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Beeren-Rausch für alle Naschkatzen im Sommer-Garten

Um gleich falschen Vorstellungen vorzubeugen, eine kurze Erklärung zum Begriff „Beerenrausch“.
Gemeint ist hier nicht der Bärenrausch, den man unweigerlich zu spüren bekommt, wenn man zu viel vom vergorenen Beerensaft genascht hat, sondern das rauschartige Gefühl der Freude, das einem beim morgendlichen Rundgang durch den sommerlichen Garten überfällt, weil an jeder Ecke und in jeder Niesche kleine reife Beeren darauf warten, den Gaumen zu kitzeln.

Brombeere Erdbeeren Johannisbeeren Himbeeren

In meinem Fall wandert ein Großteil dieser Köstlichkeiten sofort an Ort und Stelle von der Hand in den Mund. Ein bessereres Frühstück kann ich mir im Sommer garnicht vorstellen.
Das Großartige an diesen kleinen Früchten mit dem riesigen Geschmackspotential ist ihre Vielseitigkeit. Es gibt Pflanzenarten in den verschiedensten Größen mit den unterschiedlichsten Boden- und Lichtansprüchen, so dass für jede Art von Garten etwas dabei sein sollte.
…und sogar auf dem Balkon ist das Anlegen eines kleinen Naschgartens möglich.
Das Wort Beere ist allerdings ein Begriff, der hier zunächst geklärt werden sollte, denn unter Beeren versteht man umgangssprachlich häufig andere Früchte, die per Definition eigentlich nicht zu den Beeren gehören.

Was versteht man unter einer Beere?

Eine Beere ist eine Frucht die man an folgenden Merkmalen erkennt:

  1. Eine Beere enthält in ihrem Inneren mehrere Samen
  2. Diese Samen sind von einer fleischigen Fruchtwand mit saftiger Innenschicht umschlossen und geschützt.
  3. Eine Beere entsteht aus einem Fruchtknoten und ist häufig von runder Form und kräftiger Farbe.
  4. Beeren gehören zu den Schließfrüchten.
  5. Ist die Außenschicht der Fruchtwand hart, wie etwa beim Kürbis oder bei Gurken, so spricht man auch von einer Panzerbeere.
  6. Sehr selten gibt es sogenannte Sammelbeeren, die dann entstehen, wenn eine Blüte mehrere Fruchtknoten hat, aus denen jeweils eine Beere entsteht.

Beachtet man diese Merkmale, dann gehören folgende Früchte zu den Beeren:

  • Johannisbeeren
  • Stachelbeeren
  • Weintrauben
  • Kiwis
  • Zitronen
  • Orangen
  • Melonen
  • Datteln
  • Papayas
  • Tomaten
  • Gurken
  • Kürbisse
  • Paprikas
  • Auberginen
  • Bananen

Erstaunlicherweise ist die Auswahl an tatsächlichen Beeren für den Naschgarten garnicht so groß.
In Wahrheit sind es nur die schwarzen, roten und weißen Johannisbeeren, die Stachelbeeren, Weintrauben und natürlich auch die Tomaten, denn die meisten zuckersüßen, kleinen Cocktailtomaten schaffen bei mir ebenfalls den Weg in die Küche nur selten.
In meinem Garten wächst natürlich noch so manch eine andere Frucht, die ich zum Beeren-Rausch dazu zählen würde.

Welche Pflanzenarten eignen sich für einen Nasch-Garten?

Klassischerweise denkt man zu allererst an Erdbeeren, Himbeeren, Heidelbeeren und Brombeeren. Diese Früchte wachsen über eine relativ lange Periode und sind vor allem besonders süss und aromatisch, so dass sie ohne weitere Verarbeitung und Behandlung schmecken. Auch Stachelbeeren und Johannisbeeren passen noch in diese Gruppe, obwohl sie oftmals etwas saurer ausfallen und deswegen oft nicht so bevorzugt werden, wenn es genügend Früchte aus der ersten Gruppe im Angebot gibt.
In den letzten Jahre sind jede Menge neue Beeren auf dem Markt erschienen. Es handelt sich dabei häufig um neue Kreuzungen, wiederentdeckte alte Sorten beziehungsweise neu importierte Pflanzen, die in den meisten Fällen im asiatischen Raum beheimatet sind und auch in unserem Klima leben können.
Im Folgende finden Sie eine genauere Kurzbeschreibung sämtlicher „Beeren“, die für einen Naschgarten interessant sein könnten:

Aronia / Apfelbeere (Aronia melanocarpa)

  • Früchte:
  • Pflanzzeit:
  • Erntezeit:
  • Standort:
  • Pflege:

Brombeere (Rubus fruticosus)

  • Früchte: Die blauschwarzen Früchte sind botanisch gesehen keine Beeren, sondern Sammelsteinfrüchte.
  • Pflanzzeit: März-April
  • Erntezeit: frühestens ab Juli bis zum Frost
  • Standort: Brombeeren lieben windgeschützte, warme und sonnige Standorte. Sie gehören zu den Kletterpflanzen und benötigen als Spreizklimmer eine einfache Kletterhilfe. Gut geeignet sind Mauern, Zäune oder auch einfache Spaliere an der Hauswand.
    Brombeeren bevorzugen lockere, humose und feuchte Böden. Lieber zu sandig wie zu schwer und nass.
  • Pflege: Blüten und Früchte bilden sich an den Seitentrieben im 2.Jahr. Nach der Fruchtbildung sterben diese Ruten ab und können im Frühjahr bodennah abgeschnitten werden. Da die Pflanze sehr wüchsig ist und zur Gestrüppbildung neigt, sollte man im Frühjahr einen Rückschnitt vornehmen und die neuen Ruten gleich durch Anbinden leiten.
    Im Frühjahr düngen mit chloridfreien Volldünger sowie gut verrottetem Stallmist. Gerne auch regelmäßig mit Brennessel- oder Beinwelljauche gießen.

Cranberry / Großfruchtige Moosbeere (Vaccinium macrocarpon)

  • Früchte: 2 cm kleine, hellrote bis tiefdunkelrote, runde Beeren mit rotem bis schwarzem Fruchtfleisch und essbaren Kernen. Cranberries können roh gegessen werden. Sie werden allerdings meistens weiterverarbeitet, da sie ein herb-sauren Geschmack haben, dem ein bißchen zusätzliche Süße nicht schadet.
  • Pflanzzeit:
  • Erntezeit: September-Oktober
  • Standort:
  • Pflege:

