Pflanzen mit Charakter
Pfingstrosen, Türkenmohn, Tomaten & Co
Eine Geschichte von
Liebe, Hass & Standhaftigkeit

März 15th 2010

Der Frühling kommt immer mit schöpferischer Kraft und Lust auf Neubeginn. Wenn der Zeitpunkt erreicht ist, an dem man den Triebspitzen beim Wachsen zuschauen kann, dann juckt es auch dem ältesten Gärtner in den Händen, dass endlich die im Winter entwickelten neuen Ideen für den Garten umgesetzt werden können.

Bei einem jungen oder gar frisch angelegten Garten gibt es da viel zu tun, was aber machen, wenn der eigene Garten schon über Jahre perfektioniert wurde?

Dann bleibt auf jeden Fall die Umgestaltung der Beete. Neue Pflanzen können ausprobiert werden, andere Pflanzenvergesellschaften zusammengestellt werden und nebenbei ist dies auch der richtige Zeitpunkt, um alte Stauden zu teilen.

Gerade die alteingesessenen Damen und Herren haben da so manch menschliche Eigenschaften: Sie bestehen auf ihren Standort oder wollen ihn immer nach einem Jahr wechseln, sie mögen die direkte Nachbarschaft bestimmter Arten gerne oden lehnen sie ab, manche wollen sogar andere Exemplare nicht in der direkten Umgebung wissen.

Bevor also wild geteilt und umgepflanzt wird, gibt es so manches zu bedenken und zu planen.
Im folgenden Stelle ich ein paar besondere “Sturschädel” oder netter ausgedrückt “Charakterköpfe” unter den Gartenpflanzen vor:

  1. Die Standhaften

    Türken-Mohn

    Türken-Mohn
    (Papaver orientale)

    Der Mohn ist der typischer Vertreter der Standhaftigkeit. Einmal einen Platz gefunden wird dieser nie mehr verlassen.
    Natürlich gibt es dafür einen trifftigen Grund:
    Mohngewächse sind Tiefwurzler und bilden mit der Zeit eine sehr starke Pfahlwurzel. Man kann sie also im Grunde genommen irgendwann nicht mehr ausgraben ohne die Wurzel zu verletzen. Tiefes Hacken im Wurzelbereich zur Bodenlockerung und -belüftung sind somit ebenfalls ungesund für den Mohn.
    Ist er jedoch am richtigen Standort mit einem durchlässigen, nährstoffreichen Boden, so kann er das Herz jahrelang erfreuen mit üppigen, leuchtenden Blüten.
    Die Pfahlwurzeln reagieren sehr leicht mit Schimmelbildung und Fäulnis bei Staunässe.

    Zwei weitere Pflanzenarten, die gleiche Bedürfnisse haben wie der Türken-Mohn sind übrigens Lupinen (Lupinus polyphyllus-Hybriden) und das Tränende Herz (Dicentra spectabilis).

    Pfingstrosen
    (Paeonia Arten und -Hybriden)

    Pfingstrosen gehören ebenfalls zu den “Lass mich bloß in Ruhe” – Pflanzen, denn sie möchte auch ein Leben lang am gleichen Platz wohnen, aber sie haben etwas andere Ansprüche.
    Pfingstrosen sind Flachwurzler. Sie lieben einen sehr sonnigen und möglichst windgeschützten Standort in nährstoffreicher Erde. Man pflanzt die Paeonien sehr dicht unter der Oberfläche (maximal mit 5 cm Erde bedecken), da sie sonst nicht oder nur sehr mäßig blühen. Außerdem begünstigt tieferes Pflanzen die Stengelfäule, für die sie leider sehr empfindlich sind.
    In Folge fällt die Pflege von Pfingstrosen sehr mäßig aus. Man darf nur vorsichtig und ganz oberflächlich die Erde lockern oder sogar abtragen, um sie durch guten Gartenkompost zu ersetzen. Das Anhäufeln zum Schutz der jungenTriebe im Frühjahr vor späten Frösten, sollte man auch lieber weglassen und statt dessen eine Pflanzhaube verwenden. Diese gibt es aus Kunststoff oder Glas und können sogar optisch als Dekoration im Garten wirken. Am richtigen Standort können Pfingstrosen leicht 100 Jahre alt werden.

    Stockrose

    Taglilien
    (Hemerocallis Arten und -Hybriden)

    Taglilien wollen auch noch standhaft bleiben. Wenn man für sie den richtigen Platz finden will im Garten, so muß man im Auge behalten, dass sie sich mit den Jahren noch gut ausbreiten werden und Platz benötigen (leicht 1 m²). Möchte man sie doch teilen, so kann dies bedeuten, dass sie 1-2 Jahre Zeit brauchen, um wieder in alter Blütenpracht zu erscheinen.
    Platz sollte man ebenso bei Stockrosen (Alcea ficifolia und A. rosea) und Lilien (Lilium Arten und _Hybriden) einplanen. Am richtigen Standort mit ausreichend Platz können Stockrosen tatsächlich mehrere Jahre ausharren.

    Tomate

    Tomate
    (Solanum lycopersicum)

    Tomaten gehören bei uns nicht zu den mehrjährigen Pflanzen, da sie überhaupt keinen Frost vertragen. Trotzdem wollen Tomaten jedes Jahr den gleichen Platz an der Sonne haben. Sonnig,nährstoffreich, wind- und regengeschützt, so liebt sie es. Tatsächlich liebt sie sich selbst sogar im Kompost und gehört damit zu den standhaften Charakterpflanzen wie auch zu den liebenden. Dies betrifft ganz genauso die Kartoffeln (Solanum tuberosum)


  2. Die Liebenden

    Wermuth (Artemisia absinthium)

    Wermuth ist eine Pflanze der ganz großen Gefühle. Sie liebt und sie hasst in gleicher Intensität und gehört damit auch in die Gruppe der Hassenden. In seiner Nähe hält es keine andere Pflanze aus außer die Johannisbeere, die in seiner direkten Nachbarschaft sogar deutlich ertragreicher wird. Wermuth schützt die Johannisbeere vor dem Säulenrost. Dies liegt wohl an den vielen Substanzen, die er bildet und zu denen unter anderem starke Bitter- und Gerbstoffe, Harze und Vitamin B und C gehören.
    Im Gegenzug sorgen genau diese Substanzen aber auch dafür, dass sogar Giersch und Quecke das Weite suchen.
    Nicht umsonst ist ja auch das Produkt, das aus Wermuth bekanntermaßen gewonnen wird sehr unberechenbar: der Absinth!


  3. Die Hassenden

    Liebstöckel (Levisticum officinale)

    Liebstöckel ist sehr durchsetzungsstark und setzt sich deutlich gegen seine Nachbarn durch. Er gehört zu den Gewürz- und Heilpflanzen und enthält als solche jede Menge Gerb- und Bitterstoffe sowie in seinem speziellen Fall das Gift Cumin. Dieses ist bekannt als Mäusegift und kann in sehr hohen Dosen sogar für den Menschen gefährlich werden. Mit Hilfe seiner Inhaltsstoffe hemmt er das Wachstum seiner Nachbarn und breitet sich statt dessen selber kräftig aus.
    Ähnlich verhält es sich auch mit Wermuth (Artemisia absinthium) und Beifuß (Artemisia vulgaris).


