Archiv der Kategorie ‘Jahreszeiten‘

Alle Jahre wieder…
- Weihnachtsstern, Weihnachtskaktus
& Ritterstern (Amaryllis)

Weihnachten ist eine festliche Zeit voller Brauchtum und Traditionen. Von Land zu Land und Region zu Region wechseln diese Traditionen deutlich. Mittlerweile kann man jedoch weltweit bestimmte Pflanzenarten antreffen, die “traditionell” für die Weihnachtsdekoration verwendet werden. Gemeint sind Rittersterne (Amaryllis), Weihnachtssterne (Poinsetttien) und Weihnachtskakteen. Diese Pflanzen blühen im Winter ungefähr um die Zeit von Weihnachten und beeindrucken durch äußerst prachtvolle Blüten, die entweder durch ihre Farbgebung, die Größe und Form oder auch durch die Menge der Blüten überzeugen.

Weihnachtsstern Ritterstern-Amaryllis Weihnachtskaktus
Ritterstern-Amaryllis Weihnachtskaktus Weihnachtsstern

Alle drei Pflanzenarten sind allerdings nicht sehr traditionell, da keine von ihnen bei uns heimisch wächst. Dies erklärt sich natürlich eigentlich von selbst durch die Blütezeit im Winter. Es handelt sich durchweg um Pflanzen aus Mittel- und Südamerika, die ihren Eroberungsfeldzug als Weihnachtspflanzen erst Mitte des letzten Jahrhunderts antraten.
Heute kann man sich das europäische Weihnachten ohne sie garnicht mehr vorstellen. Damit Sie viel Freude an Ihren Pflanzen für das Fest und durchaus auch noch eine lange Zeit danach, finden Sie nun im Folgenden die passenden Pflanzenportraits mit wichtigen Pflege-Tips:

Ritterstern (Hippeastrum-Hybride)

Amaryllis

  • Pflanzensteckbrief
    • Herkunft: Rittersterne stammen aus den Trockenzonen in Südamerika. Sie gehören zur Familie der Amaryllisgewächse (Amaryllidaceae) und wurden lange Zeit mit dem Namen Amaryllis bezeichnet. Dieser ist jedoch nicht korrekt, da er nur Pflanzen meint, die aus Südafrika stammen. Dennoch ist der Name Amaryllis für den Ritterstern bei uns weitau mehr verbreitet wie der korrekte Name.
    • Wuchs: Der Ritterstern gehört zu den Geophyten. Wie die meisten Zwiebelpflanzen braucht er eine Ruhephase, die in die Zeit von August bis Dezember fällt. Die Pflanze eignet sich hervorragend als Topfpflanze und wird im Durchschnitt ca. 45 cm hoch.
    • Blätter: Die Blätter bilden sich erst nach der Blüte zum Frühjahrsanfang. Sie sind je nach Sorte hell bis kräftig grün und werden ebenfalls ca. 45 cm lang. Ihre Form ist länglich lineal.
    • Blüte: Die Blüten bilden sich nach 6-8 Wochen nach Ende der Ruhephase im Dezember bis Februar. Aus Der Zwiebel erscheint ein hohler, ca. 45 cm langer Blütenschaft, der 3-4 große Blüten hervorbringt. Bei kräftigen, großen und gesunden Blumenzwiebeln können die Einzelblüten einen Durchmesser von bis zu 20 cm erreichen und blühen für ungefähr zwei Wochen. Nach dem ersten Blütenschaft folgt etwas später meistens noch ein zweiter. Die klassische Farbe der Blüten ist kräftig rot. Es gibt aber mittlerweile eine riesige Auswahl unterschiedlichster Hybrid-Sorten mit Blütenvarianten von strahlend weiß über zart rosa bis dunkelrot, gestreift, gepunktet und mehrfarbig. Die Blüten gibt es in einfachen und gefüllten Varianten.


  • Standort: Rittersterne brauchen einen sonnigen Standort. Die Zwiebeln brauchen nicht viel Platz. normalerweise reicht es vollkommen aus, wenn um die Zwiebel herum noch ca. 2 cm Platz sind bis zum Topfrand.
    Zwiebelpflanzen bevorzugen es trocken und reagieren auf Staunässe äußerst empfindlich mit Schimmelbefall und Fäulnis. Der Topf sollte deswegen unbedingt Drainagelöcher haben. Eine ganz normale, lockere Blumenerde ist vollkommen ausreichend.

  • Pflege: Normalerweise kauft man entweder die reine trockene Zwiebel oder aber die antreibende Zwiebel fertig gepflanzt im Topf. Pflanzt man die Zwiebel selber so darf sie nicht zu tief gepflanzt werden. Nur maximal die Hälfte der Zwiebel verschwindet in der Erde, der Rest muss unbedingt oberhalb der Erdoberfläche herausragen. Diese Maßnahme lässt die Zwiebel schneller abtrocknen und schützt vor zuviel Nässe. Nach dem Pflanzen einmal gut angießen und dann am besten das Gießen vergessen bis der erste Blütenschaft ca. 20 cm hoch gewachsen ist. Gießt man in dieser Zeit zu viel, so bildet sich manchmal garnicht oder erst sehr verzögert der ersehnte Blütenschaft. Erst dann wird die Erde ständig feucht gehalten und einmal wöchentlich darf mit einem Pflanzendünger gedüngt werden.

    Möchte man im nächsten Jahr wieder einen blühenden Ritterstern haben, so muss dieser nach der Blüte unbedingt gut weitergepflegt werden. Bis zum August ist er nämlich in der Wachstumsphase und füllt seine Reserven wieder auf für die nächste Ruhe- und Blütephase. Weiterhin mäßig, aber regelmäßig gießen und einmal wöchentlich düngen. Da nur noch Blätter wachsen, kann man ihn getrost ab Ende Mai in den Garten pflanzen an einen Platz an dem er nicht stört und trotzdem ausreichend Licht bekommt.

    In unseren Breiten muss im August die notwendige Ruhephase künstlich eingeleitet werden. Stellen Sie hierfür das Gießen komplett ein und stellen sie die Zwiebel an einen dunklen und kühlen Ort. Temperaturen um +10°C wären die optimale Umgebung. Die Zwiebel zieht nun ihre Blätter ein und hält eine dreimonatige Ruhe ein. Rechtzeitig im Dezember kann man den Topf wieder hervorholen, gegebenenfalls die Zwiebel in neue Erde setzen, bei Zimmertemperatur an einen hellen Platz stellen, einmalig angießen und auf die wunderschöne Blüte warten.


  • Vermehrung: Wenn man einen Ritterstern länger wie eine Blühphase behält, so kann man irgendwann mit der Bildung von kleinen Brutzwiebeln rechnen. Diese erkennt man daran, dass neben der Zwiebel Blätter aus der Erde herauswachsen. Nach der folgenden Ruhephase kann man die Zwiebelchen von der Mutterzwiebel abtrennen und in einen eigenen kleinen Topf pflanzen. Allerdings kann es 3-4 Jahre dauern bis aus den Brutzwiebeln blühfähige Zwiebeln geworden sind. Die heranwachsenden Brutzwiebeln brauchen keine Ruhephase. Sie werden wie die großen durchgehend gepflegt bis sich das erste Mal ein Blütenschaft bildet.


Weihnachtskaktus (Schlumbergera)

Weihnachtskaktus

  • Pflanzensteckbrief
    • Herkunft: Der Weihnachtskaktus stammt ursprünglich aus der Mata Atlântica, dem atlantischen tropischen Regenwald im Osten Brasiliens. Die ursprüngliche Form ist als Zimmerpflanze kaum noch zu finden. Im Handel werden durchweg Kreuzungen und Hybriden angeboten mit besobderen Blütenfarben und -formen.
    • Wuchs: Der Weihnachtskaktus gehört zur Familie der Kakteengewächse (Cactaceae). Er wächst strauchartig überhängend, bildet viele charakteristische Triebe aus den flachen Blattsegmenten und ist sehr anspruchslos.
    • Blätter: Dunkelgrüne Triebsegmente, die scheinbar eines aus dem anderen wachsen und wie eine Gliederkette wirken.
    • Blüte: In der Zeit von November bis Februar kann der Weihnachtskaktus eine Fülle beeindruckender Blüten hervorbringen. Die häufigste Blütenfarbe ist knallig pink bis zart blassrosa. Es gibt jedoch auch Varianten mit roten, orangen, gelben und weißen Blüten. Diese sind röhrenartig geformt. Die Blütenblätter liegen schuppenartig um diese Blütenröhre herum. Sehr charakteristisch sind die langen Staubblätter, die weit aus der Blüte herausragen und sie zu einem sehr zarten und filigranen Gebilde machen.


  • Standort:Pflanzen dieser Art mögen sonnige bis halbschattige Standorte bei Temperaturen über +10°C. Direkte Sonne ist ihnen jedoch meistens zu viel. Die Blätter verfärben sich dann rötlich. Im Sommer können die Pflanzen gerne an einen geeigneten Platz auf Balkon oder Terrasse umziehen. Als Kaktusgewächs bevorzugt der Weihnachtskaktus mageren und durchlässigen Boden. Sehr empfehlenswert ist die Verwendung von guter Kakteenerde aus dem Fachhandel.

  • Pflege:Schlumbergera sind sehr pflegeleicht und damit auch durchaus geeignet für Menschen ohne grünen Daumen. Das wichtigste ist der zuvor beschriebene richtige Standort und sparsames Gießen. Der Weihnachtskaktus verträgt keine Staunässe. Gießen Sie ihn deswegen immer dann durchdringend, wenn die Erde abgetrocknet ist und er wird wunderbar wachsen und gedeihen. Nach der Blütephase, wenn sich die neuen Blätter bilden, darf einmal monatlich mit einem Kakteendünger gedüngt werden.
    Bevor der Kaktus wieder blüht, benötigt er eine Ruhephase von ca. sechs Wochen. Stellen Sie Ihn also ab Mitte September an einen kühleren und ruhig schattigen Ort und reduzieren sie das Gießen auf ein absolutes Minimum (schlückchenweise). Erst wenn sich die Blütenknospen zeigen, darf langsam wieder mehr gegossen werden und die Pflanze zieht wieder an einen helleren und sonnigeren Ort um.

  • Vermehrung: Am leichtesten ist die Vermehrung des Weihnachtskaktus mit Blattstecklingen. Schneiden Sie dafür kleine Triebstücke mit 2-3 Blattsegmenten ab und stecken Sie diese 1-3 cm tief in Kakteenerde. Angießen und eventuell die ersten Tage mit einem Gefrierbeutel abdecken, um die Luftfeuchtigkeit für die Pflanze zu erhöhen. Nur gießen, wenn die Erde abgetrocknet ist. Schon bald bilden sich neue Blätter, wenn die Wurzelbildung gut funktioniert hat.


