Monatsarchiv für Januar 2011

Gartentrends 2011

Wie alles, unterliegen auch die Gartentrends einer Mode, die von vielen Hobbygärtnern als bereichernde Inspiration für ihre eigene Gartengestaltung genutzt werden. Die Trends beziehen die Gartenmöblierung genauso ein, wie die Auswahl der Pflanzen und die eigentliche Gestaltung des Gartens. Dabei geht der Trend im Bereich der Gartenmöbel immer mehr dahin, Materialien zu verwenden, die aus einem nachhaltigen Anbau stammen. Schließlich möchte niemand, dass zum Beispiel in Asien, Regenwälder gerodet werden, nur damit man seinen Garten mit sogenannten hochwertigen Möbeln ausstattet. Alternativen werden mittlerweile von vielen Anbietern in ausreichender Auswahl angeboten.

In Zeiten, wo der Anspruch der Gartenbesitzer vom Funktionellen und einfach Schönen über das Dekorative hinausgewachsen ist, sind Hausbesitzer immer auf der Suche nach dekorativen Pflanzen, die die Terrasse, den Garten, eben das Grundstück auflockern und beleben. Nicht wenige setzen auf punktuelle Highlights im wahrsten Sinne. Das kann eine Solitärpflanze, die alle Blicke auf sich zieht, sein oder einige Pflanzkübel, die mit besonders exotischen Pflanzen die Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Mit diesen Ambitionen stößt man unweigerlich auf Bambuspflanzen, deren Vielfalt und Schönheit sich regelrecht entdecken lässt. Beim Gedanken an Bambus, taucht bei vielen das Bild aus dem Gartencenter mit dem sogenannten Gartenbambus auf. Wer allerdings glaubt, dass sich das Thema Bambus auf diese nicht genau spezifizierten Pflanzen beschränke, der irrt.

BambusWeltweit existieren über 1.300 verschiedene Arten und für unsere Breitengrade eignen sich über 300 Sorten, die auch unserem Winter stand halten und unsere Gärten im Sommer wie im Winter begrünen. Bei der Auswahl von Bambuspflanzen empfiehlt es sich, Rat von einem Fachmann zu einzuholen, der sich mit Bambus gut auskennt. Denn selbstverständlich hat jede Sorte, genau wie alle anderen Pflanzen auch, ganz bestimmte Vorzüge was den Standort und die Zusammensetzung der Pflanzerde sowie die Pflege und Düngung angeht. Ein Bambuskenner kann einem genauestens Auskunft darüber geben, welche Art sich für welchen Zweck am besten eignet. Beispielsweise werden Unterarten der Phyllostachys Arten gerne für die Bepflanzung von Kübeln verwendet, da sie schnell wachsend sind und auf eine Rhyzomschutzfolie verzichtet werden kann, wenn die Pflanze nicht direkt in den Boden gesetzt wird. Mit der richtigen Pflege und einem entsprechenden Standort hat man sofort eine immergrüne Dekoration, von der sich kein Bambus-Freund mehr trennen wird. Nicht wenige sind nach der Entdeckung des Bambus für ihren eigenen Garten der Sammelleidenschaft erlegen, nachdem Sie die Vielfalt an Formen und Farben entdeckt haben. Man stelle sich nur eine Bambusstaude von 3-5 Metern Höhe vor, die schwarze oder gelbe Bambushalme hat. Wer da nicht schwach wird!

