September 9th 2011

Beeren-Rausch für alle Naschkatzen im Sommer-Garten

Um gleich falschen Vorstellungen vorzubeugen, eine kurze Erklärung zum Begriff „Beerenrausch“.
Gemeint ist hier nicht der Bärenrausch, den man unweigerlich zu spüren bekommt, wenn man zu viel vom vergorenen Beerensaft genascht hat, sondern das rauschartige Gefühl der Freude, das einem beim morgendlichen Rundgang durch den sommerlichen Garten überfällt, weil an jeder Ecke und in jeder Niesche kleine reife Beeren darauf warten, den Gaumen zu kitzeln.

Brombeere Erdbeeren Johannisbeeren Himbeeren

In meinem Fall wandert ein Großteil dieser Köstlichkeiten sofort an Ort und Stelle von der Hand in den Mund. Ein bessereres Frühstück kann ich mir im Sommer garnicht vorstellen.
Das Großartige an diesen kleinen Früchten mit dem riesigen Geschmackspotential ist ihre Vielseitigkeit. Es gibt Pflanzenarten in den verschiedensten Größen mit den unterschiedlichsten Boden- und Lichtansprüchen, so dass für jede Art von Garten etwas dabei sein sollte.
…und sogar auf dem Balkon ist das Anlegen eines kleinen Naschgartens möglich.
Das Wort Beere ist allerdings ein Begriff, der hier zunächst geklärt werden sollte, denn unter Beeren versteht man umgangssprachlich häufig andere Früchte, die per Definition eigentlich nicht zu den Beeren gehören.

Was versteht man unter einer Beere?

Eine Beere ist eine Frucht die man an folgenden Merkmalen erkennt:

  1. Eine Beere enthält in ihrem Inneren mehrere Samen
  2. Diese Samen sind von einer fleischigen Fruchtwand mit saftiger Innenschicht umschlossen und geschützt.
  3. Eine Beere entsteht aus einem Fruchtknoten und ist häufig von runder Form und kräftiger Farbe.
  4. Beeren gehören zu den Schließfrüchten.
  5. Ist die Außenschicht der Fruchtwand hart, wie etwa beim Kürbis oder bei Gurken, so spricht man auch von einer Panzerbeere.
  6. Sehr selten gibt es sogenannte Sammelbeeren, die dann entstehen, wenn eine Blüte mehrere Fruchtknoten hat, aus denen jeweils eine Beere entsteht.

Beachtet man diese Merkmale, dann gehören folgende Früchte zu den Beeren:

  • Johannisbeeren
  • Stachelbeeren
  • Weintrauben
  • Kiwis
  • Zitronen
  • Orangen
  • Melonen
  • Datteln
  • Papayas
  • Tomaten
  • Gurken
  • Kürbisse
  • Paprikas
  • Auberginen
  • Bananen

Erstaunlicherweise ist die Auswahl an tatsächlichen Beeren für den Naschgarten garnicht so groß.
In Wahrheit sind es nur die schwarzen, roten und weißen Johannisbeeren, die Stachelbeeren, Weintrauben und natürlich auch die Tomaten, denn die meisten zuckersüßen, kleinen Cocktailtomaten schaffen bei mir ebenfalls den Weg in die Küche nur selten.
In meinem Garten wächst natürlich noch so manch eine andere Frucht, die ich zum Beeren-Rausch dazu zählen würde.

Welche Pflanzenarten eignen sich für einen Nasch-Garten?

Klassischerweise denkt man zu allererst an Erdbeeren, Himbeeren, Heidelbeeren und Brombeeren. Diese Früchte wachsen über eine relativ lange Periode und sind vor allem besonders süss und aromatisch, so dass sie ohne weitere Verarbeitung und Behandlung schmecken. Auch Stachelbeeren und Johannisbeeren passen noch in diese Gruppe, obwohl sie oftmals etwas saurer ausfallen und deswegen oft nicht so bevorzugt werden, wenn es genügend Früchte aus der ersten Gruppe im Angebot gibt.
In den letzten Jahre sind jede Menge neue Beeren auf dem Markt erschienen. Es handelt sich dabei häufig um neue Kreuzungen, wiederentdeckte alte Sorten beziehungsweise neu importierte Pflanzen, die in den meisten Fällen im asiatischen Raum beheimatet sind und auch in unserem Klima leben können.
Im Folgende finden Sie eine genauere Kurzbeschreibung sämtlicher „Beeren“, die für einen Naschgarten interessant sein könnten:

Aronia / Apfelbeere (Aronia melanocarpa)

  • Früchte:
  • Pflanzzeit:
  • Erntezeit:
  • Standort:
  • Pflege:

Brombeere (Rubus fruticosus)

  • Früchte: Die blauschwarzen Früchte sind botanisch gesehen keine Beeren, sondern Sammelsteinfrüchte.
  • Pflanzzeit: März-April
  • Erntezeit: frühestens ab Juli bis zum Frost
  • Standort: Brombeeren lieben windgeschützte, warme und sonnige Standorte. Sie gehören zu den Kletterpflanzen und benötigen als Spreizklimmer eine einfache Kletterhilfe. Gut geeignet sind Mauern, Zäune oder auch einfache Spaliere an der Hauswand.
    Brombeeren bevorzugen lockere, humose und feuchte Böden. Lieber zu sandig wie zu schwer und nass.
  • Pflege: Blüten und Früchte bilden sich an den Seitentrieben im 2.Jahr. Nach der Fruchtbildung sterben diese Ruten ab und können im Frühjahr bodennah abgeschnitten werden. Da die Pflanze sehr wüchsig ist und zur Gestrüppbildung neigt, sollte man im Frühjahr einen Rückschnitt vornehmen und die neuen Ruten gleich durch Anbinden leiten.
    Im Frühjahr düngen mit chloridfreien Volldünger sowie gut verrottetem Stallmist. Gerne auch regelmäßig mit Brennessel- oder Beinwelljauche gießen.

Cranberry / Großfruchtige Moosbeere (Vaccinium macrocarpon)

  • Früchte: 2 cm kleine, hellrote bis tiefdunkelrote, runde Beeren mit rotem bis schwarzem Fruchtfleisch und essbaren Kernen. Cranberries können roh gegessen werden. Sie werden allerdings meistens weiterverarbeitet, da sie ein herb-sauren Geschmack haben, dem ein bißchen zusätzliche Süße nicht schadet.
  • Pflanzzeit:
  • Erntezeit: September-Oktober
  • Standort:
  • Pflege:

Erdbeeren

  • Früchte: 2-5 cm große, leuchtend rote bis dunkelrote Sammelnussfrüchte
  • Pflanzzeit: Neupflanzungen von Gartenerdbeeren sind am besten Ende Juli bis Ende August. Die Pflanzen haben dann noch genügend Zeit zum Anwachsen und zur Blütenbildung, so dass sie im nächsten Jahr schon Früchte tragen. Monats- und Walderdbeeren wollen lieber im Frühjahr gepflanzt werden.
  • Erntezeit: Die Haupternte ist im Juni/Juli. Bis zum Oktober gibt es dann noch weitere Früchte von den Monatserdbeeren, die dauerhaft tragen.
  • Standort: Da Erdbeeren ursprünglich im Wald vorkamen, bevorzugen auch unsere Gartenerdbeeren durchlässige, tiefgründige, humus- und nährstoffreiche, schach saure Böden. Die Beete sollten schon ca. zwei Monate vor der Pflanzung gut gelockert und mit reifem Kompost versetzt werden.
  • Pflege: Die Pflanzen bringen für ca. 4 Jahre reiche ernten am gleichen Standort. Danach sollten neue Pflanzen an neuem Standort gestzt werden. Erdbeeren sind spätfrostgefährdet. Decken sie die Pflanzen bei drohender Gefahr mit einem Frühbeetvlies ab.
    Während der Blütenneuanlage und der Fruchtbildung mögen die Pflanzen es gerne feucht. Zur Fruchtreife sollte weniger gewässert werden, um das Aroma zu verbessern und die Beeren vor Fäulnis zu schützen. Aus gleichem Grunde sollten die Pflanzen ab beginn der Fruchtbildung eine Mulchdecke erhalten aus Stroh, Holzwolle oder fester Pappe. Diese bewahrt die Früchte ebenfalls vor Fäulnis und vor Verschmutzung. Gedüngt wird nach der Ernte mit speziellem Dünger, Kompost oder Gesteinsmehl.