Weihnachtsstern (Euphorbia pulcherrima)

  • Pflanzensteckbrief
    • Herkunft: Der Weihnachtsstern ist eine Pflanze der tropischen Laubwälder Mittel- und Südamerikas und gehört zur Familie der Wolfsmilchgewächse (Euphorbiaceae). Mittlerweile ist seine Verbreitung jedoch weltweit fortgeschritten. Große Populationen finden sich zusätzlich in Afrika, Asien, und Australien.
      Alexander von Humboldt brachte den Weihnachtsstern 1804 mit nach Europa. Die Vermarktung zur heute an Weihnachten in Massen verkauften Pflanze fand jedoch erst Anfang des 20. Jahrhunderts statt durch deutsche Auswanderer in Kalifornien. Seit dem ist der Weihnachtsstern zu einem festen Bestandteil der weihnachtlichen Dekoration geworden. Ihn zu Ehren gibt es in den USA sogar den „Poinsettia Day“ am 12. 12. jeden Jahres, an dem man sich gegenseitig mit dieser Pflanze beglückt.
    • Wuchs: Weihnachtssterne wachsen inihrer Heimat als immergrüner Strauch, der tatsächlich Höhen von bis zu 4 m erreichen kann. Wir hier kenen die Pflanzen eher als kleine bis mittelgroße Topfpflanze, die auch als kleiner Hochstamm gezogen werden kann.
    • Blätter: Die Blätter sind lang gestielt (ca. 8 cm<), länglich oval, je nach Sorte leicht gezahnt mit einer dunkelgrünen Ober- und einer helleren Unterseite. Was viele fälschlicherweise für die Blüte halten, sind in Wahrheit farbigen Hochblätter (Brakteen), die sich sternenförmig um die eigentlichen Blüten anordnen. Diese Hochblätter können leuchtend rot über rosa nach weiß sämtliche Schattierungen aufweisen und auch panachiert sein./li>
    • Blüte: In der Blütezeit von November bis Februar bildet die Pflanze sogenannte Cyathien aus. Darunter versteht man einfachste eingeschlechtliche Blüten, die in diesem Fall ganz unscheinbar grün gelb gefärbt sind und sich in der Mitte des Sterns aus Hüllblättern befinden. Ein Tip: Das Vorhandensein der Blüten weist auf eine junge, frische Blüte hin. Mit fortgeschrittener Alterung wirft die Pflanze diese Blüten ab. Achten Sie darauf beim Kauf einer Pflanze.


  • Standort: Je wärmer der Standort desto heller sollte er sein. Andernfalls reagiert der Weihnachtsstern mit dem Abwerfen der Blätter. Der Standort sollte also gleichmäßig warm bei ca.+20°C, hell und ohne Zugluft sein. Auf Kältereize reagiert die Pflanze ebenfalls sehr empfindlich mit dem gleichen Symptom und kann innerhalb weniger Tage völlig kahl dastehen. Achten Sie deshalb auch unbedingt auf einen guten Kälteschutz beim Transport und meiden sie beim Kauf Pflanzen, die im zugigen Eingangsbereich eines Ladens stehen.

  • Pflege:Auf Grund der großen Blätter, verdunstet die Pflanze sehr viel Wasser und benötigt auch sehr viel Nachschub. Dennoch verträgt sie überhaupt keine Staunässe. Gießen Sie Ihren Weihnachtsstern daher lieber öfters, aber immer erst dann, wenn die Erde oberflächlich getrocknet ist. Entfernen Sie nach ein paar Minuten dann unbedingt das überschüssige Gießwasser aus Übertopf oder Pflanzenuntersetzer.
    Nicht während der Blühphase düngen. Erst nach Bendung der Blüte mit einem handelsüblichen Zimmerpflanzendünger einmal monatlich düngen.
    Weihnachtssterne gehören zu den Kuztagespflanzen. Möchte man sie im nächsten Jahr wieder zum Blühen bringen, so gelingt dies nur, wenn die Pflanze ab Oktober täglich für 12 Stunden absoluter Dunkelheit ohne Störlicht ausgesetzt werden. Die einfachste Möglichkeit wäre das Abdecken der Pflanzen mit einem Karton oder das Einstellen in einen geschlossenen Schrank von beispielsweise 18 bis 8 Uhr. Diese Prozedur muss für 6-8 Wochen durchgehalten werden, dann beginnt der Weihnachtsstern wieder mit der Blütebildung rechtzeitig zu Weihnachten.
    Im Frühjahr regt ein kräftiger Rückschnitt einen buschigen Neuaustrieb an.

  • Vermehrung:Auch bei dieser Pflanze bietet sich die Stecklingsvermehrung an. Nutzen Sie doch die geschnittenen Triebspitzen vom Rückschnitt und pflanzen Sie diese in gut durchlässige Erde (Blumenerde und Sand im Verhältnis 2:1 mischen). Entfernen Sie zuvor alle Blätter bis auf drei, um die Verdunstung zu minimieren. Empfehlenswert ist für die ersten Wochen die Abdeckung der Stecklinge mit einem Gefrierbeutel aus dem gleichen Grund. Stecken Sie ruhig mehrere Stecklinge in einen Topf, denn so entsteht relativ schnell eine schöne buschige neu Pflanze.

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Gotthilf Rausch am 22. Dezember 2011 in Allgemein, Fauna & Flora, Giftige Pflanzen, Jahreszeiten

Beeren-Rausch für alle Naschkatzen im Sommer-Garten

Um gleich falschen Vorstellungen vorzubeugen, eine kurze Erklärung zum Begriff “Beerenrausch”.
Gemeint ist hier nicht der Bärenrausch, den man unweigerlich zu spüren bekommt, wenn man zu viel vom vergorenen Beerensaft genascht hat, sondern das rauschartige Gefühl der Freude, das einem beim morgendlichen Rundgang durch den sommerlichen Garten überfällt, weil an jeder Ecke und in jeder Niesche kleine reife Beeren darauf warten, den Gaumen zu kitzeln.

Brombeere Erdbeeren Johannisbeeren Himbeeren

In meinem Fall wandert ein Großteil dieser Köstlichkeiten sofort an Ort und Stelle von der Hand in den Mund. Ein bessereres Frühstück kann ich mir im Sommer garnicht vorstellen.

Das Großartige an diesen kleinen Früchten mit dem riesigen Geschmackspotential ist ihre Vielseitigkeit. Es gibt Pflanzenarten in den verschiedensten Größen mit den unterschiedlichsten Boden- und Lichtansprüchen, so dass für jede Art von Garten etwas dabei sein sollte.
…und sogar auf dem Balkon ist das Anlegen eines kleinen Naschgartens möglich.

Das Wort Beere ist allerdings ein Begriff, der hier zunächst geklärt werden sollte, denn unter Beeren versteht man umgangssprachlich häufig andere Früchte, die per Definition eigentlich nicht zu den Beeren gehören.

Was versteht man unter einer Beere?

Eine Beere ist eine Frucht die man an folgenden Merkmalen erkennt:

  1. Eine Beere enthält in ihrem Inneren mehrere Samen
  2. Diese Samen sind von einer fleischigen Fruchtwand mit saftiger Innenschicht umschlossen und geschützt.
  3. Eine Beere entsteht aus einem Fruchtknoten und ist häufig von runder Form und kräftiger Farbe.
  4. Beeren gehören zu den Schließfrüchten.
  5. Ist die Außenschicht der Fruchtwand hart, wie etwa beim Kürbis oder bei Gurken, so spricht man auch von einer Panzerbeere.
  6. Sehr selten gibt es sogenannte Sammelbeeren, die dann entstehen, wenn eine Blüte mehrere Fruchtknoten hat, aus denen jeweils eine Beere entsteht.

Beachtet man diese Merkmale, dann gehören folgende Früchte zu den Beeren:

  • Johannisbeeren
  • Stachelbeeren
  • Weintrauben
  • Kiwis
  • Zitronen
  • Orangen
  • Melonen
  • Datteln
  • Papayas
  • Tomaten
  • Gurken
  • Kürbisse
  • Paprikas
  • Auberginen
  • Bananen

Erstaunlicherweise ist die Auswahl an tatsächlichen Beeren für den Naschgarten garnicht so groß.
In Wahrheit sind es nur die schwarzen, roten und weißen Johannisbeeren, die Stachelbeeren, Weintrauben und natürlich auch die Tomaten, denn die meisten zuckersüßen, kleinen Cocktailtomaten schaffen bei mir ebenfalls den Weg in die Küche nur selten.

In meinem Garten wächst natürlich noch so manch eine andere Frucht, die ich zum Beeren-Rausch dazu zählen würde.

Welche Pflanzenarten eignen sich für einen Nasch-Garten?

Klassischerweise denkt man zu allererst an Erdbeeren, Himbeeren, Heidelbeeren und Brombeeren. Diese Früchte wachsen über eine relativ lange Periode und sind vor allem besonders süss und aromatisch, so dass sie ohne weitere Verarbeitung und Behandlung schmecken. Auch Stachelbeeren und Johannisbeeren passen noch in diese Gruppe, obwohl sie oftmals etwas saurer ausfallen und deswegen oft nicht so bevorzugt werden, wenn es genügend Früchte aus der ersten Gruppe im Angebot gibt.

In den letzten Jahre sind jede Menge neue Beeren auf dem Markt erschienen. Es handelt sich dabei häufig um neue Kreuzungen, wiederentdeckte alte Sorten beziehungsweise neu importierte Pflanzen, die in den meisten Fällen im asiatischen Raum beheimatet sind und auch in unserem Klima leben können.

Im Folgende finden Sie eine genauere Kurzbeschreibung sämtlicher “Beeren”, die für einen Naschgarten interessant sein könnten:

Aronia / Apfelbeere (Aronia melanocarpa)

  • Früchte:
  • Pflanzzeit:
  • Erntezeit:
  • Standort:
  • Pflege:


Brombeere (Rubus fruticosus)

  • Früchte: Die blauschwarzen Früchte sind botanisch gesehen keine Beeren, sondern Sammelsteinfrüchte.
  • Pflanzzeit: März-April
  • Erntezeit: frühestens ab Juli bis zum Frost
  • Standort: Brombeeren lieben windgeschützte, warme und sonnige Standorte. Sie gehören zu den Kletterpflanzen und benötigen als Spreizklimmer eine einfache Kletterhilfe. Gut geeignet sind Mauern, Zäune oder auch einfache Spaliere an der Hauswand.
    Brombeeren bevorzugen lockere, humose und feuchte Böden. Lieber zu sandig wie zu schwer und nass.
  • Pflege: Blüten und Früchte bilden sich an den Seitentrieben im 2.Jahr. Nach der Fruchtbildung sterben diese Ruten ab und können im Frühjahr bodennah abgeschnitten werden. Da die Pflanze sehr wüchsig ist und zur Gestrüppbildung neigt, sollte man im Frühjahr einen Rückschnitt vornehmen und die neuen Ruten gleich durch Anbinden leiten.
    Im Frühjahr düngen mit chloridfreien Volldünger sowie gut verrottetem Stallmist. Gerne auch regelmäßig mit Brennessel- oder Beinwelljauche gießen.


