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21.Juni – langersehnter Sommeranfang: Mitsommernacht, Sommersonnenwende, St. Johannes-Nacht

Besonders in diesem Jahr mit seinem langen Winter und extrem kalten Frühling ist er besonders sehnlichst erwartet:

Der Sommer!!

Auf der nördlichen Hemisphäre beginnt der Sommer mit der Sommersonnenwende am 21.Juni eines jeden Jahres. Dies ist der Tag mit dem längsten Tag und der kürzesten Nacht. Die Sonne steht direkt über dem nördlichen Polarkreis und hat damit ihren nördlichsten Punkt erreicht bevor sie sich wieder auf die Reise begiebt in Richtung Äquator.
Direkt am nördlichen Polarkreis geht an diesem Tag die Sonne garnicht unter.Man nennt dort diesen Tag auch Polartag. Die sogenannte Mitternachtssonne sinkt herab auf den Horizont und steigt wieder auf, statt wie normalerweise am Horizont unterzugehen. Es wird also nie richtig dunkel, weswegen dieses Phänomen auch als “Weiße Nacht” bekannt ist.

Sonnenuntergang

Je nördlicher man sich vom nördlichen Polarkreis aus gesehen begibt desto mehr “Weiße Nächte” kann man im Polargebiet erleben. Dort wird es an einigen Orten oft wochenlang nicht richtig dunkel. Die Umkehrung findet natürlich ebenso im Winter statt, in dem es genauso wochenlang nicht hell wird.

Diese starke Beeinflussung des Lebens durch die Sonne mit Helligkeit und Dunkelheit erklärt, warum die Sommersonnenwende als Fest an Bedeutung zunimmt je nördlicher man lebt. In Skandinavien, dem Baltikum und Finnland ist dieses Fest deswegen ein sehr bedeutender Feiertag, der teilweise gleichzusetzen ist mit unserem Weihnachtsfest.

Geschichte und Mythos der Sommersonnenwende

Die Sommersonnenwende ist ein sehr altes Fest heidnischen Ursprungs wie alle Sonnenfeste, da der Mensch im Laufe seiner Entwicklungsgeschichte schon immer in starker Abhängigkeit vom Sonnenkreislauf stand. Da die Unterschiede zwischen Sommer und Winter im hohen Norden Europas am kontrastreichsten sind, hat das Fest vor allem seine Wurzeln in den keltischen und germanischen Traditionen.

Die Kelten feierten dieses Fest gleich mehrere Tage lang zu Ehren der Erdenmutter, da es sich um die schönste Zeit im Jahr handelte, denn das Wetter war meist warm und angenehm und die Natur präsentierte sich in ihrer ganzen Pracht und Üppigkeit. Erstes Gemüse war schon reif und die kommende Ernte im Wachsen. Man sagte auch die Erdgöttin sei gerade schwanger mit den Früchten der Erde. Deswegen ist es nicht weiter verwunderlich, das die Festlichkeiten sehr lebendig, lustvoll und ekstatisch begangen wurden. Man tanzte trancegleich nackt und nur geschmückt mit Blumen und grünen Zweigen nächtelang um lodernde Feuer und huldigte so der Fruchtbarkeit der Erde. Selbsgebrautes Starkbier mit aphrodisierenden und halluzinogenen Kräutern angereichert wurde getrunken, so dass nicht verwunderlich ist, dass die Tänzer in wilde ekstatische Tänze verfielen, die man später in christlicher Zeit als Veits-Tanz bezeichnete. Alles in allem ein Fest also der überschäumenden Freude, Lebendigkeit und Fruchtbarkeit, an dem der Mensch den Göttern nahe kommen konnte.
Die Kräuter, die traditionell sowohl für das Getränk als auch für den Körperschmuck verwendet wurden, sollen folgende sein:

  • Johanniskraut (Hypericum perforatum)
  • Beifuß (Artemisia vulgaris)
  • Eisenkraut (Verbena officinalis)
  • Kamille (Matricaria chamomilla)
  • Holunderblüten (Sambucus nigra)
  • Schafgarbe (Achillea millefolium)
  • Gundelrebe (Glechoma hederacea)
  • Blutwurz (Potentilla erecta)
  • Bärlapp (Lycopodium bisdepuratum)
  • Arnika (Arnica montana)
  • Ringelblume (Calendula officinalis)
  • Königskerze (Verbascum in Arten)
  • Kümmel (Carum carvi)

Andere Kulturen wie beispielsweise die germanische verehrten an diesem Tag mehr den Sonnengott oder zum Teil auch die Sonnengöttin, die an diesem Tag häufig durch Köpfen rituell ermordet werden, um in eine andere Daseinsform überzugehen oder anders ausgedrückt der Gott der Jahreszeiten stirbt auf dem Höhepunkt seiner Macht und der Kreislauf kann neu beginnen.

Mit der Christianisierung Europas waren die heidnischen und wilden Gebräuche nicht mehr geduldet. Da Johannes der Täufer aber an einem 24,Juni geboren wurde, verwendete man Bestanteile des ursprünglichen Sonnenwendfestes, um ein neues christliches Fest zu begründen, dass die heidnischen Rituale verdrängen sollte. Erhalten geblieben ist seit Urzeiten das Feuer, das in unserem Kulturraum eher als Johanni-Feuer bekannt ist. Dieses wird traditionell auf hohen Bergen entzündet zum einen als Symbol fürdie Sonne stellvertretend für Christus und zum anderen als Schutzfeuer, das böse Dämonen, Krankheiten, mißgebildete Kinder und Hagelschaden fern halten soll. Zu diesem Zweck verbrannte man vielerorts symbolisch Strohpuppen im Feuer.

Während der Zeit des Nationalsozialismus in Deutschland hat man sich einiger alter germanischer Gebräuche bedient und diese mißbraucht, indem die Sonnenwendfeste zu offiziellen Feiertagen erhoben und mit den Ideologien des Nationalsoziolismus gespickt wurden. Deswegen ruft das Sonnenwendfest noch oft einen bitteren Beigeschmack bei vielen Menschen hervor und hat oft einen schlechten Ruf.

Sommersonnenwende heute

Was bleibt also übrig von diesem alten Brauchtum? Der längste Tag im Jahr ist auch heute noch ein wirklich guter Grund zum Feiern, auch wenn ein bißchen Wehmut mitspielt, da klar ist, dass die Nächte ab dann wieder länger werden und einen ersten Hauch des Winters ankündigen. Umso dringender muß die kurze Zeit des unbeschwerten Sommers genossen werden.

Geblieben ist unausweichlich das Schüren und Umtanzen eines Feuers als Element, dass in allen Kulturen wie ein roter Faden vorhanden ist. Geblieben ist auch das Anfertigen von Blumenschmuck aus Kräutern und grünen Zweigen in unterschiedlichster Form, sei es als Johanniskrone oder schlicht als Kränze im Haar der Mädchen. Es gibt Orte, an denen spezielles Bier gebraut wird, doch meistens wird es wohl eher gekauft und reichlich konsumiert. Der schwedische Brauch, die ersten frischen Kartoffeln mit Hering, Sauerrahm und Schnittlauch zubereitet sowie als Nachtisch frische Erdbeeren mit Sahne zu reichen, durchweicht mancherorts die heimischen Gebräuche.

Eine weitere schöne Tradition aus Schweden für junge, unverheiratete Mädchen ist das Sammeln von sieben verschiedenen Wildkräutern von sieben verschiedenen Wiesen in der Nacht der Sommersonnenwende. Diese werden unter das Kopfkissen gelegt. Hat man das Sammeln schweigend und in aller Stille vollzogen, so wird man in der Nacht von seinem zukünftigen Ehemann träumen. Das Geheimnis des Namens darf jedoch auf gar keinen Fall geteilt werden, sonst geht die Verbindung nicht in Erfüllung.

