Archiv der Kategorie ‘Gartengestaltung‘

Hortensien – unkomplizierte, herbe Schönheiten für jeden Garten

Die Hortensie (Hydrangea) ist eine sehr weit verbreitete Pflanze in den europäischen Gärten.
Man bezeichnet sie gerne als Blühpflanze, die romantisches Flair im Garten erzeugt.
Tatsächlich fallen Hortensien im breiten Zierpflanzenangebot zunächst garnicht so stark auf, doch lohnt sich die nähere Beschäftigung mit dieser Zierpflanze sehr, da sie den Garten so stimmungsvoll prägt und dabei sehr unkompliziert und pflegeleicht auftritt.

Gartenhortensie pink Hortensien blau
Schneeballhortensie 'Annabelle' Gartenhortensie
Bauernhortensie Hortensie weiß
Kletterhortensie Tellerhortensie

Hortensien gefallen vom Frühling bis in den Winter. Der berühmte Staudengärtner Karl Foerster schrieb beispielsweise über die Hortensie:„Keine Blume stirbt schöner…“.
Tatsächlich kann ich mich garnicht entscheiden, wann mir der Blütenstand am besten gefällt. Letztenendes muss ich Herrn Foerster jedoch Recht geben, denn nichts verzaubert mein Herz mehr wie die vielfältigen vermuschelten Farben der trocknenden Hortensienblüte im Herbst.
Obwohl man mit der Hortensie die großen manchmall mannshohen Blütenhecken in Südengland oder der Bretagne verbindet, stammt diese Pflanze ursprünglich aus dem ostasiatischen Raum.
Nur wenige Arten kommen auch aus Südostasien und Nord- und Südamerika und den Azoren. Insgesamt umfasst die Gattung Hydrangea 70-80 Arten weltweit.
Der ganz überwiegende Teil der Arten wächst als Unterbewuchs in Wäldern.

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Gotthilf Rausch am 28. April 2014 in Allgemein, Fauna & Flora, Gartengestaltung

Gartentrends 2012 – back to the roots !


Der Trend der letzten Jahr setzt sich fort und wird zu einer Art Volksbewegung und neuer Geisteshaltung. Das Stichwort ist Urban Gardening.

Worum geht es beim Urban Gardening?

Keimzelle dieser Bewegung sind die grossen Moloche dieser Welt. Größstädte, die laut und stinkend sind und dem Menschen eigentlich kaum Platz zum Atmen und Menschsein bieten. Genau an diesen künstlichen Orten, bricht sich das uralte Bedürfnis des Menschen seine Bahn, ein natürliches Wesen zu sein, das die Zeit spüren möchte mit dem wechsel der Jahreszeiten und dem schwinden und wiederkommen des Lichts, das die Erde spüren muss, um gesund und aufrecht durchs Leben zu gehen und das eingebettet sein will in den Kreislauf des Lebens, dem Wachsen und Vergehen.
Aus diesem Grund sprießen an den unwirtlichsten und häßlichsten Orten wie vermülltem Brachland plötzlich Gemeinschaftsgärten aus dem Boden wie die Pilze bei feuchtwarmen Wetter. Aus allem, was man bekommen kann entstehen grüne Oasen inmitten der Stadt. Aus alten Paletten und Plastikkisten entstehen kreative Hochbeete, Kräuter, Obst und Gemüse finden ein neues Zuhause in ausgediehnten Kunststoffsäcken, alten Pet-Verpackungen und das ganze sieht auch noch gut aus.

Prinzessinnengarten Prinzessinnengarten
Prinzessinnengarten Prinzessinnengarten
Prinzessinnengarten Keimzelle
Keimzelle Keimzelle

Die Großstädter – ob klein oder groß, jung oder alt- machen es vor. Sie sind mittlerweile Fachleute für eine gesunde Vielfalt unter den Gemüsesorten, wissen wie richtig kompostiert wird und welche Pflanze gerne welchen Nachbarn haben möchte, damit sie sich auch wohlfühlen kann.
Kurz gesagt: Aus dem „Urban Gardening“ entsteht nun endlich ein Trend für die Gartenkultur im allgemeinen. Auch bei den Menschen, die sich über einen eigenen Garten, Balkon oder Terrasse erfreuen können, findet ein deutliches Umdenken statt. Vorbei sind die Tage der reinen Ziergärten, die zwar wunderschön aussehen, leider aber keinen Nutzwert mehr hatten.
Wer jetzt ‚in‘ sein will, der bepflanzt seine Balkonkästen mit Kräutern, Salat und Erdbeeren. Im Garten wird an den sonnigsten Plätzen wieder Platz geschaffen für den Anbau von Obst und Gemüse. Soll es trotzdem noch schön aussehen, so können diese Beete nach alter Bauerngartentradition mit kleinen Buchsbaum- oder Kräuterhecken eingefasst werden. Diese verbessern das Kleinklima für das Beet indem sie vor Wind und Wetter schützen und haben einen hohen Zierwert.
Auch Einfassungen aus geflochtenen Weiden wirken sehr ansprechend und können in Verbindung mit dem Anlegen eines Mistbeets besonders frühe und üppige Erträge fördern.
Eine weitere sehr praktische Möglichkeit des Gemüseanbaus sind Hochbeete.Werden sie aus einem schönen Holz oder gar aus Natursteinen gebaut, so sehen sie sehr gut aus und ermöglichen den rückenschonenden Anbau von Gemüse. Ganz schnell kann man Hochbeete zum Kleingewächshaus, Frühbeet oder zum Tomatenhaus umbauen.


externer Link: –> Wunderschöne und sehr funktionelle Hochbeete in Handarbeit liebevoll gefertigt gibt es bei Gartenfrosch. Möchte man nicht selber bauen, so sind diese Hochbeete absolut empfehlenswert.


Immer häufiger sieht man jedoch jetzt auch den kleinen Gemüseanbau am Fensterbrett und ich muss sagen, ich bin sehr erstaunt, was sich dort tatsächlich bei richtiger Pflege ernten lässt.

