Herbstzeit – Laubzeit

Oktober 6th 2016

Einen besonders schönen und bei Naturfreunden beliebten Anblick geben im Herbst die in den unterschiedlichsten gelb-, braun- und rottönen verfärbten Blätter, die unter den Bäumen sich zu Haufen ansammeln. Schon tauscht Meister Nachbar seinen Rasenmäher gegen den Laubbläser und hat so auch bis weit in den November hinein Gelegenheit seine Zeitgenossen zu nachtschlaffenden Zeiten effizient aus den Betten zu reissen.

Was unser so beliebter Nahwohner bei dieser Gelegenheit so hingebungsvoll durch die Landschaft pustet, erfüllt für den sachkundigen Gärtner und Pflanzenfreund jedoch einen wichtigen Zweck: Herabgefallenes Laub wärmt empfindliche Pflanzen während der kalten Jahreszeit, schafft eine gesunde Nährstoffgrundlage durch Verrottung und bietet zudem vielen Nützlingen Schutz vor Wind und Wetter.


garten laub und herbst

Hier macht Laub Sinn:

  • Unter Büschen und Bäumen schützt altes Laub das Wurzelwerk vor Kälte.
  • Auch auf im Sommer genutzten Blumen- oder Gemüsebeeten hilft dieser Kälteschutz, zudem schafft< der Verrottungsprozeß Humus, der im nächsten Jahr den Pflanzen zugute kommt.
  • An Zufluchtsorten von erwünschten Gartenbewohner – so zum Beispiel am Brennholzstapel unter denen gerne Igel überwintern.

Was man besser bleiben läßt …

  • Generell: kein krankes Laub (z.B von pilzbefallenen Bäumen) verwenden. Dies fördert nur die Übertragung auf andere Pflanzen.
  • Kein Laub auf dem Rasen lassen. Dieser braucht Licht und wird durch einen Mangel gelb, unansehnlich und stirbt ab.
  • Schon mal an einem feuchten Tag und Laubbelag auf dem Radweg gefahren? Die Überlebenden sind sich einig: Kein Laub auf Fahrbahnen oder dem Fußweg…
  • … was aber lange noch kein Grund ist, seiner Umwelt mit einem Laubbläser auf die Nerven zu gehen. Diese Dinger sind exorbitant laut, geradezu wahnwitzig in Hinblick
    auf den Energieverbrauch und einfach nur idiotisch. Ein Besen tut es auch!

Keine Kommentare »

Gotthilf Rausch am Oktober 6th 2016 in Gartenarbeit

Pflanzen winterfest machen

September 29th 2016

Spätestens wenn der jährlich einsetzende erste Frost das endgültige Ende des Gartenjahres einläutet, stellt sich für Gärtner die Frage wie die mehrjährigen Lieblinge über den Winter zu bringen sind. Bei nicht heimischen Zier- oder Nutzgewächsen genügen oftmals schon geringe Fröste um die Pflanzen irreversible zu schädigen. Dies betrifft Blumen, manche Sträucher und Kräuterpflanzen gleichermassen. Pauschal ist dies jedoch nicht zu sagen, manche südeuropäischen Kübelpflanzen haben mit leichten bis mittelschweren Frösten keinerlei Probleme.

Beleuchtung zur Überwinterung

Vor allem Anfänger meinen oft, daß es genügt die Clematis oder den Hibiskus einfach vor niedrigen Temperaturen zu schützen. Dies ist zwar das Hauptanliegen bei der Überwinterung, jedoch sollte auf alle Fälle für ausreichend Beleuchtung (welche Lichtfarbe und wieviel Lumen läßt sich leider nicht generell sagen, dies ist von Gewächs zu Gewächs unterschiedlich) gesorgt werden. Spezielle Liebhabergewächse aus den Tropen (wie z.B Orchideen) benötigen aufwendige Beleuchtungsanlagen, um diese erfolgreich über den Winter zu bringen.
Ganz anders sieht es bei Pflanzen aus, die im Winter ihr Blattwerk verlieren. Hier kann auf Lichtversorgung bzw. Beleuchtung verzichtet werden und trocken und dunkel gelagert werden.

Dämmung der Wurzeln

Bei Pflanzen, die zwar mit zusätzliche Wärme versorgt werden müssen, bei denen aber die Versorgung mit zumindest Sonnenlicht unumgänglich ist, werden zumeist am Wurzelwerk mit Jutefasen oder Leinstoff gedämmt. Am besten sorgt man für ein bischen zusätzlicher organischer Dämmung mit Laub oder Moosen. Auf Kunststoffe wie Folien sollte in der Regel besser verzichtet werden, vor allem dann wenn diese die Sauerstoffzufuhr komplett abriegeln.

