Monatsarchiv für September 2010

Winterschutz für Garten-, Kübel- und Balkonpflanzen

Bei der derzeitigen Wetterlage sind es nur die nächtlichen schon sehr niedrigen Temperaturen, die einen auf die Idee bringen könnten, dass der Winter naht.
Obwohl der Garten sich gerade jetzt noch einmal ganz besonders prächtig präsentiert mit besonders leuchtenden und duftenden Blüten und Beeren sowie den ersten bunten Blättern, sollte man schon einmal planen, was für Materialien zum Schutz der Pflanzen im Winter benötigt werden, denn schhneller als man denkt, ist der erste nächtliche Bodenfrost da und der kann bei manchen Pflanzen schon sofort zu schweren Schäden führen.

Pflanzenüberwinterung Pflanzenüberwinterung Pflanzenüberwinterung

Ein Winterschutz kommt vor allem für alle Pflanzen in Frage, die ursprünglich in Südeuropa, Südamerika oder in seltenen Fällen auch in Afrika beheimatet sind. Es handelt sich dabei meistens um tropische, subtropische und mediterrane Pflanzen, die keine Vegetationsruhe im Winter einlegen und natürlich auch keinen Frost vertragen.

Zusätzlich muss man einen Winterschutz auch bei einigen Pflanzen im Jungstadium in Erwägung ziehen.

Mögliche Schäden durch den Frost betreffen vor allem den Wurzelbereich und die Triebspitzen, weswegen diese beiden Bereiche besonders geschützt werden sollten. Da es aber auch noch andere mögliche Schadensursachen gibt, möchte ich etwas detaillierter im Folgenden darauf eingehen.

Welche Schäden können im Winter an Pflanzen entstehen?

  1. Erfrierungen
    Diese Art der Schädigung betrifft vor allem die Triebspitzen und den Wurzelbereich von Pflanzen. Man erkennt den Schaden bei immergrünen Pflanzen am verfärben der Blätter zunächst ins gelbliche oder rötliche. Bei starker Schädigung verwelken die Blätter und werden braun. Die Pflanze wirft Blätter oder Nadeln dann gänzlich ab.
    Erfrierungen der Triebspitzen erkennt man daran, dass die Zweigenden sich braun-schwarz verfärben und absterben. Leider können Spätfröste immer wieder auch für die ersten Knospen und Blüten gefährlich werden. Sind diese Frostgeschädigt, so erkennt man dies ebenfalls am Verbräunen und möglicherweise abwerfen der Blüten.

    Erfrierungen an Wurzeln, Wurzelstöcken, Zwiebeln oder Knollen führen leider in den meisten Fällen zum Absterben der Pflanze und lassen sich im Vorwege kaum erkennen. Normalerweise entstehen solche Schäden bei frostharten Pflanzen erst bei einer Bodentemperatur von mindestens -10°C mit Ausnahme von Jungpflanzen, die durchaus auch schon bei weniger kalten Temperaturen Schaden nehmen können.

    In allen Fällen von Erfrierungen hilft nur das präventive Abdecken mit isolierenden und gleichzeitig luft- und wasserdurchlässigen Materialien.

  2. Frosttrocknis
    Das Phänomen der Frosttrocknis betrifft immergrüne Pflanzen wie Buchsbaum, Eibe, Fichte, Thuja, Kirschloorbeer, Rhododendron, etc. Kommt die Sonne im Winter heraus, so reichen die dann entstehenden Tagestemperaturen oftmals schon aus, das die Blätter oder Nadeln beginnen, mit Verdunstung darauf zu reagieren. Der trotzdem gefrorene Boden verhindert jedoch den Wassernachschub, so dass die Pflanzen vertrocknen müssen.

    Gegnmaßnahmen sind das regelmäßige Gießen dieser Pflanzen an frostfreien Wintertagen sowie das Abdecken der Pflanzen mit Leinentüchern oder Frühbeet-Vliesen an sonnigen Tagen.

  3. Rindenschäden
    Im Spätwinter, wenn die Sonne schon wieder einige Kraft hat, kann der schnelle und häufige Wechsel von sonnigen warmen Tagen und kalten, frostigen Nächten starke Schäden an Rinde und Holz von Bäumen verursachen. In der Sonne dehnt sich die Rinde und der Zellsaft wird flüssiger, nachts geschieht das Gegenteil. Dadurch entstehen zum einen hohe Spannungen im Stamm und zum anderen steigt die Gefahr der Erfrierungen. Schlimmstenfalls kommt es zum Abplatzen ganzer Holzplatten und zur Entstehung tiefer Risse. Deswegen sieht man vor allem an neu gepflanzten jungen Bäumen häufig einen Anstrich des Stamms mit weißer Kalk- oder Kalk-Lehm-Farbe. Diese reflektiert die Sonnen strahlen und verhindert auf diese Art und Weise das übermäßige erhitzen der Rinde. Ähnlich wirkt das Einwickeln des Stamms mit Schilfmatten, Pappe oder Jutegewebe.