Tomaten-Fenster Gemüsefenster Erdbeeren im Pflanzbeutel
Lassen Sie sich vom neuen Gartentrend ispirieren und machen Sie mit. Nichts schmeckt besser wie selbst geerntete Tomaten oder Erdbeeren und beides lässt sich auf kleinstem Raum anbauen.
Sollten Sie noch ein paar Anregungen für den richtigen Ort benötigen, so sollten Sie einen kurzen Blick auf die folgende Webseite werfen:
–> www.stadt-gemuese.de

Vertikale Erdbeeren- Süße Versuchung auf Balkon, Terrasse & beim Verlassen des Hauses

Stichworte wie vertikale Gärten, vertikales Gemüse oder in dem Zusammenhang Gemüseanbau und Selbstversorgung in der Großstadt geistern immer mehr durch Presse und Medien. Dahinter verbergen sich unglaublich tolle Ideen zum Thema Gemüse- und Gartenbau aber auch zur Verbesserung der Lebensqualität in der Stadt.
Die Kultivierung von Pflanzen in der Vertikalen, eröffnet dem Hobbygärtner eine komplett neue Dimension. Der Garten wird auf einmal trotz gleicher Grundfläche unendlich größer und auch der Großstadtbewohner entdeckt plötzlich Platz für einen eigenen kleinen Garten an der Wand.
hängende ErdbeerenViele Pflanzen vertragen ein Wachstum an der Wand. Der französische Botaniker Patrick Blanc setzt sich seit Jahrzehnten mit diesem Thema auseinander und ist der Urvater der sogenannten „Vertikalen Gärten“. Dieses sind begrünte Fassaden sowohl im Innen- wie auch im Aussenbereich von Gebäuden aller Art. Blanc entwickelte eine Art Fassadenverkleidung bestehend aus einem Bewässerungssystem und vorgespannten Filzmatten, die als Pflanzenmedium funktionieren und verwandelte mit deren Hilfe schon viele Fassaden weltweit in faszinierende lebendige grüne Kunstwerke, die nicht nur die Fassaden verschönern, sondern auch das oftmals schwierige Stadtklima nachhaltig verbessern. Bilder und viele, viele Inspirationen finden Sie dazu auf seiner persönlichen Webseite.
Die Vertikalen Gärten von Patrick Blanc haben mit Sicherheit den Trend ins Rollen gebracht nun auch im privaten Hobbybereich Pflanzen in die Vertikale zu bringen. Hierfür kann man sich Althergebrachtes zu nutze machen oder auch neue Ideen entwickeln.
Zwei Grundprinzipien sind dabei verwendbar:

  1. Die Pflanze wächst in einem Pflanzgefäß an einer Wand
  2. Die Pflanze wächst in einem Pflanzgefäß, das hängt

Als hängendes Pflanzgefäß eignet sich die klassische Blumenampel genauso wie der englische Hanging Basket. Beide Varianten sind nebenbei auch noch dekorativ. Neu auf dem Markt sind hängende Pflanzbeutel oder Plant- bzw. Grow-Bags. Man versteht darunter eine Art Beutel aus stabilem und UV-beständigen Kunststoffgewebe mit einem Henkel zum Aufhängen. Dieser Beutel hat natürlich kleine Drainagelöcher im Bodenbereich, damit überschüssiges Gießwasser ablaufen kann und keine gefürchtete Staunässe verursacht. Desweiteren sind noch kreuzschlitzige Öffnungen in den Seitenwänden zu finden, durch die die gewünschten Pflanzen herauswachsen können. Der Clou solcher Pflanzbeutel ist also, dass man sie nicht nur von oben bepflanzt, sondern auch durch die Öffnungen in den Seitenwänden. Man kann daher mehrere Pflanzen auf ganz kleinen Raum bringen und erhält als Ergebnis eine wunderschöne Pflanzenkugel.
Hängende ErdbeerenHängende Blühpflanzen sind natürlich für diese Pflanzbeutel geeignet, aber tatsächlich fühlen sich auch Nutzpflanzen darin wohl. Erprobt und bewährt haben sich vor allem Tomaten und Erdbeeren. Letztere sehen dazu noch sehr schön aus und können gut mit Blühpflanzen kombiniert werden.
Sie werden garantiert nie an diesen hängenden Naschgärten vorbeigehen können ohne dass eine der köstlichen Früchte ihren Weg in Ihren Mund finden wird und das erstaunliche ist, dass trotzdem genügend Erdbeeren für die Verwendung in der Küche übrig bleiben werden.
Im Grunde genommen eignen sich alle Erdbeersorten für die Bepflanzung von hängenden Pflanzgefäßen. Besonders zu empfehlen sind jedoch spezielle Hänge- oder Monatserdbeeren sowie immertragende Erdbeersorten (Fragaria x ananassa).
Hängeerdbeeren sind eine spezielle Kreuzung der Monatserdbeere, die sich besonders gut für die Bepflanzung hängender Gefäße bewährt hat. Unter Monatserdbeeren versteht man Kulturformen der Walderdbeere (Fragaria vesca). Der Vorteil von Monatserdbeeren ist insgesamt, dass sie während der gesamten Gartensaison Blüten und Früchte bilden, weswegen man ständig ernten kann. Entfernt man bis Mitte Mai fleißig die Blüten an den Pflanzen, so bildet die Pflanze viele Ausläufer, die herabhängen und wiederum Früchte tragen können. Einer Ernte von Mitte Juni bis in den Oktober steht nichts im Wege vorausgesetzt, dass die Bedürfnisse der Erdbeere beachtet werden.
Sie mag einen warmen, sonnigen Platz und benötigt einen nährstoffreichen Boden. Im Sommer kommt man oftmals leider mit dem Gießen nicht hinterher. Stellen Sie sich an heißen Tagen darauf ein, dass mehrmals täglich gegossen werden muss. Ein herkömmlicher Flüssigdünger reicht auf jeden Fall aus für die Nährstoffversorgung. Lieber nicht zu viel düngen da sonst viel zu viele kraftraubende Blüten und Früchte gebildet werden, die dann letzendlich klein bleiben, an Aroma verlieren oder garnicht erst ausreifen. Einige Sorten benötigen eine Befruchtersorte in ihrer Nähe, damit sie überhaupt Früchte bilden können. Informieren Sie sich diesbezüglich auf jeden Fall vor dem Kauf, sonst wird es nichts mit der süßen hängenden Verführung.
Pflanzgefäße, die an der Wand befestigt werden wie Kästen, spezielle Pflanzbeutel, Schalen oder Körbe, können natürlich auch mit Erdbeeren bepflanzt werden und vielen anderen Gemüsepflanzen und Kräutern. Gute Informationen zu diesem Thema bietet die Webseite Stadt-Gemüse.de, auf der Sie auch eine ausführliche Anleitung zum Bepflanzen von hängenden Pflanzgefäßen mit Erdbeeren finden. Ebenfalls zu empfehlen ist der dazugehörige Onlineshop Mein-Gemüse.de, der eine kleine, aber feine Auswahl anbietet zum Thema: „Gemüseanbau auf kleinstem Raum“.