Regelmäßig auf Schädlingsbefall prüfen

Neben dem Selbstverständlichen Gießen sollten die winterfest gemachten Pflanzen natürlich auch in regelmäßigen Abständen auf
Schädlingsbefall hin geprüft werden. Besonders Milben machen in den Wintermonaten den Pflanzen schwer zu schaffen und sorgen für so manche Infektionen an Pflanzen und Stauden.

Keine Kommentare »

Gotthilf Rausch am September 29th 2016 in Jahreszeiten, Pflanzenzucht, Wetter

Schwendtage – von der Haselnuss und alten Römern.

September 15th 2016

Schon mal etwas von den Schwendtagen gehört? Der Begriff bedeutet zusammengefasst soviel wie „verlorenen, verschwendeter Tag“. An solchen Tagen – das wußten schon die Römer (die Alten, nicht die Angestellten im Frankfurter Rathaus) – läßt man besser alles von Wichtigkeit bleiben. Keine Geldgeschäfte, keine Reisen, niemanden heiraten und z.B Operationen besser auf andere Tage verschieben. Sonst geht das angeblich alles schief. Die Öme hatten dafür die netten Begriff „dies atri“ (schwarzer Tag) oder nannten ihn in Ihrer Arroganz auch gerne „ägyptischer Tag“.

Die deutsche Bezeichung Schwendtage kommt hingegen eher aus dem süddeutschen Raum und leitet sich aus dem mittelhochdeutschen Begriff „Swende“ ab, was solche Nettigkeiten wie Vernichtung und Verbannung bedeutet, aber auch – und jetzt wird es für Gärtner interessant – „gerodetes Land“ bedeuten kann.

Schwendtage sind über das ganze Jahr verteilt. Jeder Monat – außer dem Dezember – besitzt eine Handvoll davon. Eine besondere Häufung tritt jedoch im September auf, der eine ganze Reihe dieser Vernichtungstage aufweisen kann.

  • Januar: 2/ 3/ 4/ 18
  • Februar: 3/ 6/ 8/ 16
  • März: 13/ 14/ 15/ 29
  • April: 19
  • Mai: 3/ 10/ 22/ 25
  • Juni: 17/ 30
  • Juli: 19/ 22/ 28
  • August: 1/ 17/ 21/ 22/ 29
  • September: 21/ 22/ 23/ 24/ 25/ 26/ 27/ 28
  • Oktober: 3/ 6/ 11
  • November: 12

schwendtage im garten;
Volksglauben hin, Esoterik her – in den letzten Jahrhunderten haben Landwirte und Landschaftgärtner darauf geschworen, daß Rodungen und Zuschnitte an genau diesen Tage besonders effektiv sein sollen. Klar, in diesem Fall ist es halt ein schwarzer Tag für die betroffenen Bäume und Sträucher. Die Haselnuss z.B zeigt nach einer Kürzung an solchen Tagen deutlich weniger Neigung sofort wieder
loszutreiben und zu entferndendes Wurzelwerk – wer das schon mal gemacht hat, weiß welche Arbeit das ist – läßt sich deutlich leichter aus dem Boden lösen.

Ob da was dran ist? Einbildung oder verborgenes Wissen? Ehrlich gesagt keine Ahnung … in ca. einer Woche kann man das alles ausprobieren.

Keine Kommentare »

Gotthilf Rausch am September 15th 2016 in Brauchtum & Rituale, Fauna & Flora, Gartenarbeit, Jahreszeiten

Hortensien – unkomplizierte, herbe Schönheiten für jeden Garten

April 28th 2014

Die Hortensie (Hydrangea) ist eine sehr weit verbreitete Pflanze in den europäischen Gärten.
Man bezeichnet sie gerne als Blühpflanze, die romantisches Flair im Garten erzeugt.
Tatsächlich fallen Hortensien im breiten Zierpflanzenangebot zunächst garnicht so stark auf, doch lohnt sich die nähere Beschäftigung mit dieser Zierpflanze sehr, da sie den Garten so stimmungsvoll prägt und dabei sehr unkompliziert und pflegeleicht auftritt.

Gartenhortensie pink Hortensien blau
Schneeballhortensie 'Annabelle' Gartenhortensie
Bauernhortensie Hortensie weiß
Kletterhortensie Tellerhortensie

Hortensien gefallen vom Frühling bis in den Winter. Der berühmte Staudengärtner Karl Foerster schrieb beispielsweise über die Hortensie:„Keine Blume stirbt schöner…“.
Tatsächlich kann ich mich garnicht entscheiden, wann mir der Blütenstand am besten gefällt. Letztenendes muss ich Herrn Foerster jedoch Recht geben, denn nichts verzaubert mein Herz mehr wie die vielfältigen vermuschelten Farben der trocknenden Hortensienblüte im Herbst.
Obwohl man mit der Hortensie die großen manchmall mannshohen Blütenhecken in Südengland oder der Bretagne verbindet, stammt diese Pflanze ursprünglich aus dem ostasiatischen Raum.
Nur wenige Arten kommen auch aus Südostasien und Nord- und Südamerika und den Azoren. Insgesamt umfasst die Gattung Hydrangea 70-80 Arten weltweit.
Der ganz überwiegende Teil der Arten wächst als Unterbewuchs in Wäldern.