Erdbeeren

  • Früchte: 2-5 cm große, leuchtend rote bis dunkelrote Sammelnussfrüchte
  • Pflanzzeit: Neupflanzungen von Gartenerdbeeren sind am besten Ende Juli bis Ende August. Die Pflanzen haben dann noch genügend Zeit zum Anwachsen und zur Blütenbildung, so dass sie im nächsten Jahr schon Früchte tragen. Monats- und Walderdbeeren wollen lieber im Frühjahr gepflanzt werden.
  • Erntezeit: Die Haupternte ist im Juni/Juli. Bis zum Oktober gibt es dann noch weitere Früchte von den Monatserdbeeren, die dauerhaft tragen.
  • Standort: Da Erdbeeren ursprünglich im Wald vorkamen, bevorzugen auch unsere Gartenerdbeeren durchlässige, tiefgründige, humus- und nährstoffreiche, schach saure Böden. Die Beete sollten schon ca. zwei Monate vor der Pflanzung gut gelockert und mit reifem Kompost versetzt werden.
  • Pflege: Die Pflanzen bringen für ca. 4 Jahre reiche ernten am gleichen Standort. Danach sollten neue Pflanzen an neuem Standort gestzt werden. Erdbeeren sind spätfrostgefährdet. Decken sie die Pflanzen bei drohender Gefahr mit einem Frühbeetvlies ab.
    Während der Blütenneuanlage und der Fruchtbildung mögen die Pflanzen es gerne feucht. Zur Fruchtreife sollte weniger gewässert werden, um das Aroma zu verbessern und die Beeren vor Fäulnis zu schützen. Aus gleichem Grunde sollten die Pflanzen ab beginn der Fruchtbildung eine Mulchdecke erhalten aus Stroh, Holzwolle oder fester Pappe. Diese bewahrt die Früchte ebenfalls vor Fäulnis und vor Verschmutzung. Gedüngt wird nach der Ernte mit speziellem Dünger, Kompost oder Gesteinsmehl.

Goji-Beere

  • Früchte:
  • Pflanzzeit:
  • Erntezeit:
  • Standort:
  • Pflege:

Heidelbeeren

  • Früchte: Abgeplattet runde Beeren, ca. 1 cm groß, von blauschwarzer Farbe. Im reifen Zustand sind die Beeren blaugrau bereift.
  • Pflanzzeit: Im Herbst
  • Erntezeit: Juli-September
  • Standort: Heidelbeeren lieben einen warmen, vollsonnigen und windgeschützten Standort. Stehende Hitze vertragen sie jedoch nicht. Da es sich um Heidekrautgewächse handelt, benötigen sie einen sauren, humosen, gut durchlässigen und belüfteten Boden. Der pH-Wert sollte möglichst zwischen 4,0 und 5,0 liegen. Gegebenenfalls sollte die Erde im Heidelbeerbeet entsprechend präpariert werden durch Anreicherungen mit gewaschenem Sand, Torf, Rindenmulch, Sägespänen oder Holzhäcksel von Nadelbäumen. Natürlich geht auch eine fertige Rhododendronerde.
  • Pflege: Gießen Sie die Pflanzen regelmäßig mit Regenwasser., denn das kalkhaltige Leitungswasser wird nicht gut vertragen. Heidelbeeren benötigen eine regelmäßige gute Wasserversorgung ohne Staunässe. Um dieses zu erreichen und um den Boden sauer zu halten, empfiehlt sich das Mulchen mit Sägespänen oder Sägemehl sowie mit Rindenmulch aus Nadelbäumen.
    Gedüngt werden kann im Frühjahr mit kalkfreiem speziellen Heidelbeer- und Rhododendrondünger aus dem Fachhandel. Auf gar keinen Fall mit Mist oder Kompost düngen. Bei einem Übermaß an Kalk stellen die Pflanzen das Wachstum ein und die Blätter verfärben sich gelb.
    Im Spätwinter ist ein Auslichtungsschnitt sinnvoll. Entfernen Sie alte 4-5jährige Triebe und zu schwache nach innen wachsende, so dass ca. 6-8 kräftige triebe übrig bleiben.

Himbeeren

  • Früchte: Rundliche bis kegelförmige, länglich walzenförmige Sammelsteinfrüchte in rot, rosa und gelb
  • Pflanzzeit: Im Frühjahr oder Herbst. Da Himbeeren Flachwurzler sind, sollen sie nicht tiefer gepflanzt werden wie sie im Topf waren. Die grundständigen Triebknospen sollen also auf keinen Fall tiefer wie 5 cm in der Erde sein. Kürzen Sie die Haupttriebe auf ca. 20-30 cm ein und entfernen sie alle Seitentriebe, damit die Pflanze ihre Kraft erstmal in die Wurzeln steckt.
  • Erntezeit: Je nach Sorte ab Juni bis zum Frost.
  • Standort: Tiefgründiger, humoser, lockerer und feuchter Boden (pH 5,5-6,0). Keine Staunässe. Himbeeren bevorzugen sonnige und windgeschützte Standorte, kommen aber auch mit Halbschatten zurecht.
  • Pflege:

Honigbeere

  • Früchte:
  • Pflanzzeit:
  • Erntezeit:
  • Standort:
  • Pflege:

Japanische Weinbeere

  • Früchte:
  • Pflanzzeit:
  • Erntezeit:
  • Standort:
  • Pflege:

Jochelbeere

  • Früchte:
  • Pflanzzeit:
  • Erntezeit:
  • Standort:
  • Pflege:

Johannisbeeren

  • Früchte:
  • Pflanzzeit:
  • Erntezeit:
  • Standort:
  • Pflege:

Jujube / Chinesische Dattel

  • Früchte:
  • Pflanzzeit:
  • Erntezeit:
  • Standort:
  • Pflege:

Lenzbeere / Maibeere

  • Früchte:
  • Pflanzzeit:
  • Erntezeit:
  • Standort:
  • Pflege:

Preiselbeere

  • Früchte:
  • Pflanzzeit:
  • Erntezeit:
  • Standort:
  • Pflege:

Stachelbeeren

  • Früchte:
  • Pflanzzeit:
  • Erntezeit:
  • Standort:
  • Pflege:

Tayberry

  • Früchte:
  • Pflanzzeit:
  • Erntezeit:
  • Standort:
  • Pflege:

Wu-wei-zi / Chinesische Fitnessbeere

  • Früchte:
  • Pflanzzeit:
  • Erntezeit:
  • Standort:
  • Pflege:

Vertikale Erdbeeren- Süße Versuchung auf Balkon, Terrasse & beim Verlassen des Hauses

Stichworte wie vertikale Gärten, vertikales Gemüse oder in dem Zusammenhang Gemüseanbau und Selbstversorgung in der Großstadt geistern immer mehr durch Presse und Medien. Dahinter verbergen sich unglaublich tolle Ideen zum Thema Gemüse- und Gartenbau aber auch zur Verbesserung der Lebensqualität in der Stadt.
Die Kultivierung von Pflanzen in der Vertikalen, eröffnet dem Hobbygärtner eine komplett neue Dimension. Der Garten wird auf einmal trotz gleicher Grundfläche unendlich größer und auch der Großstadtbewohner entdeckt plötzlich Platz für einen eigenen kleinen Garten an der Wand.
hängende ErdbeerenViele Pflanzen vertragen ein Wachstum an der Wand. Der französische Botaniker Patrick Blanc setzt sich seit Jahrzehnten mit diesem Thema auseinander und ist der Urvater der sogenannten „Vertikalen Gärten“. Dieses sind begrünte Fassaden sowohl im Innen- wie auch im Aussenbereich von Gebäuden aller Art. Blanc entwickelte eine Art Fassadenverkleidung bestehend aus einem Bewässerungssystem und vorgespannten Filzmatten, die als Pflanzenmedium funktionieren und verwandelte mit deren Hilfe schon viele Fassaden weltweit in faszinierende lebendige grüne Kunstwerke, die nicht nur die Fassaden verschönern, sondern auch das oftmals schwierige Stadtklima nachhaltig verbessern. Bilder und viele, viele Inspirationen finden Sie dazu auf seiner persönlichen Webseite.
Die Vertikalen Gärten von Patrick Blanc haben mit Sicherheit den Trend ins Rollen gebracht nun auch im privaten Hobbybereich Pflanzen in die Vertikale zu bringen. Hierfür kann man sich Althergebrachtes zu nutze machen oder auch neue Ideen entwickeln.
Zwei Grundprinzipien sind dabei verwendbar:

  1. Die Pflanze wächst in einem Pflanzgefäß an einer Wand
  2. Die Pflanze wächst in einem Pflanzgefäß, das hängt

Als hängendes Pflanzgefäß eignet sich die klassische Blumenampel genauso wie der englische Hanging Basket. Beide Varianten sind nebenbei auch noch dekorativ. Neu auf dem Markt sind hängende Pflanzbeutel oder Plant- bzw. Grow-Bags. Man versteht darunter eine Art Beutel aus stabilem und UV-beständigen Kunststoffgewebe mit einem Henkel zum Aufhängen. Dieser Beutel hat natürlich kleine Drainagelöcher im Bodenbereich, damit überschüssiges Gießwasser ablaufen kann und keine gefürchtete Staunässe verursacht. Desweiteren sind noch kreuzschlitzige Öffnungen in den Seitenwänden zu finden, durch die die gewünschten Pflanzen herauswachsen können. Der Clou solcher Pflanzbeutel ist also, dass man sie nicht nur von oben bepflanzt, sondern auch durch die Öffnungen in den Seitenwänden. Man kann daher mehrere Pflanzen auf ganz kleinen Raum bringen und erhält als Ergebnis eine wunderschöne Pflanzenkugel.
Hängende ErdbeerenHängende Blühpflanzen sind natürlich für diese Pflanzbeutel geeignet, aber tatsächlich fühlen sich auch Nutzpflanzen darin wohl. Erprobt und bewährt haben sich vor allem Tomaten und Erdbeeren. Letztere sehen dazu noch sehr schön aus und können gut mit Blühpflanzen kombiniert werden.
Sie werden garantiert nie an diesen hängenden Naschgärten vorbeigehen können ohne dass eine der köstlichen Früchte ihren Weg in Ihren Mund finden wird und das erstaunliche ist, dass trotzdem genügend Erdbeeren für die Verwendung in der Küche übrig bleiben werden.
Im Grunde genommen eignen sich alle Erdbeersorten für die Bepflanzung von hängenden Pflanzgefäßen. Besonders zu empfehlen sind jedoch spezielle Hänge- oder Monatserdbeeren sowie immertragende Erdbeersorten (Fragaria x ananassa).
Hängeerdbeeren sind eine spezielle Kreuzung der Monatserdbeere, die sich besonders gut für die Bepflanzung hängender Gefäße bewährt hat. Unter Monatserdbeeren versteht man Kulturformen der Walderdbeere (Fragaria vesca). Der Vorteil von Monatserdbeeren ist insgesamt, dass sie während der gesamten Gartensaison Blüten und Früchte bilden, weswegen man ständig ernten kann. Entfernt man bis Mitte Mai fleißig die Blüten an den Pflanzen, so bildet die Pflanze viele Ausläufer, die herabhängen und wiederum Früchte tragen können. Einer Ernte von Mitte Juni bis in den Oktober steht nichts im Wege vorausgesetzt, dass die Bedürfnisse der Erdbeere beachtet werden.
Sie mag einen warmen, sonnigen Platz und benötigt einen nährstoffreichen Boden. Im Sommer kommt man oftmals leider mit dem Gießen nicht hinterher. Stellen Sie sich an heißen Tagen darauf ein, dass mehrmals täglich gegossen werden muss. Ein herkömmlicher Flüssigdünger reicht auf jeden Fall aus für die Nährstoffversorgung. Lieber nicht zu viel düngen da sonst viel zu viele kraftraubende Blüten und Früchte gebildet werden, die dann letzendlich klein bleiben, an Aroma verlieren oder garnicht erst ausreifen. Einige Sorten benötigen eine Befruchtersorte in ihrer Nähe, damit sie überhaupt Früchte bilden können. Informieren Sie sich diesbezüglich auf jeden Fall vor dem Kauf, sonst wird es nichts mit der süßen hängenden Verführung.
Pflanzgefäße, die an der Wand befestigt werden wie Kästen, spezielle Pflanzbeutel, Schalen oder Körbe, können natürlich auch mit Erdbeeren bepflanzt werden und vielen anderen Gemüsepflanzen und Kräutern. Gute Informationen zu diesem Thema bietet die Webseite Stadt-Gemüse.de, auf der Sie auch eine ausführliche Anleitung zum Bepflanzen von hängenden Pflanzgefäßen mit Erdbeeren finden. Ebenfalls zu empfehlen ist der dazugehörige Onlineshop Mein-Gemüse.de, der eine kleine, aber feine Auswahl anbietet zum Thema: „Gemüseanbau auf kleinstem Raum“.

Kalter, nasser Sommer – ein Greuel für die Tomate

Auch der Sommer 2010 zeichnet sich einmal wieder durch ungewöhnliche Wetterlagen aus.
Im Süden von Deutschland folgte auf einen extrem lange andauernden Winter ein spährlicher Frühling, sieben Wochen Affenhitze ohne Regen im Frühsommer und ein total verregneter und eher kalter Juli und August.

Speziell für die Tomatenfreunde unter den Gärtnern war dies eine echte Katastrophe, denn einmal mehr zeigte einem das Wetter, warum Tomaten bei uns nicht heimisch sind. Der Start in die Saison war zwar recht vielversprechend. Meine Pflanzen wuchsen schnell und kräftig. Dadurch hielten sie auch lange dem vielen Nass von oben stand, aber natürlich das letzte Regenwochenende machte ihnen dann doch den garaus und sie präsentierten sich mit folgendem traurigen und häßlichen Erscheinungsbild:

Kraut-und Braunfäule Kraut- und Braunfäule

Solches oder ein ähnliches Bild dürfte in vielen Gärten zu finden gewesen sein und jedem Tomatenfreund die Tränen in die Augen schießen lassen, denn es beudeutet das absolute Aus für die Ernte von reifen und aromatischen Tomaten.
Was aber ist der Verursacher für dieses Schadbild?

