Rankgerüste aus Weiden und andere kreative Objekte einfach selber machen

Januar 21st 2010

Das Weiden- beziehungsweise Korbflechten ist eine uralte Handwerkskunst. Man fand im Nahen Osten Reste eines Weidenkorbs, die auf ca. 10000 v. Chr. datiert wurden.
Diese Zeitangabe entspricht etwa dem Neolithikum, ein Zeitalter, in dem der Mensch anfing sesshaft zu werden und Landwirtschaft und Viehzucht zu betreiben.
Weidengeflechte wurden für sehr viele verschiedene Zwecke eingesetzt wie natürlich als Gefäße zum Aufbewahren und Transportieren ( Wein- und Holzkiepen), zum Einzäunen von Äckern und Viehweiden, als Fischreusen, als Bienenkörbe und natürlich auch als Möbel.

In den letzten Jahren findet eine deutliche Rückbesinnung auf diese Handwerkstradition statt. Vor allem im Gartenbereich fallen die zunehmenden Angebote an Weidenflechtkursen und die daraus resultierenden Ergebnisse in den Privatgärten auf in Form von Rankgerüsten für Kletterpflanzen als auch einfach als Dekorationsobjekte.
Wenn man die Augen offen hält, entdeckt man auch immer häufiger “lebendige Gartenzäune” aus wachsenden Weidenruten sowie Weidenhütten-und -tunnel als Spielplätze für Kinder.

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Das Weidenflechten kann natürlich eine Kunst sein, aber im Grunde genommen ist es ganz einfach und kann von jedem gemacht werden.

Was benötigt man zum Weidenflechten?

  1. Natürlich benötigt man zum Weidenflechten als allererstes Weidenruten, da diese besonders biegsam und flexibel sind.
    Möglich sind auch andere Materialien wie Haselnussruten (Corylus avellana), junge Triebe von Hartriegel (Cornus in Arten und Sorten) und Schneeball (Viburnum in Arten und Sorten), die entlaubten Ranken von Waldrebe (Clematis in Arten und Sorten) und Brombeere (Rubus sectio Rubus) sowie Sauergrasgewächse (Cyperaceae) wie Seegras, Esperato, Schilf und Binse. Bei den Weidenarten eignen sich besonders folgende:

    • Korb-Weide (Salix viminalis)
    • Silber-Weide (Salix alba)
    • Bruch-Weide (Salix fragilis)
    • Mandel-Weide (Salix triandra)

    Man kann die entsprechenden Ruten entweder als Bündel im Handel kaufen oder sie sich selber schneiden. Dabei ist allerdings zu beachten, dass es nur in der Zeit vom 01. Oktober bis zum 28. Februar erlaubt ist Zweige zu schneiden zum Schutze von Vögeln und anderem Getier, das in der restlichen Zeit Nester baut und Brutpflege betreibt. Da man ja auch die unbelaubten Zweige nutzen möchte, ist dieser Zeitraum günstig gelegen.
    Für Flechtarbeiten schneidet man meistens die einjährigen Triebe mit Längen zwischen 70 und 150 cm. Möchte man größere Klettergerüste, Beeteinfassungen, Zaune oder sogar Pavillions bauen, so benötigt man zusätzlich noch einige dickere und längere Ruten, die meistens dann schon von mehrjährigen Trieben geschnitten und als Grundgerüst verwendet werden.
    Beim Flechten kann sowohl mit unterschiedlichen Mustern als auch mit verschiedenen Farben gespielt werden, denn die in Frage kommenden Gehölzarten haben unterschiedliche Rindenarten und -farben von gelbgrün über rotbraun bis silbergrau gibt es ein großes Farbspektrum, dass man beim Ernten der Ruten eventuell beachten sollte. Außerdem kann man die Ruten rau mit Rinde oder geschält ohne Rinde verarbeiten. Auch das gibt wieder neue Farbvariationen in dunkel und hell.

    Wenn man die Weiden nicht selbst schneiden möchte, so kann man auch im Herbst beim städtischen Gartenbauamt anfragen, ob man sich beim jährlichen Schnittgut bedienen darf. In der Regel haben die nichts dagegen.

    Beim selbstschneiden unbedingt scharfe und gute Werkzeuge benutzen, um die Pflanze nicht unnötig zu verletzen. Nach dem Schnitt überflüssige Seitentriebe und Blätter entfernen und in Bündeln trocknen lassen.

    Vor der Verarbeitung müssen die Ruten in Wasser eingeweicht werden, damit sie wieder biegsam und flexibel für das Flechten werden. Dieses kann zwischen 10 min und 14 Tage dauern und ist eines der Mysterien des Korbmacherberufs.


  2. Hat man die Weidenruten, braucht man eventuell eine scharfes und spitzes Messer, eine scharfe Gartenschere und eventuell farblich passendes Bindeband oder Draht sowie möglicherweise etwas zum Vorbohren der Stecklöcher im Boden. Dann kann das eigentliche Flechten beginnen.
    Je nachdem was entstehen soll, werden dickere Ruten in der gewünschten Grundform in den Boden oder auch Blumentopf gesteckt. Dabei sollte ca. ein Drittel der Rute zur Verankerung im Boden verschwinden. Möchte man, dass die Weiden anwachsen und lebendig das Geflecht gestalten, so steckt man die Weiden einfach nur mit dem unteren Ende in den Boden. Sollen sie jedoch nicht anwachsen, so steckt man sie entweder verkehrt herum in den Boden, oder man schält das Stück, das sich im Boden befinden wird, damit es nicht Wurzeln bildet.
    Man sollte wissen, dass Weiden wirklich sehr austriebfreudig sind und manchmal trotz aller Gegenmaßnahmen Wurzeln bilden.

  3. Steht die Grundform, so beginnt der wirklich kreative Teil – das Verflechten der Weidenruten miteinander oder das Einflechten von dünneren Ruten zum Stabilisieren und Dekorieren.
    Auch dabei ist zunächst einmal nicht viel zu beachten, denn man flechtet die Rute einmal vorne herum und einmal hinterheraum abwechselnd um die Formgebenden Ruten. Kommt man ans Ende der gerade benutzten Rute so führt man die nächste ein Stückchen parallel mit der vorherigen. Dadurch gibt es einen fließenden Übergang.

