Archiv der Kategorie ‘Pflanzenzucht‘

Pflanzen winterfest machen

Spätestens wenn der jährlich einsetzende erste Frost das endgültige Ende des Gartenjahres einläutet, stellt sich für Gärtner die Frage wie die mehrjährigen Lieblinge über den Winter zu bringen sind. Bei nicht heimischen Zier- oder Nutzgewächsen genügen oftmals schon geringe Fröste um die Pflanzen irreversible zu schädigen. Dies betrifft Blumen, manche Sträucher und Kräuterpflanzen gleichermassen. Pauschal ist dies jedoch nicht zu sagen, manche südeuropäischen Kübelpflanzen haben mit leichten bis mittelschweren Frösten keinerlei Probleme.

Beleuchtung zur Überwinterung

Vor allem Anfänger meinen oft, daß es genügt die Clematis oder den Hibiskus einfach vor niedrigen Temperaturen zu schützen. Dies ist zwar das Hauptanliegen bei der Überwinterung, jedoch sollte auf alle Fälle für ausreichend Beleuchtung (welche Lichtfarbe und wieviel Lumen läßt sich leider nicht generell sagen, dies ist von Gewächs zu Gewächs unterschiedlich) gesorgt werden. Spezielle Liebhabergewächse aus den Tropen (wie z.B Orchideen) benötigen aufwendige Beleuchtungsanlagen, um diese erfolgreich über den Winter zu bringen.
Ganz anders sieht es bei Pflanzen aus, die im Winter ihr Blattwerk verlieren. Hier kann auf Lichtversorgung bzw. Beleuchtung verzichtet werden und trocken und dunkel gelagert werden.

Dämmung der Wurzeln

Bei Pflanzen, die zwar mit zusätzliche Wärme versorgt werden müssen, bei denen aber die Versorgung mit zumindest Sonnenlicht unumgänglich ist, werden zumeist am Wurzelwerk mit Jutefasen oder Leinstoff gedämmt. Am besten sorgt man für ein bischen zusätzlicher organischer Dämmung mit Laub oder Moosen. Auf Kunststoffe wie Folien sollte in der Regel besser verzichtet werden, vor allem dann wenn diese die Sauerstoffzufuhr komplett abriegeln.

Regelmäßig auf Schädlingsbefall prüfen

Neben dem Selbstverständlichen Gießen sollten die winterfest gemachten Pflanzen natürlich auch in regelmäßigen Abständen auf
Schädlingsbefall hin geprüft werden. Besonders Milben machen in den Wintermonaten den Pflanzen schwer zu schaffen und sorgen für so manche Infektionen an Pflanzen und Stauden.

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Gotthilf Rausch am 29. September 2016 in Jahreszeiten, Pflanzenzucht, Wetter

Einfache automatische Bewässerung für das Hochbeet, Balkonbeet & kleine Gemüsebeete im Garten

Die englische Firma AutoPot hat endlich eine Bewässerungslösung für kleine Gemüsebeete auf den Markt gebracht, deren Technik bestechend einfach und deswegen geradezu genial ist.
AquaBox Spyder Die sogenannte AquaBox benötigt weder Strom, Wasseranschluss, Zeitschaltur noch Pumpe und ist damit sehr wirtschaftlich und ökologisch. Mit einem Mikroschlauch wird die AquaBox einfach an eine Regentonne oder ähnliche Wasserbehälter angeschlossen und damit ist eine automatische Wasserversorgung eines Bereichs von ca. 1 m² Beet bis zu zwei Wochen gewährleistet (natürlich abhängig von der Größe der Regentonne).

Das Herzstück der AquaBox-Bewässerungssysteme ist der Wasserverteiler AquaValve, der in die AquaBox integriert ist. Dieser funktioniert mit Hilfe von zwei Schwimmkörpern wie ein automatisches Wasserventil, das sich immer dann öffnet, wenn das Wasser in der AquaBox verbraucht wurde. Der Wasserbehälter muss mindestens 15 cm höher stehen wie die AquaBox, damit ein ausreichender Wasserdruck entsteht, so dass das Wasser bei geöffnetem Ventil automatisch in die AquaBox fließt. Ist ein Wasserstand von ca. 2 cm Höhe in der AquaBox erreicht, sorgt ein Schwimmkörper für das Verschließen des Ventils und der Zufluss wird unterbrochen.
Je nach Modell sorgen zwei oder zwölf Streifen einer Kapillarmatte für die Verteilung des Wassers in den Boden. Bei der AquaBox „Gerade“ führen zwei solcher Kapillarstreifen seitlich aus der AquaBox heraus und in die Erde hinein. Sie eignet sich daher sehr gut für längliche schmale Reihenbeete.
Die zwölf Kapillarstreifen der AquaBox „Spyder“ führen hingegen wie ein Spinnennetz rundherum aus der AquaBox heraus und unter die Erdoberfläche des Beetes. Aus diesem Grund ist dieses Bewässerungssystem sehr gut für runde und quadratische Beete geeignet.

