August 4th 2010

Der Schmetterling (Lepidoptera)
- das schönste Flatterding im Garten

Admiral

Einen Schmetterling
- so zierlich schön -
habe ich heute
in unserem Garten gesehen.

Pfauenauge
Kleiner Fuchs

Er flatterte
auf und ab
und brachte alles
um sich herum auf Trab.

Admiral
Diestelfalter

Ich wollte ihn fangen,
doch nein – er war so klein,
und seine bunten Flügel
waren wie Sonnenschein.

Trauermantel
Pfauenauge

Da flatterte er daher,
ganz leicht im Wind,
und die Zeit flog mit ihm fort,
so ganz geschwind.

Diestelfalter

Seitdem der Schmetterlingsstrauch (Buddleja davidii oder alternifolia) in voller Blüte dasteht, fallen sie einem wieder vermehrt ins Auge, die Schmetterlinge (Lepidoptera).
Den meisten Menschen sind vor allem die Tagfalter ein Begriff wie Pfauenauge, Admiral, Kohlweißling, etc., die tagsüber auf Nahrungssuche gehen und in vielen Fällen als wunderschöne buntgemusterte Flecken durch die Lüfte torkeln.
Schmetterlinge sind dabei nicht nur hübsch anzuschauen. Im Laufe ihres Lebens durchlaufen sie verschiedenste Entwicklungsphasen und beeinflussen den Garten jeweils unterschiedlich im positiven und negativen Sinne.

Die Metamorphose des Schmetterlings

Schmetterlinge stellen eine eigene Ordnung dar in der Gruppe der Insekten. In Europa sind ca. 3000 Arten bekannt. Dies mag einem zunächst viel erscheinen, wenn man kurz inne hält und die Arten aufzählt, die einem sofort in den Sinn kommen. Doch darf man nicht vergessen, dass die Gruppe der Schmetterlinge sowohl Tagfalter als auch Nachtfalter umfasst, welche uns besser bekannt sind als Motten.
Diese erste Einteilung geschieht durch die Tageszeit, während der der entsprechende Schmetterling auf Nahrungssuche geht.

Damit ist das Pferd jedoch von hinten aufgezäumt, denn der fertige Falter ist das Endstadium des Schmetterlings, der sogenannte Imago. Beginnen wir also am Anfang der Entwicklung:

  1. In diesem Fall beginnt die Geschichte mit dem Ei. Das Weibchen legt nach der Befruchtung zwischen 20 und 1000 Eier ab, aus denen dann die Raupen schlüpfen. Diese Eier werden je nach Art als ein Gelege oder in Grüppchen an verschiedenen Orten “angeklebt”. Die meisten Raupen schlüpfen schon nach 2-4 Wochen. Es gibt aber auch Schmetterlingsarten, deren Eier überwintern.

  2. Raupe_Kohlweißling Die Raupe ist das Larvenstadium des Schmetterlings und damit auch die Form, in der er das meiste frißt. Genaugenommen tut die Raupe nichts anderes als fressen, wachsen und sich vier- bis fünfmal häuten. Selbsterklärend ist das Larvenstadium damit die schädlichste Zeit in der Entwicklung des Schmetterlings für den Garten, denn er ernährt sich nun von Blättern, Nadeln, Blüten, Samen oder Früchten verschiedener Pflanzen, wobei viele Arten auf bestimmte Pflanzen spezialisiert und angewiesen sind. Genannt sei hier der Kohlweißling, dessen Raupen innerhalb kürzester Zeit einen starken Lochfraß an Kohlblättern bis hin zum Skelettierfraß verursachen können und oftmals auch im Inneren der Kohlköpfe wüten.

