Monatsarchiv für Juli 2009

Giftige Pflanzen – Vorsicht beim Spaziergang durch Wald und Wiesen

Viele Menschen leiden unter Allergien und reagieren teils sehr empfindlich auf Pflanzensporen, auf Berührung mit Blättern und Stängeln etc. Es gibt aber auch in unseren Breiten viele Pflanzen am Wegesrand, in sumpfigen Gelände, am Feldrand und vielerorten, die für alle Menschen giftig sind und bei Berührung heftige Reaktionen, Verbrennungen gleich, auslösen können.


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Kinder und giftige Pflanzen, Zecken und Co.

Da sollte man vor allem bei Kindern natürlich aufpassen. Bei den Kleinen ist sowieso nicht nur in freier Wildbahn, sondern auch im eigenen Garten geboten, darauf zu achten, dass sie keinen Zugang zu Pflanzen haben, deren Blätter oder gar Beeren (denn sie sind auf jeden Fall Objekt der Begierde) bei Verzehr giftig sind. Alles was Beeren hat oder auch nur so ähnlich aussieht, und nicht definitiv genießbar ist, ist in einem Haushalt mit kleinen Kindern tabu. Auch dann sollte man aber nicht darauf verzichten, die Kinder frühzeitig und wiederholt darüber aufzuklären, dass sie evtl. in anderen Gärten oder öffentlichen Räumen auf entsprechende Beeren stoßen könnten, regelmäßige aufmerksame Spaziergänge sind sinnvoll.

Lange Kleidung beim Spielen im Gras ist anzuraten, so kann man großflächigen Reizungen etwas vorbeugen. Das ist ohnehin auch bezüglich der Zeckengefahr, gerade in Süd- und Ostdeutschland, eine gute Idee. Auch das Baden oder Duschen nach dem Ausflug in die Natur (oder dem intensiven Spielen mit Katzen, Hunden und anderen Haustieren, die wahre Schleudern von Untieren wie Zecken, Flöhen etc sind) ist sinnvoll, um etwaige Parasiten abzuspülen bevor sie sich festbeißen – gerade Zecken krabbeln oft sehr lange am Körper, bis sie sich für eine Stelle entscheiden.

Giftige Pflanzen allgemein

Man sollte nicht meinen, wieviele Pflanzen schon bei Berührung zu Verletzungen führen können. Die Giftzentralen geben auch im Internet ausführlich Auskunft über gefährliche Pflanzen. Für den eigenen Garten kann man auch die Gärtnerei zu Rate ziehen, die wissen für gewöhnlich, welche Pflanzen man sich nach Hause holen kann (insbesondere, wenn man Kinder oder Haustiere hat, die nicht verstehen, dass sie sich vor etwaigen schmucken, aber schädlichen, Pflanzen fernhalten sollten).

Einige Beispiele:

  • Die Thuja, der vor allem für Heckenbepflanzungen beliebte Lebensbaum, sollte nur mit Handschuhen geschnitten werden, da er Hautrötungen hervorruft. Vielen Gartenliebhabern ist dieses recht phantasielose Gewächs aber ohnehin ein Dorn im Auge;-) Aber auch der immergrüne Buchsbaum ist kein harmloser Geselle.
  • Der Riesen-Bärenklau, eine locker über einen Meter hoch wachsende Pflanze mit charakteristischem Schirm aus Doldenblüten und dickem Stiel, ist in der Wildbahn regelmäßig anzutreffen und übt auf Kinder mit seinem harten Stiel eine gefährliche Faszination aus. Vor allem in Verbindung mit Sonneneinstrahlung zieht man sich so leicht schwere Verbrennungen zu. Auch die Herkulesstaude ist eine “photoxische” Pflanze, d.h. sie hinterlässt auf der Haut ein Gift, das in Verbindung mit UV-Strahlung zu Verbrennungen führt und sogar krebserregend ist.
  • Wilde Farne: Auch diese führen zu Hautreizungen, meist fühlt man schon kurz nach Kontakt einen brennnesselähnlichen Effekt.
  • Giftefeu: Da sagt’s schon der Name: Finger weg

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Gotthilf Rausch am 24. Juli 2009 in Giftige Pflanzen

Im Garten starten die Pilze dieses Jahr zum Großangriff

Bedingt durch die ungewöhnlich vielen und starken Regenfälle in diesem Frühsommer kombiniert mit den angenehmen, warmen Temperaturen ensteht vielerorts in Deutschland schon seit einigen Wochen ein feucht-warmes Klima. Ideale Vorraussetzungen für das Wachsen und Gedeihen von üppigen Pilzkulturen. Dies mag paradiesische Ernten für den passionierten Pilze-Sammler versprechen – dem Hobbygärtner beschert es jedoch das große Fürchten vor dem Großangriff der Pilzkulturen im Garten


sommerblumen
Sommerblume

Welche Gefahren drohen also bei dieser Witterung?