Gartentrends 2011

Wie alles, unterliegen auch die Gartentrends einer Mode, die von vielen Hobbygärtnern als bereichernde Inspiration für ihre eigene Gartengestaltung genutzt werden. Die Trends beziehen die Gartenmöblierung genauso ein, wie die Auswahl der Pflanzen und die eigentliche Gestaltung des Gartens. Dabei geht der Trend im Bereich der Gartenmöbel immer mehr dahin, Materialien zu verwenden, die aus einem nachhaltigen Anbau stammen. Schließlich möchte niemand, dass zum Beispiel in Asien, Regenwälder gerodet werden, nur damit man seinen Garten mit sogenannten hochwertigen Möbeln ausstattet. Alternativen werden mittlerweile von vielen Anbietern in ausreichender Auswahl angeboten.

In Zeiten, wo der Anspruch der Gartenbesitzer vom Funktionellen und einfach Schönen über das Dekorative hinausgewachsen ist, sind Hausbesitzer immer auf der Suche nach dekorativen Pflanzen, die die Terrasse, den Garten, eben das Grundstück auflockern und beleben. Nicht wenige setzen auf punktuelle Highlights im wahrsten Sinne. Das kann eine Solitärpflanze, die alle Blicke auf sich zieht, sein oder einige Pflanzkübel, die mit besonders exotischen Pflanzen die Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Mit diesen Ambitionen stößt man unweigerlich auf Bambuspflanzen, deren Vielfalt und Schönheit sich regelrecht entdecken lässt. Beim Gedanken an Bambus, taucht bei vielen das Bild aus dem Gartencenter mit dem sogenannten Gartenbambus auf. Wer allerdings glaubt, dass sich das Thema Bambus auf diese nicht genau spezifizierten Pflanzen beschränke, der irrt.

BambusWeltweit existieren über 1.300 verschiedene Arten und für unsere Breitengrade eignen sich über 300 Sorten, die auch unserem Winter stand halten und unsere Gärten im Sommer wie im Winter begrünen. Bei der Auswahl von Bambuspflanzen empfiehlt es sich, Rat von einem Fachmann zu einzuholen, der sich mit Bambus gut auskennt. Denn selbstverständlich hat jede Sorte, genau wie alle anderen Pflanzen auch, ganz bestimmte Vorzüge was den Standort und die Zusammensetzung der Pflanzerde sowie die Pflege und Düngung angeht. Ein Bambuskenner kann einem genauestens Auskunft darüber geben, welche Art sich für welchen Zweck am besten eignet. Beispielsweise werden Unterarten der Phyllostachys Arten gerne für die Bepflanzung von Kübeln verwendet, da sie schnell wachsend sind und auf eine Rhyzomschutzfolie verzichtet werden kann, wenn die Pflanze nicht direkt in den Boden gesetzt wird. Mit der richtigen Pflege und einem entsprechenden Standort hat man sofort eine immergrüne Dekoration, von der sich kein Bambus-Freund mehr trennen wird. Nicht wenige sind nach der Entdeckung des Bambus für ihren eigenen Garten der Sammelleidenschaft erlegen, nachdem Sie die Vielfalt an Formen und Farben entdeckt haben. Man stelle sich nur eine Bambusstaude von 3-5 Metern Höhe vor, die schwarze oder gelbe Bambushalme hat. Wer da nicht schwach wird!

Was die Auswahl der Nutzpflanzen angeht, so hat man mittlerweile wieder die „alten Sorten“ neu entdeckt. Viele der alten Gemüsesorten, Kräuter und Obstbäume rücken immer weiter in das Bewusstsein, da sie meist sehr robust und reich an Vitaminen sind. Die Kultivierung des Bodens hat im vergangenen Jahrhundert dazu geführt, sich auf den Anbau weniger Pflanzen zu beschränken. Dabei geriet nicht nur die kostbare Saat in Vergessenheit, sondern beliebte Gemüsesorten veränderten ihr Aussehen und auch die Inhaltsstoffe haben sich im Laufe der Jahrhunderte geändert. Während es früher Möhren in Rot-, Violett- und Schwarztönen gab, findet man heutzutage fast nur noch die „klassische“ orangefarbene Möhre, die eine gezielt Züchtung französischer Landwirte im 19. Jahrhundert gewesen ist. Glücklicherweise taucht heute wieder Saatgut für diese fast vergessenen „wilden Pflanzen“ auf und wer sich eingehend damit beschäftigt, wird auf eine fast unermessliche Auswahl treffen, die die eigene Ernte und Kost um ein vielfaches bereichern.

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Gotthilf Rausch am 17. Januar 2011 in Gartengestaltung, Interessante Gartenseiten

Gartengestaltung:
Wie vom Profi, aber selbst gemacht

Der Winter ist die beste Jahreszeit, um die Planung für einen neuen Garten in Angriff zu nehmen oder um den vorhandenen Garten zu überdenken. Da der Garten sich natürlicherweise immer weiter entwickelt durch das fortschreitende Wachstum der Pflanzen, kann man ihn als einen ewig andauernden Prozess betrachten, in den die Hand des Gärtners immer wieder gestalterisch eingreift.
Auch wenn ein Garten schon seid vielen Jahren existiert, so wird man immer wieder Stellen finden, die man verändern oder verbessern möchte, denn der Garten ist und bleibt ein Kulturgut des Menschen, dass immer wieder neuen Einflüssen und Bedürfnissen ausgesetzt ist und sich dadurch beständig weiterentwickelt.