    Rittersporn

    Rittersporn
    (Delphinium in Arten, Sorten und -Hybriden)

    Rittersporn hasst seine Verwandten und manchmal sogar sich selbst. Er ist ein wahrer Narzist und duldet seinesgleichen nicht in einem Umkreis von ca. 1 m. Nur sehr selten gelingt es, ein weiteres Exemplar in die direkte Nähe eines schon vorhandenen zu setzen und zum Gedeihen zu bekommen. Möchte man ihn bei “guter Laune” halten, so sollte man ihn mit anderen hochwachsenden Stauden umgeben bevor man ihm einen Verwandten als Nachbarn gibt. In Frage für solche Barrierepflanzungen kommen beispielsweise die Sonnenbraut (Helenium-Hybriden), die hohen Sonnenhut-Arten (Rudbeckia maxima und R.nitida), Staudensonnenblumen (Helianthus-Arten) und hohe Raublattastern (Aster novae-angliae).

    Ähnlich wie beim Rittersporn verhält es sich auch bei der Flammenblume (Phlox Paniculata-Hybriden). Mehr als drei Verwandte an einem Platz hält auch er nicht aus. Dieses liegt in diesem Fall allerdings weniger an der Selbstunverträglichkeit, sondern am steigenden Risiko des Schädlingsbefalls, das signifikant steigt, je größer eine Phlox-Anpflanzung wird. Sowohl Echter Mehltau als auch Stengelälchen machen sich dann gerne breit und lassen ihn verkümmern.


    Rose

    Rosen (Rosaceae)

    Auch die Familie der Rosen ist sehr narzistisch veranlagt, aber wen wundert das schon bei der Königin der Blumen?! Dies äußert sich in diesem Fall darin, dass die Rose die erste ihrer Art an einem Standort sein will. Möchte man einen alten Rosenstock durch einen jungen ersetzen, so kommt man nicht umhin, die Erde weiträumig und bis zu einer Tiefe von ca. 1 m auszutauschen.
    Dies gilt ebenfalls für den Rittersporn (Delphinium in Arten und Sorten). Wie zuvor schon erwähnt ist er ja seinem Namen alle Ehre verleihend ein wahrer Heißsporn und verträgt in seltenen Fällen noch nicht einmal kleine Bestandteile seiner selbst am gleichen Ort. Dies sollte man unbedingt bei Teilung der Staude beachten und gegebenenfalls lieber gleich ganz neue Plätze für die Pflanzen finden.
    Staudenmargarite (Leucanthemum in Arten und Sorten), Petersilie (Petrosilium), Gartenkresse (Lepidium sativum), Meerrettich (Armoracia rusticana ), Erbsen (Pisum sativum), Erdbeeren (Fragaria in Arten und Sorten) und Tulpen (Tulipa in Arten und Sorten) mögen ebenfalls nicht an den Standort eines Vorgängers gepflanzt werden und müssen auch noch zusätzlich in den meisten Fällen jährlich im Garten umziehen, weil sie sich selbst dann nicht mehr ertragen. Je nach Pflanzenart kann es zwischen drei bis zehn Jahre dauern bis die Beete wieder mit ihresgleichen bestückt werden können.


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Berta Rausch am März 15th 2010 in Allgemein, Fauna & Flora, Gartenarbeit, Jahreszeiten

Wie lassen sich neue Pflanzen am besten vorziehen

Februar 15th 2010

Basilikum-KeimlingIm Frühjahr lassen sich die ersten Pflanzen für den Garten oder Balkon schon ab Mitte Februar ansäen -auch wenn eventuell noch Schnee liegt- vorrausgesetzt man hat ein Zimmergewächshaus, ein Frühbeet oder sogar ein Kleingewächshaus im eigenen Garten zur Verfügung.

Die Anzucht von eigenen Jungpflanzen hat den ganz großen Vorteil, dass man auf ein viel größeres und spezielleres Sortiment an Saatgut zurückgreifen kann und auf diese Art und Weise ungewöhnlichere Pflanzenarten auspflanzen kann als einen der Handel meistens so bietet.
Jedes Jahr kommen viele neue Blumen- und Gemüsesorten auf den Markt, bei denen sich das Ausprobieren durchaus lohnen kann. Vor allem dann, wenn es sich um Saatgut handelt, dass resistent ist gegen bestimmte Schädlinge. Gerade im Internet lohnt sich da das Stöbern.

Welche Bedingungen sind notwendig für das gesunde Auflaufen der Samen?

Grundsätzlich benötigt so ein Samenkörnchen drei wichtige Rahmenbedingungen, um zu gedeihen:

  1. Wärme:
    Die meisten Pflanzen benötigen zum Keimen eine möglichst konstante Temperatur von + 18-25°C tagsüber und +15-18°C nachts. Das Abfallen der Temperatur unter +15°C sollte möglichst vermieden werden.
    Kohlrabi, Fenchel und Kopfsalat sowie die meisten Sommerblumen und Ktäuter kommen mit diesen Temperaturangaben sehr gut zurecht. Tomaten, Paprika, Gurken, Auberginen, Stangenbohnen und Melonen brauchen es hingegen noch einen kleinen Tick wärmer und sollten nicht weniger als +18°C bekommen.

    Dies bedeutet, dass man ohne Heizung nicht auskommt, wenn man so früh im Jahr beginnen will. Minigewächshäuser gibt es im Handel schon mit integrierter Heizung und noch besser mit zusetzlichem Thermostat, so dass man eine konstante bestimmte Temperatur auswählen kann. Wer schon ein unbeheiztes Minigewächshaus zu Hause hat, der kann dieses mit einer Heizmatte oder einem Heizkabel kombinieren. Die Matte wird unter dem Gewächshaus platziert und das Kabel kann in Spiralen im Substrat eingebettet werden und wäre auch für ein Frühbeet einsetzbar. Dieses läßt sich allerdings auch ganz wunderbar mit einer “natürlichen Heizung” versehen in Form eines Mistbeetes.

    Wichtig wäre also die regelmäßige Kontrolle der Temperatur. Auch hierbei kommt es gerne zu Mißverständinissen, denn entscheidend ist nicht die Temperatur der Luft, sondern des Bodens.
    Achtung: Zu hohe Temperaturen können auch wieder schädlich sein. Viele Pflanzen keimen nicht mehr, wenn das Thermometer über +28-30°C klettert. Solche Temperaturen können tatsächlich in kleinen Anbauräumen wie im Gewächshaus oder Frühbeet bei Sonneneinstrahlung leicht mal erreicht werden. Dagegen hilft ausreichend belüften oder Schattieren mit Schattiergewebe oder auch Abdeckvliesen.

    Zur Keimung benötigen die meisten Pflanzen eine etwas höhere Temperatur wie während ihrer Jungpflanzenphase. Man kann diese nach der Keimung also etwas reduzieren, um Energie zu sparen.

  2. Wasser:
    Dieser Faktor dürfte jedem einleuchten, denn die Samen müssen ja leicht “quellen”, um zum Keimen animiert zu werden. Bei vielen Arten begünstigt das vorherige Einweichen der Samen für einige Stunden im warmen Wasser den Keimungsvorgang. Einmal gewässert dürfen sie dann nicht mehr austrocknen, sonst stirbt der Keimling, der ja noch nicht über ausreichend Speicherkapazität für Wasser und Nährstoffe verfügt, um so eine Extremsituation zu überdauern.
    Dies bedeutet, dass man nach dem Säen die Pflanzenschalen einmalig gut wässert mit einem ganz weichen Strahl, um das Ausschwemmen der Samen zu verhindern.
    Es gibt tatsächlich spezielle Aufsetze für die Gießkanne, die eine solche weiche Brause verursachen. Anschließend unbedingt die Pflanzgefäße abdecken mit der Haube des Zimmergewächshauses, einer aufgeschnittenen Plastikflasche oder mit zwei bis drei Lagen Frühbeetvlies, um das rasche Abtrocknen der Erde zu verhindern und gleichzeitig die Luftfeuchtigkeit zu erhöhen. Ab diesem Zeitpunkt täglich die Bodenfeuchte kontrolliern. Das Substrat sollte immer feucht, aber nie nass sein. Staunässe führt sehr schnell zu Fäulnis- und Schimmelbildung und bedeutet damit schnell den Tod der Keimlinge.