Zu guter letzt noch ein Tip für den Gärtner:
Tatsächlich sind die Tage rund um den Sommeranfang sehr gut geeignet für das erste Ernten vieler Kräuter. Diese stehen zum Teil noch vor der Blüte und sind jetzt besonders stark angereichert mit wertvollen ätherischen Ölen und anderen wichtigen Geschmacksstoffen.

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Berta Rausch am 11. Juni 2010 in Allgemein, Brauchtum & Rituale, Jahreszeiten

Es geht auch ohne Gift
- Biologischer Pflanzenschutz mit Hilfe von Kräuterauszügen

Wir leben in einem spannenden Jahrhundert. Unter anderem hält das Wetter jedes Jahr etwas Neues und Unerwartetes für uns bereit.
Das Jahr 2010 zeichnet sich da bisher besonders aus durch einen sehr langen Winter, gefolgt von einem äußerst kalten und regenreichen Mai, der uns nun schon im Frühling einen neuen Ansturm von Armeen von Blattläusen und Pilzen auf unsere Gärten und Felder beschert.

Zum Glück kann man sich erstaunlicherweise doch immer noch auf die Natur verlassen, denn Beobachtungen in meinem Garten erwecken in mir den Eindruck, als ob eine abgeschwächte Form der Marienkäferplage aus Norddeutschland vom letzten Jahr nun auch Süddeutschland erreicht hat und das ist aus gärtnerischer Sicht auch gut so.
Tatsächlich sind die Marienkäfer gleichzeitig mit den Blattläusen erschienen und dürfen sich nun wie im Schlaraffenland fühlen, da sie Blattläuse als besonderen Leckerbissen auf ihrer Speisekarte stehen haben.

marienkäferPflanzenbilder von www.kultur-pflanze.de blattläuse marienkäferlarve
Marienkäfer (Coccinellidae) bei der Paarung Röhrenblattläuse (Aphididae) auf dem Neuaustrieb einer Wildrose Maikäferlarve beim Fressen von Blattläusen

Damit wären wir auch schon mitten im biologischen Pflanzenschutz gelandet, denn dieser besteht aus verschiedenen Möglichkeiten der Angriffsstrategien:

  1. Der Einsatz von sogenannten Nützlingen, die auf ihrem Speiseplan genau die Tiere stehen haben, die wir als Schädlinge bezeichnen (siehe Marienkäfer und Blattläuse)
  2. Kräuterauszüge aus Wildkräutern können sehr leicht hergestellt und als biologisches Spritzmittel verwendet werden zur direkten Schädlingsbekämpfung ohne andere Pflanzen und Tiere zu schädigen beziehungsweise ohne Nachwirkungen auf den Menschen.
  3. Mechanischer Pflanzenschutz beinhaltet das klassische Absammeln oder Abspritzen der Schädlinge von dn Pflanzen, das Entfernen befallenen Pflanzenteile sowie das Aufstellen von Fallen oder Schutzmaßnahmen wie Insekten- und Vogelschutznetzen oder Schneckenzäunen.
  4. Vorbeugender Pflanzenschutz mit Hilfe von natürlichen Pflanzenstärkungsmitteln und korrektem Pflanzengebrauch. Eine gesund Pflanze, die den richtigen Standort und die richtigen Lebensbedingungen hat, wird weniger häufig von Pflanzenschädlingen heimgesucht und kann eine Attacke gegebenenfalls leichter wegstecken.


Brennesseljauche, Ackerschachtelhalmbrühe, Knoblauchtee & Co

Ich möchte mich an dieser Stelle den bewährten Hausmitteln zuwenden, die schon seit Urzeiten für die Schädlingsbekämpfung in Gärten eingesetzt wurden.
Einige Vorteile der Kräuterauszüge wurden zuvor schon genannt. Ergänzend wäre dem noch hinzuzufügen, dass diese Mittel wiklich sehr leicht herzustellen und dabei auch noch billig sind, denn in den meisten Fällen kann man die Kräuter in der Natur sammeln oder im eigenen Garten im Kräuterbeet finden. Dazu benötigt man in der Regeln nur einen 10 Liter Eimer, Wasser und etwas Arbeit und Geduld.

Folgende Grundrezepte kommen für diesen Zweck in Frage:

  • Jauche
    Eine Kräuterjauche ist ein vergorener Kräutersud aus kleingeschnittenen Pflanzenbestandteilen und Regenwasser. Am bekanntesten ist hier sicherlich die Brennesseljauche. Die Rezepturen, die man so findet variieren in den Angaben leider sehr stark und können vermutlich auch nicht so konkret genannt werden, da die einzelne Pflanze je nach Wachstumsphase unterschiedlich hohe Konzentrationen von dem benötigten Wirkstoff aufweist. Die Angaben handeln sich also um ungefähre Richtwerte. Experimentierfreude ist gefragt!

    Rezept für Brennesseljauche

    1. Sie benötigen ein Fass aus Holz oder Kunststoff, das nicht zu klein dimensioniert sein sollte. Unbedingt Metallgefäße vermeiden, da das Metall während des Gärungsprozesses mit der Jauche reagieren und ungewollte chemische Reaktionen auslösen kann. Platzieren Sie das Fass an einem möglichst sonnigen Ort. Je wärmer der Platz desto schneller ist der Gärprozess beendet.
    2. Sammeln Sie die oberirdischen Bestandteile von nicht blühenden Brennesseln und zerkleinern Sie sie grob. Man benötigt ungefähr 1 kg Frischmaterial auf 10 Liter Wasser.
    3. Die zerkleinerten Brennesseln werden in das Fass gegeben und mit Regnwasser aufgegossen, so dass möglichst ein Abstand zum Rand von einer Handbreit entsteht. Während des Gärprozesses kommt es zu Schaum- und Bläschenbildung, so dass die Flüssigkeit überlaufen könnte.
    4. Das Fass bleibt unverschlossen an einem sonnigen Ort stehen. Man kann es eventuell mit einem Drahtgitter bedecken, um zu verhindern, dass Blätter oder Insekten hineinfliegen. Für die Gärung ist Sauerstoff dringend notwendig. Deswegen sollte zusätzlich die Jauche einmal täglich umgerührt werden.
    5. Da während der Gärung immer unangenehme Gerüche entstehen, sollte man von vornherein einen Standort wählen, der einsam genug liegt, damit sich niemand belästigt fühlt. Zusätzlich kann man zur Geruchsbindung etwas Steinmehl oder Baldrinblütenextrakt auf die Oberfläche geben.
    6. Nach 1 1/2 bis 3 Wochen ist die Brennesseljauche fertig. Sie hat dann eine braune Farbe und die Brennesselbestandteile sind auf den Boden des Fasses gesunken. Außerdem findet keine Bläschenbildung mehr statt. Sie können nun das Fass mit einem Deckel verschließen. Die Jauche ist für die gesamte Gartensaison haltbar.
    7. Man sollte die Jauche vor dem Ausbringen sowohl sorgfältig durchsieben als auch unbedingt mit Wasser im Verhältnis von 1:10 verdünnen. Sie wird direkt in den Wurzelbereich gegeben. Als Spritzmittel muß die Jauche im Verhältnis 1:50 verdünnt werden und wirkt dann direkt auf Triebspitzen und Blättern gegen Blattläuse und Spinnmilben.

    Brennesseljauche dient nicht nur als Pflanzenschutzmittel, sondern eignet sich gleichzeitig hervorragend als stickstoff- und kalihaltigen Dünger, der vor allem für starkzehrende Pflanzen wie Tomaten und Kohl eingesetzt werden kann.
    Natürlich können auch andere Kräuter wie Beinwell oder Rainfarn zu Jauchen verarbeitet werden ebenso wie Knoblauch, Zwiebeln und sogar Komposterde und Tierexkremente. Vorsichtig muß man allerdings immer mit der Verdünnung sein, da zu kräftige Jauchen sowohl die Bildung von geilen Trieben fördern als auch Verbrennungen an den Pflanzen verursachen können.

