Dezember 8th 2009

Baum des Jahres 2009 -
der Berg-Ahorn (Acer pseudoplatanus)

Bevor das Jahr 2009 nun fast schon seinen Abschied nimmt, bin ich auch noch als Spätzünder der Nation über unseren Baum dieses Jahres gestolpert:

Berg-Ahorn (Acer pseudoplatanus)

Berg-AhornDieser Baum gehört zu den stattlichsten in unseren Breiten mit einer Höhe von 25 bis 30 m (selten auch bis 40 m) und einer Kronenbreite von 15 bis 20 m. Bis zu 300 Jahre alt kann der ausladenede Berg-Ahorn werden.

Man findet ihn als Straßen- und Alleebaum, in Parkanlagen und in der freien Landschaft. Er wird auch als die “Eiche der höheren Lagen” bezeichnet. Besonders
wohl fühlt er sich an Steilhängen, auf Geröllhalden und in feuchten Tälern. Daher natürlich auch der Name:Berg-Ahorn.
Am auffälligsten ist seine wunderschöne leuchtendgelbe Herbstfärbung, die ganze Landstriche prägt wie beispielsweise da Engtal im Karwendelgebirge, das auf Grund dieses Spektakels viele Touristen jährlich magnetisch anzieht.

Woher kennt man Den Berg-Ahorn noch?

  • Das Holz dieses Baumes gehört zu den Laubedelhölzern und ist äußerst wertvoll. Nicht wegzudenken ist es aus der Instrumentenbau-Branche, in der es als Klangholz in vielen Instrumenten zum Einsatz kommt wie bei Geigen, Lauten, Zittern und bei Fagott und Panflöte. Da es sich sehr gut polieren, beizen und färben läßt, wird der Berg-Ahorn ebenfalls zur Herstellung von Möbeln, Parkett und einfachen Küchengeräten wie Holzlöffeln, etc. verwendet.
  • Auch den Ahornsirup kennt wohl fast jeder. Vor allem alle die, die gerne Pfannkuchen oder Müsli zum Frühstück verzehren. Hauptsächlich wird dieser zwar aus dem nordamerikanischen Zucker-Ahorn (Acer saccharum) gewonnen, man kann aber auch den Berg-Ahorn dafür nutzen. Dieser produziert im Schnitt ca. 50l Saft im Frühjahr, während der Zucker-Ahorn das dreifache liefert.
  • Das Laub wird wegen des hohen Stickstoffgehaltes zum Teil noch bis heute als Viehfutter verwendet.



Wer bestimmt den “Baum des Jahres”?
Das erste Mal wurde 1989 ein “Baum des Jahres” ausgewählt. Entstanden ist die Idee dazu in Wahlstedt in Schleswig-Holstein. Der Vorsitzende des Umweltschutzvereins Wahlstedt Dr. Silvius Wodarz war derjenige, der im Namen des Vereins die Stieleiche zum Baum des Jahres 1989 ausgerufen hat. Seitdem ist dieser Begriff zu einer feststehenden Institution in Deutschland geworden mit dem Zweck jedes Jahr einen heimischen Baum auszuwählen und ihn dadurch vermehrt ins Bewußtsein der Bevölkerung zu bringen.

Mittlerweile trifft die jährliche Wahl eine Kommission mit dem Namen: “Kuratorium Baum des Jahres” in Berlin bestehend aus Angehörigen der Natur- und Umweltschutzverbände nach folgenden Kriterien:

  • In Frage kommen Bäume, die vom Aussterben bedroht sind (z.B.Speierling), eine besondere ökologische Bedeutung haben wie die Hainbuche oder die symbolisch für einen gefährdeten Lebensraum stehen können wie beispielsweise die Silberweide oder Schwarzerle für den Auwald. Möglich sind auch Bäume, die in heutiger Zeit aus unseren Wirtschaftswäldern verdrängt worden sind wie die Esche, um auch sie wieder mehr ins Bewußtsein zu bringen.
  • Es muß sich bei der Auswahl um eine heimisches Gehölz handeln.



Folgende Bäume wurden seit 1989 zum “Baum des Jahres” gekürt:

Jahr Baumart Botanischer Name
2010 Vogel-Kirsche Prunus avium
2009 Berg-Ahorn Acer pseudoplatanus
2008 Walnuss Juglans regia
2007 Wald-Kiefer Pinus sylvestris
2006 Schwarz-Pappel Populus nigra
2005 Rosskastanie Aesculus hippocastanum
2004 Weiß-Tanne Abies alba
2003 Schwarz-Erle Alnus glutinosa
2002 Wacholder Juniperus communis
2001 Esche Fraxinus excelsior
2000 Sand-Birke Betula pendula
1999 Silber-Weide Salix alba
1998 Wild-Birne Pyrus communis
1997 Eberesche Sorbus aucuparia
1996 Hainbuche Carpinus betulus
1995 Spitz-Ahorn Acer platanoides
1994 Eibe Taxus baccata
1993 Speierling Sorbus domestica
1992 Berg-Ulme Ulmus glabra
1991 Sommer-Linde Tillia platyphyllos
1990 Buche Fagus sylvatica
1989 Stiel-Eiche Quercus robur


GinkoTatsächlich gibt es auch einen Baum des Jahrtausends: Der Ginko (Ginko biloba).