Cranberry / Großfruchtige Moosbeere (Vaccinium macrocarpon)

  • Früchte: 2 cm kleine, hellrote bis tiefdunkelrote, runde Beeren mit rotem bis schwarzem Fruchtfleisch und essbaren Kernen. Cranberries können roh gegessen werden. Sie werden allerdings meistens weiterverarbeitet, da sie ein herb-sauren Geschmack haben, dem ein bißchen zusätzliche Süße nicht schadet.
  • Pflanzzeit:
  • Erntezeit: September-Oktober
  • Standort:
  • Pflege:


Erdbeeren

  • Früchte: 2-5 cm große, leuchtend rote bis dunkelrote Sammelnussfrüchte
  • Pflanzzeit: Neupflanzungen von Gartenerdbeeren sind am besten Ende Juli bis Ende August. Die Pflanzen haben dann noch genügend Zeit zum Anwachsen und zur Blütenbildung, so dass sie im nächsten Jahr schon Früchte tragen. Monats- und Walderdbeeren wollen lieber im Frühjahr gepflanzt werden.
  • Erntezeit: Die Haupternte ist im Juni/Juli. Bis zum Oktober gibt es dann noch weitere Früchte von den Monatserdbeeren, die dauerhaft tragen.
  • Standort: Da Erdbeeren ursprünglich im Wald vorkamen, bevorzugen auch unsere Gartenerdbeeren durchlässige, tiefgründige, humus- und nährstoffreiche, schach saure Böden. Die Beete sollten schon ca. zwei Monate vor der Pflanzung gut gelockert und mit reifem Kompost versetzt werden.
  • Pflege: Die Pflanzen bringen für ca. 4 Jahre reiche ernten am gleichen Standort. Danach sollten neue Pflanzen an neuem Standort gestzt werden. Erdbeeren sind spätfrostgefährdet. Decken sie die Pflanzen bei drohender Gefahr mit einem Frühbeetvlies ab.
    Während der Blütenneuanlage und der Fruchtbildung mögen die Pflanzen es gerne feucht. Zur Fruchtreife sollte weniger gewässert werden, um das Aroma zu verbessern und die Beeren vor Fäulnis zu schützen. Aus gleichem Grunde sollten die Pflanzen ab beginn der Fruchtbildung eine Mulchdecke erhalten aus Stroh, Holzwolle oder fester Pappe. Diese bewahrt die Früchte ebenfalls vor Fäulnis und vor Verschmutzung. Gedüngt wird nach der Ernte mit speziellem Dünger, Kompost oder Gesteinsmehl.


Goji-Beere

  • Früchte:
  • Pflanzzeit:
  • Erntezeit:
  • Standort:
  • Pflege:


Heidelbeeren

  • Früchte: Abgeplattet runde Beeren, ca. 1 cm groß, von blauschwarzer Farbe. Im reifen Zustand sind die Beeren blaugrau bereift.
  • Pflanzzeit: Im Herbst
  • Erntezeit: Juli-September
  • Standort: Heidelbeeren lieben einen warmen, vollsonnigen und windgeschützten Standort. Stehende Hitze vertragen sie jedoch nicht. Da es sich um Heidekrautgewächse handelt, benötigen sie einen sauren, humosen, gut durchlässigen und belüfteten Boden. Der pH-Wert sollte möglichst zwischen 4,0 und 5,0 liegen. Gegebenenfalls sollte die Erde im Heidelbeerbeet entsprechend präpariert werden durch Anreicherungen mit gewaschenem Sand, Torf, Rindenmulch, Sägespänen oder Holzhäcksel von Nadelbäumen. Natürlich geht auch eine fertige Rhododendronerde.
  • Pflege: Gießen Sie die Pflanzen regelmäßig mit Regenwasser., denn das kalkhaltige Leitungswasser wird nicht gut vertragen. Heidelbeeren benötigen eine regelmäßige gute Wasserversorgung ohne Staunässe. Um dieses zu erreichen und um den Boden sauer zu halten, empfiehlt sich das Mulchen mit Sägespänen oder Sägemehl sowie mit Rindenmulch aus Nadelbäumen.
    Gedüngt werden kann im Frühjahr mit kalkfreiem speziellen Heidelbeer- und Rhododendrondünger aus dem Fachhandel. Auf gar keinen Fall mit Mist oder Kompost düngen. Bei einem Übermaß an Kalk stellen die Pflanzen das Wachstum ein und die Blätter verfärben sich gelb.
    Im Spätwinter ist ein Auslichtungsschnitt sinnvoll. Entfernen Sie alte 4-5jährige Triebe und zu schwache nach innen wachsende, so dass ca. 6-8 kräftige triebe übrig bleiben.


Himbeeren

  • Früchte: Rundliche bis kegelförmige, länglich walzenförmige Sammelsteinfrüchte in rot, rosa und gelb
  • Pflanzzeit: Im Frühjahr oder Herbst. Da Himbeeren Flachwurzler sind, sollen sie nicht tiefer gepflanzt werden wie sie im Topf waren. Die grundständigen Triebknospen sollen also auf keinen Fall tiefer wie 5 cm in der Erde sein. Kürzen Sie die Haupttriebe auf ca. 20-30 cm ein und entfernen sie alle Seitentriebe, damit die Pflanze ihre Kraft erstmal in die Wurzeln steckt.
  • Erntezeit: Je nach Sorte ab Juni bis zum Frost.
  • Standort: Tiefgründiger, humoser, lockerer und feuchter Boden (pH 5,5-6,0). Keine Staunässe. Himbeeren bevorzugen sonnige und windgeschützte Standorte, kommen aber auch mit Halbschatten zurecht.
  • Pflege:


Honigbeere

  • Früchte:
  • Pflanzzeit:
  • Erntezeit:
  • Standort:
  • Pflege:


Japanische Weinbeere

  • Früchte:
  • Pflanzzeit:
  • Erntezeit:
  • Standort:
  • Pflege:


Jochelbeere

  • Früchte:
  • Pflanzzeit:
  • Erntezeit:
  • Standort:
  • Pflege:


Johannisbeeren

  • Früchte:
  • Pflanzzeit:
  • Erntezeit:
  • Standort:
  • Pflege:


Jujube / Chinesische Dattel

  • Früchte:
  • Pflanzzeit:
  • Erntezeit:
  • Standort:
  • Pflege:


Lenzbeere / Maibeere

  • Früchte:
  • Pflanzzeit:
  • Erntezeit:
  • Standort:
  • Pflege:


Preiselbeere

  • Früchte:
  • Pflanzzeit:
  • Erntezeit:
  • Standort:
  • Pflege:


Stachelbeeren

  • Früchte:
  • Pflanzzeit:
  • Erntezeit:
  • Standort:
  • Pflege:


Tayberry

  • Früchte:
  • Pflanzzeit:
  • Erntezeit:
  • Standort:
  • Pflege:


Wu-wei-zi / Chinesische Fitnessbeere

  • Früchte:
  • Pflanzzeit:
  • Erntezeit:
  • Standort:
  • Pflege:


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Berta Rausch am 09. September 2011 in Allgemein, Ernte, Fauna & Flora, Heilpflanzen, Jahreszeiten

Die Uhr des Gärtners hat eine andere Zeit – der phänologische Kalender

Frühlings-Proklamation
Hier in der Oberpfalz wird es dieses Jahr wiedermal besonders sichtbar, dass man sich als Gärtner nicht auf den üblichen Datumskalender verlassen kann, wenn es um den Beginn der Jahreszeiten geht.
Bekanntermaßen beginnt der Frühling ja offiziell am 21. März. Die Nächte sind jetzt Anfang März zwar noch frostig, aber die Tage werden länger und die Sonne gewinnt täglich an Kraft. Bei diesem Wetter kann mich auf jeden Fall nichts mehr drinnen halten und sowohl gefühlsmäßig als auch bestätigt durch einen Blick nach draußen in meinen Garten, muss ich verkünden:”Der Frühling ist da!”

Zufällig weiß ich vom letzten Jahr, dass genau um diese Zeit gut 50 cm Schneedecke den Garten bedeckte und von blühenden Pflanzen weit und breit noch nichts zu sehen war. Der kalendarische Frühlingsbeginn, der sich nach astronomischen und meteorologischen Begebenheiten richtet, ist also keine sinnvolle Zeitangabe, wenn es darum geht, wann man mit welchen Arbeiten im Garten beginnen sollte.
Für die Bauern gilt natürlich genau das gleiche Problem. Deswegen haben diese schon vor Jahrhunderten begonnen, die Natur zu beobachten, um festzustellen, welche Pflanzen einen sicheren Hinweis darauf geben, dass sich eine Jahreszeit ändert. Dies kann der Blühbeginn der ersten Frühlingsblüher sein, die Blüte von Obstbäumen oder der Laubabwurf bestimmter Gehölze.
Aus solchen
Beobachtungen entstand ein neuer flexibler Kalender, der von Region zu Region sehr unterschiedlich ausfallen kann auf Grund des dort vorherrschenden Klimas. Mit Hilfe von ganz gezielt ausgewählten Pflanzen, die einheitlich fast flächendeckend in Deutschland vorkommen, lassen sich jeweils für den eigenen Wohnort ganz einfach die Jahreszeiten bestimmen nach dem eben beschriebenen “phänologischen Kalender”.

Die Phänologie ist die Lehre von den natürlichen Erscheinungen (griech. “mir erscheint”) und erfasst jährlich periodisch wiederkehrende Entwicklungserscheinungen in der Natur, die vor allem alle Pflanzen betreffen, aber auch bestimmte Phänomene der Tierwelt mit einschließen wie beispielsweise die erste Biene oder der erste Schmetterling des Jahres.
Die Einteilung der Jahreszeiten erfolgt sehr viel feiner und detaillierter, so dass man nicht nur Frühling, Sommer, Herbst und Winter unterscheidet, sondern diese nochmals in einzelne Phasen trennt, so dass letztendlich zehn Jahreszeiten entstehen.