    Damit dieser Übergang recht harmonisch aussieht verwendet beginnt man die neue Rute immer mit dem Teil, mit dem die alte endet. Endet sie also mit dem dünnen Ende, so setzt man die neue Rute auch mit dem dünnen Ende an und andersherum.
    Der Kreativität sind beim Flechten keine Grenzen gesetzt. Ich hole mir immer wieder Inspirationen von Abbildungen anderer Objekte. Natürlich kann man auch mit dem Material spielen und einfach mal ein Stück bunten Stoffrest einflechten.


Schwarzäugige SusanneWenn das Werk vollbracht ist bleibt noch als letzte Überlegung, ob es pur wirken oder noch durch eine Bepflanzung mit einer Kletterpflanze verschönert werden soll.
Für das Beranken von Weidenklettergerüsten bieten sich vor allem einjährige Kletterpflanzen an wie Prunkwinde, Schwarzäugige Susanne, Glockenrebe oder auch Kapuzinerkresse, da diese bedingt durch ihre Lebensdauer nicht zu groß und wuchtig werden.

Mehr Informationen zum Thema Kletterpflanzen und ihre Verwendung können Sie auf folgender Webseite finden: Kletterpflanzen.de

Tomaten pflanzen!

Januar 15th 2010

Ist jetzt schon der richtige Zeitpunkt, um ans Anpflanzen von Tomaten zu denken? Klaro! Und man sollte sich auch Gedanken über die richtigen Sorten machen, dann kann man jetzt schon mit der Planung und Arbeit beginnen. Die richtigen Tomatensamen sollte man schon jetzt bestellen, um mit ihnen frühzeitig ins Gartenjahr zu starten.

Beim Anbau im Freien, sprich außerhalb des Gewächshauses, ist ein wichtiger Faktor für die richtige Tomatensorte ihre Resistenz gegen die Kraut- und Braunfäule. Dies ist eine Pilzerkrankung, die einem schon mal das ganze Tomatenfeld abspenstig machen kann. Dass man da nicht mit der chemischen Keule ran will ist selbstverständlich. Schließlich könnte man sich da gleich die importierten Tomaten im Discounter kaufen.

Somit empfiehlt es sich, robuste Tomatensorten zu kaufen und zu säen.

tomaten

Wildtomaten sind eine sehr gute Wahl, sie sind nicht überzüchtet und so grundsätzlich besser an naturnahes Leben gewohnt. Vielen Menschen, die Supermarkttomaten gewöhnt sind, sind diese Tomaten allerdings zu klein, der Geschmack überzeugt dann aber letztlich fast jeden, mit den Wasserbomben aus dem Billigregal sind sie nicht zu vergleichen. Diese Tomaten wachsen eher bodennah, müssen auch nicht am Spalier hochgezogen werden, etwas auseinanderbinden sollte man sie aber schon.

Grundsätzlich sind Cocktailtomaten, sprich kleinfrüchtige Tomaten, die widerstandsfähigeren Sorten, große Tomaten sind eher anfällig für Pilzerkrankungen. Ein anderer Faktor für Tomatensorten, die gegen die Kraut- und Braunfäule ankommen, ist frühes Reifen. Sorten, die früher ihre Reife erlangen, entkommen der „Hochzeit“ der Pilzsporen durch frühe Ernte. Das Problem ist dann halt, dass man im Sommer auf dem Trockenen sitzt. Noch ein Tipp: Tomaten möglichst weit von Kartoffeln entfernt pflanzen, denn diese sind anfällig für den gleichen Pilz und so steckt man sich unter Umständen die ganze heimische Brut an.

Und für ganz ambitionierte Gärtner gibt es noch das Tomatengewächshaus, was in den meisten Fällen aber durch einen einfachen Folienschlauch ersetzt werden kann.

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Gotthilf Rausch am Januar 15th 2010 in Jahreszeiten, Nutzpflanzen, Pflanzenzucht

Katzenminze (Nepeta)
Die Staude des Jahres 2010

Januar 4th 2010

KatzenminzeDie Katzenminze (Nepeta in Sorten und Arten) gehört mit ihren ca. 250 Arten zur Familie der Lippenblütler (Lamiaceae).
Die meisten Arten sind mehrjährige, krautige Pflanzen, die eine Höhe von 20 bis 150 cm erreichen. Es gibt aber auch vereinzelt Halbsträucher und einjährige Arten. Die Wuchsform ist breit halbkugelförmig bis aufrecht buschig, einige Arten werden auch sehr ausladend und fallen auseinander.

An folgenden Merkmalen läßt sich Nepeta ganz einfach erkenne:

  • vierkantiger Stengel, der sehr oft behaart ist. Leider gibt es natürlich auch Exemplare mit kahlem Stengel.
  • die Blattstellung ist bei allen Arten kreuzgegenständig (dekussiert). Häufig sind die Blattränder gekerbt, gezähnt oder gewellt sowie behaart.
  • charakteristisch sind die kleinen blaulila Blüten, die in Scheinquirlen stehen wie es für die Familie der Lippenblütler typisch ist. Natürlich findet man deswegen auch die auffallenden fünfzähligen Lippenblütler-Blüten. Mittlerweile gibt es auch weiße, rosafarbene und gelbe Arten der Katzenminze

Standortansprüche:

Die meisten Arten der Katzenminze bevorzugen eher trockene und sonnige Standorte mit durchlässigen, kalkarmen Böden. Es gibt jedoch auch ein paar Arten, die frische bis feuchte Böden und halbschattige Standorte bevorzugen und sich gut als Unterpflanzung von lichten Gehölzen und Sträuchern eignen.

Welche Art nun welchen Standort bevorzugt, läßt sich wunderbar am äußeren Erscheinungsbild ihrer Laubblätter ablesen: Je schmaler, kleiner und behaarter die Blätter sind desto mehr Sonne verträgt die Pflanze. Die Blattfarbe wird dann wohl auch eher zu einem dumpgen graugrün tendieren. Dies sind alles Schutzmaßnahmen gegen starke Sonnenbestrahlung und die damit verbundene Gefahr der Verbrennung und übermäßigen Verdunstung von Wasser.

Nepeta-Arten mit größeren, unbehaarten Blättern mit leuchtender Färbung deuten auf einen höheren Wasserbedarf hin. Diese Pflanzen vertragen dann keine direkte Sonneneinstrahlung, sondern eben feuchte, halbschattige Standorte.