Goji-Beere

  • Früchte:
  • Pflanzzeit:
  • Erntezeit:
  • Standort:
  • Pflege:

Heidelbeeren

  • Früchte: Abgeplattet runde Beeren, ca. 1 cm groß, von blauschwarzer Farbe. Im reifen Zustand sind die Beeren blaugrau bereift.
  • Pflanzzeit: Im Herbst
  • Erntezeit: Juli-September
  • Standort: Heidelbeeren lieben einen warmen, vollsonnigen und windgeschützten Standort. Stehende Hitze vertragen sie jedoch nicht. Da es sich um Heidekrautgewächse handelt, benötigen sie einen sauren, humosen, gut durchlässigen und belüfteten Boden. Der pH-Wert sollte möglichst zwischen 4,0 und 5,0 liegen. Gegebenenfalls sollte die Erde im Heidelbeerbeet entsprechend präpariert werden durch Anreicherungen mit gewaschenem Sand, Torf, Rindenmulch, Sägespänen oder Holzhäcksel von Nadelbäumen. Natürlich geht auch eine fertige Rhododendronerde.
  • Pflege: Gießen Sie die Pflanzen regelmäßig mit Regenwasser., denn das kalkhaltige Leitungswasser wird nicht gut vertragen. Heidelbeeren benötigen eine regelmäßige gute Wasserversorgung ohne Staunässe. Um dieses zu erreichen und um den Boden sauer zu halten, empfiehlt sich das Mulchen mit Sägespänen oder Sägemehl sowie mit Rindenmulch aus Nadelbäumen.
    Gedüngt werden kann im Frühjahr mit kalkfreiem speziellen Heidelbeer- und Rhododendrondünger aus dem Fachhandel. Auf gar keinen Fall mit Mist oder Kompost düngen. Bei einem Übermaß an Kalk stellen die Pflanzen das Wachstum ein und die Blätter verfärben sich gelb.
    Im Spätwinter ist ein Auslichtungsschnitt sinnvoll. Entfernen Sie alte 4-5jährige Triebe und zu schwache nach innen wachsende, so dass ca. 6-8 kräftige triebe übrig bleiben.

Himbeeren

  • Früchte: Rundliche bis kegelförmige, länglich walzenförmige Sammelsteinfrüchte in rot, rosa und gelb
  • Pflanzzeit: Im Frühjahr oder Herbst. Da Himbeeren Flachwurzler sind, sollen sie nicht tiefer gepflanzt werden wie sie im Topf waren. Die grundständigen Triebknospen sollen also auf keinen Fall tiefer wie 5 cm in der Erde sein. Kürzen Sie die Haupttriebe auf ca. 20-30 cm ein und entfernen sie alle Seitentriebe, damit die Pflanze ihre Kraft erstmal in die Wurzeln steckt.
  • Erntezeit: Je nach Sorte ab Juni bis zum Frost.
  • Standort: Tiefgründiger, humoser, lockerer und feuchter Boden (pH 5,5-6,0). Keine Staunässe. Himbeeren bevorzugen sonnige und windgeschützte Standorte, kommen aber auch mit Halbschatten zurecht.
  • Pflege:

Honigbeere

  • Früchte:
  • Pflanzzeit:
  • Erntezeit:
  • Standort:
  • Pflege:

Japanische Weinbeere

  • Früchte:
  • Pflanzzeit:
  • Erntezeit:
  • Standort:
  • Pflege:

Jochelbeere

  • Früchte:
  • Pflanzzeit:
  • Erntezeit:
  • Standort:
  • Pflege:

Johannisbeeren

  • Früchte:
  • Pflanzzeit:
  • Erntezeit:
  • Standort:
  • Pflege:

Jujube / Chinesische Dattel

  • Früchte:
  • Pflanzzeit:
  • Erntezeit:
  • Standort:
  • Pflege:

Lenzbeere / Maibeere

  • Früchte:
  • Pflanzzeit:
  • Erntezeit:
  • Standort:
  • Pflege:

Preiselbeere

  • Früchte:
  • Pflanzzeit:
  • Erntezeit:
  • Standort:
  • Pflege:

Stachelbeeren

  • Früchte:
  • Pflanzzeit:
  • Erntezeit:
  • Standort:
  • Pflege:

Tayberry

  • Früchte:
  • Pflanzzeit:
  • Erntezeit:
  • Standort:
  • Pflege:

Wu-wei-zi / Chinesische Fitnessbeere

  • Früchte:
  • Pflanzzeit:
  • Erntezeit:
  • Standort:
  • Pflege:

Kommentare deaktiviert für Beeren-Rausch für alle Naschkatzen im Sommer-Garten

Berta Rausch am September 9th 2011 in Allgemein, Ernte, Fauna & Flora, Heilpflanzen, Jahreszeiten, Nutzpflanzen

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