  3. Hat die Raupe genug gefressen und ihre Endgröße erreicht, so verpuppt sie sich. Die Puppe ist damit das Ruhestadium des Schmetterlings.Während dieser Puppenruhe verändert sich der Körper des Schmetterlings scheinbar komplett. Die sogenannte Metamorphose findet statt, denn jetzt wird aus der dicken und schwerfälligen Raupe der bunte und leichtflügelige Schmetterling. Die Puppe selbst kann sich kaum bewegen. In den meisten Fällen kann sie nur das Hinterteil leicht bewegen und sich dadurch in eine rollende Bewegung versetzen.
    Um sich vor Fressfeinden in diesem Stadium zu schützen, bleibt ihnen nur die Tarnung oder ein sicheres Versteck. Tatsächlich sehen die Puppen häufig aus wie ein verwelktes Blatt. Ein weiterer Schutzmechanismus, der sehr bekannt sein dürfte, ist das Einspinnen in einen Kokon wie es die Seidenspinner-Raupe vollzieht. Für die Herstellung des Kokons produziert sie einen ca. 500 m langen Faden. Dieser Faden ist das Material, aus dem Seide gesponnen wird. Hierfür wird der Faden maschinell abgewickelt und auf Spulen wieder aufgewickelt in den Seidenplantagen, in denen die Seidenspinner-Raupen extra für diesen Zweck gezüchtet werden.
    Man erkennt das Ende der Puppenzeit häufig an einer Dunklerfärbung der Puppe und am sichtbarwerden der Flügel durch die Puppenhülle hindurch. Das Schlüpfen passiert entweder, indem die Puppe an einigen Stellen aufplatzt oder es ist eine Art Deckel vorhanden, den der Schmetterling von innen aufdrückt. Ist er vollständig geschlüpft, so ist er noch nicht sofort flugtauglich, da sich seine Flügel erst noch entfalten und trocknen müssen.

  4. Der Schmetterling ist fertig, sobald er fliegen kann. Er ist “erwachsen” geworden. Seine Lebensdauer beträgt ab jetzt je nach Art zwischen einem Tag und 10 Monaten. Ein Tagfalter lebt im Durchschnitt etwa zwei bis drei Wochen. In dieser Zeit darf er das Leben genießen. Er ernährt sich vom Blütennektar, den er mit seinem langen Saugrüssel aufnimmt und bestäubt dabei als ausgezeichneten Nebeneffekt die Pflanzen im Garten. Manche Pflanzen sind sogar komplett auf den Schmetterling bei der Bestäubung angewiesen, da sie so tiefe und enge Blütenkelche bilden wie beispielsweise einige Orchideenarten. Der fertige Schmetterling ist also wieder eher ein Nützling im Garten und kein Schädling wie seine Raupe.
    Letztendlich ist das Ziel des Schmetterlingsdaseins aber nicht die Bestäubung der Pflanzen und auch nicht die Zierde eines jeden Gartens, sondern die Fortpflanzung. So sterben die meisten Schmetterlinge auch direkt nach der Eiablage. Nur wenige Arten können als Schmetterling überwintern. In unseren Breiten macht das nur das Tagpfauenauge, das man immer mal wieder im Winter im Haus herumflatternd findet, weil es durch die Wärme aus seinem Versteck gelockt wurde. Schmetterlinge sind nämlich wechselwarm. Sie werden erst ab einer bestimmten Temperatur aktiv und verfallen bei Kälte in eine Starre. Um sich zu aktivieren nutzen sie entweder die Wärme der Sonnenstrahlen oder sie erwärmen sich durch das Schlagen mit den Flügeln.

  5. Knallige Farben, exotische Muster und lustige Auswüchse

    Was wie eine Beschreibung eines Clowns klingt, sind die Abwehr- und Abschreckmechanismen der Schmetterlinge und ihrer Raupen gegen Fressfeinde und die Eigenschaften, die das menschliche Auge so erfreuen.

    Hier eine kleine Bilderauswahl, um diese Vielfältigkeit zu zeigen:

    Schlehenbürsterspinner Pfauenauge Schwalbenschwanz

    Die Farben und Muster wie beispielsweise die Augen auf den Flügeln des Tagpfauenauges dienen dem Zweck, Vögel oder andere Feinde zu verwirren oder zu erschrecken, indem die Augen von großen Tieren imitiert werden oder sich der Schmetterling tarnt, indem er das Aussehen eines anderen Tieres animmt. Diese Methode verwendet zum Beispiel der Hornissen-Glasflügler. Ein Schmetterling, der einer Hornisse zum Verwechseln ähnlich sieht. Diese Art der Tarnung bezeichnet man auch als Mimikry und wird von vielen Tierarten verwendet.

    Manche Schmetterlingsraupen wählen da jedoch eine deutlich unauffälligere Variante. Sie ähneln in Farbe und Form so sehr kleinen Zweigen, dass man sie für solche hält und nicht als Raupen identifiziert solange sie sich nicht bewegen.