Die Kraut- und Braunfäule

Verursacher dieses Schadbilds ist der Braunfäule-Pilz Phytophthora infestans, der vor allem Tomaten und Kartoffeln befällt, aber auch andere Nachtschattengewächse wie Auberginen, etc. Dieser Pilz gehört zu den Algenpilzen, die normalerweise bevorzugt im Wasser leben. Obwohl Phytophthora infestans nicht im Wasser lebt, benötigt er Wasser zum überleben und vermehren und Temperaturen um +20°C. Dies erklärt schon von alleine, warum die Kraut-und Braunfäule besonders bei nass-kaltem Wetter auftritt.
Die Sporen dieses Pilzes sind mit bloßem Auge garnicht zu erkennen, da sie nur 0,001 bis 0,007mm groß werden. Der Pilz bildet diese bei günstigen Bedingungen schon innerhalb kürzester Zeit und zwar in Massen. Die Sporen werden mit dem Wind über weite Strecken verteilt. Fallen sie zufällig auf Blätter oder Stengel von Tomaten, so dringen sie in das Gewebe der Pflanze ein. Dieses kann jedoch nur dann passieren, wenn die betroffene Stelle nass ist.

Die wichtigste vorbeugende Maßnahme gegen Kraut- und Braunfäule bei Tomaten ist deswegen, die oberirdischen Teile der Pflanze möglichst nicht oder nur kurz nass werden zu lassen. Man sollte Tomaten daher ein Dach über dem Kopf bieten in Form eines Kleingewächshaus, eines Tomatenhaus oder eines Dachüberhangs an einer Südseite. Desweiteren sollte man unbedingt einen ausreichenden Abstand zwischen den Pflanzen einhalten, damit Feuchtigkeit auf den Pflanzen schnell von Sonne und Wind abgetrocknet werden können. Grundsätzlich brauchen Tomaten also einen sehr sonnigen und luftigen Standort.
Beim Gießen sollte man nie von oben , sondern immer direkt im Wurzelbereich und neben der Pflanze mit weichem Strahl gießen, so dass die unteren Blätter nicht von unten benetzt werden oder gar Erdklümpchen nach oben spritzen, denn der Pilz überwintert im Boden in nicht geernteten Kartoffeln.
Tomaten und Kartoffeln sollten nie nebeneinander angebaut werden. wenn es sich dennoch nicht vermeiden lässt, so unbedingt die Hauptwindrichtung beachten beim Pflanzen, so dass der Wind von den Tomaten zu den Kartoffeln und nicht andersherum weht.

Versuchen Sie möglichst gesunde und kräftige Pflanzen mit maximal zwei Haupttrieben zu ziehen. Eine geschwächte Pflanzen ist natürlich nicht so widerstandsfähig wie eine gesunde. Dies bedeutet die Auswahl von widerstandsfähigen Sorten, den richtigen Standort, richtiges Gießen, nicht überdüngen und rechtzeitig ausgeizen.
Wechseln Sie jährlich den Standort ihrer Tomaten und beobachten Sie sie sorgfältig.
Enfernen Sie befallene Blätter und Früchte sofort und geben Sie diese in die Bio-Tonne und nicht auf den Kompost, da der Pilz möglicherweise die Verrottungshitze überleben könnte. Manchmal kann man die Pflanze noch retten, wenn man den Pilz rechtzeitig erkennt und eine Wärmeperiode bevorsteht. Klettert die Temperatur deutlich über +20°C und ist es dabei auch noch trocken, so stirbt der Pilz oft schon innerhalb weniger Stunden.
Bei mir mußten dieses Jahr jedoch 30 Tomatenpflanzen komplett dran glauben, da an eine Rettung nicht mehr zu denken war.
Desinfizieren Sie die Pflanzstäbe vor jeder neuen Nutzung, um die Verbreitung der Kraut- und Braunfäule einzudämmen.

Das wichtigste zum Schluss: Wie erkennt man die Kraut- und Braunfäule?
Man entdeckt den Befall meistens zunächst an den Tomaten selbst, die bräunliche eingesunkene, aber harte Flecken bekommen. Doch auch an den Blättern und Stengeln zeigt sich früher oder später der Befall in Form von gräulich-grünen bis schwarzen Flecken auf der Blattoberseite und einem gräulichen Pilzbefall an der Blattunterseite.
Alle Pflanzenteile sterben in Folge sehr rasch ab und die Früchte werden ungenießbar.

Das beste Bekämpfungsmittel ist eine gute Prophylaxe und das sorgfältige Überwachen und Beobachten der Pflanzen.
Die Anwendung von Brennesseljauche als Dünger bringt meistens erxtrem gesunde und widerstandsfähige Pflanzen hervor.
Vorbeugende Spritzungen mit natürlichen Mitteln zur Stärkung und Pizbekämpfung wie Schachtelhalmbrühe, Knoblauchsud können das Problem von vornherein eindämmen.
Bei leichtem Befall unbedingt die befallenen Teile sofort entfernen. Man findet dann verschiedene Möglichkeiten der unterstützenden Behandlung wie das Besprühen mit einer Milchmischung aus zwei Litern Magermilch und zehn Litern Wasser oder im Notfall der Einsatz eines Kupfer-Präparats.

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Gotthilf Rausch am 07. September 2010 in Allgemein, Ernte, Nutzpflanzen, Schädlingsbekämpfung, Wetter

Hommage an den Mohn

Die Familie der Mohngewächse (Papaveraceae) gehört zu meinen erklärten Lieblingen, weswegen ihr nun auch endlich ein eigener Artikel gewidmet werden muß.
Ob Klatschmohn (Papaver rhoeas), Türkenmohn (Papaver orientale) oder Islandmohn (Papaver nudicaule) – das Erscheinen der ersten Blüten im Jahr läßt das Herz aufgehen, denn diese überzeugen durch den starken Kontrast zwischen filigran, seidigen Blütenblättern, die so vergänglich und empfindlich erscheinen und dem intensiven, leuchtenden Farbrausch, der die Emotionen zum Kochen bringt mit den knallenden und oft kontrastreichen Farben wie feuerrot und mitternachtsschwarz.
Mohn ist wie ein Flamencotanz – streng und verspielt, beherrscht und feurig, voller Leidenschaft eben!
Erfreuen Sie Ihre Sinne mit den folgenden Bildern und Sie werden verstehen wovon ich schreibe.

