Archiv der Kategorie ‘Fauna & Flora‘

Schwendtage – von der Haselnuss und alten Römern.

Schon mal etwas von den Schwendtagen gehört? Der Begriff bedeutet zusammengefasst soviel wie „verlorenen, verschwendeter Tag“. An solchen Tagen – das wußten schon die Römer (die Alten, nicht die Angestellten im Frankfurter Rathaus) – läßt man besser alles von Wichtigkeit bleiben. Keine Geldgeschäfte, keine Reisen, niemanden heiraten und z.B Operationen besser auf andere Tage verschieben. Sonst geht das angeblich alles schief. Die Öme hatten dafür die netten Begriff „dies atri“ (schwarzer Tag) oder nannten ihn in Ihrer Arroganz auch gerne „ägyptischer Tag“.

Die deutsche Bezeichung Schwendtage kommt hingegen eher aus dem süddeutschen Raum und leitet sich aus dem mittelhochdeutschen Begriff „Swende“ ab, was solche Nettigkeiten wie Vernichtung und Verbannung bedeutet, aber auch – und jetzt wird es für Gärtner interessant – „gerodetes Land“ bedeuten kann.

Schwendtage sind über das ganze Jahr verteilt. Jeder Monat – außer dem Dezember – besitzt eine Handvoll davon. Eine besondere Häufung tritt jedoch im September auf, der eine ganze Reihe dieser Vernichtungstage aufweisen kann.

  • Januar: 2/ 3/ 4/ 18
  • Februar: 3/ 6/ 8/ 16
  • März: 13/ 14/ 15/ 29
  • April: 19
  • Mai: 3/ 10/ 22/ 25
  • Juni: 17/ 30
  • Juli: 19/ 22/ 28
  • August: 1/ 17/ 21/ 22/ 29
  • September: 21/ 22/ 23/ 24/ 25/ 26/ 27/ 28
  • Oktober: 3/ 6/ 11
  • November: 12

schwendtage im garten;
Volksglauben hin, Esoterik her – in den letzten Jahrhunderten haben Landwirte und Landschaftgärtner darauf geschworen, daß Rodungen und Zuschnitte an genau diesen Tage besonders effektiv sein sollen. Klar, in diesem Fall ist es halt ein schwarzer Tag für die betroffenen Bäume und Sträucher. Die Haselnuss z.B zeigt nach einer Kürzung an solchen Tagen deutlich weniger Neigung sofort wieder
loszutreiben und zu entferndendes Wurzelwerk – wer das schon mal gemacht hat, weiß welche Arbeit das ist – läßt sich deutlich leichter aus dem Boden lösen.

Ob da was dran ist? Einbildung oder verborgenes Wissen? Ehrlich gesagt keine Ahnung … in ca. einer Woche kann man das alles ausprobieren.

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Gotthilf Rausch am 15. September 2016 in Brauchtum & Rituale, Fauna & Flora, Gartenarbeit, Jahreszeiten

Hortensien – unkomplizierte, herbe Schönheiten für jeden Garten

Die Hortensie (Hydrangea) ist eine sehr weit verbreitete Pflanze in den europäischen Gärten.
Man bezeichnet sie gerne als Blühpflanze, die romantisches Flair im Garten erzeugt.
Tatsächlich fallen Hortensien im breiten Zierpflanzenangebot zunächst garnicht so stark auf, doch lohnt sich die nähere Beschäftigung mit dieser Zierpflanze sehr, da sie den Garten so stimmungsvoll prägt und dabei sehr unkompliziert und pflegeleicht auftritt.

Gartenhortensie pink Hortensien blau
Schneeballhortensie 'Annabelle' Gartenhortensie
Bauernhortensie Hortensie weiß
Kletterhortensie Tellerhortensie

Hortensien gefallen vom Frühling bis in den Winter. Der berühmte Staudengärtner Karl Foerster schrieb beispielsweise über die Hortensie:„Keine Blume stirbt schöner…“.
Tatsächlich kann ich mich garnicht entscheiden, wann mir der Blütenstand am besten gefällt. Letztenendes muss ich Herrn Foerster jedoch Recht geben, denn nichts verzaubert mein Herz mehr wie die vielfältigen vermuschelten Farben der trocknenden Hortensienblüte im Herbst.
Obwohl man mit der Hortensie die großen manchmall mannshohen Blütenhecken in Südengland oder der Bretagne verbindet, stammt diese Pflanze ursprünglich aus dem ostasiatischen Raum.
Nur wenige Arten kommen auch aus Südostasien und Nord- und Südamerika und den Azoren. Insgesamt umfasst die Gattung Hydrangea 70-80 Arten weltweit.
Der ganz überwiegende Teil der Arten wächst als Unterbewuchs in Wäldern.

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Gotthilf Rausch am 28. April 2014 in Allgemein, Fauna & Flora, Gartengestaltung

Stauden teilen – Wann, welche und wie ?

Stauden gehören zu unseren liebsten Pflanzen im Garten, da sie pflegeleicht und anspruchslos sind und uns trotzdem mit üppiger, abwechslungsreicher und farbenfroher Blütenpracht erfreuen.
Damit diese Fülle an Blüten auch über Jahre immer wiederkehrt, müssen Stauden alle paar Jahre geteilt werden, um sie zu verjüngen und ihre Kräfte zu erhalten.
PfingstroseAns das Teilen einer Staude sollte man immer dann denken, wenn ihre Blütekraft nachlässt, sie von innen her verkahlt oder wenn sie sich so stark ausbreitet, dass sie andere benachbarte Pflanzen überwuchert.
Ein weiterer Grund für die Teilung von Stauden kann selbstverständlich auch der Wunsch nach neuen vermehrten Pflanzen dieser speziellen Art sein.
Wie fast immer gibt es für das teilen von Stauden nicht eine einheitliche Regel, denn nicht alle Stauden müssen regelmäßig zum selben Zeitpunkt geteilt werden.
HerbstasternManche Arten brauchen diese Pflegemaßnahme wirklich regelmäßig alle 3-5 Jahre, andere erst nach 10-15 Jahren, manche brauchen sie garnicht und andere wiederum dürfen nicht geteilt werden. Deswegen finden Sie am Ende des Artikels eine Auflistung der gängigsten Staudenartenarten mit ihren entsprechenden Verjüngungsbedürfnissen.

Allgemeine Faustregeln wann welche Staude geteilt wird

  1. Stauden, die im Frühjahr blühen, werden nach der Blüte im Herbst geteilt, da sie für die Blüte alle Reserven verbrauchen und so genügend Zeit haben, neue anzulegen.
  2. Stauden, die im Sommer und Herbst blühen werden im nächsten Frühjahr vor dem ersten Austrieb geteilt. Dieser Zeitpunkt fällt meistens in den März.
  3. Stauden, die Pfahlwurzeln ausbilden, werden garnicht geteilt.


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Gotthilf Rausch am 29. Oktober 2012 in Allgemein, Fauna & Flora, Gartenarbeit, Jahreszeiten

Alle Jahre wieder…
– Weihnachtsstern, Weihnachtskaktus
& Ritterstern (Amaryllis)

Weihnachten ist eine festliche Zeit voller Brauchtum und Traditionen. Von Land zu Land und Region zu Region wechseln diese Traditionen deutlich. Mittlerweile kann man jedoch weltweit bestimmte Pflanzenarten antreffen, die „traditionell“ für die Weihnachtsdekoration verwendet werden. Gemeint sind Rittersterne (Amaryllis), Weihnachtssterne (Poinsetttien) und Weihnachtskakteen. Diese Pflanzen blühen im Winter ungefähr um die Zeit von Weihnachten und beeindrucken durch äußerst prachtvolle Blüten, die entweder durch ihre Farbgebung, die Größe und Form oder auch durch die Menge der Blüten überzeugen.