Zunächst eine Definition des Begriffs: Garten

Traditionell bezeichnet das Wort Garten ein zum Schutz mit einem Zaun oder einer Mauer umfriedetes Stück Land, das für die Kultivierung von Nutz- und Zierpflanzen verwendet wird. Ursprünglich diente der Garten ausschließlich dem Zweck der Ernährung der Familie und war damit ein reiner Nutzgarten, in dem man Gemüse, Obst, Beeren und Kräuter vorfand.
Kensington GardensMit der kulturgeschichtlichen Entwicklung des Menschen veränderte sich zunehmend auch das Bild des Gartens. Der Garten erfüllte dann auch andere Funktionen wie Ort der Repräsentation und der Erholung. Mit der Entdeckerlust enstanden zunehmend botanische Gärten, in denen exotische Pflanzen aus der ganzen Welt gesammelt und gezüchtet wurden. Je nach dem wie das Verhältnis des Menschen zu der Natur gesehen wurde, so entwickelten sich auch neue Gärten.
Heute kennt man vor allem den privaten Hausgarten, botanische Gärten und Parkanlagen, sowie Themengärten, die sich einer bestimmten Pflanzenart widmen (z.B. der Rosengarten) einer bestimmten Stilrichtung (z.B. der barocke Garten) einer Landschaft (z.B. alpine Garten) oder einem künstlerischen, religiösem, spirituellem oder auch therapeutischem Aspekt (z.B.Zen-Garten, Feng-Shui-Garten).
All diese Möglichkeiten können im eigenen Garten genutzt werden. Wer die Wahl hat, hat die Qual. Leider, oder zum Glück, lassen sich aber nicht alle Ideen immer überall umsetzen. Wenn man also seinen eigenen Garten planen möchte, so sollte man erstmal mit einer Bestandsaufnahme beginnen.



Mit Zirkel, Bleistift und Lineal zum neuen Garten

Gartenplan
  1. Nehmen Sie einen Grundriss von Ihrem Haus mit Grundstück zur Hand. Desweiteren benötigen Sie Transparentpapier, Bleistift, farbige Stifte, Lineal, Zirkel und ein Geodreieck. Legen Sie einen Bogen des Transparentpapiers auf den Plan zeichnen sie die Grundstückslinie und den Umriss des Gebäudes einmal durch. Nun haben Sie einen Plan, auf dem Sie Ihre Bestandsaufnahme einzeichnen können. Zur Bestandsaufnahme gehören bereits vorhandene Baulichkeiten wie Zufahrt, Terrasse, Wege, Gartenhaus, Gewächshaus, etc. und schon vorhandene Bepflanzung.
    All diese Elemente sollten maßstabsgerecht eingezeichnet werden. Häufig sind Grundstückspläne im Maßstab 1:100. Dies bedeutet 1 cm auf dem Papier entspricht 100 cm in der Wirklichkeit. Eine Terasse, die tatsächlich 2 x 4 m misst, wird auf dem Papier ein Rechteck von 2 x 4 cm. Zeichnen Sie alle Baulichkeiten mit ihren umrissen ein. Bäume oder Sträucher werden durch einen Kreis dargestellt mit einem Punkt in der Mitte für den Stamm. Hat die Krone eines Apfelbaums einen Durchmesser von 4 Metern, so zeichnet man den Kreis mit einem Durchmesser von 4 cm.
  2. Die Lage des Gartens und der darin befindlichen Elemente zur Himmelsrichtung ist ganz entscheidend wichtig für die Beurteilung der Lichtverhältnisse, der Windeinflüsse und des Kleinklimas. Zusammen mit dem tatsächlichen Klima des Ortes, der Bodenqualität und der Geländeneigung sind dies die wichtigsten Aspekte, die darüber entscheiden werden, welche Bepflanzung und Gartenbereiche an welcher Stelle sinnvoll sind.
    Am besten erstellt man sich einfach von Hand ein paar kleine Diagramme zu diesen Themen. Hierfür legt man wiederum einen Bogen Transparentpapier über seine Bestandsaufnahme und zeichnet darauf von Hand zum Beispiel den Schattenwurf des Gebäudes und der Bestandspflanzen sowie vom Nachbarhaus (wenn vorhanden) mit Hilfe einer farbigen Schraffur. Besonders aussagekräftig wird so eine Zeichnung, wenn man einmal den Schattenwurf zeichnet wie er morgends fällt, dann mi einer anderen Farbe den Schattenwurf mittags und mit einer dritten Farbe den Schattenwurf am Abend. Dadurch erhält man einen sehr guten Überblick darüber, an welchen Orten viel Schatten und viel Sonne zu erwarten sein wird.
    Ähnliche Zeichnungen kann man zum Thema Wind, Lärm, Temperatur, etc. anfertigen.
  3. Nun beginnt der schöne Teil: Erstellen Sie eine Liste all der Elemente, die Sie sich für Ihren Garten wünschen. Gemeint sind Dinge wie Sitzplatz unterm Baum, Schaukel, Kinderspielplatz, Rosenbogen, Obstbäume, Sichtschutzhecke, Blumenbeet, Gemüsebeet, Obstbäume, Ziersträucher, Kompostplatz, Wege, Gartenteich, Feuerstelle, Grillplatz, etc. Der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt. Zunächst einmal dürfen Sie so richtig schwelgen. Oftmals hilft hierbei das Durchblättern von schönen Gartenbüchern und Gartenmagazinen, um den Ideen auf die Sprünge zu helfen.
    Die Ernüchterung folgt auf dem Fuß, denn als nächstes müssen Sie jeden einzelnen Punkt auf Ihrer Liste auf seine Umsetzbarkeit überprüfen. Überlegen Sie genau, ob die Lichtverhältnisse in Ihrem Garten geeignet sind. Rosen, viele mediterrane Kräuter, Gemüsebeet oder ein Gartenteich braucht auf jeden Fall viel Sonne. Desweiteren ist zu bedenken wieviel Pflege Sie später für den Erhalt Ihres Gartens investieren wollen. Blumen- und Gemüsebeete sind sehr pflegeintensiv. Geschnittene Hecken und große Rasenflächen ebenso. Gartenteich und Ziersträucher brauchen dagegen weniger Pflege. Streichen Sie in Ihrer Liste, was nicht möglich erscheint.
  4. Jetzt darf entworfen werden. Nehmen Sie sich wieder ihren Bestandsplan zur Hand und legen Sie los. Zunächst sollte mit Bleistift gezeichnet werden. Später können Sie dem ganzen Bild mit Farbe Leben einhauchen. Man muss für einen Entwurfsplan kein großer Künstler sein, denn es gibt ganz einfache Symbole, die für Hecken, Rasenflächen, Bäume, Strächer, Beete, Wasserfläche, etc stehen und die man auch mit einem Mangel an künstlerischer Begabung durchaus zustande bringt. Achten Sie nur wieder auf den Maßstab.
    Manchmal ist es leichter, sich die Elemente aus buntem Papier auszuschneiden, damit man sie auf dem Plan ganz einfach hin und herschieben kann, um den richtigen Platz zu finden. Am besten beginnt man mit den baulichen Elementen wie Terrasse, Sitzplatz, Wege. Dann beschäftigt man sich mit der Grenzgestaltung. Möglich sind da Zäune, Mauern, Sichtschutzwände sowie Hecken und Wälle. Zu beachten sind in dem Bereich die richtigen Abstände und Höhen zu den Nachbarn. Diese können durch einen Bebauungs- und Grünordnungsplan extra geregelt sein. Für Mauern muß eine Baugenehmigung beantragt werden. Dann folgen Rasenflächen, Bepflanzung für die sonnigen Bereiche sowie Bäume und Sträucher.
    Abschließend sollte unbedingt noch einmal auf einem gesonderten Blatt der Schattenwurf von Bäumen, Sträuchern und Hecken überprüft werden.
    Gartenlegende Gartenlegende
    Gartenlegende Gartenlegende
  5. Steht der endgültige Entwurf, so kann man abschließend den Verlauf von Wasser- und Elektroleitungen festlegen. Gerade für die Gartenbewässerung sollte hier noch einmal gründlich überlegt und nicht gespart werden. Behalten Sie eventuell auch mögliche Änderungen im Auge, die in den folgenden Jahren anstehen könnten. Werden die Kinder größer, so wird eine große Rasenfläche unnötig. Als Umgestaltung bietet sich dann besonders der Gartenteich an. der sicherlich beleuchtet werden soll.
  6. Wenn die grobe Planung fertig ist, geht es an die Feinheiten: Die Auswahl der Pflanzen.
    Viele Aspekte spielen hier eine Rolle. Wie sind natürlich die Lichtverhältnisse und der Boden? Soll ein bestimmtes Thema verwendet werden wie der Bauerngarten, ein blauer, weißer, roter oder bunter Garten? Heimische oder exotische Pflanzen?
    Wie so oft gilt auch hier das Motto: Weniger ist meistens mehr. Man pflanzt nicht das endgültige Bild, das man im Kopf hat, denn Pflanzen wachsen nun einmal und brauchen in den ersten Jahren Platz zum Entfalten. Lassen Sie sich Zeit und legen Sie erstmal die wichtigsten Elemente fest. Es ist immer Schade, wenn man nach wenigen Jahren pflanzen entfernen muss, weil Sie sich gegenseitig zu stark Konkurrenz machen.