Mohn Mohn Mohn
Mohn Mohn Mohn
Mohn Mohn Mohn

Mohn als Staude für den Garten

Die Familie der Mohngewächse umfasst weltweit ca. 70 Arten. Charakteristisch für alle Mohngewächse sind die auffälligen Blüten, die aus vier zarten Kronenblättern bestehen und meistens in sehr kräftigen Farben erscheinen wie leuchtend rot oder orange oft mit schwarzer Mitte.
Von hohem Wiedererkennungswert ist ebenfalls die Samenkapsel, die den feinen Samen enthält, den man auch als Mohnkörner in Brot und Kuchen findet. Die Kapseln lassen sich sehr gut trocknen und werden für Trockenblumengestecke verwendet.
Die Pflanze wächst horstartig und bildet im Herbst eine Blattrosette aus gefiederten, blaugrünen, lanzettlichen, silbrig behaarten Blättern aus, die immergrün überwintert. Nach der Blüte im Mai / Juni ziehen sich die Blätter ein. Die Pflanze ist über den Sommer also quasi nicht sichtbar, weswegen es nicht empfehlenswert ist, ein reines Mohnbeet anzulegen. Man sollte den Mohn eher ganz gezielt mit anderen Stauden kombinieren, die diese Lücke durch ihr Wachstum verdecken und die farblich auch mit den oft etwas krassen Farben des Mohns harmonieren. Mit blau und weiß ist man auf jeden Fall auf der sicheren Seite. Wer es mag, kann natürlich auch ganz gewagt den Mohn mit anderen krachigen Farben kombinieren wie leuchtend gelb, orange, rosa und pink.
Als Begleitstauden für den Mohn eignen sich folgende:

  • Rittersporn (Delphinium in Arten und Sorten)
  • Schleierkraut (Gypsophila paniculata)
  • Lupine (Lupinus in Arten und Sorten)
  • Lavendel (Lavendula in Arten und Sorten))
  • Sommersalbei (Salvia nemorosa)
  • Scharfgarbe (Achillea in Arten und Sorten)
  • Sonnenhut (Rudbeckia in Arten und Sorten)
  • Sommermargerite (Leucanthemum vulgare)

Eigentlich ist der Mohn eine sehr unkomplizierte Pflanze, wenn man ein paar grundsätzliche Dinge beachtet. Deswegen hier ein paar Tips zum richtigen Standort und zur Pflege von Mohngewächsen:

  1. Mohngewächse gehören zu den Tiefwurzlern. Sie bilden mit der Zeit eine sehr tief reichende Pfahlwurzel aus. Deswegen mag der Mohn an dem Ort bleiben, an dem er erstmalig ein Zuhause gefunden hat. Setzt man den Mohn um, so nimmt er einem dies sehr übel, in dem er erstmal vor sich hin kümmert, nicht blüht und manchmal ganz sein Leben aushaucht. Finden Sie also für Ihren Mohn von Anfang an den richtigen Platz.
  2. Wegen der empfindlichen Pfahlwurzel ist es nicht empfehlenswert den Boden direkt um die Pflanze durch tiefes Hacken aufzulockern. Dabei besteht erhöhte Gefahr, die Wurzel zu verletzen. Auch dieses nimmt der Mohn sehr übel. Lockern Sie den Boden im Frühjahr nur ganz vorsichtig und oberflächlich auf, dann kann nichts passieren. Wenn Sie dann noch etwas Kompost oder ersatzweise Hornspäne untermischen, dann dankt es ihnen der Mohn mit leuchtendem Blütenreichtum.
  3. Die tiefen Wurzeln haben auch einen Vorteil, denn man muß den Mohn so gut wie nie gießen. Er kann sich mit Hilfe der Wurzeln auch bei längerer Trockenheit wunderbar selbst versorgen aus den tieferen Bodenschichten. Dafür ist die Wurzel anfällig für Fäulnisbildung bei Staunässe. Der Mohn liebt aus diesem Grunde einen lockeren und durchlässigen Boden, der gerne nährstoffreich und humos sein darf.
  4. Der Standort sollte sehr sonnig sein. Das bringt dann auch die Farben so richtig zum leuchten.
  5. Lassen Sie dem Mohn nach der Blüte Zeit, die Blätter selbstständig einzuziehen. Schneiden Sie die Reste wirklich erst ab, wenn sie vertrocknet sind.
  6. Die verblühten Blüten entfernen, um die kraftraubende Samenbildung zu vermeiden. Dies verhindert unter Umständen auch das ungewollte selbstständige Aussäen.

Folgende 4 Arten sind für den Anbau im Garten als Zierpflanze geeignet:

    türkenmohn

  1. Türken-Mohn (Papaver orientale)
    • Merkmale: Mehrjährige Staude mit horstartigen und aufrechten Wuchs. Je nach Sorte 30 – 100 cm hoch, gefiederte und behaarte Blätter, Blütenfarbe in scharlachrot, rosa, weiß oder orange zum Teil mit schwarzer Mitte. Die Blüten können einen Durchmesser von bis zu 20 cm erreichen.
    • Blütezeit: Mai bis Juli
    • Verwendung: Eine klassische Bauerngartenstaude. Geeignet als Leitstaude für Beete und Rabatten in Einzelstellung oder auch als kleine Gruppe.
    • Standort: Verträgt keine Staunässe, deswegen lockere, durchlässige, nährstoffreiche Böden in voller Sonne.
    • Vermehrung:Durch Wurzelstecklinge nach der Blüte, Pflanzung möglichst im Frühjahr mit einem Abstand von 50 bis 80 cm.
    • Pflege: Wie zuvor beschrieben.
    • Besonderheiten:Sehr viele Sorten mit attraktiven Blüten in unterschiedlichen Farben und Größen, gefüllt und einfach sind im Handel erhältlich

  2. Alpen-Mohn (Papaver alpinum)
    • Merkmale: Buschige, immergrüne Staude mit einer Gesamthöhe von 15 – 20 cm. Die Blätter sind schmal gefiedert. Die Blüten sind zierlich mit einem Durchmesser von 4 cm in reinem weiß mit einem zartgelben Zentrum und gelben Staubblättern.
    • Blütezeit: Juni / Juli
    • Verwendung: Der Alpen-Mohn ist eine Pflanze für den Steingarten, auf Trockenmauern aus Kalkstein und in Steintrögen.
    • Standort: Durchlässiger Boden am besten mit Schotteruntermischung.
    • Vermehrung: Aussaat zwischen Februar und April, Pflanzabstand ungefähr 15 cm. Der Alpen-Mohn versamt sich oft selbstständig. im Spätherbst ist auch eine Vermehrung mit Wurzelstecklingen möglich.
    • Pflege: anspruchslose und damit pflegeleichte Staude. Benötigt nur in sehr strengen Wintern eine Abdeckung mit Fichtenreisig.
    • Besonderheiten: Der Alpen-Mohn hat mehrere Unterarten, die sich durch unterschiedliche Blüten- und Blattfarben sowie ihr Vorkommen unterscheiden. Interessant ist der Rhätische Alpenmohn (P. alpinum subsp. rhaeticum) mit mit goldgelb bis orange gefärbten Blüten sowie der Kerner-Alpenmohn (P. alpinum subsp. kerneri) mit rein gelben Blüten.
  3. islandmohn

  4. Island-Mohn (Papaver nudicaule)
    • Merkmale: Meistens nur ein- beziehungsweise zweijährige Staude mit aufrechtem Wuchs und 20- 50 cm Höhe. Die blätter sind blaugrün, gefiedert und behaart. Der Islandmohn hat oft verschiedene Blütenfarben an einer Pflanze mit weißen, gelben, orangen, rosanen und roten Blüten mit einem Durchmesser von maximal 8 cm.
    • Blütezeit: April bis September
    • Verwendung: Im Steingarten,in Rabatten, Beeten und auch als Balkon- und Kübelpflanze möglich.
    • Standort: Durchlässiger, kalkhaltiger Boden, gerne sandig oder mit Steinen durchsetzt.
    • Vermehrung: Aussaat im Juli oder Wurzelstecklinge im Spätherbst. Nach frostfreier Überwinterung Pflanzung im Frühjahr ins Freiland mit einem Pflanzabstand von 20 bis 25 cm. Islandmohn sät sich gerne selbst aus.
    • Pflege:Wie zuvor beschrieben