Man sollte seine Feinde kennen, um dann strategisch korrekt reagieren zu können und um im Endeffekt zu den richtigen Waffen zu greifen.



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Daher nun eine kurze Auflistung, der Plagen, die dieses Klima lieben:

  1. Die Kraut- und Knollenfäule beziehungsweise Braunfäule befällt in erster Linie Kartoffeln und Tomaten. Der unterschiedliche Name bezieht sich dann jeweils auf das Schadbild, das dieser Pilz (Phytophthora infestans) jeweils hervorruft. Bei Tomaten zeigen sich zunächst braune Flecken auf dem Laub. Infolge dessen rollen sich die Blätter ein, trocknen und sterben ab. Auch die Stengel und Früchte werden infiziert. Tomaten erhalten zunächst gelbe Flecken, die sich später braun färben, einsinken und meistens noch an der Pflanze zu faulen anfangen. Spätstens jedoch ein paar Tage nach der Ernte.Das Schadbild bei Kartoffeln ist ähnlich: Die Blattränder färben sich braun und beginnen zu faulen. Das Blatt trocknet bei größerer Ausbreitung und stirbt ab. Ähnliches ist an den Stengln zu beobachten. Auch die Knollen werden angegriffen und entwickeln dadurch eingesunkene, bleigraue Flecken, unter denen sich das Speichergewebe rötlichbraun verfärbt. Diese trockenen Stellen sind hervorragende Eintrittspforten für weitere Fäulniserreger, die der Kartoffel dann entgültig den garaus bereiten.
  2. Grauschimmelpilze erkennt man sehr deutlich an dem grauen Schimmel auf Blättern und auch anderen Pflanzenteilen. Er schädigt vor allem Erdbeeren, Trauben, Tomaten,Gurken, Salat und Bohnen. Ursache für dieses unschöne Erscheinungsbild ist der Botrytis-Pilz, der bei entsprechenden klimatischen Bedingungen die Schwachstellen der Pflanzen belagert und sich dort ausbreitet.
  3. Echter- und Falscher Mehltau geht nicht auf einen Pilz zurück, sondern auf unterschiedliche jeweils auf einzelne Pflanzen spezialisierte Pilze, die allerdings ein ähnliches Schadbild hervorrufen. Echter Mehltau überzieht die Blattoberseiten und auch andere Pflanzenteile mit einem weißen Belag. Er ist der Pilz, der sich eher bei schöner Wetterlage ausbreitet. Dahingegen ist der Falsche Mehltau der Pilzbefall, der vor allem bei feucht-warmem Klima auftritt. Diese Pilze befallen eher die Blattunterseiten mit weißem Belag und rufen auf den Blattoberseiten gelblich, bräunlich oder auch rötlich verfärbte Flecken hervor. Insgesamt schädigt der Falsche Mehltau die Pflanzen nachhaltiger.

Welche Maßnahmen kann man gegen Pilzbefall ergreifen?

Grundsätzlich sind einige wichtige Richtlinien für einen gesunden Garten zu beachten, um den Pflanzen möglichst optimale Lebensbedingungen zu schaffen. Ein gesunder und kräftiger Pflanzenbestand bietet wenig Angriffsfläche für Pilze. Dieses läßt sich erreichen durch die Beachtung der Boden- und Klimaverhältnisse. Nicht jede Pflanze kann überall gut leben. Einige vertragen keinen Wind, andere keine lange Trockenperiode, etc.. Sowohl Nährstoffmangel wie auch -überschuss schwächen eine Pflanze genauso wie Umweltschadstoffe in Luft, Wasser und Boden. Diese Faktoren lassen sich leider häufig nicht so einfach beeinflussen. Genauso wichtig sind aber richtige Pflanzabstände, richtiges gießen und düngen, Einsatz von Mischkulturen und immer wieder der Versuch, ein ökologisches Gleichgewicht im Garten herzustellen und zu erhalten.

Speziell bei Pilzbefall gilt es möglichst alle befallenen Pflanzenteile zu entfernen und zu vernichten. Wenn möglich resistentes Saatgut verwenden. Beim Gießen darauf achten, nicht von oben auf die Pflanze zu gießen, sondern ganz gezielt im Wurzelbereich. Zu viel Stickstoffdüngung vermeiden.