Die 10 phänologischen Jahreszeiten

  1. Schneeglöckchen

    Vorfrühling

    :Zeigerpflanze: Beginnt mit dem Blübeginn von Hasel, Schneeglöckchen und Schwarzerle, endet mit dem Blühbeginn von der Salweide
    Es blühen u.a.: Winter-Jasmin, Winterling, Huflattich, Lerchensporn und Seidelbast
    Tierwelt: Amseln bauen Nester, Stare kehren zurück, Maulwürfe produzieren erste Maulwurfshügel, Grasfrösche beginnen zu laichen
    Gartenarbeit: Gehölze pflanzen und schneiden


  2. Forsythie

    Erstfrühling

    :Zeigerpflanze: Blühbeginn Forsythie und Blattentfaltung der Stachel- und Johannisbeere
    Es blühen u.a.: Salweide (Kätzchen!), Schlehe, Anemone, Primel, Sumpfdotterblume, Kirsche, Pflaume, Birne und Ahorn
    Tierwelt: Schwalben kehren zurück, Rotschwanz brütet, Kröten wandern, Insekten erscheinen
    Gartenarbeit: Aussaat von Wildblumen, Bodenschlamm aus Teich entfernen, Nisthilfen für Insekten


  3. Apfelblüte

    Vollfrühling

    :Zeigerpflanze: Blühbeginn von Apfel und Flieder und Blattentfaltung bei der Stiel-Eiche
    Es blühen u.a.: Eberesche, Weißdorn, Rosskastanie, Löwenzahn, Maiglöckchen
    Tierwelt: Der Kuckuck ruft. Bilche erwachen, Maikäfer fliegen
    Gartenarbeit: Stauden pflanzen, sommerliche Zwiebelblumen setzen, Blumenwiese anlegen, Wildkräuter ernten


  4. Holunderblüte

    Frühsommer

    :Zeigerpflanze: Blühbegin des Schwarzen Holunders, der Robinie und vieler Gräser (Beginn der Heuschnupfen-Zeit!)
    Es blühen u.a.: Wildrosen, Pappel, Weißdorn, Wald-Geißbart und Türkischer Mohn
    Tierwelt: die erste Brut vieler Singvögel wird flügge. Grillen beginnen zu zirpen
    Gartenarbeit: jäten, Stauden teilen und vermehren


  5. Schwarze Johannisbeere

    Hochsommer

    :Zeigerpflanze: Blühbeginn von Sommer- und Winterlinde, Reife von Johannisbeere und Winterroggen
    Es blühen u.a.: Wegwarte, Kartoffeln und verschiedene Doldenblütler
    Tierwelt:Glühwürmchen flíegen, Frösche quaken, Maulwürfe werden noch aktiver (Jungtiere!)
    Gartenarbeit: Johannisbeeren, Erdbeeren und erste Himbeeren ernten, bei Trockenheit gießen, Unkraut jäten


  6. Vogelbeere

    Spätsommer

    :Zeigerpflanze: Fruchtreife von Eberesche und frühen Apfelsorten, Blütebeginn von Heidekraut und Herbst-Anemone
    Es blühen u.a.:
    Tierwelt: Es fliegen vermehrt Libellen und Stechmücken
    Gartenarbeit: Magerwiese ein einziges Mal mähen, Wildfrüchte und frühes Obst ernten


  7. Holunderbeeren

    Frühherbst

    :Zeigerpflanze: Blütebeginn der Herbst-Zeitlose, Fruchtreife von Schwarzem Holunder und Hasel
    Es blühen u.a.: Heidekraut
    Tierwelt:
    Gartenarbeit: Zwiebeln und Knollen fürs Frühjahr pflanzen, Birnen, Zwetschen und Holunderbeeren ernten


  8. Herbstlaub

    Vollherbst

    :Zeigerpflanze: Fruchtreife von Stiel-Eiche und Rosskastanie
    Es blühen u.a.: nur noch wenige Blüten, statt dessen beginnt sich das Laub bunt zu verfärben
    Tierwelt: Altweibersommer; Stare ziehen davon
    Gartenarbeit: Hecken- und Gehölzschnitt, weitere Blumenzwiebeln pflanzen. Kaltkeimer aussäen, Spätkartoffeln, Rüben, Quitten, Walnuss und Äpfel ernten


  9. Eichenlaub

    Spätherbst

    :Zeigerpflanze: Blattverfärbung bei Stieleiche und Rosskastanie und
    Es blühen u.a.: fast alle Pflanzen werfen ihr Laub ab
    Tierwelt: Eichhörnchen sammeln Vorräte, Igel suchen einen Platz zum Überwintern
    Gartenarbeit: Gehölze pflanzen, Laub und Algen aus dem Teich fischen, Nistkästen säubern


  10. Baum im Winter

    Winter

    :Zeigerpflanze: Auflaufen des Winterweizens
    Es blühen u.a.:Blüte von Christrose, Schneeheide. Ansonsten herrscht weitestgehend Vegetationsruhe. Der phänologische Winter geht ungefähr von Ende November/Anfang Dezember bis Mitte/Ende Februar.
    Tierwelt: Man bekommt nur noch heimische Vogelarten und Wintergäste auf der Durchreise zu Gesicht.
    Gartenarbeit: Gehölzschnitt (nicht bei Frost!), Teich bei Eisdecke belüften, bei starken Schneefall eventuell die Zweige von Gehölzen entlasten


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Berta Rausch am 08. März 2011 in Allgemein, Fauna & Flora, Jahreszeiten, Wetter

Gartengestaltung:
Wie vom Profi, aber selbst gemacht

Der Winter ist die beste Jahreszeit, um die Planung für einen neuen Garten in Angriff zu nehmen oder um den vorhandenen Garten zu überdenken. Da der Garten sich natürlicherweise immer weiter entwickelt durch das fortschreitende Wachstum der Pflanzen, kann man ihn als einen ewig andauernden Prozess betrachten, in den die Hand des Gärtners immer wieder gestalterisch eingreift.

Auch wenn ein Garten schon seid vielen Jahren existiert, so wird man immer wieder Stellen finden, die man verändern oder verbessern möchte, denn der Garten ist und bleibt ein Kulturgut des Menschen, dass immer wieder neuen Einflüssen und Bedürfnissen ausgesetzt ist und sich dadurch beständig weiterentwickelt.

Zunächst eine Definition des Begriffs: Garten

Traditionell bezeichnet das Wort Garten ein zum Schutz mit einem Zaun oder einer Mauer umfriedetes Stück Land, das für die Kultivierung von Nutz- und Zierpflanzen verwendet wird. Ursprünglich diente der Garten ausschließlich dem Zweck der Ernährung der Familie und war damit ein reiner Nutzgarten, in dem man Gemüse, Obst, Beeren und Kräuter vorfand.

Kensington GardensMit der kulturgeschichtlichen Entwicklung des Menschen veränderte sich zunehmend auch das Bild des Gartens. Der Garten erfüllte dann auch andere Funktionen wie Ort der Repräsentation und der Erholung. Mit der Entdeckerlust enstanden zunehmend botanische Gärten, in denen exotische Pflanzen aus der ganzen Welt gesammelt und gezüchtet wurden. Je nach dem wie das Verhältnis des Menschen zu der Natur gesehen wurde, so entwickelten sich auch neue Gärten.

Heute kennt man vor allem den privaten Hausgarten, botanische Gärten und Parkanlagen, sowie Themengärten, die sich einer bestimmten Pflanzenart widmen (z.B. der Rosengarten) einer bestimmten Stilrichtung (z.B. der barocke Garten) einer Landschaft (z.B. alpine Garten) oder einem künstlerischen, religiösem, spirituellem oder auch therapeutischem Aspekt (z.B.Zen-Garten, Feng-Shui-Garten).

All diese Möglichkeiten können im eigenen Garten genutzt werden. Wer die Wahl hat, hat die Qual. Leider, oder zum Glück, lassen sich aber nicht alle Ideen immer überall umsetzen. Wenn man also seinen eigenen Garten planen möchte, so sollte man erstmal mit einer Bestandsaufnahme beginnen.



Mit Zirkel, Bleistift und Lineal zum neuen Garten

Gartenplan
  1. Nehmen Sie einen Grundriss von Ihrem Haus mit Grundstück zur Hand. Desweiteren benötigen Sie Transparentpapier, Bleistift, farbige Stifte, Lineal, Zirkel und ein Geodreieck. Legen Sie einen Bogen des Transparentpapiers auf den Plan zeichnen sie die Grundstückslinie und den Umriss des Gebäudes einmal durch. Nun haben Sie einen Plan, auf dem Sie Ihre Bestandsaufnahme einzeichnen können. Zur Bestandsaufnahme gehören bereits vorhandene Baulichkeiten wie Zufahrt, Terrasse, Wege, Gartenhaus, Gewächshaus, etc. und schon vorhandene Bepflanzung.
    All diese Elemente sollten maßstabsgerecht eingezeichnet werden. Häufig sind Grundstückspläne im Maßstab 1:100. Dies bedeutet 1 cm auf dem Papier entspricht 100 cm in der Wirklichkeit. Eine Terasse, die tatsächlich 2 x 4 m misst, wird auf dem Papier ein Rechteck von 2 x 4 cm. Zeichnen Sie alle Baulichkeiten mit ihren umrissen ein. Bäume oder Sträucher werden durch einen Kreis dargestellt mit einem Punkt in der Mitte für den Stamm. Hat die Krone eines Apfelbaums einen Durchmesser von 4 Metern, so zeichnet man den Kreis mit einem Durchmesser von 4 cm.

  2. Die Lage des Gartens und der darin befindlichen Elemente zur Himmelsrichtung ist ganz entscheidend wichtig für die Beurteilung der Lichtverhältnisse, der Windeinflüsse und des Kleinklimas. Zusammen mit dem tatsächlichen Klima des Ortes, der Bodenqualität und der Geländeneigung sind dies die wichtigsten Aspekte, die darüber entscheiden werden, welche Bepflanzung und Gartenbereiche an welcher Stelle sinnvoll sind.
    Am besten erstellt man sich einfach von Hand ein paar kleine Diagramme zu diesen Themen. Hierfür legt man wiederum einen Bogen Transparentpapier über seine Bestandsaufnahme und zeichnet darauf von Hand zum Beispiel den Schattenwurf des Gebäudes und der Bestandspflanzen sowie vom Nachbarhaus (wenn vorhanden) mit Hilfe einer farbigen Schraffur. Besonders aussagekräftig wird so eine Zeichnung, wenn man einmal den Schattenwurf zeichnet wie er morgends fällt, dann mi einer anderen Farbe den Schattenwurf mittags und mit einer dritten Farbe den Schattenwurf am Abend. Dadurch erhält man einen sehr guten Überblick darüber, an welchen Orten viel Schatten und viel Sonne zu erwarten sein wird.
    Ähnliche Zeichnungen kann man zum Thema Wind, Lärm, Temperatur, etc. anfertigen.