  5. klatschmohn

  6. Klatschmohn (Papaver rhoeas)
    • Merkmale: Unkomplizierte, einjährige, wenig verzweigte Pflanze mit einer Höhe von 30 bis 80 cm. Die Blätter sind behaart, eingeschnitten bis gefiedert. Klatschmohn blüt meistens scharlachrot mit schwarzer Mitte. Es gibt aber auch weiße und rosafarbene Exemplare.
    • Blütezeit: Mai bis Juli
    • Verwendung: In der Blumenwiese oder in naturnahen Bereichen des Gartens kombiniert mit Kornblume und Margerite.
    • Standort: Siehe Alpen-Mohn
    • Vermehrung:Aussaat an Ort und Stelle ab März / April

Die Heilpflanze Mohn

schlafmohn
Wenn man von Mohn als Heil- und Nutzpflanze spricht, dann meint man nicht die zuvor beschriebenen Arten, sondern die Mohnart Papaver somniferum auch bekannt als sogenannter Schlaf-Mohn. Dieser zählt tatsächlich zu einer der ältesten Nutzpflanzen der Menschheitsgeschichte, denn es gibt Hinweise auf seine Nutzung schon in der Jungsteinzeit um 6000 v.Chr..
Genutzt werden zwei seiner Qualitäten: Zum einen die Samen, die man als Backzutat „Mohn“ kennt und zum anderen sein giftiger Milchsaft, der Alkaloide enthält, welche für die Herstellung von Opium, Heroin, Morphin und Codein genutzt wird.
Das Lebensmittel Mohnsaat gehört zu den calciumreichsten mit einem Calciumgehalt von 2,475 %. Mohnsaat ist außerdem reich an Vitamin B. Der Morphingehalt ist übrigens sehr gering und damit nicht schädlich für den Menschen. Dennoch sollte man wissen, dass der zeitnahe Genuß von Mohnsamen durchaus einen Drogentest positiv werden lassen kann. Der Samen kann gepresst und zu Öl weiterverarbeitet werden. Mohnöl ist lecker als Salatöl.
Alle Erzeugnisse aus dem Milchsaft der Mohnpflanze sind verschreibungspflichtig und unterliegen dem Betäubungsmittelgesetz. Dieses verbietet in Deutschland den ungenehmigten Anbau und Vertrieb aller Teile der Pflanze. Auch als Privatperson darf man Papaver somniferum nicht einmal als Zierpflanze im Garten stehen habe, außer man hat eine Sondergenehmigung.
Wenn man von dem Mißbrauch der Wirkstoffe absieht, dann ist der Schlafmohn eine sehr bedeutende Heilpflanze.


Hommage an den Kürbis

Anfänglich hat mich dieser ganze Kult um den Kürbis, der  mittlerweile schon vor einigen Jahren über den Atlantik zu uns ins gediegene Europa herüberschwabbte,  ganz schön genervt. Fragt man die Jugend, gab es Halloween warscheinlich schon immer in Deutschland.

Trotz allen Widerwillens, muss ich jedoch feststellen, dass Kürbisse einfach nicht aus dem Herbst wegzudenken sind mit ihrer eindrucksvollen intensiv leuchtenden Farbe und manchmal auch Größe.  Gerade dieses Jahr bin ich wieder sehr darauf aufmerksam geworden , was mich dazu veranlasst hat,  nun diesem Gewächs einen Artikel zu widmen.

Deswegen nun zu Beginn ein paar Impressionen zum Kürbis:

Kürbis Kürbis Kürbis
Kürbis Kürbis Kürbis
Kürbis Kürbis Kürbis

Kürbis-historisch betrachtet

Die Kürbisse (Cucurbita) bilden eine Pflanzengattung aus der Familie der Kürbisgewächse (Cucurbitaceae) und gehören tatsächlich zu den ältesten bekannten Kultursorten des Menschen. Wenn man den Angaben glauben darf, dann wurden Funde von Samen domestizierter Kürbisse auf 10000 bis 8000 v. Chr. datiert.
Ursprünglich wurde er wohl hauptsächlich wegen seiner Samen kultiviert, die besonders nahrhaft sind, denn die Früchte der Wildarten sind meistens reich an Bitterstoffen und wenig schmackhaft. Erst durch Zuchtversuche sind im Laufe der Zeit auch Sorten hervorgegangen, deren Früchte als Nahrungsmittel verwendbar wurden.
Beheimatet sind Kürbisse in den warmen und feuchten Regionen von Mittel-und Südamerika. Mit den Reisen von Christoph Columbus gelangten dann erst Samen nach Europa und nach Asien, wo sich besondere Vorlieben für unterschiedliche Arten entwickelten und diese weiter kultiviert und gezüchtet wurden.

Heute kennt man fünf Kürbisarten mit vielen Sorten, die als Nahrungsmittel kultiviert werden:

  1. Garten-Kürbis (Cucurbita pepo): Zu diesen in den Sommermonaten zunächst weichen und schmackhaften, später hartschalig werdenden Kürbisarten zählen die Zucchini, die melonengroßen runden Rondini ‚Tonda di Nizza‘, gelbe keulenförmige Drehhalskürbisse ‚Crookneck‘, Spaghettikürbis, steirischer Ölkürbis, die „Fliegenden Untertassen“ (UFO’s) oder auch Patissons mit flachrunden, gebuchteten Früchten sowie die besonders lange lagerfähigen Eichelkürbisse (Acorn) mit tropfenartiger Form.
  2. Riesen-Kürbis (Cucurbita maxima): So heißt die große Gruppe der lagerfähigen Einmachkürbisse, zu denen Sorten wie ‚Riesenmelonen‘ und ‚Gelber Zentner‘ gehören.Bekannt wurde diese Gruppe auch durch einzelne Züchtungen, die die größten Früchte der Erde produzieren wie beispielsweise die Sorten ‚ Atlantic Giant‘ oder ‚Big Max‘. Der neueste Rekord diesbezüglich liegt angeblich bei 782 kg, gewogen am 3. Oktober 2009. Desweiteren zählen zu dieser Art auch die zum Basteln geeigneten „Halloween“-Kürbisse. Hierfür besonders geeignet sind die vor allem als Zierde genutzten Turban- und Minikürbisse wie ‚Jack be Little‘, ‚Baby Bear‘ und ‚Sweet Dumpling‘. Außerdem die zur Familie der Hubbards zählenden Hokkaido- oder Carotakürbisse ‚Ushiki Kuri‘ und ‚Red Kuri‘, ‚Blue Kuri‘, ‚Blue Hubbard‘, ‚Golden Hubbard‘ und der mit dekorativen Warzen versehene ‚Chicago Warted Hubbard‘.
  3. Moschus-Kürbis (Cucurbita moschata): Die Sorten dieser Gruppe brauchen mänger und mehr Wärme, weswegen sie vor allem in südlicheren Ländern verbreitet sind und als besonders aromatisch und schmackhaft gelten. Am bekanntesten sind der glockenförmige Melonensquash ‚Butternut‘, der in vielen Ländern zu den Hauptgemüsen zählt sowie der tief gekerbte Muskatkürbis ‚Muscade…‘ beziehungsweise ‚Musquée de Provence‘ und der Schlangenkürbis ‚Tromboncina d’Albenga‘, der auch Keulenzucchini genannt wird auf Grund seiner schlangenartig, gekrümmten Früchte.
  4. Feigenblatt-Kürbis (Cucurbita ficifolia) wird in einem großen geographischen Bereich angebaut, ist jedoch auf die Höhenbereiche zwischen rund 1000 bis fast 3000 m beschränkt. Dies unterscheidet ihn von den anderen Arten der Gattung, die auch in wesentlichen tieferen Lagen angebaut werden. Er wird in allen Gebirgslagen Lateinamerikas angebaut. Es gibt vom Feigenblatt-Kürbis keine kommerziellen Cultivare. Er lässt sich auch nicht mit anderen Kürbis-Arten kreuzen.
  5. (Cucurbita argyrosperma)