Besonderheiten und Verwendung:

  • Katzenminze gehört zu den ältesten heimischen Heilpflanzen in unseren Breiten. Schon im 1. Jahrhundert n.Chr. wird sie namendlich erwähnt. Genutz werden können grundsätzlich alle Bestandteile der Pflanze. Üblicherweise verwendet man aber nur die Blätter, die über viel ätherisches Öl verfügen und ein kampferartiges Poleiminze-Thymian-Aroma verströmen. Katzenminze wirkt kühlend und astringierend. Sie wird innerlich als Tee eingenommen bei Fieber und Grippe sowie bei Schlafstörungen in Kombination mit Melisse und Baldrian als auch bei Herzklopfen und Reizbarkeit.
    Desweiteren wirkt sie harntreibend und krampflösend, weswegen sie auch bei nervösen Verdauungsstörungen, Durchfall, Magenverstimmungen, Koliken und Menstruationsbeschwerden zum Einsatz kommt.
  • Am bekanntesten ist sicherlich die Wirkung von Katzenminze auf Katzen, der sie sicherlich auch ihren Namen verdankt.
    Nepeta enthält den Wirkstoff Actinidin, der auf Katzen äußerst belebend und anregend wirkt. Dieses führt dazu, dass so manch eine Katze sich äußerst merkwürdig benimmt und die Katzenminze nicht überlebt. Wie verrückt wälzen und reiben sich die Katzen am und im Kraut, um die Überreste dann schließlich zu vertilgen. Angeblich soll es Katzen geben, die garnicht auf die Pflanze reagieren, aber meine Katzen haben bisher kein Exemplar überleben lassen. Wenn jemand einen guten Tip hat wie man trotz Katzen Nepeta im Garten zum Wachsen bekommt, wäre ich sehr dankbar.
    Tatsächlich wird Katzenspielzeug häufig auch mit getrockneter Katzenminze gefüllt, um es für die Katze interessant zu machen. Das Actinidin ist auch beim Baldrian (Valeriana officinalis) der Grund für die Behauptung, dass Baldrian nachts Katzen singen läßt.
  • Das ätherische Öl der Katzenminze wirkt sehr gut als Mücken-Abwehr wie amerikanische Chemiker herausgefunden haben. Auch gegen Pflanzenschädlinge soll es eine gute Wirkung entfalten. Deswegen gilt die Katzenminze selber als sehr widerstandsfähige Pflanze, die selten an Pflanzenschädlingen leidet. Pflanzt man sie in Gesellschaft von Rosen, so soll sie den Blattlausbefall mindern.
  • Verpasst man der Katzenminze einen Remontierschnitt nach der ersten Blüte, so blüht sie oft sehr zügig ein zweites Mal, weswegen sie gerne im Garten gesehen ist. Verwendung findet sie dort meistens als Beeteinfassung oder als Steingartenpflanze, da sie wirklich sehr gut Trockenheit überstehen kann. Vereinzelte Sorten eignen sich wie schon zuvor erwähnt als Unterpflanzung von Sträuchern und Gehölzen sowie als Staude für schattige und feuchte Plätze.


Baum des Jahres 2009 -
der Berg-Ahorn (Acer pseudoplatanus)

Dezember 8th 2009

Bevor das Jahr 2009 nun fast schon seinen Abschied nimmt, bin ich auch noch als Spätzünder der Nation über unseren Baum dieses Jahres gestolpert:

Berg-Ahorn (Acer pseudoplatanus)

Berg-AhornDieser Baum gehört zu den stattlichsten in unseren Breiten mit einer Höhe von 25 bis 30 m (selten auch bis 40 m) und einer Kronenbreite von 15 bis 20 m. Bis zu 300 Jahre alt kann der ausladenede Berg-Ahorn werden.

Man findet ihn als Straßen- und Alleebaum, in Parkanlagen und in der freien Landschaft. Er wird auch als die “Eiche der höheren Lagen” bezeichnet. Besonders
wohl fühlt er sich an Steilhängen, auf Geröllhalden und in feuchten Tälern. Daher natürlich auch der Name:Berg-Ahorn.
Am auffälligsten ist seine wunderschöne leuchtendgelbe Herbstfärbung, die ganze Landstriche prägt wie beispielsweise da Engtal im Karwendelgebirge, das auf Grund dieses Spektakels viele Touristen jährlich magnetisch anzieht.

Woher kennt man Den Berg-Ahorn noch?

  • Das Holz dieses Baumes gehört zu den Laubedelhölzern und ist äußerst wertvoll. Nicht wegzudenken ist es aus der Instrumentenbau-Branche, in der es als Klangholz in vielen Instrumenten zum Einsatz kommt wie bei Geigen, Lauten, Zittern und bei Fagott und Panflöte. Da es sich sehr gut polieren, beizen und färben läßt, wird der Berg-Ahorn ebenfalls zur Herstellung von Möbeln, Parkett und einfachen Küchengeräten wie Holzlöffeln, etc. verwendet.
  • Auch den Ahornsirup kennt wohl fast jeder. Vor allem alle die, die gerne Pfannkuchen oder Müsli zum Frühstück verzehren. Hauptsächlich wird dieser zwar aus dem nordamerikanischen Zucker-Ahorn (Acer saccharum) gewonnen, man kann aber auch den Berg-Ahorn dafür nutzen. Dieser produziert im Schnitt ca. 50l Saft im Frühjahr, während der Zucker-Ahorn das dreifache liefert.
  • Das Laub wird wegen des hohen Stickstoffgehaltes zum Teil noch bis heute als Viehfutter verwendet.



Wer bestimmt den “Baum des Jahres”?
Das erste Mal wurde 1989 ein “Baum des Jahres” ausgewählt. Entstanden ist die Idee dazu in Wahlstedt in Schleswig-Holstein. Der Vorsitzende des Umweltschutzvereins Wahlstedt Dr. Silvius Wodarz war derjenige, der im Namen des Vereins die Stieleiche zum Baum des Jahres 1989 ausgerufen hat. Seitdem ist dieser Begriff zu einer feststehenden Institution in Deutschland geworden mit dem Zweck jedes Jahr einen heimischen Baum auszuwählen und ihn dadurch vermehrt ins Bewußtsein der Bevölkerung zu bringen.