  3. Nun beginnt der schöne Teil: Erstellen Sie eine Liste all der Elemente, die Sie sich für Ihren Garten wünschen. Gemeint sind Dinge wie Sitzplatz unterm Baum, Schaukel, Kinderspielplatz, Rosenbogen, Obstbäume, Sichtschutzhecke, Blumenbeet, Gemüsebeet, Obstbäume, Ziersträucher, Kompostplatz, Wege, Gartenteich, Feuerstelle, Grillplatz, etc. Der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt. Zunächst einmal dürfen Sie so richtig schwelgen. Oftmals hilft hierbei das Durchblättern von schönen Gartenbüchern und Gartenmagazinen, um den Ideen auf die Sprünge zu helfen.
    Die Ernüchterung folgt auf dem Fuß, denn als nächstes müssen Sie jeden einzelnen Punkt auf Ihrer Liste auf seine Umsetzbarkeit überprüfen. Überlegen Sie genau, ob die Lichtverhältnisse in Ihrem Garten geeignet sind. Rosen, viele mediterrane Kräuter, Gemüsebeet oder ein Gartenteich braucht auf jeden Fall viel Sonne. Desweiteren ist zu bedenken wieviel Pflege Sie später für den Erhalt Ihres Gartens investieren wollen. Blumen- und Gemüsebeete sind sehr pflegeintensiv. Geschnittene Hecken und große Rasenflächen ebenso. Gartenteich und Ziersträucher brauchen dagegen weniger Pflege. Streichen Sie in Ihrer Liste, was nicht möglich erscheint.

  4. Jetzt darf entworfen werden. Nehmen Sie sich wieder ihren Bestandsplan zur Hand und legen Sie los. Zunächst sollte mit Bleistift gezeichnet werden. Später können Sie dem ganzen Bild mit Farbe Leben einhauchen. Man muss für einen Entwurfsplan kein großer Künstler sein, denn es gibt ganz einfache Symbole, die für Hecken, Rasenflächen, Bäume, Strächer, Beete, Wasserfläche, etc stehen und die man auch mit einem Mangel an künstlerischer Begabung durchaus zustande bringt. Achten Sie nur wieder auf den Maßstab.
    Manchmal ist es leichter, sich die Elemente aus buntem Papier auszuschneiden, damit man sie auf dem Plan ganz einfach hin und herschieben kann, um den richtigen Platz zu finden. Am besten beginnt man mit den baulichen Elementen wie Terrasse, Sitzplatz, Wege. Dann beschäftigt man sich mit der Grenzgestaltung. Möglich sind da Zäune, Mauern, Sichtschutzwände sowie Hecken und Wälle. Zu beachten sind in dem Bereich die richtigen Abstände und Höhen zu den Nachbarn. Diese können durch einen Bebauungs- und Grünordnungsplan extra geregelt sein. Für Mauern muß eine Baugenehmigung beantragt werden. Dann folgen Rasenflächen, Bepflanzung für die sonnigen Bereiche sowie Bäume und Sträucher.
    Abschließend sollte unbedingt noch einmal auf einem gesonderten Blatt der Schattenwurf von Bäumen, Sträuchern und Hecken überprüft werden.
    Gartenlegende Gartenlegende
    Gartenlegende Gartenlegende

  5. Steht der endgültige Entwurf, so kann man abschließend den Verlauf von Wasser- und Elektroleitungen festlegen. Gerade für die Gartenbewässerung sollte hier noch einmal gründlich überlegt und nicht gespart werden. Behalten Sie eventuell auch mögliche Änderungen im Auge, die in den folgenden Jahren anstehen könnten. Werden die Kinder größer, so wird eine große Rasenfläche unnötig. Als Umgestaltung bietet sich dann besonders der Gartenteich an. der sicherlich beleuchtet werden soll.

  6. Wenn die grobe Planung fertig ist, geht es an die Feinheiten: Die Auswahl der Pflanzen.
    Viele Aspekte spielen hier eine Rolle. Wie sind natürlich die Lichtverhältnisse und der Boden? Soll ein bestimmtes Thema verwendet werden wie der Bauerngarten, ein blauer, weißer, roter oder bunter Garten? Heimische oder exotische Pflanzen?
    Wie so oft gilt auch hier das Motto: Weniger ist meistens mehr. Man pflanzt nicht das endgültige Bild, das man im Kopf hat, denn Pflanzen wachsen nun einmal und brauchen in den ersten Jahren Platz zum Entfalten. Lassen Sie sich Zeit und legen Sie erstmal die wichtigsten Elemente fest. Es ist immer Schade, wenn man nach wenigen Jahren pflanzen entfernen muss, weil Sie sich gegenseitig zu stark Konkurrenz machen.

Bis zum Frühjahr ist auf jeden Fall noch genügend Zeit, um Ideen zu entwickeln und die Umsetzung vorzubereiten. Möglicherweise kann nicht alles selbst gebaut werden, doch wenn man die richtige Vorarbeit geleistet hat, dann weiß man, was man wirklich will und kann dann gezielt in Verhandlung treten mit dem Landschaftsgärtner, der die Ideen umsetzen soll.

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Berta Rausch am 03. Januar 2011 in Allgemein, Gartengestaltung, Jahreszeiten

Zweige als Orakel für Wünsche & Liebe, die Andreas-Zweige

weiße BlütenSehr ähnlich wie die Barabarazweige im Advent funktionieren auch die sogenannten Andreaszweige.
Diese gehen zurück auf einen alten Brauch, der im Zusammenhang steht mit dem heiligen St. Andreas. Der kirchliche Gedenktag für den Heiligen ist in jedem Jahr der 30. November.
Bringen wir mal etwas Licht in die Hintergründe zu diesem Brauch:

Wer war der Heilige Andreas ?

St. Andreas war einer der zwölf Apostel. Zusammen mit seinem noch berühmteren Bruder Simon Petrus reihten sich die beiden Fischer am See Gennesaret in die Schar der Jünger Jesu ein. Andreas war wohl tatsächlich erst ein Anhänger von Johannes dem Täufer und wurde der erste Jünger von Jesus. Er war wohl anwesend im Kreise der Zwölf beim Abendmahl in Jerusalem, bei der Himmelfahrt und an Pfingsten. Ansonsten wird er nicht erwähnt. Erst nach der Auferstehung Christi übernimmt er eine sehr wichtige Rolle bei der Verbreitung des christlichen Glaubens. Laut Überlieferung predigte Andreas den christlichen Glauben in Epirus, Kappadokien, Skythien, Thrazien, Makedonien und Achaia sowie angeblich sogar in Ostanatolien und in Georgien.

Während dieser Reisen vollbrachte er so manche Wunder, Heilungen und Erweckungen. Sein letztes Wunder war wohl die Heilung von Maximilla, der Frau des Statthalters von Patras und bekehrte sie zum Christentum. Der Statthalter selbst ließ sich jedoch nicht überzeugen und verurteilte Andreas statt dessen zu Folter und einem langsamen Tod. Man kreuzigte den Apostel an einem X-förmigen Kreuz, dem nach ihm benannten Andreas-Kreuz, das wir heutzutage an jedem Bahnübergang zu Gesicht bekommen. Nach zwei qualvollen Tagen, die der Heilige predigend am Kreuz hängend verbrachte, starb er am 30. November 60 (?) in Griechenland. Der Statthalter selbst verfiel in Folge seiner Tat dem Wahnsinn und starb ebenfalls.

St. Andreas ist als Heiliger also nicht nur bedeutend für die römisch-katholische Kirche, sondern wird auch ganz besonders verehrt in der orthodoxen Kirche. Er gilt als Schutzpatron der Fischer und Fischhändler, Bergleute, Seiler, Metzger und Wasserträger; für Ehevermittlung, Eheglück und Kindersegen; gegen Gicht, Halsweh, Krämpfe und Rotlauf (“Andreaskrankheit”). Desweiteren ist er der Schutzpatron von Russland, Schottland, Spanien, Griechenland, Sizilien, Niederösterreich, Burgund und der Achaia in Griechenland; von Neapel, Ravenna, Brescia, Amalfi, Mantua, Bordeaux, Brügge und Patras. All diese Länder und Städte stehen in Zusammenhang mit seiner Wanderschaft oder mit Reliquien, die auf unterschiedlichste Art und Weise an diese Orte gelangten.

Aus diesen Geschichten und Legenden entstanden über die Jahrhunderte natürlich viele Bräuche und Rituale, die vor allem in der sogenannten Andreasnacht (der Nacht zum 30. November) zur Anwendung kommen und die durchaus von Interesse sind für Gärtner und Pflanzenfreunde.

Das Brauchtum der Andreasnacht:

Die Andreasnacht gehört zu den Losnächten genauso wie die Wintersonnenwende am 20./21.12 und Sylvester am 31.12./01.01. sowie noch einige andere Nächte. Solche Nächte sind besonders dafür geeignet, die Zukunft vorauszusagen. Das Wort Los kommt in diesem Fall von dem deutschen Wort losen mit der Bedeutung vorhersagen, prophezeien.
Die Bräuche der Johannisnacht haben in den meisten Fällen mit einem Orakel zu tun, welches einem Mädchen den zukünftigen Ehemann prophezeit.

Folgende Orakel sind da bekannt:

  • Die logischste Variante: Das Mädchen trinkt vor dem zu Bett Gehen zwei Becher Wein und wird dann von ihrem zukünftigen Ehemann träumen.
  • Die einfachste Variante: Das heiratswillige Mädchen schaut in dieser Nacht in den Spiegel und kann darin den zukünftigen Ehemann sehen.
  • Die merkwürdigen Varianten:
    1.) Das Mädchen zieht um Mitternacht aus einem Holzstapel schweigend einen Holzscheit heraus. Ist dieser gerade, so bekommt es einen jungen und starken Ehemann. Wählt es jedoch einen krummen Holzscheit, so wird auch der Ehemann krumm und alt.
    2.) Das Mädchen wirft seinen linken Pantoffel über die Schulter in Richtung der Tür. Wenn der Schuh mit der Spitze zur Tür zeigt, so wird das Mädchen innerhalb eines Jahres heiraten.
    3.)Das Mädchen muss von einer Witwe beiderseits schweigend einen Apfel geschenkt bekommen, dessen eine Hälfte sie vor und die andere nach Mitternacht ißt. Alsdann wird sie von ihrem zukünftigen Ehemann träumen.


Bräuche dieser Art lassen sich noch endlos hinzufügen, da sie oft regional voneinander abweichen. Bekannt ist in dem Zusammenhang vielerorts auch noch das Andreasgebet, eine Art Heiratsbeschwörung, die gesprochen wird. Anschließend soll sich der oder die zukünftige im Spiegel oder im Feuerschein zeigen, denn nicht nur die Mädchen benutzten die wertvolle Vorausschau in dieser Nacht.

