Das Weiden- beziehungsweise Korbflechten ist eine uralte Handwerkskunst. Man fand im Nahen Osten Reste eines Weidenkorbs, die auf ca. 10000 v. Chr. datiert wurden.
Diese Zeitangabe entspricht etwa dem Neolithikum, ein Zeitalter, in dem der Mensch anfing sesshaft zu werden und Landwirtschaft und Viehzucht zu betreiben.
Weidengeflechte wurden für sehr viele verschiedene Zwecke eingesetzt wie natürlich als Gefäße zum Aufbewahren und Transportieren ( Wein- und Holzkiepen), zum Einzäunen von Äckern und Viehweiden, als Fischreusen, als Bienenkörbe und natürlich auch als Möbel.
In den letzten Jahren findet eine deutliche Rückbesinnung auf diese Handwerkstradition statt. Vor allem im Gartenbereich fallen die zunehmenden Angebote an Weidenflechtkursen und die daraus resultierenden Ergebnisse in den Privatgärten auf in Form von Rankgerüsten für Kletterpflanzen als auch einfach als Dekorationsobjekte.
Wenn man die Augen offen hält, entdeckt man auch immer häufiger “lebendige Gartenzäune” aus wachsenden Weidenruten sowie Weidenhütten-und -tunnel als Spielplätze für Kinder.
Das Weidenflechten kann natürlich eine Kunst sein, aber im Grunde genommen ist es ganz einfach und kann von jedem gemacht werden.
Was benötigt man zum Weidenflechten?
- Natürlich benötigt man zum Weidenflechten als allererstes Weidenruten, da diese besonders biegsam und flexibel sind.
Möglich sind auch andere Materialien wie Haselnussruten (Corylus avellana), junge Triebe von Hartriegel (Cornus in Arten und Sorten) und Schneeball (Viburnum in Arten und Sorten), die entlaubten Ranken von Waldrebe (Clematis in Arten und Sorten) und Brombeere (Rubus sectio Rubus) sowie Sauergrasgewächse (Cyperaceae) wie Seegras, Esperato, Schilf und Binse. Bei den Weidenarten eignen sich besonders folgende:
- Korb-Weide (Salix viminalis)
- Silber-Weide (Salix alba)
- Bruch-Weide (Salix fragilis)
- Mandel-Weide (Salix triandra)
Man kann die entsprechenden Ruten entweder als Bündel im Handel kaufen oder sie sich selber schneiden. Dabei ist allerdings zu beachten, dass es nur in der Zeit vom 01. Oktober bis zum 28. Februar erlaubt ist Zweige zu schneiden zum Schutze von Vögeln und anderem Getier, das in der restlichen Zeit Nester baut und Brutpflege betreibt. Da man ja auch die unbelaubten Zweige nutzen möchte, ist dieser Zeitraum günstig gelegen.
Für Flechtarbeiten schneidet man meistens die einjährigen Triebe mit Längen zwischen 70 und 150 cm. Möchte man größere Klettergerüste, Beeteinfassungen, Zaune oder sogar Pavillions bauen, so benötigt man zusätzlich noch einige dickere und längere Ruten, die meistens dann schon von mehrjährigen Trieben geschnitten und als Grundgerüst verwendet werden.
Beim Flechten kann sowohl mit unterschiedlichen Mustern als auch mit verschiedenen Farben gespielt werden, denn die in Frage kommenden Gehölzarten haben unterschiedliche Rindenarten und -farben von gelbgrün über rotbraun bis silbergrau gibt es ein großes Farbspektrum, dass man beim Ernten der Ruten eventuell beachten sollte. Außerdem kann man die Ruten rau mit Rinde oder geschält ohne Rinde verarbeiten. Auch das gibt wieder neue Farbvariationen in dunkel und hell.
Wenn man die Weiden nicht selbst schneiden möchte, so kann man auch im Herbst beim städtischen Gartenbauamt anfragen, ob man sich beim jährlichen Schnittgut bedienen darf. In der Regel haben die nichts dagegen.
Beim selbstschneiden unbedingt scharfe und gute Werkzeuge benutzen, um die Pflanze nicht unnötig zu verletzen. Nach dem Schnitt überflüssige Seitentriebe und Blätter entfernen und in Bündeln trocknen lassen.
Vor der Verarbeitung müssen die Ruten in Wasser eingeweicht werden, damit sie wieder biegsam und flexibel für das Flechten werden. Dieses kann zwischen 10 min und 14 Tage dauern und ist eines der Mysterien des Korbmacherberufs.
- Hat man die Weidenruten, braucht man eventuell eine scharfes und spitzes Messer, eine scharfe Gartenschere und eventuell farblich passendes Bindeband oder Draht sowie möglicherweise etwas zum Vorbohren der Stecklöcher im Boden. Dann kann das eigentliche Flechten beginnen.
Je nachdem was entstehen soll, werden dickere Ruten in der gewünschten Grundform in den Boden oder auch Blumentopf gesteckt. Dabei sollte ca. ein Drittel der Rute zur Verankerung im Boden verschwinden. Möchte man, dass die Weiden anwachsen und lebendig das Geflecht gestalten, so steckt man die Weiden einfach nur mit dem unteren Ende in den Boden. Sollen sie jedoch nicht anwachsen, so steckt man sie entweder verkehrt herum in den Boden, oder man schält das Stück, das sich im Boden befinden wird, damit es nicht Wurzeln bildet.