  • Brühe
    Um eine Kräuterbrühe zu erhalten benötigt man ungefähr 1 kg Pflanzenteile auf 10 Liter Regenwasser. Man legt die Kräuter für 24 Stunden in der entsprechenden Menge Wasser ein und läßt sie ziehen. Nach Ablauf dieser Zeitkocht man den gesamten Sud auf und läßt ihn für eine halbe Stunde leicht sieden. Nach dem Abkühlen kann die Brühe abgesiebt und direkt verwendet werden. Auch die Brühe muß vor der Verwendung mit Regenwasser verdünnt werden.

    Typische Pflanzen aus denen Brühen hergestellt werden, sind:

    • Ackerschachtelhalm (Equisetum arvense) –> Vorbeugend gegen Pilzkrankheiten. Kann auch ohne Probleme mit Brennesseljauche vermischt werden.
    • Wurm- (Dryopteris filix-mas) und Adlerfarn (Pteridium aquilinum) –> Spritzmittel gegen Schild-, Schmier- und Blutläuse.
    • Rainfarn (Tanacetum vulgare) –> Gieß- und Spritzmittel gegen Rost und Mehltau sowie gegen Blattwespen, Brombeer- und Erdbeermilben, Erdbeerblütenstecher und Himbeerkäfer.
    • Wermut (Artemisia absinthium) –>Unverdünnte Spritzungen gegen Blattläuse, Säulenrost an Johannisbeeren, Raupen, Kohlweißlinge und Ameisen.
  • Tee
    Um einen Kräutertee zu erhalten überbrühen Sie die Pflanzenteile (frisch oder getrocknet) mit kochendem Wasser und lassen Sie den Tee 10 bis 15 Minuten ziehen. Er kann dann abgeseiht und nach dem Abkühlen direkt verwendet werden.

    Am häufigsten wird sicherlich ein Zwiebel-Knoblauchtee eingesetzt, der allgemein gegen Ungeziefer und Pilze wirkt. Man verwendet für die Herstellung 75g gehacktes Frischmaterial auf 10 Liter Wasser. Beiden Bestandteilen wird eine antibiotische und und keimhemmende Wirkung nachgesagt.
  • Kaltwasserauszug
    Pflanzenteile werden für maximal 1 bis 2 Tage in kaltes Wasser eingelegt. Man siebt die festen Bestandteile danach ab und kann den Kaltwasserauszug sofort verwenden. Dieser darf auf gar keinen Fall gären.
    Bekannt ist der Tomatenblätter-Auszug, der vor allem als Spritzmittel zur Flugzeit der Kohlweißlinge bei Kohlarten zum Einsatz kommt, um die Falter von den Pflanzen abzuhalten.


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Berta Rausch am 07. Juni 2010 in Allgemein, Gartenarbeit, Schädlingsbekämpfung, Wetter

Nachtrag zur Maikäferplage 2010

Nach allen schlimmsten Befürchtungen ist dies der einzige Maikäfer, den ich bisher in meinem Garten zu Gesicht bekommen habe.
Da ich aber im Frühjahr jede Menge Engerlinge beim Umgraben entdeckte, muß ich meine Befürchtungen wohl auf das nächste Jahr schieben, da sich die Larven ja bekanntermaßen erst im Herbst verpuppen und dann im darauf folgenden Frühjahr als Käfer erscheinen.

Maikäfer Maikäfer Maikäfer

In Südhessen, Baden-Württemberg und Teilen von Österreich scheint die vorhergesagte Maikäferplage jedoch trotz kalter Temperaturen in diesem Frühjahr in vollem Gange zu sein.
Tatsächlich findet man jede Menge Artikel über umstrittene Hubschraubereinsätze in Pfungstadt zur Bekämpfung der Tiere mit Insektiziden. Der verwendete Wirkstoff Dimethoat scheint nicht ausreichend getestet zu sein in Bezug auf die Auswirkungen auf andere Lebewesen des Waldes und auch den Menschen.

Wer in dieser Gegend im Wald spazieren geht, sollte vorerst wohl erstmal auf den Verzehr von Waldbeeren und Pilzen verzichten.

Da muß man doch die entspannten Maßnahmen unserer österreichischen Nachbarn ervorheben:Jeder Walgauer ist aufgerufen, die lästigen Tierchen zu sammeln und gegen Bezahlung zur Vernichtung abzuliefern.
So ein Verhalten klingt zumindest nach ökologischem Bewußtsein.

Mal abwarten, was für eine Haltung ich einnehmen werde, wenn tatsächlich die Käfer nächstes Jahr meinen Garten kahlfressen werden. Ich denke, da hilft nur:”Cool bleiben” und auf den Johanniaustrieb warten.

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Berta Rausch am 07. Juni 2010 in Allgemein, Fauna & Flora, Schädlingsbekämpfung

Folgt der Maikäfer dieses Jahr dem Beispiel des Marienkäfers mit einer neuen Plage?

Beim Anlegen eines neuen Gartens entdeckte ich bei der Anlage eines Beetes in einer ehemaligen und total ungepflegten Rasenfläche sechs dicke Engerlinge auf eine Fläche von knapp einem Quadratmeter. So etwas war mir tatsächlich zuvor noch nie passiert und deswegen begann ich zu forschen, was es damit auf sich hat.
Zunächst einmal darf ich Ihnen den Tatbestand vorstellen:

Engerling
Herr oder auch Frau

Maikäfer
(Melolontha melolontha)

zur Zeit noch als Engerling tätig.



Mir -als geborenes Stadtkind- sind Maikäfer als real existierende Lebewesen noch kaum bekannt. Nur Max und Moritz beziehungsweise ihr Schöpfer Wilhelm Busch hatte sie mir näher gebracht. Später hinterliess der Liedtext von Reinhard Mey „Es gibt keine Maikäfer mehr“ Spuren von diesen Tieren in meiner Erinnerung. So dachte ich dann in Folge auch, dass Maikäfer eine bedrohte Tierart sind und fand sie recht putzig, wenn ich sie mal antraf, mit ihren auffälligen gefächerten Fühlern am Kopf.

Beim Herumfragen im Bekanntenkreis konnten mir die Landpommeranzen jedoch von Maikäferplagen alle vier Jahre im Mai / Juni berichten. Diese äußersten sich durch massenhaftes Herumschwirren und Niederlassen der äußerst klebrigen Tiere (mit Vorliebe in den Haaren) sowie Kahlfraß der Laubbäume.

Nun aber zu den Fakten:
Maikäfer gehören zu den Blatthornkäfern (Scarabaeidae). In Deutschland können drei unterschiedliche Arten von ihnen angetroffen werden. Am häufigsten ist der Feldmaikäfer (Melolontha melolontha), der ca. 23 mm groß wird und einen schwarzen Körper hat mit mehreren charakteristischen dreieckigen weißen Flecken in einer Reihe an den Seiten und braunen Flügeldecken.
Etwas seltener ist dann schon der Waldmaikäfer (Melolontha hippocastani), der deutlich mehr braun am Körper gezeichnet ist wie der Feldmaikäfer.
Nur noch vereinzelt in Südwestdeutschland anzutreffen ist die Sorte mit dem schönen deutschen Ersatz-Namen Glücksmaikäfer (Melolontha pectoralis), der optisch dem Feldmaikäfer sehr ähnlich ist. Für diesen Käfer gibt es nämlich nur den lateinischen Namen und keinen allgemeingültigen deutschen.
Am deutlichsten lassen sich diese drei Arten wohl tatsächlich durch die Form und Art der Behaarung ihrer Hinterleibsspitzen unterscheiden.