Wichtige Info’s zum Anbau von Kürbissen:

  • Kürbisse sind meistens einjährige nicht winterharte Pflanzen.
  • Sie gehören zu den Starkzehrern und benötigen damit einen sehr humusreichen und nährstoffreichen Boden mit viel organischer Masse. Dies ist auch der Grund, warum man Kürbispflanzen häufig am Kompost sieht. Im normalen Gartenbeet bietet sich eine Grundlage aus Pferdemist an. Dazu sollte man im Frühjahr einen Graben ausheben und diesen mit dem Mist füllen. Anschließend den Erdaushub mit Kompost vermischen und dann als Erdhügel mit ca. 30cm Breite über der Mistpackung anhäufen. Die Kürbisse in einem Abstand von mindestens 10cm auf dem Rücken des Mistbeetes aussähen.
  • Kürbisse sind rankende Pflanzen mit großen Blättern und wasserreichen Früchten, die sehr viel Platz benötigen. Eine Pflanze alleine kann leicht 3-4m² überwachsen. Sie eignet sich daher wunderbar als Bodendecker, um Brachflächen vor Unkrautbefall und Austrocknung zu schützen.
  • Damit die reifenden Früchte am Boden nicht zu faulen beginnen, sollte man sie bei Zeiten mit einem Holzbrettchen unterlegen. Man kann sie ernten, wenn sie beim Anklopfen hohl klingen.
  • Kaum einer weiß, das Kürbis ein äußerst gesundes Gemüse ist. Sie sins sehr reich an Vitamin C und haben einen weit höheren Gehalt an Vitamin A (Carotin) wie Karotten. Dabei handelt es sich um ein kalorienarmes Gemüse, das reich an Ballaststoffen ist. Aus dem frischen Fruchtfleisch lassen sich wunderbare Suppen zaubern. Kürbis schmeckt sehr hervorragend in Kombination mit Ingwer oder auch süß/sauer eingelegt als Kompott. Probieren Sie doch mal Kürbismarmelade!

… und was man sonst noch mit Kürbis anfangen kann:

Mittlerweile sollte wohl fast jedem die Halloween-Tradition bekannt sein, aus Kürbissen gruselige bis lustige Halloween-Laternen zu basteln. Diese sind als Jack O´Lantern verbreitet. Zurück geht diese Tradition auf eine irische Geschichte, die von Jack O. handelt, einem Bösewicht, dem es gelang den Teufel einzufangen. Dieser erkaufte sich seine Freiheit wieder mit dem Versprechen, Jack in Zukunft in Frieden zu lassen. Doch auch Jack O. musste irgendwann sterben. Auf Grund seiner Taten zu Lebzeiten wurde ihm die Aufnahme in den Himmel verweigert und natürlich blieb ihm nun auch die Hölle verwehrt. Doch der Teufel erbarmte sich und schenkte ihm eine Rübe und eine glühende Kohle, damit Jack damit durch das Dunkel wandern könne. Die Iren brachten diese Geschichte als Auswanderer mit in die Vereinigten Staaten, wo die Rübe mit der Zeit vom Kürbis abgelöst wurde, da dieser so zahlreich vorhanden war.
Heutzutage stellt man die Kürbis-Fratzen vor die Haustür aus der Tradition heraus, die bösen Geister vom Haus fern zu halten, die sich in der Nacht vom 31.Oktober auf den 01.November vermehrt herumtreiben sollen.
Auf etwas anderes lustiges bin ich noch gestossen bei meiner Recherche nach den Geheimnissen des Kürbis und das nennt sich Kürbisweitwurf (eng. Pumpkin chunking). Hierbei werden Kürbisse mit extra dafür entwickelten Geräten so weit wie möglich geschleudert. Der Rekord liegt angeblich bei 1324,8m. Jährlich finden Weltmeisterschaften am ersten Wochenende nach Halloween statt in Millsboro, Delaware (USA). Dabei sind manche Leute wirklich kreativ. Wen es interessiert, hier ein Link zur offiziellen Homepage der Weltmeisterschaften.
Zum Schluss noch ein Wort zu den Eigenschaften als Heilpflanze:
Als Heilmittel eignen sich die Kerne von Kürbissen, da diese besonders reichhaltig sind an Ölen, Vitaminen und Mineralstoffen. Zink, Vitamin C und A sind in hoher Dosierung vorhanden. Kürbiskerne finden daher ihren Einsatz bei der Behandlung von Prostatavergrößerung und Prostatitis als auch gegen Darmparasiten.

Schneiden, schneiden,schneiden – oder was sonst noch im Herbst zu tun ist!

Es ist so weit: Der Herbst steht vor der Tür und alle sprechen immer nur vom Ernten!
Herbstimpressionen
Dabei fällt im Garten jetzt noch so mancherlei andere Arbeit an:

  • verblühte Blüten an Stauden und Rosen ausputzen, denn noch bilden sich reichlich neue Blüten solange es warm bleibt.
  • ein letztes Mal Hecken und Formschnitt-Gehölze wie Buchsbaum schneiden
  • beste Pflanzzeit für Stauden und Gehölze
  • ab Ende September können die ersten Blumenzwiebeln für den Frühling in den Boden gebracht werden
  • Beerensträucher wie Himbeeren, Brombeeren, Johannisbeeren und Stachelbeeren schneiden
  • Balkon- und Kübelpflanzen auf die Überwinterung vorbereiten beziehungsweise bei den ersten kalten Nächten vor Frost durch Abdecken mit Noppenfolie schützen
  • Das zweite Mähen der Blumenwiese steht an
  • letzte Möglichkeit für Neuanlagen von Rasenflächen

Eines wird dabei klar! Der eingefleischte Hobbygärtner nimmt jetzt Urlaub, um aller Aufgaben Herr zu werden.