  4. Vernässung und Staunässe
    Gerade Steingartenpflanzen und andere trockenheitsliebende Pflanzen leiden sehr häufig unter Dauernässe entstehend durch Dauerregen oder anhaltender Bodenfeuchtigkeit. Ist der Boden gefroren, so kann darauftreffendes Wasser nicht abfließen. Die Wurzeln der zuvor genannten Pflanzengruppen beginnen dann zu faulen oder die Pflanze leidet massiv an dem Sauerstoffmangel im Boden und erstickt schlicht und einfach. Wenn es sehr lange zu solchen Wetterlagen im Winter kommt, so kann man die gefährdeten Pflanzen kurzfristig mit Folie abdecken. Achtung: Unbedingt regelmäßig lüften und bei Sonne entfernen, um Hitzestau und Sauerstoffmangel zu verhindern.


Winterschutz im Wurzelbereich

Einen wirksamen Winterschutz im Wurzelbereich erreicht man durch das Abdecken des Bodens in diesem Bereich mit entsprechendem Isolationsmaterial. Das richtige Material bietet natürlich die Natur selbst, denn Laub und Nadelholzreisig erfüllen alle Anforderungen und sorgen ja auch in der freien Landschaft für den entsprechenden Winterschutz durch liegenbleibendes Herbstlaub beziehungsweise herabfallende Nadeln. Sämtliche Abdeckungen sollten unbedingt luftdurchlässig sein. Andernfalls kann es darunter zu Sauerstoffmangel, Fäulnis oder auch Krankheitsbefall kommen. Desweiteren sollte das Material auch wasserdurchlässig sein, denn Kondenswasser fördert sowohl die Gefahr von Schimmelbildung und Fäulnis als auch von Erfrierungen.

Laub ist ein ausgezeichnetes Isolationsmaterial, wenn es tatsächlich trocken und frei von Schädlingen ist. Man kann es je nach Pflanzenart 10 bis 15 cm hoch aufschütten. Stauden, die sich komplett in den Boden zurückziehen können auch deutlich höher Abgedeckt werden. Es gilt dabei jedoch die Regel, je höher und dichter der Wurzelbereich abgedeckt wurde desto eher muss er im Frühjahr auch wieder gelockert werden. Ein guter Nebeneffekt beim Laub ist das Auffüllen der Nährstoffvorräte im Boden während es mit der Zeit verrottet.

Nadelholzreisig und zwar speziell Fichtenreisig ist besonders gut geeignet als Kälteisolation. Die dicht stehenden Nadeln sind zwar luftdurchlässig, halten aber dennoch die Kälte fern und dadurch, dass die Nadeln im Spätwinter anfangen langsam abzufallen, kommen im Frühjahr dann gleich ausreichend Licht und Luft an den Boden.

Desweiteren eignen sich Rindenmulch und Kompost als Abdeckungsmaterial. Beides kann jedoch wuchshemmend wirken auf junge Pflanzen und sollte deswegen nur bei erwachsenen Pflanzen verwendet werden. Als Kälteschutz eignen sich diese Materialien dennoch hervorragend.

Winterschutz für oberirdische Pflanzenteile

Die oberirdischen Pflanzenteile sollten zum einen vor der Kälte und damit dem Erfrieren geschützt werden, aber auch vor der intensiven Wintersonne. Manche Materialien erfüllen sogar beide Anforderungen.

Am bekanntesten ist das Einwickeln der ganzen Pflanze mit Tüchern, Jutegewebe oder speziellen Winterschutzvliesen. Folien sind nicht geeignet wegen der Luft- und Wasserundurchlässigkeit ausser man verwendet gelochte oder geschlitzte Folie. Diese hat jedoch einen geringeren Isolationsschutz und ist somit auch nur bedingt geeignet. Eine weitere Möglichkeit ist wiederum die Verwendung von Fichtenreisig. Die geschnittenen Fichtenzweige können entweder um kleinere Sträucher, Rosen oder Stauden herum in den Boden gesteckt werden und/oder zwischen die Triebe gebunden werden. Der Vorteil: Es sieht auch noch schön und weihnachtlich aus.

Größere Pflanzen können ebenfalls mit Sackleinen, Jute oder auch Bast- und Schilfmatten umwickelt werden. Im Zweifelsfall ist es eventuell leichter, mit Hilfer langer Stangen oder Latten eine Art Gerüst oder Zeltkonstruktion um die Pflanze zu bauen und diese mit Stoffbahnen zu umwickeln.