Der Lebenszyklus eines Maikäfers ist auch sehr interessant:
Der Käfer selbst lebt nämlich nur 5-7 Wochen. In dieser Zeit ernährt er sich mit großer Vorliebe vom frischen Laub von Buche, Ahorn, Eiche, Hainbuche und Rosskastanie. Sind diese Bäume schon leer geräubert, frißt er auch schon Mal die Nadeln von Nadelbäumen. Natürlich ist das Problem an dieser Speisekarte nicht der einzelne Käfer an sich, sondern das Auftreten in riesen Schwärmen, die schnell viele Bäume entlauben können. Dabei ist das Kahlfressen für die Bäume nicht das größte Problem, da der Käfer nur eine kurze Zeitspanne aktiv ist und die Bäume dann wieder austreiben können. Auf Grund des Zeitpunktes (Mitte bis Ende Juni) für diesen zweiten Neuaustrieb nennt man ihn auch Johannitrieb.

Neben dem Fressen ist seine Hauptaktivität in dieser Zeit natürlich die Fortpflanzung. Dabei kommt ihm zu Gute, dass der Maikäfer außerordentlich gut riechen kann mit Hilfe seiner fächerförmigen Fühler, denn das Weibchen produziert einen Duftstoff aus Blattsäften, dem das Männchen unweigerlich folgt. Deswegen haben die Männchen auch sieben Fühlerplättchen, die etwa 50.000 Geruchsnerven haben und die Weibchen nur sechs mit ca. 9000 Geruchsnerven.

Nach der Paarung legt das Weibchen ca. bis zu 30 Eier ungefähr 25 cm tief in lockeren Boden. Das Männchen stirbt und das Weibchen lebt noch ein bißchen länger, denn es kann in seiner kurzen Lebenszeit als Maikäfer bis zu drei Eiablagen machen.

Nach ca. 3-4 Wochen schlüpfen die Larven, die Engerling genannt werden und beginnen zu fressen. Dieses setzen sie die nächsten drei bis vier Jahre fort. Während sie sich anfänglich hauptsächlich von abgestorbenen Pflanzenteilen und Haarwurzeln ernähren, wächst ihr Hunger mit ihrem Lebensalter deutlich an. Letztendlich fressen sie sogar die kräftigen, dicken Wurzeln von Laubbäumen und Douglasien an und können diese dadurch so nachhaltig beschädigen, dass ganze Wälder vernichtet werden können. Der Maikäfer ist also als Larve noch viel bedrohlicher wie als Käfer. Engerlinge lieben übrigens Löwenzahnwurzeln. Dem Garten werden sie hingegen eher nicht gefährlich, außer er liegt in einem Gebiet nahe eines befallenen Waldes.

Im letzten Larvenjahr verpuppt sich der Engerling im Herbst und schlüpft bei ca. 12°C Lufttemperatur. Den Boden verlassen die fertigen Käfer ihrem Namen entsprechend Mitte bis Ende Mai. Da der Lebenszyklus meistens vier Jahre andauert, kommte es auch nur alle vier Jahre zu einem massenhaften Auftreten der Tiere verbunden mit dem entsprechenden Kahlfraß und den viel verheerenderen Fressschäden im letzten Larvenjahr zuvor.

Tatsächlich gibt es auch ein paar natürliche Feinde. Der Engerling steht auf der Speisekarte von Maulwürfen, Amseln, parasitärer Dolchwespe, Fledermäusen, Gliederfüßern (Steinkriecher), Grünspecht, Igel, Krähe, Laufkäfer mit Larven, Möwen, parasitäre Nematoden, Raupenfliege, Schmarotzerfliege, Spitzmaus, Star. Aber auch im Boden befindliche Bakterien, Nematoden, Pilze und Viren können sie gefährden.
Gebiete, die eine hohe Maulwurfpopulation aufweisen sind tatsächlich nie von Maikäferplagen heimgesucht worden. Mittlerweile gibt es vor allem in den stark betroffenen Waldgebieten Südhessens und der Oberrheinischen Tiefebene viele Versuche, der möglichst nicht invasiven Schädlingsbekämpfung. Man hat beispielsweise versuchsweise mit Neem-Azal gesprüht, einem vom Niembaum gewonnenen giftigen Wirkstoff. Das Ergebnis muß sich erst noch zeigen. Außerdem gibt es Versuche mit Pilzen, die die Populationen vermindern sollen.

Alles in allem bin ich nach wie vor nicht sehr begeistert von meinem Engerlingfund und werde den Garten weiterhin im Auge behalten, denn eventuell sind sie, der Größe nach zu urteilen, dieses Jahr im Herbst fertig zum Verpuppen und ein schöner Anblick sind sie zusätzlich auch nict gerade. Dann werde ich wohl nächstes Jahr wieder berichten.
Gespannt darf man sicherlich die nächsten Wochen die Zeitungen beobachten, ob in Hessen nun wirklich die erwartete biblische Jahrhundertplage der Maikäfer eintritt oder ob die Gegenmaßnahmen Wirkung gezeigt haben.

Lexikon der Folien und Vliese
Was ist wofür und wird wie verwendet

Momentan ist wiedermal der Zeitpunkt, an dem ich vermehrt über die verschiedensten Folien und Vliese stolpere, die man angeblich alle im Garten dringend benötigt.
Mittlerweile ist die Auswahl so vielfältig geworden, dass mir Sinn, Zweck und vor allem der Unterschied untereinander oft nicht mehr so klar ist.
Deswegen habe ich mich nun auf das Thema gestürzt, um den Durchblick zu erhalten.

Tomatenhaus Foliengewächshaus Verfrühungsfolie Schattierungsgewebe


Welchen Zweck erfüllen Folien & Vliese

  1. Man kann entsprechende Produkte zur Wachstumsbeschleunigung, Ernteverfrühung und Kulturzeitverlängerung einsetzen. Durch das Abdecken entwickelt sich unter der Folie eine höhere Temperatur und eine höhere Luftfeuchtigkeit. Beides fördert das Wachstum von Jungpflanzen. Durch Einsatz von Abdeckfolien läßt sich die Ernte um bis zu drei Wochen verfrühen, durch Unterlegen schwarzer Mulchfolie um bis zu zwei Wochen. Insbesondere für frühe Gemüsearten und Kräuter lohnt sich die Anwendung von Folien und Vliesen.
  2. Spezielle Folien und Vliese wurden entwickelt zum Schutz von Gemüse- und Zierpflanzen vor Kälte oder Frost.
  3. Man kann Folien als Eindeckungsmaterial für Gewächshäuser verwenden.
  4. Folien werden zur Abdichtung von Teichgruben und Wasserläufen benutzt.
  5. Es gibt sogenannte Mulchfolien, die auf dem Boden ausgelegt werden können, um das Unkrautwachstum zu Unterdrücken, die Bodenerwärmung zu fördern und die Feuchtigkeit länger im Boden zu halten.


Welche Folien und Vliese eignen sich für welchen Zweck

Bei der Herstellung von Folien für den Garten wird tatsächlich etwas mehr auf Inhaltsstoffe und auch Abbaustoffe geachtet wie bei den meisten herkömmlichen Folien und Vliesen, die man so im Baumarkt findet.
Es ist demnach empfehlenswert auch auf diese zurückzugreifen, wenn man ein wenig ökologisches Bewußtsein an den Tag legen möchte und dass sollte nun wirklich an vorderster Stelle für einen Gärtner stehen.
Grundsätzlich bestehen die Produkte aus Polyethylen (PE) oder Polyvinylchlorid (PVC). Diese beiden Materialien untescheiden sich in zwei wesentlichen Punkten.

  • PVC-Folien:
    Dieses Material ist sehr widerstandsfähig gegen UV-Strahlung und andere Witterungseinflüsse. Sie haben dadurch eine deutliche längere Haltbarkeit. Dafür enthalten sie chlorierte Kohlenwasserstoffe, die bei der üblichen Entsorgung der Folien die Umwelt belasten.
  • PE-Folien:
    Dieses Material wird unter andauernder Sonnenbestrahlung recht schnell brüchig und spröde. Es gibt jedoch UV-stabilisierte Varianten, die insgesamt stabiler sind, aber auch deutlich teurer. Dafür lassen sie sich fast rückstandsfrei entsorgen oder sogar recht gut recyclen.