Weihnachtsstern Ritterstern-Amaryllis Weihnachtskaktus
Ritterstern-Amaryllis Weihnachtskaktus Weihnachtsstern

Alle drei Pflanzenarten sind allerdings nicht sehr traditionell, da keine von ihnen bei uns heimisch wächst. Dies erklärt sich natürlich eigentlich von selbst durch die Blütezeit im Winter. Es handelt sich durchweg um Pflanzen aus Mittel- und Südamerika, die ihren Eroberungsfeldzug als Weihnachtspflanzen erst Mitte des letzten Jahrhunderts antraten.
Heute kann man sich das europäische Weihnachten ohne sie garnicht mehr vorstellen. Damit Sie viel Freude an Ihren Pflanzen für das Fest und durchaus auch noch eine lange Zeit danach, finden Sie nun im Folgenden die passenden Pflanzenportraits mit wichtigen Pflege-Tips:

Ritterstern (Hippeastrum-Hybride)

Amaryllis

  • Pflanzensteckbrief
    • Herkunft: Rittersterne stammen aus den Trockenzonen in Südamerika. Sie gehören zur Familie der Amaryllisgewächse (Amaryllidaceae) und wurden lange Zeit mit dem Namen Amaryllis bezeichnet. Dieser ist jedoch nicht korrekt, da er nur Pflanzen meint, die aus Südafrika stammen. Dennoch ist der Name Amaryllis für den Ritterstern bei uns weitau mehr verbreitet wie der korrekte Name.
    • Wuchs: Der Ritterstern gehört zu den Geophyten. Wie die meisten Zwiebelpflanzen braucht er eine Ruhephase, die in die Zeit von August bis Dezember fällt. Die Pflanze eignet sich hervorragend als Topfpflanze und wird im Durchschnitt ca. 45 cm hoch.
    • Blätter: Die Blätter bilden sich erst nach der Blüte zum Frühjahrsanfang. Sie sind je nach Sorte hell bis kräftig grün und werden ebenfalls ca. 45 cm lang. Ihre Form ist länglich lineal.
    • Blüte: Die Blüten bilden sich nach 6-8 Wochen nach Ende der Ruhephase im Dezember bis Februar. Aus Der Zwiebel erscheint ein hohler, ca. 45 cm langer Blütenschaft, der 3-4 große Blüten hervorbringt. Bei kräftigen, großen und gesunden Blumenzwiebeln können die Einzelblüten einen Durchmesser von bis zu 20 cm erreichen und blühen für ungefähr zwei Wochen. Nach dem ersten Blütenschaft folgt etwas später meistens noch ein zweiter. Die klassische Farbe der Blüten ist kräftig rot. Es gibt aber mittlerweile eine riesige Auswahl unterschiedlichster Hybrid-Sorten mit Blütenvarianten von strahlend weiß über zart rosa bis dunkelrot, gestreift, gepunktet und mehrfarbig. Die Blüten gibt es in einfachen und gefüllten Varianten.

  • Standort: Rittersterne brauchen einen sonnigen Standort. Die Zwiebeln brauchen nicht viel Platz. normalerweise reicht es vollkommen aus, wenn um die Zwiebel herum noch ca. 2 cm Platz sind bis zum Topfrand.
    Zwiebelpflanzen bevorzugen es trocken und reagieren auf Staunässe äußerst empfindlich mit Schimmelbefall und Fäulnis. Der Topf sollte deswegen unbedingt Drainagelöcher haben. Eine ganz normale, lockere Blumenerde ist vollkommen ausreichend.
  • Pflege: Normalerweise kauft man entweder die reine trockene Zwiebel oder aber die antreibende Zwiebel fertig gepflanzt im Topf. Pflanzt man die Zwiebel selber so darf sie nicht zu tief gepflanzt werden. Nur maximal die Hälfte der Zwiebel verschwindet in der Erde, der Rest muss unbedingt oberhalb der Erdoberfläche herausragen. Diese Maßnahme lässt die Zwiebel schneller abtrocknen und schützt vor zuviel Nässe. Nach dem Pflanzen einmal gut angießen und dann am besten das Gießen vergessen bis der erste Blütenschaft ca. 20 cm hoch gewachsen ist. Gießt man in dieser Zeit zu viel, so bildet sich manchmal garnicht oder erst sehr verzögert der ersehnte Blütenschaft. Erst dann wird die Erde ständig feucht gehalten und einmal wöchentlich darf mit einem Pflanzendünger gedüngt werden.

    Möchte man im nächsten Jahr wieder einen blühenden Ritterstern haben, so muss dieser nach der Blüte unbedingt gut weitergepflegt werden. Bis zum August ist er nämlich in der Wachstumsphase und füllt seine Reserven wieder auf für die nächste Ruhe- und Blütephase. Weiterhin mäßig, aber regelmäßig gießen und einmal wöchentlich düngen. Da nur noch Blätter wachsen, kann man ihn getrost ab Ende Mai in den Garten pflanzen an einen Platz an dem er nicht stört und trotzdem ausreichend Licht bekommt.

    In unseren Breiten muss im August die notwendige Ruhephase künstlich eingeleitet werden. Stellen Sie hierfür das Gießen komplett ein und stellen sie die Zwiebel an einen dunklen und kühlen Ort. Temperaturen um +10°C wären die optimale Umgebung. Die Zwiebel zieht nun ihre Blätter ein und hält eine dreimonatige Ruhe ein. Rechtzeitig im Dezember kann man den Topf wieder hervorholen, gegebenenfalls die Zwiebel in neue Erde setzen, bei Zimmertemperatur an einen hellen Platz stellen, einmalig angießen und auf die wunderschöne Blüte warten.

  • Vermehrung: Wenn man einen Ritterstern länger wie eine Blühphase behält, so kann man irgendwann mit der Bildung von kleinen Brutzwiebeln rechnen. Diese erkennt man daran, dass neben der Zwiebel Blätter aus der Erde herauswachsen. Nach der folgenden Ruhephase kann man die Zwiebelchen von der Mutterzwiebel abtrennen und in einen eigenen kleinen Topf pflanzen. Allerdings kann es 3-4 Jahre dauern bis aus den Brutzwiebeln blühfähige Zwiebeln geworden sind. Die heranwachsenden Brutzwiebeln brauchen keine Ruhephase. Sie werden wie die großen durchgehend gepflegt bis sich das erste Mal ein Blütenschaft bildet.

Weihnachtskaktus (Schlumbergera)

Weihnachtskaktus

  • Pflanzensteckbrief
    • Herkunft: Der Weihnachtskaktus stammt ursprünglich aus der Mata Atlântica, dem atlantischen tropischen Regenwald im Osten Brasiliens. Die ursprüngliche Form ist als Zimmerpflanze kaum noch zu finden. Im Handel werden durchweg Kreuzungen und Hybriden angeboten mit besobderen Blütenfarben und -formen.
    • Wuchs: Der Weihnachtskaktus gehört zur Familie der Kakteengewächse (Cactaceae). Er wächst strauchartig überhängend, bildet viele charakteristische Triebe aus den flachen Blattsegmenten und ist sehr anspruchslos.
    • Blätter: Dunkelgrüne Triebsegmente, die scheinbar eines aus dem anderen wachsen und wie eine Gliederkette wirken.
    • Blüte: In der Zeit von November bis Februar kann der Weihnachtskaktus eine Fülle beeindruckender Blüten hervorbringen. Die häufigste Blütenfarbe ist knallig pink bis zart blassrosa. Es gibt jedoch auch Varianten mit roten, orangen, gelben und weißen Blüten. Diese sind röhrenartig geformt. Die Blütenblätter liegen schuppenartig um diese Blütenröhre herum. Sehr charakteristisch sind die langen Staubblätter, die weit aus der Blüte herausragen und sie zu einem sehr zarten und filigranen Gebilde machen.

