Archiv der Kategorie ‘Gartenarbeit‘

Herbstzeit – Laubzeit

Einen besonders schönen und bei Naturfreunden beliebten Anblick geben im Herbst die in den unterschiedlichsten gelb-, braun- und rottönen verfärbten Blätter, die unter den Bäumen sich zu Haufen ansammeln. Schon tauscht Meister Nachbar seinen Rasenmäher gegen den Laubbläser und hat so auch bis weit in den November hinein Gelegenheit seine Zeitgenossen zu nachtschlaffenden Zeiten effizient aus den Betten zu reissen.

Was unser so beliebter Nahwohner bei dieser Gelegenheit so hingebungsvoll durch die Landschaft pustet, erfüllt für den sachkundigen Gärtner und Pflanzenfreund jedoch einen wichtigen Zweck: Herabgefallenes Laub wärmt empfindliche Pflanzen während der kalten Jahreszeit, schafft eine gesunde Nährstoffgrundlage durch Verrottung und bietet zudem vielen Nützlingen Schutz vor Wind und Wetter.


garten laub und herbst

Hier macht Laub Sinn:

  • Unter Büschen und Bäumen schützt altes Laub das Wurzelwerk vor Kälte.
  • Auch auf im Sommer genutzten Blumen- oder Gemüsebeeten hilft dieser Kälteschutz, zudem schafft< der Verrottungsprozeß Humus, der im nächsten Jahr den Pflanzen zugute kommt.
  • An Zufluchtsorten von erwünschten Gartenbewohner – so zum Beispiel am Brennholzstapel unter denen gerne Igel überwintern.

Was man besser bleiben läßt …

  • Generell: kein krankes Laub (z.B von pilzbefallenen Bäumen) verwenden. Dies fördert nur die Übertragung auf andere Pflanzen.
  • Kein Laub auf dem Rasen lassen. Dieser braucht Licht und wird durch einen Mangel gelb, unansehnlich und stirbt ab.
  • Schon mal an einem feuchten Tag und Laubbelag auf dem Radweg gefahren? Die Überlebenden sind sich einig: Kein Laub auf Fahrbahnen oder dem Fußweg…
  • … was aber lange noch kein Grund ist, seiner Umwelt mit einem Laubbläser auf die Nerven zu gehen. Diese Dinger sind exorbitant laut, geradezu wahnwitzig in Hinblick
    auf den Energieverbrauch und einfach nur idiotisch. Ein Besen tut es auch!

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Gotthilf Rausch am 06. Oktober 2016 in Gartenarbeit

Schwendtage – von der Haselnuss und alten Römern.

Schon mal etwas von den Schwendtagen gehört? Der Begriff bedeutet zusammengefasst soviel wie „verlorenen, verschwendeter Tag“. An solchen Tagen – das wußten schon die Römer (die Alten, nicht die Angestellten im Frankfurter Rathaus) – läßt man besser alles von Wichtigkeit bleiben. Keine Geldgeschäfte, keine Reisen, niemanden heiraten und z.B Operationen besser auf andere Tage verschieben. Sonst geht das angeblich alles schief. Die Öme hatten dafür die netten Begriff „dies atri“ (schwarzer Tag) oder nannten ihn in Ihrer Arroganz auch gerne „ägyptischer Tag“.

Die deutsche Bezeichung Schwendtage kommt hingegen eher aus dem süddeutschen Raum und leitet sich aus dem mittelhochdeutschen Begriff „Swende“ ab, was solche Nettigkeiten wie Vernichtung und Verbannung bedeutet, aber auch – und jetzt wird es für Gärtner interessant – „gerodetes Land“ bedeuten kann.

Schwendtage sind über das ganze Jahr verteilt. Jeder Monat – außer dem Dezember – besitzt eine Handvoll davon. Eine besondere Häufung tritt jedoch im September auf, der eine ganze Reihe dieser Vernichtungstage aufweisen kann.

  • Januar: 2/ 3/ 4/ 18
  • Februar: 3/ 6/ 8/ 16
  • März: 13/ 14/ 15/ 29
  • April: 19
  • Mai: 3/ 10/ 22/ 25
  • Juni: 17/ 30
  • Juli: 19/ 22/ 28
  • August: 1/ 17/ 21/ 22/ 29
  • September: 21/ 22/ 23/ 24/ 25/ 26/ 27/ 28
  • Oktober: 3/ 6/ 11
  • November: 12

schwendtage im garten;
Volksglauben hin, Esoterik her – in den letzten Jahrhunderten haben Landwirte und Landschaftgärtner darauf geschworen, daß Rodungen und Zuschnitte an genau diesen Tage besonders effektiv sein sollen. Klar, in diesem Fall ist es halt ein schwarzer Tag für die betroffenen Bäume und Sträucher. Die Haselnuss z.B zeigt nach einer Kürzung an solchen Tagen deutlich weniger Neigung sofort wieder
loszutreiben und zu entferndendes Wurzelwerk – wer das schon mal gemacht hat, weiß welche Arbeit das ist – läßt sich deutlich leichter aus dem Boden lösen.

Ob da was dran ist? Einbildung oder verborgenes Wissen? Ehrlich gesagt keine Ahnung … in ca. einer Woche kann man das alles ausprobieren.

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Gotthilf Rausch am 15. September 2016 in Brauchtum & Rituale, Fauna & Flora, Gartenarbeit, Jahreszeiten

Stauden teilen – Wann, welche und wie ?

Stauden gehören zu unseren liebsten Pflanzen im Garten, da sie pflegeleicht und anspruchslos sind und uns trotzdem mit üppiger, abwechslungsreicher und farbenfroher Blütenpracht erfreuen.
Damit diese Fülle an Blüten auch über Jahre immer wiederkehrt, müssen Stauden alle paar Jahre geteilt werden, um sie zu verjüngen und ihre Kräfte zu erhalten.
PfingstroseAns das Teilen einer Staude sollte man immer dann denken, wenn ihre Blütekraft nachlässt, sie von innen her verkahlt oder wenn sie sich so stark ausbreitet, dass sie andere benachbarte Pflanzen überwuchert.
Ein weiterer Grund für die Teilung von Stauden kann selbstverständlich auch der Wunsch nach neuen vermehrten Pflanzen dieser speziellen Art sein.
Wie fast immer gibt es für das teilen von Stauden nicht eine einheitliche Regel, denn nicht alle Stauden müssen regelmäßig zum selben Zeitpunkt geteilt werden.
HerbstasternManche Arten brauchen diese Pflegemaßnahme wirklich regelmäßig alle 3-5 Jahre, andere erst nach 10-15 Jahren, manche brauchen sie garnicht und andere wiederum dürfen nicht geteilt werden. Deswegen finden Sie am Ende des Artikels eine Auflistung der gängigsten Staudenartenarten mit ihren entsprechenden Verjüngungsbedürfnissen.