…und dies bietet der Markt:

  1. Folien zur Ernteverfrühung

    Hierfür benötigt man entweder ein transparentes und damit lichtdurchlässiges Material als Abdeckung oder ein schwarzes, welches unter die Pflanzen kommt und die Bodenerwärmung fördert. Bei den transparenten Folien handelt es sich meistens um PE-Folien mit einer Stärke von 0,5 mm. Diese können sowohl flach über dem Beet mit der Saat ausgebreitet werden und tragen dann die Bezeichnung Flachfolien oder mit Hilfe von Drahtbügeln als Folientunnel über die Beete gespannt werden.

    • ungelochte Folien:
      eignen sich nur für die kurzfristige Abdeckung, da sie weder Luft noch Wasser hindurchlassen. Man muß sie also regelmäßig entfernen zum Wässern und Belüften. Außerdem ist die Gefahr von Fäulnis und Schädlingsbefall unter ihnen relativ hoch.
    • Lochfolien:
      haben -wie der Name schon erahnen läßt- gleichmäßig verteilte sehr kleine vorgestanzte Löcher. Diese Löcher ermöglichen eine geringe Zirkulation an Luft und Wasser. Man verwendet sie vor allem als Flachfolien. Günstig sind hier Folien mit 500-1000 Löchern / m², die auf Grund ihrer beschriebenen Eigenschaften ungefähr für 3-5 Wochen über den Pflanzen verbleiben können je nach Größenwachstum des Gemüses.
    • Schlitzfolien:
      Statt Löchern hat diese Folie ca. 30000 sehr feine und dehnbare Schlitze pro m². Diese zunächst geschlossenen Schlitze ermöglichen ein ” mitwachsen” der Folie. Je größer die sich darunter befindlichen Pflanzen werden desto mehr öffnen sich die Schlitze und lassen dadurch auch mehr Wasser und Luft hindurch. Auf Grund dieser Eigenschaften kann diese Folie oft sogar bis zur Ernte auf den Pflanzen belassen werden. Sie ist aber im Gegenzug nicht so haltbar wie die Lochfolie.
    • Vlies:
      Darunter versteht man ein sehr leichtes und feines Gewebe aus Polyethylen (PE) oder auch Polypropylen (PP). Es läßt Wasser und Luft wunderbar zirkulieren, so dass man es ebensolange auf den Pflanzen belassen kann wie die Schlitzfolie vorrausgesetzt, man hat beim Verlegen genügend Dehnungsreserve an den Seiten vorgesehen. Zusätzlich zur Ernteverfrühung können Vliese auch als Schutz gegen Gemüsefliegen eingesetzt werden.
    • Mulchfolien:
      Schwarz gefärbte PE-Folie wird auf dem Boden ausgebreitet. Dort, wo Pflanzen gesetzt oder gesät werden sollen, werden Löcher oder Schlitze geschnitten. Man verwendet diese Methode vor allem bei wärmebedürftigen Gemüsen wie Paprika, Gurke oder Erdbeere. Zusätzlich zur Förderung der Erwärmung des Bodens und der bodennahen Luftschicht, unterdrückt die Folie das Unkrautwachstum und verhindert das Verschmutzen der Früchte. Der Nachteil der Folie gegenüber des Mulchvlies ist das Gießen und Düngen, das nur über die Löcher und Schlitze in der Folie vorgenommen werden kann.
    • Mulchvlies:
      Funktioniert nach dem gleichen Prinzip wie die Mulchfolie. Das schwarz eingefärbte Vlies ist jedoch durchlässig für Wasser und Luft, was das Gießen erleichtert und vor Schädlingsbefall und Fäulnis schützt. Dafür findet jedoch auch deutlich weniger Bodenerwärmung statt.

  2. Folien als Kälteschutz

    Folien und Vliese tragen zwar sehr schnell zur Bodenerwärmung bei und können somit auch bodennahe Pflanzen beziehungsweise die Wurzeln vor Kälte schützen, Frost können sie aber nur bedingt abhalten. Pflanzen, die nicht winterhart sind, müssen also bei Frostgefahr an einen frostfreien Ort umgezogen werden.

    • ungelochte Folien:
      Eignen sich am besten zum Schutz vor Kälte, da sie keine Luft entweichen lassen. Da die Sonne aber im Herbst und im Frühjahr durchaus große Kraft entwickeln kann, besteht dann ganz schnell die Gefahr der Überhitzung. Dadurch wird ein sehr gutes Klima für Pilzkulturen jeglicher Art gefördert. Man sollte Folien also nur kurzfristig als Frostschutzabdeckung verwenden.
    • Vlies:
      eignet sich besser für den dauerhaften Kälteschutz, da es zum einen luftdurchlässig ist und dadurch ein besseres Klima fördert. Das im Gewebe festgehaltene Wasser kann im gefrorenen Zustand sogar noch zusätzlich als isolierende Schicht begünstigend wirken, so dass meistens ein Schutz der oberirdischen Pflanzenteile bis zu -5°C gewährleistet wird.
    • Luftpolster- oder Noppenfolien:
      sind besonders gut isolierend durch die Lufteinschlüsse in den Noppen. Deswegen wird sie sehr gerne als Ergänzung zur Wärmedämmung im Frühbeet und Gewächshaus hergenommen beziehungsweise zum Winterschutz von Töpfen bei im Freien überwinternden Pflanzen. Aber auf jeden Fall beachten, dass diese Folie auch weder Wasser noch Luft durchläßt und damit Pilbefall gefördert werden kann.

  3. Folien zur Abdeckung von Gewächshäusern

    • Gitterfolie:
      ist eine PE-Folie, die durch eine Gitternetzeinlage verstärkt wurde. Man nennt sie deswegen auch gelegentlich Drahtfolie. Diese Folienart wird auf Grund ihrer Widerstandsfähigkeit gerne für Tomatenhäuser, und Frühbeetfenster verwendet.
    • ungelochte Folie:
      wie schon zuvor erwähnt, läßt sie sich wunderbar über Drahtbügeln als Abdeckung in Form von Folientunneln verwenden. Diese gibt es in einer niedrigen Variante von nur 50 cm Höhe bis hin zu begehbaren Exemplaren, die wie ein Gewächshaus funktionieren.

  4. Teichfolien

    Folien, die für die Anlage von Gartenteichen verwendet werden, müssen sehr hohen Anforderungen gerecht werden, da sie über einen langen Zeitraum dehn- und reißfest bleiben müssen sowie verrottungsbeständig, wurzelfest, witterungsbeständig und unschädlich für Pflanzen und Tiere. Die üblichen Folienstärken liegen bei 0,5 bis 1,5 cm je nach Größe des Teichs und des daraus resultierenden Wassergewichts gibt es auch dickere Folien. Man sollte nur solche verwenden, auf die der Hersteller eine Garantie von mindestens 10 Jahren gewährt.

    • PE-Folie:
    • PVC-Folie:
    • Kautschuk-Folie:

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Berta Rausch am 25. März 2010 in Allgemein, Gartenarbeit, Jahreszeiten

Pflanzen mit Charakter
Pfingstrosen, Türkenmohn, Tomaten & Co
Eine Geschichte von
Liebe, Hass & Standhaftigkeit

Der Frühling kommt immer mit schöpferischer Kraft und Lust auf Neubeginn. Wenn der Zeitpunkt erreicht ist, an dem man den Triebspitzen beim Wachsen zuschauen kann, dann juckt es auch dem ältesten Gärtner in den Händen, dass endlich die im Winter entwickelten neuen Ideen für den Garten umgesetzt werden können.

Bei einem jungen oder gar frisch angelegten Garten gibt es da viel zu tun, was aber machen, wenn der eigene Garten schon über Jahre perfektioniert wurde?