Bis zum Frühjahr ist auf jeden Fall noch genügend Zeit, um Ideen zu entwickeln und die Umsetzung vorzubereiten. Möglicherweise kann nicht alles selbst gebaut werden, doch wenn man die richtige Vorarbeit geleistet hat, dann weiß man, was man wirklich will und kann dann gezielt in Verhandlung treten mit dem Landschaftsgärtner, der die Ideen umsetzen soll.

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Berta Rausch am 03. Januar 2011 in Allgemein, Gartengestaltung, Jahreszeiten

Faszination: weiß

Der Winter naht, man erwartet morgens schon langsam den Blick auf weiß überzuckerte Landschaft und mir geistert nichts anderes durch den Kopf wie die Faszination der Farbe weiß in der Natur und natürlich damit auch im eigenen Garten.
Der weiße Garten
Die erste Assoziation zum weißen Garten wird bei Gartenfreunden und -kennern wohl immer der berühmte weiße Garten der Schriftstellerin Vita Sackville-West in Sissinghurst Castle sein, der diesen Begriff im europäischen Kulturraum pägte und bis heute inspiriert. Doch ist der weiße Garten wirklich eine Erfindung dieser passionierten Gärtnerin?
Wohl kaum.
Schaut man sich die Gartenkultur in anderen alten Kulturlandschaften an, so findet man in Indien und Persien weit früher großartige weiße Gärten.

Der Reiz eines rein weiß blühenden Gartens geht auf drei sehr unterschiedliche Ursachen zurück:

  1. weiße RosenWeiße Blüten entwickeln eine faszinierende Leuchtkraft in mondbeschienenen Nächten. Besonders in Vollmondnächten entsteht durch die Reflektion des Lichts eine ganz besondere magische Atmosphäre, die wohl auch Mrs. Sackville-West in ihren Bann gezogen hatte. Sie bezeichnete ihren weißen Garten selbst als blassen Garten. Mit diesem Begriff erklärt sie indirekt, warum vor ihr keiner in Europa auf die Idee eines weißen Gartens kam. Weiße Blüten wurden nämlich bis dahin nur als Beiwerk zu anderen Farben eingesetzt, um diese in Ihrer Wirkung zu unterstützen. Niemand kam auf die Idee, welch zarte, reine und sehr klare Ausstrahlung aus der Kombination von weiß und grün in allen Abstufungen entstehen könnte. Erstaunlicherweise lehnten selbst die imressionistischen Maler weiß als Farbe ab, obwohl sie sich intensiv mit den vielfältigen Spielarten des Lichts auseinandersetzten. Weiß galt dennoch als „Nichtfarbe“. Dabei besteht weißes Licht bekannterweise aus allen Farbspektren des Lichts zusammen. Vielleicht lässt es sich deswegen so wunderbar mit jeder anderen Farbe kombinieren?
    Fazit: Ein besonderer Reiz eines weißen Gartens ist sein Erscheinungsbild in der Nacht.
  2. ZiertabakWeiße Blüten werden bei der Nahrungssuche von Insekten schwerer gefunden wie ihre andersfarbigen Kolleginnen. Aus diesem Grund entwickeln weiße Blüten oft sehr betörende Düfte, um dennoch in der Welt der Insekten konkurrieren zu können. Ein weißer Garten kann also ein ganz besonderer Garten der Düfte werden. Auch hier ist der Reiz wiederum besonders in der Nacht, denkt man an den schweren Duft von weißem Jasmin oder Ziertabak, der erst in der Dunkelheit zur vollen Entfaltung gelangt. Bei der Anlage eines weißen Gartens, sollte man diesen Aspekt auf gar keinem Fall aus dem Auge verlieren und die Pflanzenauswahl darauf abstimmen.
  3. AgapanthusDer letzte Aspekt eines weißen Gartens liegt in der symbolischen und philosophischen Bedeutung der Farbe Weiß. In den meisten großen Religionen ist weiß die Farbe der Götter. Sie symbolisiert Reinheit, Frieden und Weisheit. Tatsächlich hat weiß ja oft genau diese Wirkung auf den Menschen, egal, ob es sich um die Gestaltung von Kleidung, Gebäuden, Räumen oder eben Gärten handelt. Ein weißer Garten lädt zum Verweilen ein. Er befreit den Kopf von lässtigen Gedanken und bietet ihm die Freiheit und Klarheit zum Nachdenken. Er mag etwas zurückhaltend und kühl wirken, besticht aber in seiner Zartheit und überzeugt durch die vielen feinen Farbnuancen, die man der „Nicht-Farbe“ garnicht zutraut.


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Berta Rausch am 05. November 2010 in Allgemein, Gartengestaltung

Rückbesinnung auf ein altes Bedürfnis des Menschen – das Leben mit der Natur

Täusche ich mich, oder mehren sich in den letzten Monaten die Beiträge in den Medien, die indirekt und manchmal auch ganz deutlich davon sprechen, dass bei all dem Fortschritt und der Technisierung unserer Welt, die Sehnsucht des Menschen nach der Natur wächst? Wachsen ist möglicherweise das verkehrte Wort, denn es entsteht vielmehr der Eindruck als ob diese Sehnsucht ein starkes Grundbedürfnis wäre, das sich nun endlich wieder Raum schafft in unserer westlichen Welt.

Auffällig sind die Berichte in Fernsehen, Zeitungen und Internet über vehemente Proteste in der Bevölkerung gegen die Zerstörung des letzten Grüns in Großstädten, über Menschen, die in der Großstadt sehr erfinderisch werden, um eigenes Gemüse anbauen zu können und über Aktivisten, die durch die Städte laufen und auf jedem freien Fleckchen Samen von Pflanzen verstreuen in der Hoffnung, die Stadt wieder lebenswerter und „natürlicher“ zu machen. Alles Projekte, die sich unter dem Begriff Guerilla-Gardening zusammenfassen lassen.

SonnenblumenAlle diese Berichte zeigen in meinen Augen eines ganz genau: Der Mensch braucht die Natur in seiner direkten Nähe, um gesund leben zu können und diese Tatsache muss kein Widerspruch sein zum Leben in einer modernen Großstadt. Der Platz ist zwar äußerst begrenzt, aber die Not macht erfinderisch. Häßliche Verkehrsinseln, vernachlässigte Parkanlagen und vollgekackte Baumscheiben werden zu Sonnenblumenfeldern und Gemüsebeeten. Man nutzt brachliegende Grundstücke und gestaltet daraus Stadtteilgärten, in denen die benachbart wohnenden Menschen ihr eigenes Gemüse und Küchenkräuter anbauen können. Ein netter Nebeneffekt: Man lernt seine Nachbarn kennen und es verschönert unansehnliche Orte ungemein.
So betrachtet sieht diese sogenannte „Rückbesinnung zur Natur“ nach einer Mode-Erscheinung aus, die möglicherweise in wenigen Jahren wieder von der Bildfläche verschwunden ist und nur ein nettes Hobby dargestellt hat. Schaut man aber genauer hin, so kann man noch ganz andere Unterströmungen wahrnehmen und diese Zwischentöne spielen eine ganz andere klare Melodie: Arme Menschen werden immer ärmer. Frisches Obst und Gemüse ist auf einmal unerschwinglich, wenn man seinen Job verloren hat und die Aussicht auf einen neuen ind en Sternen steht. Viele der illegalen Gärten in Barcelona entstanden, weil arbeitslose ältere Menschen aus der Not heraus begannen, ihr Gemüse auf fremden Grund anzubauen. Der gute Nebeneffekt des „Beschäftigtseins“ machte die Runde. Körperliche Arbeit draussen und in Gemeinschaft zum Zwecke der Selbstversorgung ist eine gute Therapie, wenn einen die Gesellschaft scheinbar nicht mehr will, weil man durch einen Jüngeren ersetzt wurde oder der Stellenabbau häufig zuerst die älteren Menschen trifft.

externe Links :
—>Guerilla-Gardening kritisch von der Zeit beleuchtet.
—>Urbanacker.net eine Plattform für Menschen, die aktiv gärtnern wollen in Großstädten in Deutschland mit vielen guten Informationen und Adressen zu diesem Thema

Sieht man sich die Links etwas genauer an, so wird man feststellen, dass diese Garten-Bewegung keine Neuerfindung der letzten zwei Jahre ist, sondern schon viel weiter zurückreicht. Erstaunlicherweise ist dieses Thema jetzt dann aber doch auch bei den Gartenbedarfs-Anbietern gelandet, die neuerdings Produkte zu diesem Thema auf den Markt bringen. Die englische Firma Burgon & Ball Ltd., die schon seit 1730 existiert, hat sich mit der ebenso alteingesessenen und renomierten Royal Horticultural Society zusammengetan und ein System entwickelt, mit dem man einen kleinen Gemüsegarten anlegen kann auf nur 10 m² Fläche, der zwei Erwachsene täglich mit frischem Obst und Gemüse versorgen kann. Dieses System besteht aus Pflanzbeuteln, die wie Hochbeete jederzeit und überall auf die Erde gestellt werden können. Man befüllt sie mit entsprechender Erde und kann sofort mit der Aussaat beginnen. Dazu wird ein fertiger Pflanzplan angeboten, mit dessen Hilfe das Projekt tatsächlich auch für ungeübte Gärtner sofort gelingen kann. Eine geniale Idee, über die ich auf folgender Seite gestoßen bin in einem Artikel über dieses Produkt.