Allgemeine Faustregeln wann welche Staude geteilt wird

  1. Stauden, die im Frühjahr blühen, werden nach der Blüte im Herbst geteilt, da sie für die Blüte alle Reserven verbrauchen und so genügend Zeit haben, neue anzulegen.
  2. Stauden, die im Sommer und Herbst blühen werden im nächsten Frühjahr vor dem ersten Austrieb geteilt. Dieser Zeitpunkt fällt meistens in den März.
  3. Stauden, die Pfahlwurzeln ausbilden, werden garnicht geteilt.


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Gotthilf Rausch am 29. Oktober 2012 in Allgemein, Fauna & Flora, Gartenarbeit, Jahreszeiten

Einfache automatische Bewässerung für das Hochbeet, Balkonbeet & kleine Gemüsebeete im Garten

Die englische Firma AutoPot hat endlich eine Bewässerungslösung für kleine Gemüsebeete auf den Markt gebracht, deren Technik bestechend einfach und deswegen geradezu genial ist.
AquaBox Spyder Die sogenannte AquaBox benötigt weder Strom, Wasseranschluss, Zeitschaltur noch Pumpe und ist damit sehr wirtschaftlich und ökologisch. Mit einem Mikroschlauch wird die AquaBox einfach an eine Regentonne oder ähnliche Wasserbehälter angeschlossen und damit ist eine automatische Wasserversorgung eines Bereichs von ca. 1 m² Beet bis zu zwei Wochen gewährleistet (natürlich abhängig von der Größe der Regentonne).

Das Herzstück der AquaBox-Bewässerungssysteme ist der Wasserverteiler AquaValve, der in die AquaBox integriert ist. Dieser funktioniert mit Hilfe von zwei Schwimmkörpern wie ein automatisches Wasserventil, das sich immer dann öffnet, wenn das Wasser in der AquaBox verbraucht wurde. Der Wasserbehälter muss mindestens 15 cm höher stehen wie die AquaBox, damit ein ausreichender Wasserdruck entsteht, so dass das Wasser bei geöffnetem Ventil automatisch in die AquaBox fließt. Ist ein Wasserstand von ca. 2 cm Höhe in der AquaBox erreicht, sorgt ein Schwimmkörper für das Verschließen des Ventils und der Zufluss wird unterbrochen.
Je nach Modell sorgen zwei oder zwölf Streifen einer Kapillarmatte für die Verteilung des Wassers in den Boden. Bei der AquaBox „Gerade“ führen zwei solcher Kapillarstreifen seitlich aus der AquaBox heraus und in die Erde hinein. Sie eignet sich daher sehr gut für längliche schmale Reihenbeete.
Die zwölf Kapillarstreifen der AquaBox „Spyder“ führen hingegen wie ein Spinnennetz rundherum aus der AquaBox heraus und unter die Erdoberfläche des Beetes. Aus diesem Grund ist dieses Bewässerungssystem sehr gut für runde und quadratische Beete geeignet.

Diese Kapillarstreifen saugen sich automatisch mit Wasser voll, sobald sie damit in Kontakt kommen und geben es an die umgebende Erde ab. Pflanzen wachsen mit Ihren Wurzeln immer in die Richtung, in der am meisten Wasser zur Verfügung steht. Sie nehmen dort soviel Wasser und Nährstoffe auf wie sie benötigen. Deswegen ist das Bewässerungssystem AquaBox so ideal, denn die Pflanzen regeln die Wasserversorgung nach ihren Bedürfnissen und laufen nicht Gefahr, durch Staunässe geschädigt zu werden. Man spart Wasser, da dieses direkt in den Boden gelangt und nicht so schnell verdunstet und läuft nicht Gefahr zu viel oder zu wenig zu gießen. Das folgende Video veranschaulicht noch einmal bildlich das einfache bewässerungsprinzip der Aquabox:



Mehrere Aquaboxen lassen sich ganz einfach aneinander koppeln, so dass auch größere Beete ganz leicht automatisch bewässert werden können. Ist der angeschlossene Wasservorrat groß genug (mehrere Regentonnen gekoppelt) so hat man auch gleich eine funktionierende und verlässliche Urlaubsbewässerung.
Da auch gleich an passende Filter gedacht wurde, wäre tatsächlich auch die Düngung der Pflanzen über dieses Bewässerungssysteme denkbar. Verschleiß- und Erweiterungsteile wie die Kapillarstreifen, Mikroschläuche, Schlauch-Kupplungen oder Filter werden ebenfalls vom Hersteller bereitgestellt.
Fazit:
Insgesamt ein Produkt, das wirklich sehr gut funktioniert, einfach zu installieren ist und auch ein adäquates Preis-Leistungs-Verhältnis bietet. Die Erweiterbarkeit macht daraus ein sehr flexibles und einfaches Bewässerungssystem, das außer den Anschaffungs- und Instandhaltungskosten keine weiteren kosten verursacht.


AutoPot AquaBoxen können sie online bestellen beim „Mein-Gemüse“-Gartenshop


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Gotthilf Rausch am 29. Februar 2012 in Allgemein, Bewässerung, Gartenarbeit, Pflanzenzucht

Altes Gärtnerwissen wieder entdeckt

Ich schreibe hier nichts Neues, wenn ich auf alte Techniken im Gartenhandwerk verweise. Vor allem für die älteren Generationen dürfte vieles altbekannt sein und gerade deswegen trifft man oft auf Unverständnis, wenn man sich von chemischen Pflanzenschutzmitteln, Unkrautvernichtern oder auch Düngern verabschiedet.
Schließlich wurden all diese Erfindungen einmal getätigt, um die mühsame alltägliche Arbeit zu erleichtern. …und nun soll alles wieder zurückgedreht werden zu althergebrachten Methoden?

MischkulturNicht alles soll zurückgedreht werden. Die neuen technischen Geräte, verbesserte Rezepturen und Herstellungsverfahren haben durchaus etwas für sich und dürfen natürlich genutzt werden, aber gleichzeitig stehen wir heute oftmals vor den Nebenprodukten dieses Fortschritts wie Klimaerwärmung, Lebensmittelskandale, Naturkatastrophen jeglicher Art und Verseuchungen von Böden und Gewässern, die leicht in die Nahrungskette gelangen und für den Menschen äußerst schädlich sein können.

Ein Umdenken ist überall zu beobachten: Bio-Produkte im Supermarkt sind längst zur Normalität geworden. Alte heimische Obst- und Gemüsesorten tauchen plötzlich wieder auf und werden zum Trend. Und so manch ein Mensch entdeckt den Wunsch, seine Lebensmittel so gut wie möglich selber zu produzieren.
Immer mehr entdeckt man auch wieder Gemüsepflanzen in den Gärten und auf Balkonen. Vielleicht ist es also doch tatsächlich an der Zeit, auf altes Wissen zurück zu greifen, um den Kreislauf der Natur zu unterstützen und nicht zu schädigen.