  • Standort:Pflanzen dieser Art mögen sonnige bis halbschattige Standorte bei Temperaturen über +10°C. Direkte Sonne ist ihnen jedoch meistens zu viel. Die Blätter verfärben sich dann rötlich. Im Sommer können die Pflanzen gerne an einen geeigneten Platz auf Balkon oder Terrasse umziehen. Als Kaktusgewächs bevorzugt der Weihnachtskaktus mageren und durchlässigen Boden. Sehr empfehlenswert ist die Verwendung von guter Kakteenerde aus dem Fachhandel.
  • Pflege:Schlumbergera sind sehr pflegeleicht und damit auch durchaus geeignet für Menschen ohne grünen Daumen. Das wichtigste ist der zuvor beschriebene richtige Standort und sparsames Gießen. Der Weihnachtskaktus verträgt keine Staunässe. Gießen Sie ihn deswegen immer dann durchdringend, wenn die Erde abgetrocknet ist und er wird wunderbar wachsen und gedeihen. Nach der Blütephase, wenn sich die neuen Blätter bilden, darf einmal monatlich mit einem Kakteendünger gedüngt werden.
    Bevor der Kaktus wieder blüht, benötigt er eine Ruhephase von ca. sechs Wochen. Stellen Sie Ihn also ab Mitte September an einen kühleren und ruhig schattigen Ort und reduzieren sie das Gießen auf ein absolutes Minimum (schlückchenweise). Erst wenn sich die Blütenknospen zeigen, darf langsam wieder mehr gegossen werden und die Pflanze zieht wieder an einen helleren und sonnigeren Ort um.
  • Vermehrung: Am leichtesten ist die Vermehrung des Weihnachtskaktus mit Blattstecklingen. Schneiden Sie dafür kleine Triebstücke mit 2-3 Blattsegmenten ab und stecken Sie diese 1-3 cm tief in Kakteenerde. Angießen und eventuell die ersten Tage mit einem Gefrierbeutel abdecken, um die Luftfeuchtigkeit für die Pflanze zu erhöhen. Nur gießen, wenn die Erde abgetrocknet ist. Schon bald bilden sich neue Blätter, wenn die Wurzelbildung gut funktioniert hat.

Weihnachtsstern (Euphorbia pulcherrima)

  • Pflanzensteckbrief
    • Herkunft: Der Weihnachtsstern ist eine Pflanze der tropischen Laubwälder Mittel- und Südamerikas und gehört zur Familie der Wolfsmilchgewächse (Euphorbiaceae). Mittlerweile ist seine Verbreitung jedoch weltweit fortgeschritten. Große Populationen finden sich zusätzlich in Afrika, Asien, und Australien.
      Alexander von Humboldt brachte den Weihnachtsstern 1804 mit nach Europa. Die Vermarktung zur heute an Weihnachten in Massen verkauften Pflanze fand jedoch erst Anfang des 20. Jahrhunderts statt durch deutsche Auswanderer in Kalifornien. Seit dem ist der Weihnachtsstern zu einem festen Bestandteil der weihnachtlichen Dekoration geworden. Ihn zu Ehren gibt es in den USA sogar den „Poinsettia Day“ am 12. 12. jeden Jahres, an dem man sich gegenseitig mit dieser Pflanze beglückt.
    • Wuchs: Weihnachtssterne wachsen inihrer Heimat als immergrüner Strauch, der tatsächlich Höhen von bis zu 4 m erreichen kann. Wir hier kenen die Pflanzen eher als kleine bis mittelgroße Topfpflanze, die auch als kleiner Hochstamm gezogen werden kann.
    • Blätter: Die Blätter sind lang gestielt (ca. 8 cm<), länglich oval, je nach Sorte leicht gezahnt mit einer dunkelgrünen Ober- und einer helleren Unterseite. Was viele fälschlicherweise für die Blüte halten, sind in Wahrheit farbigen Hochblätter (Brakteen), die sich sternenförmig um die eigentlichen Blüten anordnen. Diese Hochblätter können leuchtend rot über rosa nach weiß sämtliche Schattierungen aufweisen und auch panachiert sein./li>
    • Blüte: In der Blütezeit von November bis Februar bildet die Pflanze sogenannte Cyathien aus. Darunter versteht man einfachste eingeschlechtliche Blüten, die in diesem Fall ganz unscheinbar grün gelb gefärbt sind und sich in der Mitte des Sterns aus Hüllblättern befinden. Ein Tip: Das Vorhandensein der Blüten weist auf eine junge, frische Blüte hin. Mit fortgeschrittener Alterung wirft die Pflanze diese Blüten ab. Achten Sie darauf beim Kauf einer Pflanze.

  • Standort: Je wärmer der Standort desto heller sollte er sein. Andernfalls reagiert der Weihnachtsstern mit dem Abwerfen der Blätter. Der Standort sollte also gleichmäßig warm bei ca.+20°C, hell und ohne Zugluft sein. Auf Kältereize reagiert die Pflanze ebenfalls sehr empfindlich mit dem gleichen Symptom und kann innerhalb weniger Tage völlig kahl dastehen. Achten Sie deshalb auch unbedingt auf einen guten Kälteschutz beim Transport und meiden sie beim Kauf Pflanzen, die im zugigen Eingangsbereich eines Ladens stehen.
  • Pflege:Auf Grund der großen Blätter, verdunstet die Pflanze sehr viel Wasser und benötigt auch sehr viel Nachschub. Dennoch verträgt sie überhaupt keine Staunässe. Gießen Sie Ihren Weihnachtsstern daher lieber öfters, aber immer erst dann, wenn die Erde oberflächlich getrocknet ist. Entfernen Sie nach ein paar Minuten dann unbedingt das überschüssige Gießwasser aus Übertopf oder Pflanzenuntersetzer.
    Nicht während der Blühphase düngen. Erst nach Bendung der Blüte mit einem handelsüblichen Zimmerpflanzendünger einmal monatlich düngen.
    Weihnachtssterne gehören zu den Kuztagespflanzen. Möchte man sie im nächsten Jahr wieder zum Blühen bringen, so gelingt dies nur, wenn die Pflanze ab Oktober täglich für 12 Stunden absoluter Dunkelheit ohne Störlicht ausgesetzt werden. Die einfachste Möglichkeit wäre das Abdecken der Pflanzen mit einem Karton oder das Einstellen in einen geschlossenen Schrank von beispielsweise 18 bis 8 Uhr. Diese Prozedur muss für 6-8 Wochen durchgehalten werden, dann beginnt der Weihnachtsstern wieder mit der Blütebildung rechtzeitig zu Weihnachten.
    Im Frühjahr regt ein kräftiger Rückschnitt einen buschigen Neuaustrieb an.
  • Vermehrung:Auch bei dieser Pflanze bietet sich die Stecklingsvermehrung an. Nutzen Sie doch die geschnittenen Triebspitzen vom Rückschnitt und pflanzen Sie diese in gut durchlässige Erde (Blumenerde und Sand im Verhältnis 2:1 mischen). Entfernen Sie zuvor alle Blätter bis auf drei, um die Verdunstung zu minimieren. Empfehlenswert ist für die ersten Wochen die Abdeckung der Stecklinge mit einem Gefrierbeutel aus dem gleichen Grund. Stecken Sie ruhig mehrere Stecklinge in einen Topf, denn so entsteht relativ schnell eine schöne buschige neu Pflanze.

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Gotthilf Rausch am 22. Dezember 2011 in Allgemein, Fauna & Flora, Giftige Pflanzen, Jahreszeiten

Beeren-Rausch für alle Naschkatzen im Sommer-Garten

Um gleich falschen Vorstellungen vorzubeugen, eine kurze Erklärung zum Begriff „Beerenrausch“.
Gemeint ist hier nicht der Bärenrausch, den man unweigerlich zu spüren bekommt, wenn man zu viel vom vergorenen Beerensaft genascht hat, sondern das rauschartige Gefühl der Freude, das einem beim morgendlichen Rundgang durch den sommerlichen Garten überfällt, weil an jeder Ecke und in jeder Niesche kleine reife Beeren darauf warten, den Gaumen zu kitzeln.

Brombeere Erdbeeren Johannisbeeren Himbeeren

In meinem Fall wandert ein Großteil dieser Köstlichkeiten sofort an Ort und Stelle von der Hand in den Mund. Ein bessereres Frühstück kann ich mir im Sommer garnicht vorstellen.
Das Großartige an diesen kleinen Früchten mit dem riesigen Geschmackspotential ist ihre Vielseitigkeit. Es gibt Pflanzenarten in den verschiedensten Größen mit den unterschiedlichsten Boden- und Lichtansprüchen, so dass für jede Art von Garten etwas dabei sein sollte.
…und sogar auf dem Balkon ist das Anlegen eines kleinen Naschgartens möglich.
Das Wort Beere ist allerdings ein Begriff, der hier zunächst geklärt werden sollte, denn unter Beeren versteht man umgangssprachlich häufig andere Früchte, die per Definition eigentlich nicht zu den Beeren gehören.

Was versteht man unter einer Beere?