Mittlerweile trifft die jährliche Wahl eine Kommission mit dem Namen: “Kuratorium Baum des Jahres” in Berlin bestehend aus Angehörigen der Natur- und Umweltschutzverbände nach folgenden Kriterien:

  • In Frage kommen Bäume, die vom Aussterben bedroht sind (z.B.Speierling), eine besondere ökologische Bedeutung haben wie die Hainbuche oder die symbolisch für einen gefährdeten Lebensraum stehen können wie beispielsweise die Silberweide oder Schwarzerle für den Auwald. Möglich sind auch Bäume, die in heutiger Zeit aus unseren Wirtschaftswäldern verdrängt worden sind wie die Esche, um auch sie wieder mehr ins Bewußtsein zu bringen.
  • Es muß sich bei der Auswahl um eine heimisches Gehölz handeln.



Folgende Bäume wurden seit 1989 zum “Baum des Jahres” gekürt:

Jahr Baumart Botanischer Name
2010 Vogel-Kirsche Prunus avium
2009 Berg-Ahorn Acer pseudoplatanus
2008 Walnuss Juglans regia
2007 Wald-Kiefer Pinus sylvestris
2006 Schwarz-Pappel Populus nigra
2005 Rosskastanie Aesculus hippocastanum
2004 Weiß-Tanne Abies alba
2003 Schwarz-Erle Alnus glutinosa
2002 Wacholder Juniperus communis
2001 Esche Fraxinus excelsior
2000 Sand-Birke Betula pendula
1999 Silber-Weide Salix alba
1998 Wild-Birne Pyrus communis
1997 Eberesche Sorbus aucuparia
1996 Hainbuche Carpinus betulus
1995 Spitz-Ahorn Acer platanoides
1994 Eibe Taxus baccata
1993 Speierling Sorbus domestica
1992 Berg-Ulme Ulmus glabra
1991 Sommer-Linde Tillia platyphyllos
1990 Buche Fagus sylvatica
1989 Stiel-Eiche Quercus robur


GinkoTatsächlich gibt es auch einen Baum des Jahrtausends: Der Ginko (Ginko biloba).

Wie ich finde einer der eindrucksvollsten Bäume überhaupt. Jeder hat vermutlich schon einmal Bilder von seinen Blättern gesehen. Botanisch gesehen gehört der Ginko jedoch garnicht zu den Laubbäumen, sondern zu den Nadelgehölzen. Verwandte des Ginkos, die der heutigen Art sehr ähnlich waren, bewuchsen schon im Zeitalter des Jura ( also vor knapp 200 Millionen Jahren) die Erde. Es handelt sich demnach um einen sehr robusten und starken Baum. Es heißt sogar, dass ein Ginko den Atombombenangriff auf Hiroshima überlebte. Diese Art wurde also zu Recht zum Baum des Jahrhunderts gewählt mit solch starkem Symbolcharakter.

Es gibt eine sehr ausführliche Webseite zu diesem Thema, der ich auch ausnahmsweise mal die Bilder in diesem Artikel entliehen habe.
Wer Informationen sucht zum Thema Baum des Jahres oder ganz allgemein zu heimischen Gehölzen, der findet hier reichhaltiges Material. Außerdem werden eine Menge Anregungen gegeben zu Projekten rund um den Baum. Sie können direkt über diesen Link dorthin gelangen: Baum des Jahres.de

Der Baum des Jahres 2010 – Die Vogel-Kirsche (Prunus avium)

Die Vogel-Kirsche ist sozusagen die Mutter unserer Kultur-Kirschbäume und daher auch als Wild-Kirsche bekannt.

Zweifellos ist sie einer der schönsten Bäume, da sie zu jeder Jahreszeit besondere Reize bereithält, die das Auge erfreuen.
Man findet sie an Waldrändern, in der freien Landschaft und in Parkanlagen und erkennt sie spätestens im April an ihrer ungeheuerlichen weißen Blütenpracht. Nicht umsonst hat die Kirschblüte bei den Japanern so einen hohen Stellenwert, dass sie zum traditionellen Kirschblütenfest Hanami einen Feiertag bekommen. Man kann diese Bäume während der Blüte wirklich nicht übersehen, wird man doch fast geblendet von soviel weißer Strahlenkraft.

Im Sommer folgen die leuchtenden, wohlschmeckenden Kirschen in rot bis schwarzrot, an denen sicherlich keiner vorbeigeht und der Herbst bringt eine eindrucksvolle leuchtende Herbstfärbung der Blätter mit sich.

Was hat die Vogel-Kirsche noch zu bieten?

  • Das Holz der Vogel-Kirsche ist sehr wertvoll und wird sehr gerne zur Möbelherstellung verwendet. Man erkennt esleicht, da es über einen rötlich-braunen dunkleren Kern und hellerem Splintholz besteht. Viele Biedermeier-Möbel wurden aus diesem Holz gemacht. Auch im Musikinstrumentenbau findet sie anklang, da dieses Holz gut gedrechselt werden kann und wunderschöne auffällige Flöten daraus entstehen.
  • Das man aus Kirschen allerlei kulinarische Köstlichkeiten produzieren kann muss wohl nicht weiter erwähnt werden, denn jeder kennt sie in Torten, Marmeladen, Alkoholischen Getränken und vielem mehr.
  • Die Vogel-Kirsche ist wichtig als Bienenweide und als Vogelnährgehölz
  • Sogar die Kirschkerne finden nützliche Verwendung. Gereinigt und getrocknet füllen sie sogenannte Kirschkernkissen, die ein unglaublich guter Ersatz für die herkömmliche Wärmflasche sind. Die Kerne speichern aufgewärmt in Ofen oder Mikrowelle ganz ausgezeichnet die Wärme.
    Zuletzt noch erwähnenswert der Rekord im Kirschkernweitspucken, der angeblich bei 21,71 m liegen soll.


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Berta Rausch am Dezember 8th 2009 in Allgemein, Fauna & Flora, Interessante Gartenseiten

Der Garten im Advent – Barbarazweige und Wintersonnenwende

November 23rd 2009

Mit riesen Schritte geht das Jahr zur Neige. Der Winter steht vor der Tür und mit ihm eine ruhige und besinnliche Zeit.

Auch im Garten wird es nun ruhig, denn das Tageslicht schwindet und die Pflanzen gehen fast alle ihn ihre Vegetationsruhe. Mit dem ersten Frost und Schnee wird alles mit einer weißen, leisen Decke überzuckert.

Wenn im Garten alles aufgeräumt und gereinigt wurde, dann bleibt nicht mehr soviel zu tun.
Zum Glück steht nun Weihnachten vor der Tür und mit ihm die wunderschöne Adventszeit. Diese bringt neben Plätzchen backen, Kerzenschein und gemütliche Teestunden vorm bollernden Kaminofen auch ein paar Bräuche mit sich, die das Gärtnerherz höher schlagen lassen.