Wie gestaltet und pflegt man einen Garten im Einklang mit der Natur

Als Lehrobjekt zu diesem Thema dient die Natur selbst. Beobachtet man ihre Lebenszyklen, so bekommt man so einige Ideen, die man sich abschauen kann. Grundsätzlich gilt, dass alles, was benötigt wird, schon mitgeliefert wird.
Den Garten muss man wohl eher als künstliche Natur betrachten, wird er doch von Menschenhand geschaffen und beeinflusst. Dennoch ist auch in diesem kleinen künstlichen Ökosystem alles da,was es braucht, um ihn zu pflegen und gesund zu erhalten. Erde, Wasser und Luft sind überall schon vorhanden.

Es gibt nur wenig zu beachten und schon kuriert sich die Natur ganz von alleine:

  1. Boden

    Der Boden

    Im urbanen Raum sind die Böden nach dem Eingreifen des Menschen mit Baumaßnahmen jeglicher Art meistens nicht besonders gut geeignet, um darauf Pflanzen gedeihen zu lassen. Baugruben werden mit Bauschutt aufgefüllt und sonstigen Resten, die von den Baumaßnahmen als lästiges Überbleibsel übriggeblieben sind. Wenn der Boden auch davon nicht unbedingt verseucht sein muss, so handelt es sich doch in der Regel nicht um einen guten Gartenboden. Von welcher Art der Boden ist, den man vor sich hat kann man relativ leicht herausfinden.
    Graben Sie einfachmal ein Loch und Sie werden schnell sehen wie der Boden beschaffen ist. Es gibt sehr leichte bis sehr schwere Böden. Dies hängt davon ab, aus welchen Bestandteilen sich der Boden zusammensetzt. Man unterscheidet da Sand, Schluff und Ton nach den Größen ihrer kleinsten Bestandteile, den sogenannten Korngrößen. Ist der Anteil an Sand besonders hoch spricht man von einem sandigen Boden, der leicht ist, weil er sehr duchlässig ist für Wasser und Luft. Ein schwerer Boden hat einen hohen Tonanteil. So ein Boden kann sehr viel Wasser speichern und ist wenig durchlässig.
    Auch wenn noch garnichts gepflanzt wurde, wächst innerhalb von kürzester Zeit auf dem Boden so manches sobald man ihn sich selbst überlässt. Dabei handelt es sich um Samen, die der Wind herangetragen hat und die dort ihre geeigneten Lebensbedingungen vorfinden (sogenannte Ruderalfloren). Deswegen geben auch solche Pflanzen Aufschluss über die vorliegende Bodenart. Löwenzahn bildet beispielsweise lange Pfahlwurzeln, die weit in die Tiefe ragen. Deswegen kann er gut in verdichteten und feuchten Böden überleben. Gleichzeitig belüftet er den Boden mit seinen Wurzeln und bereitet ihn auf, so dass der Boden sich mit der Zeit verändern kann und dann auch für andere Pflanzen attraktiv wird. Diese Pflanzen, die einen Boden zuerst und von alleine besiedeln, nennt man Zeigerpflanzen ( siehe Artikel : Das Unkraut – der Freund des Bodens und Zeigerpflanze für den Gärtner vom Juli 2010)

    Eine Bestimmung der Bodenart sollte also unbedingt vorgenommen werden bevor man mit der Arbeit der Bodenbearbeitung beginnt. Diese kann man selber vornehmen durch Beobachtung der angesiedelten Vegetation und mit Hilfe der sogenannten „Fingerprobe“ oder man kann Bodenproben an verschiedenen Stellen des Gartens entnehmen und diese von einem Labor untersuchen lassen.
    Sobald die Bodenart bekannt ist, kann mit der Bodenbearbeitung begonnen werden.
    Es lohnt sich immer, den Boden zunächst zu lockern. Dieses kann durch einmaliges Umgraben mit einem Spaten passieren oder der sanfteren Variante des Lockerns mit Hilfe einer Grabegabel. Beim Umgraben werden die Bodenschichtungen zerstört, die sich später erst langsam wieder bilden müssen, während die tiefe Bodenlockerung mit der Grabegabel diese erhält. Außerdem ist es sehr empfehlenswert dabei Steine aus dem Boden zu entfernen. Ein lässtige und mühsame Arbeit, die einem aner später beim Pflanzen und Pflegen der Beete viel ärger erspart. Ist der Boden soweit präpariert, kann man ihn je nach Bodenart mit zusätzlichen Materialien aufbesssern wie Sand, Kompost, Steinmehl, Hornspähnen, etc. Welche Bodenart mit welchen Zusätzen verbessert werden kann, erfahren sie unter folgendem exterenen Link: Wie verbessert man seinen Gartenboden (www.jahreszeiten-garten.de). Ein wirklich guter Gartenboden wird sich wohl erst mit viel Pflege und Aufmerksamkeit nach ein paar Jahren einstellen.

  2. Wasser

    Das Wasser

    Vor allem die krautigen Pflanzen bestehen zu 80-90 % aus Wasser. Wasser transportiert Nährstoffe und Sauerstoff und ist damit eines der wichtigsten Elemente im Garten. Tatsächlich können Pflanzen ohne Erde wachsen. Sie benötigen aber immer Wasser.
    Man rechnet in unserem Klima mit einer durchschnittlichen Niederschlagsmenge von 700 mm mit einem jährlichen Wasserverbrauch von ungefähr 6000 Litern pro 100 m² Garten. Diese Zahl kann noch deutlich nach oben schießen je nach tatsächlichen Wetterbedingungen in einem Jahr und nach Bepflanzung. Es lohnt sich also auf jeden Fall, wenn möglich Regenwasser zu sammeln. Die Verwendung von Regenwasser ist dabei nicht nur aus Kostenersparnis empfehlenswert, sondern vor allem, weil Pflanzen es besser vertragen wie unser Leitungswasser. Regenwasser ist kalkarmer und nimmt die Lufttemperatur an. Beides Aspekte, die Pflanzen bevorzugen.
    Zwei Tips noch zum Wassersparen:

    1. Es gibt ein altes Gärtner-Sprichwort: „Einmal hacken spart zweimal gießen“. Tatsächlich werden durch regelmäßiges Hacken des Bodens die kleinen Verdunstungskapillare im Boden zerstört, so dass der Boden länger das Wasser speichern kann. Nebenbei wird der Boden gelockert und belüftet, was ebenfalls der Gesundheit der Pflanzen zuträglich ist.
    2. Das Mulchen des Bodens verhindert ebenso eine übermäßige Verdunstung des Bodenwassers. Außerdem reichert es den Boden mit Nährstoffen an und unterdrückt den Bewuchs offenliegender Stellen mit Unkraut.