Dann bleibt auf jeden Fall die Umgestaltung der Beete. Neue Pflanzen können ausprobiert werden, andere Pflanzenvergesellschaften zusammengestellt werden und nebenbei ist dies auch der richtige Zeitpunkt, um alte Stauden zu teilen.

Gerade die alteingesessenen Damen und Herren haben da so manch menschliche Eigenschaften: Sie bestehen auf ihren Standort oder wollen ihn immer nach einem Jahr wechseln, sie mögen die direkte Nachbarschaft bestimmter Arten gerne oden lehnen sie ab, manche wollen sogar andere Exemplare nicht in der direkten Umgebung wissen.

Bevor also wild geteilt und umgepflanzt wird, gibt es so manches zu bedenken und zu planen.
Im folgenden Stelle ich ein paar besondere “Sturschädel” oder netter ausgedrückt “Charakterköpfe” unter den Gartenpflanzen vor:

  1. Die Standhaften

    Türken-Mohn

    Türken-Mohn
    (Papaver orientale)

    Der Mohn ist der typischer Vertreter der Standhaftigkeit. Einmal einen Platz gefunden wird dieser nie mehr verlassen.
    Natürlich gibt es dafür einen trifftigen Grund:
    Mohngewächse sind Tiefwurzler und bilden mit der Zeit eine sehr starke Pfahlwurzel. Man kann sie also im Grunde genommen irgendwann nicht mehr ausgraben ohne die Wurzel zu verletzen. Tiefes Hacken im Wurzelbereich zur Bodenlockerung und -belüftung sind somit ebenfalls ungesund für den Mohn.
    Ist er jedoch am richtigen Standort mit einem durchlässigen, nährstoffreichen Boden, so kann er das Herz jahrelang erfreuen mit üppigen, leuchtenden Blüten.
    Die Pfahlwurzeln reagieren sehr leicht mit Schimmelbildung und Fäulnis bei Staunässe.

    Zwei weitere Pflanzenarten, die gleiche Bedürfnisse haben wie der Türken-Mohn sind übrigens Lupinen (Lupinus polyphyllus-Hybriden) und das Tränende Herz (Dicentra spectabilis).

    Pfingstrosen
    (Paeonia Arten und -Hybriden)

    Pfingstrosen gehören ebenfalls zu den “Lass mich bloß in Ruhe” – Pflanzen, denn sie möchte auch ein Leben lang am gleichen Platz wohnen, aber sie haben etwas andere Ansprüche.
    Pfingstrosen sind Flachwurzler. Sie lieben einen sehr sonnigen und möglichst windgeschützten Standort in nährstoffreicher Erde. Man pflanzt die Paeonien sehr dicht unter der Oberfläche (maximal mit 5 cm Erde bedecken), da sie sonst nicht oder nur sehr mäßig blühen. Außerdem begünstigt tieferes Pflanzen die Stengelfäule, für die sie leider sehr empfindlich sind.
    In Folge fällt die Pflege von Pfingstrosen sehr mäßig aus. Man darf nur vorsichtig und ganz oberflächlich die Erde lockern oder sogar abtragen, um sie durch guten Gartenkompost zu ersetzen. Das Anhäufeln zum Schutz der jungenTriebe im Frühjahr vor späten Frösten, sollte man auch lieber weglassen und statt dessen eine Pflanzhaube verwenden. Diese gibt es aus Kunststoff oder Glas und können sogar optisch als Dekoration im Garten wirken. Am richtigen Standort können Pfingstrosen leicht 100 Jahre alt werden.

    Stockrose

    Taglilien
    (Hemerocallis Arten und -Hybriden)

    Taglilien wollen auch noch standhaft bleiben. Wenn man für sie den richtigen Platz finden will im Garten, so muß man im Auge behalten, dass sie sich mit den Jahren noch gut ausbreiten werden und Platz benötigen (leicht 1 m²). Möchte man sie doch teilen, so kann dies bedeuten, dass sie 1-2 Jahre Zeit brauchen, um wieder in alter Blütenpracht zu erscheinen.
    Platz sollte man ebenso bei Stockrosen (Alcea ficifolia und A. rosea) und Lilien (Lilium Arten und _Hybriden) einplanen. Am richtigen Standort mit ausreichend Platz können Stockrosen tatsächlich mehrere Jahre ausharren.

    Tomate

    Tomate
    (Solanum lycopersicum)

    Tomaten gehören bei uns nicht zu den mehrjährigen Pflanzen, da sie überhaupt keinen Frost vertragen. Trotzdem wollen Tomaten jedes Jahr den gleichen Platz an der Sonne haben. Sonnig,nährstoffreich, wind- und regengeschützt, so liebt sie es. Tatsächlich liebt sie sich selbst sogar im Kompost und gehört damit zu den standhaften Charakterpflanzen wie auch zu den liebenden. Dies betrifft ganz genauso die Kartoffeln (Solanum tuberosum)


  2. Die Liebenden

    Wermuth (Artemisia absinthium)

    Wermuth ist eine Pflanze der ganz großen Gefühle. Sie liebt und sie hasst in gleicher Intensität und gehört damit auch in die Gruppe der Hassenden. In seiner Nähe hält es keine andere Pflanze aus außer die Johannisbeere, die in seiner direkten Nachbarschaft sogar deutlich ertragreicher wird. Wermuth schützt die Johannisbeere vor dem Säulenrost. Dies liegt wohl an den vielen Substanzen, die er bildet und zu denen unter anderem starke Bitter- und Gerbstoffe, Harze und Vitamin B und C gehören.
    Im Gegenzug sorgen genau diese Substanzen aber auch dafür, dass sogar Giersch und Quecke das Weite suchen.
    Nicht umsonst ist ja auch das Produkt, das aus Wermuth bekanntermaßen gewonnen wird sehr unberechenbar: der Absinth!


  3. Die Hassenden

    Liebstöckel (Levisticum officinale)

    Liebstöckel ist sehr durchsetzungsstark und setzt sich deutlich gegen seine Nachbarn durch. Er gehört zu den Gewürz- und Heilpflanzen und enthält als solche jede Menge Gerb- und Bitterstoffe sowie in seinem speziellen Fall das Gift Cumin. Dieses ist bekannt als Mäusegift und kann in sehr hohen Dosen sogar für den Menschen gefährlich werden. Mit Hilfe seiner Inhaltsstoffe hemmt er das Wachstum seiner Nachbarn und breitet sich statt dessen selber kräftig aus.
    Ähnlich verhält es sich auch mit Wermuth (Artemisia absinthium) und Beifuß (Artemisia vulgaris).


    Rittersporn

    Rittersporn
    (Delphinium in Arten, Sorten und -Hybriden)

    Rittersporn hasst seine Verwandten und manchmal sogar sich selbst. Er ist ein wahrer Narzist und duldet seinesgleichen nicht in einem Umkreis von ca. 1 m. Nur sehr selten gelingt es, ein weiteres Exemplar in die direkte Nähe eines schon vorhandenen zu setzen und zum Gedeihen zu bekommen. Möchte man ihn bei “guter Laune” halten, so sollte man ihn mit anderen hochwachsenden Stauden umgeben bevor man ihm einen Verwandten als Nachbarn gibt. In Frage für solche Barrierepflanzungen kommen beispielsweise die Sonnenbraut (Helenium-Hybriden), die hohen Sonnenhut-Arten (Rudbeckia maxima und R.nitida), Staudensonnenblumen (Helianthus-Arten) und hohe Raublattastern (Aster novae-angliae).

    Ähnlich wie beim Rittersporn verhält es sich auch bei der Flammenblume (Phlox Paniculata-Hybriden). Mehr als drei Verwandte an einem Platz hält auch er nicht aus. Dieses liegt in diesem Fall allerdings weniger an der Selbstunverträglichkeit, sondern am steigenden Risiko des Schädlingsbefalls, das signifikant steigt, je größer eine Phlox-Anpflanzung wird. Sowohl Echter Mehltau als auch Stengelälchen machen sich dann gerne breit und lassen ihn verkümmern.