Abgesehen von den Heiratsorakeln gibt es den schönen Brauch der Andreasreiser:
Man schneidet am Andreastag um 6, 9 oder 12 Uhr Zweige von sechs oder neun verschiedenen Bäumen oder Sträuchern. Während dieser Arbeit darf nicht gesprochen werden und niemand sollte einen dabei beobachten. Wählen Sie drei der Zweige aus und umwinden Sie diese jeweils mit einem farbigen Band. Alle Zweige kommen zusammen in eine Vase. Die drei bebänderten Zweige symbolisieren jeweils einen Wunsch. Wenn die entsprechenden Zweige an Weihnachten blühen, dann geht der Wunsch im nächsten Jahr in Erfüllung.

In manchen Regionen laufen Kinder am Andreastag von Tür zu Tür, sagen einen Spruch auf und erhalten dafür eine Süßigkeit ähnlich wie mancherorts an Halloween oder an Sylvester das Rummelpott-Laufen.

Zum Schluss noch ein Hinweis zum Bauern-Kalender, denn auch die Bauern nutzten den Andreastag zur Vorausschau auf das kommende Wetter und die daraus resultierende Ernte mit folgenden Bauernregeln:

  • “Schau in der Andreasnacht, / was für Gesicht das Wetter macht:
    So wie es ausschaut, glaub’s fürwahr, / bringt’s gutes oder schlechtes Jahr.”

  • “Hält St.Andrä den Schnee zurück, / so schenkt er reiches Saatenglück.”

  • “Wirft herab Andreas Schnee, / tut’s dem Korn und Weizen weh.”

  • “Andreasschnee / tut den Saaten weh.”


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Berta Rausch am 15. November 2010 in Allgemein, Brauchtum & Rituale, Jahreszeiten, Wetter

Winterschutz für Garten-, Kübel- und Balkonpflanzen

Bei der derzeitigen Wetterlage sind es nur die nächtlichen schon sehr niedrigen Temperaturen, die einen auf die Idee bringen könnten, dass der Winter naht.
Obwohl der Garten sich gerade jetzt noch einmal ganz besonders prächtig präsentiert mit besonders leuchtenden und duftenden Blüten und Beeren sowie den ersten bunten Blättern, sollte man schon einmal planen, was für Materialien zum Schutz der Pflanzen im Winter benötigt werden, denn schhneller als man denkt, ist der erste nächtliche Bodenfrost da und der kann bei manchen Pflanzen schon sofort zu schweren Schäden führen.

Pflanzenüberwinterung Pflanzenüberwinterung Pflanzenüberwinterung

Ein Winterschutz kommt vor allem für alle Pflanzen in Frage, die ursprünglich in Südeuropa, Südamerika oder in seltenen Fällen auch in Afrika beheimatet sind. Es handelt sich dabei meistens um tropische, subtropische und mediterrane Pflanzen, die keine Vegetationsruhe im Winter einlegen und natürlich auch keinen Frost vertragen.

Zusätzlich muss man einen Winterschutz auch bei einigen Pflanzen im Jungstadium in Erwägung ziehen.

Mögliche Schäden durch den Frost betreffen vor allem den Wurzelbereich und die Triebspitzen, weswegen diese beiden Bereiche besonders geschützt werden sollten. Da es aber auch noch andere mögliche Schadensursachen gibt, möchte ich etwas detaillierter im Folgenden darauf eingehen.

Welche Schäden können im Winter an Pflanzen entstehen?

  1. Erfrierungen
    Diese Art der Schädigung betrifft vor allem die Triebspitzen und den Wurzelbereich von Pflanzen. Man erkennt den Schaden bei immergrünen Pflanzen am verfärben der Blätter zunächst ins gelbliche oder rötliche. Bei starker Schädigung verwelken die Blätter und werden braun. Die Pflanze wirft Blätter oder Nadeln dann gänzlich ab.
    Erfrierungen der Triebspitzen erkennt man daran, dass die Zweigenden sich braun-schwarz verfärben und absterben. Leider können Spätfröste immer wieder auch für die ersten Knospen und Blüten gefährlich werden. Sind diese Frostgeschädigt, so erkennt man dies ebenfalls am Verbräunen und möglicherweise abwerfen der Blüten.

    Erfrierungen an Wurzeln, Wurzelstöcken, Zwiebeln oder Knollen führen leider in den meisten Fällen zum Absterben der Pflanze und lassen sich im Vorwege kaum erkennen. Normalerweise entstehen solche Schäden bei frostharten Pflanzen erst bei einer Bodentemperatur von mindestens -10°C mit Ausnahme von Jungpflanzen, die durchaus auch schon bei weniger kalten Temperaturen Schaden nehmen können.

    In allen Fällen von Erfrierungen hilft nur das präventive Abdecken mit isolierenden und gleichzeitig luft- und wasserdurchlässigen Materialien.

  2. Frosttrocknis
    Das Phänomen der Frosttrocknis betrifft immergrüne Pflanzen wie Buchsbaum, Eibe, Fichte, Thuja, Kirschloorbeer, Rhododendron, etc. Kommt die Sonne im Winter heraus, so reichen die dann entstehenden Tagestemperaturen oftmals schon aus, das die Blätter oder Nadeln beginnen, mit Verdunstung darauf zu reagieren. Der trotzdem gefrorene Boden verhindert jedoch den Wassernachschub, so dass die Pflanzen vertrocknen müssen.

    Gegnmaßnahmen sind das regelmäßige Gießen dieser Pflanzen an frostfreien Wintertagen sowie das Abdecken der Pflanzen mit Leinentüchern oder Frühbeet-Vliesen an sonnigen Tagen.

  3. Rindenschäden
    Im Spätwinter, wenn die Sonne schon wieder einige Kraft hat, kann der schnelle und häufige Wechsel von sonnigen warmen Tagen und kalten, frostigen Nächten starke Schäden an Rinde und Holz von Bäumen verursachen. In der Sonne dehnt sich die Rinde und der Zellsaft wird flüssiger, nachts geschieht das Gegenteil. Dadurch entstehen zum einen hohe Spannungen im Stamm und zum anderen steigt die Gefahr der Erfrierungen. Schlimmstenfalls kommt es zum Abplatzen ganzer Holzplatten und zur Entstehung tiefer Risse. Deswegen sieht man vor allem an neu gepflanzten jungen Bäumen häufig einen Anstrich des Stamms mit weißer Kalk- oder Kalk-Lehm-Farbe. Diese reflektiert die Sonnen strahlen und verhindert auf diese Art und Weise das übermäßige erhitzen der Rinde. Ähnlich wirkt das Einwickeln des Stamms mit Schilfmatten, Pappe oder Jutegewebe.

  4. Vernässung und Staunässe
    Gerade Steingartenpflanzen und andere trockenheitsliebende Pflanzen leiden sehr häufig unter Dauernässe entstehend durch Dauerregen oder anhaltender Bodenfeuchtigkeit. Ist der Boden gefroren, so kann darauftreffendes Wasser nicht abfließen. Die Wurzeln der zuvor genannten Pflanzengruppen beginnen dann zu faulen oder die Pflanze leidet massiv an dem Sauerstoffmangel im Boden und erstickt schlicht und einfach. Wenn es sehr lange zu solchen Wetterlagen im Winter kommt, so kann man die gefährdeten Pflanzen kurzfristig mit Folie abdecken. Achtung: Unbedingt regelmäßig lüften und bei Sonne entfernen, um Hitzestau und Sauerstoffmangel zu verhindern.


Winterschutz im Wurzelbereich

Einen wirksamen Winterschutz im Wurzelbereich erreicht man durch das Abdecken des Bodens in diesem Bereich mit entsprechendem Isolationsmaterial. Das richtige Material bietet natürlich die Natur selbst, denn Laub und Nadelholzreisig erfüllen alle Anforderungen und sorgen ja auch in der freien Landschaft für den entsprechenden Winterschutz durch liegenbleibendes Herbstlaub beziehungsweise herabfallende Nadeln. Sämtliche Abdeckungen sollten unbedingt luftdurchlässig sein. Andernfalls kann es darunter zu Sauerstoffmangel, Fäulnis oder auch Krankheitsbefall kommen. Desweiteren sollte das Material auch wasserdurchlässig sein, denn Kondenswasser fördert sowohl die Gefahr von Schimmelbildung und Fäulnis als auch von Erfrierungen.

Laub ist ein ausgezeichnetes Isolationsmaterial, wenn es tatsächlich trocken und frei von Schädlingen ist. Man kann es je nach Pflanzenart 10 bis 15 cm hoch aufschütten. Stauden, die sich komplett in den Boden zurückziehen können auch deutlich höher Abgedeckt werden. Es gilt dabei jedoch die Regel, je höher und dichter der Wurzelbereich abgedeckt wurde desto eher muss er im Frühjahr auch wieder gelockert werden. Ein guter Nebeneffekt beim Laub ist das Auffüllen der Nährstoffvorräte im Boden während es mit der Zeit verrottet.

Nadelholzreisig und zwar speziell Fichtenreisig ist besonders gut geeignet als Kälteisolation. Die dicht stehenden Nadeln sind zwar luftdurchlässig, halten aber dennoch die Kälte fern und dadurch, dass die Nadeln im Spätwinter anfangen langsam abzufallen, kommen im Frühjahr dann gleich ausreichend Licht und Luft an den Boden.

Desweiteren eignen sich Rindenmulch und Kompost als Abdeckungsmaterial. Beides kann jedoch wuchshemmend wirken auf junge Pflanzen und sollte deswegen nur bei erwachsenen Pflanzen verwendet werden. Als Kälteschutz eignen sich diese Materialien dennoch hervorragend.

Winterschutz für oberirdische Pflanzenteile

Die oberirdischen Pflanzenteile sollten zum einen vor der Kälte und damit dem Erfrieren geschützt werden, aber auch vor der intensiven Wintersonne. Manche Materialien erfüllen sogar beide Anforderungen.

Am bekanntesten ist das Einwickeln der ganzen Pflanze mit Tüchern, Jutegewebe oder speziellen Winterschutzvliesen. Folien sind nicht geeignet wegen der Luft- und Wasserundurchlässigkeit ausser man verwendet gelochte oder geschlitzte Folie. Diese hat jedoch einen geringeren Isolationsschutz und ist somit auch nur bedingt geeignet. Eine weitere Möglichkeit ist wiederum die Verwendung von Fichtenreisig. Die geschnittenen Fichtenzweige können entweder um kleinere Sträucher, Rosen oder Stauden herum in den Boden gesteckt werden und/oder zwischen die Triebe gebunden werden. Der Vorteil: Es sieht auch noch schön und weihnachtlich aus.