    Nach dem Auflaufen der Pflanzen sollte man nicht mehr abends gießen, damit die Pflanzen die Nacht über trocken sind. Denn auch in dem Fall kann die Nässe dann zu Pilzbefall führen.

  3. Licht:
    Idealerweise benötigen Pflanzen während der Anzuchtsphase mindestens acht bis zwölf Stunden Licht mit einer Intensität von mindestens 2000 Lux und dieses am besten direkt von oben. Deswegen ist die Fensterbank kein 100%iger geeigneter Ort für das Minigewächshaus, da das Licht nur von der Seite kommt und die Jungpflanzen sich extrem in diese Richtung wenden.
    Im Februar und manchmal auch noch im März kann es also sinnvoll sein zusätzliches künstliches Licht bereitzustellen. Die Zusatzbelichtung verbessert die Qualität der Jungpflanzen und verkürzt die Anzuchtphase um 7 bis 14 Tage.

    Wie schon zuvor erwähnt, kann zuviel Licht in Form von Sonneneinstrahlung auch schädlich wirken, da es zu Überhitzung und Austrocknung führen kann.



An dieser Stelle noch ein Hinweis auf eine Webseite, die sich nur mit dem Thema Pflanzenanzucht beschäftigt und damit noch viel mehr Information bereithält:
externer Link: -> Pflanzen-Anzucht.de

Rankgerüste aus Weiden und andere kreative Objekte einfach selber machen

Januar 21st 2010

Das Weiden- beziehungsweise Korbflechten ist eine uralte Handwerkskunst. Man fand im Nahen Osten Reste eines Weidenkorbs, die auf ca. 10000 v. Chr. datiert wurden.
Diese Zeitangabe entspricht etwa dem Neolithikum, ein Zeitalter, in dem der Mensch anfing sesshaft zu werden und Landwirtschaft und Viehzucht zu betreiben.
Weidengeflechte wurden für sehr viele verschiedene Zwecke eingesetzt wie natürlich als Gefäße zum Aufbewahren und Transportieren ( Wein- und Holzkiepen), zum Einzäunen von Äckern und Viehweiden, als Fischreusen, als Bienenkörbe und natürlich auch als Möbel.

In den letzten Jahren findet eine deutliche Rückbesinnung auf diese Handwerkstradition statt. Vor allem im Gartenbereich fallen die zunehmenden Angebote an Weidenflechtkursen und die daraus resultierenden Ergebnisse in den Privatgärten auf in Form von Rankgerüsten für Kletterpflanzen als auch einfach als Dekorationsobjekte.
Wenn man die Augen offen hält, entdeckt man auch immer häufiger “lebendige Gartenzäune” aus wachsenden Weidenruten sowie Weidenhütten-und -tunnel als Spielplätze für Kinder.

weidengerüst weidengerüst weidengerüst weidengerüste



Das Weidenflechten kann natürlich eine Kunst sein, aber im Grunde genommen ist es ganz einfach und kann von jedem gemacht werden.

Was benötigt man zum Weidenflechten?

  1. Natürlich benötigt man zum Weidenflechten als allererstes Weidenruten, da diese besonders biegsam und flexibel sind.
    Möglich sind auch andere Materialien wie Haselnussruten (Corylus avellana), junge Triebe von Hartriegel (Cornus in Arten und Sorten) und Schneeball (Viburnum in Arten und Sorten), die entlaubten Ranken von Waldrebe (Clematis in Arten und Sorten) und Brombeere (Rubus sectio Rubus) sowie Sauergrasgewächse (Cyperaceae) wie Seegras, Esperato, Schilf und Binse. Bei den Weidenarten eignen sich besonders folgende:

    • Korb-Weide (Salix viminalis)
    • Silber-Weide (Salix alba)
    • Bruch-Weide (Salix fragilis)
    • Mandel-Weide (Salix triandra)

    Man kann die entsprechenden Ruten entweder als Bündel im Handel kaufen oder sie sich selber schneiden. Dabei ist allerdings zu beachten, dass es nur in der Zeit vom 01. Oktober bis zum 28. Februar erlaubt ist Zweige zu schneiden zum Schutze von Vögeln und anderem Getier, das in der restlichen Zeit Nester baut und Brutpflege betreibt. Da man ja auch die unbelaubten Zweige nutzen möchte, ist dieser Zeitraum günstig gelegen.
    Für Flechtarbeiten schneidet man meistens die einjährigen Triebe mit Längen zwischen 70 und 150 cm. Möchte man größere Klettergerüste, Beeteinfassungen, Zaune oder sogar Pavillions bauen, so benötigt man zusätzlich noch einige dickere und längere Ruten, die meistens dann schon von mehrjährigen Trieben geschnitten und als Grundgerüst verwendet werden.
    Beim Flechten kann sowohl mit unterschiedlichen Mustern als auch mit verschiedenen Farben gespielt werden, denn die in Frage kommenden Gehölzarten haben unterschiedliche Rindenarten und -farben von gelbgrün über rotbraun bis silbergrau gibt es ein großes Farbspektrum, dass man beim Ernten der Ruten eventuell beachten sollte. Außerdem kann man die Ruten rau mit Rinde oder geschält ohne Rinde verarbeiten. Auch das gibt wieder neue Farbvariationen in dunkel und hell.

    Wenn man die Weiden nicht selbst schneiden möchte, so kann man auch im Herbst beim städtischen Gartenbauamt anfragen, ob man sich beim jährlichen Schnittgut bedienen darf. In der Regel haben die nichts dagegen.

    Beim selbstschneiden unbedingt scharfe und gute Werkzeuge benutzen, um die Pflanze nicht unnötig zu verletzen. Nach dem Schnitt überflüssige Seitentriebe und Blätter entfernen und in Bündeln trocknen lassen.

    Vor der Verarbeitung müssen die Ruten in Wasser eingeweicht werden, damit sie wieder biegsam und flexibel für das Flechten werden. Dieses kann zwischen 10 min und 14 Tage dauern und ist eines der Mysterien des Korbmacherberufs.


  2. Hat man die Weidenruten, braucht man eventuell eine scharfes und spitzes Messer, eine scharfe Gartenschere und eventuell farblich passendes Bindeband oder Draht sowie möglicherweise etwas zum Vorbohren der Stecklöcher im Boden. Dann kann das eigentliche Flechten beginnen.
    Je nachdem was entstehen soll, werden dickere Ruten in der gewünschten Grundform in den Boden oder auch Blumentopf gesteckt. Dabei sollte ca. ein Drittel der Rute zur Verankerung im Boden verschwinden. Möchte man, dass die Weiden anwachsen und lebendig das Geflecht gestalten, so steckt man die Weiden einfach nur mit dem unteren Ende in den Boden. Sollen sie jedoch nicht anwachsen, so steckt man sie entweder verkehrt herum in den Boden, oder man schält das Stück, das sich im Boden befinden wird, damit es nicht Wurzeln bildet.
    Man sollte wissen, dass Weiden wirklich sehr austriebfreudig sind und manchmal trotz aller Gegenmaßnahmen Wurzeln bilden.