2 Kommentare »

Gotthilf Rausch am April 28th 2014 in Allgemein, Fauna & Flora, Gartengestaltung

Stauden teilen – Wann, welche und wie ?

Oktober 29th 2012

Stauden gehören zu unseren liebsten Pflanzen im Garten, da sie pflegeleicht und anspruchslos sind und uns trotzdem mit üppiger, abwechslungsreicher und farbenfroher Blütenpracht erfreuen.
Damit diese Fülle an Blüten auch über Jahre immer wiederkehrt, müssen Stauden alle paar Jahre geteilt werden, um sie zu verjüngen und ihre Kräfte zu erhalten.
PfingstroseAns das Teilen einer Staude sollte man immer dann denken, wenn ihre Blütekraft nachlässt, sie von innen her verkahlt oder wenn sie sich so stark ausbreitet, dass sie andere benachbarte Pflanzen überwuchert.
Ein weiterer Grund für die Teilung von Stauden kann selbstverständlich auch der Wunsch nach neuen vermehrten Pflanzen dieser speziellen Art sein.
Wie fast immer gibt es für das teilen von Stauden nicht eine einheitliche Regel, denn nicht alle Stauden müssen regelmäßig zum selben Zeitpunkt geteilt werden.
HerbstasternManche Arten brauchen diese Pflegemaßnahme wirklich regelmäßig alle 3-5 Jahre, andere erst nach 10-15 Jahren, manche brauchen sie garnicht und andere wiederum dürfen nicht geteilt werden. Deswegen finden Sie am Ende des Artikels eine Auflistung der gängigsten Staudenartenarten mit ihren entsprechenden Verjüngungsbedürfnissen.

Allgemeine Faustregeln wann welche Staude geteilt wird

  1. Stauden, die im Frühjahr blühen, werden nach der Blüte im Herbst geteilt, da sie für die Blüte alle Reserven verbrauchen und so genügend Zeit haben, neue anzulegen.
  2. Stauden, die im Sommer und Herbst blühen werden im nächsten Frühjahr vor dem ersten Austrieb geteilt. Dieser Zeitpunkt fällt meistens in den März.
  3. Stauden, die Pfahlwurzeln ausbilden, werden garnicht geteilt.


3 Kommentare »

Gotthilf Rausch am Oktober 29th 2012 in Allgemein, Fauna & Flora, Gartenarbeit, Jahreszeiten

Einfache automatische Bewässerung für das Hochbeet, Balkonbeet & kleine Gemüsebeete im Garten

Februar 29th 2012

Die englische Firma AutoPot hat endlich eine Bewässerungslösung für kleine Gemüsebeete auf den Markt gebracht, deren Technik bestechend einfach und deswegen geradezu genial ist.
AquaBox Spyder Die sogenannte AquaBox benötigt weder Strom, Wasseranschluss, Zeitschaltur noch Pumpe und ist damit sehr wirtschaftlich und ökologisch. Mit einem Mikroschlauch wird die AquaBox einfach an eine Regentonne oder ähnliche Wasserbehälter angeschlossen und damit ist eine automatische Wasserversorgung eines Bereichs von ca. 1 m² Beet bis zu zwei Wochen gewährleistet (natürlich abhängig von der Größe der Regentonne).

Das Herzstück der AquaBox-Bewässerungssysteme ist der Wasserverteiler AquaValve, der in die AquaBox integriert ist. Dieser funktioniert mit Hilfe von zwei Schwimmkörpern wie ein automatisches Wasserventil, das sich immer dann öffnet, wenn das Wasser in der AquaBox verbraucht wurde. Der Wasserbehälter muss mindestens 15 cm höher stehen wie die AquaBox, damit ein ausreichender Wasserdruck entsteht, so dass das Wasser bei geöffnetem Ventil automatisch in die AquaBox fließt. Ist ein Wasserstand von ca. 2 cm Höhe in der AquaBox erreicht, sorgt ein Schwimmkörper für das Verschließen des Ventils und der Zufluss wird unterbrochen.
Je nach Modell sorgen zwei oder zwölf Streifen einer Kapillarmatte für die Verteilung des Wassers in den Boden. Bei der AquaBox „Gerade“ führen zwei solcher Kapillarstreifen seitlich aus der AquaBox heraus und in die Erde hinein. Sie eignet sich daher sehr gut für längliche schmale Reihenbeete.
Die zwölf Kapillarstreifen der AquaBox „Spyder“ führen hingegen wie ein Spinnennetz rundherum aus der AquaBox heraus und unter die Erdoberfläche des Beetes. Aus diesem Grund ist dieses Bewässerungssystem sehr gut für runde und quadratische Beete geeignet.