Gleich zu Beginn der Adventzeit wartet die heilige Barbara mit ihrem Brauchtum gefolgt von der Wintersonnenwende (auch Tagundnachtgleiche genannt). Ich habe ein bißchen recherchiert, was es mit diesen Bräuchen auf sich hat und möchte nun im folgenden meine Ergebnisse teilen:

Was sind nun also Barbara-Zweige und Barbara-Gärtchen?

KnospenDie Legende der heiligen Barbara
Ob es die Heilige Barbara tatsächlich gab, ist nie geklärt worden. Es gibt aber eine Legende, die auf eine Frau im 3.Jahrhundert zurückgeht, die östlich von Konstantinopel (heute Istanbul) gelebt haben soll. Diese Barbara war die Tochter eines wohlhabenden Heiden, der ihr in ihrer Jugend eine gute und freie Erziehung und Bildung zukommen ließ, angeblich um sie vom Christentum fern zu halten. Sie durfte sich ihre eigenen Räumlichkeiten in einem Turm einrichten und erhielt dort regelmäßig Unterricht von verschiedenen Gelehrten.

Einer dieser Lehrer brachte ihr das Christentum nahe, woraufhin sie sich heimlich Taufen ließ. Als ein Heide um ihre Hand anhielt, lehnte sie den Antrag ab und offenbarte sich vor ihrem Vater als Christin. Dieser würde darüber so zornig, dass er ihr die nur Wahl ließ zwischen der Heirat mit dem Heiden oder einer furchtbaren Bestrafung. Als Reaktion auf diese Androhung flüchtete Barbara vor ihrem Vater, der sie daraufhin mit gezücktem Schwert verfolgte.
Auf Grund eines Verrats konnte er sie stellen und seine Bestrafung war grausam und brutal. Doch auch dadurch wandte sie sich nicht vom christlichen Glauben ab, so das der endtäuschte Vater sie wegen Hochverrats zum Tode verurteilen und sich selbst als Henker einsetzen ließ.

Am 04. Dezember starb der Legende nach die heilige Barbara als Märtyrerin, geköpft durch ihren Vater, der daraufhin vom Blitz getroffen wurde.

KnospenDer Barbara-Zweig
Die Legende zur Legende besagt desweiteren, dass sich auf dem Weg in den Kerker ein Kirschbaumzweig in ihrem Gewand verfangen habe, den Barbara fortan mit ihrem Trinkwasser am Leben erhielt, was dieser ihr mit dem Hervorbringen von Blüten dankte.
Möglicherweise geht darauf der Brauch zurück, am 04. Dezember Obstbaum zweige zu schneiden und sie in die Vase zu stellen, auf dass sie in der Weihnachtsnacht erblühen mögen als Zeichen dafür, dass das “Licht der Welt” auf die Erde gekommen ist. Tut er dies tatsächlich, soll es ein gutes Zeichen sein für das kommende Jahr
Verwendet werden vor allem: Weichsel, Apfel, Birne, Pflaume, Flieder, Linde, – heute nimmt man auch Äste von Mandelbäumchen, Forsythie, Jasmin, Weide und Rosskastanie. In den Alpen nennt man die Barbarazweige „Barbarabaum”.
Damit die Zweige überhaupt zum Austreiben kommen, müssen sie vor dem Schneiden schon einmal Frost bekommen haben, da sie den Kälteimpuls dazu benötigen. Ersatzweise kann man sie auch über Nacht ins Gefrierfach legen. Den darauffolgenden Tag müssen die Zweige im handwarmen Wasser liegen, um sie dann endlich in der Vase platzieren zu können. Egal,wann die Blühten sich öffnen, dies ist im kalten Winterimmer ein sehr magischer Augenblick. Bekommt man doch eine Voraussicht auf den kommenden Frühling.

Es wird gemunkelt, dass das Brauchtum um den Barbarazweig wiedermal auf germanischen Ursprung zurückgreift, nämlich auf den Brauch der germanischen Lebensrute.
Man schlug mit den blühenden Zweigen die Kinder, um die Lebenskraft der sich verjüngenden Natur auf sie zu übertragen. Ein Brauch, der sich heute am Nikolaustag wiederfindet. Die Rute diente ursprünglich nicht der Züchtigung von ungezogenen Kindern. sondern der Segensspendung. Der Schlag mit der Lebensrute hat noch einen Hintergrund: Auf diese Weise fordert man in Schweden die Julgeschenke ein. Der Schlagende überträgt die Vitalität der Natur und der Geschlagene dankt in Form eines Geschenkes.

Zurück zur Barbara: Bei uns gibt es den Brauch mehrere Zweige zu schneiden und jeden einzelnen mit einem Namen eines Verehrers zu versehen. Der Zweig, der zuerst erblüht, gibt Hinweis auf den zukünftigen Bräutigam.

Das Barbara-Gärtchen
Bekannt auch unter den Namen Adonisgärtlein, Advents- oder Weihnachtsgärtchen.
Dies sind die Namen für das winterliche Grün in der Krippe. Man streut am Barbaratag Weizen- oder Gerstenkörner auf einen Teller mit Küchenkrepp oder Watte und begießt sie regelmäßig. Zu Weihnachten ist die Saat aufgegangen und bildet einen dichten grünen Busch, in den man als Hinweis auf das „Licht der Welt” eine Kerze stellt.

Wintersonnenwende
– von Raunacht und Licht

Die Wintersonnenwende bezeichnet die längste Nacht des Jahres vom 21. auf den 22.Dezember. Mit ihr beginnen die Tage wieder länger zu werden und das Licht kehrt zurück. Je weiter nördlich man beheimatet ist desto wichtiger und festlicher wird dieses Fest begangen, da hoch im Norden das Tageslicht zeitweilig sogar ganz verschwindet während des Winters. Die Wiederkehr des Lichts begrüßt man mit einem großen Lagerfeuer. Eine gute Gelegenheit mit guten Freunden im Garten zusammenzukommen und sich darauf zu freuen, dass der Beginn der nächsten Gartensaison nun deutlich näher rückt.