Diese Kapillarstreifen saugen sich automatisch mit Wasser voll, sobald sie damit in Kontakt kommen und geben es an die umgebende Erde ab. Pflanzen wachsen mit Ihren Wurzeln immer in die Richtung, in der am meisten Wasser zur Verfügung steht. Sie nehmen dort soviel Wasser und Nährstoffe auf wie sie benötigen. Deswegen ist das Bewässerungssystem AquaBox so ideal, denn die Pflanzen regeln die Wasserversorgung nach ihren Bedürfnissen und laufen nicht Gefahr, durch Staunässe geschädigt zu werden. Man spart Wasser, da dieses direkt in den Boden gelangt und nicht so schnell verdunstet und läuft nicht Gefahr zu viel oder zu wenig zu gießen. Das folgende Video veranschaulicht noch einmal bildlich das einfache bewässerungsprinzip der Aquabox:



Mehrere Aquaboxen lassen sich ganz einfach aneinander koppeln, so dass auch größere Beete ganz leicht automatisch bewässert werden können. Ist der angeschlossene Wasservorrat groß genug (mehrere Regentonnen gekoppelt) so hat man auch gleich eine funktionierende und verlässliche Urlaubsbewässerung.
Da auch gleich an passende Filter gedacht wurde, wäre tatsächlich auch die Düngung der Pflanzen über dieses Bewässerungssysteme denkbar. Verschleiß- und Erweiterungsteile wie die Kapillarstreifen, Mikroschläuche, Schlauch-Kupplungen oder Filter werden ebenfalls vom Hersteller bereitgestellt.
Fazit:
Insgesamt ein Produkt, das wirklich sehr gut funktioniert, einfach zu installieren ist und auch ein adäquates Preis-Leistungs-Verhältnis bietet. Die Erweiterbarkeit macht daraus ein sehr flexibles und einfaches Bewässerungssystem, das außer den Anschaffungs- und Instandhaltungskosten keine weiteren kosten verursacht.


AutoPot AquaBoxen können sie online bestellen beim „Mein-Gemüse“-Gartenshop


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Gotthilf Rausch am 29. Februar 2012 in Allgemein, Bewässerung, Gartenarbeit, Pflanzenzucht

Gartentrends 2012 – back to the roots !


Der Trend der letzten Jahr setzt sich fort und wird zu einer Art Volksbewegung und neuer Geisteshaltung. Das Stichwort ist Urban Gardening.

Worum geht es beim Urban Gardening?

Keimzelle dieser Bewegung sind die grossen Moloche dieser Welt. Größstädte, die laut und stinkend sind und dem Menschen eigentlich kaum Platz zum Atmen und Menschsein bieten. Genau an diesen künstlichen Orten, bricht sich das uralte Bedürfnis des Menschen seine Bahn, ein natürliches Wesen zu sein, das die Zeit spüren möchte mit dem wechsel der Jahreszeiten und dem schwinden und wiederkommen des Lichts, das die Erde spüren muss, um gesund und aufrecht durchs Leben zu gehen und das eingebettet sein will in den Kreislauf des Lebens, dem Wachsen und Vergehen.
Aus diesem Grund sprießen an den unwirtlichsten und häßlichsten Orten wie vermülltem Brachland plötzlich Gemeinschaftsgärten aus dem Boden wie die Pilze bei feuchtwarmen Wetter. Aus allem, was man bekommen kann entstehen grüne Oasen inmitten der Stadt. Aus alten Paletten und Plastikkisten entstehen kreative Hochbeete, Kräuter, Obst und Gemüse finden ein neues Zuhause in ausgediehnten Kunststoffsäcken, alten Pet-Verpackungen und das ganze sieht auch noch gut aus.