Was die Auswahl der Nutzpflanzen angeht, so hat man mittlerweile wieder die „alten Sorten“ neu entdeckt. Viele der alten Gemüsesorten, Kräuter und Obstbäume rücken immer weiter in das Bewusstsein, da sie meist sehr robust und reich an Vitaminen sind. Die Kultivierung des Bodens hat im vergangenen Jahrhundert dazu geführt, sich auf den Anbau weniger Pflanzen zu beschränken. Dabei geriet nicht nur die kostbare Saat in Vergessenheit, sondern beliebte Gemüsesorten veränderten ihr Aussehen und auch die Inhaltsstoffe haben sich im Laufe der Jahrhunderte geändert. Während es früher Möhren in Rot-, Violett- und Schwarztönen gab, findet man heutzutage fast nur noch die „klassische“ orangefarbene Möhre, die eine gezielt Züchtung französischer Landwirte im 19. Jahrhundert gewesen ist. Glücklicherweise taucht heute wieder Saatgut für diese fast vergessenen „wilden Pflanzen“ auf und wer sich eingehend damit beschäftigt, wird auf eine fast unermessliche Auswahl treffen, die die eigene Ernte und Kost um ein vielfaches bereichern.

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Gotthilf Rausch am 17. Januar 2011 in Gartengestaltung, Interessante Gartenseiten

Gartengestaltung:
Wie vom Profi, aber selbst gemacht

Der Winter ist die beste Jahreszeit, um die Planung für einen neuen Garten in Angriff zu nehmen oder um den vorhandenen Garten zu überdenken. Da der Garten sich natürlicherweise immer weiter entwickelt durch das fortschreitende Wachstum der Pflanzen, kann man ihn als einen ewig andauernden Prozess betrachten, in den die Hand des Gärtners immer wieder gestalterisch eingreift.

Auch wenn ein Garten schon seid vielen Jahren existiert, so wird man immer wieder Stellen finden, die man verändern oder verbessern möchte, denn der Garten ist und bleibt ein Kulturgut des Menschen, dass immer wieder neuen Einflüssen und Bedürfnissen ausgesetzt ist und sich dadurch beständig weiterentwickelt.

Zunächst eine Definition des Begriffs: Garten

Traditionell bezeichnet das Wort Garten ein zum Schutz mit einem Zaun oder einer Mauer umfriedetes Stück Land, das für die Kultivierung von Nutz- und Zierpflanzen verwendet wird. Ursprünglich diente der Garten ausschließlich dem Zweck der Ernährung der Familie und war damit ein reiner Nutzgarten, in dem man Gemüse, Obst, Beeren und Kräuter vorfand.

Kensington GardensMit der kulturgeschichtlichen Entwicklung des Menschen veränderte sich zunehmend auch das Bild des Gartens. Der Garten erfüllte dann auch andere Funktionen wie Ort der Repräsentation und der Erholung. Mit der Entdeckerlust enstanden zunehmend botanische Gärten, in denen exotische Pflanzen aus der ganzen Welt gesammelt und gezüchtet wurden. Je nach dem wie das Verhältnis des Menschen zu der Natur gesehen wurde, so entwickelten sich auch neue Gärten.

Heute kennt man vor allem den privaten Hausgarten, botanische Gärten und Parkanlagen, sowie Themengärten, die sich einer bestimmten Pflanzenart widmen (z.B. der Rosengarten) einer bestimmten Stilrichtung (z.B. der barocke Garten) einer Landschaft (z.B. alpine Garten) oder einem künstlerischen, religiösem, spirituellem oder auch therapeutischem Aspekt (z.B.Zen-Garten, Feng-Shui-Garten).

All diese Möglichkeiten können im eigenen Garten genutzt werden. Wer die Wahl hat, hat die Qual. Leider, oder zum Glück, lassen sich aber nicht alle Ideen immer überall umsetzen. Wenn man also seinen eigenen Garten planen möchte, so sollte man erstmal mit einer Bestandsaufnahme beginnen.