Diese Kapillarstreifen saugen sich automatisch mit Wasser voll, sobald sie damit in Kontakt kommen und geben es an die umgebende Erde ab. Pflanzen wachsen mit Ihren Wurzeln immer in die Richtung, in der am meisten Wasser zur Verfügung steht. Sie nehmen dort soviel Wasser und Nährstoffe auf wie sie benötigen. Deswegen ist das Bewässerungssystem AquaBox so ideal, denn die Pflanzen regeln die Wasserversorgung nach ihren Bedürfnissen und laufen nicht Gefahr, durch Staunässe geschädigt zu werden. Man spart Wasser, da dieses direkt in den Boden gelangt und nicht so schnell verdunstet und läuft nicht Gefahr zu viel oder zu wenig zu gießen. Das folgende Video veranschaulicht noch einmal bildlich das einfache bewässerungsprinzip der Aquabox:



Mehrere Aquaboxen lassen sich ganz einfach aneinander koppeln, so dass auch größere Beete ganz leicht automatisch bewässert werden können. Ist der angeschlossene Wasservorrat groß genug (mehrere Regentonnen gekoppelt) so hat man auch gleich eine funktionierende und verlässliche Urlaubsbewässerung.
Da auch gleich an passende Filter gedacht wurde, wäre tatsächlich auch die Düngung der Pflanzen über dieses Bewässerungssysteme denkbar. Verschleiß- und Erweiterungsteile wie die Kapillarstreifen, Mikroschläuche, Schlauch-Kupplungen oder Filter werden ebenfalls vom Hersteller bereitgestellt.
Fazit:
Insgesamt ein Produkt, das wirklich sehr gut funktioniert, einfach zu installieren ist und auch ein adäquates Preis-Leistungs-Verhältnis bietet. Die Erweiterbarkeit macht daraus ein sehr flexibles und einfaches Bewässerungssystem, das außer den Anschaffungs- und Instandhaltungskosten keine weiteren kosten verursacht.


AutoPot AquaBoxen können sie online bestellen beim „Mein-Gemüse“-Gartenshop


3 Kommentare »

Gotthilf Rausch am Februar 29th 2012 in Allgemein, Bewässerung, Gartenarbeit, Pflanzenzucht

Gartentrends 2012 – back to the roots !

Januar 19th 2012


Der Trend der letzten Jahr setzt sich fort und wird zu einer Art Volksbewegung und neuer Geisteshaltung. Das Stichwort ist Urban Gardening.

Worum geht es beim Urban Gardening?

Keimzelle dieser Bewegung sind die grossen Moloche dieser Welt. Größstädte, die laut und stinkend sind und dem Menschen eigentlich kaum Platz zum Atmen und Menschsein bieten. Genau an diesen künstlichen Orten, bricht sich das uralte Bedürfnis des Menschen seine Bahn, ein natürliches Wesen zu sein, das die Zeit spüren möchte mit dem wechsel der Jahreszeiten und dem schwinden und wiederkommen des Lichts, das die Erde spüren muss, um gesund und aufrecht durchs Leben zu gehen und das eingebettet sein will in den Kreislauf des Lebens, dem Wachsen und Vergehen.
Aus diesem Grund sprießen an den unwirtlichsten und häßlichsten Orten wie vermülltem Brachland plötzlich Gemeinschaftsgärten aus dem Boden wie die Pilze bei feuchtwarmen Wetter. Aus allem, was man bekommen kann entstehen grüne Oasen inmitten der Stadt. Aus alten Paletten und Plastikkisten entstehen kreative Hochbeete, Kräuter, Obst und Gemüse finden ein neues Zuhause in ausgediehnten Kunststoffsäcken, alten Pet-Verpackungen und das ganze sieht auch noch gut aus.