Man sollte wissen, dass Weiden wirklich sehr austriebfreudig sind und manchmal trotz aller Gegenmaßnahmen Wurzeln bilden.
- Steht die Grundform, so beginnt der wirklich kreative Teil – das Verflechten der Weidenruten miteinander oder das Einflechten von dünneren Ruten zum Stabilisieren und Dekorieren.
Auch dabei ist zunächst einmal nicht viel zu beachten, denn man flechtet die Rute einmal vorne herum und einmal hinterheraum abwechselnd um die Formgebenden Ruten. Kommt man ans Ende der gerade benutzten Rute so führt man die nächste ein Stückchen parallel mit der vorherigen. Dadurch gibt es einen fließenden Übergang.
Damit dieser Übergang recht harmonisch aussieht verwendet beginnt man die neue Rute immer mit dem Teil, mit dem die alte endet. Endet sie also mit dem dünnen Ende, so setzt man die neue Rute auch mit dem dünnen Ende an und andersherum.
Der Kreativität sind beim Flechten keine Grenzen gesetzt. Ich hole mir immer wieder Inspirationen von Abbildungen anderer Objekte. Natürlich kann man auch mit dem Material spielen und einfach mal ein Stück bunten Stoffrest einflechten.
Wenn das Werk vollbracht ist bleibt noch als letzte Überlegung, ob es pur wirken oder noch durch eine Bepflanzung mit einer Kletterpflanze verschönert werden soll.
Für das Beranken von Weidenklettergerüsten bieten sich vor allem einjährige Kletterpflanzen an wie Prunkwinde, Schwarzäugige Susanne, Glockenrebe oder auch Kapuzinerkresse, da diese bedingt durch ihre Lebensdauer nicht zu groß und wuchtig werden.
Mehr Informationen zum Thema Kletterpflanzen und ihre Verwendung können Sie auf folgender Webseite finden: Kletterpflanzen.de
Ist jetzt schon der richtige Zeitpunkt, um ans Anpflanzen von Tomaten zu denken? Klaro! Und man sollte sich auch Gedanken über die richtigen Sorten machen, dann kann man jetzt schon mit der Planung und Arbeit beginnen. Die richtigen Tomatensamen sollte man schon jetzt bestellen, um mit ihnen frühzeitig ins Gartenjahr zu starten.
Beim Anbau im Freien, sprich außerhalb des Gewächshauses, ist ein wichtiger Faktor für die richtige Tomatensorte ihre Resistenz gegen die Kraut- und Braunfäule. Dies ist eine Pilzerkrankung, die einem schon mal das ganze Tomatenfeld abspenstig machen kann. Dass man da nicht mit der chemischen Keule ran will ist selbstverständlich. Schließlich könnte man sich da gleich die importierten Tomaten im Discounter kaufen.
Somit empfiehlt es sich, robuste Tomatensorten zu kaufen und zu säen.

Wildtomaten sind eine sehr gute Wahl, sie sind nicht überzüchtet und so grundsätzlich besser an naturnahes Leben gewohnt. Vielen Menschen, die Supermarkttomaten gewöhnt sind, sind diese Tomaten allerdings zu klein, der Geschmack überzeugt dann aber letztlich fast jeden, mit den Wasserbomben aus dem Billigregal sind sie nicht zu vergleichen. Diese Tomaten wachsen eher bodennah, müssen auch nicht am Spalier hochgezogen werden, etwas auseinanderbinden sollte man sie aber schon.
Grundsätzlich sind Cocktailtomaten, sprich kleinfrüchtige Tomaten, die widerstandsfähigeren Sorten, große Tomaten sind eher anfällig für Pilzerkrankungen. Ein anderer Faktor für Tomatensorten, die gegen die Kraut- und Braunfäule ankommen, ist frühes Reifen. Sorten, die früher ihre Reife erlangen, entkommen der „Hochzeit“ der Pilzsporen durch frühe Ernte. Das Problem ist dann halt, dass man im Sommer auf dem Trockenen sitzt. Noch ein Tipp: Tomaten möglichst weit von Kartoffeln entfernt pflanzen, denn diese sind anfällig für den gleichen Pilz und so steckt man sich unter Umständen die ganze heimische Brut an.
Und für ganz ambitionierte Gärtner gibt es noch das Tomatengewächshaus, was in den meisten Fällen aber durch einen einfachen Folienschlauch ersetzt werden kann.
Gotthilf Rausch am 15. Januar 2010 in Jahreszeiten, Pflanzenzucht
Die Katzenminze (Nepeta in Sorten und Arten) gehört mit ihren ca. 250 Arten zur Familie der Lippenblütler (Lamiaceae).
Die meisten Arten sind mehrjährige, krautige Pflanzen, die eine Höhe von 20 bis 150 cm erreichen. Es gibt aber auch vereinzelt Halbsträucher und einjährige Arten. Die Wuchsform ist breit halbkugelförmig bis aufrecht buschig, einige Arten werden auch sehr ausladend und fallen auseinander.