    Rose

    Rosen (Rosaceae)

    Auch die Familie der Rosen ist sehr narzistisch veranlagt, aber wen wundert das schon bei der Königin der Blumen?! Dies äußert sich in diesem Fall darin, dass die Rose die erste ihrer Art an einem Standort sein will. Möchte man einen alten Rosenstock durch einen jungen ersetzen, so kommt man nicht umhin, die Erde weiträumig und bis zu einer Tiefe von ca. 1 m auszutauschen.
    Dies gilt ebenfalls für den Rittersporn (Delphinium in Arten und Sorten). Wie zuvor schon erwähnt ist er ja seinem Namen alle Ehre verleihend ein wahrer Heißsporn und verträgt in seltenen Fällen noch nicht einmal kleine Bestandteile seiner selbst am gleichen Ort. Dies sollte man unbedingt bei Teilung der Staude beachten und gegebenenfalls lieber gleich ganz neue Plätze für die Pflanzen finden.
    Staudenmargarite (Leucanthemum in Arten und Sorten), Petersilie (Petrosilium), Gartenkresse (Lepidium sativum), Meerrettich (Armoracia rusticana ), Erbsen (Pisum sativum), Erdbeeren (Fragaria in Arten und Sorten) und Tulpen (Tulipa in Arten und Sorten) mögen ebenfalls nicht an den Standort eines Vorgängers gepflanzt werden und müssen auch noch zusätzlich in den meisten Fällen jährlich im Garten umziehen, weil sie sich selbst dann nicht mehr ertragen. Je nach Pflanzenart kann es zwischen drei bis zehn Jahre dauern bis die Beete wieder mit ihresgleichen bestückt werden können.


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Berta Rausch am 15. März 2010 in Allgemein, Fauna & Flora, Gartenarbeit, Jahreszeiten

Wie lassen sich neue Pflanzen am besten vorziehen

Basilikum-KeimlingIm Frühjahr lassen sich die ersten Pflanzen für den Garten oder Balkon schon ab Mitte Februar ansäen -auch wenn eventuell noch Schnee liegt- vorrausgesetzt man hat ein Zimmergewächshaus, ein Frühbeet oder sogar ein Kleingewächshaus im eigenen Garten zur Verfügung.

Die Anzucht von eigenen Jungpflanzen hat den ganz großen Vorteil, dass man auf ein viel größeres und spezielleres Sortiment an Saatgut zurückgreifen kann und auf diese Art und Weise ungewöhnlichere Pflanzenarten auspflanzen kann als einen der Handel meistens so bietet.
Jedes Jahr kommen viele neue Blumen- und Gemüsesorten auf den Markt, bei denen sich das Ausprobieren durchaus lohnen kann. Vor allem dann, wenn es sich um Saatgut handelt, dass resistent ist gegen bestimmte Schädlinge. Gerade im Internet lohnt sich da das Stöbern.

Welche Bedingungen sind notwendig für das gesunde Auflaufen der Samen?

Grundsätzlich benötigt so ein Samenkörnchen drei wichtige Rahmenbedingungen, um zu gedeihen:

  1. Wärme:
    Die meisten Pflanzen benötigen zum Keimen eine möglichst konstante Temperatur von + 18-25°C tagsüber und +15-18°C nachts. Das Abfallen der Temperatur unter +15°C sollte möglichst vermieden werden.
    Kohlrabi, Fenchel und Kopfsalat sowie die meisten Sommerblumen und Ktäuter kommen mit diesen Temperaturangaben sehr gut zurecht. Tomaten, Paprika, Gurken, Auberginen, Stangenbohnen und Melonen brauchen es hingegen noch einen kleinen Tick wärmer und sollten nicht weniger als +18°C bekommen.

    Dies bedeutet, dass man ohne Heizung nicht auskommt, wenn man so früh im Jahr beginnen will. Minigewächshäuser gibt es im Handel schon mit integrierter Heizung und noch besser mit zusetzlichem Thermostat, so dass man eine konstante bestimmte Temperatur auswählen kann. Wer schon ein unbeheiztes Minigewächshaus zu Hause hat, der kann dieses mit einer Heizmatte oder einem Heizkabel kombinieren. Die Matte wird unter dem Gewächshaus platziert und das Kabel kann in Spiralen im Substrat eingebettet werden und wäre auch für ein Frühbeet einsetzbar. Dieses läßt sich allerdings auch ganz wunderbar mit einer “natürlichen Heizung” versehen in Form eines Mistbeetes.

    Wichtig wäre also die regelmäßige Kontrolle der Temperatur. Auch hierbei kommt es gerne zu Mißverständinissen, denn entscheidend ist nicht die Temperatur der Luft, sondern des Bodens.
    Achtung: Zu hohe Temperaturen können auch wieder schädlich sein. Viele Pflanzen keimen nicht mehr, wenn das Thermometer über +28-30°C klettert. Solche Temperaturen können tatsächlich in kleinen Anbauräumen wie im Gewächshaus oder Frühbeet bei Sonneneinstrahlung leicht mal erreicht werden. Dagegen hilft ausreichend belüften oder Schattieren mit Schattiergewebe oder auch Abdeckvliesen.

    Zur Keimung benötigen die meisten Pflanzen eine etwas höhere Temperatur wie während ihrer Jungpflanzenphase. Man kann diese nach der Keimung also etwas reduzieren, um Energie zu sparen.

  2. Wasser:
    Dieser Faktor dürfte jedem einleuchten, denn die Samen müssen ja leicht “quellen”, um zum Keimen animiert zu werden. Bei vielen Arten begünstigt das vorherige Einweichen der Samen für einige Stunden im warmen Wasser den Keimungsvorgang. Einmal gewässert dürfen sie dann nicht mehr austrocknen, sonst stirbt der Keimling, der ja noch nicht über ausreichend Speicherkapazität für Wasser und Nährstoffe verfügt, um so eine Extremsituation zu überdauern.
    Dies bedeutet, dass man nach dem Säen die Pflanzenschalen einmalig gut wässert mit einem ganz weichen Strahl, um das Ausschwemmen der Samen zu verhindern.
    Es gibt tatsächlich spezielle Aufsetze für die Gießkanne, die eine solche weiche Brause verursachen. Anschließend unbedingt die Pflanzgefäße abdecken mit der Haube des Zimmergewächshauses, einer aufgeschnittenen Plastikflasche oder mit zwei bis drei Lagen Frühbeetvlies, um das rasche Abtrocknen der Erde zu verhindern und gleichzeitig die Luftfeuchtigkeit zu erhöhen. Ab diesem Zeitpunkt täglich die Bodenfeuchte kontrolliern. Das Substrat sollte immer feucht, aber nie nass sein. Staunässe führt sehr schnell zu Fäulnis- und Schimmelbildung und bedeutet damit schnell den Tod der Keimlinge.

    Nach dem Auflaufen der Pflanzen sollte man nicht mehr abends gießen, damit die Pflanzen die Nacht über trocken sind. Denn auch in dem Fall kann die Nässe dann zu Pilzbefall führen.

  3. Licht:
    Idealerweise benötigen Pflanzen während der Anzuchtsphase mindestens acht bis zwölf Stunden Licht mit einer Intensität von mindestens 2000 Lux und dieses am besten direkt von oben. Deswegen ist die Fensterbank kein 100%iger geeigneter Ort für das Minigewächshaus, da das Licht nur von der Seite kommt und die Jungpflanzen sich extrem in diese Richtung wenden.
    Im Februar und manchmal auch noch im März kann es also sinnvoll sein zusätzliches künstliches Licht bereitzustellen. Die Zusatzbelichtung verbessert die Qualität der Jungpflanzen und verkürzt die Anzuchtphase um 7 bis 14 Tage.