    Sie finden hier eine sehr gute Anleitung zum richtigen Gießen ebenfalls auf der externen Seite: www.jahreszeiten-garten.de


  3. Weißklee

    Die Pflanzen

    Pflanzen verbrauchen natürlich Wasser und Nährstoffe aus dem Boden. Einige von ihnen haben jedoch auch ein paar Eigenschaften, die die Bodengesundheit fördern und die man sich auf unterschiedlichste Art und Weise zu Nutze machen kann. Gemeint sind sowohl Eigenschaften des Wurzelsystems als auch Inhaltsstoffe:

    1. Gründüngung
      Das Prinzip der Gründüngung ist schon sehr altes Gärtnerwissen. Es war bereits im 12.Jahrhundert in Klostergärten ganz übliche Praxis. Für die Gründüngung kommen sehr unterschiedliche Pflanzen in Frage, die schnell keimen, wachsen und möglichst viel Blattmasse erzeugen. Man kann sie schon nach wenigen Wochen wieder abmähen. Sie dienen dann entweder auf dem Kompost oder aber auch eingearbeitet in das Beet als schnell verfügbarer Dünger. Im zweiten Fall, lässt man das Schnittgut für ca. 2Wochen auf dem Beet liegen und arbeitet anschließend die angerotteten Pflanzenreste oberflächlich in den Boden ein. Alle wichtigen Bodenlebewesen werden sich freuen und die übrige Verwertung übernehmen. Man kann Gründüngung auch als Nachsaat im Herbst aussehen. Über den Winter frieren die Pflanzen auf dem Beet ab und können dann direkt im Frühjahr in den Boden eingearbeitet werden.
      Viele Leguminosen wie Sommerwicke (Vicia sativa), Gelbe Lupine (Lupinus luteus), Blaue Lupine (Lupinus angustifolius), Weiße Lupine (Lupinus albus), Persischer Klee (Trifolium resupinatum), Winterzottelwicke (Vicia villosa), Serradella (Ornithopus sativus) und Inkarnatklee (Trifolium incarnatum) eignen sich hervorragend als Gründüngung, weil sie mit Hilfe der sogenannten Knöllchenbakterien Stickstoff aus der Bodenluft (sie enthält 78% Stickstoff) gewinnen können und diesen speichern. Nach dem Schneiden dieser Gründüngungspflanzen gelangt der Stickstoff beim Verrotten der Pflanzen in den Boden und dient so als Dünger.
      Es gibt aber noch einige andere klassische Gründüngungspflanzen wie Gelbsenf (Sinapis alba), Bienenfreund (Phacelia tanacetifolia), Studentenblume (Tagetes spec.), Ringelblume (Calendula officinalis), Ölrettich (Raphanus sativus) und Spinat (Spinacia oleracea).
      Liegt ein sehr schwerer und verdichteter Boden vor, dann empfiehlt sich die Auswahl von Tiefwurzlern wie sämtliche Lupinen, Ölrettich und Winterraps. Diese bilden eine sehr tiefreichende, fleischige Pfahlwurzel aus, die nebenbei den Boden lockert und belüftet.
      Andere Arten wie Studentenblume und Ringelblume sind nützlich zur Schädlingsbekämpfung gegen Nematoden. Wenn es um eine Gründüngung für den Gemüsegarten geht, so sollte man beachten, dass nach Kreuzblütlern wie Raps, Ölrettich und Senf keine Kohlarten oder andere Kreuzblütler angebaut werden sollten. Alle Kreuzblütler begünstigen Kohlhernie, Nematoden und andere Schädlinge, weswegen man regelmäßig eine Pause einlegen sollte von ihnen.
      Gründüng dient aber nicht nur als Dünger, sondern ist auch sonst sehr nützlich:

      • beschattet den Boden und bewirkt Schattengare
      • unterdrückt das Wachstum von Unkraut
      • verhindert Bodenerosion durch Wind und Niederschlag
      • verbessert die Krümelstruktur des Bodens
      • verbessert die Wasserspeicherfähigkeit eines Bodens
      • reguliert Temperaturschwankungen im Bereich der Bodenoberfläche
      • begrünt kahle Flächen
      • verbessert die Besiedelung mit wichtigen Bodenlebewesen
    2. Pflanzen-Jauchen
      Viele Pflanzen enthalten Wirkstoffe die fungizid oder bakterizid wirken. Solche lassen sich mit ganz einfachen Methoden in Wasser lösen und dann als Spritzmittel gegen Pilze und andere Schädlinge einsetzen. Natürlich gibt es auch Wirkstoffe, die stärkend auf die Pflanze wirken oder wachstumsfördernd. Zu diesem Thema gab es aber schon einen Artikel, in dem sie alles Wissenswerte nachlesen können: Es geht auch ohne Gift – biologischer Pflanzenschutz mit Hilfe von Kräuterauszügen
    3. heimische Pflanzenarten
      Wählen Sie nach Möglichkeit heimische Pflanzenarten für ihren Garten aus, die auch vor Ort in einer ansässigen Gärtnerei oder Baumschule gezogen wurden. Man kennt dies ja von den Obstsorten, die regional ganz unterschiedlich angesiedelt sind. Alte Sorten haben sich in der Regel besonders für die vorherrschenden Klimaverhältnisse bewährt und bringen hohe Erträge. Oftmals wundert man sich, wenn Pflanzen aus dem Katalog nicht so Recht gedeihen wollen. Sie sind aber nun einmal an das Klima angepasst, in dem sie gezüchtet wurden.
      Natürlich sind neue Sorten von anderen Kontinenten oft sehr verlockend, da sie vielleicht sehr besondere und auffallende Blüten oder Laub tragen. Nicht selten verhalten sich solche Pflanzen bei uns dann ganz anders als erwartet. Entweder sie wachsen nicht so prächtig wie sie sollen, weil sie das Klima nicht vertragen oder aber sie verhalten sich aggressiv dominant gegenüber unseren heimischen Arten. So etwas kann manchmal sehr weitreichende Folgen haben wie man vom Drüsigen Springkraut und von der Goldrute heute weiß.

  4. Sonnenuntergang

    Die Luft

    Luft ist ja bekanntlich ein Gemisch aus verschiedenen Gasen. Den größten Anteil haben Stickstoff (ca.78%) und Sauerstoff (ca.21%) sowie Argon (ca. 0,9%) und Kohlenstoffdioxid (ca. 0,04%). Bekanntermaßen brauchen Pflanzen das Kohlenstoffdioxid für die Photosynthese, ihrem Stoffwechselvorgang. Bei der Photosynthese entsteht Sauerstoff, der wieder an die Luft abgegeben wird.
    Als Gärtner kann man die Luft als solches für seinen eigenen Garten nur schwer beeinflussen. Schlagworte wie „saurer Regen“ und „Waldsterben“ dürften bekannt vorkommen und das Bewußtsein dafür wecken, die allgemeine Luftverschmutzung nach Kräften zu reduzieren. Diese gelangt nämlich mit Regen und Nebel in den Boden und sorgt dort für Prozesse, die den Pflanzen schaden.
    Man darf jedoch stolz darauf sein, dass man als Gärtner dazu beiträgt, Pflanzen zu pflegen und zu vermehren. Pflanzen produzieren nicht nur den für Menschen so wichtigen Sauerstoff, sondern sie filtern und reinigen die Luft auch auf viele unterschiedliche Arten. Desweiteren verbessern sie deutlich das Klima in Großstädten, Wohnungen und anderen unwirtlichen Lebensbereichen des Menschen und vollbringen so manche andere Wunder, wenn man nur alleine ihre Heilkräfte bedenkt.