  3. Steht die Grundform, so beginnt der wirklich kreative Teil – das Verflechten der Weidenruten miteinander oder das Einflechten von dünneren Ruten zum Stabilisieren und Dekorieren.
    Auch dabei ist zunächst einmal nicht viel zu beachten, denn man flechtet die Rute einmal vorne herum und einmal hinterheraum abwechselnd um die Formgebenden Ruten. Kommt man ans Ende der gerade benutzten Rute so führt man die nächste ein Stückchen parallel mit der vorherigen. Dadurch gibt es einen fließenden Übergang.

    Damit dieser Übergang recht harmonisch aussieht verwendet beginnt man die neue Rute immer mit dem Teil, mit dem die alte endet. Endet sie also mit dem dünnen Ende, so setzt man die neue Rute auch mit dem dünnen Ende an und andersherum.
    Der Kreativität sind beim Flechten keine Grenzen gesetzt. Ich hole mir immer wieder Inspirationen von Abbildungen anderer Objekte. Natürlich kann man auch mit dem Material spielen und einfach mal ein Stück bunten Stoffrest einflechten.


Schwarzäugige SusanneWenn das Werk vollbracht ist bleibt noch als letzte Überlegung, ob es pur wirken oder noch durch eine Bepflanzung mit einer Kletterpflanze verschönert werden soll.
Für das Beranken von Weidenklettergerüsten bieten sich vor allem einjährige Kletterpflanzen an wie Prunkwinde, Schwarzäugige Susanne, Glockenrebe oder auch Kapuzinerkresse, da diese bedingt durch ihre Lebensdauer nicht zu groß und wuchtig werden.

Mehr Informationen zum Thema Kletterpflanzen und ihre Verwendung können Sie auf folgender Webseite finden: Kletterpflanzen.de

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Berta Rausch am Januar 21st 2010 in Allgemein, Brauchtum & Rituale, Gartenarbeit

Tomaten pflanzen!

Januar 15th 2010

Ist jetzt schon der richtige Zeitpunkt, um ans Anpflanzen von Tomaten zu denken? Klaro! Und man sollte sich auch Gedanken über die richtigen Sorten machen, dann kann man jetzt schon mit der Planung und Arbeit beginnen. Die richtigen Tomatensamen sollte man schon jetzt bestellen, um mit ihnen frühzeitig ins Gartenjahr zu starten.

Beim Anbau im Freien, sprich außerhalb des Gewächshauses, ist ein wichtiger Faktor für die richtige Tomatensorte ihre Resistenz gegen die Kraut- und Braunfäule. Dies ist eine Pilzerkrankung, die einem schon mal das ganze Tomatenfeld abspenstig machen kann. Dass man da nicht mit der chemischen Keule ran will ist selbstverständlich. Schließlich könnte man sich da gleich die importierten Tomaten im Discounter kaufen.

Somit empfiehlt es sich, robuste Tomatensorten zu kaufen und zu säen.

tomaten

Wildtomaten sind eine sehr gute Wahl, sie sind nicht überzüchtet und so grundsätzlich besser an naturnahes Leben gewohnt. Vielen Menschen, die Supermarkttomaten gewöhnt sind, sind diese Tomaten allerdings zu klein, der Geschmack überzeugt dann aber letztlich fast jeden, mit den Wasserbomben aus dem Billigregal sind sie nicht zu vergleichen. Diese Tomaten wachsen eher bodennah, müssen auch nicht am Spalier hochgezogen werden, etwas auseinanderbinden sollte man sie aber schon.

Grundsätzlich sind Cocktailtomaten, sprich kleinfrüchtige Tomaten, die widerstandsfähigeren Sorten, große Tomaten sind eher anfällig für Pilzerkrankungen. Ein anderer Faktor für Tomatensorten, die gegen die Kraut- und Braunfäule ankommen, ist frühes Reifen. Sorten, die früher ihre Reife erlangen, entkommen der „Hochzeit“ der Pilzsporen durch frühe Ernte. Das Problem ist dann halt, dass man im Sommer auf dem Trockenen sitzt. Noch ein Tipp: Tomaten möglichst weit von Kartoffeln entfernt pflanzen, denn diese sind anfällig für den gleichen Pilz und so steckt man sich unter Umständen die ganze heimische Brut an.

Und für ganz ambitionierte Gärtner gibt es noch das Tomatengewächshaus, was in den meisten Fällen aber durch einen einfachen Folienschlauch ersetzt werden kann.

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Gotthilf Rausch am Januar 15th 2010 in Jahreszeiten, Pflanzenzucht

Katzenminze (Nepeta)
Die Staude des Jahres 2010

Januar 4th 2010

KatzenminzeDie Katzenminze (Nepeta in Sorten und Arten) gehört mit ihren ca. 250 Arten zur Familie der Lippenblütler (Lamiaceae).
Die meisten Arten sind mehrjährige, krautige Pflanzen, die eine Höhe von 20 bis 150 cm erreichen. Es gibt aber auch vereinzelt Halbsträucher und einjährige Arten. Die Wuchsform ist breit halbkugelförmig bis aufrecht buschig, einige Arten werden auch sehr ausladend und fallen auseinander.

An folgenden Merkmalen läßt sich Nepeta ganz einfach erkenne:

  • vierkantiger Stengel, der sehr oft behaart ist. Leider gibt es natürlich auch Exemplare mit kahlem Stengel.
  • die Blattstellung ist bei allen Arten kreuzgegenständig (dekussiert). Häufig sind die Blattränder gekerbt, gezähnt oder gewellt sowie behaart.
  • charakteristisch sind die kleinen blaulila Blüten, die in Scheinquirlen stehen wie es für die Familie der Lippenblütler typisch ist. Natürlich findet man deswegen auch die auffallenden fünfzähligen Lippenblütler-Blüten. Mittlerweile gibt es auch weiße, rosafarbene und gelbe Arten der Katzenminze

Standortansprüche:

Die meisten Arten der Katzenminze bevorzugen eher trockene und sonnige Standorte mit durchlässigen, kalkarmen Böden. Es gibt jedoch auch ein paar Arten, die frische bis feuchte Böden und halbschattige Standorte bevorzugen und sich gut als Unterpflanzung von lichten Gehölzen und Sträuchern eignen.

Welche Art nun welchen Standort bevorzugt, läßt sich wunderbar am äußeren Erscheinungsbild ihrer Laubblätter ablesen: Je schmaler, kleiner und behaarter die Blätter sind desto mehr Sonne verträgt die Pflanze. Die Blattfarbe wird dann wohl auch eher zu einem dumpgen graugrün tendieren. Dies sind alles Schutzmaßnahmen gegen starke Sonnenbestrahlung und die damit verbundene Gefahr der Verbrennung und übermäßigen Verdunstung von Wasser.

Nepeta-Arten mit größeren, unbehaarten Blättern mit leuchtender Färbung deuten auf einen höheren Wasserbedarf hin. Diese Pflanzen vertragen dann keine direkte Sonneneinstrahlung, sondern eben feuchte, halbschattige Standorte.