Prinzessinnengarten Prinzessinnengarten
Prinzessinnengarten Prinzessinnengarten
Prinzessinnengarten Keimzelle
Keimzelle Keimzelle

Die Großstädter – ob klein oder groß, jung oder alt- machen es vor. Sie sind mittlerweile Fachleute für eine gesunde Vielfalt unter den Gemüsesorten, wissen wie richtig kompostiert wird und welche Pflanze gerne welchen Nachbarn haben möchte, damit sie sich auch wohlfühlen kann.
Kurz gesagt: Aus dem „Urban Gardening“ entsteht nun endlich ein Trend für die Gartenkultur im allgemeinen. Auch bei den Menschen, die sich über einen eigenen Garten, Balkon oder Terrasse erfreuen können, findet ein deutliches Umdenken statt. Vorbei sind die Tage der reinen Ziergärten, die zwar wunderschön aussehen, leider aber keinen Nutzwert mehr hatten.
Wer jetzt ‚in‘ sein will, der bepflanzt seine Balkonkästen mit Kräutern, Salat und Erdbeeren. Im Garten wird an den sonnigsten Plätzen wieder Platz geschaffen für den Anbau von Obst und Gemüse. Soll es trotzdem noch schön aussehen, so können diese Beete nach alter Bauerngartentradition mit kleinen Buchsbaum- oder Kräuterhecken eingefasst werden. Diese verbessern das Kleinklima für das Beet indem sie vor Wind und Wetter schützen und haben einen hohen Zierwert.
Auch Einfassungen aus geflochtenen Weiden wirken sehr ansprechend und können in Verbindung mit dem Anlegen eines Mistbeets besonders frühe und üppige Erträge fördern.
Eine weitere sehr praktische Möglichkeit des Gemüseanbaus sind Hochbeete.Werden sie aus einem schönen Holz oder gar aus Natursteinen gebaut, so sehen sie sehr gut aus und ermöglichen den rückenschonenden Anbau von Gemüse. Ganz schnell kann man Hochbeete zum Kleingewächshaus, Frühbeet oder zum Tomatenhaus umbauen.


externer Link: –> Wunderschöne und sehr funktionelle Hochbeete in Handarbeit liebevoll gefertigt gibt es bei Gartenfrosch. Möchte man nicht selber bauen, so sind diese Hochbeete absolut empfehlenswert.


Immer häufiger sieht man jedoch jetzt auch den kleinen Gemüseanbau am Fensterbrett und ich muss sagen, ich bin sehr erstaunt, was sich dort tatsächlich bei richtiger Pflege ernten lässt.

Tomaten-Fenster Gemüsefenster Erdbeeren im Pflanzbeutel
Lassen Sie sich vom neuen Gartentrend ispirieren und machen Sie mit. Nichts schmeckt besser wie selbst geerntete Tomaten oder Erdbeeren und beides lässt sich auf kleinstem Raum anbauen.
Sollten Sie noch ein paar Anregungen für den richtigen Ort benötigen, so sollten Sie einen kurzen Blick auf die folgende Webseite werfen:
–> www.stadt-gemuese.de

Vertikale Erdbeeren- Süße Versuchung auf Balkon, Terrasse & beim Verlassen des Hauses

Stichworte wie vertikale Gärten, vertikales Gemüse oder in dem Zusammenhang Gemüseanbau und Selbstversorgung in der Großstadt geistern immer mehr durch Presse und Medien. Dahinter verbergen sich unglaublich tolle Ideen zum Thema Gemüse- und Gartenbau aber auch zur Verbesserung der Lebensqualität in der Stadt.
Die Kultivierung von Pflanzen in der Vertikalen, eröffnet dem Hobbygärtner eine komplett neue Dimension. Der Garten wird auf einmal trotz gleicher Grundfläche unendlich größer und auch der Großstadtbewohner entdeckt plötzlich Platz für einen eigenen kleinen Garten an der Wand.
hängende ErdbeerenViele Pflanzen vertragen ein Wachstum an der Wand. Der französische Botaniker Patrick Blanc setzt sich seit Jahrzehnten mit diesem Thema auseinander und ist der Urvater der sogenannten „Vertikalen Gärten“. Dieses sind begrünte Fassaden sowohl im Innen- wie auch im Aussenbereich von Gebäuden aller Art. Blanc entwickelte eine Art Fassadenverkleidung bestehend aus einem Bewässerungssystem und vorgespannten Filzmatten, die als Pflanzenmedium funktionieren und verwandelte mit deren Hilfe schon viele Fassaden weltweit in faszinierende lebendige grüne Kunstwerke, die nicht nur die Fassaden verschönern, sondern auch das oftmals schwierige Stadtklima nachhaltig verbessern. Bilder und viele, viele Inspirationen finden Sie dazu auf seiner persönlichen Webseite.
Die Vertikalen Gärten von Patrick Blanc haben mit Sicherheit den Trend ins Rollen gebracht nun auch im privaten Hobbybereich Pflanzen in die Vertikale zu bringen. Hierfür kann man sich Althergebrachtes zu nutze machen oder auch neue Ideen entwickeln.
Zwei Grundprinzipien sind dabei verwendbar:

  1. Die Pflanze wächst in einem Pflanzgefäß an einer Wand
  2. Die Pflanze wächst in einem Pflanzgefäß, das hängt

Als hängendes Pflanzgefäß eignet sich die klassische Blumenampel genauso wie der englische Hanging Basket. Beide Varianten sind nebenbei auch noch dekorativ. Neu auf dem Markt sind hängende Pflanzbeutel oder Plant- bzw. Grow-Bags. Man versteht darunter eine Art Beutel aus stabilem und UV-beständigen Kunststoffgewebe mit einem Henkel zum Aufhängen. Dieser Beutel hat natürlich kleine Drainagelöcher im Bodenbereich, damit überschüssiges Gießwasser ablaufen kann und keine gefürchtete Staunässe verursacht. Desweiteren sind noch kreuzschlitzige Öffnungen in den Seitenwänden zu finden, durch die die gewünschten Pflanzen herauswachsen können. Der Clou solcher Pflanzbeutel ist also, dass man sie nicht nur von oben bepflanzt, sondern auch durch die Öffnungen in den Seitenwänden. Man kann daher mehrere Pflanzen auf ganz kleinen Raum bringen und erhält als Ergebnis eine wunderschöne Pflanzenkugel.
Hängende ErdbeerenHängende Blühpflanzen sind natürlich für diese Pflanzbeutel geeignet, aber tatsächlich fühlen sich auch Nutzpflanzen darin wohl. Erprobt und bewährt haben sich vor allem Tomaten und Erdbeeren. Letztere sehen dazu noch sehr schön aus und können gut mit Blühpflanzen kombiniert werden.
Sie werden garantiert nie an diesen hängenden Naschgärten vorbeigehen können ohne dass eine der köstlichen Früchte ihren Weg in Ihren Mund finden wird und das erstaunliche ist, dass trotzdem genügend Erdbeeren für die Verwendung in der Küche übrig bleiben werden.
Im Grunde genommen eignen sich alle Erdbeersorten für die Bepflanzung von hängenden Pflanzgefäßen. Besonders zu empfehlen sind jedoch spezielle Hänge- oder Monatserdbeeren sowie immertragende Erdbeersorten (Fragaria x ananassa).
Hängeerdbeeren sind eine spezielle Kreuzung der Monatserdbeere, die sich besonders gut für die Bepflanzung hängender Gefäße bewährt hat. Unter Monatserdbeeren versteht man Kulturformen der Walderdbeere (Fragaria vesca). Der Vorteil von Monatserdbeeren ist insgesamt, dass sie während der gesamten Gartensaison Blüten und Früchte bilden, weswegen man ständig ernten kann. Entfernt man bis Mitte Mai fleißig die Blüten an den Pflanzen, so bildet die Pflanze viele Ausläufer, die herabhängen und wiederum Früchte tragen können. Einer Ernte von Mitte Juni bis in den Oktober steht nichts im Wege vorausgesetzt, dass die Bedürfnisse der Erdbeere beachtet werden.
Sie mag einen warmen, sonnigen Platz und benötigt einen nährstoffreichen Boden. Im Sommer kommt man oftmals leider mit dem Gießen nicht hinterher. Stellen Sie sich an heißen Tagen darauf ein, dass mehrmals täglich gegossen werden muss. Ein herkömmlicher Flüssigdünger reicht auf jeden Fall aus für die Nährstoffversorgung. Lieber nicht zu viel düngen da sonst viel zu viele kraftraubende Blüten und Früchte gebildet werden, die dann letzendlich klein bleiben, an Aroma verlieren oder garnicht erst ausreifen. Einige Sorten benötigen eine Befruchtersorte in ihrer Nähe, damit sie überhaupt Früchte bilden können. Informieren Sie sich diesbezüglich auf jeden Fall vor dem Kauf, sonst wird es nichts mit der süßen hängenden Verführung.
Pflanzgefäße, die an der Wand befestigt werden wie Kästen, spezielle Pflanzbeutel, Schalen oder Körbe, können natürlich auch mit Erdbeeren bepflanzt werden und vielen anderen Gemüsepflanzen und Kräutern. Gute Informationen zu diesem Thema bietet die Webseite Stadt-Gemüse.de, auf der Sie auch eine ausführliche Anleitung zum Bepflanzen von hängenden Pflanzgefäßen mit Erdbeeren finden. Ebenfalls zu empfehlen ist der dazugehörige Onlineshop Mein-Gemüse.de, der eine kleine, aber feine Auswahl anbietet zum Thema: „Gemüseanbau auf kleinstem Raum“.