Prinzessinnengarten Prinzessinnengarten
Prinzessinnengarten Prinzessinnengarten
Prinzessinnengarten Keimzelle
Keimzelle Keimzelle

Die Großstädter – ob klein oder groß, jung oder alt- machen es vor. Sie sind mittlerweile Fachleute für eine gesunde Vielfalt unter den Gemüsesorten, wissen wie richtig kompostiert wird und welche Pflanze gerne welchen Nachbarn haben möchte, damit sie sich auch wohlfühlen kann.
Kurz gesagt: Aus dem „Urban Gardening“ entsteht nun endlich ein Trend für die Gartenkultur im allgemeinen. Auch bei den Menschen, die sich über einen eigenen Garten, Balkon oder Terrasse erfreuen können, findet ein deutliches Umdenken statt. Vorbei sind die Tage der reinen Ziergärten, die zwar wunderschön aussehen, leider aber keinen Nutzwert mehr hatten.
Wer jetzt ‚in‘ sein will, der bepflanzt seine Balkonkästen mit Kräutern, Salat und Erdbeeren. Im Garten wird an den sonnigsten Plätzen wieder Platz geschaffen für den Anbau von Obst und Gemüse. Soll es trotzdem noch schön aussehen, so können diese Beete nach alter Bauerngartentradition mit kleinen Buchsbaum- oder Kräuterhecken eingefasst werden. Diese verbessern das Kleinklima für das Beet indem sie vor Wind und Wetter schützen und haben einen hohen Zierwert.
Auch Einfassungen aus geflochtenen Weiden wirken sehr ansprechend und können in Verbindung mit dem Anlegen eines Mistbeets besonders frühe und üppige Erträge fördern.
Eine weitere sehr praktische Möglichkeit des Gemüseanbaus sind Hochbeete.Werden sie aus einem schönen Holz oder gar aus Natursteinen gebaut, so sehen sie sehr gut aus und ermöglichen den rückenschonenden Anbau von Gemüse. Ganz schnell kann man Hochbeete zum Kleingewächshaus, Frühbeet oder zum Tomatenhaus umbauen.


externer Link: –> Wunderschöne und sehr funktionelle Hochbeete in Handarbeit liebevoll gefertigt gibt es bei Gartenfrosch. Möchte man nicht selber bauen, so sind diese Hochbeete absolut empfehlenswert.


Immer häufiger sieht man jedoch jetzt auch den kleinen Gemüseanbau am Fensterbrett und ich muss sagen, ich bin sehr erstaunt, was sich dort tatsächlich bei richtiger Pflege ernten lässt.

Tomaten-Fenster Gemüsefenster Erdbeeren im Pflanzbeutel
Lassen Sie sich vom neuen Gartentrend ispirieren und machen Sie mit. Nichts schmeckt besser wie selbst geerntete Tomaten oder Erdbeeren und beides lässt sich auf kleinstem Raum anbauen.
Sollten Sie noch ein paar Anregungen für den richtigen Ort benötigen, so sollten Sie einen kurzen Blick auf die folgende Webseite werfen:
–> www.stadt-gemuese.de

Alle Jahre wieder…
– Weihnachtsstern, Weihnachtskaktus
& Ritterstern (Amaryllis)

Dezember 22nd 2011

Weihnachten ist eine festliche Zeit voller Brauchtum und Traditionen. Von Land zu Land und Region zu Region wechseln diese Traditionen deutlich. Mittlerweile kann man jedoch weltweit bestimmte Pflanzenarten antreffen, die „traditionell“ für die Weihnachtsdekoration verwendet werden. Gemeint sind Rittersterne (Amaryllis), Weihnachtssterne (Poinsetttien) und Weihnachtskakteen. Diese Pflanzen blühen im Winter ungefähr um die Zeit von Weihnachten und beeindrucken durch äußerst prachtvolle Blüten, die entweder durch ihre Farbgebung, die Größe und Form oder auch durch die Menge der Blüten überzeugen.

Weihnachtsstern Ritterstern-Amaryllis Weihnachtskaktus
Ritterstern-Amaryllis Weihnachtskaktus Weihnachtsstern

Alle drei Pflanzenarten sind allerdings nicht sehr traditionell, da keine von ihnen bei uns heimisch wächst. Dies erklärt sich natürlich eigentlich von selbst durch die Blütezeit im Winter. Es handelt sich durchweg um Pflanzen aus Mittel- und Südamerika, die ihren Eroberungsfeldzug als Weihnachtspflanzen erst Mitte des letzten Jahrhunderts antraten.
Heute kann man sich das europäische Weihnachten ohne sie garnicht mehr vorstellen. Damit Sie viel Freude an Ihren Pflanzen für das Fest und durchaus auch noch eine lange Zeit danach, finden Sie nun im Folgenden die passenden Pflanzenportraits mit wichtigen Pflege-Tips:

Ritterstern (Hippeastrum-Hybride)