Besonderheiten und Verwendung:

  • Katzenminze gehört zu den ältesten heimischen Heilpflanzen in unseren Breiten. Schon im 1. Jahrhundert n.Chr. wird sie namendlich erwähnt. Genutz werden können grundsätzlich alle Bestandteile der Pflanze. Üblicherweise verwendet man aber nur die Blätter, die über viel ätherisches Öl verfügen und ein kampferartiges Poleiminze-Thymian-Aroma verströmen. Katzenminze wirkt kühlend und astringierend. Sie wird innerlich als Tee eingenommen bei Fieber und Grippe sowie bei Schlafstörungen in Kombination mit Melisse und Baldrian als auch bei Herzklopfen und Reizbarkeit.
    Desweiteren wirkt sie harntreibend und krampflösend, weswegen sie auch bei nervösen Verdauungsstörungen, Durchfall, Magenverstimmungen, Koliken und Menstruationsbeschwerden zum Einsatz kommt.
  • Am bekanntesten ist sicherlich die Wirkung von Katzenminze auf Katzen, der sie sicherlich auch ihren Namen verdankt.
    Nepeta enthält den Wirkstoff Actinidin, der auf Katzen äußerst belebend und anregend wirkt. Dieses führt dazu, dass so manch eine Katze sich äußerst merkwürdig benimmt und die Katzenminze nicht überlebt. Wie verrückt wälzen und reiben sich die Katzen am und im Kraut, um die Überreste dann schließlich zu vertilgen. Angeblich soll es Katzen geben, die garnicht auf die Pflanze reagieren, aber meine Katzen haben bisher kein Exemplar überleben lassen. Wenn jemand einen guten Tip hat wie man trotz Katzen Nepeta im Garten zum Wachsen bekommt, wäre ich sehr dankbar.
    Tatsächlich wird Katzenspielzeug häufig auch mit getrockneter Katzenminze gefüllt, um es für die Katze interessant zu machen. Das Actinidin ist auch beim Baldrian (Valeriana officinalis) der Grund für die Behauptung, dass Baldrian nachts Katzen singen läßt.
  • Das ätherische Öl der Katzenminze wirkt sehr gut als Mücken-Abwehr wie amerikanische Chemiker herausgefunden haben. Auch gegen Pflanzenschädlinge soll es eine gute Wirkung entfalten. Deswegen gilt die Katzenminze selber als sehr widerstandsfähige Pflanze, die selten an Pflanzenschädlingen leidet. Pflanzt man sie in Gesellschaft von Rosen, so soll sie den Blattlausbefall mindern.
  • Verpasst man der Katzenminze einen Remontierschnitt nach der ersten Blüte, so blüht sie oft sehr zügig ein zweites Mal, weswegen sie gerne im Garten gesehen ist. Verwendung findet sie dort meistens als Beeteinfassung oder als Steingartenpflanze, da sie wirklich sehr gut Trockenheit überstehen kann. Vereinzelte Sorten eignen sich wie schon zuvor erwähnt als Unterpflanzung von Sträuchern und Gehölzen sowie als Staude für schattige und feuchte Plätze.


Baum des Jahres 2009 -
der Berg-Ahorn (Acer pseudoplatanus)

Dezember 8th 2009

Bevor das Jahr 2009 nun fast schon seinen Abschied nimmt, bin ich auch noch als Spätzünder der Nation über unseren Baum dieses Jahres gestolpert:

Berg-Ahorn (Acer pseudoplatanus)

Berg-AhornDieser Baum gehört zu den stattlichsten in unseren Breiten mit einer Höhe von 25 bis 30 m (selten auch bis 40 m) und einer Kronenbreite von 15 bis 20 m. Bis zu 300 Jahre alt kann der ausladenede Berg-Ahorn werden.

Man findet ihn als Straßen- und Alleebaum, in Parkanlagen und in der freien Landschaft. Er wird auch als die “Eiche der höheren Lagen” bezeichnet. Besonders
wohl fühlt er sich an Steilhängen, auf Geröllhalden und in feuchten Tälern. Daher natürlich auch der Name:Berg-Ahorn.
Am auffälligsten ist seine wunderschöne leuchtendgelbe Herbstfärbung, die ganze Landstriche prägt wie beispielsweise da Engtal im Karwendelgebirge, das auf Grund dieses Spektakels viele Touristen jährlich magnetisch anzieht.

Woher kennt man Den Berg-Ahorn noch?

  • Das Holz dieses Baumes gehört zu den Laubedelhölzern und ist äußerst wertvoll. Nicht wegzudenken ist es aus der Instrumentenbau-Branche, in der es als Klangholz in vielen Instrumenten zum Einsatz kommt wie bei Geigen, Lauten, Zittern und bei Fagott und Panflöte. Da es sich sehr gut polieren, beizen und färben läßt, wird der Berg-Ahorn ebenfalls zur Herstellung von Möbeln, Parkett und einfachen Küchengeräten wie Holzlöffeln, etc. verwendet.
  • Auch den Ahornsirup kennt wohl fast jeder. Vor allem alle die, die gerne Pfannkuchen oder Müsli zum Frühstück verzehren. Hauptsächlich wird dieser zwar aus dem nordamerikanischen Zucker-Ahorn (Acer saccharum) gewonnen, man kann aber auch den Berg-Ahorn dafür nutzen. Dieser produziert im Schnitt ca. 50l Saft im Frühjahr, während der Zucker-Ahorn das dreifache liefert.
  • Das Laub wird wegen des hohen Stickstoffgehaltes zum Teil noch bis heute als Viehfutter verwendet.



Wer bestimmt den “Baum des Jahres”?
Das erste Mal wurde 1989 ein “Baum des Jahres” ausgewählt. Entstanden ist die Idee dazu in Wahlstedt in Schleswig-Holstein. Der Vorsitzende des Umweltschutzvereins Wahlstedt Dr. Silvius Wodarz war derjenige, der im Namen des Vereins die Stieleiche zum Baum des Jahres 1989 ausgerufen hat. Seitdem ist dieser Begriff zu einer feststehenden Institution in Deutschland geworden mit dem Zweck jedes Jahr einen heimischen Baum auszuwählen und ihn dadurch vermehrt ins Bewußtsein der Bevölkerung zu bringen.

Mittlerweile trifft die jährliche Wahl eine Kommission mit dem Namen: “Kuratorium Baum des Jahres” in Berlin bestehend aus Angehörigen der Natur- und Umweltschutzverbände nach folgenden Kriterien:

  • In Frage kommen Bäume, die vom Aussterben bedroht sind (z.B.Speierling), eine besondere ökologische Bedeutung haben wie die Hainbuche oder die symbolisch für einen gefährdeten Lebensraum stehen können wie beispielsweise die Silberweide oder Schwarzerle für den Auwald. Möglich sind auch Bäume, die in heutiger Zeit aus unseren Wirtschaftswäldern verdrängt worden sind wie die Esche, um auch sie wieder mehr ins Bewußtsein zu bringen.
  • Es muß sich bei der Auswahl um eine heimisches Gehölz handeln.



Folgende Bäume wurden seit 1989 zum “Baum des Jahres” gekürt:

Jahr Baumart Botanischer Name
2010 Vogel-Kirsche Prunus avium
2009 Berg-Ahorn Acer pseudoplatanus
2008 Walnuss Juglans regia
2007 Wald-Kiefer Pinus sylvestris
2006 Schwarz-Pappel Populus nigra
2005 Rosskastanie Aesculus hippocastanum
2004 Weiß-Tanne Abies alba
2003 Schwarz-Erle Alnus glutinosa
2002 Wacholder Juniperus communis
2001 Esche Fraxinus excelsior
2000 Sand-Birke Betula pendula
1999 Silber-Weide Salix alba
1998 Wild-Birne Pyrus communis
1997 Eberesche Sorbus aucuparia
1996 Hainbuche Carpinus betulus
1995 Spitz-Ahorn Acer platanoides
1994 Eibe Taxus baccata
1993 Speierling Sorbus domestica
1992 Berg-Ulme Ulmus glabra
1991 Sommer-Linde Tillia platyphyllos
1990 Buche Fagus sylvatica
1989 Stiel-Eiche Quercus robur


GinkoTatsächlich gibt es auch einen Baum des Jahrtausends: Der Ginko (Ginko biloba).