Zwei sehr interessante Internetseiten, die sich mit oben beschriebenen Themen ausführlich auseinandersetzen und die ich wärmstens empfehlen möchte, wären.

  1. Gartenscheren.net : Informiert ausführlich rund um das Thema Gartenscheren und damit über sämtliche Schnittarbeiten, die so im privaten Garten anfallen können. Vom aufwendigen Rosenschnitt, zum Form- oder Obstgehölzschnitt. Kaum ein Thema das Schneiden von Pflanzen betreffend wird ausgelassen. Dazu noch ein nettes Bild einer unkonventionellen Idee zum Thema Formschnitt:Buchs-Bank
    Gesehen im „Weißen Garten“ in Sissinghurst Castle , Grafschaft Kent (England), dem ehemals  privaten Garten der Schriftstellerin und Gartenkennerin Vita Sackville-West und Ihrem Mann Harold Nicolson.
    Nebenbei ist diese Parkanlage ein „Muß“ für jeden Gartenliebhaber. Mich persönlich hat sie sehr inspiriert und die Buchsbaum-Gartenbank wächst langsam in meinem Garten in die richtige Form.

  2. Jahreszeiten-garten.de : Eine Gartenseite, die ausführlich über die Gartenarbeit je nach Jahreszeit informiert.
    Hagebutten
    Die Seite ist zwar noch im Aufbau, aber trotzdem schon recht informativ und vielversprechend.
    Es lohnt sich einen Bick zu wagen und ein bißchen zu stöbern!

Neue Hoffnung für die Honigbiene?!

Scheinbar ist den Wissenschaftlern der University of Illinois ein Durchbruch gelungen im Kampf gegen das weltweite Bienensterben, das seit 2004 sorgenvoll beobachtet wird. Die Ursache für den Bienenvolk-Kollaps (Colony Collapse Disorder – CCD) scheint eine Störung des Eiweiß-Stoffwechsels zu sein hervorgerrufen von Viren der Familie der Picorna-Viren, die von der Varroa-Milbe übertragen werden. Diese Viren unterbrechen die Eiweiß-Synthese der Honigbienen (Apis mellifera), indem sie die Ribosomen in den Zellen besetzen und dafür verwenden, ihre eigene Vermehrung voran zu treiben, wodurch die eigentliche Arbeit der Ribosomen unterbunden wird.

bienenEine gestörte Eiweißproduktion schwächt die Biene im Allgemeinen. Sie ist dann in der Tat viel anfälliger für Pestizide, Pilzinfektionen, Bakterien oder Mangelernährung. All diese Faktoren wurden schon zuvor als mögliche Ursachen für das Bienensterben vermutet und finden nun ihre berechtigte Begründung.

Fraglich bleibt natürlich weiterhin, ob sich eine Möglichkeit finden läßt, die verantwortlichen Viren zu stoppen? Schließlich weiß jeder spätestens seit AIDS, dass Viren nicht so leicht zu bekämpfen sind.
Aber wie heißt es so schön: Die Hoffnung stirbt zuletzt! Jetzt, wo die Ursache bekannt zu sein scheint, könnte eine Rettung der Rest-Völker wieder möglich werden.

Über die Auswirkungen des Aussterbens der Honigbiene gibt es ja doch einige apokalyptische Prophezeiungen, die weitreichende Auswirkungen auf das menschliche Leben voraussagen.

Kleines Volk mit großer Wirkung

Neben der Honigproduktion sind Honigbienen für das Bestäuben von vielen Pflanzen zuständigen. Auf der Nordhalbkugel gehören dazu etwa 100 Obst- und Gemüsepflanzen wie Sojabohnen, Spargel, Broccoli, Sellerie, Kürbisse und Gurken sowie Zitrusfrüchte, Pfirsiche, Kiwis, Avocados, Nüsse, Äpfel, Kirschen, Blau- und Erdbeeren und diverse Melonensorten. Kurzum einem Großteil unserer Nahrungspflanzen.

Das Aussterben der Bienen könnte als Folge eine deutliche Verminderung unseres Nahrungsmittelangebots mit sich bringen, denn ohne Bestäubung keine Vermehrung der Pflanzen mehr. Dies betrifft schließlich auch Pflanzen, die nicht direkt in der menschlichen Nahrung vorhanden sind, aber indirekt in der Nahrungskette ihre Aufgabe erfüllen wie beispielsweise solche, die zur Ernährung von Rindern, anderen Huftieren oder Geflügel dienen.

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Berta Rausch am 26. August 2009 in Allgemein, Ernte, Fauna & Flora, Pflanzenzucht

Ferienzeit ist Gartenzeit !!
– …aber keine Zeit für Faulpelze!!!

Für den passionierten Hobby-Gärtner gibt es nichts besseres als den langersehnten Sommerferienbeginn! Endlich Zeit für Gartenarbeit! Diese Species von Menschen wird man nun für einige Wochen  Tag und Nacht in ihrem Garten antreffen, denn dort gibt es jetzt auch viel zu tun.

Alles sprießt und schießt. Das bedeutet auf die Knie und Unkraut jäten, aber auch ein letztes Mal für Nahrung sorgen. Vor allem Gemüse, die viel Blattmasse, Knollen oder Früchte produzieren wie Tomaten, Gurken, Lauch,  Sellerie und Kohlsorten wollen noch gedüngt werden. Wer sein Gemüse biologisch ziehen möchte, kann dieses mit Brennesseljauche tun.

Die Sommerferien sind aber auch die Zeit der Ernte und was kann es Schöneres geben?!

Jeden Tag kann ausgewählt werden, was frisch auf den Tisch kommt. Meistens kann man jedoch garnicht soviel essen wie vorhanden ist und nachwächst. Deswegen lohnt es sich einen Wintervorrat anzulegen. Viele Gemüse und Früchte können gut eingelagert werden wie Äpfel, Kartoffeln, Wurzelgemüse und Kohl. Andere müssen erst haltbar gemacht. Dies ist bei vielem Obst und Gemüse ganz einfach und sehr lecker möglich durch Einkochen, Dörren oder Einfrieren.

Für das Einkochen gibt es verschiedene Möglichkeiten:

  • süße Marmelade einkochen
  • würzige und exotische Chutneys kochen
  • Liköre und Weine ansetzen
  • in Essig oder Salz einlegen
  • als Fruchtsaft konservieren

Dem Kreativem sind in dem Bereich keine Grenzen gesetzt, denn viele Früchte lassen sich wunderbar miteinander kombinieren und beim Einkochen kommen einem immer wieder neue Ideen, die man ausprobieren möchte. Ich persönlich bin dann immer voller Vorfreude auf die kulinarischen Genüsse, die später im Winter auf mich warten.
Über all diese anfallenden Arbeiten ab der Ernte wie das richtige Einlagern von Gemüse und Konservieren gibt es eine sehr informative und ausführliche neue Webseite, auf die ich zu guter Letzt noch hinweisen möchte: www.pflanzen-ueberwintern.de