Amaryllis

  • Pflanzensteckbrief
    • Herkunft: Rittersterne stammen aus den Trockenzonen in Südamerika. Sie gehören zur Familie der Amaryllisgewächse (Amaryllidaceae) und wurden lange Zeit mit dem Namen Amaryllis bezeichnet. Dieser ist jedoch nicht korrekt, da er nur Pflanzen meint, die aus Südafrika stammen. Dennoch ist der Name Amaryllis für den Ritterstern bei uns weitau mehr verbreitet wie der korrekte Name.
    • Wuchs: Der Ritterstern gehört zu den Geophyten. Wie die meisten Zwiebelpflanzen braucht er eine Ruhephase, die in die Zeit von August bis Dezember fällt. Die Pflanze eignet sich hervorragend als Topfpflanze und wird im Durchschnitt ca. 45 cm hoch.
    • Blätter: Die Blätter bilden sich erst nach der Blüte zum Frühjahrsanfang. Sie sind je nach Sorte hell bis kräftig grün und werden ebenfalls ca. 45 cm lang. Ihre Form ist länglich lineal.
    • Blüte: Die Blüten bilden sich nach 6-8 Wochen nach Ende der Ruhephase im Dezember bis Februar. Aus Der Zwiebel erscheint ein hohler, ca. 45 cm langer Blütenschaft, der 3-4 große Blüten hervorbringt. Bei kräftigen, großen und gesunden Blumenzwiebeln können die Einzelblüten einen Durchmesser von bis zu 20 cm erreichen und blühen für ungefähr zwei Wochen. Nach dem ersten Blütenschaft folgt etwas später meistens noch ein zweiter. Die klassische Farbe der Blüten ist kräftig rot. Es gibt aber mittlerweile eine riesige Auswahl unterschiedlichster Hybrid-Sorten mit Blütenvarianten von strahlend weiß über zart rosa bis dunkelrot, gestreift, gepunktet und mehrfarbig. Die Blüten gibt es in einfachen und gefüllten Varianten.

  • Standort: Rittersterne brauchen einen sonnigen Standort. Die Zwiebeln brauchen nicht viel Platz. normalerweise reicht es vollkommen aus, wenn um die Zwiebel herum noch ca. 2 cm Platz sind bis zum Topfrand.
    Zwiebelpflanzen bevorzugen es trocken und reagieren auf Staunässe äußerst empfindlich mit Schimmelbefall und Fäulnis. Der Topf sollte deswegen unbedingt Drainagelöcher haben. Eine ganz normale, lockere Blumenerde ist vollkommen ausreichend.
  • Pflege: Normalerweise kauft man entweder die reine trockene Zwiebel oder aber die antreibende Zwiebel fertig gepflanzt im Topf. Pflanzt man die Zwiebel selber so darf sie nicht zu tief gepflanzt werden. Nur maximal die Hälfte der Zwiebel verschwindet in der Erde, der Rest muss unbedingt oberhalb der Erdoberfläche herausragen. Diese Maßnahme lässt die Zwiebel schneller abtrocknen und schützt vor zuviel Nässe. Nach dem Pflanzen einmal gut angießen und dann am besten das Gießen vergessen bis der erste Blütenschaft ca. 20 cm hoch gewachsen ist. Gießt man in dieser Zeit zu viel, so bildet sich manchmal garnicht oder erst sehr verzögert der ersehnte Blütenschaft. Erst dann wird die Erde ständig feucht gehalten und einmal wöchentlich darf mit einem Pflanzendünger gedüngt werden.

    Möchte man im nächsten Jahr wieder einen blühenden Ritterstern haben, so muss dieser nach der Blüte unbedingt gut weitergepflegt werden. Bis zum August ist er nämlich in der Wachstumsphase und füllt seine Reserven wieder auf für die nächste Ruhe- und Blütephase. Weiterhin mäßig, aber regelmäßig gießen und einmal wöchentlich düngen. Da nur noch Blätter wachsen, kann man ihn getrost ab Ende Mai in den Garten pflanzen an einen Platz an dem er nicht stört und trotzdem ausreichend Licht bekommt.

    In unseren Breiten muss im August die notwendige Ruhephase künstlich eingeleitet werden. Stellen Sie hierfür das Gießen komplett ein und stellen sie die Zwiebel an einen dunklen und kühlen Ort. Temperaturen um +10°C wären die optimale Umgebung. Die Zwiebel zieht nun ihre Blätter ein und hält eine dreimonatige Ruhe ein. Rechtzeitig im Dezember kann man den Topf wieder hervorholen, gegebenenfalls die Zwiebel in neue Erde setzen, bei Zimmertemperatur an einen hellen Platz stellen, einmalig angießen und auf die wunderschöne Blüte warten.

  • Vermehrung: Wenn man einen Ritterstern länger wie eine Blühphase behält, so kann man irgendwann mit der Bildung von kleinen Brutzwiebeln rechnen. Diese erkennt man daran, dass neben der Zwiebel Blätter aus der Erde herauswachsen. Nach der folgenden Ruhephase kann man die Zwiebelchen von der Mutterzwiebel abtrennen und in einen eigenen kleinen Topf pflanzen. Allerdings kann es 3-4 Jahre dauern bis aus den Brutzwiebeln blühfähige Zwiebeln geworden sind. Die heranwachsenden Brutzwiebeln brauchen keine Ruhephase. Sie werden wie die großen durchgehend gepflegt bis sich das erste Mal ein Blütenschaft bildet.