Wie ich finde einer der eindrucksvollsten Bäume überhaupt. Jeder hat vermutlich schon einmal Bilder von seinen Blättern gesehen. Botanisch gesehen gehört der Ginko jedoch garnicht zu den Laubbäumen, sondern zu den Nadelgehölzen. Verwandte des Ginkos, die der heutigen Art sehr ähnlich waren, bewuchsen schon im Zeitalter des Jura ( also vor knapp 200 Millionen Jahren) die Erde. Es handelt sich demnach um einen sehr robusten und starken Baum. Es heißt sogar, dass ein Ginko den Atombombenangriff auf Hiroshima überlebte. Diese Art wurde also zu Recht zum Baum des Jahrhunderts gewählt mit solch starkem Symbolcharakter.

Es gibt eine sehr ausführliche Webseite zu diesem Thema, der ich auch ausnahmsweise mal die Bilder in diesem Artikel entliehen habe.
Wer Informationen sucht zum Thema Baum des Jahres oder ganz allgemein zu heimischen Gehölzen, der findet hier reichhaltiges Material. Außerdem werden eine Menge Anregungen gegeben zu Projekten rund um den Baum. Sie können direkt über diesen Link dorthin gelangen: Baum des Jahres.de

Der Baum des Jahres 2010 – Die Vogel-Kirsche (Prunus avium)

Die Vogel-Kirsche ist sozusagen die Mutter unserer Kultur-Kirschbäume und daher auch als Wild-Kirsche bekannt.

Zweifellos ist sie einer der schönsten Bäume, da sie zu jeder Jahreszeit besondere Reize bereithält, die das Auge erfreuen.
Man findet sie an Waldrändern, in der freien Landschaft und in Parkanlagen und erkennt sie spätestens im April an ihrer ungeheuerlichen weißen Blütenpracht. Nicht umsonst hat die Kirschblüte bei den Japanern so einen hohen Stellenwert, dass sie zum traditionellen Kirschblütenfest Hanami einen Feiertag bekommen. Man kann diese Bäume während der Blüte wirklich nicht übersehen, wird man doch fast geblendet von soviel weißer Strahlenkraft.

Im Sommer folgen die leuchtenden, wohlschmeckenden Kirschen in rot bis schwarzrot, an denen sicherlich keiner vorbeigeht und der Herbst bringt eine eindrucksvolle leuchtende Herbstfärbung der Blätter mit sich.

Was hat die Vogel-Kirsche noch zu bieten?

  • Das Holz der Vogel-Kirsche ist sehr wertvoll und wird sehr gerne zur Möbelherstellung verwendet. Man erkennt esleicht, da es über einen rötlich-braunen dunkleren Kern und hellerem Splintholz besteht. Viele Biedermeier-Möbel wurden aus diesem Holz gemacht. Auch im Musikinstrumentenbau findet sie anklang, da dieses Holz gut gedrechselt werden kann und wunderschöne auffällige Flöten daraus entstehen.
  • Das man aus Kirschen allerlei kulinarische Köstlichkeiten produzieren kann muss wohl nicht weiter erwähnt werden, denn jeder kennt sie in Torten, Marmeladen, Alkoholischen Getränken und vielem mehr.
  • Die Vogel-Kirsche ist wichtig als Bienenweide und als Vogelnährgehölz
  • Sogar die Kirschkerne finden nützliche Verwendung. Gereinigt und getrocknet füllen sie sogenannte Kirschkernkissen, die ein unglaublich guter Ersatz für die herkömmliche Wärmflasche sind. Die Kerne speichern aufgewärmt in Ofen oder Mikrowelle ganz ausgezeichnet die Wärme.
    Zuletzt noch erwähnenswert der Rekord im Kirschkernweitspucken, der angeblich bei 21,71 m liegen soll.


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Berta Rausch am Dezember 8th 2009 in Allgemein, Fauna & Flora, Interessante Gartenseiten

Der Garten im Advent – Barbarazweige und Wintersonnenwende

November 23rd 2009

Mit riesen Schritte geht das Jahr zur Neige. Der Winter steht vor der Tür und mit ihm eine ruhige und besinnliche Zeit.

Auch im Garten wird es nun ruhig, denn das Tageslicht schwindet und die Pflanzen gehen fast alle ihn ihre Vegetationsruhe. Mit dem ersten Frost und Schnee wird alles mit einer weißen, leisen Decke überzuckert.

Wenn im Garten alles aufgeräumt und gereinigt wurde, dann bleibt nicht mehr soviel zu tun.
Zum Glück steht nun Weihnachten vor der Tür und mit ihm die wunderschöne Adventszeit. Diese bringt neben Plätzchen backen, Kerzenschein und gemütliche Teestunden vorm bollernden Kaminofen auch ein paar Bräuche mit sich, die das Gärtnerherz höher schlagen lassen.

Gleich zu Beginn der Adventzeit wartet die heilige Barbara mit ihrem Brauchtum gefolgt von der Wintersonnenwende (auch Tagundnachtgleiche genannt). Ich habe ein bißchen recherchiert, was es mit diesen Bräuchen auf sich hat und möchte nun im folgenden meine Ergebnisse teilen:

Was sind nun also Barbara-Zweige und Barbara-Gärtchen?

KnospenDie Legende der heiligen Barbara
Ob es die Heilige Barbara tatsächlich gab, ist nie geklärt worden. Es gibt aber eine Legende, die auf eine Frau im 3.Jahrhundert zurückgeht, die östlich von Konstantinopel (heute Istanbul) gelebt haben soll. Diese Barbara war die Tochter eines wohlhabenden Heiden, der ihr in ihrer Jugend eine gute und freie Erziehung und Bildung zukommen ließ, angeblich um sie vom Christentum fern zu halten. Sie durfte sich ihre eigenen Räumlichkeiten in einem Turm einrichten und erhielt dort regelmäßig Unterricht von verschiedenen Gelehrten.

Einer dieser Lehrer brachte ihr das Christentum nahe, woraufhin sie sich heimlich Taufen ließ. Als ein Heide um ihre Hand anhielt, lehnte sie den Antrag ab und offenbarte sich vor ihrem Vater als Christin. Dieser würde darüber so zornig, dass er ihr die nur Wahl ließ zwischen der Heirat mit dem Heiden oder einer furchtbaren Bestrafung. Als Reaktion auf diese Androhung flüchtete Barbara vor ihrem Vater, der sie daraufhin mit gezücktem Schwert verfolgte.
Auf Grund eines Verrats konnte er sie stellen und seine Bestrafung war grausam und brutal. Doch auch dadurch wandte sie sich nicht vom christlichen Glauben ab, so das der endtäuschte Vater sie wegen Hochverrats zum Tode verurteilen und sich selbst als Henker einsetzen ließ.

Am 04. Dezember starb der Legende nach die heilige Barbara als Märtyrerin, geköpft durch ihren Vater, der daraufhin vom Blitz getroffen wurde.