Wie lassen sich neue Pflanzen am besten vorziehen

Basilikum-KeimlingIm Frühjahr lassen sich die ersten Pflanzen für den Garten oder Balkon schon ab Mitte Februar ansäen -auch wenn eventuell noch Schnee liegt- vorrausgesetzt man hat ein Zimmergewächshaus, ein Frühbeet oder sogar ein Kleingewächshaus im eigenen Garten zur Verfügung.

Die Anzucht von eigenen Jungpflanzen hat den ganz großen Vorteil, dass man auf ein viel größeres und spezielleres Sortiment an Saatgut zurückgreifen kann und auf diese Art und Weise ungewöhnlichere Pflanzenarten auspflanzen kann als einen der Handel meistens so bietet.
Jedes Jahr kommen viele neue Blumen- und Gemüsesorten auf den Markt, bei denen sich das Ausprobieren durchaus lohnen kann. Vor allem dann, wenn es sich um Saatgut handelt, dass resistent ist gegen bestimmte Schädlinge. Gerade im Internet lohnt sich da das Stöbern.

Welche Bedingungen sind notwendig für das gesunde Auflaufen der Samen?

Grundsätzlich benötigt so ein Samenkörnchen drei wichtige Rahmenbedingungen, um zu gedeihen:

  1. Wärme:
    Die meisten Pflanzen benötigen zum Keimen eine möglichst konstante Temperatur von + 18-25°C tagsüber und +15-18°C nachts. Das Abfallen der Temperatur unter +15°C sollte möglichst vermieden werden.
    Kohlrabi, Fenchel und Kopfsalat sowie die meisten Sommerblumen und Ktäuter kommen mit diesen Temperaturangaben sehr gut zurecht. Tomaten, Paprika, Gurken, Auberginen, Stangenbohnen und Melonen brauchen es hingegen noch einen kleinen Tick wärmer und sollten nicht weniger als +18°C bekommen.

    Dies bedeutet, dass man ohne Heizung nicht auskommt, wenn man so früh im Jahr beginnen will. Minigewächshäuser gibt es im Handel schon mit integrierter Heizung und noch besser mit zusetzlichem Thermostat, so dass man eine konstante bestimmte Temperatur auswählen kann. Wer schon ein unbeheiztes Minigewächshaus zu Hause hat, der kann dieses mit einer Heizmatte oder einem Heizkabel kombinieren. Die Matte wird unter dem Gewächshaus platziert und das Kabel kann in Spiralen im Substrat eingebettet werden und wäre auch für ein Frühbeet einsetzbar. Dieses läßt sich allerdings auch ganz wunderbar mit einer „natürlichen Heizung“ versehen in Form eines Mistbeetes.

    Wichtig wäre also die regelmäßige Kontrolle der Temperatur. Auch hierbei kommt es gerne zu Mißverständinissen, denn entscheidend ist nicht die Temperatur der Luft, sondern des Bodens.
    Achtung: Zu hohe Temperaturen können auch wieder schädlich sein. Viele Pflanzen keimen nicht mehr, wenn das Thermometer über +28-30°C klettert. Solche Temperaturen können tatsächlich in kleinen Anbauräumen wie im Gewächshaus oder Frühbeet bei Sonneneinstrahlung leicht mal erreicht werden. Dagegen hilft ausreichend belüften oder Schattieren mit Schattiergewebe oder auch Abdeckvliesen.