    Wie schon zuvor erwähnt, kann zuviel Licht in Form von Sonneneinstrahlung auch schädlich wirken, da es zu Überhitzung und Austrocknung führen kann.



An dieser Stelle noch ein Hinweis auf eine Webseite, die sich nur mit dem Thema Pflanzenanzucht beschäftigt und damit noch viel mehr Information bereithält:
externer Link: -> Pflanzen-Anzucht.de

Rankgerüste aus Weiden und andere kreative Objekte einfach selber machen

Das Weiden- beziehungsweise Korbflechten ist eine uralte Handwerkskunst. Man fand im Nahen Osten Reste eines Weidenkorbs, die auf ca. 10000 v. Chr. datiert wurden.
Diese Zeitangabe entspricht etwa dem Neolithikum, ein Zeitalter, in dem der Mensch anfing sesshaft zu werden und Landwirtschaft und Viehzucht zu betreiben.
Weidengeflechte wurden für sehr viele verschiedene Zwecke eingesetzt wie natürlich als Gefäße zum Aufbewahren und Transportieren ( Wein- und Holzkiepen), zum Einzäunen von Äckern und Viehweiden, als Fischreusen, als Bienenkörbe und natürlich auch als Möbel.

In den letzten Jahren findet eine deutliche Rückbesinnung auf diese Handwerkstradition statt. Vor allem im Gartenbereich fallen die zunehmenden Angebote an Weidenflechtkursen und die daraus resultierenden Ergebnisse in den Privatgärten auf in Form von Rankgerüsten für Kletterpflanzen als auch einfach als Dekorationsobjekte.
Wenn man die Augen offen hält, entdeckt man auch immer häufiger “lebendige Gartenzäune” aus wachsenden Weidenruten sowie Weidenhütten-und -tunnel als Spielplätze für Kinder.

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Das Weidenflechten kann natürlich eine Kunst sein, aber im Grunde genommen ist es ganz einfach und kann von jedem gemacht werden.

Was benötigt man zum Weidenflechten?

  1. Natürlich benötigt man zum Weidenflechten als allererstes Weidenruten, da diese besonders biegsam und flexibel sind.
    Möglich sind auch andere Materialien wie Haselnussruten (Corylus avellana), junge Triebe von Hartriegel (Cornus in Arten und Sorten) und Schneeball (Viburnum in Arten und Sorten), die entlaubten Ranken von Waldrebe (Clematis in Arten und Sorten) und Brombeere (Rubus sectio Rubus) sowie Sauergrasgewächse (Cyperaceae) wie Seegras, Esperato, Schilf und Binse. Bei den Weidenarten eignen sich besonders folgende:

    • Korb-Weide (Salix viminalis)
    • Silber-Weide (Salix alba)
    • Bruch-Weide (Salix fragilis)
    • Mandel-Weide (Salix triandra)

    Man kann die entsprechenden Ruten entweder als Bündel im Handel kaufen oder sie sich selber schneiden. Dabei ist allerdings zu beachten, dass es nur in der Zeit vom 01. Oktober bis zum 28. Februar erlaubt ist Zweige zu schneiden zum Schutze von Vögeln und anderem Getier, das in der restlichen Zeit Nester baut und Brutpflege betreibt. Da man ja auch die unbelaubten Zweige nutzen möchte, ist dieser Zeitraum günstig gelegen.
    Für Flechtarbeiten schneidet man meistens die einjährigen Triebe mit Längen zwischen 70 und 150 cm. Möchte man größere Klettergerüste, Beeteinfassungen, Zaune oder sogar Pavillions bauen, so benötigt man zusätzlich noch einige dickere und längere Ruten, die meistens dann schon von mehrjährigen Trieben geschnitten und als Grundgerüst verwendet werden.
    Beim Flechten kann sowohl mit unterschiedlichen Mustern als auch mit verschiedenen Farben gespielt werden, denn die in Frage kommenden Gehölzarten haben unterschiedliche Rindenarten und -farben von gelbgrün über rotbraun bis silbergrau gibt es ein großes Farbspektrum, dass man beim Ernten der Ruten eventuell beachten sollte. Außerdem kann man die Ruten rau mit Rinde oder geschält ohne Rinde verarbeiten. Auch das gibt wieder neue Farbvariationen in dunkel und hell.

    Wenn man die Weiden nicht selbst schneiden möchte, so kann man auch im Herbst beim städtischen Gartenbauamt anfragen, ob man sich beim jährlichen Schnittgut bedienen darf. In der Regel haben die nichts dagegen.

    Beim selbstschneiden unbedingt scharfe und gute Werkzeuge benutzen, um die Pflanze nicht unnötig zu verletzen. Nach dem Schnitt überflüssige Seitentriebe und Blätter entfernen und in Bündeln trocknen lassen.

    Vor der Verarbeitung müssen die Ruten in Wasser eingeweicht werden, damit sie wieder biegsam und flexibel für das Flechten werden. Dieses kann zwischen 10 min und 14 Tage dauern und ist eines der Mysterien des Korbmacherberufs.


  2. Hat man die Weidenruten, braucht man eventuell eine scharfes und spitzes Messer, eine scharfe Gartenschere und eventuell farblich passendes Bindeband oder Draht sowie möglicherweise etwas zum Vorbohren der Stecklöcher im Boden. Dann kann das eigentliche Flechten beginnen.
    Je nachdem was entstehen soll, werden dickere Ruten in der gewünschten Grundform in den Boden oder auch Blumentopf gesteckt. Dabei sollte ca. ein Drittel der Rute zur Verankerung im Boden verschwinden. Möchte man, dass die Weiden anwachsen und lebendig das Geflecht gestalten, so steckt man die Weiden einfach nur mit dem unteren Ende in den Boden. Sollen sie jedoch nicht anwachsen, so steckt man sie entweder verkehrt herum in den Boden, oder man schält das Stück, das sich im Boden befinden wird, damit es nicht Wurzeln bildet.
    Man sollte wissen, dass Weiden wirklich sehr austriebfreudig sind und manchmal trotz aller Gegenmaßnahmen Wurzeln bilden.

  3. Steht die Grundform, so beginnt der wirklich kreative Teil – das Verflechten der Weidenruten miteinander oder das Einflechten von dünneren Ruten zum Stabilisieren und Dekorieren.
    Auch dabei ist zunächst einmal nicht viel zu beachten, denn man flechtet die Rute einmal vorne herum und einmal hinterheraum abwechselnd um die Formgebenden Ruten. Kommt man ans Ende der gerade benutzten Rute so führt man die nächste ein Stückchen parallel mit der vorherigen. Dadurch gibt es einen fließenden Übergang.

    Damit dieser Übergang recht harmonisch aussieht verwendet beginnt man die neue Rute immer mit dem Teil, mit dem die alte endet. Endet sie also mit dem dünnen Ende, so setzt man die neue Rute auch mit dem dünnen Ende an und andersherum.
    Der Kreativität sind beim Flechten keine Grenzen gesetzt. Ich hole mir immer wieder Inspirationen von Abbildungen anderer Objekte. Natürlich kann man auch mit dem Material spielen und einfach mal ein Stück bunten Stoffrest einflechten.


Schwarzäugige SusanneWenn das Werk vollbracht ist bleibt noch als letzte Überlegung, ob es pur wirken oder noch durch eine Bepflanzung mit einer Kletterpflanze verschönert werden soll.
Für das Beranken von Weidenklettergerüsten bieten sich vor allem einjährige Kletterpflanzen an wie Prunkwinde, Schwarzäugige Susanne, Glockenrebe oder auch Kapuzinerkresse, da diese bedingt durch ihre Lebensdauer nicht zu groß und wuchtig werden.

Mehr Informationen zum Thema Kletterpflanzen und ihre Verwendung können Sie auf folgender Webseite finden: Kletterpflanzen.de