Mit Zirkel, Bleistift und Lineal zum neuen Garten

Gartenplan
  1. Nehmen Sie einen Grundriss von Ihrem Haus mit Grundstück zur Hand. Desweiteren benötigen Sie Transparentpapier, Bleistift, farbige Stifte, Lineal, Zirkel und ein Geodreieck. Legen Sie einen Bogen des Transparentpapiers auf den Plan zeichnen sie die Grundstückslinie und den Umriss des Gebäudes einmal durch. Nun haben Sie einen Plan, auf dem Sie Ihre Bestandsaufnahme einzeichnen können. Zur Bestandsaufnahme gehören bereits vorhandene Baulichkeiten wie Zufahrt, Terrasse, Wege, Gartenhaus, Gewächshaus, etc. und schon vorhandene Bepflanzung.
    All diese Elemente sollten maßstabsgerecht eingezeichnet werden. Häufig sind Grundstückspläne im Maßstab 1:100. Dies bedeutet 1 cm auf dem Papier entspricht 100 cm in der Wirklichkeit. Eine Terasse, die tatsächlich 2 x 4 m misst, wird auf dem Papier ein Rechteck von 2 x 4 cm. Zeichnen Sie alle Baulichkeiten mit ihren umrissen ein. Bäume oder Sträucher werden durch einen Kreis dargestellt mit einem Punkt in der Mitte für den Stamm. Hat die Krone eines Apfelbaums einen Durchmesser von 4 Metern, so zeichnet man den Kreis mit einem Durchmesser von 4 cm.

  2. Die Lage des Gartens und der darin befindlichen Elemente zur Himmelsrichtung ist ganz entscheidend wichtig für die Beurteilung der Lichtverhältnisse, der Windeinflüsse und des Kleinklimas. Zusammen mit dem tatsächlichen Klima des Ortes, der Bodenqualität und der Geländeneigung sind dies die wichtigsten Aspekte, die darüber entscheiden werden, welche Bepflanzung und Gartenbereiche an welcher Stelle sinnvoll sind.
    Am besten erstellt man sich einfach von Hand ein paar kleine Diagramme zu diesen Themen. Hierfür legt man wiederum einen Bogen Transparentpapier über seine Bestandsaufnahme und zeichnet darauf von Hand zum Beispiel den Schattenwurf des Gebäudes und der Bestandspflanzen sowie vom Nachbarhaus (wenn vorhanden) mit Hilfe einer farbigen Schraffur. Besonders aussagekräftig wird so eine Zeichnung, wenn man einmal den Schattenwurf zeichnet wie er morgends fällt, dann mi einer anderen Farbe den Schattenwurf mittags und mit einer dritten Farbe den Schattenwurf am Abend. Dadurch erhält man einen sehr guten Überblick darüber, an welchen Orten viel Schatten und viel Sonne zu erwarten sein wird.
    Ähnliche Zeichnungen kann man zum Thema Wind, Lärm, Temperatur, etc. anfertigen.

  3. Nun beginnt der schöne Teil: Erstellen Sie eine Liste all der Elemente, die Sie sich für Ihren Garten wünschen. Gemeint sind Dinge wie Sitzplatz unterm Baum, Schaukel, Kinderspielplatz, Rosenbogen, Obstbäume, Sichtschutzhecke, Blumenbeet, Gemüsebeet, Obstbäume, Ziersträucher, Kompostplatz, Wege, Gartenteich, Feuerstelle, Grillplatz, etc. Der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt. Zunächst einmal dürfen Sie so richtig schwelgen. Oftmals hilft hierbei das Durchblättern von schönen Gartenbüchern und Gartenmagazinen, um den Ideen auf die Sprünge zu helfen.
    Die Ernüchterung folgt auf dem Fuß, denn als nächstes müssen Sie jeden einzelnen Punkt auf Ihrer Liste auf seine Umsetzbarkeit überprüfen. Überlegen Sie genau, ob die Lichtverhältnisse in Ihrem Garten geeignet sind. Rosen, viele mediterrane Kräuter, Gemüsebeet oder ein Gartenteich braucht auf jeden Fall viel Sonne. Desweiteren ist zu bedenken wieviel Pflege Sie später für den Erhalt Ihres Gartens investieren wollen. Blumen- und Gemüsebeete sind sehr pflegeintensiv. Geschnittene Hecken und große Rasenflächen ebenso. Gartenteich und Ziersträucher brauchen dagegen weniger Pflege. Streichen Sie in Ihrer Liste, was nicht möglich erscheint.

