April 14th 2011

Vertikale Erdbeeren- Süße Versuchung auf Balkon, Terrasse & beim Verlassen des Hauses

Stichworte wie vertikale Gärten, vertikales Gemüse oder in dem Zusammenhang Gemüseanbau und Selbstversorgung in der Großstadt geistern immer mehr durch Presse und Medien. Dahinter verbergen sich unglaublich tolle Ideen zum Thema Gemüse- und Gartenbau aber auch zur Verbesserung der Lebensqualität in der Stadt.
Die Kultivierung von Pflanzen in der Vertikalen, eröffnet dem Hobbygärtner eine komplett neue Dimension. Der Garten wird auf einmal trotz gleicher Grundfläche unendlich größer und auch der Großstadtbewohner entdeckt plötzlich Platz für einen eigenen kleinen Garten an der Wand.
hängende ErdbeerenViele Pflanzen vertragen ein Wachstum an der Wand. Der französische Botaniker Patrick Blanc setzt sich seit Jahrzehnten mit diesem Thema auseinander und ist der Urvater der sogenannten „Vertikalen Gärten“. Dieses sind begrünte Fassaden sowohl im Innen- wie auch im Aussenbereich von Gebäuden aller Art. Blanc entwickelte eine Art Fassadenverkleidung bestehend aus einem Bewässerungssystem und vorgespannten Filzmatten, die als Pflanzenmedium funktionieren und verwandelte mit deren Hilfe schon viele Fassaden weltweit in faszinierende lebendige grüne Kunstwerke, die nicht nur die Fassaden verschönern, sondern auch das oftmals schwierige Stadtklima nachhaltig verbessern. Bilder und viele, viele Inspirationen finden Sie dazu auf seiner persönlichen Webseite.
Die Vertikalen Gärten von Patrick Blanc haben mit Sicherheit den Trend ins Rollen gebracht nun auch im privaten Hobbybereich Pflanzen in die Vertikale zu bringen. Hierfür kann man sich Althergebrachtes zu nutze machen oder auch neue Ideen entwickeln.
Zwei Grundprinzipien sind dabei verwendbar:

  1. Die Pflanze wächst in einem Pflanzgefäß an einer Wand
  2. Die Pflanze wächst in einem Pflanzgefäß, das hängt

Als hängendes Pflanzgefäß eignet sich die klassische Blumenampel genauso wie der englische Hanging Basket. Beide Varianten sind nebenbei auch noch dekorativ. Neu auf dem Markt sind hängende Pflanzbeutel oder Plant- bzw. Grow-Bags. Man versteht darunter eine Art Beutel aus stabilem und UV-beständigen Kunststoffgewebe mit einem Henkel zum Aufhängen. Dieser Beutel hat natürlich kleine Drainagelöcher im Bodenbereich, damit überschüssiges Gießwasser ablaufen kann und keine gefürchtete Staunässe verursacht. Desweiteren sind noch kreuzschlitzige Öffnungen in den Seitenwänden zu finden, durch die die gewünschten Pflanzen herauswachsen können. Der Clou solcher Pflanzbeutel ist also, dass man sie nicht nur von oben bepflanzt, sondern auch durch die Öffnungen in den Seitenwänden. Man kann daher mehrere Pflanzen auf ganz kleinen Raum bringen und erhält als Ergebnis eine wunderschöne Pflanzenkugel.
Hängende ErdbeerenHängende Blühpflanzen sind natürlich für diese Pflanzbeutel geeignet, aber tatsächlich fühlen sich auch Nutzpflanzen darin wohl. Erprobt und bewährt haben sich vor allem Tomaten und Erdbeeren. Letztere sehen dazu noch sehr schön aus und können gut mit Blühpflanzen kombiniert werden.
Sie werden garantiert nie an diesen hängenden Naschgärten vorbeigehen können ohne dass eine der köstlichen Früchte ihren Weg in Ihren Mund finden wird und das erstaunliche ist, dass trotzdem genügend Erdbeeren für die Verwendung in der Küche übrig bleiben werden.
Im Grunde genommen eignen sich alle Erdbeersorten für die Bepflanzung von hängenden Pflanzgefäßen. Besonders zu empfehlen sind jedoch spezielle Hänge- oder Monatserdbeeren sowie immertragende Erdbeersorten (Fragaria x ananassa).
Hängeerdbeeren sind eine spezielle Kreuzung der Monatserdbeere, die sich besonders gut für die Bepflanzung hängender Gefäße bewährt hat. Unter Monatserdbeeren versteht man Kulturformen der Walderdbeere (Fragaria vesca). Der Vorteil von Monatserdbeeren ist insgesamt, dass sie während der gesamten Gartensaison Blüten und Früchte bilden, weswegen man ständig ernten kann. Entfernt man bis Mitte Mai fleißig die Blüten an den Pflanzen, so bildet die Pflanze viele Ausläufer, die herabhängen und wiederum Früchte tragen können. Einer Ernte von Mitte Juni bis in den Oktober steht nichts im Wege vorausgesetzt, dass die Bedürfnisse der Erdbeere beachtet werden.
Sie mag einen warmen, sonnigen Platz und benötigt einen nährstoffreichen Boden. Im Sommer kommt man oftmals leider mit dem Gießen nicht hinterher. Stellen Sie sich an heißen Tagen darauf ein, dass mehrmals täglich gegossen werden muss. Ein herkömmlicher Flüssigdünger reicht auf jeden Fall aus für die Nährstoffversorgung. Lieber nicht zu viel düngen da sonst viel zu viele kraftraubende Blüten und Früchte gebildet werden, die dann letzendlich klein bleiben, an Aroma verlieren oder garnicht erst ausreifen. Einige Sorten benötigen eine Befruchtersorte in ihrer Nähe, damit sie überhaupt Früchte bilden können. Informieren Sie sich diesbezüglich auf jeden Fall vor dem Kauf, sonst wird es nichts mit der süßen hängenden Verführung.
Pflanzgefäße, die an der Wand befestigt werden wie Kästen, spezielle Pflanzbeutel, Schalen oder Körbe, können natürlich auch mit Erdbeeren bepflanzt werden und vielen anderen Gemüsepflanzen und Kräutern. Gute Informationen zu diesem Thema bietet die Webseite Stadt-Gemüse.de, auf der Sie auch eine ausführliche Anleitung zum Bepflanzen von hängenden Pflanzgefäßen mit Erdbeeren finden. Ebenfalls zu empfehlen ist der dazugehörige Onlineshop Mein-Gemüse.de, der eine kleine, aber feine Auswahl anbietet zum Thema: „Gemüseanbau auf kleinstem Raum“.

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Berta Rausch am April 14th 2011 in Allgemein, Ernte, Gartengestaltung, Interessante Gartenseiten, Nutzpflanzen, Pflanzenzucht

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