Größere Pflanzen können ebenfalls mit Sackleinen, Jute oder auch Bast- und Schilfmatten umwickelt werden. Im Zweifelsfall ist es eventuell leichter, mit Hilfer langer Stangen oder Latten eine Art Gerüst oder Zeltkonstruktion um die Pflanze zu bauen und diese mit Stoffbahnen zu umwickeln.

Empfindliche Jungpflanzen lassen sich sehr gut schützen, indem man einen Hasendraht um sie herum aufstellt und diesen mit trockenem und sauberen Herbstlaub auffüllt, so dass die Jungpflanze komplett darin verschwindet.

Große Gräserhorste wie die von Pampasgras und säulenförmige Gehölze sollten oben locker zusammengebunden werden. Dadurch wird der Neuaustrieb in der Mitte der Gräserhorste gegen Kälte und Vernässung geschützt. Bei säulenförmigen Gehölzen hilft diese Maßnahme gegen das Herunterdrücken der Zweige bei starken Schneefällen. Deswegen sollte man Hecken und freistehende Sträucher auch immer wieder kontrollieren bei starken Schneefällen, denn Schnee kann schnell viel Gewicht entwickeln und dadurch Äste und Zweige brechen lassen. Eventuell ist es ratsam, die Pflanzen durch abschütteln oder mit dem Besen abkehren, von der Schneelast zu befreien.

Ein besonderes Augenmerk muß auf die Veredelungsstellen von Pflanzen gelegt werden. Diese sind empfindlich und benötigen besonders sorgfältigen Schutz. Rosen und Clematis sowie einige andere Pflanzen werden um ihren Fuß herum etwa 10 bis 15 cm hoch angehäufelt mit isolierenden Materialien wie zuvor beschrieben.

Ist der Winterschutz einmal angebracht, sollte man ihn regelmäßig kontrollieren. Es wäre zu Schade, wenn durch den Wind etwas unbemerkt kaput gemacht wird und die entsprechende Pflanze dann doch Schaden nimmt. Schneefreier Frost ist für die Pflanzen sehr viel kälter als wenn sie durch eine dichte Schneedecke geschützt werden, die tatsächlich auch isolierend wirken kann. In solchen Nächten muss der Winterschutz bei sehr empfindlichen Pflanzen sogar erhöht werden.

Erhöhte Kontrolle sollte auch im späten Winter durchgeführt werden, denn der Winterschutz muss spätestens dann gelockert und entfernt werden, wenn sich erste Neuaustriebe zeigen. Reine Schattierungsmaßnahmen können noch bis ins Frühjahr an Ort und Stelle verbleiben.

Interessante Webseiten zum Thema: “Pflanzen überwintern”

Sehr umfangreich, mit einem Spektrum von praktischen Anleitungen wie besondere Pflanzenarten am besten Überwintert werden bis hin zu Anleitungen wie am besten Obst und Gemüse eingelagert werden sollte, um es möglichst lange haltbar und lagerungsfähig zu erhalten. Diese Informationen sind in ansprechender Art und Weise dargestellt auf der Webseite: Pflanzen überwintern.de

21.Juni – langersehnter Sommeranfang: Mitsommernacht, Sommersonnenwende, St. Johannes-Nacht

Besonders in diesem Jahr mit seinem langen Winter und extrem kalten Frühling ist er besonders sehnlichst erwartet:

Der Sommer!!

Auf der nördlichen Hemisphäre beginnt der Sommer mit der Sommersonnenwende am 21.Juni eines jeden Jahres. Dies ist der Tag mit dem längsten Tag und der kürzesten Nacht. Die Sonne steht direkt über dem nördlichen Polarkreis und hat damit ihren nördlichsten Punkt erreicht bevor sie sich wieder auf die Reise begiebt in Richtung Äquator.
Direkt am nördlichen Polarkreis geht an diesem Tag die Sonne garnicht unter.Man nennt dort diesen Tag auch Polartag. Die sogenannte Mitternachtssonne sinkt herab auf den Horizont und steigt wieder auf, statt wie normalerweise am Horizont unterzugehen. Es wird also nie richtig dunkel, weswegen dieses Phänomen auch als “Weiße Nacht” bekannt ist.

Sonnenuntergang

Je nördlicher man sich vom nördlichen Polarkreis aus gesehen begibt desto mehr “Weiße Nächte” kann man im Polargebiet erleben. Dort wird es an einigen Orten oft wochenlang nicht richtig dunkel. Die Umkehrung findet natürlich ebenso im Winter statt, in dem es genauso wochenlang nicht hell wird.

Diese starke Beeinflussung des Lebens durch die Sonne mit Helligkeit und Dunkelheit erklärt, warum die Sommersonnenwende als Fest an Bedeutung zunimmt je nördlicher man lebt. In Skandinavien, dem Baltikum und Finnland ist dieses Fest deswegen ein sehr bedeutender Feiertag, der teilweise gleichzusetzen ist mit unserem Weihnachtsfest.

Geschichte und Mythos der Sommersonnenwende

Die Sommersonnenwende ist ein sehr altes Fest heidnischen Ursprungs wie alle Sonnenfeste, da der Mensch im Laufe seiner Entwicklungsgeschichte schon immer in starker Abhängigkeit vom Sonnenkreislauf stand. Da die Unterschiede zwischen Sommer und Winter im hohen Norden Europas am kontrastreichsten sind, hat das Fest vor allem seine Wurzeln in den keltischen und germanischen Traditionen.

Die Kelten feierten dieses Fest gleich mehrere Tage lang zu Ehren der Erdenmutter, da es sich um die schönste Zeit im Jahr handelte, denn das Wetter war meist warm und angenehm und die Natur präsentierte sich in ihrer ganzen Pracht und Üppigkeit. Erstes Gemüse war schon reif und die kommende Ernte im Wachsen. Man sagte auch die Erdgöttin sei gerade schwanger mit den Früchten der Erde. Deswegen ist es nicht weiter verwunderlich, das die Festlichkeiten sehr lebendig, lustvoll und ekstatisch begangen wurden. Man tanzte trancegleich nackt und nur geschmückt mit Blumen und grünen Zweigen nächtelang um lodernde Feuer und huldigte so der Fruchtbarkeit der Erde. Selbsgebrautes Starkbier mit aphrodisierenden und halluzinogenen Kräutern angereichert wurde getrunken, so dass nicht verwunderlich ist, dass die Tänzer in wilde ekstatische Tänze verfielen, die man später in christlicher Zeit als Veits-Tanz bezeichnete. Alles in allem ein Fest also der überschäumenden Freude, Lebendigkeit und Fruchtbarkeit, an dem der Mensch den Göttern nahe kommen konnte.
Die Kräuter, die traditionell sowohl für das Getränk als auch für den Körperschmuck verwendet wurden, sollen folgende sein:

  • Johanniskraut (Hypericum perforatum)
  • Beifuß (Artemisia vulgaris)
  • Eisenkraut (Verbena officinalis)
  • Kamille (Matricaria chamomilla)
  • Holunderblüten (Sambucus nigra)
  • Schafgarbe (Achillea millefolium)
  • Gundelrebe (Glechoma hederacea)
  • Blutwurz (Potentilla erecta)
  • Bärlapp (Lycopodium bisdepuratum)
  • Arnika (Arnica montana)
  • Ringelblume (Calendula officinalis)
  • Königskerze (Verbascum in Arten)
  • Kümmel (Carum carvi)

Andere Kulturen wie beispielsweise die germanische verehrten an diesem Tag mehr den Sonnengott oder zum Teil auch die Sonnengöttin, die an diesem Tag häufig durch Köpfen rituell ermordet werden, um in eine andere Daseinsform überzugehen oder anders ausgedrückt der Gott der Jahreszeiten stirbt auf dem Höhepunkt seiner Macht und der Kreislauf kann neu beginnen.

Mit der Christianisierung Europas waren die heidnischen und wilden Gebräuche nicht mehr geduldet. Da Johannes der Täufer aber an einem 24,Juni geboren wurde, verwendete man Bestanteile des ursprünglichen Sonnenwendfestes, um ein neues christliches Fest zu begründen, dass die heidnischen Rituale verdrängen sollte. Erhalten geblieben ist seit Urzeiten das Feuer, das in unserem Kulturraum eher als Johanni-Feuer bekannt ist. Dieses wird traditionell auf hohen Bergen entzündet zum einen als Symbol fürdie Sonne stellvertretend für Christus und zum anderen als Schutzfeuer, das böse Dämonen, Krankheiten, mißgebildete Kinder und Hagelschaden fern halten soll. Zu diesem Zweck verbrannte man vielerorts symbolisch Strohpuppen im Feuer.

Während der Zeit des Nationalsozialismus in Deutschland hat man sich einiger alter germanischer Gebräuche bedient und diese mißbraucht, indem die Sonnenwendfeste zu offiziellen Feiertagen erhoben und mit den Ideologien des Nationalsoziolismus gespickt wurden. Deswegen ruft das Sonnenwendfest noch oft einen bitteren Beigeschmack bei vielen Menschen hervor und hat oft einen schlechten Ruf.

Sommersonnenwende heute

Was bleibt also übrig von diesem alten Brauchtum? Der längste Tag im Jahr ist auch heute noch ein wirklich guter Grund zum Feiern, auch wenn ein bißchen Wehmut mitspielt, da klar ist, dass die Nächte ab dann wieder länger werden und einen ersten Hauch des Winters ankündigen. Umso dringender muß die kurze Zeit des unbeschwerten Sommers genossen werden.

Geblieben ist unausweichlich das Schüren und Umtanzen eines Feuers als Element, dass in allen Kulturen wie ein roter Faden vorhanden ist. Geblieben ist auch das Anfertigen von Blumenschmuck aus Kräutern und grünen Zweigen in unterschiedlichster Form, sei es als Johanniskrone oder schlicht als Kränze im Haar der Mädchen. Es gibt Orte, an denen spezielles Bier gebraut wird, doch meistens wird es wohl eher gekauft und reichlich konsumiert. Der schwedische Brauch, die ersten frischen Kartoffeln mit Hering, Sauerrahm und Schnittlauch zubereitet sowie als Nachtisch frische Erdbeeren mit Sahne zu reichen, durchweicht mancherorts die heimischen Gebräuche.

Eine weitere schöne Tradition aus Schweden für junge, unverheiratete Mädchen ist das Sammeln von sieben verschiedenen Wildkräutern von sieben verschiedenen Wiesen in der Nacht der Sommersonnenwende. Diese werden unter das Kopfkissen gelegt. Hat man das Sammeln schweigend und in aller Stille vollzogen, so wird man in der Nacht von seinem zukünftigen Ehemann träumen. Das Geheimnis des Namens darf jedoch auf gar keinen Fall geteilt werden, sonst geht die Verbindung nicht in Erfüllung.

