Monatsarchiv für August 2009

Verwendung heimischer Gewächse als Heilkräuter

Seitdem der Mensch anfängt Kräuter zu verspeisen, rätselt er auch über die heilende Wirkung von diversen Pflanzen. So sind im Laufe der Jahrmillionen Wissensansammlungen entstanden, welche der modernen chemischen Medizin im Punkt Erdentreuheit und kosmischer Heilungsentfaltung weit voraus sind. Besonders hoch geschätzt ist die Heilkunst und das Heilwissen der Indianer. Ihre Medizinmänner tragen ihr allumfassendes Kräuterwissen von Generation zu Generation weiter und verfeinern ihre Tinkturen und Rezepte stets und multiplizieren die Wirkung von ihnen. So gibt es gegen jede Art von Beschwerde ein passendes Gegenmittel aus der Apotheke von Mutter Natur. Wenig beachtet wird dies von westlichen Zivilisationen, welche sich zum großen Teil der modernen Medizin verschrieben hat. Hier wird das Heilwesen der Indianer als Humbug oder Voodoo bezeichnet.

Nun, nach dieser kleinen Einführung ein Blick in unsere Deutschen Gärten. Wir finden dort auch unter alltäglichen Nutzpflanzen und Unkraut eine beachtliche Anzahl von wirkstoffbeinhaltenden Pflanzen. Zum Beispiel die Brennnessel (auch in Verbindung mit dem Wermut Maitrunk nach Hildegard von Bingen) : Sie gilt in der indianischen Weltanschauung als universelles Mittel zur Gesundheitserhaltung. Nun ist da schon etwas dran, denn die Brennnessel wirkt blutreinigend und harntreibend. Als Beilage in Salaten, in Tees oder in Gemüsegerichten kann man die Brennnessel sehr gut einbetten und sich auf die heilende Wirkung freuen. Leider hat die Brennnessel einen schlechten Ruf, da sich jeder schon einmal an ihr “verbrannt” hat. Ein gutes Gegenmittel für das Verbrennen ist der Ampfer, der meist in der Nähe der Nesseln wächst. Man zerdrückt ein paar Blätter davon und reibt die betroffenen Stellen mit dem Saft ein.

Als nächstes nehmen wir die Birke unter die Lupe. Der hoch hinaus wachsende Baum eignet sich besonders gut als Heilmittel, wenn es Herbst ist, da der Baum dann mit Ölen gesättigt ist. Das Holz in dünne Scheiben geschnitten. Dann werden mit heißen Steinen die ätherischen Öle aus dem Holz entzogen. Dazumals war dies ein beliebtes Mittel gegen Bronchitis.

Demnächst in loser Folge mehr zu alten Hausmitteln auf Gartenrausch.com.

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Korbinian Rausch am 31. August 2009 in Fauna & Flora, Heilpflanzen

Neue Hoffnung für die Honigbiene?!

Scheinbar ist den Wissenschaftlern der University of Illinois ein Durchbruch gelungen im Kampf gegen das weltweite Bienensterben, das seit 2004 sorgenvoll beobachtet wird. Die Ursache für den Bienenvolk-Kollaps (Colony Collapse Disorder – CCD) scheint eine Störung des Eiweiß-Stoffwechsels zu sein hervorgerrufen von Viren der Familie der Picorna-Viren, die von der Varroa-Milbe übertragen werden. Diese Viren unterbrechen die Eiweiß-Synthese der Honigbienen (Apis mellifera), indem sie die Ribosomen in den Zellen besetzen und dafür verwenden, ihre eigene Vermehrung voran zu treiben, wodurch die eigentliche Arbeit der Ribosomen unterbunden wird.

bienenEine gestörte Eiweißproduktion schwächt die Biene im Allgemeinen. Sie ist dann in der Tat viel anfälliger für Pestizide, Pilzinfektionen, Bakterien oder Mangelernährung. All diese Faktoren wurden schon zuvor als mögliche Ursachen für das Bienensterben vermutet und finden nun ihre berechtigte Begründung.