Ergänzend gibt es natürlich die ein oder anderen biologischen Mittel, die man sowohl vorbeugend zur Pflanzenstärkung als auch im Notfall zur Bekämpfung von Pilzbefall einsetzen kann:

  • Zur Pflanzenstärkung regelmäßig mit Schachtelhalmbrühe oder Knoblauchtee spritzen. Die Blätter mit Steinmehl bestäuben. Blattstärkende Mittel spritzen wie beispielsweise Brennessel-Brühe oder Algen-Extrakte.
  • Bei Kraut- und Braunfäule möglichst Kartoffeln und Tomaten so weit wie möglich von einander entfernt Pflanzen, da der Wind die Pilzsporen von den Kartoffeln zu den Tomaten trägt und diese dadurch infiziert. Tomaten unbedingt vor Nässe von oben schützen durch Überdachung oder Anpflanzung im Gewächshaus statt im Freiland. Vorbeugend regelmäßig mit Magermilch besprühen sowie bei Befall mit Schachtelhalmbrühe oder Knoblauchtee. Wichtigste Maßnahme: Alle befallenen Pflanzenteile vernichten! Gleiches gilt für Kartoffeln
  • Gegen Grauschimmel helfen die allgemeinen Empfehlungen. Unbedingt zu beachten sind die richtigen Standorte für die Pflanzen sowie gute Belüftung.
  • Auch bei Echtem- und Falschem Mehltau gelten die zuvor genannten allgemeinen Empfehlungen. Außerdem gibt es von der Firma Schacht ein neues Sortiment an biologischen Spritzmitteln, das sehr zu empfehlen ist.

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All die Pflanzenbrühen und -jauchen lassen sich hervorragend selber herstellen, indem man die entsprechenden Pflanzen dafür sammelt und sie jeweils mit Wasser ansetzt oder überbrüht. Wer keinen Zugang zum Sammeln oder gar Selberherstellen hat, dem seien die beiden Firmen Schacht und Ludwig Engelhart genannt, die über ein sehr umfangreiches Sortiment an Kräutern und fertigen Lösungen verfügen. Sehr zu empfehlen ist z.B. der Ackerschachtelhalm Extrakt weiterlesen »

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Berta Rausch am 14. Juli 2009 in Gartenarbeit, Schädlingsbekämpfung

Immerfeuchtes Wetter

Viel Regen, einigermaßen warm, regelmäßige sonnige Phasen, wieder viel Regen und nochmal Regen. Nach längeren Trockenperioden freut man sich, dass Natur und Mensch die längst benötigte Erfrischung erhalten. Im Spätsommer und Herbst würde man unbetrübt sagen: Ideales Pilzwetter. Tatsächlich kann man zur Zeit auch groteske Riesenpilze sammeln, dem Rest des Gemüsegartens bereitet der verregnete Sommer allerdings einige Probleme.

Die Natur explodiert und zerreist sich dabei buchstäblich selbst. Die Kirschen hat es vom Baum geprügelt, Tomaten platzen, Rasen und Unkraut wuchern wie nie. Gemüse und Zierpflanzen haben mit Schimmelbefall und Schädlingen zu kämpfen. Bakterien und Schnecken vermehren sich wie wild.

Auf die Mückenplage, sobald es mal eine Woche lang warm ist, kann man sich jetzt schon mal gefasst machen, jeder Tümpel und Sumpf wartet buchstäblich nur darauf, einen mit Larven zu beglücken. Es steht also noch einiges in den Startlöchern für Mensch und Natur.

Mindestens einen Vorteil hatte das Wetter der letzen Monate allerdings: Das feuchte und kühle Wetter vermindert die Vermehrung der Borkenkäfer. Die im letzten Jahr stark mitgenommenen Wälder dürfen sich also auf Erholung freuen. Während im warmen April 2009 noch ideale Vermehrungsbedingungen Schlimmes befürchten ließen (d.h. frühzeitiges Verlassen der Winterquartiere und Beginn der Fortpflanzung bei den Borkenkäfern) haben die vergangenen kühleren, feuchten Wochen wohl erstmal einen Strich durch die Buchdruckerrechnung gemacht.

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Gotthilf Rausch am 10. Juli 2009 in Wetter

Willkommen auf unserem Garten-Blog

Willkommen auf www.gartenrausch.com, dem Blog zur Lage der Gartennation. Hier wird gebloggt zu den Themen Garten, Pflanzenzucht, Selbstversorgung und Gewächshaustechnik. Aktuelle Großwetterlagen und Schädlingswarnungen, Links zu interessanten Seiten mit Informationen für den passionierten Gärtner. Weiterführende Tipps zu den Themen Pflanzenpflege, -veredelung und -verarbeitung und was uns im heimischen Grün sonst noch so bewegt, politische und gesellschaftliche Themen, Familie und Hobbys. Berta, Gotthilf und Korbinian halten Sie auf dem Laufenden.

Wenn es nicht wächst, liegt es jedenfalls nicht an uns.

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Gotthilf Rausch am 10. Juli 2009 in Allgemein