KnospenDer Barbara-Zweig
Die Legende zur Legende besagt desweiteren, dass sich auf dem Weg in den Kerker ein Kirschbaumzweig in ihrem Gewand verfangen habe, den Barbara fortan mit ihrem Trinkwasser am Leben erhielt, was dieser ihr mit dem Hervorbringen von Blüten dankte.
Möglicherweise geht darauf der Brauch zurück, am 04. Dezember Obstbaum zweige zu schneiden und sie in die Vase zu stellen, auf dass sie in der Weihnachtsnacht erblühen mögen als Zeichen dafür, dass das “Licht der Welt” auf die Erde gekommen ist. Tut er dies tatsächlich, soll es ein gutes Zeichen sein für das kommende Jahr
Verwendet werden vor allem: Weichsel, Apfel, Birne, Pflaume, Flieder, Linde, – heute nimmt man auch Äste von Mandelbäumchen, Forsythie, Jasmin, Weide und Rosskastanie. In den Alpen nennt man die Barbarazweige „Barbarabaum”.
Damit die Zweige überhaupt zum Austreiben kommen, müssen sie vor dem Schneiden schon einmal Frost bekommen haben, da sie den Kälteimpuls dazu benötigen. Ersatzweise kann man sie auch über Nacht ins Gefrierfach legen. Den darauffolgenden Tag müssen die Zweige im handwarmen Wasser liegen, um sie dann endlich in der Vase platzieren zu können. Egal,wann die Blühten sich öffnen, dies ist im kalten Winterimmer ein sehr magischer Augenblick. Bekommt man doch eine Voraussicht auf den kommenden Frühling.

Es wird gemunkelt, dass das Brauchtum um den Barbarazweig wiedermal auf germanischen Ursprung zurückgreift, nämlich auf den Brauch der germanischen Lebensrute.
Man schlug mit den blühenden Zweigen die Kinder, um die Lebenskraft der sich verjüngenden Natur auf sie zu übertragen. Ein Brauch, der sich heute am Nikolaustag wiederfindet. Die Rute diente ursprünglich nicht der Züchtigung von ungezogenen Kindern. sondern der Segensspendung. Der Schlag mit der Lebensrute hat noch einen Hintergrund: Auf diese Weise fordert man in Schweden die Julgeschenke ein. Der Schlagende überträgt die Vitalität der Natur und der Geschlagene dankt in Form eines Geschenkes.

Zurück zur Barbara: Bei uns gibt es den Brauch mehrere Zweige zu schneiden und jeden einzelnen mit einem Namen eines Verehrers zu versehen. Der Zweig, der zuerst erblüht, gibt Hinweis auf den zukünftigen Bräutigam.

Das Barbara-Gärtchen
Bekannt auch unter den Namen Adonisgärtlein, Advents- oder Weihnachtsgärtchen.
Dies sind die Namen für das winterliche Grün in der Krippe. Man streut am Barbaratag Weizen- oder Gerstenkörner auf einen Teller mit Küchenkrepp oder Watte und begießt sie regelmäßig. Zu Weihnachten ist die Saat aufgegangen und bildet einen dichten grünen Busch, in den man als Hinweis auf das „Licht der Welt” eine Kerze stellt.

Wintersonnenwende
– von Raunacht und Licht

Die Wintersonnenwende bezeichnet die längste Nacht des Jahres vom 21. auf den 22.Dezember. Mit ihr beginnen die Tage wieder länger zu werden und das Licht kehrt zurück. Je weiter nördlich man beheimatet ist desto wichtiger und festlicher wird dieses Fest begangen, da hoch im Norden das Tageslicht zeitweilig sogar ganz verschwindet während des Winters. Die Wiederkehr des Lichts begrüßt man mit einem großen Lagerfeuer. Eine gute Gelegenheit mit guten Freunden im Garten zusammenzukommen und sich darauf zu freuen, dass der Beginn der nächsten Gartensaison nun deutlich näher rückt.

Gleichzeitig ist die Wintersonnenwendenacht auch der Beginn der Raunächte. Aus christlicher Sicht handelt es sich um die zwölf Nächte zwischen Weihnacht und Dreikönig, dem neuen und dem alten Geburtstag Christi. Genaugenommen sind es aber jene zwölf Tage und Nächte, die zwischen dem Mondjahr mit 354 Tagen und dem Sonnenjahr mit 366 Tagen liegen. Daher spricht man auch von der “Zeit zwischen den Jahren”. Um diese Tage ranken sich jede Menge Mythen und Bräuche.

Einer davon besagt, dass die Tore der Welten sich öffnen. Nach germanischer Vorstellung brauste nun die wilde Jagd durch die Lüfte: Odin galoppierte auf seinem achtbeinigen Ross Sleipnir durch den Himmel. Und Frau Holda, die im Winter als wilde Frau Percht erscheint, zieht mit ihrem unheimlichen Gefolge bestehend aus neun Kinderseelen, Elben, Zwergen und Hexen umher. Im Volksglauben hieß es daher, dass man in den Rauhnächten nach dem Abendläuten nicht mehr vor die Tür gehen solle, da man des Todes sei, wenn man der wilden Fuhre begegnet. Um das Haus vor diesen bösen Geistern zu schützen, schmückt man Fenster und Türen mit immergrünen Zweigen. Besonders Buchs, Eiben, Tannen und Wacholder sprach man eine dämonenabwehrende Eigenschaften zu. Ihre Wirkungsweise soll äußerst kurios sein, denn beim Anblick der Zweige verfallen “Hexen” angeblich in einen Zählzwang. Statt Unfug zu treiben, zählen sie die Blätter oder Nadeln und kommen damit einfach nicht zu Ende.

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Berta Rausch am November 23rd 2009 in Allgemein, Brauchtum & Rituale, Jahreszeiten

Hommage an den Kürbis

Oktober 9th 2009

Anfänglich hat mich dieser ganze Kult um den Kürbis, der  mittlerweile schon vor einigen Jahren über den Atlantik zu uns ins gediegene Europa herüberschwabbte,  ganz schön genervt. Fragt man die Jugend, gab es Halloween warscheinlich schon immer in Deutschland.

Trotz allen Widerwillens, muss ich jedoch feststellen, dass Kürbisse einfach nicht aus dem Herbst wegzudenken sind mit ihrer eindrucksvollen intensiv leuchtenden Farbe und manchmal auch Größe.  Gerade dieses Jahr bin ich wieder sehr darauf aufmerksam geworden , was mich dazu veranlasst hat,  nun diesem Gewächs einen Artikel zu widmen.

Deswegen nun zu Beginn ein paar Impressionen zum Kürbis:

Kürbis Kürbis Kürbis
Kürbis Kürbis Kürbis
Kürbis Kürbis Kürbis


Kürbis-historisch betrachtet

Die Kürbisse (Cucurbita) bilden eine Pflanzengattung aus der Familie der Kürbisgewächse (Cucurbitaceae) und gehören tatsächlich zu den ältesten bekannten Kultursorten des Menschen. Wenn man den Angaben glauben darf, dann wurden Funde von Samen domestizierter Kürbisse auf 10000 bis 8000 v. Chr. datiert.
Ursprünglich wurde er wohl hauptsächlich wegen seiner Samen kultiviert, die besonders nahrhaft sind, denn die Früchte der Wildarten sind meistens reich an Bitterstoffen und wenig schmackhaft. Erst durch Zuchtversuche sind im Laufe der Zeit auch Sorten hervorgegangen, deren Früchte als Nahrungsmittel verwendbar wurden.
Beheimatet sind Kürbisse in den warmen und feuchten Regionen von Mittel-und Südamerika. Mit den Reisen von Christoph Columbus gelangten dann erst Samen nach Europa und nach Asien, wo sich besondere Vorlieben für unterschiedliche Arten entwickelten und diese weiter kultiviert und gezüchtet wurden.