Fraglich bleibt natürlich weiterhin, ob sich eine Möglichkeit finden läßt, die verantwortlichen Viren zu stoppen? Schließlich weiß jeder spätestens seit AIDS, dass Viren nicht so leicht zu bekämpfen sind.
Aber wie heißt es so schön: Die Hoffnung stirbt zuletzt! Jetzt, wo die Ursache bekannt zu sein scheint, könnte eine Rettung der Rest-Völker wieder möglich werden.

Über die Auswirkungen des Aussterbens der Honigbiene gibt es ja doch einige apokalyptische Prophezeiungen, die weitreichende Auswirkungen auf das menschliche Leben voraussagen.

Kleines Volk mit großer Wirkung

Neben der Honigproduktion sind Honigbienen für das Bestäuben von vielen Pflanzen zuständigen. Auf der Nordhalbkugel gehören dazu etwa 100 Obst- und Gemüsepflanzen wie Sojabohnen, Spargel, Broccoli, Sellerie, Kürbisse und Gurken sowie Zitrusfrüchte, Pfirsiche, Kiwis, Avocados, Nüsse, Äpfel, Kirschen, Blau- und Erdbeeren und diverse Melonensorten. Kurzum einem Großteil unserer Nahrungspflanzen.

Das Aussterben der Bienen könnte als Folge eine deutliche Verminderung unseres Nahrungsmittelangebots mit sich bringen, denn ohne Bestäubung keine Vermehrung der Pflanzen mehr. Dies betrifft schließlich auch Pflanzen, die nicht direkt in der menschlichen Nahrung vorhanden sind, aber indirekt in der Nahrungskette ihre Aufgabe erfüllen wie beispielsweise solche, die zur Ernährung von Rindern, anderen Huftieren oder Geflügel dienen.

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Berta Rausch am 26. August 2009 in Allgemein, Ernte, Fauna & Flora, Pflanzenzucht

Rucola-Notstand im Supermarkt-Regal?
… dagegen ist ein Kraut gewachsen!

rucolaNachdem letzte Woche im abgepackten Rucola (Eruca sativa), auch bekannt als Rauke oder Garten-Senfrauke, aus den Supermärkten Plus und Netto Blätter des Gewöhnlichen Greiskrauts (Senecio vulgaris) oder auch Jakobskreuzkraut entdeckt wurden, welche für den Menschen giftig sind, ruft die Nation den Rucola-Notstand aus. Fast alle deutschen Supermärkte haben daraufhin den Rucola vorübergehend aus ihrem Sortiment genommen. So etwas ist natürlich mitten im Hochsommer sehr dramatisch, da Rucola gerade in der heißen Jahreszeit bei den meisten Menschen auf dem Hauptspeiseplan steht.


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Man fragt sich also:

Wie konnte es dazu kommen?

Beide Pflanzen sehen sich tatsächlich sehr ähnlich und besetzen gleiche Standorte, denn beide lieben sandig-lehmige Böden und bevorzugen sonnige, nicht zu trockene, aber nährstoffreiche Plätze. Außerdem sind beide recht durchsetzungsstark in ihrer weltweiten Verbreitung als Kosmopoliten. Das Gewöhnliche Greiskraut gehört zu den typischen Unkräutern und sieht im Jungpflanzenstadium vor der Blüte der Rucola-Pflanze zum verwechseln ähnlich. Es ist daher leicht vorstellbar, dass dieses Unkraut in einem großen Rucola-Feld nicht als solches erkannt wird und so im Rucola-Salat im Supermarkt landet. Tatsächlich ist es deswegen auch vorstellbar, dass diese leberschädigende und krebserregende Pflanze immer einmal in einer Verpackungseinheit vorkommt.

Welche Unterscheidungsmerkmale gibt es zwischen den beiden Pflanzen?

  • Die Blätter des Gewöhnlichen Greiskrauts sind tiefer fiederteilig eingeschnitten und deutlich heller wie die des Rucolas. Leider läßt sich das am deutlichsten erst im direkten Vergleich beider Pflanzen erkennen. Desweiteren sind die Blätter des Greiskrauts behaart und die vom Rucola nicht.
  • Die Blüten können als Unterscheidungsmerkmal verwendet werden, denn die des Rucolas sind hellgelb bis gelb und haben vier Blütenblätter, während das Greiskraut zu den Korbblütlern gehört und deswegen Blütenköpfchen mit vielen Strahlen- und Scheibenblüten bildet, die eher von goldgelber Farbe sind. Leider erntet man die Blätter zum Verzehr jedoch normalerweise vor der Blüte, da sie mit Beginn der Blühphase häufig sehr bitter und scharf im Geschmack werden.