Zu guter letzt noch ein Tip für den Gärtner:
Tatsächlich sind die Tage rund um den Sommeranfang sehr gut geeignet für das erste Ernten vieler Kräuter. Diese stehen zum Teil noch vor der Blüte und sind jetzt besonders stark angereichert mit wertvollen ätherischen Ölen und anderen wichtigen Geschmacksstoffen.

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Berta Rausch am 11. Juni 2010 in Allgemein, Brauchtum & Rituale, Jahreszeiten

Lexikon der Folien und Vliese
Was ist wofür und wird wie verwendet

Momentan ist wiedermal der Zeitpunkt, an dem ich vermehrt über die verschiedensten Folien und Vliese stolpere, die man angeblich alle im Garten dringend benötigt.
Mittlerweile ist die Auswahl so vielfältig geworden, dass mir Sinn, Zweck und vor allem der Unterschied untereinander oft nicht mehr so klar ist.
Deswegen habe ich mich nun auf das Thema gestürzt, um den Durchblick zu erhalten.

Tomatenhaus Foliengewächshaus Verfrühungsfolie Schattierungsgewebe


Welchen Zweck erfüllen Folien & Vliese

  1. Man kann entsprechende Produkte zur Wachstumsbeschleunigung, Ernteverfrühung und Kulturzeitverlängerung einsetzen. Durch das Abdecken entwickelt sich unter der Folie eine höhere Temperatur und eine höhere Luftfeuchtigkeit. Beides fördert das Wachstum von Jungpflanzen. Durch Einsatz von Abdeckfolien läßt sich die Ernte um bis zu drei Wochen verfrühen, durch Unterlegen schwarzer Mulchfolie um bis zu zwei Wochen. Insbesondere für frühe Gemüsearten und Kräuter lohnt sich die Anwendung von Folien und Vliesen.
  2. Spezielle Folien und Vliese wurden entwickelt zum Schutz von Gemüse- und Zierpflanzen vor Kälte oder Frost.
  3. Man kann Folien als Eindeckungsmaterial für Gewächshäuser verwenden.
  4. Folien werden zur Abdichtung von Teichgruben und Wasserläufen benutzt.
  5. Es gibt sogenannte Mulchfolien, die auf dem Boden ausgelegt werden können, um das Unkrautwachstum zu Unterdrücken, die Bodenerwärmung zu fördern und die Feuchtigkeit länger im Boden zu halten.


Welche Folien und Vliese eignen sich für welchen Zweck

Bei der Herstellung von Folien für den Garten wird tatsächlich etwas mehr auf Inhaltsstoffe und auch Abbaustoffe geachtet wie bei den meisten herkömmlichen Folien und Vliesen, die man so im Baumarkt findet.
Es ist demnach empfehlenswert auch auf diese zurückzugreifen, wenn man ein wenig ökologisches Bewußtsein an den Tag legen möchte und dass sollte nun wirklich an vorderster Stelle für einen Gärtner stehen.
Grundsätzlich bestehen die Produkte aus Polyethylen (PE) oder Polyvinylchlorid (PVC). Diese beiden Materialien untescheiden sich in zwei wesentlichen Punkten.

  • PVC-Folien:
    Dieses Material ist sehr widerstandsfähig gegen UV-Strahlung und andere Witterungseinflüsse. Sie haben dadurch eine deutliche längere Haltbarkeit. Dafür enthalten sie chlorierte Kohlenwasserstoffe, die bei der üblichen Entsorgung der Folien die Umwelt belasten.
  • PE-Folien:
    Dieses Material wird unter andauernder Sonnenbestrahlung recht schnell brüchig und spröde. Es gibt jedoch UV-stabilisierte Varianten, die insgesamt stabiler sind, aber auch deutlich teurer. Dafür lassen sie sich fast rückstandsfrei entsorgen oder sogar recht gut recyclen.



…und dies bietet der Markt:

  1. Folien zur Ernteverfrühung

    Hierfür benötigt man entweder ein transparentes und damit lichtdurchlässiges Material als Abdeckung oder ein schwarzes, welches unter die Pflanzen kommt und die Bodenerwärmung fördert. Bei den transparenten Folien handelt es sich meistens um PE-Folien mit einer Stärke von 0,5 mm. Diese können sowohl flach über dem Beet mit der Saat ausgebreitet werden und tragen dann die Bezeichnung Flachfolien oder mit Hilfe von Drahtbügeln als Folientunnel über die Beete gespannt werden.

    • ungelochte Folien:
      eignen sich nur für die kurzfristige Abdeckung, da sie weder Luft noch Wasser hindurchlassen. Man muß sie also regelmäßig entfernen zum Wässern und Belüften. Außerdem ist die Gefahr von Fäulnis und Schädlingsbefall unter ihnen relativ hoch.
    • Lochfolien:
      haben -wie der Name schon erahnen läßt- gleichmäßig verteilte sehr kleine vorgestanzte Löcher. Diese Löcher ermöglichen eine geringe Zirkulation an Luft und Wasser. Man verwendet sie vor allem als Flachfolien. Günstig sind hier Folien mit 500-1000 Löchern / m², die auf Grund ihrer beschriebenen Eigenschaften ungefähr für 3-5 Wochen über den Pflanzen verbleiben können je nach Größenwachstum des Gemüses.
    • Schlitzfolien:
      Statt Löchern hat diese Folie ca. 30000 sehr feine und dehnbare Schlitze pro m². Diese zunächst geschlossenen Schlitze ermöglichen ein ” mitwachsen” der Folie. Je größer die sich darunter befindlichen Pflanzen werden desto mehr öffnen sich die Schlitze und lassen dadurch auch mehr Wasser und Luft hindurch. Auf Grund dieser Eigenschaften kann diese Folie oft sogar bis zur Ernte auf den Pflanzen belassen werden. Sie ist aber im Gegenzug nicht so haltbar wie die Lochfolie.
    • Vlies:
      Darunter versteht man ein sehr leichtes und feines Gewebe aus Polyethylen (PE) oder auch Polypropylen (PP). Es läßt Wasser und Luft wunderbar zirkulieren, so dass man es ebensolange auf den Pflanzen belassen kann wie die Schlitzfolie vorrausgesetzt, man hat beim Verlegen genügend Dehnungsreserve an den Seiten vorgesehen. Zusätzlich zur Ernteverfrühung können Vliese auch als Schutz gegen Gemüsefliegen eingesetzt werden.
    • Mulchfolien:
      Schwarz gefärbte PE-Folie wird auf dem Boden ausgebreitet. Dort, wo Pflanzen gesetzt oder gesät werden sollen, werden Löcher oder Schlitze geschnitten. Man verwendet diese Methode vor allem bei wärmebedürftigen Gemüsen wie Paprika, Gurke oder Erdbeere. Zusätzlich zur Förderung der Erwärmung des Bodens und der bodennahen Luftschicht, unterdrückt die Folie das Unkrautwachstum und verhindert das Verschmutzen der Früchte. Der Nachteil der Folie gegenüber des Mulchvlies ist das Gießen und Düngen, das nur über die Löcher und Schlitze in der Folie vorgenommen werden kann.
    • Mulchvlies:
      Funktioniert nach dem gleichen Prinzip wie die Mulchfolie. Das schwarz eingefärbte Vlies ist jedoch durchlässig für Wasser und Luft, was das Gießen erleichtert und vor Schädlingsbefall und Fäulnis schützt. Dafür findet jedoch auch deutlich weniger Bodenerwärmung statt.

  2. Folien als Kälteschutz

    Folien und Vliese tragen zwar sehr schnell zur Bodenerwärmung bei und können somit auch bodennahe Pflanzen beziehungsweise die Wurzeln vor Kälte schützen, Frost können sie aber nur bedingt abhalten. Pflanzen, die nicht winterhart sind, müssen also bei Frostgefahr an einen frostfreien Ort umgezogen werden.

    • ungelochte Folien:
      Eignen sich am besten zum Schutz vor Kälte, da sie keine Luft entweichen lassen. Da die Sonne aber im Herbst und im Frühjahr durchaus große Kraft entwickeln kann, besteht dann ganz schnell die Gefahr der Überhitzung. Dadurch wird ein sehr gutes Klima für Pilzkulturen jeglicher Art gefördert. Man sollte Folien also nur kurzfristig als Frostschutzabdeckung verwenden.
    • Vlies:
      eignet sich besser für den dauerhaften Kälteschutz, da es zum einen luftdurchlässig ist und dadurch ein besseres Klima fördert. Das im Gewebe festgehaltene Wasser kann im gefrorenen Zustand sogar noch zusätzlich als isolierende Schicht begünstigend wirken, so dass meistens ein Schutz der oberirdischen Pflanzenteile bis zu -5°C gewährleistet wird.
    • Luftpolster- oder Noppenfolien:
      sind besonders gut isolierend durch die Lufteinschlüsse in den Noppen. Deswegen wird sie sehr gerne als Ergänzung zur Wärmedämmung im Frühbeet und Gewächshaus hergenommen beziehungsweise zum Winterschutz von Töpfen bei im Freien überwinternden Pflanzen. Aber auf jeden Fall beachten, dass diese Folie auch weder Wasser noch Luft durchläßt und damit Pilbefall gefördert werden kann.

  3. Folien zur Abdeckung von Gewächshäusern

    • Gitterfolie:
      ist eine PE-Folie, die durch eine Gitternetzeinlage verstärkt wurde. Man nennt sie deswegen auch gelegentlich Drahtfolie. Diese Folienart wird auf Grund ihrer Widerstandsfähigkeit gerne für Tomatenhäuser, und Frühbeetfenster verwendet.
    • ungelochte Folie:
      wie schon zuvor erwähnt, läßt sie sich wunderbar über Drahtbügeln als Abdeckung in Form von Folientunneln verwenden. Diese gibt es in einer niedrigen Variante von nur 50 cm Höhe bis hin zu begehbaren Exemplaren, die wie ein Gewächshaus funktionieren.

  4. Teichfolien

    Folien, die für die Anlage von Gartenteichen verwendet werden, müssen sehr hohen Anforderungen gerecht werden, da sie über einen langen Zeitraum dehn- und reißfest bleiben müssen sowie verrottungsbeständig, wurzelfest, witterungsbeständig und unschädlich für Pflanzen und Tiere. Die üblichen Folienstärken liegen bei 0,5 bis 1,5 cm je nach Größe des Teichs und des daraus resultierenden Wassergewichts gibt es auch dickere Folien. Man sollte nur solche verwenden, auf die der Hersteller eine Garantie von mindestens 10 Jahren gewährt.

    • PE-Folie:
    • PVC-Folie:
    • Kautschuk-Folie:

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Berta Rausch am 25. März 2010 in Allgemein, Gartenarbeit, Jahreszeiten