    Zur Keimung benötigen die meisten Pflanzen eine etwas höhere Temperatur wie während ihrer Jungpflanzenphase. Man kann diese nach der Keimung also etwas reduzieren, um Energie zu sparen.

  2. Wasser:
    Dieser Faktor dürfte jedem einleuchten, denn die Samen müssen ja leicht „quellen“, um zum Keimen animiert zu werden. Bei vielen Arten begünstigt das vorherige Einweichen der Samen für einige Stunden im warmen Wasser den Keimungsvorgang. Einmal gewässert dürfen sie dann nicht mehr austrocknen, sonst stirbt der Keimling, der ja noch nicht über ausreichend Speicherkapazität für Wasser und Nährstoffe verfügt, um so eine Extremsituation zu überdauern.
    Dies bedeutet, dass man nach dem Säen die Pflanzenschalen einmalig gut wässert mit einem ganz weichen Strahl, um das Ausschwemmen der Samen zu verhindern.
    Es gibt tatsächlich spezielle Aufsetze für die Gießkanne, die eine solche weiche Brause verursachen. Anschließend unbedingt die Pflanzgefäße abdecken mit der Haube des Zimmergewächshauses, einer aufgeschnittenen Plastikflasche oder mit zwei bis drei Lagen Frühbeetvlies, um das rasche Abtrocknen der Erde zu verhindern und gleichzeitig die Luftfeuchtigkeit zu erhöhen. Ab diesem Zeitpunkt täglich die Bodenfeuchte kontrolliern. Das Substrat sollte immer feucht, aber nie nass sein. Staunässe führt sehr schnell zu Fäulnis- und Schimmelbildung und bedeutet damit schnell den Tod der Keimlinge.

    Nach dem Auflaufen der Pflanzen sollte man nicht mehr abends gießen, damit die Pflanzen die Nacht über trocken sind. Denn auch in dem Fall kann die Nässe dann zu Pilzbefall führen.

  3. Licht:
    Idealerweise benötigen Pflanzen während der Anzuchtsphase mindestens acht bis zwölf Stunden Licht mit einer Intensität von mindestens 2000 Lux und dieses am besten direkt von oben. Deswegen ist die Fensterbank kein 100%iger geeigneter Ort für das Minigewächshaus, da das Licht nur von der Seite kommt und die Jungpflanzen sich extrem in diese Richtung wenden.
    Im Februar und manchmal auch noch im März kann es also sinnvoll sein zusätzliches künstliches Licht bereitzustellen. Die Zusatzbelichtung verbessert die Qualität der Jungpflanzen und verkürzt die Anzuchtphase um 7 bis 14 Tage.

    Wie schon zuvor erwähnt, kann zuviel Licht in Form von Sonneneinstrahlung auch schädlich wirken, da es zu Überhitzung und Austrocknung führen kann.

An dieser Stelle noch ein Hinweis auf eine Webseite, die sich nur mit dem Thema Pflanzenanzucht beschäftigt und damit noch viel mehr Information bereithält:
externer Link: -> Pflanzen-Anzucht.de

Tomaten pflanzen!

Ist jetzt schon der richtige Zeitpunkt, um ans Anpflanzen von Tomaten zu denken? Klaro! Und man sollte sich auch Gedanken über die richtigen Sorten machen, dann kann man jetzt schon mit der Planung und Arbeit beginnen. Die richtigen Tomatensamen sollte man schon jetzt bestellen, um mit ihnen frühzeitig ins Gartenjahr zu starten.

Beim Anbau im Freien, sprich außerhalb des Gewächshauses, ist ein wichtiger Faktor für die richtige Tomatensorte ihre Resistenz gegen die Kraut- und Braunfäule. Dies ist eine Pilzerkrankung, die einem schon mal das ganze Tomatenfeld abspenstig machen kann. Dass man da nicht mit der chemischen Keule ran will ist selbstverständlich. Schließlich könnte man sich da gleich die importierten Tomaten im Discounter kaufen.

Somit empfiehlt es sich, robuste Tomatensorten zu kaufen und zu säen.

tomaten

Wildtomaten sind eine sehr gute Wahl, sie sind nicht überzüchtet und so grundsätzlich besser an naturnahes Leben gewohnt. Vielen Menschen, die Supermarkttomaten gewöhnt sind, sind diese Tomaten allerdings zu klein, der Geschmack überzeugt dann aber letztlich fast jeden, mit den Wasserbomben aus dem Billigregal sind sie nicht zu vergleichen. Diese Tomaten wachsen eher bodennah, müssen auch nicht am Spalier hochgezogen werden, etwas auseinanderbinden sollte man sie aber schon.