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Berta Rausch am 10. Februar 2011 in Allgemein, Bewässerung, Gartenarbeit

Rückbesinnung auf ein altes Bedürfnis des Menschen – das Leben mit der Natur

Täusche ich mich, oder mehren sich in den letzten Monaten die Beiträge in den Medien, die indirekt und manchmal auch ganz deutlich davon sprechen, dass bei all dem Fortschritt und der Technisierung unserer Welt, die Sehnsucht des Menschen nach der Natur wächst? Wachsen ist möglicherweise das verkehrte Wort, denn es entsteht vielmehr der Eindruck als ob diese Sehnsucht ein starkes Grundbedürfnis wäre, das sich nun endlich wieder Raum schafft in unserer westlichen Welt.

Auffällig sind die Berichte in Fernsehen, Zeitungen und Internet über vehemente Proteste in der Bevölkerung gegen die Zerstörung des letzten Grüns in Großstädten, über Menschen, die in der Großstadt sehr erfinderisch werden, um eigenes Gemüse anbauen zu können und über Aktivisten, die durch die Städte laufen und auf jedem freien Fleckchen Samen von Pflanzen verstreuen in der Hoffnung, die Stadt wieder lebenswerter und „natürlicher“ zu machen. Alles Projekte, die sich unter dem Begriff Guerilla-Gardening zusammenfassen lassen.

SonnenblumenAlle diese Berichte zeigen in meinen Augen eines ganz genau: Der Mensch braucht die Natur in seiner direkten Nähe, um gesund leben zu können und diese Tatsache muss kein Widerspruch sein zum Leben in einer modernen Großstadt. Der Platz ist zwar äußerst begrenzt, aber die Not macht erfinderisch. Häßliche Verkehrsinseln, vernachlässigte Parkanlagen und vollgekackte Baumscheiben werden zu Sonnenblumenfeldern und Gemüsebeeten. Man nutzt brachliegende Grundstücke und gestaltet daraus Stadtteilgärten, in denen die benachbart wohnenden Menschen ihr eigenes Gemüse und Küchenkräuter anbauen können. Ein netter Nebeneffekt: Man lernt seine Nachbarn kennen und es verschönert unansehnliche Orte ungemein.
So betrachtet sieht diese sogenannte „Rückbesinnung zur Natur“ nach einer Mode-Erscheinung aus, die möglicherweise in wenigen Jahren wieder von der Bildfläche verschwunden ist und nur ein nettes Hobby dargestellt hat. Schaut man aber genauer hin, so kann man noch ganz andere Unterströmungen wahrnehmen und diese Zwischentöne spielen eine ganz andere klare Melodie: Arme Menschen werden immer ärmer. Frisches Obst und Gemüse ist auf einmal unerschwinglich, wenn man seinen Job verloren hat und die Aussicht auf einen neuen ind en Sternen steht. Viele der illegalen Gärten in Barcelona entstanden, weil arbeitslose ältere Menschen aus der Not heraus begannen, ihr Gemüse auf fremden Grund anzubauen. Der gute Nebeneffekt des „Beschäftigtseins“ machte die Runde. Körperliche Arbeit draussen und in Gemeinschaft zum Zwecke der Selbstversorgung ist eine gute Therapie, wenn einen die Gesellschaft scheinbar nicht mehr will, weil man durch einen Jüngeren ersetzt wurde oder der Stellenabbau häufig zuerst die älteren Menschen trifft.

externe Links :
—>Guerilla-Gardening kritisch von der Zeit beleuchtet.
—>Urbanacker.net eine Plattform für Menschen, die aktiv gärtnern wollen in Großstädten in Deutschland mit vielen guten Informationen und Adressen zu diesem Thema

Sieht man sich die Links etwas genauer an, so wird man feststellen, dass diese Garten-Bewegung keine Neuerfindung der letzten zwei Jahre ist, sondern schon viel weiter zurückreicht. Erstaunlicherweise ist dieses Thema jetzt dann aber doch auch bei den Gartenbedarfs-Anbietern gelandet, die neuerdings Produkte zu diesem Thema auf den Markt bringen. Die englische Firma Burgon & Ball Ltd., die schon seit 1730 existiert, hat sich mit der ebenso alteingesessenen und renomierten Royal Horticultural Society zusammengetan und ein System entwickelt, mit dem man einen kleinen Gemüsegarten anlegen kann auf nur 10 m² Fläche, der zwei Erwachsene täglich mit frischem Obst und Gemüse versorgen kann. Dieses System besteht aus Pflanzbeuteln, die wie Hochbeete jederzeit und überall auf die Erde gestellt werden können. Man befüllt sie mit entsprechender Erde und kann sofort mit der Aussaat beginnen. Dazu wird ein fertiger Pflanzplan angeboten, mit dessen Hilfe das Projekt tatsächlich auch für ungeübte Gärtner sofort gelingen kann. Eine geniale Idee, über die ich auf folgender Seite gestoßen bin in einem Artikel über dieses Produkt.

Winterschutz für Garten-, Kübel- und Balkonpflanzen

Bei der derzeitigen Wetterlage sind es nur die nächtlichen schon sehr niedrigen Temperaturen, die einen auf die Idee bringen könnten, dass der Winter naht.
Obwohl der Garten sich gerade jetzt noch einmal ganz besonders prächtig präsentiert mit besonders leuchtenden und duftenden Blüten und Beeren sowie den ersten bunten Blättern, sollte man schon einmal planen, was für Materialien zum Schutz der Pflanzen im Winter benötigt werden, denn schhneller als man denkt, ist der erste nächtliche Bodenfrost da und der kann bei manchen Pflanzen schon sofort zu schweren Schäden führen.

Pflanzenüberwinterung Pflanzenüberwinterung Pflanzenüberwinterung

Ein Winterschutz kommt vor allem für alle Pflanzen in Frage, die ursprünglich in Südeuropa, Südamerika oder in seltenen Fällen auch in Afrika beheimatet sind. Es handelt sich dabei meistens um tropische, subtropische und mediterrane Pflanzen, die keine Vegetationsruhe im Winter einlegen und natürlich auch keinen Frost vertragen.
Zusätzlich muss man einen Winterschutz auch bei einigen Pflanzen im Jungstadium in Erwägung ziehen.
Mögliche Schäden durch den Frost betreffen vor allem den Wurzelbereich und die Triebspitzen, weswegen diese beiden Bereiche besonders geschützt werden sollten. Da es aber auch noch andere mögliche Schadensursachen gibt, möchte ich etwas detaillierter im Folgenden darauf eingehen.