  4. Jetzt darf entworfen werden. Nehmen Sie sich wieder ihren Bestandsplan zur Hand und legen Sie los. Zunächst sollte mit Bleistift gezeichnet werden. Später können Sie dem ganzen Bild mit Farbe Leben einhauchen. Man muss für einen Entwurfsplan kein großer Künstler sein, denn es gibt ganz einfache Symbole, die für Hecken, Rasenflächen, Bäume, Strächer, Beete, Wasserfläche, etc stehen und die man auch mit einem Mangel an künstlerischer Begabung durchaus zustande bringt. Achten Sie nur wieder auf den Maßstab.
    Manchmal ist es leichter, sich die Elemente aus buntem Papier auszuschneiden, damit man sie auf dem Plan ganz einfach hin und herschieben kann, um den richtigen Platz zu finden. Am besten beginnt man mit den baulichen Elementen wie Terrasse, Sitzplatz, Wege. Dann beschäftigt man sich mit der Grenzgestaltung. Möglich sind da Zäune, Mauern, Sichtschutzwände sowie Hecken und Wälle. Zu beachten sind in dem Bereich die richtigen Abstände und Höhen zu den Nachbarn. Diese können durch einen Bebauungs- und Grünordnungsplan extra geregelt sein. Für Mauern muß eine Baugenehmigung beantragt werden. Dann folgen Rasenflächen, Bepflanzung für die sonnigen Bereiche sowie Bäume und Sträucher.
    Abschließend sollte unbedingt noch einmal auf einem gesonderten Blatt der Schattenwurf von Bäumen, Sträuchern und Hecken überprüft werden.
    Gartenlegende Gartenlegende
    Gartenlegende Gartenlegende

  5. Steht der endgültige Entwurf, so kann man abschließend den Verlauf von Wasser- und Elektroleitungen festlegen. Gerade für die Gartenbewässerung sollte hier noch einmal gründlich überlegt und nicht gespart werden. Behalten Sie eventuell auch mögliche Änderungen im Auge, die in den folgenden Jahren anstehen könnten. Werden die Kinder größer, so wird eine große Rasenfläche unnötig. Als Umgestaltung bietet sich dann besonders der Gartenteich an. der sicherlich beleuchtet werden soll.

  6. Wenn die grobe Planung fertig ist, geht es an die Feinheiten: Die Auswahl der Pflanzen.
    Viele Aspekte spielen hier eine Rolle. Wie sind natürlich die Lichtverhältnisse und der Boden? Soll ein bestimmtes Thema verwendet werden wie der Bauerngarten, ein blauer, weißer, roter oder bunter Garten? Heimische oder exotische Pflanzen?
    Wie so oft gilt auch hier das Motto: Weniger ist meistens mehr. Man pflanzt nicht das endgültige Bild, das man im Kopf hat, denn Pflanzen wachsen nun einmal und brauchen in den ersten Jahren Platz zum Entfalten. Lassen Sie sich Zeit und legen Sie erstmal die wichtigsten Elemente fest. Es ist immer Schade, wenn man nach wenigen Jahren pflanzen entfernen muss, weil Sie sich gegenseitig zu stark Konkurrenz machen.

Bis zum Frühjahr ist auf jeden Fall noch genügend Zeit, um Ideen zu entwickeln und die Umsetzung vorzubereiten. Möglicherweise kann nicht alles selbst gebaut werden, doch wenn man die richtige Vorarbeit geleistet hat, dann weiß man, was man wirklich will und kann dann gezielt in Verhandlung treten mit dem Landschaftsgärtner, der die Ideen umsetzen soll.

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Berta Rausch am 03. Januar 2011 in Allgemein, Gartengestaltung, Jahreszeiten