Grundsätzlich sind Cocktailtomaten, sprich kleinfrüchtige Tomaten, die widerstandsfähigeren Sorten, große Tomaten sind eher anfällig für Pilzerkrankungen. Ein anderer Faktor für Tomatensorten, die gegen die Kraut- und Braunfäule ankommen, ist frühes Reifen. Sorten, die früher ihre Reife erlangen, entkommen der „Hochzeit“ der Pilzsporen durch frühe Ernte. Das Problem ist dann halt, dass man im Sommer auf dem Trockenen sitzt. Noch ein Tipp: Tomaten möglichst weit von Kartoffeln entfernt pflanzen, denn diese sind anfällig für den gleichen Pilz und so steckt man sich unter Umständen die ganze heimische Brut an.

Und für ganz ambitionierte Gärtner gibt es noch das Tomatengewächshaus, was in den meisten Fällen aber durch einen einfachen Folienschlauch ersetzt werden kann.

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Gotthilf Rausch am 15. Januar 2010 in Jahreszeiten, Nutzpflanzen, Pflanzenzucht

Neue Hoffnung für die Honigbiene?!

Scheinbar ist den Wissenschaftlern der University of Illinois ein Durchbruch gelungen im Kampf gegen das weltweite Bienensterben, das seit 2004 sorgenvoll beobachtet wird. Die Ursache für den Bienenvolk-Kollaps (Colony Collapse Disorder – CCD) scheint eine Störung des Eiweiß-Stoffwechsels zu sein hervorgerrufen von Viren der Familie der Picorna-Viren, die von der Varroa-Milbe übertragen werden. Diese Viren unterbrechen die Eiweiß-Synthese der Honigbienen (Apis mellifera), indem sie die Ribosomen in den Zellen besetzen und dafür verwenden, ihre eigene Vermehrung voran zu treiben, wodurch die eigentliche Arbeit der Ribosomen unterbunden wird.

bienenEine gestörte Eiweißproduktion schwächt die Biene im Allgemeinen. Sie ist dann in der Tat viel anfälliger für Pestizide, Pilzinfektionen, Bakterien oder Mangelernährung. All diese Faktoren wurden schon zuvor als mögliche Ursachen für das Bienensterben vermutet und finden nun ihre berechtigte Begründung.

Fraglich bleibt natürlich weiterhin, ob sich eine Möglichkeit finden läßt, die verantwortlichen Viren zu stoppen? Schließlich weiß jeder spätestens seit AIDS, dass Viren nicht so leicht zu bekämpfen sind.
Aber wie heißt es so schön: Die Hoffnung stirbt zuletzt! Jetzt, wo die Ursache bekannt zu sein scheint, könnte eine Rettung der Rest-Völker wieder möglich werden.

Über die Auswirkungen des Aussterbens der Honigbiene gibt es ja doch einige apokalyptische Prophezeiungen, die weitreichende Auswirkungen auf das menschliche Leben voraussagen.

Kleines Volk mit großer Wirkung

Neben der Honigproduktion sind Honigbienen für das Bestäuben von vielen Pflanzen zuständigen. Auf der Nordhalbkugel gehören dazu etwa 100 Obst- und Gemüsepflanzen wie Sojabohnen, Spargel, Broccoli, Sellerie, Kürbisse und Gurken sowie Zitrusfrüchte, Pfirsiche, Kiwis, Avocados, Nüsse, Äpfel, Kirschen, Blau- und Erdbeeren und diverse Melonensorten. Kurzum einem Großteil unserer Nahrungspflanzen.

Das Aussterben der Bienen könnte als Folge eine deutliche Verminderung unseres Nahrungsmittelangebots mit sich bringen, denn ohne Bestäubung keine Vermehrung der Pflanzen mehr. Dies betrifft schließlich auch Pflanzen, die nicht direkt in der menschlichen Nahrung vorhanden sind, aber indirekt in der Nahrungskette ihre Aufgabe erfüllen wie beispielsweise solche, die zur Ernährung von Rindern, anderen Huftieren oder Geflügel dienen.

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Berta Rausch am 26. August 2009 in Allgemein, Ernte, Fauna & Flora, Pflanzenzucht