    Wie holt man sich Schmetterlinge in seinen Garten?

    Die natürlichen Lebensräume der Schmetterlinge gehen stetig zurück durch die Ausbreitung des Menschen. Da ist es nicht nur eine schöne, sondern auch eine nützliche Idee, gute Lebensbedingungen für Schmetterlinge im Garten zu schaffen. Im Folgenden soll erklärt werden, welche Lebensbedingungen dies sind:

    • Grundsätzlich ermöglichen sämtliche Elemente eines “Naturgartens” den Schmetterlingen einen guten Lebensraum. Damit ist gemeint kleine ökologische Inseln oder Nischen zu schaffen mit heimischen Wildpflanzen und vielen Rückzugsmöglichkeiten für Tiere. Wo viele heimische Wildblumen, Kräuter, Unkräuter und natürliche Wildhecken in ausgewogenen Pflanzengesellschaft wachsen dürfen, da werden auch Schmetterlinge und andere seltene Tiere bald zu Hause sein.

    • Bestimmte Pflanzen dienen besonders vielen unterschiedlichen Arten an Schmetterlingsraupen und fertigen Schmetterlingen als Nahrungsquelle. Besonders erwähnenswert sind hier: die Eiche (Quercus in Arten), die Weiden (Salix in Arten), Pappeln (Populus in Arten), Birken (Betula in Arten), der Weißdorn (Crataegus in Arten), die Schlehe (Prunus spinosa), die Hasel (Corylus in Arten), Rosen (Rosa in Arten), Himbeeren (Rubus idaeus) und Brombeeren (Rubus fruticosus), Brennesseln (Urtica in Arten), viele Kräuter und die folgenden Garten-Stauden:
      • Rote Schaf-Garbe (Achillea millefolium und Hybriden)
      • Astern (Aster in Arten und Sorten)
      • Spornblume (Centranthus ruber)
      • Silberkerze (Cimicifuga in arten und Sorten)
      • Nelken (Dianthus in Arten und Sorten)
      • Purpur-Sonnenhut (Echinacea purpurea)
      • Kugeldistel (Echinops in Arten und Sorten)
      • Sonnenbraut (Helenium Hybriden)
      • Garten-Sonnenblume (Helianthus decapetalus ‘Capenoch Star’
      • Alant (Inula in Arten)
      • Lavendel (Lavandula angustifolia)
      • Blut-Weiderich (Lythrum salicaria)
      • Indiandernessel (Monarda Hybriden)
      • Katzenminze (Nepeta faassenii)
      • Majoran (Origanum in Arten)
      • Garten-Flammenblume (Phlox paniculata-Hybriden)
      • Große Braunelle (Prunella grandiflora)
      • Salbei (Salvia in Arte )
      • Purpur-Fetthenne (Sedum telephium ‘Herbstfreude’)

    • Der Verzicht auf chemische Spritzmittel gegen Schädlinge ist unerlässlich. Genauso sollte bei den Düngemitteln auf ökologische Verträglichkeit geachtet werden.

    • Besonders in sehr heißen und trockenen Sommern benötigen Schmetterling eine Wasserquelle. Wunderschön wäre natürlich ein naturnah angelegter Gartenteich oder andere Feuchtgebiete wie Sumpf- oder Moorbeete. Letztendlich reicht jedoch auch eine versteckt eingebaute Vogeltränke.

2 Kommentare »

Berta Rausch am August 4th 2010 in Allgemein, Fauna & Flora, Gartengestaltung

2 Kommentare zu “Der Schmetterling (Lepidoptera)
- das schönste Flatterding im Garten”

  1. Peter Konz schrieb am 13 Aug 2010 um 01:46 #

    Ein hervorragender Bericht! Die Liste der Nektarpflanzen kann ich noch um Sommerflieder, Eselsdistel, Edeldistel, Roter Sonnenhut und Prachtscharte ergänzen :-)
    Jeder Gartenbesitzer sollte in einer Ecke Brennessel wachsen lassen, sie bilden die Nahrungsgrundlage für viele Schmetterlingsraupen.

  2. Moni schrieb am 15 Jan 2013 um 15:30 #

    Superschöne Seite – ich bin gerade erst darauf gestoßen. Allerdings, die Raupen, die so munter an Blättern fressen sind nicht von einem Schmetterling sondern von Blattwespen.

    Viele Grüße

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