Gleichzeitig ist die Wintersonnenwendenacht auch der Beginn der Raunächte. Aus christlicher Sicht handelt es sich um die zwölf Nächte zwischen Weihnacht und Dreikönig, dem neuen und dem alten Geburtstag Christi. Genaugenommen sind es aber jene zwölf Tage und Nächte, die zwischen dem Mondjahr mit 354 Tagen und dem Sonnenjahr mit 366 Tagen liegen. Daher spricht man auch von der “Zeit zwischen den Jahren”. Um diese Tage ranken sich jede Menge Mythen und Bräuche.

Einer davon besagt, dass die Tore der Welten sich öffnen. Nach germanischer Vorstellung brauste nun die wilde Jagd durch die Lüfte: Odin galoppierte auf seinem achtbeinigen Ross Sleipnir durch den Himmel. Und Frau Holda, die im Winter als wilde Frau Percht erscheint, zieht mit ihrem unheimlichen Gefolge bestehend aus neun Kinderseelen, Elben, Zwergen und Hexen umher. Im Volksglauben hieß es daher, dass man in den Rauhnächten nach dem Abendläuten nicht mehr vor die Tür gehen solle, da man des Todes sei, wenn man der wilden Fuhre begegnet. Um das Haus vor diesen bösen Geistern zu schützen, schmückt man Fenster und Türen mit immergrünen Zweigen. Besonders Buchs, Eiben, Tannen und Wacholder sprach man eine dämonenabwehrende Eigenschaften zu. Ihre Wirkungsweise soll äußerst kurios sein, denn beim Anblick der Zweige verfallen “Hexen” angeblich in einen Zählzwang. Statt Unfug zu treiben, zählen sie die Blätter oder Nadeln und kommen damit einfach nicht zu Ende.

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Berta Rausch am November 23rd 2009 in Allgemein, Brauchtum & Rituale, Jahreszeiten

Hommage an den Kürbis

Oktober 9th 2009

Anfänglich hat mich dieser ganze Kult um den Kürbis, der  mittlerweile schon vor einigen Jahren über den Atlantik zu uns ins gediegene Europa herüberschwabbte,  ganz schön genervt. Fragt man die Jugend, gab es Halloween warscheinlich schon immer in Deutschland.

Trotz allen Widerwillens, muss ich jedoch feststellen, dass Kürbisse einfach nicht aus dem Herbst wegzudenken sind mit ihrer eindrucksvollen intensiv leuchtenden Farbe und manchmal auch Größe.  Gerade dieses Jahr bin ich wieder sehr darauf aufmerksam geworden , was mich dazu veranlasst hat,  nun diesem Gewächs einen Artikel zu widmen.

Deswegen nun zu Beginn ein paar Impressionen zum Kürbis:

Kürbis Kürbis Kürbis
Kürbis Kürbis Kürbis
Kürbis Kürbis Kürbis


Kürbis-historisch betrachtet

Die Kürbisse (Cucurbita) bilden eine Pflanzengattung aus der Familie der Kürbisgewächse (Cucurbitaceae) und gehören tatsächlich zu den ältesten bekannten Kultursorten des Menschen. Wenn man den Angaben glauben darf, dann wurden Funde von Samen domestizierter Kürbisse auf 10000 bis 8000 v. Chr. datiert.
Ursprünglich wurde er wohl hauptsächlich wegen seiner Samen kultiviert, die besonders nahrhaft sind, denn die Früchte der Wildarten sind meistens reich an Bitterstoffen und wenig schmackhaft. Erst durch Zuchtversuche sind im Laufe der Zeit auch Sorten hervorgegangen, deren Früchte als Nahrungsmittel verwendbar wurden.
Beheimatet sind Kürbisse in den warmen und feuchten Regionen von Mittel-und Südamerika. Mit den Reisen von Christoph Columbus gelangten dann erst Samen nach Europa und nach Asien, wo sich besondere Vorlieben für unterschiedliche Arten entwickelten und diese weiter kultiviert und gezüchtet wurden.

Heute kennt man fünf Kürbisarten mit vielen Sorten, die als Nahrungsmittel kultiviert werden:

  1. Garten-Kürbis (Cucurbita pepo): Zu diesen in den Sommermonaten zunächst weichen und schmackhaften, später hartschalig werdenden Kürbisarten zählen die Zucchini, die melonengroßen runden Rondini ‘Tonda di Nizza’, gelbe keulenförmige Drehhalskürbisse ‘Crookneck’, Spaghettikürbis, steirischer Ölkürbis, die “Fliegenden Untertassen” (UFO’s) oder auch Patissons mit flachrunden, gebuchteten Früchten sowie die besonders lange lagerfähigen Eichelkürbisse (Acorn) mit tropfenartiger Form.
  2. Riesen-Kürbis (Cucurbita maxima): So heißt die große Gruppe der lagerfähigen Einmachkürbisse, zu denen Sorten wie ‘Riesenmelonen’ und ‘Gelber Zentner’ gehören.Bekannt wurde diese Gruppe auch durch einzelne Züchtungen, die die größten Früchte der Erde produzieren wie beispielsweise die Sorten ‘ Atlantic Giant’ oder ‘Big Max’. Der neueste Rekord diesbezüglich liegt angeblich bei 782 kg, gewogen am 3. Oktober 2009. Desweiteren zählen zu dieser Art auch die zum Basteln geeigneten “Halloween”-Kürbisse. Hierfür besonders geeignet sind die vor allem als Zierde genutzten Turban- und Minikürbisse wie ‘Jack be Little’, ‘Baby Bear’ und ‘Sweet Dumpling’. Außerdem die zur Familie der Hubbards zählenden Hokkaido- oder Carotakürbisse ‘Ushiki Kuri’ und ‘Red Kuri’, ‘Blue Kuri’, ‘Blue Hubbard’, ‘Golden Hubbard’ und der mit dekorativen Warzen versehene ‘Chicago Warted Hubbard’.
  3. Moschus-Kürbis (Cucurbita moschata): Die Sorten dieser Gruppe brauchen mänger und mehr Wärme, weswegen sie vor allem in südlicheren Ländern verbreitet sind und als besonders aromatisch und schmackhaft gelten. Am bekanntesten sind der glockenförmige Melonensquash ‘Butternut’, der in vielen Ländern zu den Hauptgemüsen zählt sowie der tief gekerbte Muskatkürbis ‘Muscade…’ beziehungsweise ‘Musquée de Provence’ und der Schlangenkürbis ‘Tromboncina d’Albenga’, der auch Keulenzucchini genannt wird auf Grund seiner schlangenartig, gekrümmten Früchte.
  4. Feigenblatt-Kürbis (Cucurbita ficifolia) wird in einem großen geographischen Bereich angebaut, ist jedoch auf die Höhenbereiche zwischen rund 1000 bis fast 3000 m beschränkt. Dies unterscheidet ihn von den anderen Arten der Gattung, die auch in wesentlichen tieferen Lagen angebaut werden. Er wird in allen Gebirgslagen Lateinamerikas angebaut. Es gibt vom Feigenblatt-Kürbis keine kommerziellen Cultivare. Er lässt sich auch nicht mit anderen Kürbis-Arten kreuzen.
  5. (Cucurbita argyrosperma)