An folgenden Merkmalen läßt sich Nepeta ganz einfach erkenne:
- vierkantiger Stengel, der sehr oft behaart ist. Leider gibt es natürlich auch Exemplare mit kahlem Stengel.
- die Blattstellung ist bei allen Arten kreuzgegenständig (dekussiert). Häufig sind die Blattränder gekerbt, gezähnt oder gewellt sowie behaart.
- charakteristisch sind die kleinen blaulila Blüten, die in Scheinquirlen stehen wie es für die Familie der Lippenblütler typisch ist. Natürlich findet man deswegen auch die auffallenden fünfzähligen Lippenblütler-Blüten. Mittlerweile gibt es auch weiße, rosafarbene und gelbe Arten der Katzenminze
Standortansprüche:
Die meisten Arten der Katzenminze bevorzugen eher trockene und sonnige Standorte mit durchlässigen, kalkarmen Böden. Es gibt jedoch auch ein paar Arten, die frische bis feuchte Böden und halbschattige Standorte bevorzugen und sich gut als Unterpflanzung von lichten Gehölzen und Sträuchern eignen.
Welche Art nun welchen Standort bevorzugt, läßt sich wunderbar am äußeren Erscheinungsbild ihrer Laubblätter ablesen: Je schmaler, kleiner und behaarter die Blätter sind desto mehr Sonne verträgt die Pflanze. Die Blattfarbe wird dann wohl auch eher zu einem dumpgen graugrün tendieren. Dies sind alles Schutzmaßnahmen gegen starke Sonnenbestrahlung und die damit verbundene Gefahr der Verbrennung und übermäßigen Verdunstung von Wasser.
Nepeta-Arten mit größeren, unbehaarten Blättern mit leuchtender Färbung deuten auf einen höheren Wasserbedarf hin. Diese Pflanzen vertragen dann keine direkte Sonneneinstrahlung, sondern eben feuchte, halbschattige Standorte.
Besonderheiten und Verwendung:
- Katzenminze gehört zu den ältesten heimischen Heilpflanzen in unseren Breiten. Schon im 1. Jahrhundert n.Chr. wird sie namendlich erwähnt. Genutz werden können grundsätzlich alle Bestandteile der Pflanze. Üblicherweise verwendet man aber nur die Blätter, die über viel ätherisches Öl verfügen und ein kampferartiges Poleiminze-Thymian-Aroma verströmen. Katzenminze wirkt kühlend und astringierend. Sie wird innerlich als Tee eingenommen bei Fieber und Grippe sowie bei Schlafstörungen in Kombination mit Melisse und Baldrian als auch bei Herzklopfen und Reizbarkeit.
Desweiteren wirkt sie harntreibend und krampflösend, weswegen sie auch bei nervösen Verdauungsstörungen, Durchfall, Magenverstimmungen, Koliken und Menstruationsbeschwerden zum Einsatz kommt.
- Am bekanntesten ist sicherlich die Wirkung von Katzenminze auf Katzen, der sie sicherlich auch ihren Namen verdankt.
Nepeta enthält den Wirkstoff Actinidin, der auf Katzen äußerst belebend und anregend wirkt. Dieses führt dazu, dass so manch eine Katze sich äußerst merkwürdig benimmt und die Katzenminze nicht überlebt. Wie verrückt wälzen und reiben sich die Katzen am und im Kraut, um die Überreste dann schließlich zu vertilgen. Angeblich soll es Katzen geben, die garnicht auf die Pflanze reagieren, aber meine Katzen haben bisher kein Exemplar überleben lassen. Wenn jemand einen guten Tip hat wie man trotz Katzen Nepeta im Garten zum Wachsen bekommt, wäre ich sehr dankbar.
Tatsächlich wird Katzenspielzeug häufig auch mit getrockneter Katzenminze gefüllt, um es für die Katze interessant zu machen. Das Actinidin ist auch beim Baldrian (Valeriana officinalis) der Grund für die Behauptung, dass Baldrian nachts Katzen singen läßt.
- Das ätherische Öl der Katzenminze wirkt sehr gut als Mücken-Abwehr wie amerikanische Chemiker herausgefunden haben. Auch gegen Pflanzenschädlinge soll es eine gute Wirkung entfalten. Deswegen gilt die Katzenminze selber als sehr widerstandsfähige Pflanze, die selten an Pflanzenschädlingen leidet. Pflanzt man sie in Gesellschaft von Rosen, so soll sie den Blattlausbefall mindern.
- Verpasst man der Katzenminze einen Remontierschnitt nach der ersten Blüte, so blüht sie oft sehr zügig ein zweites Mal, weswegen sie gerne im Garten gesehen ist. Verwendung findet sie dort meistens als Beeteinfassung oder als Steingartenpflanze, da sie wirklich sehr gut Trockenheit überstehen kann. Vereinzelte Sorten eignen sich wie schon zuvor erwähnt als Unterpflanzung von Sträuchern und Gehölzen sowie als Staude für schattige und feuchte Plätze.