Empfindliche Jungpflanzen lassen sich sehr gut schützen, indem man einen Hasendraht um sie herum aufstellt und diesen mit trockenem und sauberen Herbstlaub auffüllt, so dass die Jungpflanze komplett darin verschwindet.

Große Gräserhorste wie die von Pampasgras und säulenförmige Gehölze sollten oben locker zusammengebunden werden. Dadurch wird der Neuaustrieb in der Mitte der Gräserhorste gegen Kälte und Vernässung geschützt. Bei säulenförmigen Gehölzen hilft diese Maßnahme gegen das Herunterdrücken der Zweige bei starken Schneefällen. Deswegen sollte man Hecken und freistehende Sträucher auch immer wieder kontrollieren bei starken Schneefällen, denn Schnee kann schnell viel Gewicht entwickeln und dadurch Äste und Zweige brechen lassen. Eventuell ist es ratsam, die Pflanzen durch abschütteln oder mit dem Besen abkehren, von der Schneelast zu befreien.

Ein besonderes Augenmerk muß auf die Veredelungsstellen von Pflanzen gelegt werden. Diese sind empfindlich und benötigen besonders sorgfältigen Schutz. Rosen und Clematis sowie einige andere Pflanzen werden um ihren Fuß herum etwa 10 bis 15 cm hoch angehäufelt mit isolierenden Materialien wie zuvor beschrieben.

Ist der Winterschutz einmal angebracht, sollte man ihn regelmäßig kontrollieren. Es wäre zu Schade, wenn durch den Wind etwas unbemerkt kaput gemacht wird und die entsprechende Pflanze dann doch Schaden nimmt. Schneefreier Frost ist für die Pflanzen sehr viel kälter als wenn sie durch eine dichte Schneedecke geschützt werden, die tatsächlich auch isolierend wirken kann. In solchen Nächten muss der Winterschutz bei sehr empfindlichen Pflanzen sogar erhöht werden.

Erhöhte Kontrolle sollte auch im späten Winter durchgeführt werden, denn der Winterschutz muss spätestens dann gelockert und entfernt werden, wenn sich erste Neuaustriebe zeigen. Reine Schattierungsmaßnahmen können noch bis ins Frühjahr an Ort und Stelle verbleiben.

Interessante Webseiten zum Thema: “Pflanzen überwintern”

Sehr umfangreich, mit einem Spektrum von praktischen Anleitungen wie besondere Pflanzenarten am besten Überwintert werden bis hin zu Anleitungen wie am besten Obst und Gemüse eingelagert werden sollte, um es möglichst lange haltbar und lagerungsfähig zu erhalten. Diese Informationen sind in ansprechender Art und Weise dargestellt auf der Webseite: Pflanzen überwintern.de

Kalter, nasser Sommer – ein Greuel für die Tomate

Auch der Sommer 2010 zeichnet sich einmal wieder durch ungewöhnliche Wetterlagen aus.
Im Süden von Deutschland folgte auf einen extrem lange andauernden Winter ein spährlicher Frühling, sieben Wochen Affenhitze ohne Regen im Frühsommer und ein total verregneter und eher kalter Juli und August.

Speziell für die Tomatenfreunde unter den Gärtnern war dies eine echte Katastrophe, denn einmal mehr zeigte einem das Wetter, warum Tomaten bei uns nicht heimisch sind. Der Start in die Saison war zwar recht vielversprechend. Meine Pflanzen wuchsen schnell und kräftig. Dadurch hielten sie auch lange dem vielen Nass von oben stand, aber natürlich das letzte Regenwochenende machte ihnen dann doch den garaus und sie präsentierten sich mit folgendem traurigen und häßlichen Erscheinungsbild:

Kraut-und Braunfäule Kraut- und Braunfäule

Solches oder ein ähnliches Bild dürfte in vielen Gärten zu finden gewesen sein und jedem Tomatenfreund die Tränen in die Augen schießen lassen, denn es beudeutet das absolute Aus für die Ernte von reifen und aromatischen Tomaten.
Was aber ist der Verursacher für dieses Schadbild?

Die Kraut- und Braunfäule

Verursacher dieses Schadbilds ist der Braunfäule-Pilz Phytophthora infestans, der vor allem Tomaten und Kartoffeln befällt, aber auch andere Nachtschattengewächse wie Auberginen, etc. Dieser Pilz gehört zu den Algenpilzen, die normalerweise bevorzugt im Wasser leben. Obwohl Phytophthora infestans nicht im Wasser lebt, benötigt er Wasser zum überleben und vermehren und Temperaturen um +20°C. Dies erklärt schon von alleine, warum die Kraut-und Braunfäule besonders bei nass-kaltem Wetter auftritt.
Die Sporen dieses Pilzes sind mit bloßem Auge garnicht zu erkennen, da sie nur 0,001 bis 0,007mm groß werden. Der Pilz bildet diese bei günstigen Bedingungen schon innerhalb kürzester Zeit und zwar in Massen. Die Sporen werden mit dem Wind über weite Strecken verteilt. Fallen sie zufällig auf Blätter oder Stengel von Tomaten, so dringen sie in das Gewebe der Pflanze ein. Dieses kann jedoch nur dann passieren, wenn die betroffene Stelle nass ist.