Eine Beere ist eine Frucht die man an folgenden Merkmalen erkennt:

  1. Eine Beere enthält in ihrem Inneren mehrere Samen
  2. Diese Samen sind von einer fleischigen Fruchtwand mit saftiger Innenschicht umschlossen und geschützt.
  3. Eine Beere entsteht aus einem Fruchtknoten und ist häufig von runder Form und kräftiger Farbe.
  4. Beeren gehören zu den Schließfrüchten.
  5. Ist die Außenschicht der Fruchtwand hart, wie etwa beim Kürbis oder bei Gurken, so spricht man auch von einer Panzerbeere.
  6. Sehr selten gibt es sogenannte Sammelbeeren, die dann entstehen, wenn eine Blüte mehrere Fruchtknoten hat, aus denen jeweils eine Beere entsteht.

Beachtet man diese Merkmale, dann gehören folgende Früchte zu den Beeren:

  • Johannisbeeren
  • Stachelbeeren
  • Weintrauben
  • Kiwis
  • Zitronen
  • Orangen
  • Melonen
  • Datteln
  • Papayas
  • Tomaten
  • Gurken
  • Kürbisse
  • Paprikas
  • Auberginen
  • Bananen

Erstaunlicherweise ist die Auswahl an tatsächlichen Beeren für den Naschgarten garnicht so groß.
In Wahrheit sind es nur die schwarzen, roten und weißen Johannisbeeren, die Stachelbeeren, Weintrauben und natürlich auch die Tomaten, denn die meisten zuckersüßen, kleinen Cocktailtomaten schaffen bei mir ebenfalls den Weg in die Küche nur selten.
In meinem Garten wächst natürlich noch so manch eine andere Frucht, die ich zum Beeren-Rausch dazu zählen würde.

Welche Pflanzenarten eignen sich für einen Nasch-Garten?

Klassischerweise denkt man zu allererst an Erdbeeren, Himbeeren, Heidelbeeren und Brombeeren. Diese Früchte wachsen über eine relativ lange Periode und sind vor allem besonders süss und aromatisch, so dass sie ohne weitere Verarbeitung und Behandlung schmecken. Auch Stachelbeeren und Johannisbeeren passen noch in diese Gruppe, obwohl sie oftmals etwas saurer ausfallen und deswegen oft nicht so bevorzugt werden, wenn es genügend Früchte aus der ersten Gruppe im Angebot gibt.
In den letzten Jahre sind jede Menge neue Beeren auf dem Markt erschienen. Es handelt sich dabei häufig um neue Kreuzungen, wiederentdeckte alte Sorten beziehungsweise neu importierte Pflanzen, die in den meisten Fällen im asiatischen Raum beheimatet sind und auch in unserem Klima leben können.
Im Folgende finden Sie eine genauere Kurzbeschreibung sämtlicher „Beeren“, die für einen Naschgarten interessant sein könnten:

Aronia / Apfelbeere (Aronia melanocarpa)

  • Früchte:
  • Pflanzzeit:
  • Erntezeit:
  • Standort:
  • Pflege:

Brombeere (Rubus fruticosus)

  • Früchte: Die blauschwarzen Früchte sind botanisch gesehen keine Beeren, sondern Sammelsteinfrüchte.
  • Pflanzzeit: März-April
  • Erntezeit: frühestens ab Juli bis zum Frost
  • Standort: Brombeeren lieben windgeschützte, warme und sonnige Standorte. Sie gehören zu den Kletterpflanzen und benötigen als Spreizklimmer eine einfache Kletterhilfe. Gut geeignet sind Mauern, Zäune oder auch einfache Spaliere an der Hauswand.
    Brombeeren bevorzugen lockere, humose und feuchte Böden. Lieber zu sandig wie zu schwer und nass.
  • Pflege: Blüten und Früchte bilden sich an den Seitentrieben im 2.Jahr. Nach der Fruchtbildung sterben diese Ruten ab und können im Frühjahr bodennah abgeschnitten werden. Da die Pflanze sehr wüchsig ist und zur Gestrüppbildung neigt, sollte man im Frühjahr einen Rückschnitt vornehmen und die neuen Ruten gleich durch Anbinden leiten.
    Im Frühjahr düngen mit chloridfreien Volldünger sowie gut verrottetem Stallmist. Gerne auch regelmäßig mit Brennessel- oder Beinwelljauche gießen.

Cranberry / Großfruchtige Moosbeere (Vaccinium macrocarpon)

  • Früchte: 2 cm kleine, hellrote bis tiefdunkelrote, runde Beeren mit rotem bis schwarzem Fruchtfleisch und essbaren Kernen. Cranberries können roh gegessen werden. Sie werden allerdings meistens weiterverarbeitet, da sie ein herb-sauren Geschmack haben, dem ein bißchen zusätzliche Süße nicht schadet.
  • Pflanzzeit:
  • Erntezeit: September-Oktober
  • Standort:
  • Pflege:

Erdbeeren

  • Früchte: 2-5 cm große, leuchtend rote bis dunkelrote Sammelnussfrüchte
  • Pflanzzeit: Neupflanzungen von Gartenerdbeeren sind am besten Ende Juli bis Ende August. Die Pflanzen haben dann noch genügend Zeit zum Anwachsen und zur Blütenbildung, so dass sie im nächsten Jahr schon Früchte tragen. Monats- und Walderdbeeren wollen lieber im Frühjahr gepflanzt werden.
  • Erntezeit: Die Haupternte ist im Juni/Juli. Bis zum Oktober gibt es dann noch weitere Früchte von den Monatserdbeeren, die dauerhaft tragen.
  • Standort: Da Erdbeeren ursprünglich im Wald vorkamen, bevorzugen auch unsere Gartenerdbeeren durchlässige, tiefgründige, humus- und nährstoffreiche, schach saure Böden. Die Beete sollten schon ca. zwei Monate vor der Pflanzung gut gelockert und mit reifem Kompost versetzt werden.
  • Pflege: Die Pflanzen bringen für ca. 4 Jahre reiche ernten am gleichen Standort. Danach sollten neue Pflanzen an neuem Standort gestzt werden. Erdbeeren sind spätfrostgefährdet. Decken sie die Pflanzen bei drohender Gefahr mit einem Frühbeetvlies ab.
    Während der Blütenneuanlage und der Fruchtbildung mögen die Pflanzen es gerne feucht. Zur Fruchtreife sollte weniger gewässert werden, um das Aroma zu verbessern und die Beeren vor Fäulnis zu schützen. Aus gleichem Grunde sollten die Pflanzen ab beginn der Fruchtbildung eine Mulchdecke erhalten aus Stroh, Holzwolle oder fester Pappe. Diese bewahrt die Früchte ebenfalls vor Fäulnis und vor Verschmutzung. Gedüngt wird nach der Ernte mit speziellem Dünger, Kompost oder Gesteinsmehl.

Goji-Beere

  • Früchte:
  • Pflanzzeit:
  • Erntezeit:
  • Standort:
  • Pflege:

Heidelbeeren

  • Früchte: Abgeplattet runde Beeren, ca. 1 cm groß, von blauschwarzer Farbe. Im reifen Zustand sind die Beeren blaugrau bereift.
  • Pflanzzeit: Im Herbst
  • Erntezeit: Juli-September
  • Standort: Heidelbeeren lieben einen warmen, vollsonnigen und windgeschützten Standort. Stehende Hitze vertragen sie jedoch nicht. Da es sich um Heidekrautgewächse handelt, benötigen sie einen sauren, humosen, gut durchlässigen und belüfteten Boden. Der pH-Wert sollte möglichst zwischen 4,0 und 5,0 liegen. Gegebenenfalls sollte die Erde im Heidelbeerbeet entsprechend präpariert werden durch Anreicherungen mit gewaschenem Sand, Torf, Rindenmulch, Sägespänen oder Holzhäcksel von Nadelbäumen. Natürlich geht auch eine fertige Rhododendronerde.
  • Pflege: Gießen Sie die Pflanzen regelmäßig mit Regenwasser., denn das kalkhaltige Leitungswasser wird nicht gut vertragen. Heidelbeeren benötigen eine regelmäßige gute Wasserversorgung ohne Staunässe. Um dieses zu erreichen und um den Boden sauer zu halten, empfiehlt sich das Mulchen mit Sägespänen oder Sägemehl sowie mit Rindenmulch aus Nadelbäumen.
    Gedüngt werden kann im Frühjahr mit kalkfreiem speziellen Heidelbeer- und Rhododendrondünger aus dem Fachhandel. Auf gar keinen Fall mit Mist oder Kompost düngen. Bei einem Übermaß an Kalk stellen die Pflanzen das Wachstum ein und die Blätter verfärben sich gelb.
    Im Spätwinter ist ein Auslichtungsschnitt sinnvoll. Entfernen Sie alte 4-5jährige Triebe und zu schwache nach innen wachsende, so dass ca. 6-8 kräftige triebe übrig bleiben.