Heute kennt man fünf Kürbisarten mit vielen Sorten, die als Nahrungsmittel kultiviert werden:

  1. Garten-Kürbis (Cucurbita pepo): Zu diesen in den Sommermonaten zunächst weichen und schmackhaften, später hartschalig werdenden Kürbisarten zählen die Zucchini, die melonengroßen runden Rondini ‘Tonda di Nizza’, gelbe keulenförmige Drehhalskürbisse ‘Crookneck’, Spaghettikürbis, steirischer Ölkürbis, die “Fliegenden Untertassen” (UFO’s) oder auch Patissons mit flachrunden, gebuchteten Früchten sowie die besonders lange lagerfähigen Eichelkürbisse (Acorn) mit tropfenartiger Form.
  2. Riesen-Kürbis (Cucurbita maxima): So heißt die große Gruppe der lagerfähigen Einmachkürbisse, zu denen Sorten wie ‘Riesenmelonen’ und ‘Gelber Zentner’ gehören.Bekannt wurde diese Gruppe auch durch einzelne Züchtungen, die die größten Früchte der Erde produzieren wie beispielsweise die Sorten ‘ Atlantic Giant’ oder ‘Big Max’. Der neueste Rekord diesbezüglich liegt angeblich bei 782 kg, gewogen am 3. Oktober 2009. Desweiteren zählen zu dieser Art auch die zum Basteln geeigneten “Halloween”-Kürbisse. Hierfür besonders geeignet sind die vor allem als Zierde genutzten Turban- und Minikürbisse wie ‘Jack be Little’, ‘Baby Bear’ und ‘Sweet Dumpling’. Außerdem die zur Familie der Hubbards zählenden Hokkaido- oder Carotakürbisse ‘Ushiki Kuri’ und ‘Red Kuri’, ‘Blue Kuri’, ‘Blue Hubbard’, ‘Golden Hubbard’ und der mit dekorativen Warzen versehene ‘Chicago Warted Hubbard’.
  3. Moschus-Kürbis (Cucurbita moschata): Die Sorten dieser Gruppe brauchen mänger und mehr Wärme, weswegen sie vor allem in südlicheren Ländern verbreitet sind und als besonders aromatisch und schmackhaft gelten. Am bekanntesten sind der glockenförmige Melonensquash ‘Butternut’, der in vielen Ländern zu den Hauptgemüsen zählt sowie der tief gekerbte Muskatkürbis ‘Muscade…’ beziehungsweise ‘Musquée de Provence’ und der Schlangenkürbis ‘Tromboncina d’Albenga’, der auch Keulenzucchini genannt wird auf Grund seiner schlangenartig, gekrümmten Früchte.
  4. Feigenblatt-Kürbis (Cucurbita ficifolia) wird in einem großen geographischen Bereich angebaut, ist jedoch auf die Höhenbereiche zwischen rund 1000 bis fast 3000 m beschränkt. Dies unterscheidet ihn von den anderen Arten der Gattung, die auch in wesentlichen tieferen Lagen angebaut werden. Er wird in allen Gebirgslagen Lateinamerikas angebaut. Es gibt vom Feigenblatt-Kürbis keine kommerziellen Cultivare. Er lässt sich auch nicht mit anderen Kürbis-Arten kreuzen.
  5. (Cucurbita argyrosperma)


Wichtige Info’s zum Anbau von Kürbissen:

  • Kürbisse sind meistens einjährige nicht winterharte Pflanzen.
  • Sie gehören zu den Starkzehrern und benötigen damit einen sehr humusreichen und nährstoffreichen Boden mit viel organischer Masse. Dies ist auch der Grund, warum man Kürbispflanzen häufig am Kompost sieht. Im normalen Gartenbeet bietet sich eine Grundlage aus Pferdemist an. Dazu sollte man im Frühjahr einen Graben ausheben und diesen mit dem Mist füllen. Anschließend den Erdaushub mit Kompost vermischen und dann als Erdhügel mit ca. 30cm Breite über der Mistpackung anhäufen. Die Kürbisse in einem Abstand von mindestens 10cm auf dem Rücken des Mistbeetes aussähen.
  • Kürbisse sind rankende Pflanzen mit großen Blättern und wasserreichen Früchten, die sehr viel Platz benötigen. Eine Pflanze alleine kann leicht 3-4m² überwachsen. Sie eignet sich daher wunderbar als Bodendecker, um Brachflächen vor Unkrautbefall und Austrocknung zu schützen.
  • Damit die reifenden Früchte am Boden nicht zu faulen beginnen, sollte man sie bei Zeiten mit einem Holzbrettchen unterlegen. Man kann sie ernten, wenn sie beim Anklopfen hohl klingen.
  • Kaum einer weiß, das Kürbis ein äußerst gesundes Gemüse ist. Sie sins sehr reich an Vitamin C und haben einen weit höheren Gehalt an Vitamin A (Carotin) wie Karotten. Dabei handelt es sich um ein kalorienarmes Gemüse, das reich an Ballaststoffen ist. Aus dem frischen Fruchtfleisch lassen sich wunderbare Suppen zaubern. Kürbis schmeckt sehr hervorragend in Kombination mit Ingwer oder auch süß/sauer eingelegt als Kompott. Probieren Sie doch mal Kürbismarmelade!


… und was man sonst noch mit Kürbis anfangen kann:

Mittlerweile sollte wohl fast jedem die Halloween-Tradition bekannt sein, aus Kürbissen gruselige bis lustige Halloween-Laternen zu basteln. Diese sind als Jack O´Lantern verbreitet. Zurück geht diese Tradition auf eine irische Geschichte, die von Jack O. handelt, einem Bösewicht, dem es gelang den Teufel einzufangen. Dieser erkaufte sich seine Freiheit wieder mit dem Versprechen, Jack in Zukunft in Frieden zu lassen. Doch auch Jack O. musste irgendwann sterben. Auf Grund seiner Taten zu Lebzeiten wurde ihm die Aufnahme in den Himmel verweigert und natürlich blieb ihm nun auch die Hölle verwehrt. Doch der Teufel erbarmte sich und schenkte ihm eine Rübe und eine glühende Kohle, damit Jack damit durch das Dunkel wandern könne. Die Iren brachten diese Geschichte als Auswanderer mit in die Vereinigten Staaten, wo die Rübe mit der Zeit vom Kürbis abgelöst wurde, da dieser so zahlreich vorhanden war.
Heutzutage stellt man die Kürbis-Fratzen vor die Haustür aus der Tradition heraus, die bösen Geister vom Haus fern zu halten, die sich in der Nacht vom 31.Oktober auf den 01.November vermehrt herumtreiben sollen.

Auf etwas anderes lustiges bin ich noch gestossen bei meiner Recherche nach den Geheimnissen des Kürbis und das nennt sich Kürbisweitwurf (eng. Pumpkin chunking). Hierbei werden Kürbisse mit extra dafür entwickelten Geräten so weit wie möglich geschleudert. Der Rekord liegt angeblich bei 1324,8m. Jährlich finden Weltmeisterschaften am ersten Wochenende nach Halloween statt in Millsboro, Delaware (USA). Dabei sind manche Leute wirklich kreativ. Wen es interessiert, hier ein Link zur offiziellen Homepage der Weltmeisterschaften.

Zum Schluss noch ein Wort zu den Eigenschaften als Heilpflanze:
Als Heilmittel eignen sich die Kerne von Kürbissen, da diese besonders reichhaltig sind an Ölen, Vitaminen und Mineralstoffen. Zink, Vitamin C und A sind in hoher Dosierung vorhanden. Kürbiskerne finden daher ihren Einsatz bei der Behandlung von Prostatavergrößerung und Prostatitis als auch gegen Darmparasiten.