Welche Schäden können im Winter an Pflanzen entstehen?

  1. Erfrierungen
    Diese Art der Schädigung betrifft vor allem die Triebspitzen und den Wurzelbereich von Pflanzen. Man erkennt den Schaden bei immergrünen Pflanzen am verfärben der Blätter zunächst ins gelbliche oder rötliche. Bei starker Schädigung verwelken die Blätter und werden braun. Die Pflanze wirft Blätter oder Nadeln dann gänzlich ab.
    Erfrierungen der Triebspitzen erkennt man daran, dass die Zweigenden sich braun-schwarz verfärben und absterben. Leider können Spätfröste immer wieder auch für die ersten Knospen und Blüten gefährlich werden. Sind diese Frostgeschädigt, so erkennt man dies ebenfalls am Verbräunen und möglicherweise abwerfen der Blüten.
    Erfrierungen an Wurzeln, Wurzelstöcken, Zwiebeln oder Knollen führen leider in den meisten Fällen zum Absterben der Pflanze und lassen sich im Vorwege kaum erkennen. Normalerweise entstehen solche Schäden bei frostharten Pflanzen erst bei einer Bodentemperatur von mindestens -10°C mit Ausnahme von Jungpflanzen, die durchaus auch schon bei weniger kalten Temperaturen Schaden nehmen können.
    In allen Fällen von Erfrierungen hilft nur das präventive Abdecken mit isolierenden und gleichzeitig luft- und wasserdurchlässigen Materialien.
  2. Frosttrocknis
    Das Phänomen der Frosttrocknis betrifft immergrüne Pflanzen wie Buchsbaum, Eibe, Fichte, Thuja, Kirschloorbeer, Rhododendron, etc. Kommt die Sonne im Winter heraus, so reichen die dann entstehenden Tagestemperaturen oftmals schon aus, das die Blätter oder Nadeln beginnen, mit Verdunstung darauf zu reagieren. Der trotzdem gefrorene Boden verhindert jedoch den Wassernachschub, so dass die Pflanzen vertrocknen müssen.
    Gegnmaßnahmen sind das regelmäßige Gießen dieser Pflanzen an frostfreien Wintertagen sowie das Abdecken der Pflanzen mit Leinentüchern oder Frühbeet-Vliesen an sonnigen Tagen.
  3. Rindenschäden
    Im Spätwinter, wenn die Sonne schon wieder einige Kraft hat, kann der schnelle und häufige Wechsel von sonnigen warmen Tagen und kalten, frostigen Nächten starke Schäden an Rinde und Holz von Bäumen verursachen. In der Sonne dehnt sich die Rinde und der Zellsaft wird flüssiger, nachts geschieht das Gegenteil. Dadurch entstehen zum einen hohe Spannungen im Stamm und zum anderen steigt die Gefahr der Erfrierungen. Schlimmstenfalls kommt es zum Abplatzen ganzer Holzplatten und zur Entstehung tiefer Risse. Deswegen sieht man vor allem an neu gepflanzten jungen Bäumen häufig einen Anstrich des Stamms mit weißer Kalk- oder Kalk-Lehm-Farbe. Diese reflektiert die Sonnen strahlen und verhindert auf diese Art und Weise das übermäßige erhitzen der Rinde. Ähnlich wirkt das Einwickeln des Stamms mit Schilfmatten, Pappe oder Jutegewebe.
  4. Vernässung und Staunässe
    Gerade Steingartenpflanzen und andere trockenheitsliebende Pflanzen leiden sehr häufig unter Dauernässe entstehend durch Dauerregen oder anhaltender Bodenfeuchtigkeit. Ist der Boden gefroren, so kann darauftreffendes Wasser nicht abfließen. Die Wurzeln der zuvor genannten Pflanzengruppen beginnen dann zu faulen oder die Pflanze leidet massiv an dem Sauerstoffmangel im Boden und erstickt schlicht und einfach. Wenn es sehr lange zu solchen Wetterlagen im Winter kommt, so kann man die gefährdeten Pflanzen kurzfristig mit Folie abdecken. Achtung: Unbedingt regelmäßig lüften und bei Sonne entfernen, um Hitzestau und Sauerstoffmangel zu verhindern.

Winterschutz im Wurzelbereich

Einen wirksamen Winterschutz im Wurzelbereich erreicht man durch das Abdecken des Bodens in diesem Bereich mit entsprechendem Isolationsmaterial. Das richtige Material bietet natürlich die Natur selbst, denn Laub und Nadelholzreisig erfüllen alle Anforderungen und sorgen ja auch in der freien Landschaft für den entsprechenden Winterschutz durch liegenbleibendes Herbstlaub beziehungsweise herabfallende Nadeln. Sämtliche Abdeckungen sollten unbedingt luftdurchlässig sein. Andernfalls kann es darunter zu Sauerstoffmangel, Fäulnis oder auch Krankheitsbefall kommen. Desweiteren sollte das Material auch wasserdurchlässig sein, denn Kondenswasser fördert sowohl die Gefahr von Schimmelbildung und Fäulnis als auch von Erfrierungen.
Laub ist ein ausgezeichnetes Isolationsmaterial, wenn es tatsächlich trocken und frei von Schädlingen ist. Man kann es je nach Pflanzenart 10 bis 15 cm hoch aufschütten. Stauden, die sich komplett in den Boden zurückziehen können auch deutlich höher Abgedeckt werden. Es gilt dabei jedoch die Regel, je höher und dichter der Wurzelbereich abgedeckt wurde desto eher muss er im Frühjahr auch wieder gelockert werden. Ein guter Nebeneffekt beim Laub ist das Auffüllen der Nährstoffvorräte im Boden während es mit der Zeit verrottet.
Nadelholzreisig und zwar speziell Fichtenreisig ist besonders gut geeignet als Kälteisolation. Die dicht stehenden Nadeln sind zwar luftdurchlässig, halten aber dennoch die Kälte fern und dadurch, dass die Nadeln im Spätwinter anfangen langsam abzufallen, kommen im Frühjahr dann gleich ausreichend Licht und Luft an den Boden.
Desweiteren eignen sich Rindenmulch und Kompost als Abdeckungsmaterial. Beides kann jedoch wuchshemmend wirken auf junge Pflanzen und sollte deswegen nur bei erwachsenen Pflanzen verwendet werden. Als Kälteschutz eignen sich diese Materialien dennoch hervorragend.