Weihnachtskaktus (Schlumbergera)

Weihnachtskaktus

  • Pflanzensteckbrief
    • Herkunft: Der Weihnachtskaktus stammt ursprünglich aus der Mata Atlântica, dem atlantischen tropischen Regenwald im Osten Brasiliens. Die ursprüngliche Form ist als Zimmerpflanze kaum noch zu finden. Im Handel werden durchweg Kreuzungen und Hybriden angeboten mit besobderen Blütenfarben und -formen.
    • Wuchs: Der Weihnachtskaktus gehört zur Familie der Kakteengewächse (Cactaceae). Er wächst strauchartig überhängend, bildet viele charakteristische Triebe aus den flachen Blattsegmenten und ist sehr anspruchslos.
    • Blätter: Dunkelgrüne Triebsegmente, die scheinbar eines aus dem anderen wachsen und wie eine Gliederkette wirken.
    • Blüte: In der Zeit von November bis Februar kann der Weihnachtskaktus eine Fülle beeindruckender Blüten hervorbringen. Die häufigste Blütenfarbe ist knallig pink bis zart blassrosa. Es gibt jedoch auch Varianten mit roten, orangen, gelben und weißen Blüten. Diese sind röhrenartig geformt. Die Blütenblätter liegen schuppenartig um diese Blütenröhre herum. Sehr charakteristisch sind die langen Staubblätter, die weit aus der Blüte herausragen und sie zu einem sehr zarten und filigranen Gebilde machen.

  • Standort:Pflanzen dieser Art mögen sonnige bis halbschattige Standorte bei Temperaturen über +10°C. Direkte Sonne ist ihnen jedoch meistens zu viel. Die Blätter verfärben sich dann rötlich. Im Sommer können die Pflanzen gerne an einen geeigneten Platz auf Balkon oder Terrasse umziehen. Als Kaktusgewächs bevorzugt der Weihnachtskaktus mageren und durchlässigen Boden. Sehr empfehlenswert ist die Verwendung von guter Kakteenerde aus dem Fachhandel.
  • Pflege:Schlumbergera sind sehr pflegeleicht und damit auch durchaus geeignet für Menschen ohne grünen Daumen. Das wichtigste ist der zuvor beschriebene richtige Standort und sparsames Gießen. Der Weihnachtskaktus verträgt keine Staunässe. Gießen Sie ihn deswegen immer dann durchdringend, wenn die Erde abgetrocknet ist und er wird wunderbar wachsen und gedeihen. Nach der Blütephase, wenn sich die neuen Blätter bilden, darf einmal monatlich mit einem Kakteendünger gedüngt werden.
    Bevor der Kaktus wieder blüht, benötigt er eine Ruhephase von ca. sechs Wochen. Stellen Sie Ihn also ab Mitte September an einen kühleren und ruhig schattigen Ort und reduzieren sie das Gießen auf ein absolutes Minimum (schlückchenweise). Erst wenn sich die Blütenknospen zeigen, darf langsam wieder mehr gegossen werden und die Pflanze zieht wieder an einen helleren und sonnigeren Ort um.
  • Vermehrung: Am leichtesten ist die Vermehrung des Weihnachtskaktus mit Blattstecklingen. Schneiden Sie dafür kleine Triebstücke mit 2-3 Blattsegmenten ab und stecken Sie diese 1-3 cm tief in Kakteenerde. Angießen und eventuell die ersten Tage mit einem Gefrierbeutel abdecken, um die Luftfeuchtigkeit für die Pflanze zu erhöhen. Nur gießen, wenn die Erde abgetrocknet ist. Schon bald bilden sich neue Blätter, wenn die Wurzelbildung gut funktioniert hat.