Himbeeren

  • Früchte: Rundliche bis kegelförmige, länglich walzenförmige Sammelsteinfrüchte in rot, rosa und gelb
  • Pflanzzeit: Im Frühjahr oder Herbst. Da Himbeeren Flachwurzler sind, sollen sie nicht tiefer gepflanzt werden wie sie im Topf waren. Die grundständigen Triebknospen sollen also auf keinen Fall tiefer wie 5 cm in der Erde sein. Kürzen Sie die Haupttriebe auf ca. 20-30 cm ein und entfernen sie alle Seitentriebe, damit die Pflanze ihre Kraft erstmal in die Wurzeln steckt.
  • Erntezeit: Je nach Sorte ab Juni bis zum Frost.
  • Standort: Tiefgründiger, humoser, lockerer und feuchter Boden (pH 5,5-6,0). Keine Staunässe. Himbeeren bevorzugen sonnige und windgeschützte Standorte, kommen aber auch mit Halbschatten zurecht.
  • Pflege:

Honigbeere

  • Früchte:
  • Pflanzzeit:
  • Erntezeit:
  • Standort:
  • Pflege:

Japanische Weinbeere

  • Früchte:
  • Pflanzzeit:
  • Erntezeit:
  • Standort:
  • Pflege:

Jochelbeere

  • Früchte:
  • Pflanzzeit:
  • Erntezeit:
  • Standort:
  • Pflege:

Johannisbeeren

  • Früchte:
  • Pflanzzeit:
  • Erntezeit:
  • Standort:
  • Pflege:

Jujube / Chinesische Dattel

  • Früchte:
  • Pflanzzeit:
  • Erntezeit:
  • Standort:
  • Pflege:

Lenzbeere / Maibeere

  • Früchte:
  • Pflanzzeit:
  • Erntezeit:
  • Standort:
  • Pflege:

Preiselbeere

  • Früchte:
  • Pflanzzeit:
  • Erntezeit:
  • Standort:
  • Pflege:

Stachelbeeren

  • Früchte:
  • Pflanzzeit:
  • Erntezeit:
  • Standort:
  • Pflege:

Tayberry

  • Früchte:
  • Pflanzzeit:
  • Erntezeit:
  • Standort:
  • Pflege:

Wu-wei-zi / Chinesische Fitnessbeere

  • Früchte:
  • Pflanzzeit:
  • Erntezeit:
  • Standort:
  • Pflege:

Die Uhr des Gärtners hat eine andere Zeit – der phänologische Kalender

Frühlings-Proklamation
Hier in der Oberpfalz wird es dieses Jahr wiedermal besonders sichtbar, dass man sich als Gärtner nicht auf den üblichen Datumskalender verlassen kann, wenn es um den Beginn der Jahreszeiten geht.
Bekanntermaßen beginnt der Frühling ja offiziell am 21. März. Die Nächte sind jetzt Anfang März zwar noch frostig, aber die Tage werden länger und die Sonne gewinnt täglich an Kraft. Bei diesem Wetter kann mich auf jeden Fall nichts mehr drinnen halten und sowohl gefühlsmäßig als auch bestätigt durch einen Blick nach draußen in meinen Garten, muss ich verkünden:“Der Frühling ist da!“
Zufällig weiß ich vom letzten Jahr, dass genau um diese Zeit gut 50 cm Schneedecke den Garten bedeckte und von blühenden Pflanzen weit und breit noch nichts zu sehen war. Der kalendarische Frühlingsbeginn, der sich nach astronomischen und meteorologischen Begebenheiten richtet, ist also keine sinnvolle Zeitangabe, wenn es darum geht, wann man mit welchen Arbeiten im Garten beginnen sollte.
Für die Bauern gilt natürlich genau das gleiche Problem. Deswegen haben diese schon vor Jahrhunderten begonnen, die Natur zu beobachten, um festzustellen, welche Pflanzen einen sicheren Hinweis darauf geben, dass sich eine Jahreszeit ändert. Dies kann der Blühbeginn der ersten Frühlingsblüher sein, die Blüte von Obstbäumen oder der Laubabwurf bestimmter Gehölze.
Aus solchen
Beobachtungen entstand ein neuer flexibler Kalender, der von Region zu Region sehr unterschiedlich ausfallen kann auf Grund des dort vorherrschenden Klimas. Mit Hilfe von ganz gezielt ausgewählten Pflanzen, die einheitlich fast flächendeckend in Deutschland vorkommen, lassen sich jeweils für den eigenen Wohnort ganz einfach die Jahreszeiten bestimmen nach dem eben beschriebenen „phänologischen Kalender“.
Die Phänologie ist die Lehre von den natürlichen Erscheinungen (griech. „mir erscheint“) und erfasst jährlich periodisch wiederkehrende Entwicklungserscheinungen in der Natur, die vor allem alle Pflanzen betreffen, aber auch bestimmte Phänomene der Tierwelt mit einschließen wie beispielsweise die erste Biene oder der erste Schmetterling des Jahres.
Die Einteilung der Jahreszeiten erfolgt sehr viel feiner und detaillierter, so dass man nicht nur Frühling, Sommer, Herbst und Winter unterscheidet, sondern diese nochmals in einzelne Phasen trennt, so dass letztendlich zehn Jahreszeiten entstehen.

Die 10 phänologischen Jahreszeiten

  1. Schneeglöckchen

    Vorfrühling

    :Zeigerpflanze: Beginnt mit dem Blübeginn von Hasel, Schneeglöckchen und Schwarzerle, endet mit dem Blühbeginn von der Salweide
    Es blühen u.a.: Winter-Jasmin, Winterling, Huflattich, Lerchensporn und Seidelbast
    Tierwelt: Amseln bauen Nester, Stare kehren zurück, Maulwürfe produzieren erste Maulwurfshügel, Grasfrösche beginnen zu laichen
    Gartenarbeit: Gehölze pflanzen und schneiden


  2. Forsythie

    Erstfrühling

    :Zeigerpflanze: Blühbeginn Forsythie und Blattentfaltung der Stachel- und Johannisbeere
    Es blühen u.a.: Salweide (Kätzchen!), Schlehe, Anemone, Primel, Sumpfdotterblume, Kirsche, Pflaume, Birne und Ahorn
    Tierwelt: Schwalben kehren zurück, Rotschwanz brütet, Kröten wandern, Insekten erscheinen
    Gartenarbeit: Aussaat von Wildblumen, Bodenschlamm aus Teich entfernen, Nisthilfen für Insekten


  3. Apfelblüte

    Vollfrühling

    :Zeigerpflanze: Blühbeginn von Apfel und Flieder und Blattentfaltung bei der Stiel-Eiche
    Es blühen u.a.: Eberesche, Weißdorn, Rosskastanie, Löwenzahn, Maiglöckchen
    Tierwelt: Der Kuckuck ruft. Bilche erwachen, Maikäfer fliegen
    Gartenarbeit: Stauden pflanzen, sommerliche Zwiebelblumen setzen, Blumenwiese anlegen, Wildkräuter ernten


  4. Holunderblüte

    Frühsommer

    :Zeigerpflanze: Blühbegin des Schwarzen Holunders, der Robinie und vieler Gräser (Beginn der Heuschnupfen-Zeit!)
    Es blühen u.a.: Wildrosen, Pappel, Weißdorn, Wald-Geißbart und Türkischer Mohn
    Tierwelt: die erste Brut vieler Singvögel wird flügge. Grillen beginnen zu zirpen
    Gartenarbeit: jäten, Stauden teilen und vermehren