Die wichtigste vorbeugende Maßnahme gegen Kraut- und Braunfäule bei Tomaten ist deswegen, die oberirdischen Teile der Pflanze möglichst nicht oder nur kurz nass werden zu lassen. Man sollte Tomaten daher ein Dach über dem Kopf bieten in Form eines Kleingewächshaus, eines Tomatenhaus oder eines Dachüberhangs an einer Südseite. Desweiteren sollte man unbedingt einen ausreichenden Abstand zwischen den Pflanzen einhalten, damit Feuchtigkeit auf den Pflanzen schnell von Sonne und Wind abgetrocknet werden können. Grundsätzlich brauchen Tomaten also einen sehr sonnigen und luftigen Standort.
Beim Gießen sollte man nie von oben , sondern immer direkt im Wurzelbereich und neben der Pflanze mit weichem Strahl gießen, so dass die unteren Blätter nicht von unten benetzt werden oder gar Erdklümpchen nach oben spritzen, denn der Pilz überwintert im Boden in nicht geernteten Kartoffeln.
Tomaten und Kartoffeln sollten nie nebeneinander angebaut werden. wenn es sich dennoch nicht vermeiden lässt, so unbedingt die Hauptwindrichtung beachten beim Pflanzen, so dass der Wind von den Tomaten zu den Kartoffeln und nicht andersherum weht.

Versuchen Sie möglichst gesunde und kräftige Pflanzen mit maximal zwei Haupttrieben zu ziehen. Eine geschwächte Pflanzen ist natürlich nicht so widerstandsfähig wie eine gesunde. Dies bedeutet die Auswahl von widerstandsfähigen Sorten, den richtigen Standort, richtiges Gießen, nicht überdüngen und rechtzeitig ausgeizen.
Wechseln Sie jährlich den Standort ihrer Tomaten und beobachten Sie sie sorgfältig.
Enfernen Sie befallene Blätter und Früchte sofort und geben Sie diese in die Bio-Tonne und nicht auf den Kompost, da der Pilz möglicherweise die Verrottungshitze überleben könnte. Manchmal kann man die Pflanze noch retten, wenn man den Pilz rechtzeitig erkennt und eine Wärmeperiode bevorsteht. Klettert die Temperatur deutlich über +20°C und ist es dabei auch noch trocken, so stirbt der Pilz oft schon innerhalb weniger Stunden.
Bei mir mußten dieses Jahr jedoch 30 Tomatenpflanzen komplett dran glauben, da an eine Rettung nicht mehr zu denken war.
Desinfizieren Sie die Pflanzstäbe vor jeder neuen Nutzung, um die Verbreitung der Kraut- und Braunfäule einzudämmen.

Das wichtigste zum Schluss: Wie erkennt man die Kraut- und Braunfäule?
Man entdeckt den Befall meistens zunächst an den Tomaten selbst, die bräunliche eingesunkene, aber harte Flecken bekommen. Doch auch an den Blättern und Stengeln zeigt sich früher oder später der Befall in Form von gräulich-grünen bis schwarzen Flecken auf der Blattoberseite und einem gräulichen Pilzbefall an der Blattunterseite.
Alle Pflanzenteile sterben in Folge sehr rasch ab und die Früchte werden ungenießbar.

Das beste Bekämpfungsmittel ist eine gute Prophylaxe und das sorgfältige Überwachen und Beobachten der Pflanzen.
Die Anwendung von Brennesseljauche als Dünger bringt meistens erxtrem gesunde und widerstandsfähige Pflanzen hervor.
Vorbeugende Spritzungen mit natürlichen Mitteln zur Stärkung und Pizbekämpfung wie Schachtelhalmbrühe, Knoblauchsud können das Problem von vornherein eindämmen.
Bei leichtem Befall unbedingt die befallenen Teile sofort entfernen. Man findet dann verschiedene Möglichkeiten der unterstützenden Behandlung wie das Besprühen mit einer Milchmischung aus zwei Litern Magermilch und zehn Litern Wasser oder im Notfall der Einsatz eines Kupfer-Präparats.

Keine Kommentare »

Gotthilf Rausch am 07. September 2010 in Allgemein, Ernte, Schädlingsbekämpfung, Wetter