Wichtige Info’s zum Anbau von Kürbissen:

  • Kürbisse sind meistens einjährige nicht winterharte Pflanzen.
  • Sie gehören zu den Starkzehrern und benötigen damit einen sehr humusreichen und nährstoffreichen Boden mit viel organischer Masse. Dies ist auch der Grund, warum man Kürbispflanzen häufig am Kompost sieht. Im normalen Gartenbeet bietet sich eine Grundlage aus Pferdemist an. Dazu sollte man im Frühjahr einen Graben ausheben und diesen mit dem Mist füllen. Anschließend den Erdaushub mit Kompost vermischen und dann als Erdhügel mit ca. 30cm Breite über der Mistpackung anhäufen. Die Kürbisse in einem Abstand von mindestens 10cm auf dem Rücken des Mistbeetes aussähen.
  • Kürbisse sind rankende Pflanzen mit großen Blättern und wasserreichen Früchten, die sehr viel Platz benötigen. Eine Pflanze alleine kann leicht 3-4m² überwachsen. Sie eignet sich daher wunderbar als Bodendecker, um Brachflächen vor Unkrautbefall und Austrocknung zu schützen.
  • Damit die reifenden Früchte am Boden nicht zu faulen beginnen, sollte man sie bei Zeiten mit einem Holzbrettchen unterlegen. Man kann sie ernten, wenn sie beim Anklopfen hohl klingen.
  • Kaum einer weiß, das Kürbis ein äußerst gesundes Gemüse ist. Sie sins sehr reich an Vitamin C und haben einen weit höheren Gehalt an Vitamin A (Carotin) wie Karotten. Dabei handelt es sich um ein kalorienarmes Gemüse, das reich an Ballaststoffen ist. Aus dem frischen Fruchtfleisch lassen sich wunderbare Suppen zaubern. Kürbis schmeckt sehr hervorragend in Kombination mit Ingwer oder auch süß/sauer eingelegt als Kompott. Probieren Sie doch mal Kürbismarmelade!


… und was man sonst noch mit Kürbis anfangen kann:

Mittlerweile sollte wohl fast jedem die Halloween-Tradition bekannt sein, aus Kürbissen gruselige bis lustige Halloween-Laternen zu basteln. Diese sind als Jack O´Lantern verbreitet. Zurück geht diese Tradition auf eine irische Geschichte, die von Jack O. handelt, einem Bösewicht, dem es gelang den Teufel einzufangen. Dieser erkaufte sich seine Freiheit wieder mit dem Versprechen, Jack in Zukunft in Frieden zu lassen. Doch auch Jack O. musste irgendwann sterben. Auf Grund seiner Taten zu Lebzeiten wurde ihm die Aufnahme in den Himmel verweigert und natürlich blieb ihm nun auch die Hölle verwehrt. Doch der Teufel erbarmte sich und schenkte ihm eine Rübe und eine glühende Kohle, damit Jack damit durch das Dunkel wandern könne. Die Iren brachten diese Geschichte als Auswanderer mit in die Vereinigten Staaten, wo die Rübe mit der Zeit vom Kürbis abgelöst wurde, da dieser so zahlreich vorhanden war.
Heutzutage stellt man die Kürbis-Fratzen vor die Haustür aus der Tradition heraus, die bösen Geister vom Haus fern zu halten, die sich in der Nacht vom 31.Oktober auf den 01.November vermehrt herumtreiben sollen.

Auf etwas anderes lustiges bin ich noch gestossen bei meiner Recherche nach den Geheimnissen des Kürbis und das nennt sich Kürbisweitwurf (eng. Pumpkin chunking). Hierbei werden Kürbisse mit extra dafür entwickelten Geräten so weit wie möglich geschleudert. Der Rekord liegt angeblich bei 1324,8m. Jährlich finden Weltmeisterschaften am ersten Wochenende nach Halloween statt in Millsboro, Delaware (USA). Dabei sind manche Leute wirklich kreativ. Wen es interessiert, hier ein Link zur offiziellen Homepage der Weltmeisterschaften.

Zum Schluss noch ein Wort zu den Eigenschaften als Heilpflanze:
Als Heilmittel eignen sich die Kerne von Kürbissen, da diese besonders reichhaltig sind an Ölen, Vitaminen und Mineralstoffen. Zink, Vitamin C und A sind in hoher Dosierung vorhanden. Kürbiskerne finden daher ihren Einsatz bei der Behandlung von Prostatavergrößerung und Prostatitis als auch gegen Darmparasiten.

Gartengeräte

September 23rd 2009

Jeder Garten will gepflegt sein. Dies erreicht man nur mit besonderen Hilfsmitteln und Werkzeugen, wie sie Hobbygärtner und Gartenprofis in ihren Schuppen stehen haben. Viele Baumärkte preisen ihre Gartengeräte als unentbehrlich an, wobei doch viele Geräte zur sachgemäßen Pflege des Gartens gar nicht nötig wären. Was Sie wirklich benötigen und welche Überlegungen Sie bei der Gerätewahl tätigen müssen steht im folgenden Absatz:

Beim Einkauf von Gartengeräten zählt für den erfahrenen Gärtner die Qualität des Geräts. Er verlässt sich nicht auf High-Tech Produkte, sondern entscheidet mit Augenmaß und Bedacht, welches Gerät für seinen Garten am qualitativ hochwertigsten ist. Die Vorteile eines gut gewählten Garten-Tools sind das angenehmere Arbeiten, die höhere Sicherheit beim Arbeiten und die längere Haltbarkeit des Produkts – dies rechtfertigt die Mehrkosten gegenüber Billigprodukten.

Bei teueren Geräten, die man womöglich nur ein Mal im Quartal braucht, wäre es gut darüber nachzudenken, ob man es ausleihen kann oder ob man sich die hohen Kosten mit dem Nachbarn teilt.