  5. Schwarze Johannisbeere

    Hochsommer

    :Zeigerpflanze: Blühbeginn von Sommer- und Winterlinde, Reife von Johannisbeere und Winterroggen
    Es blühen u.a.: Wegwarte, Kartoffeln und verschiedene Doldenblütler
    Tierwelt:Glühwürmchen flíegen, Frösche quaken, Maulwürfe werden noch aktiver (Jungtiere!)
    Gartenarbeit: Johannisbeeren, Erdbeeren und erste Himbeeren ernten, bei Trockenheit gießen, Unkraut jäten


  6. Vogelbeere

    Spätsommer

    :Zeigerpflanze: Fruchtreife von Eberesche und frühen Apfelsorten, Blütebeginn von Heidekraut und Herbst-Anemone
    Es blühen u.a.:
    Tierwelt: Es fliegen vermehrt Libellen und Stechmücken
    Gartenarbeit: Magerwiese ein einziges Mal mähen, Wildfrüchte und frühes Obst ernten


  7. Holunderbeeren

    Frühherbst

    :Zeigerpflanze: Blütebeginn der Herbst-Zeitlose, Fruchtreife von Schwarzem Holunder und Hasel
    Es blühen u.a.: Heidekraut
    Tierwelt:
    Gartenarbeit: Zwiebeln und Knollen fürs Frühjahr pflanzen, Birnen, Zwetschen und Holunderbeeren ernten


  8. Herbstlaub

    Vollherbst

    :Zeigerpflanze: Fruchtreife von Stiel-Eiche und Rosskastanie
    Es blühen u.a.: nur noch wenige Blüten, statt dessen beginnt sich das Laub bunt zu verfärben
    Tierwelt: Altweibersommer; Stare ziehen davon
    Gartenarbeit: Hecken- und Gehölzschnitt, weitere Blumenzwiebeln pflanzen. Kaltkeimer aussäen, Spätkartoffeln, Rüben, Quitten, Walnuss und Äpfel ernten


  9. Eichenlaub

    Spätherbst

    :Zeigerpflanze: Blattverfärbung bei Stieleiche und Rosskastanie und
    Es blühen u.a.: fast alle Pflanzen werfen ihr Laub ab
    Tierwelt: Eichhörnchen sammeln Vorräte, Igel suchen einen Platz zum Überwintern
    Gartenarbeit: Gehölze pflanzen, Laub und Algen aus dem Teich fischen, Nistkästen säubern


  10. Baum im Winter

    Winter

    :Zeigerpflanze: Auflaufen des Winterweizens
    Es blühen u.a.:Blüte von Christrose, Schneeheide. Ansonsten herrscht weitestgehend Vegetationsruhe. Der phänologische Winter geht ungefähr von Ende November/Anfang Dezember bis Mitte/Ende Februar.
    Tierwelt: Man bekommt nur noch heimische Vogelarten und Wintergäste auf der Durchreise zu Gesicht.
    Gartenarbeit: Gehölzschnitt (nicht bei Frost!), Teich bei Eisdecke belüften, bei starken Schneefall eventuell die Zweige von Gehölzen entlasten


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Berta Rausch am 08. März 2011 in Allgemein, Fauna & Flora, Jahreszeiten, Wetter

Der Schmetterling (Lepidoptera)
– das schönste Flatterding im Garten

Admiral

Einen Schmetterling
– so zierlich schön –
habe ich heute
in unserem Garten gesehen.

Pfauenauge
Kleiner Fuchs

Er flatterte
auf und ab
und brachte alles
um sich herum auf Trab.

Admiral
Diestelfalter

Ich wollte ihn fangen,
doch nein – er war so klein,
und seine bunten Flügel
waren wie Sonnenschein.

Trauermantel
Pfauenauge

Da flatterte er daher,
ganz leicht im Wind,
und die Zeit flog mit ihm fort,
so ganz geschwind.

Diestelfalter

Seitdem der Schmetterlingsstrauch (Buddleja davidii oder alternifolia) in voller Blüte dasteht, fallen sie einem wieder vermehrt ins Auge, die Schmetterlinge (Lepidoptera).
Den meisten Menschen sind vor allem die Tagfalter ein Begriff wie Pfauenauge, Admiral, Kohlweißling, etc., die tagsüber auf Nahrungssuche gehen und in vielen Fällen als wunderschöne buntgemusterte Flecken durch die Lüfte torkeln.
Schmetterlinge sind dabei nicht nur hübsch anzuschauen. Im Laufe ihres Lebens durchlaufen sie verschiedenste Entwicklungsphasen und beeinflussen den Garten jeweils unterschiedlich im positiven und negativen Sinne.

Die Metamorphose des Schmetterlings

Schmetterlinge stellen eine eigene Ordnung dar in der Gruppe der Insekten. In Europa sind ca. 3000 Arten bekannt. Dies mag einem zunächst viel erscheinen, wenn man kurz inne hält und die Arten aufzählt, die einem sofort in den Sinn kommen. Doch darf man nicht vergessen, dass die Gruppe der Schmetterlinge sowohl Tagfalter als auch Nachtfalter umfasst, welche uns besser bekannt sind als Motten.
Diese erste Einteilung geschieht durch die Tageszeit, während der der entsprechende Schmetterling auf Nahrungssuche geht.
Damit ist das Pferd jedoch von hinten aufgezäumt, denn der fertige Falter ist das Endstadium des Schmetterlings, der sogenannte Imago. Beginnen wir also am Anfang der Entwicklung:

  1. In diesem Fall beginnt die Geschichte mit dem Ei. Das Weibchen legt nach der Befruchtung zwischen 20 und 1000 Eier ab, aus denen dann die Raupen schlüpfen. Diese Eier werden je nach Art als ein Gelege oder in Grüppchen an verschiedenen Orten „angeklebt“. Die meisten Raupen schlüpfen schon nach 2-4 Wochen. Es gibt aber auch Schmetterlingsarten, deren Eier überwintern.
  2. Raupe_Kohlweißling Die Raupe ist das Larvenstadium des Schmetterlings und damit auch die Form, in der er das meiste frißt. Genaugenommen tut die Raupe nichts anderes als fressen, wachsen und sich vier- bis fünfmal häuten. Selbsterklärend ist das Larvenstadium damit die schädlichste Zeit in der Entwicklung des Schmetterlings für den Garten, denn er ernährt sich nun von Blättern, Nadeln, Blüten, Samen oder Früchten verschiedener Pflanzen, wobei viele Arten auf bestimmte Pflanzen spezialisiert und angewiesen sind. Genannt sei hier der Kohlweißling, dessen Raupen innerhalb kürzester Zeit einen starken Lochfraß an Kohlblättern bis hin zum Skelettierfraß verursachen können und oftmals auch im Inneren der Kohlköpfe wüten.