Weihnachtsstern (Euphorbia pulcherrima)

  • Pflanzensteckbrief
    • Herkunft: Der Weihnachtsstern ist eine Pflanze der tropischen Laubwälder Mittel- und Südamerikas und gehört zur Familie der Wolfsmilchgewächse (Euphorbiaceae). Mittlerweile ist seine Verbreitung jedoch weltweit fortgeschritten. Große Populationen finden sich zusätzlich in Afrika, Asien, und Australien.
      Alexander von Humboldt brachte den Weihnachtsstern 1804 mit nach Europa. Die Vermarktung zur heute an Weihnachten in Massen verkauften Pflanze fand jedoch erst Anfang des 20. Jahrhunderts statt durch deutsche Auswanderer in Kalifornien. Seit dem ist der Weihnachtsstern zu einem festen Bestandteil der weihnachtlichen Dekoration geworden. Ihn zu Ehren gibt es in den USA sogar den „Poinsettia Day“ am 12. 12. jeden Jahres, an dem man sich gegenseitig mit dieser Pflanze beglückt.
    • Wuchs: Weihnachtssterne wachsen inihrer Heimat als immergrüner Strauch, der tatsächlich Höhen von bis zu 4 m erreichen kann. Wir hier kenen die Pflanzen eher als kleine bis mittelgroße Topfpflanze, die auch als kleiner Hochstamm gezogen werden kann.
    • Blätter: Die Blätter sind lang gestielt (ca. 8 cm<), länglich oval, je nach Sorte leicht gezahnt mit einer dunkelgrünen Ober- und einer helleren Unterseite. Was viele fälschlicherweise für die Blüte halten, sind in Wahrheit farbigen Hochblätter (Brakteen), die sich sternenförmig um die eigentlichen Blüten anordnen. Diese Hochblätter können leuchtend rot über rosa nach weiß sämtliche Schattierungen aufweisen und auch panachiert sein./li>
    • Blüte: In der Blütezeit von November bis Februar bildet die Pflanze sogenannte Cyathien aus. Darunter versteht man einfachste eingeschlechtliche Blüten, die in diesem Fall ganz unscheinbar grün gelb gefärbt sind und sich in der Mitte des Sterns aus Hüllblättern befinden. Ein Tip: Das Vorhandensein der Blüten weist auf eine junge, frische Blüte hin. Mit fortgeschrittener Alterung wirft die Pflanze diese Blüten ab. Achten Sie darauf beim Kauf einer Pflanze.

  • Standort: Je wärmer der Standort desto heller sollte er sein. Andernfalls reagiert der Weihnachtsstern mit dem Abwerfen der Blätter. Der Standort sollte also gleichmäßig warm bei ca.+20°C, hell und ohne Zugluft sein. Auf Kältereize reagiert die Pflanze ebenfalls sehr empfindlich mit dem gleichen Symptom und kann innerhalb weniger Tage völlig kahl dastehen. Achten Sie deshalb auch unbedingt auf einen guten Kälteschutz beim Transport und meiden sie beim Kauf Pflanzen, die im zugigen Eingangsbereich eines Ladens stehen.
  • Pflege:Auf Grund der großen Blätter, verdunstet die Pflanze sehr viel Wasser und benötigt auch sehr viel Nachschub. Dennoch verträgt sie überhaupt keine Staunässe. Gießen Sie Ihren Weihnachtsstern daher lieber öfters, aber immer erst dann, wenn die Erde oberflächlich getrocknet ist. Entfernen Sie nach ein paar Minuten dann unbedingt das überschüssige Gießwasser aus Übertopf oder Pflanzenuntersetzer.
    Nicht während der Blühphase düngen. Erst nach Bendung der Blüte mit einem handelsüblichen Zimmerpflanzendünger einmal monatlich düngen.
    Weihnachtssterne gehören zu den Kuztagespflanzen. Möchte man sie im nächsten Jahr wieder zum Blühen bringen, so gelingt dies nur, wenn die Pflanze ab Oktober täglich für 12 Stunden absoluter Dunkelheit ohne Störlicht ausgesetzt werden. Die einfachste Möglichkeit wäre das Abdecken der Pflanzen mit einem Karton oder das Einstellen in einen geschlossenen Schrank von beispielsweise 18 bis 8 Uhr. Diese Prozedur muss für 6-8 Wochen durchgehalten werden, dann beginnt der Weihnachtsstern wieder mit der Blütebildung rechtzeitig zu Weihnachten.
    Im Frühjahr regt ein kräftiger Rückschnitt einen buschigen Neuaustrieb an.
  • Vermehrung:Auch bei dieser Pflanze bietet sich die Stecklingsvermehrung an. Nutzen Sie doch die geschnittenen Triebspitzen vom Rückschnitt und pflanzen Sie diese in gut durchlässige Erde (Blumenerde und Sand im Verhältnis 2:1 mischen). Entfernen Sie zuvor alle Blätter bis auf drei, um die Verdunstung zu minimieren. Empfehlenswert ist für die ersten Wochen die Abdeckung der Stecklinge mit einem Gefrierbeutel aus dem gleichen Grund. Stecken Sie ruhig mehrere Stecklinge in einen Topf, denn so entsteht relativ schnell eine schöne buschige neu Pflanze.

Keine Kommentare »

Gotthilf Rausch am Dezember 22nd 2011 in Allgemein, Fauna & Flora, Giftige Pflanzen, Jahreszeiten