Der Schmetterling (Lepidoptera)
– das schönste Flatterding im Garten

Admiral

Einen Schmetterling
– so zierlich schön –
habe ich heute
in unserem Garten gesehen.

Pfauenauge
Kleiner Fuchs

Er flatterte
auf und ab
und brachte alles
um sich herum auf Trab.

Admiral
Diestelfalter

Ich wollte ihn fangen,
doch nein – er war so klein,
und seine bunten Flügel
waren wie Sonnenschein.

Trauermantel
Pfauenauge

Da flatterte er daher,
ganz leicht im Wind,
und die Zeit flog mit ihm fort,
so ganz geschwind.

Diestelfalter

Seitdem der Schmetterlingsstrauch (Buddleja davidii oder alternifolia) in voller Blüte dasteht, fallen sie einem wieder vermehrt ins Auge, die Schmetterlinge (Lepidoptera).
Den meisten Menschen sind vor allem die Tagfalter ein Begriff wie Pfauenauge, Admiral, Kohlweißling, etc., die tagsüber auf Nahrungssuche gehen und in vielen Fällen als wunderschöne buntgemusterte Flecken durch die Lüfte torkeln.
Schmetterlinge sind dabei nicht nur hübsch anzuschauen. Im Laufe ihres Lebens durchlaufen sie verschiedenste Entwicklungsphasen und beeinflussen den Garten jeweils unterschiedlich im positiven und negativen Sinne.

Die Metamorphose des Schmetterlings

Schmetterlinge stellen eine eigene Ordnung dar in der Gruppe der Insekten. In Europa sind ca. 3000 Arten bekannt. Dies mag einem zunächst viel erscheinen, wenn man kurz inne hält und die Arten aufzählt, die einem sofort in den Sinn kommen. Doch darf man nicht vergessen, dass die Gruppe der Schmetterlinge sowohl Tagfalter als auch Nachtfalter umfasst, welche uns besser bekannt sind als Motten.
Diese erste Einteilung geschieht durch die Tageszeit, während der der entsprechende Schmetterling auf Nahrungssuche geht.
Damit ist das Pferd jedoch von hinten aufgezäumt, denn der fertige Falter ist das Endstadium des Schmetterlings, der sogenannte Imago. Beginnen wir also am Anfang der Entwicklung:

  1. In diesem Fall beginnt die Geschichte mit dem Ei. Das Weibchen legt nach der Befruchtung zwischen 20 und 1000 Eier ab, aus denen dann die Raupen schlüpfen. Diese Eier werden je nach Art als ein Gelege oder in Grüppchen an verschiedenen Orten „angeklebt“. Die meisten Raupen schlüpfen schon nach 2-4 Wochen. Es gibt aber auch Schmetterlingsarten, deren Eier überwintern.
  2. Raupe_Kohlweißling Die Raupe ist das Larvenstadium des Schmetterlings und damit auch die Form, in der er das meiste frißt. Genaugenommen tut die Raupe nichts anderes als fressen, wachsen und sich vier- bis fünfmal häuten. Selbsterklärend ist das Larvenstadium damit die schädlichste Zeit in der Entwicklung des Schmetterlings für den Garten, denn er ernährt sich nun von Blättern, Nadeln, Blüten, Samen oder Früchten verschiedener Pflanzen, wobei viele Arten auf bestimmte Pflanzen spezialisiert und angewiesen sind. Genannt sei hier der Kohlweißling, dessen Raupen innerhalb kürzester Zeit einen starken Lochfraß an Kohlblättern bis hin zum Skelettierfraß verursachen können und oftmals auch im Inneren der Kohlköpfe wüten.

  3. Hat die Raupe genug gefressen und ihre Endgröße erreicht, so verpuppt sie sich. Die Puppe ist damit das Ruhestadium des Schmetterlings.Während dieser Puppenruhe verändert sich der Körper des Schmetterlings scheinbar komplett. Die sogenannte Metamorphose findet statt, denn jetzt wird aus der dicken und schwerfälligen Raupe der bunte und leichtflügelige Schmetterling. Die Puppe selbst kann sich kaum bewegen. In den meisten Fällen kann sie nur das Hinterteil leicht bewegen und sich dadurch in eine rollende Bewegung versetzen.
    Um sich vor Fressfeinden in diesem Stadium zu schützen, bleibt ihnen nur die Tarnung oder ein sicheres Versteck. Tatsächlich sehen die Puppen häufig aus wie ein verwelktes Blatt. Ein weiterer Schutzmechanismus, der sehr bekannt sein dürfte, ist das Einspinnen in einen Kokon wie es die Seidenspinner-Raupe vollzieht. Für die Herstellung des Kokons produziert sie einen ca. 500 m langen Faden. Dieser Faden ist das Material, aus dem Seide gesponnen wird. Hierfür wird der Faden maschinell abgewickelt und auf Spulen wieder aufgewickelt in den Seidenplantagen, in denen die Seidenspinner-Raupen extra für diesen Zweck gezüchtet werden.
    Man erkennt das Ende der Puppenzeit häufig an einer Dunklerfärbung der Puppe und am sichtbarwerden der Flügel durch die Puppenhülle hindurch. Das Schlüpfen passiert entweder, indem die Puppe an einigen Stellen aufplatzt oder es ist eine Art Deckel vorhanden, den der Schmetterling von innen aufdrückt. Ist er vollständig geschlüpft, so ist er noch nicht sofort flugtauglich, da sich seine Flügel erst noch entfalten und trocknen müssen.
  4. Der Schmetterling ist fertig, sobald er fliegen kann. Er ist „erwachsen“ geworden. Seine Lebensdauer beträgt ab jetzt je nach Art zwischen einem Tag und 10 Monaten. Ein Tagfalter lebt im Durchschnitt etwa zwei bis drei Wochen. In dieser Zeit darf er das Leben genießen. Er ernährt sich vom Blütennektar, den er mit seinem langen Saugrüssel aufnimmt und bestäubt dabei als ausgezeichneten Nebeneffekt die Pflanzen im Garten. Manche Pflanzen sind sogar komplett auf den Schmetterling bei der Bestäubung angewiesen, da sie so tiefe und enge Blütenkelche bilden wie beispielsweise einige Orchideenarten. Der fertige Schmetterling ist also wieder eher ein Nützling im Garten und kein Schädling wie seine Raupe.
    Letztendlich ist das Ziel des Schmetterlingsdaseins aber nicht die Bestäubung der Pflanzen und auch nicht die Zierde eines jeden Gartens, sondern die Fortpflanzung. So sterben die meisten Schmetterlinge auch direkt nach der Eiablage. Nur wenige Arten können als Schmetterling überwintern. In unseren Breiten macht das nur das Tagpfauenauge, das man immer mal wieder im Winter im Haus herumflatternd findet, weil es durch die Wärme aus seinem Versteck gelockt wurde. Schmetterlinge sind nämlich wechselwarm. Sie werden erst ab einer bestimmten Temperatur aktiv und verfallen bei Kälte in eine Starre. Um sich zu aktivieren nutzen sie entweder die Wärme der Sonnenstrahlen oder sie erwärmen sich durch das Schlagen mit den Flügeln.
  5. Knallige Farben, exotische Muster und lustige Auswüchse