  3. Hat die Raupe genug gefressen und ihre Endgröße erreicht, so verpuppt sie sich. Die Puppe ist damit das Ruhestadium des Schmetterlings.Während dieser Puppenruhe verändert sich der Körper des Schmetterlings scheinbar komplett. Die sogenannte Metamorphose findet statt, denn jetzt wird aus der dicken und schwerfälligen Raupe der bunte und leichtflügelige Schmetterling. Die Puppe selbst kann sich kaum bewegen. In den meisten Fällen kann sie nur das Hinterteil leicht bewegen und sich dadurch in eine rollende Bewegung versetzen.
    Um sich vor Fressfeinden in diesem Stadium zu schützen, bleibt ihnen nur die Tarnung oder ein sicheres Versteck. Tatsächlich sehen die Puppen häufig aus wie ein verwelktes Blatt. Ein weiterer Schutzmechanismus, der sehr bekannt sein dürfte, ist das Einspinnen in einen Kokon wie es die Seidenspinner-Raupe vollzieht. Für die Herstellung des Kokons produziert sie einen ca. 500 m langen Faden. Dieser Faden ist das Material, aus dem Seide gesponnen wird. Hierfür wird der Faden maschinell abgewickelt und auf Spulen wieder aufgewickelt in den Seidenplantagen, in denen die Seidenspinner-Raupen extra für diesen Zweck gezüchtet werden.
    Man erkennt das Ende der Puppenzeit häufig an einer Dunklerfärbung der Puppe und am sichtbarwerden der Flügel durch die Puppenhülle hindurch. Das Schlüpfen passiert entweder, indem die Puppe an einigen Stellen aufplatzt oder es ist eine Art Deckel vorhanden, den der Schmetterling von innen aufdrückt. Ist er vollständig geschlüpft, so ist er noch nicht sofort flugtauglich, da sich seine Flügel erst noch entfalten und trocknen müssen.
  4. Der Schmetterling ist fertig, sobald er fliegen kann. Er ist „erwachsen“ geworden. Seine Lebensdauer beträgt ab jetzt je nach Art zwischen einem Tag und 10 Monaten. Ein Tagfalter lebt im Durchschnitt etwa zwei bis drei Wochen. In dieser Zeit darf er das Leben genießen. Er ernährt sich vom Blütennektar, den er mit seinem langen Saugrüssel aufnimmt und bestäubt dabei als ausgezeichneten Nebeneffekt die Pflanzen im Garten. Manche Pflanzen sind sogar komplett auf den Schmetterling bei der Bestäubung angewiesen, da sie so tiefe und enge Blütenkelche bilden wie beispielsweise einige Orchideenarten. Der fertige Schmetterling ist also wieder eher ein Nützling im Garten und kein Schädling wie seine Raupe.
    Letztendlich ist das Ziel des Schmetterlingsdaseins aber nicht die Bestäubung der Pflanzen und auch nicht die Zierde eines jeden Gartens, sondern die Fortpflanzung. So sterben die meisten Schmetterlinge auch direkt nach der Eiablage. Nur wenige Arten können als Schmetterling überwintern. In unseren Breiten macht das nur das Tagpfauenauge, das man immer mal wieder im Winter im Haus herumflatternd findet, weil es durch die Wärme aus seinem Versteck gelockt wurde. Schmetterlinge sind nämlich wechselwarm. Sie werden erst ab einer bestimmten Temperatur aktiv und verfallen bei Kälte in eine Starre. Um sich zu aktivieren nutzen sie entweder die Wärme der Sonnenstrahlen oder sie erwärmen sich durch das Schlagen mit den Flügeln.
  5. Knallige Farben, exotische Muster und lustige Auswüchse

    Was wie eine Beschreibung eines Clowns klingt, sind die Abwehr- und Abschreckmechanismen der Schmetterlinge und ihrer Raupen gegen Fressfeinde und die Eigenschaften, die das menschliche Auge so erfreuen.
    Hier eine kleine Bilderauswahl, um diese Vielfältigkeit zu zeigen:

    Schlehenbürsterspinner Pfauenauge Schwalbenschwanz

    Die Farben und Muster wie beispielsweise die Augen auf den Flügeln des Tagpfauenauges dienen dem Zweck, Vögel oder andere Feinde zu verwirren oder zu erschrecken, indem die Augen von großen Tieren imitiert werden oder sich der Schmetterling tarnt, indem er das Aussehen eines anderen Tieres animmt. Diese Methode verwendet zum Beispiel der Hornissen-Glasflügler. Ein Schmetterling, der einer Hornisse zum Verwechseln ähnlich sieht. Diese Art der Tarnung bezeichnet man auch als Mimikry und wird von vielen Tierarten verwendet.
    Manche Schmetterlingsraupen wählen da jedoch eine deutlich unauffälligere Variante. Sie ähneln in Farbe und Form so sehr kleinen Zweigen, dass man sie für solche hält und nicht als Raupen identifiziert solange sie sich nicht bewegen.

    Wie holt man sich Schmetterlinge in seinen Garten?

    Die natürlichen Lebensräume der Schmetterlinge gehen stetig zurück durch die Ausbreitung des Menschen. Da ist es nicht nur eine schöne, sondern auch eine nützliche Idee, gute Lebensbedingungen für Schmetterlinge im Garten zu schaffen. Im Folgenden soll erklärt werden, welche Lebensbedingungen dies sind:

    • Grundsätzlich ermöglichen sämtliche Elemente eines „Naturgartens“ den Schmetterlingen einen guten Lebensraum. Damit ist gemeint kleine ökologische Inseln oder Nischen zu schaffen mit heimischen Wildpflanzen und vielen Rückzugsmöglichkeiten für Tiere. Wo viele heimische Wildblumen, Kräuter, Unkräuter und natürliche Wildhecken in ausgewogenen Pflanzengesellschaft wachsen dürfen, da werden auch Schmetterlinge und andere seltene Tiere bald zu Hause sein.
    • Bestimmte Pflanzen dienen besonders vielen unterschiedlichen Arten an Schmetterlingsraupen und fertigen Schmetterlingen als Nahrungsquelle. Besonders erwähnenswert sind hier: die Eiche (Quercus in Arten), die Weiden (Salix in Arten), Pappeln (Populus in Arten), Birken (Betula in Arten), der Weißdorn (Crataegus in Arten), die Schlehe (Prunus spinosa), die Hasel (Corylus in Arten), Rosen (Rosa in Arten), Himbeeren (Rubus idaeus) und Brombeeren (Rubus fruticosus), Brennesseln (Urtica in Arten), viele Kräuter und die folgenden Garten-Stauden:
      • Rote Schaf-Garbe (Achillea millefolium und Hybriden)
      • Astern (Aster in Arten und Sorten)
      • Spornblume (Centranthus ruber)
      • Silberkerze (Cimicifuga in arten und Sorten)
      • Nelken (Dianthus in Arten und Sorten)
      • Purpur-Sonnenhut (Echinacea purpurea)
      • Kugeldistel (Echinops in Arten und Sorten)
      • Sonnenbraut (Helenium Hybriden)
      • Garten-Sonnenblume (Helianthus decapetalus ‚Capenoch Star‘
      • Alant (Inula in Arten)
      • Lavendel (Lavandula angustifolia)
      • Blut-Weiderich (Lythrum salicaria)
      • Indiandernessel (Monarda Hybriden)
      • Katzenminze (Nepeta faassenii)
      • Majoran (Origanum in Arten)
      • Garten-Flammenblume (Phlox paniculata-Hybriden)
      • Große Braunelle (Prunella grandiflora)
      • Salbei (Salvia in Arte )
      • Purpur-Fetthenne (Sedum telephium ‚Herbstfreude‘)
    • Der Verzicht auf chemische Spritzmittel gegen Schädlinge ist unerlässlich. Genauso sollte bei den Düngemitteln auf ökologische Verträglichkeit geachtet werden.
    • Besonders in sehr heißen und trockenen Sommern benötigen Schmetterling eine Wasserquelle. Wunderschön wäre natürlich ein naturnah angelegter Gartenteich oder andere Feuchtgebiete wie Sumpf- oder Moorbeete. Letztendlich reicht jedoch auch eine versteckt eingebaute Vogeltränke.

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Berta Rausch am 04. August 2010 in Allgemein, Fauna & Flora, Gartengestaltung

Das Unkraut – der Freund des Bodens und Zeigerpflanze für den Gärtner

Dieser Artikel ist einmal mehr ein Versuch, den verhunzten Ruf der Unkräuter zu verbessern, denn wer sich nur ein bißchen mit dem Thema Unkraut auseinandersetzt, der muss unweigerlich feststellen, welche wichtigen Aufgaben diese kleinen Wildkräuter im Garten übernehmen.