Winterschutz für oberirdische Pflanzenteile

Die oberirdischen Pflanzenteile sollten zum einen vor der Kälte und damit dem Erfrieren geschützt werden, aber auch vor der intensiven Wintersonne. Manche Materialien erfüllen sogar beide Anforderungen.
Am bekanntesten ist das Einwickeln der ganzen Pflanze mit Tüchern, Jutegewebe oder speziellen Winterschutzvliesen. Folien sind nicht geeignet wegen der Luft- und Wasserundurchlässigkeit ausser man verwendet gelochte oder geschlitzte Folie. Diese hat jedoch einen geringeren Isolationsschutz und ist somit auch nur bedingt geeignet. Eine weitere Möglichkeit ist wiederum die Verwendung von Fichtenreisig. Die geschnittenen Fichtenzweige können entweder um kleinere Sträucher, Rosen oder Stauden herum in den Boden gesteckt werden und/oder zwischen die Triebe gebunden werden. Der Vorteil: Es sieht auch noch schön und weihnachtlich aus.
Größere Pflanzen können ebenfalls mit Sackleinen, Jute oder auch Bast- und Schilfmatten umwickelt werden. Im Zweifelsfall ist es eventuell leichter, mit Hilfer langer Stangen oder Latten eine Art Gerüst oder Zeltkonstruktion um die Pflanze zu bauen und diese mit Stoffbahnen zu umwickeln.
Empfindliche Jungpflanzen lassen sich sehr gut schützen, indem man einen Hasendraht um sie herum aufstellt und diesen mit trockenem und sauberen Herbstlaub auffüllt, so dass die Jungpflanze komplett darin verschwindet.
Große Gräserhorste wie die von Pampasgras und säulenförmige Gehölze sollten oben locker zusammengebunden werden. Dadurch wird der Neuaustrieb in der Mitte der Gräserhorste gegen Kälte und Vernässung geschützt. Bei säulenförmigen Gehölzen hilft diese Maßnahme gegen das Herunterdrücken der Zweige bei starken Schneefällen. Deswegen sollte man Hecken und freistehende Sträucher auch immer wieder kontrollieren bei starken Schneefällen, denn Schnee kann schnell viel Gewicht entwickeln und dadurch Äste und Zweige brechen lassen. Eventuell ist es ratsam, die Pflanzen durch abschütteln oder mit dem Besen abkehren, von der Schneelast zu befreien.
Ein besonderes Augenmerk muß auf die Veredelungsstellen von Pflanzen gelegt werden. Diese sind empfindlich und benötigen besonders sorgfältigen Schutz. Rosen und Clematis sowie einige andere Pflanzen werden um ihren Fuß herum etwa 10 bis 15 cm hoch angehäufelt mit isolierenden Materialien wie zuvor beschrieben.
Ist der Winterschutz einmal angebracht, sollte man ihn regelmäßig kontrollieren. Es wäre zu Schade, wenn durch den Wind etwas unbemerkt kaput gemacht wird und die entsprechende Pflanze dann doch Schaden nimmt. Schneefreier Frost ist für die Pflanzen sehr viel kälter als wenn sie durch eine dichte Schneedecke geschützt werden, die tatsächlich auch isolierend wirken kann. In solchen Nächten muss der Winterschutz bei sehr empfindlichen Pflanzen sogar erhöht werden.
Erhöhte Kontrolle sollte auch im späten Winter durchgeführt werden, denn der Winterschutz muss spätestens dann gelockert und entfernt werden, wenn sich erste Neuaustriebe zeigen. Reine Schattierungsmaßnahmen können noch bis ins Frühjahr an Ort und Stelle verbleiben.

Interessante Webseiten zum Thema: „Pflanzen überwintern“

Sehr umfangreich, mit einem Spektrum von praktischen Anleitungen wie besondere Pflanzenarten am besten Überwintert werden bis hin zu Anleitungen wie am besten Obst und Gemüse eingelagert werden sollte, um es möglichst lange haltbar und lagerungsfähig zu erhalten. Diese Informationen sind in ansprechender Art und Weise dargestellt auf der Webseite: Pflanzen überwintern.de

Das Unkraut – der Freund des Bodens und Zeigerpflanze für den Gärtner

Dieser Artikel ist einmal mehr ein Versuch, den verhunzten Ruf der Unkräuter zu verbessern, denn wer sich nur ein bißchen mit dem Thema Unkraut auseinandersetzt, der muss unweigerlich feststellen, welche wichtigen Aufgaben diese kleinen Wildkräuter im Garten übernehmen.

Unkraut vergeht nicht

löwenzahnIn diesem bekannten Satz liegt viel Wahrheit, doch er verstärkt auch ein ungerechtfertigtes Vorurteil.
Als erstes muss man dringend den Begriff „Unkraut“ klären, denn schaut man sich die Pflanzen einmal im einzelnen an, so wird man keine darunter finden, die nicht zu den alteingesessenen Heilpflanzen unserer Regionen gehört und alleine schon deswegen eine Daseinsberechtigung vorzuzeigen hat. Doch nicht nur die medizinisch verwendbaren Inhaltsstoffe dieser Pflanzen sind beeindruckend, sondern auch ihre Fähigkeit, den Boden zu pflegen.
Manch einer wird sich nun fragen, was damit gemeint ist? Die Antwort ist ganz einfach: In jedem Kubikmeter Boden schlummern Milliarden von ruhenden Samen. Entstehen im Boden bestimmte Verhältnisse wie Bodenverdichtung, Staunässe, Versauerung des Bodens und so weiter, so bieten sich plötzlich die richtigen Lebensbedingungen für einige von ihnen, die genau an diese Gegebenheiten angepasst sind. Folglich beginnen solche Samen zu keimen und innerhalb kürzester Zeit werden sie urplötzlich überall aus dem Boden sprießen. Daran ist dann nicht der Nachbar schuld, der seinen Garten vernachlässigt und nie Unkraut jätet, sonders dies ist ein Warnsignal der Natur, dass möglicherweise etwas aus dem Gleichgewicht gekommen ist.
brennesselFrühere Bauerngenerationen wußten um dieses Phänomen und ließen ein Stück Land, das neu als Acker genutzt werden sollte, erstmal für ein Jahr brach liegen, um zu sehen, welche Pflanzen sich dort ansiedeln würden. Durch die Pflanzengesellschaften, die sich dann dort ausbreiteten, konnten sie nicht nur Rückschlüsse auf die vorliegende Bodenqualität ziehen, sondern diese Pflanzen waren auch gleichzeitig das Heilmittel für die Mißstände im Boden.
Zu den echten Pionieren der Pflanzenwelt gehören beispielsweise Löwenzahn, Greiskraut und Gänsekresse. Diese drei Pflanzen bilden tiefreichende Wurzeln aus, die sich ihre Nährstoffe aus der Tiefe holen und dadurch verdichteten und schweren Boden auflockern. Durch diese Auflockerung wird der Boden vorbereitet für empfindlichere Pflanzen, die sich nun ansiedeln können. Andere Wildkräuter geben über ihre Wurzeln Ausscheidungen ab, die Nematoden und Pilze abwehren oder sie sammeln Stickstoff (Prinzip der Gründüngung) oder tragen maßgeblich zur Humusbildung bei.
Kurzum, egal, ob man seinen kleinen Privatgarten pflegt oder professionelle Landwirtschaft betreibt, die genaue Beobachtung des Unkrauts ist enorm wichtig und erspart einem oft teure und aufwendige Bodenanalysen. Häufig genug reicht der „Befall“ mit bestimmten Unkräutern auch als Heilmethode aus.
Hat sich der Boden erholt, so wird auch das Unkraut nach und nach von anderen Pflanzen verdrängt werde. Manchmal gibt es dem Gärtner allerdings auch einen Hinweis darauf, dass er aktiv eingreifen sollte, um seinen Boden gesund zu erhalten. Dann müssen eventuell Massnahmen ergriffen werden, um ihn beispielsweise aufzulockern, Sand oder Kompost beizumengen, Nährstoffe anzureichern und so weiter.
Deswegen:“Augen auf beim Unkrautjäten!“.