Bei kleineren Geräten sollten Sie niemals vor dem Kauf vergessen, das Gerät in die Hand zu nehmen und eine Checkliste im Gehirn langsam abzuhaken:

  • Wie schwer ist das Gerät?

  • Liegt das Gerät gut in der Hand?

  • Entspricht das Gerät meiner Körpergröße?

  • Kann das Gerät per Teleskoparm expandiert werden?

  • Ist die insgesamte Verarbeitung robust?

  • Sind die Verbindundungsstellen zwischen Materialien stark genug? ( Wie z.B. Metallschaufel und Holzstiel )

  • Ist das Gerät sicher in der Handhabung? Hat es womöglich sogar ein Prüfzeichen?

Arbeitet man mit einer derartigen Liste so sind Enttäuschungen beim Kauf grösstmöglich ausgeschlossen. Hinzu kommt beim Kauf natürlich eine Art “Verliebtheitsfaktor” – “Sagt mir das Produkt in der Art und Weise wie es gefertigt wurde zu?”. Natürlich klingt dies eher nach einer Modeerscheinung der heutigen Trendzeit, jedoch muss ja eine gewisse Symphatie zwischen Gerät und Käufer bestehen, damit lange und einsame Arbeitsstunden mit dem Gerät nicht zur seelischen Qual werden.

Bei Elektrogeräten sollte man unbedingt darauf achten, dass sie entweder das deutsche VDE- oder das österreichische ÖVE- Zeichen tragen. Diese Auszeichnungen garantieren die elektronische Sicherheit des Geräts. Bei Benzingeräten sollten sie unbedingt auf das GS-Zeichen achten, welches für geprüfte mechanische Sicherheit steht. Das europäische CE-Zeichen ist dagegen kein Garant für Qualität.

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Korbinian Rausch am September 23rd 2009 in Gartenarbeit

Verwendung heimischer Gewächse als Heilkräuter (Fortsetzung 1)

September 18th 2009

Jetzt zum Herbstanfang, wo das Wetter trübe und grau wird,  sind mir zwei weitere Vertreter heimischer Heilpflanzen auf Grund ihrer leuchtenden Farben und Blühkraft geradezu ins Auge gesprungen. Kapuzinerkresse (Tropaeolum majus) und Boretsch (Borago officinalis).

Zugegebenerweise sind beide nicht ursprünglich heimische Pflanzen in Deutschland. Aber gerade im Garten haben sie mittlerweile einen festen Platz und sind nicht mehr wegzudenken. Viele wissen dabei aber nicht über ihre heilenden Qualitäten Bescheid.

KapuzinerkresseDie Kapuzinerkresse wurde im 16.Jahrhundert von den Spaniern aus Südamerika eingeführt. Sie ist nicht nur eine unglaublich ausdauernde und blütenreiche Pflanze, die mit ihren stark leuchtenden gelben, orangenen und roten Blüten beeindruckt bis zum ersten Frost, sondern verfügt durchaus über einige interessante Wirkstoffe:

  • Die Blüten und Blätter haben eine scharfes Aroma, das dem Geschmack von Brunnenkresse nicht unähnlich ist. Deswegen werden diese Bestandteile gerne im Salat verwendet. Auch hier schmecken die Blüten nicht nur gut, sondern machen optisch viel her.
  • Die unreifen Samen sauer eingelegt können als Kapernersatz verwendet werden. Tatsächlich entwickeln sie auch Kapernsäure, die den charakteristischen Geschmack hervorruft.
  • Kapuzinerkresse enthält viel Schwefel. Dieser Wirkstoff soll äußerlich angewendet der Glatzenbildung vorbeugen. Zusammen mit Auszügen von Brennnessel, Buchsbaum und Eiche kommt sie oft als Haarwasser vor.
  • In Wasser eingelegt bildet ein enthaltendes Glykosid ein Antibiotikum. Dadurch ist Kapuzinerkresse bakterizid und fungizid. Sie wird als antiseptisches, schleimlösendes harntreibendes und allgemein stärkendes Kraut eingesetzt bei Infektionen des Uro-Genitaltraktes und der Atemwege sowie bei Mangelerscheinungen an Haut und Haaren.

Boretsch Boretsch passt besonders gut zum Herbstbeginn, denn er hat den Ruf, die Lebensgeister zu wecken. So sagt John Gerard schon 1597 über diese Pflanze:

“Sirup aus Boretschblüten ist gut für das Herz, läßt die Melancholie vergehen und beruhigt die Verrückten.”
(aus “The Herball, or Generall Historie of Plants”).

  • Auf Grund des gurkenähnlichen Geschmacks der Blüten und Blätter, wird die Pflanze auch Gurkenkraut genannt. Kleingeschnitten werden die Blätter für die Zubereitung von Getränken, Salaten, Frischkäse oder gekocht als Gemüse verwendet.
  • Die Blüten sind äußerst dekorativ im Salat mit ihrer wunderschönen, blauen Farbgebung. Da sie sich in Verbindung mit Zitronensaft oder Essig allerdings rosa färben, sollte man sie wirklich erst als allerletzte Zutat dem Salat hinzufügen. Manch einer kennt sie vielleicht auch kandiert auf Konfekt oder zu Sirup verarbeitet.
  • In der Heilkunde wird vor allem das Öl aus den Samen verwendet, die besonders viel Gamma-Linolsäure enthalten. Dadurch wirkt es regulierend auf das Hormonsystem und Blutdruck senkend.
  • Die Blätter enthalten ebenfalls einige Wirkstoffe, denen man heilende Eigenschaften zuspricht wie schweißtreibend, harntreibend, milde sedative und antidepressive Wirkung als auch beruhigend auf geschädigtes oder gereiztes Gewebe. Zur Anwendung kommt Borretsch deswegen bei Fieber, Hauterkrankungen, Entzündungen der Bronchien sowie bei Mund- und Halsentzündungen.

Achtung! Wichtig zu wissen:
Die Pflanze enthält geringe Mengen vom Pyrrolizidin-Alkaloid, das Leberschäden und Leberkrebs verursachen kann, daher ist ein regelmäßiger Genuss von Borretsch nicht zu empfehlen. Ein gelegentlicher Verzehr gilt jedoch als unbedenklich, ebenso ein Verzehr der Blüten und Samen, da diese die erwähnten Alkaloide nicht enthalten.

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Berta Rausch am September 18th 2009 in Fauna & Flora, Heilpflanzen