September 1st 2009

Der Maiswurzelbohrer – Woher? Wohin?

Von Mittel- über Nordamerika, über den Balkan und schließlich über die Alpen (gern per Flugzeug) ist der Maiswurzelbohrer vor wenigen Jahren in Zentraleuropa angekommen. Gerade im ehemaligen Jugoslawien und in Italien ist er schon verhängnisvoll an der Arbeit. Die EU definiert ihn als Quarantäneschadorganismus, das heißt “shoot on sight” und Eindämmung mit verschärften Mitteln. Seine Larven fressen die Maiswurzeln auf und lassen die Pflanzen umknicken, Ernteausfälle sind die Folge. Gerade in Monokulturen fühlen sich die Maiswurzelbohrer wohl und können sich innerhalb nur eines Jahres zum überwältigenden Todesengel im Maisfeld entwickeln.

Statt sich auf natürliche Methoden zu verlassen, wurden in der Vergangenheit chemische Waffen eingesetzt. Im Jahr 2008 starben beim chemischen Großeinsatz (Saatgutbeize) am Oberrhein abertausende Bienenvölker, dem Bohrer war’s relativ egal, ein typischer Fall von Spatzen und Kanonen (ich hab mich aber ohnehin schon immer gefragt, warum überhaupt jemand Spatzen abschießen will?). Das Bienensterben hatte indirekt natürlich auch seine Auswirkung auf die Obsternte und und und… (Gartenrausch informierte bereits über die wichtige Stellung der Biene im Kreislauf der Natur).

Dabei sind simple ökologische Maßnahmen am effektivsten: Die Fruchtfolge macht der verwöhnten Brut den Garaus, die Schweiz macht’s vor. Wenn aus den im Maisfeld gelegten Eier  die Larven im Weizenfeld schlüpfen verhungern sie aufgrund ihrer verwöhnten Zuckerschnuten. Dummerweise wird Mais nobel von der EU gefördert, Fruchtwechsler sind die Dummen der Subventionsolympiade.

Wenig überraschend sind die Verschwörungstheorien, die rund um den Maiswurzelbohrer gewickelt werden. Er öffne bzw. erweitere den Markt für Pflanzenschutzmittelhersteller, für Agrar-/Chemiekonzerne und Gentechnikfirmen. Steht der Käfer im Dienst der Steigerung der Akzeptanz gentechnikveränderter Pflanzen? Oder ist er einfach nur aus Dummheit und Unachtsamkeit eingeschleppt worden? Business- oder Holzklasse – Das ist die Frage, die zählt.

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Gotthilf Rausch am September 1st 2009 in Schädlingsbekämpfung

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