Frost, sondern verfügt durchaus über einige interessante Wirkstoffe:

  • Die Blüten und Blätter haben eine scharfes Aroma, das dem Geschmack von Brunnenkresse nicht unähnlich ist. Deswegen werden diese Bestandteile gerne im Salat verwendet. Auch hier schmecken die Blüten nicht nur gut, sondern machen optisch viel her.
  • Die unreifen Samen sauer eingelegt können als Kapernersatz verwendet werden. Tatsächlich entwickeln sie auch Kapernsäure, die den charakteristischen Geschmack hervorruft.
  • Kapuzinerkresse enthält viel Schwefel. Dieser Wirkstoff soll äußerlich angewendet der Glatzenbildung vorbeugen. Zusammen mit Auszügen von Brennnessel, Buchsbaum und Eiche kommt sie oft als Haarwasser vor.
  • In Wasser eingelegt bildet ein enthaltendes Glykosid ein Antibiotikum. Dadurch ist Kapuzinerkresse bakterizid und fungizid. Sie wird als antiseptisches, schleimlösendes harntreibendes und allgemein stärkendes Kraut eingesetzt bei Infektionen des Uro-Genitaltraktes und der Atemwege sowie bei Mangelerscheinungen an Haut und Haaren.

Boretsch Boretsch passt besonders gut zum Herbstbeginn, denn er hat den Ruf, die Lebensgeister zu wecken. So sagt John Gerard schon 1597 über diese Pflanze:

„Sirup aus Boretschblüten ist gut für das Herz, läßt die Melancholie vergehen und beruhigt die Verrückten.“
(aus „The Herball, or Generall Historie of Plants“).

  • Auf Grund des gurkenähnlichen Geschmacks der Blüten und Blätter, wird die Pflanze auch Gurkenkraut genannt. Kleingeschnitten werden die Blätter für die Zubereitung von Getränken, Salaten, Frischkäse oder gekocht als Gemüse verwendet.
  • Die Blüten sind äußerst dekorativ im Salat mit ihrer wunderschönen, blauen Farbgebung. Da sie sich in Verbindung mit Zitronensaft oder Essig allerdings rosa färben, sollte man sie wirklich erst als allerletzte Zutat dem Salat hinzufügen. Manch einer kennt sie vielleicht auch kandiert auf Konfekt oder zu Sirup verarbeitet.
  • In der Heilkunde wird vor allem das Öl aus den Samen verwendet, die besonders viel Gamma-Linolsäure enthalten. Dadurch wirkt es regulierend auf das Hormonsystem und Blutdruck senkend.
  • Die Blätter enthalten ebenfalls einige Wirkstoffe, denen man heilende Eigenschaften zuspricht wie schweißtreibend, harntreibend, milde sedative und antidepressive Wirkung als auch beruhigend auf geschädigtes oder gereiztes Gewebe. Zur Anwendung kommt Borretsch deswegen bei Fieber, Hauterkrankungen, Entzündungen der Bronchien sowie bei Mund- und Halsentzündungen.

Achtung! Wichtig zu wissen:
Die Pflanze enthält geringe Mengen vom Pyrrolizidin-Alkaloid, das Leberschäden und Leberkrebs verursachen kann, daher ist ein regelmäßiger Genuss von Borretsch nicht zu empfehlen. Ein gelegentlicher Verzehr gilt jedoch als unbedenklich, ebenso ein Verzehr der Blüten und Samen, da diese die erwähnten Alkaloide nicht enthalten.

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Berta Rausch am 18. September 2009 in Fauna & Flora, Heilpflanzen

Neue Hoffnung für die Honigbiene?!

Scheinbar ist den Wissenschaftlern der University of Illinois ein Durchbruch gelungen im Kampf gegen das weltweite Bienensterben, das seit 2004 sorgenvoll beobachtet wird. Die Ursache für den Bienenvolk-Kollaps (Colony Collapse Disorder – CCD) scheint eine Störung des Eiweiß-Stoffwechsels zu sein hervorgerrufen von Viren der Familie der Picorna-Viren, die von der Varroa-Milbe übertragen werden. Diese Viren unterbrechen die Eiweiß-Synthese der Honigbienen (Apis mellifera), indem sie die Ribosomen in den Zellen besetzen und dafür verwenden, ihre eigene Vermehrung voran zu treiben, wodurch die eigentliche Arbeit der Ribosomen unterbunden wird.

bienenEine gestörte Eiweißproduktion schwächt die Biene im Allgemeinen. Sie ist dann in der Tat viel anfälliger für Pestizide, Pilzinfektionen, Bakterien oder Mangelernährung. All diese Faktoren wurden schon zuvor als mögliche Ursachen für das Bienensterben vermutet und finden nun ihre berechtigte Begründung.

Fraglich bleibt natürlich weiterhin, ob sich eine Möglichkeit finden läßt, die verantwortlichen Viren zu stoppen? Schließlich weiß jeder spätestens seit AIDS, dass Viren nicht so leicht zu bekämpfen sind.
Aber wie heißt es so schön: Die Hoffnung stirbt zuletzt! Jetzt, wo die Ursache bekannt zu sein scheint, könnte eine Rettung der Rest-Völker wieder möglich werden.

Über die Auswirkungen des Aussterbens der Honigbiene gibt es ja doch einige apokalyptische Prophezeiungen, die weitreichende Auswirkungen auf das menschliche Leben voraussagen.

Kleines Volk mit großer Wirkung

Neben der Honigproduktion sind Honigbienen für das Bestäuben von vielen Pflanzen zuständigen. Auf der Nordhalbkugel gehören dazu etwa 100 Obst- und Gemüsepflanzen wie Sojabohnen, Spargel, Broccoli, Sellerie, Kürbisse und Gurken sowie Zitrusfrüchte, Pfirsiche, Kiwis, Avocados, Nüsse, Äpfel, Kirschen, Blau- und Erdbeeren und diverse Melonensorten. Kurzum einem Großteil unserer Nahrungspflanzen.

Das Aussterben der Bienen könnte als Folge eine deutliche Verminderung unseres Nahrungsmittelangebots mit sich bringen, denn ohne Bestäubung keine Vermehrung der Pflanzen mehr. Dies betrifft schließlich auch Pflanzen, die nicht direkt in der menschlichen Nahrung vorhanden sind, aber indirekt in der Nahrungskette ihre Aufgabe erfüllen wie beispielsweise solche, die zur Ernährung von Rindern, anderen Huftieren oder Geflügel dienen.

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Berta Rausch am 26. August 2009 in Allgemein, Ernte, Fauna & Flora, Pflanzenzucht