Fazit: Den eigenen Rucola ernten.

Durch das hohe wilde Vorkommen von Rucola in unseren Breiten kann man darauf schließen, dass es sich um eine unkomplizierte Pflanze handelt. Es ist folglich ein leichtes, seinen eigenen Rucola anzubauen und zu ernten. Wer so und so schon über ein Gemüsebeet oder gar ein Gewächshaus im eigenen Garten verfügt, der weiß sicherlich, dass Rucola sich bestens eignet als Zwischenkultur. Man kann ihn aber durchaus auch im Balkonkasten oder Blumentopf ansähen. Die Ausbeute ist dann nur leider bedeutend geringer.

Von Anfang April an bis in den September kann Rucola ausgesäht werden. Einfach die Samen ca. 1cm tief in gute durchlässige Erde stecken, reichlich angießen und feucht halten, dann erscheinen nach ein paar Tagen bei warmen Temperaturen schon die ersten Triebe. Geerntet werden die jungen Blätter vor der Blüte.

So kann man sich leicht vor giftigem Greiskraut schützen und muss nicht auf den würzigen Geschmack des Rucolas verzichten.

Zu guter Letzt noch eine Bezugsquelle für Rucola Samen (Magic Garden Seeds).

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Berta Rausch am 18. August 2009 in Allgemein, Giftige Pflanzen

Ferienzeit ist Gartenzeit !!
– …aber keine Zeit für Faulpelze!!!

Für den passionierten Hobby-Gärtner gibt es nichts besseres als den langersehnten Sommerferienbeginn! Endlich Zeit für Gartenarbeit! Diese Species von Menschen wird man nun für einige Wochen  Tag und Nacht in ihrem Garten antreffen, denn dort gibt es jetzt auch viel zu tun.

Alles sprießt und schießt. Das bedeutet auf die Knie und Unkraut jäten, aber auch ein letztes Mal für Nahrung sorgen. Vor allem Gemüse, die viel Blattmasse, Knollen oder Früchte produzieren wie Tomaten, Gurken, Lauch,  Sellerie und Kohlsorten wollen noch gedüngt werden. Wer sein Gemüse biologisch ziehen möchte, kann dieses mit Brennesseljauche tun.

Die Sommerferien sind aber auch die Zeit der Ernte und was kann es Schöneres geben?!

Jeden Tag kann ausgewählt werden, was frisch auf den Tisch kommt. Meistens kann man jedoch garnicht soviel essen wie vorhanden ist und nachwächst. Deswegen lohnt es sich einen Wintervorrat anzulegen. Viele Gemüse und Früchte können gut eingelagert werden wie Äpfel, Kartoffeln, Wurzelgemüse und Kohl. Andere müssen erst haltbar gemacht. Dies ist bei vielem Obst und Gemüse ganz einfach und sehr lecker möglich durch Einkochen, Dörren oder Einfrieren.

Für das Einkochen gibt es verschiedene Möglichkeiten:

  • süße Marmelade einkochen
  • würzige und exotische Chutneys kochen
  • Liköre und Weine ansetzen
  • in Essig oder Salz einlegen
  • als Fruchtsaft konservieren

Dem Kreativem sind in dem Bereich keine Grenzen gesetzt, denn viele Früchte lassen sich wunderbar miteinander kombinieren und beim Einkochen kommen einem immer wieder neue Ideen, die man ausprobieren möchte. Ich persönlich bin dann immer voller Vorfreude auf die kulinarischen Genüsse, die später im Winter auf mich warten.
Über all diese anfallenden Arbeiten ab der Ernte wie das richtige Einlagern von Gemüse und Konservieren gibt es eine sehr informative und ausführliche neue Webseite, auf die ich zu guter Letzt noch hinweisen möchte: www.pflanzen-ueberwintern.de