Wie ich finde einer der eindrucksvollsten Bäume überhaupt. Jeder hat vermutlich schon einmal Bilder von seinen Blättern gesehen. Botanisch gesehen gehört der Ginko jedoch garnicht zu den Laubbäumen, sondern zu den Nadelgehölzen. Verwandte des Ginkos, die der heutigen Art sehr ähnlich waren, bewuchsen schon im Zeitalter des Jura ( also vor knapp 200 Millionen Jahren) die Erde. Es handelt sich demnach um einen sehr robusten und starken Baum. Es heißt sogar, dass ein Ginko den Atombombenangriff auf Hiroshima überlebte. Diese Art wurde also zu Recht zum Baum des Jahrhunderts gewählt mit solch starkem Symbolcharakter.

Es gibt eine sehr ausführliche Webseite zu diesem Thema, der ich auch ausnahmsweise mal die Bilder in diesem Artikel entliehen habe.
Wer Informationen sucht zum Thema Baum des Jahres oder ganz allgemein zu heimischen Gehölzen, der findet hier reichhaltiges Material. Außerdem werden eine Menge Anregungen gegeben zu Projekten rund um den Baum. Sie können direkt über diesen Link dorthin gelangen: Baum des Jahres.de

Der Baum des Jahres 2010 – Die Vogel-Kirsche (Prunus avium)

Die Vogel-Kirsche ist sozusagen die Mutter unserer Kultur-Kirschbäume und daher auch als Wild-Kirsche bekannt.

Zweifellos ist sie einer der schönsten Bäume, da sie zu jeder Jahreszeit besondere Reize bereithält, die das Auge erfreuen.
Man findet sie an Waldrändern, in der freien Landschaft und in Parkanlagen und erkennt sie spätestens im April an ihrer ungeheuerlichen weißen Blütenpracht. Nicht umsonst hat die Kirschblüte bei den Japanern so einen hohen Stellenwert, dass sie zum traditionellen Kirschblütenfest Hanami einen Feiertag bekommen. Man kann diese Bäume während der Blüte wirklich nicht übersehen, wird man doch fast geblendet von soviel weißer Strahlenkraft.

Im Sommer folgen die leuchtenden, wohlschmeckenden Kirschen in rot bis schwarzrot, an denen sicherlich keiner vorbeigeht und der Herbst bringt eine eindrucksvolle leuchtende Herbstfärbung der Blätter mit sich.

Was hat die Vogel-Kirsche noch zu bieten?

  • Das Holz der Vogel-Kirsche ist sehr wertvoll und wird sehr gerne zur Möbelherstellung verwendet. Man erkennt esleicht, da es über einen rötlich-braunen dunkleren Kern und hellerem Splintholz besteht. Viele Biedermeier-Möbel wurden aus diesem Holz gemacht. Auch im Musikinstrumentenbau findet sie anklang, da dieses Holz gut gedrechselt werden kann und wunderschöne auffällige Flöten daraus entstehen.
  • Das man aus Kirschen allerlei kulinarische Köstlichkeiten produzieren kann muss wohl nicht weiter erwähnt werden, denn jeder kennt sie in Torten, Marmeladen, Alkoholischen Getränken und vielem mehr.
  • Die Vogel-Kirsche ist wichtig als Bienenweide und als Vogelnährgehölz
  • Sogar die Kirschkerne finden nützliche Verwendung. Gereinigt und getrocknet füllen sie sogenannte Kirschkernkissen, die ein unglaublich guter Ersatz für die herkömmliche Wärmflasche sind. Die Kerne speichern aufgewärmt in Ofen oder Mikrowelle ganz ausgezeichnet die Wärme.
    Zuletzt noch erwähnenswert der Rekord im Kirschkernweitspucken, der angeblich bei 21,71 m liegen soll.


1 Kommentar »

Berta Rausch am Dezember 8th 2009 in Allgemein, Fauna & Flora, Interessante Gartenseiten

1 Kommentar zu “Baum des Jahres 2009 -
der Berg-Ahorn (Acer pseudoplatanus)”

  1. Kobold 140 schrieb am 22 Nov 2010 um 09:38 #

    Ich muss ja immer wieder ein bisschen schmuntzeln, wenn ich so lese, was es denn für wasauchimmer des Jahres gibt. Hat die Vogel-Kirsche was davon ;) . Glaube ja nicht. Der Artikel ist aber sehr gut, Wusste gar nicht das die Idee aus meiner alten Heimat Schleswig-Holstein kommt. Man lernt eben nie aus.

Trackback URI | Comments RSS

Kommentar schreiben