Unkraut vergeht nicht

löwenzahnIn diesem bekannten Satz liegt viel Wahrheit, doch er verstärkt auch ein ungerechtfertigtes Vorurteil.
Als erstes muss man dringend den Begriff „Unkraut“ klären, denn schaut man sich die Pflanzen einmal im einzelnen an, so wird man keine darunter finden, die nicht zu den alteingesessenen Heilpflanzen unserer Regionen gehört und alleine schon deswegen eine Daseinsberechtigung vorzuzeigen hat. Doch nicht nur die medizinisch verwendbaren Inhaltsstoffe dieser Pflanzen sind beeindruckend, sondern auch ihre Fähigkeit, den Boden zu pflegen.
Manch einer wird sich nun fragen, was damit gemeint ist? Die Antwort ist ganz einfach: In jedem Kubikmeter Boden schlummern Milliarden von ruhenden Samen. Entstehen im Boden bestimmte Verhältnisse wie Bodenverdichtung, Staunässe, Versauerung des Bodens und so weiter, so bieten sich plötzlich die richtigen Lebensbedingungen für einige von ihnen, die genau an diese Gegebenheiten angepasst sind. Folglich beginnen solche Samen zu keimen und innerhalb kürzester Zeit werden sie urplötzlich überall aus dem Boden sprießen. Daran ist dann nicht der Nachbar schuld, der seinen Garten vernachlässigt und nie Unkraut jätet, sonders dies ist ein Warnsignal der Natur, dass möglicherweise etwas aus dem Gleichgewicht gekommen ist.
brennesselFrühere Bauerngenerationen wußten um dieses Phänomen und ließen ein Stück Land, das neu als Acker genutzt werden sollte, erstmal für ein Jahr brach liegen, um zu sehen, welche Pflanzen sich dort ansiedeln würden. Durch die Pflanzengesellschaften, die sich dann dort ausbreiteten, konnten sie nicht nur Rückschlüsse auf die vorliegende Bodenqualität ziehen, sondern diese Pflanzen waren auch gleichzeitig das Heilmittel für die Mißstände im Boden.
Zu den echten Pionieren der Pflanzenwelt gehören beispielsweise Löwenzahn, Greiskraut und Gänsekresse. Diese drei Pflanzen bilden tiefreichende Wurzeln aus, die sich ihre Nährstoffe aus der Tiefe holen und dadurch verdichteten und schweren Boden auflockern. Durch diese Auflockerung wird der Boden vorbereitet für empfindlichere Pflanzen, die sich nun ansiedeln können. Andere Wildkräuter geben über ihre Wurzeln Ausscheidungen ab, die Nematoden und Pilze abwehren oder sie sammeln Stickstoff (Prinzip der Gründüngung) oder tragen maßgeblich zur Humusbildung bei.
Kurzum, egal, ob man seinen kleinen Privatgarten pflegt oder professionelle Landwirtschaft betreibt, die genaue Beobachtung des Unkrauts ist enorm wichtig und erspart einem oft teure und aufwendige Bodenanalysen. Häufig genug reicht der „Befall“ mit bestimmten Unkräutern auch als Heilmethode aus.
Hat sich der Boden erholt, so wird auch das Unkraut nach und nach von anderen Pflanzen verdrängt werde. Manchmal gibt es dem Gärtner allerdings auch einen Hinweis darauf, dass er aktiv eingreifen sollte, um seinen Boden gesund zu erhalten. Dann müssen eventuell Massnahmen ergriffen werden, um ihn beispielsweise aufzulockern, Sand oder Kompost beizumengen, Nährstoffe anzureichern und so weiter.
Deswegen:“Augen auf beim Unkrautjäten!“.

Welches Unkraut sagt uns was?

Acker-Fuchsschwanzgras
(Alopecurus myosuroides)
nährstoffarme, kaliumreiche, sehr lehmige Böden,Archäophyt
Acker-Gauchheil
(Anagallis arvensis)
kalkreicher, alkalischer Boden, Archäophyt
Acker-Glockenblume
(Campanula rapunculoides)
Apophyt, kalkreicher Boden
Acker-Hellerkraut
(Thlaspi arvense)
stickstoffreiche,humöse, lehmige Böden,
Acker-Hundskamille
(Anthemis arvensis)
kalkfreie, saure Böden
Acker-Minze
(Mentha arvensis)
nasser, verdichteter, nährstoffreicher Boden, Zeigerpflanze für Staunässe
Acker-Schachtelhalm
(Equisetum arvense)
Zeigerpflanze für Staunässe, kalkarme, feuchte Böden
Acker-Senf
(Sinapis arvensis)
Archäophyt, stickstoffreicher, kalkreicher, alkalischer Boden
Ackerwinde
(Convolvulus arvensis)
trockener, kalkreicher Boden
Adlerfarn
(Pteridium aquilinum)
nährstoffarme, kalkarme Böden
Ampfer-Knöterich
(Persicaria lapathifolia)
stickstoffreicher Boden, feucht-nasse Standorte
Bärenklau
(Heracleum in Arten)
feuchter, stickstoffreicher, kaliumreicher Boden
Beinwell
(Symphytum officinale)
nährstoffreiche, feuchte bis nasse Böden, Zeigerpflanze für Staunässe
Besenginster
(Cytisus scoparius)
stickstoffarmer Boden
Bingelkraut
(Mercurialis in Arten)
stickstoffreicher,humoser, alkalischer Boden, Ruderalpflanze,
Breitwegerich
(Plantago major)
nasser, verdichteter, lehmiger Boden, Zeigerpflanze für Staunässe
Brennessel
(Urtica dioica)
gehört zu den Nitrophyt, stickstoffreiche, kalkreiche, humusreiche Böden
Echte Kamille
(Matricaria chamomilla)
stickstoffreiche Böden
Echtes Leinkraut
(Linaria vulgaris)
Apophyt, kalkreicher Boden
Franzosenkraut
(Galinsoga in Arten)
stickstoffreicher, humusreicher Boden
Frühlings-Hungerblümchen
(Erophila verna)
stickstoffarme, magere und trockene Standorte, bevorzugt sandige und kiesige Böden
Gänseblümchen
(Bellis perennis)
Archäophyt, saurer, nährstoffarmer Boden
Gänsedistel
(Sonchus in Arten)
stickstoffreicher, kalkreicher Boden
Gänse-Fingerkraut
(Potentilla anserina)
stickstoffreiche, lehmige und verdichtete Böden, Zeigerpflanze für Staunässe
Gamander-Ehrenpreis
(Veronica chamaedrys)
stickstoffreicher, kalkreicher Boden
Giersch
(Aegopodium podagraria)
stickstoffreicher Boden, Boden für Schattenpflanzen,
Hasen-Klee
(Trifolium arvense)
stickstoffarmer, trockener, magerer, saurer Boden
Hirtentäschelkraut
(Capsella in Arten)
stickstoffreicher, nährstoffarmer, humusreicher Boden
Hornkraut
(Cerastium in Arten)
stickstoffarmer Boden, kalkreicher Boden (Acker-Hornkraut)
Huflattich
(Tussilago farfara)
kalkreicher, humusreicher Boden, oft nasse, verdichtete Böden, Zeigerpflanze für Staunässe
Klappertopf
(Rhinanthus in Arten)
stickstoffarmer Boden
Klatsch-Mohn
(Papaver rhoeas)
Apophyt, kalkreicher, sandiger Boden
Klee
(Trifolium in Arten)
kalkreicher Boden
Kleiner Sauerampfer
(Rumex acetosella)
nährstoffarme, kalkarme, leicht saure Böden
Klettenlabkraut
(Galium aparine)
Nitrophyt, stickstoffreicher Boden, oft nasse, verdichtete Böden, Zeigerpflanze für Staunässe
Kohl-Kratzdistel
(Cirsium oleraceum)
stickstoffreiche Feuchtwiesen
Kreuzkraut
(Senecio in Arten)
stickstoffreiche Böden
Löwenzahn
(Taraxacum sect. Ruderalia)
Nitrophyt, stickstoffreicher, kalkreicher, humusreicher Boden, oft nasse, verdichtete Böden, Zeigerpflanze für Staunässe
Melde
(Atriplex in Arten)
Halophyt, stickstoffreicher, kaliumreicher, humusreicher Boden
Quecke
(Elymus repens)
Pionierpflanze, Nitrophyt, stickstoffreicher Boden
Ringelblume
(Calendula officinalis)
kalkreicher Boden
Roter Fingerhut
(Digitalis purpurea)
magnesiumreicher, kaliumreicher, saurer Boden
Sauerklee
(Oxalis in Arten)
nährstoffarmer, kalkarmer, saurer Boden, Boden für Schattenpflanzen
Schwarzer Holunder
(Sambucus nigra)
stickstoffreicher Boden
Sichelmöhre
(Falcaria vulgaris)
kalkreicher, trockener Boden
Storchschnabel
(Geranium in Arten)
kalkreicher, trockener Boden
Tauben-Skabiose
(Scabiosa columbaria)
kalkreicher Boden
Vogelmiere
(Stellaria media)
stickstoffreicher, humusreicher, sandiger Boden
Wegwarte
(Cichorium intybus)
kalkreicher, alkalischer Boden
Wiesen-Salbei
(Salvia pratensis)
kalkreicher, eher trockener, alkalischer Boden
Wolfsmilch
(Euphorbia in Arten)
stickstoffreicher, kalkreicher, sandiger Boden


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Berta Rausch am 22. Juli 2010 in Allgemein, Fauna & Flora, Gartenarbeit