Welches Unkraut sagt uns was?

Acker-Fuchsschwanzgras
(Alopecurus myosuroides)
nährstoffarme, kaliumreiche, sehr lehmige Böden,Archäophyt
Acker-Gauchheil
(Anagallis arvensis)
kalkreicher, alkalischer Boden, Archäophyt
Acker-Glockenblume
(Campanula rapunculoides)
Apophyt, kalkreicher Boden
Acker-Hellerkraut
(Thlaspi arvense)
stickstoffreiche,humöse, lehmige Böden,
Acker-Hundskamille
(Anthemis arvensis)
kalkfreie, saure Böden
Acker-Minze
(Mentha arvensis)
nasser, verdichteter, nährstoffreicher Boden, Zeigerpflanze für Staunässe
Acker-Schachtelhalm
(Equisetum arvense)
Zeigerpflanze für Staunässe, kalkarme, feuchte Böden
Acker-Senf
(Sinapis arvensis)
Archäophyt, stickstoffreicher, kalkreicher, alkalischer Boden
Ackerwinde
(Convolvulus arvensis)
trockener, kalkreicher Boden
Adlerfarn
(Pteridium aquilinum)
nährstoffarme, kalkarme Böden
Ampfer-Knöterich
(Persicaria lapathifolia)
stickstoffreicher Boden, feucht-nasse Standorte
Bärenklau
(Heracleum in Arten)
feuchter, stickstoffreicher, kaliumreicher Boden
Beinwell
(Symphytum officinale)
nährstoffreiche, feuchte bis nasse Böden, Zeigerpflanze für Staunässe
Besenginster
(Cytisus scoparius)
stickstoffarmer Boden
Bingelkraut
(Mercurialis in Arten)
stickstoffreicher,humoser, alkalischer Boden, Ruderalpflanze,
Breitwegerich
(Plantago major)
nasser, verdichteter, lehmiger Boden, Zeigerpflanze für Staunässe
Brennessel
(Urtica dioica)
gehört zu den Nitrophyt, stickstoffreiche, kalkreiche, humusreiche Böden
Echte Kamille
(Matricaria chamomilla)
stickstoffreiche Böden
Echtes Leinkraut
(Linaria vulgaris)
Apophyt, kalkreicher Boden
Franzosenkraut
(Galinsoga in Arten)
stickstoffreicher, humusreicher Boden
Frühlings-Hungerblümchen
(Erophila verna)
stickstoffarme, magere und trockene Standorte, bevorzugt sandige und kiesige Böden
Gänseblümchen
(Bellis perennis)
Archäophyt, saurer, nährstoffarmer Boden
Gänsedistel
(Sonchus in Arten)
stickstoffreicher, kalkreicher Boden
Gänse-Fingerkraut
(Potentilla anserina)
stickstoffreiche, lehmige und verdichtete Böden, Zeigerpflanze für Staunässe
Gamander-Ehrenpreis
(Veronica chamaedrys)
stickstoffreicher, kalkreicher Boden
Giersch
(Aegopodium podagraria)
stickstoffreicher Boden, Boden für Schattenpflanzen,
Hasen-Klee
(Trifolium arvense)
stickstoffarmer, trockener, magerer, saurer Boden
Hirtentäschelkraut
(Capsella in Arten)
stickstoffreicher, nährstoffarmer, humusreicher Boden
Hornkraut
(Cerastium in Arten)
stickstoffarmer Boden, kalkreicher Boden (Acker-Hornkraut)
Huflattich
(Tussilago farfara)
kalkreicher, humusreicher Boden, oft nasse, verdichtete Böden, Zeigerpflanze für Staunässe
Klappertopf
(Rhinanthus in Arten)
stickstoffarmer Boden
Klatsch-Mohn
(Papaver rhoeas)
Apophyt, kalkreicher, sandiger Boden
Klee
(Trifolium in Arten)
kalkreicher Boden
Kleiner Sauerampfer
(Rumex acetosella)
nährstoffarme, kalkarme, leicht saure Böden
Klettenlabkraut
(Galium aparine)
Nitrophyt, stickstoffreicher Boden, oft nasse, verdichtete Böden, Zeigerpflanze für Staunässe
Kohl-Kratzdistel
(Cirsium oleraceum)
stickstoffreiche Feuchtwiesen
Kreuzkraut
(Senecio in Arten)
stickstoffreiche Böden
Löwenzahn
(Taraxacum sect. Ruderalia)
Nitrophyt, stickstoffreicher, kalkreicher, humusreicher Boden, oft nasse, verdichtete Böden, Zeigerpflanze für Staunässe
Melde
(Atriplex in Arten)
Halophyt, stickstoffreicher, kaliumreicher, humusreicher Boden
Quecke
(Elymus repens)
Pionierpflanze, Nitrophyt, stickstoffreicher Boden
Ringelblume
(Calendula officinalis)
kalkreicher Boden
Roter Fingerhut
(Digitalis purpurea)
magnesiumreicher, kaliumreicher, saurer Boden
Sauerklee
(Oxalis in Arten)
nährstoffarmer, kalkarmer, saurer Boden, Boden für Schattenpflanzen
Schwarzer Holunder
(Sambucus nigra)
stickstoffreicher Boden
Sichelmöhre
(Falcaria vulgaris)
kalkreicher, trockener Boden
Storchschnabel
(Geranium in Arten)
kalkreicher, trockener Boden
Tauben-Skabiose
(Scabiosa columbaria)
kalkreicher Boden
Vogelmiere
(Stellaria media)
stickstoffreicher, humusreicher, sandiger Boden
Wegwarte
(Cichorium intybus)
kalkreicher, alkalischer Boden
Wiesen-Salbei
(Salvia pratensis)
kalkreicher, eher trockener, alkalischer Boden
Wolfsmilch
(Euphorbia in Arten)
stickstoffreicher, kalkreicher, sandiger Boden


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Berta Rausch am 22. Juli 2010 in Allgemein, Fauna & Flora, Gartenarbeit