    Was wie eine Beschreibung eines Clowns klingt, sind die Abwehr- und Abschreckmechanismen der Schmetterlinge und ihrer Raupen gegen Fressfeinde und die Eigenschaften, die das menschliche Auge so erfreuen.
    Hier eine kleine Bilderauswahl, um diese Vielfältigkeit zu zeigen:

    Schlehenbürsterspinner Pfauenauge Schwalbenschwanz

    Die Farben und Muster wie beispielsweise die Augen auf den Flügeln des Tagpfauenauges dienen dem Zweck, Vögel oder andere Feinde zu verwirren oder zu erschrecken, indem die Augen von großen Tieren imitiert werden oder sich der Schmetterling tarnt, indem er das Aussehen eines anderen Tieres animmt. Diese Methode verwendet zum Beispiel der Hornissen-Glasflügler. Ein Schmetterling, der einer Hornisse zum Verwechseln ähnlich sieht. Diese Art der Tarnung bezeichnet man auch als Mimikry und wird von vielen Tierarten verwendet.
    Manche Schmetterlingsraupen wählen da jedoch eine deutlich unauffälligere Variante. Sie ähneln in Farbe und Form so sehr kleinen Zweigen, dass man sie für solche hält und nicht als Raupen identifiziert solange sie sich nicht bewegen.

    Wie holt man sich Schmetterlinge in seinen Garten?

    Die natürlichen Lebensräume der Schmetterlinge gehen stetig zurück durch die Ausbreitung des Menschen. Da ist es nicht nur eine schöne, sondern auch eine nützliche Idee, gute Lebensbedingungen für Schmetterlinge im Garten zu schaffen. Im Folgenden soll erklärt werden, welche Lebensbedingungen dies sind:

    • Grundsätzlich ermöglichen sämtliche Elemente eines „Naturgartens“ den Schmetterlingen einen guten Lebensraum. Damit ist gemeint kleine ökologische Inseln oder Nischen zu schaffen mit heimischen Wildpflanzen und vielen Rückzugsmöglichkeiten für Tiere. Wo viele heimische Wildblumen, Kräuter, Unkräuter und natürliche Wildhecken in ausgewogenen Pflanzengesellschaft wachsen dürfen, da werden auch Schmetterlinge und andere seltene Tiere bald zu Hause sein.
    • Bestimmte Pflanzen dienen besonders vielen unterschiedlichen Arten an Schmetterlingsraupen und fertigen Schmetterlingen als Nahrungsquelle. Besonders erwähnenswert sind hier: die Eiche (Quercus in Arten), die Weiden (Salix in Arten), Pappeln (Populus in Arten), Birken (Betula in Arten), der Weißdorn (Crataegus in Arten), die Schlehe (Prunus spinosa), die Hasel (Corylus in Arten), Rosen (Rosa in Arten), Himbeeren (Rubus idaeus) und Brombeeren (Rubus fruticosus), Brennesseln (Urtica in Arten), viele Kräuter und die folgenden Garten-Stauden:
      • Rote Schaf-Garbe (Achillea millefolium und Hybriden)
      • Astern (Aster in Arten und Sorten)
      • Spornblume (Centranthus ruber)
      • Silberkerze (Cimicifuga in arten und Sorten)
      • Nelken (Dianthus in Arten und Sorten)
      • Purpur-Sonnenhut (Echinacea purpurea)
      • Kugeldistel (Echinops in Arten und Sorten)
      • Sonnenbraut (Helenium Hybriden)
      • Garten-Sonnenblume (Helianthus decapetalus ‚Capenoch Star‘
      • Alant (Inula in Arten)
      • Lavendel (Lavandula angustifolia)
      • Blut-Weiderich (Lythrum salicaria)
      • Indiandernessel (Monarda Hybriden)
      • Katzenminze (Nepeta faassenii)
      • Majoran (Origanum in Arten)
      • Garten-Flammenblume (Phlox paniculata-Hybriden)
      • Große Braunelle (Prunella grandiflora)
      • Salbei (Salvia in Arte )
      • Purpur-Fetthenne (Sedum telephium ‚Herbstfreude‘)
    • Der Verzicht auf chemische Spritzmittel gegen Schädlinge ist unerlässlich. Genauso sollte bei den Düngemitteln auf ökologische Verträglichkeit geachtet werden.
    • Besonders in sehr heißen und trockenen Sommern benötigen Schmetterling eine Wasserquelle. Wunderschön wäre natürlich ein naturnah angelegter Gartenteich oder andere Feuchtgebiete wie Sumpf- oder Moorbeete. Letztendlich reicht jedoch auch eine versteckt eingebaute Vogeltränke.

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Berta Rausch am 04. August 2010 in Allgemein, Fauna & Flora, Gartengestaltung